Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

20 Abenteuer für deine Kenia Rundreise

Kenia ist besonders bei Safari-Teilnehmern total beliebt. In den vielen Nationalparks hast du auch wirklich sehr gute Chancen, alle Big Five zu sehen. Die vielen Hotels und Resorts an der Südküste sind ebenfalls ein Hinweis darauf, dass sich das Land großer Beliebtheit erfreut.

Aber vielleicht gehörst du ja zu den Menschen, die nicht unbedingt im vollen Safari-Bus hinter anderen Safari-Bussen hertuckern möchten. Und du möchtest vielleicht auch nicht ausschließlich zwischen Strand und Hotel pendeln, sondern ein bisschen mehr vom Land sehen und ein paar außergewöhnliche Eindrücke sammeln. Dann sind diese Tipps genau das Richtige für dich.

Vielfältigkeit – Perfekt für eine Rundreise!

Kenia bietet sich wirklich für eine Rundreise an, einfach weil es so viel Sehenswertes in diesem Land gibt. Allein schon, wenn du im Überlandbus sitzt, verändert sich die Landschaft, die an deinem Fenster vorbeirauscht, immer wieder. Vom Sandstrand über Teeplantagen, Steppen und Regenwäldern, bis hin zu Metropolen und weiten, unbewohnten Landstrichen hat Kenia wirklich alles zu bieten.

Vor allem die südliche Hälfte des Landes ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Es gibt viele Verbindungen mit Überlandbussen, die die Küste mit der Hauptstadt Nairobi und diese wiederum mit der Gegend um den Lake Victoria verbinden. Dafür gibt es Tickets vor Ort und in verschiedenen Preis- und Komfortklassen. Auch in die nördliche Hälfte führen mehrere Strecken. Zu erwähnen sind hier die Verbindungen Richtung Äthiopien und Uganda.

Zwischen Nairobi und Mombasa verkehrt auch eine Zuglinie, die 2017 erneuert wurde und damit eine schnelle, bequeme und günstige Verbindung an die Küste bietet.

Kenia Rundreise

So könnte deine Rundreise-Route aussehen!

Eine Tour, die sich anbietet, ist „coast to coast“, also zwischen Mombasa an der Küste im Osten und Kisumu am Lake Victoria im Westen. Auf diesem Weg liegen mehrere Nationalparks, einige Seen und die quirlige Hauptstadt Nairobi. Doch von dieser Hauptverkehrsader durch Kenia lohnt es sich, auch immer wieder mal Abstecher zu unternehmen. Überlege dir am besten im Voraus ein oder zwei Punkte, die du unbedingt mitnehmen möchtest. In der folgenden Liste ist sicher was für dich dabei. Plane mehr Zeit ein, als du denkst zu brauchen. Dann hast du genügend Freiraum, um spontan noch etwas zu unternehmen, deine Pläne zu ändern oder anzupassen und dich von den Leuten vor Ort inspirieren oder sogar mitnehmen zu lassen.

20 Abenteuer für deine Kenia Rundreise

Die drei größten Städte Kenias sind Nairobi, Kisumu und Mombasa

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1. Nairobi in aller Vielfalt

Nairobi ist eine Metropole, die täglich wächst und sich stündlich verändert. Im Westen der Stadt findest du die Geschäftsstellen vieler internationaler Organisationen, große Malls und auch Co-Working Spaces. Zu empfehlen sind hier, wenn du länger bleibst, Nairobi Garage und iHub. Im Osten, in der Nähe vom internationalen Flughafen wohnt eher die Arbeiterklasse. Im südlichen Teil Nairobis liegt der sogenannte größte Slum Afrikas, Kibera. Es gibt Touranbieter, die dich durch diese Wohngegend führen. Du musst jedoch selbst entscheiden, ob das etwas ist, was du unterstützen möchtest. Außerdem sei an dieser Stelle erwähnt, dass ein sogenannter Slum ein weitaus komplexeres gesellschaftliches System ist, als einfach ein Haufen Baracken von Menschen, die in Armut leben. Hinterfrage also zunächst deine eigenen Erwartungen und Bilder im Kopf und informiere dich gründlich, bevor du eine Entscheidung fällst.

