Großbritannien

Welche Auswirkungen hat #Brexit auf dein nächstes Großbritannien-Abenteuer?

Big Ben - Palast von Westminster

Die Stimmen sind ausgezählt und die Entscheidung steht fest: Großbritannien wird die EU verlassen! Doch was bedeutet das nun konkret für dich und deine Reise in das Inselkönigreich? Zuerst einmal darfst du aufatmen, denn auch wenn das britische Volk sich für den Austritt aus der EU entschieden hat, so wird dieser erst nach einer zweijährigen Kündigungsfrist, also frühestens im Juli 2018 rechtskräftig.

Kurz gesagt, deinem diesjährigen Großbritannien-Abenteuer steht also zunächst nichts im Wege und alles bleibt wie gehabt! Für alles Weitere findest du nachfolgend die wichtigsten Infos zu möglichen #Brexit Folgen für Reisen!

#Brexit Folgen für Reisen: 7 Dinge, die sich ändern werden!

#Brexit Folgen für Reisen 1: Personalausweis, Reisepass oder doch ein Visum?

Als Globetrotter weißt du sicherlich, wie umständlich es manchmal sein kann in Länder einzureisen, die außerhalb der EU liegen. Ein Reisepass ist Pflicht und nicht selten musst du bereits Monate vor deiner geplanten Einreise ein Visum beantragen. Doch ist das in Zukunft wirklich alles notwendig, wenn du nur übers Wochenende nach London fliegen willst? Fest steht auf jeden Fall, dass Großbritannien auch bisher kein Mitglied des Schengenabkommens war, was bedeutet, dass es bei der Einreise auf die Insel schon immer strengere Ausweis- und Passkontrollen, als in andere EU-Mitgliedsstaaten gab.

Allerdings war der Personalausweis zur Einreise bisher ausreichend, das könnte sich unter Umständen nach dem EU-Austritt der Briten ändern. Experten nehmen an, dass du zukünftig nur noch mit einem gültigen Reisepass nach Großbritannien reisen darfst, halten es aber für unwahrscheinlich, dass das Königreich eine allgemeine Visumspflicht für Reisende aus der EU einführen wird. Schon allein, weil das wohl einen kräftigen Dämpfer auf die gesamte Tourismusbranche und die damit verbundenen Einnahmequellen zur Folge hätte.

Es wird daher vermutet, dass es eine ähnliche Regelung wie in Norwegen oder der Schweiz geben wird. In diesen Ländern, die ebenfalls nicht der Europäischen Union angehören, dürfen sich EU-Bürger 90 Tage lang ohne Visum als Besucher aufhalten.

Wie sich die Bestimmungen für berufliche Auslandsaufenthalte, Praktika oder Work&Travel Reisen verändern werden steht hingegen noch offen. Bis jetzt konntest du als EU-Bürger ohne Weiteres als Arbeitnehmer nach Großbritannien einreisen und dir dort eine Bleibe und eine Arbeitsstelle suchen, ohne dass du dafür spezielle Genehmigungen gebraucht hast.

Mit dem Austritt aus der EU erlischt diese Regelung zunächst. Da in Großbritannien jedoch rund 2,1 Millionen Menschen aus anderen EU-Ländern leben und arbeiten, ist es eher unwahrscheinlich, dass EU-Bürger zukünftig eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis in England benötigen.

#Brexit Folgen für Reisen 2: Euro vs. Pfund

Rein währungstechnisch wird sich in Großbritannien natürlich auch nach dem #Brexit nichts verändern. In England wird weiterhin mit britischen Pfund bezahlt, doch in Zukunft wird sich das für dich wohl mehr lohnen als bisher. Der Grund dafür ist der Wechselkurs: Schon kurz nachdem die Ergebnisse der Abstimmung durch die Medien bekannt gemacht wurden, sank das britische Pfund so tief wie schon seit über 20 Jahren nicht mehr!

