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Das Dieng Plateau in Indonesien: Schwefelgeruch und Tempel

// Gastbeitrag von Charles Rahm von Sorglos Reisen!

Als ich im Hochtal von Dieng ankam, da spürte ich, dass mir heute ein schöner Tag bevorstehen würde. Das Plateau befindet sich auf 2000 Metern Höhe und bereits die Anfahrt per Bus von Wonosobo auf einer teilweise recht engen Strasse ist malerisch. Das Plateau selbst besticht durch wunderschöne Aussichten. Da Java dicht besiedelt ist, wird jeder Quadratmeter Land genutzt hauptsächlich für den Anbau von hochwertigem Gemüse. Es gibt hier Ruinen von sehr alten Hindu-Tempeln zu bewundern und die Landschaft ist vulkanisch aktiv.

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Folgende Attraktionen habe ich besucht:

Telaga Warna

Dies ist ein vulkanisch aktiver See, der in den verschiedensten Farben glänzt und wunderschön zu betrachten ist. Leider weist er auch einen permanenten, nicht so angenehmen Schwefel-Geruch auf. Am besten gehst du im Gegenuhrzeigersinn um den See herum, denn im hinteren Teil ist eine Fussgängerbrücke eingestürzt und du könntest so nicht zum Abschnitt mit den Höhlen gelangen. Besagte Höhlen sind wohl beim letzten Beben eingestürzt und nicht mehr begehbar. Es lohnt sich dennoch, von aussen einen Blick zu erhaschen.

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Candi Bima

Dieser Hindu-Tempel soll besonders schöne Kopf-Skulpturen aufweisen. Zur Zeit meines Besuchs Ende August 2013 war er komplett eingerüstet und rundherum befanden sich Steinablagen bei denen ich mir nicht sicher war, ob das jetzt Nebentempel sind oder deponierte Schichten vom Haupttempel.

Kawah Sikidang

Auch hier riecht es nach Schwefel. Diese vulkanisch aktive Platte ist 100 Meter lang und 50 Meter breit. An verschiedenen Stellen tritt Dampf aus der Erde. Die Hauptattraktion ist ein grosser, ständig kochender Schlammteich. Der austretende Dampf gewährt nur selten einen Blick auf die kochende Masse selbst. Der Teich hat noch einen kleinen Bruder, der ein wenig gemütlicher vor sich hin blubbert. Auf dem Gelände solltest du acht geben, wo du hintrittst, denn nur der grosse Teich ist abgesperrt.

Schau dir das Video an!

Arjuna Komplex Tempel

Die Tempel des Arjuna-Komplexes sind am besten erhalten und sind Shiva gewidmet. Sie befinden sich ziemlich genau im Zentrum des Hochtals und deswegen ist nicht nur das Erforschen dieser Tempel interessant, sondern auch die Aussicht rundherum atemberaubend. Insbesondere die Terrassen, die für die Kultivierung des Gemüses angelegt wurden, sind ein Blickfang.

Wenn du das Tempelgelände in Richtung Dorf verlässt, probiere eine Portion der lokalen Bratkartoffeln. Eine Riesen-Portion ist für zwei USD zu haben und schmeckt fantastisch!

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Candi Dwarawati

Das ist ein weiterer Hindu-Tempel, der etwas erhöht am Dorfrand steht. Entsprechend lohnt sich der zehnminütige Fussmarsch nicht nur für den Tempel, sondern auch für die Aussicht. Der Weg ist nicht ausgeschildert. Frage einfach bei jeder Verzweigung einen Einheimischen nach dem Weg.

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Tuk Bima Lukar

Dieses antike Bad findest du beim Dorfeingang von Wonosobo her gesehen. So richtig antik sehen nur noch einige der Skulpturköpfe, durch welche das Wasser von einem Becken ins nächsttiefere fliesst, aus.

Wenn du magst, kannst du auch zwei Tage auf dem Dieng-Plateau verbringen. Am ersten Tag besichtigst du das Plateau selbst und am zweiten Tag bleibt dir genug Zeit für die Besichtigung der Attraktionen, darunter auch Vulkane, weiter hinten im Tal.

Die Unterkünfte in Dieng sind eher schlicht und auf Backpacker ausgerichtet. Bessere Qualität findest du in Wonosobo und Umgebung.

