Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Die abgelegensten und einsamsten Orte der Welt und wie du dort hinkommst!

Abenteuer hat viele Gesichter: Deine erste Welle beim Surfen in Sri Lanka zu reiten, auf deiner Hüttenwanderung am Abgrund zu stehen und dich von der Aussicht überwältigen zu lassen, mit deinem Kanu durch Kanada zu paddeln und dabei Orcas, Elche und Bären zu beobachten oder an einem der außergewöhnlichsten Strände der Welt zu liegen und alles um dich herum vergessen – all das bedeutet Nervenkitzel und Freiheit zugleich!

Allerdings geht Abenteuer auch ganz anders. Nämlich dann, wenn du einen Ort auf dieser Welt entdeckst, von dem du keine Ahnung hattest, dass er existiert! Keine Menschen, keine Autos und meist auch kein Internet, dafür unberührte Natur, wilde Tiere und ganz viel Platz! An den abgelegensten Orten dieser Welt bringt das Abenteuer dein Herz mit seiner Ursprünglichkeit, Wildheit und Einsamkeit dazu schneller zu schlagen – ein Gefühl, nach dem du garantiert süchtig wirst!

In welchen Ecken der Welt außergewöhnliche Reiseziele auf dich warten, wie du sie findest und warum sich die lange Anreise lohnt, verraten wir dir in diesem Beitrag!

Abenteuer Einsamkeit

Die abgelegensten und einsamsten Orte der Welt und wie du dort hinkommst

1. Cape York, Australien

Von Deutschland aus gesehen liegt Australien zwar ziemlich abgelegen und du musst dich auf deinen Flügen nach Down Under auf mehrere Zwischenstopps einstellen. Doch als ein einsames Land hattest du den kleinen Kontinent bisher nicht wirklich auf dem Schirm.

Allerdings ist die Halbinsel Cape York im Norden von Queensland einer der einsamsten Orte der Welt und garantiert der wildeste Teil Australiens. Schon die Anfahrt entlang der 571 Kilometer langen Peninsula Developmental Road ist der Hammer: Auf der größtenteils unbefestigten Straße geht es für dich immer weiter in die Wildnis! Jedoch wird dein Roadtrip erst zu einem richtigen Abenteuer, wenn du an der Bramwell Junction auf die Old Telegraph Road abbiegst.

Die Straße, die früher als Wartungsweg der alten Telegraphenlinie diente, ist eine schmale Buckelpiste durch den Urwald. An vielen Stellen musst du Flüsse durchfahren oder diese mithilfe von abenteuerlichen Baumstammbrücken überqueren – das ist Nervenkitzel pur! Weit weg von jeglicher Zivilisation werden hier nicht nur deine Offroadfahrkünste auf ein komplett neues Level gebracht, sondern du hast die einmalige Gelegenheit das australische Outback zu erleben. Das Gefühl, wenn du nach einem krassen Tag auf der Straße abends am Lagerfeuer sitzt, um dich herum die Geräusche des Dschungels hörst und in den unglaublich genialen Sternenhimmel schaust, ist mit Worten nicht zu beschreiben!

Deinen Trip nach Cape York solltest du außerhalb der Regenzeit zwischen Juni und Oktober planen, andernfalls ist die Straße selbst mit dem besten Geländewagen nicht befahrbar. Mach dich zudem nie alleine auf dem Weg. Entweder du schließt dich einer Gruppe inklusive Guide an oder du stürzt dich mit deinen Kumpels im Konvoi in dieses Straßenabenteuer!

2. Tristan da Cunha, Saint Helena

Wolltest du schon immer einmal ein paar Tage auf einer einsamen Abenteuer-Insel ganz weit weg von deinem Alltag verbringen? Dann ist Tristan da Cunha genau das Richtige für dich!

Mit 2.430 Kilometern zwischen dir und dem nächsten Stück Land kannst du in der Hauptstadt Edinburgh of the Seven Seas abschalten, wie nirgends sonst. Mit gerade einmal 267 Einwohnern ist Tristan da Cunha offiziell der abgelegenste bewohnte Ort der Welt und für deine Anreise auf die einsame Insel musst du die 2.800 Kilometer von Kapstadt aus innerhalb von zehn Tagen mit dem Schiff hinter dich bringen, denn einen Flughafen gibt es hier nicht!

