Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Bali Canyoning: Von tiefen Abgründen, waghalsigen Sprüngen und dem Abenteuer deines Lebens

Vor mir ist ein steiler Abhang. Mutig wage ich mich einen kleinen Schritt nach vorne, aber es ist so tief, dass ich immer noch nicht das Wasserbecken unten sehen kann.

„Jetzt werden wir hier runterspringen“ sagt mein neuer Freund Pii – „das sind nur ca. 9 Meter“. Mein Mann macht den Anfang und klettert bis zur Kante. Ich höre ein lautes Wuhuu und dann ein noch lauteres Platsch. „Annika, das ist total geil. Du musst einfach springen!“ ruft er mir zu.

Der Sprung aus 9 Metern

Ok – ich habe ja keine andere Wahl. Pii hilft mir auf den Felsvorsprung. Jetzt sehe ich den wunderschönen Wasserfall, der direkt unter meinen Füßen in die Tiefe stürzt. Und ganz weit da unten winkt mir auch mein Mann zu. Er sieht ziemlich klein aus in dem Wasserbecken. Pii sagt, ich soll mich gut nach vorne stoßen, dass ich nicht an die Felswand knalle – na danke auch, als ob ich so nicht schon Angst genug habe.
Mir zittern die Knie, aber ich will es unbedingt machen. Ich atme einmal tief durch und dann nehme ich all meinen Mut zusammen und springe und falle und falle und platsch. Das Wasser ist tief genug, eiskalt, aber ich habe mir nicht weh getan. Das war einmalig.
Im Schwimmbad hab ich mich früher noch nicht einmal vom 5-Meter-Brett getraut herunterzuspringen und jetzt habe ich so eben 9 Meter freien Fall mitten in der Natur überlebt. Was für ein tolles Gefühl!

Start des Canyonings

Pii, das spricht man übrigens Pi-i, ist auch ganz begeistert und springt kurze Zeit später hinterher. Er ist unser Guide beim ersten Mal Canyoning auf Bali. Dafür haben wir uns die Tour Kalimandu ausgesucht.
Es fängt alles ganz harmlos mit einem Banana-Pancake-Frühstück im Basislager an, hier bekommen wir unsere 5mm-Neoprenanzüge, Schuhe und das Klettergeschirr.
Bali Canyoning Gear
Dann geht es mit dem Minivan ca. 15 Minuten über aufregende Straßen, wenn man diese überhaupt so nennen kann. Mitten im Dschungel werden wir dann herausgelassen und machen zunächst einmal eine kleine Trockenübung in Sachen Abseilen. Das funktioniert schon ganz gut und Pii ist auch ein hervorragender Lehrer.
Bali Canyoning Dry Run
Nach einer 5-minütigen kurzen Wanderung den Abhang hinunter erreichen wir einen kleinen Bachlauf. Diesem werden wir für die nächsten 2 Stunden folgen. Die ersten Hindernisse sind noch relativ leicht zu überwinden. Hier und da muss etwas geklettert werden, an anderer Stelle können wir mit dem Wasser kleine Abhänge herunterrutschen. Das macht schon ganz schön Spaß.

Abseilen ist gar nicht schwer

Dann folgt aber ein Abhang, der nicht mehr so einfach bezwungen werden kann. Hier kommt unser Klettergeschirr zum Einsatz. Wir haben ja schon das Abseilen gelernt, jetzt müssen wir zeigen, dass wir auch alles behalten haben. Pii sichert den Abhang, dann sich selbst und dann können wir nacheinander „an die Leine“.
Bali Canyoning Abseiling Fun
Wie vorher geübt, sind immer beide Hände am Sicherungsseil: die stärkere unter dem Popo und die andere darüber. Die Beine müssen immer durchgedrückt werden und in einem 90° Winkel zum Abhang stehen. Soweit so gut. Jetzt heißt es einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen in Richtung unten, die Arme greifen immer entsprechend nach.
Hey, das geht ja richtig gut – ist überhaupt nicht so schwierig. Da kann man doch direkt mal eine Hand lösen und lustige Posen für Pii’s GoPro machen, mit der er die ganze Zeit Fotos und Videos macht. Außerdem lohnt es sich, nicht nur verbissen auf die Steilwand zu starren, sondern einfach mal herunterzuschauen: der Wahnsinn.
Bali Canyoning Posing

Einmal durch den Wasserfall

Ist das jetzt wirklich wahr? Ich kletter gerade einen Wasserfall herunter und das inmitten dieser wunderschönen Natur? Das ist so ein unglaubliches Gefühl, dass es wirklich schwierig ist, dies zu beschreiben. Und schwupps, bin ich auch schon fast unten angekommen. Der letzte Meter wird gesprungen – und wieder dieses kalte Wasser brr…
So schwimmen, klettern und waten wir weiter durch den Canyon. Zwischendurch müssen wir uns immer wieder Abseilen und dann kommt der besagte 9 Meter Sprung. Danach wartet aber noch ein besonderes Highlight auf uns: die Flying-Fox Zipline. Hierzu spannen Pii und sein Assistent Rama ein Seil ca. 20 Meter vom Abhang bis ins Wasserbecken und wir können nach nur ein paar Metern Abseilen einfach loslassen und ins Wasser fliegen. Genial! Ein riesengroßer Spaß.
Bali Canyoning Waterfall
Die längste Abseil-Strecke von 15 Metern müssen wir am Ende bewältigen, aber zu diesem Zeitpunkt sind wir doch längst schon Profis 🙂
Danach erwarten uns zur Entspannung heiße Quellen, ein Tee und etwas Kekse. Viel mehr braucht man nicht zum glücklich sein.

Ein paar Fakten und der kleine Haken

Adventure and Spirit ist das einzige Unternehmen, welches Canyoning auf Bali anbietet. Buchen könnt ihr dies am besten über die Website. Ihr werdet überall auf der Insel abgeholt und zum Frühstück gebracht (je nachdem wo eure Unterkunft auf Bali ist, müsst ihr also ganz schön früh aus den Federn). Im Basislager nahe des Gitgit-Wasserfalls gibt es dann die erste Einweisung und ein kleines Frühstück. Nach eurer Canyoning-Tour habt ihr hier auch die Möglichkeit zu duschen und ihr bekommt ein leckeres Mittagessen. Adventure and Spirit ist Mitglied des ICPro Verbandes und sogar blutige Anfänger bekommen nach der ersten Tour eine Mitgliedskarte mit der Bescheinigung der Basisausbildung. Wenn ihr einen USB-Stick oder eine SD-Karte mitbringt, werden euch kostenlos sämtliche Fotos überspielt, die euer Guide während der Tour gemacht hat. Das ist echter Service!
Und jetzt der kleine Haken: so ein Canyoning auf Bali ist leider nicht ganz günstig 110-270 US$ müsst ihr dafür schon zahlen und… es macht süchtig. Nach eurer ersten Tour wollt ihr sofort wieder los und den nächsten Wasserfall bezwingen!

Über den Autor

Annika von Lieben Leben ReisenAnnika liebt Hochzeiten, das Leben und Reisen. Auf ihrem Blog Lieben Leben Reisen gibt sie euch Tipps für die Hochzeitsplanung und Flitterwochen. Sie hat selbst erst 2014 geheiratet und die Flitterwochen auf Bali verbracht. Annika teilt ihre persönlichen Erfahrungen seit Juni auf dem Blog und freut sich über ein paar Kommentare. Schaut gerne auch auf ihrer Facebook-Seite vorbei.

Kommentar verfassen