Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Die 7 coolsten Hüttenwanderungen in den Alpen

Für reisehungrige Abenteurer sind die Alpen eines der genialsten Reiseziele überhaupt. Egal, ob du der totale Kletterfan bist, am liebsten mit deinem Bike ein paar richtig steile Hänge herunterbretterst oder deine Adrenalinsucht erst dann wirklich befriedigt ist, wenn du mit einem Gleitschirm über Täler schwebst.

Fest steht: Gerade für uns Deutsche sind die Alpen der ultimative Abenteuerspielplatz, für den du dich nicht erst in ein Flugzeug setzen und einmal um die halbe Welt fliegen musst. Ganz im Gegenteil: So ein Trip ins europäische Hochgebirge geht oft ganz spontan mit dem Zug oder deinem eigenen Auto .

Wenn du Lust hast, die Alpen nicht nur von einer ihrer schönsten, sondern auch ihrer traditionellsten Seite kennenzulernen, dann gibt es nichts Besseres als eine Hüttenwanderung! Dabei wanderst du, je nach Laune, ein paar Stunden oder gleich mehrere Tage durch die Berge und hast jeden Tag eine andere urige Berghütte als Ziel.

Der Vorteil daran ist, dass du außer ein paar Klamotten, deiner Trekkingausrüstung und deiner Kamera nichts dabei haben musst. Ohne Zelt, Schlafsack und Outdoorkocher ist dein Rucksack natürlich um einiges leichter und du kannst dich beim Wandern komplett auf die superschöne Landschaft konzentrieren.

Wo sich solche Wanderungen von einer gemütlichen Berghütte zur nächsten ganz besonders lohnen, wie viel Zeit du dafür einplanen musst und was es sonst noch zu deinem nächsten Trekking-Abenteuer in den Alpen zu wissen gibt, erfährst du jetzt!

Von Hütte zu Hütte!

Die 7 coolsten Hüttenwanderungen in den Alpen

1. Julische Alpen, Triglav Nationalpark, Slowenien

Für deine Hüttenwanderung in den Alpen musst du nicht zwangsläufig nach Österreich, Italien oder in die Schweiz fahren. In den letzten Jahren hat sich Slowenien vom absoluten Geheimtipp zu einer echten Abenteuerdestination entwickelt und das nicht ohne Grund: Die Julischen Alpen im Triglav Nationalpark sind noch so richtig wild und ganz anders als der Rest des Gebirges.

Deine Tour startest du am besten am Wocheiner See im Südwesten des Nationalparks. Die Aussicht hier im Tal ist wirklich der Hammer! Die schroffen und teilweise total skurril geformten Gipfel der Julischen Alpen, die den See umranden, machen Lust auf ein Abenteuer in den Bergen. Von der Ortschaft Ribčev Laz geht es auf die Vodnik Hütte, von wo aus du auf 1.800 Metern einen genialen Blick auf den Triglav, den höchsten Gipfel der Umgebung hast – vor allem bei Sonnenaufgang ist das unglaublich schön! Am nächsten Tag wanderst du weiter bis zum Triglavhaus. Sobald du hier deine Kräfte gestärkt hast, kannst du den 2.864 Meter hohen Gipfel des Triglavs besteigen und vom Gipfelkreuz aus deinen Blick über den kompletten Nationalpark schweifen lassen.

Weiter geht’s zur recht einfachen, aber gemütlichen Prehodavci Hütte, die an einem richtig steilen Abhang zu kleben scheint. Wenn du dir für diese Etappe etwas mehr Zeit lassen willst, dann lohnt es sich in der Dolic Hütte Rast zu machen. Erstens ist die Hütte selbst total urig und zweitens schmeckt das Essen dort richtig gut! Falls du bei deinem Abstieg ins Schwitzen gekommen bist, kühlst du dich in dem Bergsee an der Prehodavci Hütte so richtig ab!

Am nächsten Tag führt dich dein Weg ins Sieben Seen Tal, wo du gar nicht mehr das Gefühl hast in den Alpen oder in Europa zu sein: Es wirkt eher so, als würdest du durch die wunderschöne Landschaft Kanadas streifen.