Die Insel gehört zum britischen Überseegebiet, was bedeutet, dass du ohne Visum einreisen darfst. Allerdings musst du vor deiner Reise beim Präsidenten des Inselrates per E-Mail um eine Einreiseerlaubnis bitten, für die in den meisten Fällen ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt wird.

Trotz des Aufwands und der langen Reise lohnt sich ein Trip auf Tristan da Cunha! Auf der Insel erwartet dich eine Ruhe und Gelassenheit, die vom ersten Moment an dafür sorgt, dass du total entspannt bist. Tagsüber entdeckst du die unberührte Natur rund um den 2.062 Meter hohen Vulkan bei deinen Wanderungen auf denen du neben Pinguinen sogar Buckelwale, Delfine und Orcas vor der Küste beobachten kannst. Abends mischst du dich in der Albatross Bar, dem einzigen Pub der Insel, unter die Einheimischen und hörst dir die beeindruckenden Geschichten an, die es hier zu erzählen gibt!

3. Changtang, Tibet

Falls du Lust auf richtig viel Einsamkeit ist, solltest du dich auf den Weg nach Tibet machen. Genauer gesagt in die Changtang Region!

Mit 700.000 Quadratkilometern ist Changtang im Nordwesten Tibets beziehungsweise Südosten Ladakhs eines der größten, entlegensten und unberührtesten Wildnisgebiete der Welt. Die unendlichen Weiten der bis zu 7.000 Meter hohen Gipfel sind bis auf wenige Nomaden unbewohnt. Während deines Trips triffst du oft tagelange keinen einzigen Menschen! Dafür aber umso mehr wilde Tiere. Neben den typischen Yaks, die hier durch die Landschaft ziehen, hast du die Möglichkeit Kiang-Esel, Tschiru Herden sowie Schneeleoparden und sogar Braunbären in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Da es in Changtang weder Straßen noch befestigte Wege gibt, geht es für dich entweder zu Fuß oder auf dem Rücken eines Yaks durch die beeindruckende Landschaft. Außerdem solltest du deine Kletterausrüstung unbedingt in deinem Rucksack dabei haben. Immerhin bist du hier auf dem Dach der Welt unterwegs!

Am einfachsten geht es über Ladakh in die Einsamkeit und falls du keine Lust hast auf eigene Faust zu starten, werden von hier aus auch geführte Yak-Treks oder Klettertouren angeboten. Egal auf welche Art du dieses atemberaubende Stück Erde erkundest, du wirst die Erinnerungen daran für immer in deinem reisehungrigen Abenteuerherzen tragen!

4. Osterinsel, Chile

Die Osterinsel im Südostpazifik steht bei vielen Abenteurern ganz weit oben auf der Liste und das nicht ohne Grund! Schließlich ist die kleine Insel einer der entlegensten Orte der Welt. Neben Einsamkeit und rauen Küsten warten hier einige einzigartige Skurrilitäten auf dich. Während deines nächsten Trips nach Südamerika lohnt sich der vierstündige Flug von Santiago aus für einen kurzen Abstecher auf jeden Fall.

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Osterinsel sind natürlich die Moai. Die riesigen Steinskulpturen mit ihren markanten überdimensionalen Gesichtern sind überall auf der Insel verteilt. Meistens findest du sie in der Nähe der Küste, mit dem Blick aufs Land gerichtet. Was es mit diesen beeindruckenden Statuen auf sich hat, ist bis heute ein Mysterium. Insbesondere bei Sonnenuntergang jagen dir die Figuren in Ahu Tahai garantiert einen Schauer über den Rücken!

Den Rest der kargen Landschaft erkundest du am besten mit einem Quad oder auf dem Rücken eines Pferdes und triffst dabei immer wieder auf Schafe oder Rinder, die mit dir gemeinsam die Straße entlang spazieren. Besonders cool ist die Aussicht vom Vulkankrater des Rano Kao. Hier wurden die Maoi Statuen übrigens aus dem Vulkanstein geschlagen. Die über 300 unfertigen Statuen, die hier überall stehen und teilweise sogar noch in den Felswänden zu sehen sind, sind der Hammer! Wo auch immer du auf der Insel unterwegs bist, du findest immer einen Platz, eine Aussicht, eine Klippe oder einen Strand, der dir komplett die Sprache verschlägt!

5. Ittoqqortoormiit, Grönland

Grönland bedeutet Schnee und Eis soweit das Auge reicht und dazwischen immer wieder ein paar Häuser an beeindruckenden Fjorden, die du entweder mit dem Schneemobil oder einem Hundeschlitten erreichst!