Noch weiter südlich liegt der Nairobi National Park. Dort entstehen die berühmten Aufnahmen von Giraffen vor Hochhäusern, weil der Park wirklich direkt an die Metropole angrenzt. Der Eintritt beträgt 43 US Dollar. Auch für den Safari Walk, auf dem du über Holzstege einen kleinen Teil des Parkes zu Fuß erkunden kannst. Etwa 20km außerhalb des Stadtkerns befindet sich das Giraffe Center.

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Eine weitere knappe Stunde Fahrt und du bist im David Sheldrick Wildlife Trust. Du musst dort um Punkt 11 Uhr sein. Dann kannst du eine Stunde lang der Fütterung und dem polternden Fußballspiel von Elephantenwaisen zusehen. Sowohl für das Giraffe Center als auch für den David Sheldrick Wildlife Trust solltest du einen Tagesausflug einplanen, entweder zusammen oder separat. Denn es dauert eine Weile, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu kommen. Und es gibt einfach viel zu entdecken und du möchtest die 10 Euro Eintritt sicher voll auskosten.

Im Stadtzentrum von Nairobi kannst du außerdem den ganzen Tag mit Shopping und Sightseeing verbringen. Es gibt einige sehr große Märkte und mehrere kolonialhistorische Gebäude.

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2. Mombasa ganz historisch

Noch mehr Geschichte erlebst du in Mombasas Altstadt. Dazu gehört ein Besuch des Fort Jesus und diverser Märkte. In vielen lokalen Restaurants kannst du auch die Swahili-Küche probieren und so den einzigartigen Kulturenmix kennenlernen. Hier spielen auch arabische und indische Einflüsse eine große Rolle.

Wenn du eine kostenlose Fährenüberfahrt mit der Likoni Ferry machst, lass alle anderen, die es eilig haben und nicht nur zum Spaß mitschippern, zuerst auf die Fähre. Da gibt es oft unangenehmes Gedränge und Gerenne. Trotzdem lohnt es sich, um einen direkten Einblick in die lokale Lebensweise zu bekommen. Probiere gleich nach dem Aussteigen oder vor dem Betreten der Fähre an den Ständen der dortigen Verkäuferinnen so viele kenianische Donuts (Maandazi), frittierte Kartoffeln (Viazi Karai) und typische Küstensüßigkeiten (Mahamri), bis du platzt. Und zahle hinterher, indem du die Stückzahl nennst. Wenn du dich noch an alles erinnern kannst.

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3. Kisumu am Lake Victoria

Kisumu ist recht überschaubar und besonders für die feuchte Hitze bekannt, die vom Lake Victoria her durch dir Straße weht. Geh die Hauptstraße hinunter, in Richtung der Bahngleise, zum Luang’ni Beach. Hier kannst du dich für 750 Kenya Shilling (etwa 7 Euro) eine Runde über den See schippern lassen, was bei hohem Wellengang nichts für Seekranke ist. Wenn du Glück hast, entdeckst du sogar Nilpferde. Stärke dich danach mit einem frisch frittierten Fisch und einer großen Portion Ugali (Maisbrei) – oder Pommes dazu.

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Diese Städte können Fixpunkte auf deiner Reise durch Kenia sein, weil sie auch Verkehrsknotenpunkte sind. Und du kannst von dort aus in alle Himmelsrichtungen zu den folgenden Abenteuern aufbrechen.