Der Kontrast zwischen den leuchtenden tiefblauen Seen, den grünen Wäldern und den karstigen Felsen ist wirklich genial! Gerade von der Sieben Seen Hütte aus ist der Blick gigantisch. Am besten stehst du am nächsten Tag schon früh auf und frühstückst bei Sonnenaufgang direkt am Seeufer – besser kannst du gar nicht in den Tag starten! Bevor deine Tour am Wocheiner See wieder zu Ende geht, lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Savica Wasserfall.

Alle Infos im Überblick

Dauer: Mindestens fünf Tage. Es gibt viele Hütten in der Gegend, also kannst du deine Hüttenwanderung komplett deinem eigenen Zeitplan anpassen.
Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel! Die Wege sind zwar super gesichert, aber teilweise trotzdem steil und felsig.

2. Glocknertreck, Österreich

Der Großglockner ist mit seinen 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs und einmal bis auf den Gipfel zu steigen ist ein echtes Abenteuer. Los geht deine Hüttenwanderung am Lucknerhaus, einem Alpengasthof in Kals am Großglockner. Wenn du den Glocknertreck nicht frei Schnauze machen willst, dann buch schon im Voraus einen Bergführer, der dich am Lucknerhaus mit seinen Packpferden erwartet. Ganz ohne Rucksack auf dem Rücken macht ihr euch auf den Weg, den auch die Erstbesteiger im Jahr 1800 gegangen sind.

Zuerst geht es über die Glorerhütte zur Salmhütte, wo du zwar nicht übernachtest, aber nach der vierstündigen Etappe erst einmal ein bisschen chillen kannst. Ab hier musst du deinen Rucksack wieder selbst tragen, denn der weitere Weg ist nicht nur viel zu steil für die Pferde, sondern führt dich außerdem teilweise über den Gletscher, wo du auch das erste Mal auf deiner Tour klettern musst.

Sobald du aber auf 3.451 Metern Höhe bei der Erzherzog Johann Hütte angekommen bist, wirst du hier ziemlich sicher mit einem der besten Sonnenuntergängen deines Lebens belohnt! Übrigens ist diese Schutzhütte die höchstgelegene Berghütte Österreichs – weiter oben bequem schlafen geht praktisch nicht!

Direkt nach dem Frühstück am nächsten Morgen geht es mit deinen Steigeisen weiter Richtung Gipfelkreuz! Dabei geht es richtig zur Sache: Auf den letzten Metern zum Gipfel musst du eine richtig schmale Firnbrücke überqueren! Das Gefühl auf der anderen Seite anzukommen und ganz oben auf dem gewaltigen Berg zu stehen ist, als hätte jemand für einen Moment die Zeit angehalten. Obwohl die Luft hier oben echt dünn ist, kannst du einmal richtig tief durchatmen – der absolute Hammer!

Alle Infos im Überblick

Dauer: 2 Tage. Wenn du nicht genug von diesem genialen Berg bekommst, kannst du die Hüttenwanderung aber beliebig verlängern.
Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Mitte August.
Schwierigkeitsgrad: Schwer! Hier geht es gerade auf der Gipfeletappe richtig zur Sache. Bei einem Abenteuer dieser Größenordnung, ist die richtige Vorbereitung superwichtig!

3. Sellrainer Runde, Tirol

Wenn du diesen Sommer noch ganz spontan ein paar Tage Zeit hast, dann mach dich auf den Weg nach Österreich, genauer gesagt nach Tirol in den Ort Sellrain, der Start- und Endpunkt der Sellrainer Hüttenrunde, die dich einmal fast komplett durch die Stubaier Berge führt. Das Beste: Hier gibt es keine Seilbahnen und keine Straßen – nur du, dein Rucksack, deine Abenteuerlust und ganz viel unberührte Natur!

Am Gasthaus Neuwirt in Sellrain beginnt deine Hüttenwanderung mit einem gemütlichen Wanderweg durch das Fotschertal, der dich bis zu deinem ersten Etappenziel auf die Potsdamer Hütte führt. Falls du Lust auf deinen ersten Gipfelbucheintrag deines Trips hast, kannst du auf dem Weg zur Hütte auf den 2.405 Meter hohen Schaflegerkogel steigen.