Wenn du dich mit dem Ziel Einsamkeit in dein Grönland-Abenteuer stürzt, ist es im Prinzip egal, wohin es dich auf der größten Insel der Welt verschlägt. Immerhin leben in dem Land, das etwa sechsmal so groß ist wie Deutschland, nicht einmal 60.000 Menschen. Das bedeutet: Einsamkeit findest du hier an jeder Ecke. Ganz besonders abgelegen ist allerdings die Siedlung Ittoqqortoormiit an der Ostküste Grönlands, denn das nächste Dorf ist 800 Kilometer entfernt! Erst seit 1924 wohnen hier die Leute in bunten Holzhäusern mitten im ewigen Eis. Mittlerweile sind es gut 450 Menschen, die diesen Fleck Erde das ganz Jahr über ihr Zuhause nennen.

Nach Ittoqqortoormiit führt keine Straße. Du kommst allerdings mit dem Flugzeug von Deutschland aus über Island bis nach Kulusuk in Grönland. Von dort geht es mit einer kleineren Maschine nach Constable Point und schließlich mit dem Helikopter direkt nach Ittoqqortoormiit. Sobald du angekommen bist, ist es als wärst du in einer komplett anderen Welt!

Zum Übernachten gibt es nur eine einzige einfache Unterkunft. Die Ortschaft hat weder eine Kanalisation noch fließendes Wasser. Wenn du dich waschen möchtest, holst du dir einen Eimer Schnee und wartest, bis er schmilzt. Regelmäßig müssen Häuser und Straßen nach einem Sturm von der meterhohen Schneedecke befreit werden. Ein absolutes Highlight sind allerdings die Nächte, in denen du die Polarlichter so klar und kräftig wie an fast keinem anderen Ort erlebst! Ittoqqortoormiit ist ein Ort, wo der Alltag zu einem der krassesten Abenteuer deines Lebens wird!

6. Kerguelen Islands

Falls du der Meinung bist, dass es heutzutage keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte gibt, check mal die Kerguelen Islands im südlichen Indischen Ozean aus! Der gesamte Inselarchipel ist über 3.000 Kilometer von der Zivilisation entfernt und wird nur von wenigen Forschern bewohnt.

Als Abenteurer ist es fast unmöglich auf die Inseln, die auch Desolation Islands genannt werden, zu kommen. Es gibt keinen Flughafen und die vier Schiffe, die jedes Jahr zu den einsamen Inseln aufbrechen, sind fast ausschließlich für die Mitarbeiter der Forschungsteams reserviert. Falls du kein Wissenschaftler bist, es dich allerdings jetzt in den Fingern juckt diese unbekannte Ecke der Erde mit deinen eigenen Augen zu sehen, solltest du dir einen Platz auf einem der wenigen Kreuzfahrtschiffe sichern, die hier vorbei kommen und eine Weile vor Anker gehen!

Die lange und teure Anreise lohnt sich allerdings: Die Kerguelen Inseln erwarten dich mit einer rauen Natur, die es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Die vulkanischen Gebirge mit ihren schneebedeckten Gipfeln, die einsamen Felder und skurrilen Klippen, die steil ins Meer abfallen, sorgen garantiert für jede Menge Gänsehaut und ein Abenteuer, das du dein ganzes Leben lang nicht vergisst!

7. Motuo County, China

Falls du auf deinem nächsten Trip nach Asien einen Ort besuchen willst, den noch nicht viele Leute zu Gesicht bekommen haben, solltest du einen Abstecher ins Motuo County in China einplanen!

Motuo ist der einzige von über 2.000 chinesischen Counties, der bis vor einigen Jahren nicht über eine Straße zu erreichen war. Viele Versuche der Behörden die rund 10.000 Einheimischen ans Straßennetz anzubinden sind zunächst gescheitert und obwohl das jüngste Highwayprojekt 2012 erfolgreich beendet werden konnte, hast du in dieser Gegend immer noch das Gefühl, dass die Zeit irgendwann einfach stehen geblieben ist!

Falls du bei der Anreise auf ein Auto verzichtest, wird schon der vier Tage lange Trek von Pai nach Motuo zu einem einzigartigen Abenteuer: Du wanderst über vereiste Pfade im Himalaya, durch dichte Wälder und am Ende über eine krasse 200 Meter lange Hängebrücke! Sobald du allerdings an deinem Ziel angekommen bist und die einsamen grünen Hügel, die besonders am Morgen in Nebelschwaden verschwinden, und die unzähligen Teeplantagen zu Gesicht bekommst, wird dir klar, dass dieser Anblick allein jede Anstrengung wert war!