Das bedeutet, dass du nun beim Geldwechsel mehr Pfund für einen Euro erhältst als früher. Vertraut man auf die Stimmen der Finanzexperten, dann wird der Wechselkurs zwar wieder leicht steigen, sich jedoch erst einmal nicht vollständig erholen.

Wenn dir eine Reise in das Vereinigte Königreich also bisher zu teuer war, dann ist das jetzt womöglich deine Chance!

#Brexit Folgen für Reisen 3: Höhere Flugkosten und neue Fluggastrechte

Doch Achtung, denn auch wenn der Aufenthalt im Land der Queen nun etwas erschwinglicher wird, so wird ein Anstieg der Flugpreise nach England vorhergesagt.

Zudem werden die Fluggastrechte, die unter dem Mantel der EU gelten, vom #Brexit höchstwahrscheinlich beeinträchtigt. Das bedeutet, dass dich dein Flug auf die Insel nicht nur mehr kosten könnte, sondern du hättest unter Umständen keine oder nur eingeschränkte Rechte auf Entschädigungen bei Verspätungen oder Flugausfall. Hier bleibt zu hoffen, dass Großbritannien eine verbraucherfreundliche Regelung im Sinne der vielen EU-Touristen findet.

#Brexit Folgen für Reisen 4: Reisen in der EU wird für Briten teurer

Für alle englischen Staatsbürger, die ihren Urlaub jedoch gerne in den EU-Staaten verbringen, könnte das im Umkehrschluss zu einem recht teueren Vergnügen werden. Denn während die Briten bisher durch ihre starke und unabhängige Währung in den Genuss von einem recht günstigen Wechselkurs kamen, steigen die Kosten für Auslandsreisen durch den Austritt aus der Europäischen Union nun für alle Engländer spürbar an.

Vor allem Spanien, Frankreich, Italien und andere EU-Länder, die sich in den letzten Jahren zu beliebten Feriendomizilen der Briten entwickelt haben, werden diese Entwicklung durch das Ausbleiben der spendierfreudigen Reisenden aus dem Vereinigten Königreich als deutliche finanzielle Einbußen zu spüren bekommen. Wie sich das auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der jeweiligen Länder auswirkt, bleibt abzuwarten.

#Brexit Folgen für Reisen 5: Neue Roaming-Gebühren

Die EU regelt in ihren Mitgliedstaaten mehr als du vielleicht denkst! Ein ganz wichtiger und vor allem sehr aktueller Bereich, gerade für Reisende, sind die Roaming-Gebühren, die während eines Aufenthalts im Ausland für die Nutzung von Mobiltelefonen berechnet werden.

Schon seit mehreren Jahren macht sich die Europäische Union dafür stark diese oft überteuerten Preise zu senken und letztlich ganz abzuschaffen. Schon seit Mai diesen Jahres werden die Kosten für die Handynutzung in allen EU-Mitgliedsstaaten schrittweise gesenkt, bis die Roaming-Gebühren im Sommer 2017 schließlich komplett abgeschafft werden sollen.

Vor allem für Geschäftsreisende ist das natürlich eine echte Erleichterung, aber auch für Reisende und Abenteuere wie dich und mich ist das eine super Sache! Schließlich kannst du dein Smartphone so soviel nutzen wie du willst, ohne dir Gedanken über hohe Kosten machen zu müssen!

Gerade für mich als Reiseblogger ist dieser Punkt natürlich unheimlich wichtig, da ich quasi ständig online bin und das insbesondere wenn ich auf Reisen bin!

Ob kostengünstiges oder gar kostenloses Roaming nun zukünftig auch in Großbritannien möglich ist oder nicht, ist momentan noch unklar. Da die neuen Europatarife jedoch bereits auch für Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz oder Norwegen gelten, gibt es auf jeden Fall Hoffnung, dass auch England als ein solcher Staat in diese Verträge mit aufgenommen wird.