Am nächsten Tag geht es gleich nach dem Frühstück auf den nächsten Gipfel. Dafür läufst du zunächst eine Weile auf dem Grat des Roten Kogels entlang, bis du schließlich auf 2.834 Metern das Gipfelkreuz erreicht hast. Nach dem Abstieg führt dich dein Weg durch das Schönlüsental, wo du zusammen mit ein paar Schafen durch das richtig weiche Gras wanderst, bis es an einem Gebirgsbach entlang langsam wieder bergauf geht. Deine zweite Nacht verbringst du im Westfalenhaus, wo du unbedingt die modernen Sanitäranlagen nutzen solltest!

Der dritte Tag wartet gleich mit einer krassen Herausforderung auf dich: der der Aufstieg auf die Schöntalspitze, bei dem du ganze 3.008 Meter bezwingst! Von diesem Gipfel geht es weiter auf die Zischgenscharte und zum Mittagessen in die Pforzheimer Hütte. Lass dir dort den superleckeren Kaiserschmarrn nicht entgehen!

Am Nachmittag kannst du entweder über das Zwieselbachtal direkt zu deinem nächsten Nachtlager in der Schweinfurter Hütte wandern oder einen kleinen Umweg über den 3.081 Meter hohen Gipfel des Zwieselbacher Roßkogels machen! Auch am nächsten Morgen hast du von der Hütte aus wieder zwei Möglichkeiten: Du kannst dich entweder für die längere Etappe entscheiden, die dich über den Hochreichkopf und das Mittertal zur nächsten Schutzhütte bringt, oder den etwas direkteren, aber auch anspruchsvolleren Weg durch die Finstertaler Scharte. Am Ende des Tages fällst du in der Dortmunder Hütte garantiert müde, aber super glücklich ins Bett!

Eine der letzten Etappen deiner Tour führt dich von der Dortmunder Hütte über den Pirchkogel und das Kreuzjoch durch eine richtig spektakuläre Landschaft. Hier geht es ziemlich steil zur Sache! Du solltest dir auf jeden Fall Zeit lassen und deine Steigeisen auspacken. Vor allem der Abschnitt an den Irzwänden hat es in sich! Dafür erwartet dich in der 1884 erbauten Peter Anich Hütte eine total gemütliche und urige Nacht.

Gleich nach dem Frühstück geht es für dich auf dem Peter-Anich-Höhenweg weiter in Richtung Flaurlinger Alm, von wo aus du am besten direkt Kurs auf deinen letzten Übernachtungsplatz in der Roßkogelhütte nimmst. An diesem Tag wartet noch der 2.649 Meter hohe Roßkogel auf dich. Falls du Lust auf eine letzte krasse Herausforderung hast, dann solltest du vor dem Roßkogel noch einen Abstecher auf den Weißstein nehmen, bevor es schließlich zurück nach Sellrain geht.

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Dauer: Drei bis sieben Tage. Dank der vielen Hütten kannst du deine ganz eigene kurze oder lange Sellrainer Hüttenrunde drehen.
Beste Reisezeit: Juni bis September. Außerhalb dieser Monate kommt es häufiger vor, dass du Schneefelder durchqueren musst.
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis schwer! Je nachdem welche Route du wählst, solltest du in Sachen Klettern und Bergsteigen auf jeden Fall wissen, was du tust!

4. Obergurgler Hüttenwanderung

Das Ötztal erwartet dich zu jeder Jahreszeit mit ein paar genialen Abenteuern und gerade Obergurgl hat so einiges zu bieten. Im Sommer kannst du hier nicht nur die vielen Abhänge mir deinem Bike unsicher machen und deine Adrenalinsucht beim Canyoning und Rafting befriedigen, sondern zudem die unglaublich tolle Landschaft beim Wandern entdecken. Ganz besonders cool ist die Obergurgler Hüttenwanderung, die dich einmal durchs hintere Ötztal führt!

Dein Startpunkt ist am Hotel Edelweiß in Obergurgl. Von hier aus folgst du den Schildern zur Langtalereckhütte. Der Weg durch den Zirbenwald bis zur Hütte ist relativ gemütlich. Du kannst dir also ruhig etwas mehr Zeit lassen, um das Gipfelpanorama, das sich um dich gebildet hat, zu bestaunen und eine Pause in der supermodernen Schönwieshütte einzulegen.