8. Devon Island, Kanada

Manche Ecken der Erde sind so unwirklich, dass du dich dort fühlst als wärst du auf einem anderen Planeten gelandet. Auf Devon Island in Kanada darfst du das sogar wörtlich nehmen, denn hier herrschen ähnliche Wetter- und Klimabedingungen wie auf dem Mars! Das hat die NASA schon seit Jahren erkannt. Nicht umsonst ist die Insel der Trainings- und Testplatz für Astronauten und Weltallfahrzeuge!

Mit einer Fläche von über 55.000 Quadratkilometern ist die Insel im Norden Kanadas die größte unbewohnte Insel der Welt. Die nächste Ortschaft ist zwar nur etwa 80 Kilometer weit weg, allerdings kommst du dir in der kargen Landschaft, in der es kaum Pflanzen und Tiere gibt, vor als wärst du eine Ewigkeit von der Zivilisation entfernt! Während deiner Wanderung über die gefrorenen Böden und endlosen Eisfelder rückt dein Alltag weit in die Ferne. Hier zählen nur du und die skurrile unberührte Natur, die dich trotz ihrer absoluten Leere umhaut!

Da die Insel nur 1.600 Kilometer vom Nordpol entfernt ist und die Bedingungen mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von minus 16 Grad richtig extrem sind, solltest du dich auf keinen Fall alleine, sondern immer in Begleitung eines erfahrenen Guides auf den Weg machen! Mehrtägige Wandertouren auf Devon Island und die arktischen Nachbarinseln werden nur im Sommer angeboten und sind nicht günstig. Allerdings wirst du von diesem Abenteuer mit Erinnerungen zurückkommen, die unbezahlbar sind!

9. Kamtschatka Halbinsel, Russland

Wenn du an einsame Orte denkst, kommen dir vielleicht zuerst Bilder von menschenleeren Stränden, abgelegenen Inseln oder dichten Regenwäldern in den Sinn. Russland hast du dabei wohl eher weniger auf dem Schirm. Allerdings erwartet dich der Nordosten des Landes mit einigen der genialsten Landschaften der Welt! Die russische Kamtschatka Halbinsel war über 50 Jahre lang sowjetisches Sperrgebiet. Das bedeutet: Die Natur auf der 370.000 Quadratmeter großen Halbinsel ist hier so wild und unberührt wie an kaum einem anderen Ort!

Neben den vielen teilweise aktiven Vulkanen, die du bei deinem Abenteuer besteigst, ist das Tal der Geysire ein Highlight der Halbinsel! Das zweitgrößte Geysirfeld der Welt erreichst du nur mit dem Helikopter. Den Wasserdampf der mehr als 20 Geysire sowie der unzähligen heißen Quellen und Schwefelseen siehst du schon von Weitem. Auf deiner Wanderung führt dich ein Guide in sicherem Abstand an kochend heißen Wasserfontänen, die alle paar Minuten ausbrechen, sowie blubbernden Schlammbecken vorbei – wie cool ist das denn?

Allerdings ist die krasse vulkanische Landschaft nicht alles, was es hier zu sehen gibt. Während deiner Reise hast du gute Chancen die größte existierende Braunbärart in freier Wildbahn zu beobachten. Immerhin leben auf der gesamten Halbinsel schätzungsweise 18.000 Exemplare davon. Der Moment, in dem du eine Braunbärenfamilie am Fluss beim Lachsfangen beobachtest, ist ein einzigartiges Erlebnis, das garantiert für Gänsehaut sorgt!

Da ein Trip in diese krasse Gegend aufgrund der vulkanischen Aktivität und der vielen wilden Tiere nicht ungefährlich ist, solltest du dich einer Gruppe mit mehreren erfahrenen Guides anschließen, die nicht nur mit der Gegend, sondern zudem mit der russischen Sprache vertraut sind!

10. Foula, Schottland, UK

Um der modernen Zivilisation für eine Weile zu entkommen, musst du nicht bis ans Ende der Welt fliegen! Im Gegenteil: Am Ende Europas wartet eine kleine schottische Insel auf dich, die so ganz anders ist als der Rest der Welt.