Die Küste: Winzige Inseln und Öko-Tourismus

4. Wasini Island, das Schnorchelparadies

Diese Insel liegt ganz im Süden, fast an der Grenze zu Tansania. Lass dich von Shimoni aus mit einer Dhow, einem rustikalen Segelschiff dorthin bringen. Hier gibt es zwar nicht durchgehend Strom, dafür aber manchmal Delfine, Wale und tolle Korallen zum Schnorcheln. Eine organisierte und (auch in Diani Beach) buchbare Tour kostet zwischen 100 und 150 Euro. Günstiger wird es wie immer in einer Gruppe, oder wenn du mit jemandem Freundschaft schließt und dich privat beraten lässt.

Achtung, die Kinder im Ort werden die Hand aufhalten und erwarten, dass du angesichts ihrer Lebensweise, die auf vielen Plattformen im Internet als typisch afrikanisch und arm reproduziert wird aus Mitleid etwas mitbringst. Du kannst Artikel wie Stifte sogar vor der Tour von den Veranstaltern kaufen. Überlege dir, ob du dich dieser Vermarktung von Vorurteilen aussetzen möchtest.

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5. Gazi: Holzsteg durch die Mangroven

Lass dich etwas weiter nördlich, etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Wasini Island und Mombasa, durch die Mangroven von Gazi führen. Hier ist der ganze Ort in das Umweltschutzprojekt involviert. Bis vor nicht allzu langer Zeit diente der schrumpfende Mangrovenwald als Holzlieferant. Jetzt pflanzen die Anwohner regelmäßig neue Mangrovenbäume nach, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Bei Ebbe lohnt es sich auch, von der Landzunge, die Gazi gegenüberliegt, nach Chale Island zu waten. Und zwar nicht wegen des 4-Sterne-Hotels, das auf dieser Insel steht. Sondern weil du dort unter den Korallenformationen herumlaufen kannst, die bei Flut unter Wasser liegen und die Insel tragen. Wundere dich nicht, wenn nur wenige der Anwohner mitkommen möchten. Bei manchem gilt die Insel als Zuhause der Majini. In der Swahili-Kultur sind dies spirituelle Wesen oder auch manifestierte Wesenszüge von Menschen, mit denen nicht zu spaßen ist. Auf Chale Island kannst du sie mit Parfum oder ähnlichen Geschenken anlocken.

Noch ein Stückchen weiter die Küste hoch kannst du den Heiligen Wald Kaya Kinondo besuchen (siehe Punkt 17).

6. Lamu: Autofrei unterwegs

Der Bau eines Handelskorridors gefährdet inzwischen die gesellschaftlichen und ökologischen Systeme, die auf dieser kleinen Insel an der Nordküste wirken. Auch andere politische Spannungen, die zum Teil aus der Nähe zu Somalia resultieren, wirken sich hier aus. Trotzdem lohnt es sich absolut, Lamu zu besuchen. Nicht nur für eine Tour im Dhow, einem Segelboot, das typisch ist für die Küste. Sondern auch, um die Swahili-Kultur und Geschichte kennenzulernen, in der afrikanische und arabische Elemente in einer einzigartigen Lebensweise zusammenkommen. Das zeigt sich in der lokalen Küche, der besonderen Architektur, den Handarbeiten, dem Kleidungsstil – in der ganzen besonderen Lebensart der Anwohner.

Lamu gilt als Backpacker-Paradies und bietet mehrere erschwingliche Unterkünfte. Die Stadt erkundest du leicht zu Fuß. Dabei fallen vor allem die Esel auf, die auf dieser autofreien Insel das Hauptverkehrsmittel sind.

Nationalparks: Reichhaltiges Angebot und besondere Highlights

7. Tsavo, Amboseli und Maasai Mara

Diese drei sind wahrscheinlich die bekanntesten Nationalparks Kenias, mit Maasai Mara auf Platz eins. Das ist sicher der beeindruckenden Wanderung der riesigen Herden von Gnus und Zebras geschuldet, die jedes Jahr zwischen Juli und Oktober stattfindet. Sicher kennst du die Bilder von Krokodilen, die ein Gnu aus der Herde ins Wasser reißen. Bei diesem Spektakel kannst du live dabei sein. Und es ist einzigartig. Aber du musst damit rechnen, nicht der einzige Beobachter zu sein und entsprechende Preise zu zahlen.