Nach der Langtalereckhütte wird deine Tour bis zum Etappenziel im Hochwildehaus anspruchsvoller. Gerade zum Ende hin solltest du dich auf steilere Wege einstellen und du läufst sogar ein gutes Stück auf einem Moränenrücken entlang. Für ein bisschen mehr Adrenalin baust du einfach den Schwärzenkamm-Klettersteig auf dem Weg zur Berghütte ein. Dafür solltest du aber unbedingt schon ein wenig Klettererfahrung und die richtige Ausrüstung mitbringen.

Am zweiten Tag deiner Hüttenwanderung folgst du den Schildern Richtung Ramolhaus. Dieses Stück solltest du nicht unterschätzen. Du läufst hier unterhalb der Gurgler Gletscherzunge entlang und überquerst ein Geröllfeld nach dem anderen. Je nachdem zu welcher Jahreszeit du unterwegs bist, findest du hier außerdem einige Schneefelder. Kurz vor der Hütte wartet noch eine richtig steile Felsstufe auf dich, die mit den Tritteisen und einem Drahtseil aber recht gut zu überwinden ist.

Im Ramolhaus gibt es nicht nur richtig leckeres Essen, sondern du hast hier zudem eine unglaublich geniale Aussicht über den kompletten Gurgler Kamm. Falls du ein bisschen mehr Zeit hast, kannst du von hier aus auch ein paar Dreitausender, wie zum Beispiel den Schalfkogel, den Großen Ramkogle oder die Firmisanschneide erklimmen. Der Rückweg von der Hütte über die Gurgler Ache nach Obergurgel ist wieder etwas gemütlicher, allerdings wirst du hier mehr als einmal den Drang haben einfach stehen zu bleiben, um den hammermäßgien rundum Blick voll auszukosten!

Alle Infos im Überblick

Dauer: Mindestens zwei Tage. Du kannst die Hüttenwanderung mit dem Schwärzenkammer-Klettersteig und der Besteigung von mehreren Gipfeln aber um ein paar Tage verlängern.
Beste Reisezeit: Juli bis September.
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis schwer! Selbst wenn du dich gegen den Klettersteig entscheidest, solltest du auf dieser Tour auf jeden Fall Klettererfahrung haben.

Berchtesgaden wandern

5. Hüttenwanderung Berchtesgaden

Du musst nicht einmal das Land verlassen, um ein paar Tage durch die Alpen zu wandern. Das Berchtesgadener Land in Bayern ist perfekt, wenn dich spontan die Abenteuerlust packt und du einfach deinen Rucksack packen und loslegen willst. In der Gegend um den Königssee gibt es richtig viele geniale Hütten, sodass du deine Route ganz individuell planen kannst!

Am besten startest du am Königssee. Hier auf dem Parkplatz gibt es ein Ticket für mehrere Tage, so musst du dir keine Sorgen um dein Auto machen. Für die ersten paar Meter deiner Hüttenwanderung geht es auf eines der Boote, die dich über den See auf die Halbinsel Hirschau bringen. Von hier aus führt dich dein Weg am See entlang, bevor es dann bergauf Richtung Kärlingerhaus geht. Der direkte Weg zur Hütte führt durch die Saugasse und ist nicht wirklich spektakulär.

Für einen kleinen Adrenalinkick nimmst du erst einmal Kurs auf den Watzmann und kletterst an den Felsenhängen entlang, die teilweise fast senkrecht in den Himmel ragen! Nachdem du dich im Kärlingerhaus ausgeschlafen hast, geht es am nächsten Tag weiter Richtung Wasseralm. Auf dem Weg dorthin lohnt sich ein kurzer Abstecher aufs Halsköpfl. Die Aussicht von hier über den Königs- und Obersee ist der Hammer! Auch die nächsten zehn Kilometer bis zur Gotzenalm haben es echt in sich. Hier wird es steil und der Pfad wird gerade am Anfang richtig schmal. Auf diesem Teil der Wanderung ist Durchhalten angesagt! Auf der Gotzenalm wirst du dafür nicht nur mit dem besten Kaiserschmarrn belohnt, sondern auch mit einer richtig geilen Aussicht.