Auf Foula, der abgelegensten bewohnten Shetlandinsel, kommt es dir vor als sei die Zeit vor mehreren Jahrzehnten einfach stehen geblieben. Die knapp 30 Leute, die hier das ganze Jahr über wohnen, wurden erst in den 80er Jahren ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Einen Supermarkt, ein Pub oder eine Internetverbindung suchst du hier vergeblich! Stattdessen gilt hier: Abschalten, deinen Alltag vergessen, die spektakuläre Natur entdecken und den Einheimischen zuhören, wenn sie von ihrem faszinierendem Inselleben erzählen!

Bei deinem Trip an den äußersten Rand Großbritanniens musst du deine Uhr übrigens nicht wie üblich eine Stunde, sondern gleich zwölf Tage zurückstellen! Grund dafür ist der julianische Kalender, der auf der Insel neben dem gregorianischen Kalender nach wie vor gilt. Auf Foula werden Geburtstage, Weihnachten und Silvester deshalb immer zweimal gefeiert! Informiere dich also vor deiner Abreise genau über Flug- beziehungsweise Fährzeiten, besonders, wenn du deine Reise an Feiertagen planst.

11. Palmerston Island, Cook Islands

In deinem stressigen Alltag wünschst du dich bestimmt ab und zu auf eine einsame Insel mit weißen Sandstränden, türkisblauem Meer und Palmen – Palmerston Island ist genau so ein Ort!

Die Insel im Südpazifik ist nicht nur das abgelegenste Atoll der Cook Inseln, sondern einer der skurrilsten Plätze überhaupt! Grund dafür sind die Inselbewohner, sie alle stammen von einem einzigen Engländer ab. William Marsters kam in den 1860er Jahren auf die kleine Insel, um dort eine Kokosnussplantage aufzubauen. Mit seinen insgesamt drei Frauen hatte er 23 Kinder und bei seinem Tod 1899 zudem schon 134 Enkelkinder! Heutzutage leben mehr als 2.000 seiner Nachfahren auf der ganzen Welt verstreut – 60 davon auf Palmerston Island. Um Inzest vorzubeugen, darf ein Paar hier übrigens nur heiraten, wenn sie nicht aus derselben der drei Ursprungsfamilien stammen.

Auf der Insel, die offiziell Privatbesitz der Familie ist, gibt es keine Straßen, keinen Flughafen und kein Internet. Die Leute leben von der Fischerei und vertreiben sich die Zeit am liebsten mit Volleyballspielen. Ihre einfachen Hütten, die aus dem Holz verunglückter Schiffe gebaut wurden, stehen mitten im Sand unter Palmen – mehr Robinson Crusoe Atmosphäre geht nicht!

Für deinen Trip auf die Insel buchst du dir entweder eine Kabine auf einem Kreuzfahrt- oder Frachtschiff, das dort vor Anker geht, oder mietest dir eine Jacht, mit der du in der hurrikanfreien Zeit bis kurz vor die Insel kommst. Während deines Aufenthalts wird dir ein Inselbewohner als dein persönlicher Gastgeber zugewiesen, der dich in seine Familie aufnimmt. Dadurch hast du die einmalige Chance den ganz normalen Alltag auf einer der schönsten und gleichzeitig eigenartigsten Inseln der Welt hautnah mitzuerleben!

12. Anaktuvuk Pass, Alaska

Wenn es um Abenteuerländer geht, liegt Alaska mit seiner beeindruckenden Landschaft und den vielen wilden Tieren ganz weit vorn! Einsame und abgelegene Orte gibt es hier überall, besonders entlegen ist allerdings die Eskimo-Siedlung Anaktuvuk Pass im Norden des Gates of the Arctic Nationalparks.

Die knapp 300 Ureinwohner des Nunamiut Stammes wohnen hier seit 1949 in kompletter Isolation. Weitab von Straßen und moderner Zivilisation leben die Menschen hier weitestgehend von dem, was die raue Natur zu bieten hat. Neben den einfachen Wohnhäusern gibt es in der Siedlung einen kleinen Laden, eine Post, eine Kirche und ein kleines Museum, in dem du alles über die Geschichte der Eskimos erfährst.

Besonders cool ist allerdings die Gegend rund um die Ortschaft. Die Landschaft ist von schneebedeckten Gipfeln, weiten Tundren und unberührten Wäldern geprägt. Auf den Wanderwegen durch den Nationalpark hast du die einmalige Chance Elchen, Grizzlybären, Karibus und sogar Wölfen ganz nah zu kommen.