Der Amboseli National Park ist vor allem für seine Elefanten bekannt. Im Tsavo ist der Eintritt ein wenig günstiger, aber nicht allzu dicht besiedelt mit fotogenen Wildtieren. Trotzdem kannst du auch hier eine typische Safari-Tour machen, wenn du in der Gegend bist.

In Kenia hast du bei einer Safari sehr gute Chancen, die Big Five (also Elefanten, Leoparden, Büffel, Nashörner und Löwen) in freier Wildbahn zu sehen.

Wenn du in der Nebensaison, also zwischen November und Mai unterwegs bist und dich einer Gruppe anschließt, wird eine typische Safari schnell erschwinglicher.

Es gibt unzählige Angebote für Safaris. Gerne bieten dir manche Veranstalter ihren Service auch ungefragt auf Nairobis Flaniermeilen an. Wenn es irgendwie geht, erkundige dich bei Anwohnern. Frag im Hostel nach oder bei einer Person, der du vertraust. Häufig stellt sich heraus, dass diese Person jemanden kennt, der jemanden kennt, der Safaris veranstaltet. Hier kannst du oft einfacher verhandeln, bekommst echte Freundschaftspreise und kannst die Safari ganz nach deinem persönlichen Geschmack und Zeitrahmen zusammenstellen.

8. Hell’s Gate: Radeln mit Zebras

Aus den über 20 Nationalparks in Kenia möchte ich dir vor allem Hell’s Gate empfehlen. Er ist von Nairobi aus gut zu erreichen und bietet sich sogar für einen Tagesausflug an. Du kannst dir am Eingang ein Fahrrad mieten und an Zebraherden vorbeiradeln. Außerdem ist die Wandertour durch die Schlucht sehr zu empfehlen. Nicht nur, weil hier Tomb Raider gedreht wurde. Sondern vor allem wegen der beeindruckenden Felsformationen und dem warmen, vulkanischen Wasserfall, unter dem es sich prima duschen lässt.

9. Besondere Safaris für jeden Geldbeutel

Außer einer Fahrradsafari kannst du in verschiedenen Parks auch zelten, Ballon fliegen, oder bestimmte Parks zu Fuß, auf einem Pferd, einem Kamel oder auch per Quad oder Hubschrauber erkunden. Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Für den Backpacker-Geldbeutel sind solche besonderen Abenteuer aber oft ziemlich teuer. Wenn du so etwas mit einer Gruppe unternimmst, wird es manchmal etwas günstiger. Auch bei der Unterkunft kannst du wählen, ob du günstig und recht abenteuerlich campen möchtest oder dir eine Luxuslodge oder irgendwas dazwischen aussuchst. Die Möglichkeiten sind unendlich und die Preise nach oben hin offen.

Seen: Flamingos und Krater

Der Lake Victoria, der drittgrößte See der Welt, wurde oben schon erwähnt. Es gibt aber noch weitere Seen in Kenia, die alle ihre speziellen Eigenschaften haben.

10. Lake Nakuru, bekannt für die Flamingos

Flamingoliebhaber dürfen den Lake Nakuru auf keinen Fall verpassen. Auch wenn es inzwischen weniger geworden sind als in der berühmten Szene in Out of Africa. Es gibt sogar einen Aussichtspunkt, der nach dem Film benannt wurde und nicht ganz so überlaufen ist wie die etwas tiefer liegenden Baboon Cliffs. All diese Orte liegen allerdings innerhalb des Nationalparks, was bedeutet, dass du hierfür Eintritt bezahlen musst. Du kannst in der Nähe aber zum Beispiel auf den Menengai Crater steigen und die Seelen gefallener Maasai-Kämpfer als Rauchwolken aufsteigen sehen.