Am dritten Tag geht es auf den 2.276 Meter hohen Gipfel des Schneibstein. Dafür musst du nicht nur die Landesgrenze nach Österreich überschreiten, sondern auch ein paar richtig krasse Abhänge erklettern. Das letzte Stück führt dich auf dem Grad entlang bis zu den zwei Gipfelkreuzen. Sobald du hier oben angekommen bist und den totalen Weitblick über das Steinerne Meer, den Watzmann und das komplette Hagengebirge genießt, willst du ganz sicher nicht gleich wieder umkehren, sondern das Gefühl von ultimativer Freiheit solange es geht auskosten!

Wenn du Glück hast, kannst du hier auch wilde Steinböcke beobachten. Nach dem Abstieg verbringst du deine letzte Nacht im Stahl-Haus, in dem du ziemlich genau auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich schläfst. Bevor du am nächsten Morgen den Rückweg zum Königssee antrittst, geht es für dich noch auf den 1.850 Meter hohen Gipfel des Pfaffenkogels. Vor allem die letzten Meter bis zum Gipfel werden für deine letzte Dosis Adrenalin auf deiner Hüttenwanderung verantwortlich sein!

Alle Infos im Überblick

Dauer: Vier Tage, da es hier allerdings viele Hütten und Wanderwege gibt, kannst du deine Hüttenwanderung auf bis zu zwei Wochen ausweiten, wenn du Lust hast.
Beste Reisezeit: Juli bis September.
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel! Du solltest zwar etwas Klettererfahrung mitbringen, musst aber kein Profi sein!

Tipp: Das Berchtesgadener Land ist absolut kein Geheimtipp in Sachen Wandern, deshalb solltest du deine Übernachtungen in den Hütten, wenn möglich, schon vorab buchen. Ansonsten landest du in den Notschlaflagern und die sind meistens nicht wirklich bequem.

6. Hüttenwanderung rund um die Seiser Alm

Wenn es um geniale Abenteuerdestinationen in Europa geht, liegt Südtirol auf jeden Fall ganz weit vorn! In der genialen Landschaft mitten in den Dolomiten reiht sich eine adrenalingeladene Erfahrung an die nächste. Falls du Lust auf eine mehrtägige Trekkingtour rund um die Seiser Alm, der größten Hochalm Europas, hast, dann setz dich in den Zug oder ins Auto und fahr Richtung Bozen!

Etwa 20 Kilometer westlich der Stadt Bozen geht es in Weißlahnbad los. Dein Auto kannst du hier gut und gerne ein paar Tage am Wanderparkplatz stehen lassen und auf dem Weg Nr. 2 in Richtung Bärenfalle starten. Gerade die letzten Meter wird der Weg ziemlich schmal und richtig steil. Von dem riesigen Bären aus Holz in der Bärenfalle am Ende der Schlucht geht es für dich weiter bergauf, bis auf den 2.069 Meter hohen Gipfel des Tschafatschsattels. Über den Grad und die Nigglscharte kletterst du weiter bis zum Gipfelkreuz der Hammerwand, von wo aus du einen richtig geilen Ausblick auf den Schlern und das Eisacktal hast.

Wieder zurück auf Weg Nr. 2 geht es ganz gemütlich über die typischen grünen Wiesen der Seiser Alm zum Schlernhaus. Hier solltest du dir den Sonnenuntergang, der die umliegenden Gipfel so richtig leuchten lässt, auf keinen Fall entgehen lassen – Gänsehaut pur!

Gleich nach dem Frühstück geht es direkt auf den 2.568 Meter hohen Petz. Auf der Nordseite des Petz kannst du vom Aussichtspunkt Burgstallegg nicht nur über die benachbarten Gipfel, sondern bis nach Seis und Kastelruth blicken! Jetzt folgst du den Schildern Richtung Roterdspitze, wo der krasseste Abschnitt deiner Hüttenwanderung beginnt: der Maximiliansteig! Der Klettersteig verbindet die Roterdspitze mit dem Tierser Alpl. Du solltest dafür unbedingt schon ein paar Mal geklettert sein, denn gerade am Grad des Groß Roßzahn gibt es ein paar richtig krasse Stellen, die teilweise ungesichert erklettert werden müssen. Das bringt dein Abenteurerherz auf jeden Fall so richtig zum Pumpen! Danach hast du dir dein gemütliches Bett im Tierser Alpl Schutzhaus absolut verdient!

