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Entschuldigung, wo geht’s denn nach Hause?

Ich bin 22 und habe bisher in 4 Ländern gelebt, bin in den letzten 4 Jahren  fünfmal umgezogen und werde allein in diesem Jahr noch zweimal für mehr als 5 Monate in anderen Ländern leben. Mit all den Eindrücken und Souvenirs, die ich mit mir in der Tasche und im Kopf herumtrage bleibt eins auf der Strecke: Das Heimatgefühl. Es gibt unzählige Songs (und hierbei spreche ich nicht nur von ‚Driving home for Christmas’), die immer wieder dieses tolle Gefühl ausdrücken. Das Gefühl vom nach Hause kommen, aber so langsam habe ich damit ein kleines Problem. Wo ist eigentlich mein zu Hause?

Photo by Manuel Häfele

Sunset in Seignosse, France

So richtig erinnert mich nur mein Tattoo der Berliner Skyline an mein zu Hause, aber innerlich fühle ich mich wie ein Nomad, auf der Suche nach dem einen Ort. Komisch, oder normal?

Gerade die letzten zwei Jahre waren für mich extrem. Nachdem ich 7 Monate in Südostasien gelebt habe und dann in das kalte, graue Deutschland geschmissen wurde war mir klar: hier gehör ich nicht hin. Dieser Zustand hielt genau 2 Tage an, denn dann ging die Uni wieder los und ich wurde automatisch in den Alltag zurückgeschmissen und innerhalb von Sekunden mutierte ich wieder zu dieser organisierten Deutschen, gestresst vom täglichen Wahnsinn und fernab von Flip Flops und Boardshorts. Fakt ist also, so sehr man auch reist und sich immer wieder vornimmt nach der Rückkehr anders an den Alltag heran zu gehen, verfällt man noch viel schneller in die normale Routine. Trotzdem bleibt nach jeder Reise eins bestehen: dieses unaufhörliche Fernweh. Oder ist es der Ruf nach einem zu Hause?

Viele meiner Freunde fragen mich oft, ob es mir in Berlin nicht gefällt oder ob ich jemals wieder fest nach Deutschland kommen würde. Meine Antwort? Nein, niemals Deutschland! Aber gerade sitze ich im Auto Richtung Dänemark, hinter mir Berlin, und denke mir viel mehr: warum eigentlich nicht? Millionen von Touristen reisen in die Stadt, in der ich groß geworden bin. Immer wieder werde ich  von der Magie Berlins gepackt, aber dennoch zieht es mich immer wieder weiter weg. Toll, und wie passt das Eine jetzt zum Anderen?

Mit all den Reisen, die ich bisher gemacht habe und vor allem mit der Zeit, die ich nicht in Berlin verbracht habe, stieg die Sehnsucht wieder nach Berlin zu kommen. Jedes Mal wenn ich in Berlin, oder ‚zu Hause’ bin, versuche ich so viele Leute wie möglich zu treffen und alles möglichst schnell abzuklappern. Und dann kommt es wieder, dieses Gefühl ‚Tschö Berlin’ zu sagen. Komisch. Gleichzeitig sitze ich dann im Auto und freue mich auf Dänemark und auf neue Reisen und befriedige damit zwar mein Fernweh, aber lasse gleichzeitig auch nie Heimweh aufkommen.

Ich weiß nicht, was es ist. Ist man heimatlos, wenn man viel reist und immer mal da und mal da wohnt? Oder ist es schon diese kleine Freude und die Tatsache, dass man sich mit allen Freunden treffen will, was dieses kleine Gefühl der Heimat ausmacht? Ich denke innerlich bin und bleibe ich eine Deutsche (allein der Organisation wegen ;)), aber äußerlich werde ich immer dieser Nomad sein, der Eindrücke einsaugt, wie ein Staubsauger und sie irgendwann in Form eines Blogs rausbläst. Die Heimat ist damit Berlin, denn da weiß ich wo’s langgeht, aber das zu Hause… Das such ich noch. Vielleicht ist es momentan Aarhus, das mein zu Hause ist, denn dort steht mein Bett, aber so richtig kann ich es nicht sagen. Was macht denn ein zu Hause aus? Und vor allem, ab wann ist man zu Hause?

 

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