11. Die Seen um Hell’s Gate

Wenn du länger in der Gegend des oben erwähnten Hell’s Gate Nationalparks bleiben möchtest, bietet sich auch der Lake Naivasha an. Hier kannst du neben Zebras und Giraffen herspazieren, entweder am Ufer oder auf der Insel im See. Außerdem liegt gleich neben dem Lake Naivasha noch ein Kratersee bei Kongoni. Wenn du hochsteigst, hast du die Chance, auch von dort ein paar Flamingos zu sehen. Und Mount Longonot ist von dort aus auch gut zu erreichen. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Wandern und Klettern für Anfänger und Profis

Dass Kenia, und eigentlich jedes afrikanische Land, viel mehr zu bieten hat als nur Savanne, kannst du dir sicher vorstellen. Auch Wander- und Kletterfans wird es in Kenia nicht langweilig. Ob du geübter Experte oder Hobby-Wanderer bist – du kannst dir deine individuelle Tour für jedes Level zusammenstellen.

12. Für Anfänger: Mount Longonot

Der Mount Longonot im Longonot Nationalpark bietet eingie Möglichkeiten für Anfänger. Ohne Begleitung kannst du auf einer einfachen Strecke bis zum Rand des Kraters wandern und vom Rand hinuntersehen. Außerdem ist es möglich den gesamten Krater zu umrunden. Für diese Runde von über 20 km solltest du einen Tag, etwas Puste und genügend zu trinken einplanen.

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13. Noch entspannt: Ngong Hills

Auch von Nairobi aus kannst du wandern gehen. Die Ngong Hills liegen außerhalb der Stadt und sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichen. Von dort hast du einen beeindruckenden Ausblick über den Nationalpark und das Rift Valley. Auch diese Wanderung kann von Unerfahrenen unternommen werden. Du brauchst auch hierfür noch keine besonderen Wanderschuhe. Wenn du jedoch absolut keine Kondition hast, solltest du dir das mit der Besteigung allerdings nochmal überlegen – du wirst ordentlich ins Schnaufen kommen!

14. Am Besten in Begleitung: Mount Elgon

Wenn du geübt bist, ist der Mount Elgon an der Grenze zu Uganda etwas für dich. Ich empfehle dir diese Tour aber nur mit einem Guide zu starten, der dir auch ein paar spannende Infos zu Flora und Fauna geben wird. Es ist ein gutes Gefühl, einen Profi in einer Gegend dabei zu haben, in der es hin und wieder zu unerwarteten Begegnungen mit Elefanten kommt. Mount Elgon bietet fünf knackige Gipfel und ein paar vulkanische Höhlen.

15. Für Kletterer: Mount Kenya

Und wenn du ein erfahrener Kletterer bist und Schnee in Afrika mit eigenen Augen sehen willst, seien dir hier die vielen Möglichkeiten am Mount Kenya empfohlen. Informiere dich am besten vorher, um herauszufinden, welche Tour für dich passt. Offiziell gibt es sieben verschiedene, doch die Anwohner können dir auch noch einige andere Strecken zeigen. Der einfachste Aufstieg dauert mindestens drei Tage. Es gibt Gasthäuser und Berghütten auf dem Weg, in denen du dich ausruhen und übernachten kannst. Atemberaubende Ausblicke sind die lohnenswerte Entschädigung für den anstrengenden Aufstieg.

Wälder: Heilig und einzigartig

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16. Kakamega Rainforest, der kleinste Regenwald der Welt

In Kenia gibt es den kleinsten Regenwald der Welt. Das ist einerseits ein lustiges Alleinstellungsmerkmal. Andererseits deutet dies auch auf den nötigen Schutz des schrumpfenden Waldes hin. Deswegen ist es inzwischen nicht mehr möglich, ohne Begleitung durch den Kakamega Rainforest zu spazieren. Trotzdem solltest du dir das nicht entgehen lassen.