Am letzten Tag deiner Hüttenwanderung startest du mit einer kurzen Wanderung auf die 2.499 Meter hohe Rosszahnscharte. Wenn du hier angekommen bist, stell dich auf jeden Fall darauf ein, dass dir beim Ausblick der Mund offen stehen bleibt, denn von hier hast du einen absolut einmaligen Blick auf die komplette Langkofelgruppe! Sobald du dich sattgesehen hast, geht es langsam bergab – lass dir dafür wirklich Zeit, denn teilweise ist der Weg total steil und voller Geröll. Die letzten Stunden deines Trecks führen dich quer über die Gebirgswiesen der Seiser Alm bis nach Compatsch. Mit Bus und Bahn kommst du von hier wieder zurück nach Weißlahnbad zu deinem Auto!

Alle Infos im Überblick

Dauer: Drei Tage. Das Gebiet ist riesig und Hütten gibt es viele – du kannst deine Hüttenwanderung also auch ganz einfach verlängern.
Beste Reisezeit: Juli bis September.
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis Schwer! Viele Wege der Tour sind recht gemütlich, aber gerade in den Klettersteigen und auf den Gipfeln geht es teilweise echt zur Sache!

7. Hüttenwanderung Graubünden, Schweiz

Als höchstgelegene Stadt Europas bietet sich Davos im Schweizer Kanton Graubünden perfekt als Ausgangsort für eine mehrtägige Trekkingtour durch die Alpen an. Einmal quer durch die Bündner Berge geht es dabei von Hütte zu Hütte bis nach St. Moritz.

Los geht’s für dich in Davos Platz, wo du mit dem Postauto bis nach Clavadel fährst. Auf einem gemütlichen Wanderweg läufst du hinauf zur Clavadeler Alp. Hier gibt es eine Schaukäserei, die aber gerade im Sommer total überlaufen ist. Setz dich besser ins Restaurant der Hütte und probier den Käse, der dort hergestellt wird – richtig lecker und die ideale Stärkung für die Besteigung des 2.590 Meter hohen Jakobhorns. Da sich auf dem Gipfel die Bergstation der Seilbahn befindet, ist hier immer einiges los. Allerdings lohnt es sich trotzdem, kurz zur höchsten Stelle des Berges aufzusteigen und den Blick über Davos und die umliegenden Dreitausender zu genießen.

Als Nächstes verabschiedest du dich von den Seilbahntouristen und machst dich auf einem steilen und schmalen Pfad auf in Richtung Jatzhorn. Hier hast du den Gipfel und den unglaublich coolen Weitblick ganz für dich alleine! Über die Tällifurgga steigst du ins Sertigtal ab, wo dich das urige Walserhuus, mit richtig leckeren Schweizer Spezialitäten, erwartet.

Dein zweiter Tag führt dich zunächst auf einem breiten Wanderweg am Fluss entlang mitten durch das Sertigtal. Spätestens nach der Mittagspause geht es beim Aufstieg zum Sertigpass wieder etwas steiler zu. Lass dir hier auf jeden Fall genug Zeit und plane die ein oder andere Pause ein. Dazu hast du jedenfalls an den vielen Bergseen, an denen du vorbeikommst, ausreichend Gelegenheit.

Gegen Ende deiner Tagesetappe kommst in die skurrile Landschaft des Val Tschüvel – hier gibt es nichts außer Felsen, Geröll und je nach Jahreszeit ein paar Schneefelder. Mittendrin in dieser Mondlandschaft steht die Keschhütte in der du so ganz weit weg von der Zivilisation und ohne Handyempfang oder WLAN komplett abschalten kannst!

Am besten machst du dich am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück an den Abstieg, der aufgrund des vielen Gerölls auf den steilen Pfaden zu einem nicht ganz ungefährlichen Abenteuer wird. Da du auf diesem Teil deiner Strecke sowieso langsam unterwegs bist, kannst du die Zeit nutzen und nach ein paar Steinböcken Ausschau halten, die du hier gelegentlich zu Gesicht bekommst. In der Ortschaft Bergün gibt es zwar keine Berghütte, in der du übernachten kannst, dafür aber das Chesa Tour, ein supergemütliches und typisches Schweizer Haus!