#Brexit Folgen für Reisen 6: Neue Zoll-Bestimmungen

Weitere Veränderungen werden wohl auch in Sachen Zoll auf dich zukommen. Während du momentan als Reisender innerhalb der EU relativ hohe Zollfreigrenzen für Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten sowie Waren und Luxusartikel wie zum Beispiel Kleidung und Kosmetik genießt, könnte sich das durch den #Brexit im Bezug auf alle Reisen mit Großbritannien als Ziel- oder Abflugort ändern.

In welchem Ausmaß ist allerdings schwer abzuschätzen und ist sicherlich auch in Anbetracht der langen Liste an Veränderungen und neuen Regelungen nicht auf Platz 1 der To-do-Liste des unabhängigen Englands.

Das Ganze bringt aber auch einen kleinen Vorteil mit sich, und zwar: Duty Free! Der steuerfreie Einkauf von Genussmitteln und Waren zum persönlichen Gebrauch ist nur dann möglich, wenn das Ziel deiner Reise außerhalb der EU liegt und da Großbritannien diese Voraussetzung nun bald schließlich erfüllen wird, kannst du beim Einkaufen an Großbritanniens Flughäfen in Zukunft einiges sparen.

#Brexit Folgen für Reisen 7: Neue Regelungen zur Sauberkeit von Stränden

Wie geschrieben, die EU regelt so einiges, dazu gehört auch unter anderem die allgemeine Sauberkeit an den Stränden und Küstenabschnitten der Mitgliedstaaten. Doch wenn du jetzt denkst, dass englische Stränden in Zukunft voller Müll sein werden, kann ich dich beruhigen!

Schließlich liegt es genauso in Großbritanniens Interesse, dass die Strände und Küsten sauber bleiben und das Land wird nun wohl seine eigenen Richtlinien diesbezüglich einführen. Denn nur saubere Strände ziehen letztendlich auch Reisende an, wovon am Ende natürlich auch die britische Wirtschaft stark profitiert.

#Brexit Folgen für Reisen: Nicht alles wird sich ändern!

Der Austritt Großbritanniens aus der EU kam vielleicht unerwartet und bringt auch sicherlich einiges an frischem Wind mit sich, der sich sowohl vorteilhaft als auch nachteilig auf das Land und auf den Rest Europas auswirken wird.

Jedoch wird sich England jetzt natürlich nicht über Nacht in ein komplett anderes Land verwandeln. Denn das, was du als Reisender an dem Inselstaat liebst, bleibt vom #Brexit absolut unberührt.

Dich locken vor allem die rauen Landschaften, kleinen Küstenorte und die höfliche englische Gastfreundschaft nach Großbritannien? Du wirst von der endlosen Weite der Highlands und der natürlichen Schönheit Cornwalls wie magisch angezogen? Die englischen Straßen rufen schon lange deinen Namen, um das Land während eines Roadtrips zu entdecken?

Dann kann ich dich auf jeden Fall beruhigen, denn all das, was Großbritannien zu dem macht, was es ist – das Land, die Leute, die Herzlichkeit und die geniale Natur – wird sich durch den #Brexit zumindest auf vorhersehbare Zeit nicht merklich verändern! Und die genannten #Brexit Folgen für Reisen sind eher Kleinigkeiten als gravierende Punkte.

Wenn du dich also mit den bevorstehenden formellen Neuerungen des Vereinigten Königreichs vertraut gemacht hast, dann bleibt deine Reise nach England genau das, was sie schon immer für dich war: ein Abenteuer, in einem coolen Land, das unter Garantie ein unvergessliches Erlebnis für dich wird!

Hast du vor in den nächsten Wochen und Monaten nach Großbritannien zu reisen? Wie stehst du zum Brexit?

Sebastian Canaves
Sebastian Canaves - Reise
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2 Kommentare

  1. Hallo Sebastian!
    Nicht nur, dass ich im nächsten Jahr einen Roadtripp durch die UK machen will… ich will sogar diesen Herbst aus Deutschland wegziehen und mir eine Homebase in London einrichten. I love London!
    Der Brexit und die Panikmache werden mich nicht aufhalten! 🙂
    Lg Sarah

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