Nimm einen Bus, der dich von Kisumu Richtung Kakamega bringt. Steige schon vor Kakamega in Khayega aus und lass dich von dort mit dem Motorradtaxi über Shinyalu bis nach Isecheno bringen. Dort befindet sich das Kenya Environmental Education Programme (KEEP), wo du in grasgedeckten Häusern übernachten und dem nächtlichen Gesang des Waldes lauschen kannst. Mit einer Übernachtung in den Bandas unterstützt du das Umweltprojekt, das sich um den Erhalt des Waldes kümmert und die Anwohner dabei mit einbezieht. Im Wald selbst gibt es unzählige Pflanzenarten, Vögel und Primaten zu bewundern. Erkundige dich nach der Sunrise Tour und steige zu früher Morgenstunde auf einen Hügel über der Baumdecke. Die Sonne geht rasend schnell auf und der Wald erwacht unter dir. Außerdem gibt es noch eine kleine etwas gruselige Fledermaushöhle zu bestaunen.

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17. Kaya Kinondo, ein heiliger Wald

Eine weitere spezielle Erfahrung ist der Besuch von Kaya Kinondo, dem Heiligen Wald in der Nähe von Gazi. Nicht nur der besondere Einblick in diese Kultur macht dieses kleine Projekt interessant. Es ist vor allem das Herzblut und die Kreativität, mit der die Anwohner dieses Projekt gestalten, um den Wald und damit einen Teil ihrer Identität zu bewahren. Du darfst ihn nur mit einem umgebundenen schwarzen Tuch betreten. Nicht nur Touristen, auch die Wanderführer selbst sind angehalten, der Kultur Respekt entgegenzubringen. So darf zum Beispiel die Opferstätte selbst weder betreten noch fotografiert werden. Das macht den Spaziergang durch den Wald ein wenig angespannt, weil keiner so genau weiß, was er jetzt darf oder nicht. Die Guides sind das schon gewöhnt und sorgen mit ihren Anekdoten für die nötige Auflockerung.

Dieser Korallenwald mit seinen jahrtausendealten Farnen ist ganz anders als der Regenwald bei Kakamega, aber ein genauso eindrückliches Erlebnis.

Der abgelegene Norden

18. Marsabit Lake Turkana Cultural Festival: Mehr als nur Selbstdarstellung

Eines der abgelegensten Kulturfestivals ist wahrscheinlich das Lake Turkana Festival. Jedes Jahr reisen dafür viele Besucher in den schwer erreichbaren Norden von Kenia. Dafür werden sie mit einzigartigen kulturellen Darstellungen entlohnt. Auch hier geht es um die Selbstidentifizierung der Anwohner. Wie viel davon eher unrealistisches Spektakel für zahlende Zuschauer ist, diese Bewertung bleibt jedem selbst überlassen. Das Festival ist etwas für dich, wenn du in Kontakt kommen möchtest mit Lebensweisen und Menschen, die auf den ersten Blick sehr exotisch wirken. Außerdem hilft es, wenn du dich ein wenig mit der politischen und gesellschaftlichen Situation auseinandersetzt, um die Marginalisierung dieser Menschen, und damit die Wichtigkeit eines solchen Ereignisses zu verstehen, bei dem sie sich selbst feiern dürfen.

19. Der Natronsee Lake Turkana

Das Festival findet am namensgebenden Lake Turkana statt. Dieser See erstreckt sich durch das wüstenähnliche Gebiet im Norden Kenias und reicht ein kleines Stück bis nach Äthiopien hinein. Es ist schwierig und beschwerlich, dort hoch zu kommen. Die günstigste Möglichkeit ist es auf der Ladefläche eines Lasters durch den heißen Staub zu holpern, denn private Fahrten werden schnell teuer. Trotzdem lohnt sich diese Gegend genau deshalb! Sie ist so abgelegen, dass kaum jemand in dieser atemberaubenden Landschaft unterwegs ist.