Von der kleinen Ortschaft aus brichst du am nächsten Morgen zum 2.312 Meter hohen Albulapass auf. Sobald du hier oben angekommen bist, wird es dir nicht schwer fallen zu verstehen, warum dieser Pass, als einer der schönsten in Graubünden zählt. Die Aussicht über die umliegenden Berge ist wirklich der absolute Hammer!

Immer am Fluss Beverin entlang geht es für dich fast durch das komplette Hochtal Val Bever. Das letzte Stück wird dann allerdings wieder etwas steiler und führt dich auf die Jenatschhütte. Auf einer Höhe von 2.652 Metern ist sie die höchstgelegene Schutzhütte der Schweiz und außerdem total urig und gemütlich ausgestattet!

Der letzte Tag hat klettertechnisch noch einiges zu bieten: Gleich am Anfang geht es richtig steil bergauf, bis zum Fuorcla Suvretta. Falls dir zum Abschluss deiner Trekkingtour noch nach einem richtig geilen Abenteuer zumute ist, kannst du noch einen der umliegenden Dreitausender erklettern. Besonders cool ist der Piz Julier, der mit seinen 3.380 Metern Höhe alle anderen Gipfel in den Schatten stellt. Wenn du dich für eine Gipfelbesteigung entscheidest, solltest du unbedingt einen zusätzlichen Tag einplanen. In jedem Fall heißt dein nächstes Ziel dann schon St. Moritz, wo deine Hüttenwanderung zu Ende geht.

Alle Infos im Überblick

Dauer: Sechs Tage. Falls du am Ende einen der Dreitausender bezwingen willst, dann plane auf jeden Fall sieben Tage ein.
Beste Reisezeit: Juli bis Mitte September.
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis schwer! Einige Teilabschnitte dieser Tour können durch zu viel Geröll auf den Wegen zu einer echten Herausforderung werden. Für die Besteigung der höchsten Gipfel solltest du natürlich die nötige Erfahrung mitbringen!

Der Berg ruft!

Die Alpen sind nicht nur im Winter ein geniales Reiseziel – ganz im Gegenteil: Der Sommer ist meiner Meinung nach sogar oft noch viel cooler! Immerhin bist du dann nicht darauf angewiesen dir die Seilbahnen mit Hunderten von anderen Leuten zu teilen und du kannst dich, anstatt auf nur ein paar Pisten und Loipen, beim Wandern fast im kompletten Gebirge austoben!

Dabei ist es übrigens völlig egal, ob es dich nach Österreich zum Großglockner, in die Schweiz auf den Albulapass oder nach Südtirol zur Seiser Alm zieht – die Alpen versprechen dir immer und überall ein Abenteuer, dass nicht nur deine Adrenalinsucht befriedigt und dein Herz schneller schlagen lässt, sondern außerdem mehr als einmal für Gänsehaut sorgt!

Bist du schon einmal in den Alpen von Hütte zu Hütte gewandert? Was hat dir dabei am besten gefallen?

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4 Kommentare zu „Die 7 coolsten Hüttenwanderungen in den Alpen

  1. Elias Vetter on

    Danke für die tolle Zusammenstellung. Ich bin fast jedes Wochenende in den Schweizer-Alpen unterwegs. Hüttentouren mag ich besonders. Am Abend nach einer strengen Wanderung kann man das Bergpanorama ohne Stress geniessen.
    Meine Lieblingstour ist die Via alta Valle Maggia. In 6 Tagen wandert man durchs gesamte Maggiatal. Aber nicht im Talboden, sondern immer auf dem Grat mit herrlicher Aussicht auf die Alpen und die Tessiner Seeen. Eines der Highlights ist die wohl schönst gelegene Badewanne in Europa mit Blick auf die Walliser 4000er-Berge.
    Man sollte aber etwas Bergerfahrung mitbringen. Einige leichte Kletterstellen erfordern ein gutes Gleichgewichtsgefühl auch mit schwerem Rucksack. Dieser wird zwangsweise etwas schwerer Ausfallen, da 3 von 5 Hütten nicht bewahrtet sind und man sein Essen selbst mitbringen und zubereiten muss.

    Noch eine kleine Korrektur zur Jenatsch Hütte. Diese ist die höchstgelegene SAC Hütte im Kanton Graubünden. In der Schweiz gibts im Wallis und in den Berner-Alpen noch einige SAC-Hütten auf über 3000 m. ü. M.

    Liebe Grüsse
    Elias

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