Nach Anaktuvuk Pass kommst du am besten von Fairbanks aus mit dem Flugzeug. Wegen der superkalten Winter solltest du deinen Abenteuertrip in die Einsamkeit Alaskas unbedingt für den Sommer planen, wenn es mit durchschnittlichen 11 Grad recht angenehm ist.

13. Spitzbergen, Norwegen

Weit weg von der Zivilisation, dafür ganz nah am Nordpol liegt die norwegische Inselgruppe Spitzbergen. Die Hauptstadt Longyearbyen ist die nördlichste bewohnte Siedlung der Welt – danach kommt nur noch das ewige Eis!

Im Sommer wird es nicht dunkel und im Winter niemals hell, der Boden ist das ganze Jahr über gefroren – Landwirtschaft und sogar Bestattungen sind undenkbar! Trotz der krassen Bedingungen ist Spitzbergen das Zuhause von über 2.500 Menschen und ein Ort, der bei vielen Abenteurern für Sehnsucht sorgt.

Sobald du in der kleinen Ortschaft ankommst, werden dir zunächst die vielen bewaffneten Leute auffallen. Auf Spitzenbergen wird das Tragen einer Waffe dringend empfohlen. Grund dafür sind die rund 3.000 Eisbären, die hier nicht nur in der Einsamkeit, sondern sogar mitten in der Stadt umherstreunen und den Menschen dabei durchaus gefährlich werden können! In der Regel zeigen sich die riesigen weißen Bären aber recht unbeeindruckt und gehen ihre eigenen Weg. Außerhalb der Siedlung hast du in der endlosen Eiswüste rund um die vielen Gletscher außerdem die Möglichkeit Polarfüchse, Walrosse und Rentierherden zu beobachten.

Wegen ihrer Abgeschiedenheit ist die Inselgruppe übrigens auch der Standort des weltweiten Saatgut-Tresors. In einem 120 Meter tiefen Bunker werden hier mehrere Millionen Samen von 850.000 verschiedenen Pflanzenarten der Welt für den Fall einer globalen Katastrophe quasi als Back-up eingefroren und so vor dem Aussterben geschützt. Wahnsinn, oder?

Von Oslo aus gibt es mittlerweile sogar Direktflüge nach Spitzbergen. Allerdings ist es oft günstiger, wenn du über Tromsø fliegst. Übernachtungsmöglichkeiten hast du in der entlegenen Hauptstadt überraschend viele, jedoch solltest du deinen Flug und deine Unterkunft besonders in den Sommermonaten frühzeitig buchen. Während der ewigen Nacht verirren sich im Winter kaum Reisende hierher!

Weit, weiter, Einsamkeit!

Heutzutage erscheint die Welt so klein und kein Land ist mehr unerreichbar. Egal ob Asien, Amerika, Australien oder Neuseeland, Reiseziele, die vor 100 Jahren nur einigen wenigen vorenthalten waren, stehen mittlerweile der ganzen Welt offen. Abenteuerjunkies kommen in diesen Ländern voll auf ihre Kosten: von Bungeejumping über Ziplining bis hin zu Fallschirmspringen ist der nächste Adrenalinkick nie wirklich weit entfernt!

Allerdings gibt es auch im Zeitalter von Billigairlines, AirBnB und riesigen Outdoorangeboten noch beeindruckende Orte, die so abgelegen und einsam sind, dass sich nicht viele Leute auf den Weg dorthin machen. Dabei sind es vor allem Inseln wie Tristan da Cunha oder Palmerston Island und unwirkliche Landschaften wie auf Devon Island oder Kamtschatka, die mit einer Ursprünglichkeit auf dich warten, die ihresgleichen sucht!

Diese außergewöhnliche Reiseziele brauchen keine Outdoorzentren oder Adrenalinspielplätze! Im Gegenteil: Hier ist der Nervenkitzel in jedem Moment spürbar. Ein einfacher Spaziergang, ein kurzes Gespräch mit den Einheimischen oder eine Nacht mitten im Nirgendwo werden so zum Abenteuer deines Lebens!

Zu welchen dieser Orte würdest du jetzt am liebsten sofort aufbrechen?

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Ein Kommentar zu „Die abgelegensten und einsamsten Orte der Welt und wie du dort hinkommst!

  1. Oli on

    Schöne Sammlung abgelegener Ort. Aber dir ist schon klar, dass Ausländer Tibet nicht auf eigene Faust besuchen dürfen und in der Regel auch nicht können?

    Antworten