20. Koobi Fora, die Wiege der Menschheit

Ganz im Norden des Sees, an der Grenze zu Äthiopien, liegt Koobi Fora. Hier hat Richard Leaky das bisher älteste menschliche Skelett gefunden. Darum wird die ganze Gegend (und oft auch ganz Kenia oder sogar Ostafrika) als Wiege der Menschheit bezeichnet. Du kannst dort auch die Fossilien von Schildkröten und Krokodilen bestaunen. Wenn du auf der Suche nach einem wirklich einzigartigen Abenteuer bist, ist Koobi Fora das perfekte Ziel für dich.

Das musst du für deine Reise nach Kenia

Generelle Tipps für deine Zeit in Kenia!

1. Nimm dir viel Zeit

Nimm dir mehr Zeit und bleibe lieber länger. Durch die Straßenbeschaffenheit dauern Überlandreisen oft länger als du denkst. Deshalb solltest du Zeitpuffer und Pausen einplanen. Nimm dir nur einige Dinge der Liste vor und gib dir selbst genügend Zeit, die neuen Eindrücke zu verarbeiten. So kannst du flexibel und entspannt auf Planänderungen reagieren.

2. Erforsche deine Erwartungen. Reise verantwortungsbewusst

Afrika steht für Abenteuer und Armut, für wilde Natur und exotische Lebensweisen. Überlege dir vor deiner Reise, was du erwartest. Afrika ist ein riesiger Kontinent, und wenn du dir ein paar Abenteuer aus der obigen Liste heraussuchst, wirst du nur einen winzigen Ausschnitt von einem einzigen Land dieses Kontinents kennenlernen. Halte bewusst Ausschau nach weniger spektakulären Eindrücken wie Großstädten, Subkulturen, Unis, Smartphones, Co-Working Spaces und Kenianern, die selbst Touristen in ihrem Land sind. All das sind nur einige Facetten, die mit unseren generellen Erwartungen an „Afrika“ brechen. Lass solche Irritationen zu und bereichere damit deine Reiseerfahrung.

3. Halte dich an den Rat der Anwohner.

Sollte dir beispielsweise jemand von Nachtfahrten abraten, solltest du dich daran halten und nicht den mutigen, erfahrenen Backpacker markieren. Brichst du zur nächsten Station deiner Rundreise auf, solltest du dich von Anwohnern, denen du vertraust, beraten lassen. Sie geben dir wertvolle Tipps mit auf den Weg.

4. Auf der Suche nach den Locals

Es ist oft schwerer, mit der Lokalbevölkerung in Kontakt zu kommen, als mancher Reiseblogger zugeben würde. Für Menschen wie Hostelpersonal und Wanderführer bedeutet deine Anwesenheit oft Arbeit und damit Einkommen. Auch dass du ohne Resident Card meistens mehr Eintritt bezahlen musst, kann sich manchmal unangenehm anfühlen.

Setze dich damit auseinander, dass sich ein Besuch in einem sogenannten Maasai-Dorf auch wie ein Zoobesuch anfühlen kann. Überlege dir, warum du lieber in Kontakt mit einem authentisch und exotisch aussehenden Maasai kommen möchtest anstatt mit einer ambitionierten Kenianerin, die gerade ihre Masterarbeit in Maschinenbau schreibt.

Wenn du Interesse daran hast, kenianische Freunde zu gewinnen, könnten vielleicht Couchsurfing und Homestays etwas für dich sein. Oder du machst einen Freiwilligendienst, währenddessen du in einer Gastfamilie unterkommst.

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Mehr über die Gastautorin Laura

Laura liebt es, durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen zu wachsen. Sie glaubt fest daran, dass Achtsamkeit und Ehrlichkeit über eigene Privilegien und Vorurteile die Reiseerfahrungen nur vertiefen. Auf mind-set-travel.com inspiriert sie mit ihren authentischen Geschichten und bereitet dich auf deine nächste verantwortungsbewusste Reise vor. Du findest sie außerdem auf Facebook, Youtube und Instagram. Ihr neustes Projekt ist VorFreudeBereitung, eine Email-Serie, die dich genau zum richtigen Zeitpunkt umfassend auf deine Reise vorbereitet.

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