Wie kommst du dahin: Wonosobo erreichst du per Bus von Bandung aus per Direktverbindung in 10 Stunden. Es gibt zwei Verbindungen um 17 und 18 Uhr. Tickets gibt es nur im Bus. Du solltest schon eine halbe Stunde vorher da sein, denn die Busse starten manchmal früher.

Von Yogyakarta nimmst du zuerst den Regionalbus nach Magelang und steigst dort auf den Regionalbus nach Wonosobo um. Das dauert insgesamt etwa 4 Stunden.

Von Wonosobo erreichst du Dieng per Lokalbus. Die Fahrt dauert eine Stunde und kostet nicht mal einen USD.

Wann ist die beste Zeit: Das Wetter in Java ist am besten von Mai bis Oktober. Das Dieng Plateau besuchst du am besten ab Sonnenaufgang bis 15 Uhr. Nachmittags wird es in der Regel neblig und wolkig.

Was kostet es: Die Busfahrt von Bandung kostet 8 USD. Die Lokalbusse von Yogyakarta insgesamt um die vier USD. Ein gutes Zimmer mit Bad bekommst du in Wonosobo pro Nacht ab 20 USD aufwärts. In Dieng solltest du theoretisch überall Eintritt bezahlen müssen. Bis auf den Telaga Warna wurde ich jedoch nirgends aufgefordert, etwas zu bezahlen.

Wenn du das Dieng-Plateau per Auto mit Fahrer und Führer (Dass der Führer auch fährt, kommt selten vor) besichtigen willst, kostet das für einen Tag etwa 100 USD ohne Eintritte und Verpflegung.

Über den Autor

charles-rahm-portrait

Ich heisse Charles Rahm. Ich bin in der Schweiz aufgewachsen, habe dort studiert und gelebt. Am Ende meiner Zwanziger-Jahreentdeckte ich meine Passion fürs Reisen und verreiste mehr und mehr. Im Juni 2010 kündigte ich meinen sicheren Job als Risikomanager bei einer Bank, um durch China, Taiwan und Südostasien zu reisen. Europa kenne ich logischerweise auch gut.

Ich entschied, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und startete meinen eigenen Reiseblog Sorglos Reisen im November 2011 und habe seitdem rund 170 Artikel veröffentlicht. Ich freue mich auch über jedes „Gefällt mir“ auf der Facebook-Seite von Sorglos Reisen

 

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Ein Kommentar zu „Das Dieng Plateau in Indonesien: Schwefelgeruch und Tempel

  1. Ken on

    Ich bin vor einem knappen Monat auch auf dem Dieng Plateau gewesen und muss sagen, dass es zu den Top 3 Highlights meiner bisherigen Reise in Indonesien gehört 🙂 Was ich allerdings persönlich am interessantesten gefunden habe, ist die ganze Natur und die Atmosphäre abseits der Touristenattraktionen. Natürlich ist der berühmte Sonnenaufgang wunderschön und die drei Seen einen Abstecher wert, jedoch habe ich meine persönlichen Highlights da erlebt wo ich mich einfach nur treiben liess.. Z.B. was für mich eines DER Highlights in Dieng war, war eine Wanderung die ich vom Kawah Sikidang aus machte. Neben dem Krater gibt es eine kleine Anhöhe auf die man hinaufsteigen kann. Von da an hat man zum einen einen tollen Überblick über die ganze Vulkanlandschaft, zum anderen gibt es von dort oben auch einen kleinen Trampelpfad der den Berg hinauf führt (Achtung: Der Weg ist echt nicht ohne, also einwenig Fitness, Wasser und gute Schuhe von Nöten) Wenn man oben ist alles auf der anderen Seite wieder hinunter und plötzlich steht man in einer magischen Oase der Ruhe. Ein wunderschön bewachsener Vulkankrater, ohne irgendwelche Touristen in absoluter Stille. Ich weiss leider nicht wie der Krater heisst oder ob es ein grosses Risiko ist in diesen Krater zu gehen, aber diese Erfahrung war für mich persönlich echt der hammer… Ich habe meine weiteren Erlebnisse von Dieng auch in einem Blogpost, „verewigt“ also bei Interesse freue ich mich über jeden Leser.. 🙂

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