Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Die Krux des Reisebloggens

Viele denken, dass es keinen besseren Job geben kann, als Reiseblogger zu sein. Viele meinen, wir Reiseblogger reisen einfach nur um die Welt, berichten dann über unsere Erlebnisse, laden ein paar Bildchen bei Instagram hoch, schreiben hier und da mal einen Facebook-Post und machen uns sonst weiter keine Gedanken um das Leben. Aber das ist falsch. Sowas von falsch.

Im Gegenteil: du glaubst gar nicht, was für Gedanken wir Reiseblogger uns machen, was für Gedanken ich mir mache, und welche Gewissensbisse mich plagen. Ja, Gewissensbisse. Denn ganz so leicht fällt mir das Reisebloggen nicht und ich habe sogar schon ein paar Mal darüber nachgedacht, ganz damit aufzuhören.

Was für Gedanken so in meinem Kopf rumschwirren und warum ich mich dennoch dazu entschieden habe, weiter zu bloggen, teile ich in den nächsten, ziemlich persönlichen Zeilen mit dir….

Die Krux des Reisebloggens

a.k.a. das Dilemma eines Reisebloggers

Der Job des Reisebloggers

Ja, es ist toll, Reiseblogger zu sein. Ich liebe das Reisen, ich liebe es, in fremde Kulturen einzutauchen, Abenteuer zu erleben und jedes Mal aufs Neue über mich hinauszuwachsen. Für mich gibt es nichts Besseres, als unvergessliche Erfahrungen zu sammeln und jeden Morgen aufs Neue mit einem Grinsen im Gesicht aufzuwachen und zu überlegen, was der Tag wohl dieses Mal für mich zu bieten hat. Denn letztendlich geht es mir genau darum: Jeden einzelnen meiner Tage zu einem Abenteuer zu machen und mein Leben wirklich zu leben!

Als Reiseblogger habe es mir zur Aufgabe gemacht, dich und all meine anderen Leser dazu zu inspirieren ebenfalls zu verreisen, das gemütliche Sofa zuhause zu verlassen und andere Länder zu entdecken. Denn ich bin der Meinung, dass es keine bessere Uni gibt als das Reisen. Nur wenn du dich mit deinem Rucksack aufmachst und andere Lebensweisen und vor allem andere Sichtweisen kennen lernst, wirst du schlauer. Schlauer über die Menschen, schlauer über die Natur, schlauer über dich selbst.

Und nur wenn du dich Herausforderungen stellst und dich auf das Abenteuer einlässt, kannst du über dich selbst hinauswachsen. Deshalb liebe ich die Möglichkeit, die mir mein Blog gibt. Die Möglichkeit, dich zu motivieren, deine Träume ebenfalls zu leben und geniale Erfahrungen zu sammeln, hinaus in die Welt zu gehen, und diese wirklich zu erleben.

Aber mir geht es nicht darum, dass du wie ein Tourist von einem Ort und einer Attraktion zur nächsten rennst. Mir geht es darum, dass du als Reisender die Welt entdeckst. Ich will dich nicht an Orte schicken, zu denen dich jeder Reiseführer schickt. Ich will dir ganz besondere Orte zeigen, Orte, die noch größtenteils unentdeckt sind, und wo sich nicht jeden Tag hunderte von Touristen durchquetschen.

Krux des Reisebloggens

Die zwei Seiten des Tourismus

Denn um ehrlich zu sein, hasse ich den Tourismus. Ich hasse es, was er einigen Orten, der Natur und den Menschen antut. Tourismus bedeutet für mich oftmals mehr Schlechtes als Gutes. Natürlich schafft der Tourismus Arbeitsplätze, gibt Menschen ohne Alternativen einen Job und ein geregeltes Einkommen, gibt Hoffnung. Und natürlich schafft er mancherorts einen höheren Lebensstandard oder deckt Missstände auf, die gleichzeitig behoben werden können.

Es entstehen vermehrt Naturschutzgebiete und Nationalparks, die bedrohte Tierarten und besondere Pflanzenwelten schützen. Der Tourismus sorgt dafür, dass Traditionen bewahrt werden und im Zuge der Globalisierung nicht verschwinden. Er sogt dafür, dass die Menschen stolz auf ihr Land, stolz auf ihre Kultur sind und schafft oftmals ein neues, kulturelles Bewusstsein. Nicht zu vergessen die ganzen historischen Denkmäler und Bauten, die dank des Tourismus erhalten bleiben und nicht sich selbst und ihrem Verfall, ihrem langsamen Verschwinden überlassen werden.

Was ist der Preis?

Aber um welchen Preis? Dafür, dass tausende Touristen auf einen Schlag von einem riesigen Kreuzfahrtschiff runter laufen und die kleine Stadt Venedig binnen weniger Minuten überrennen? Dafür, dass vietnamesische Tänzer mehrmals täglich eine Show bieten, um Touristen zu entertainen und ihnen einen ach so authentischen Einblick in ihre Kultur zu geben? Dafür, dass das einst so friedliche Ubud auf Bali heute voller Touristen, Hippies, Yogasüchtigen und Vaganern ist, die nach Julia Roberts Film Eat Pray Love in Scharen einströmen und dafür sorgen, dass typisch balinesische Warungs durch teure, roh-vegane Restaurants oder das 15.000ste Yogastudio ersetzt werden? Dafür, dass sich mancherorts nun an jeder zweiten Ecke ein Starbucks und ein McDonalds befindet, damit Touristen auf bekannte Marken, ach so guten Kaffee und Burger selbst mitten in China nicht verzichten müssen?

Dafür, dass sich Einheimische nicht mehr leisten können, in ihrer eigenen Stadt zu leben und essen zu gehen? Dafür, dass sie ihre Natur, ihre kulturellen Schätze mit anderen teilen müssen, die nur kommen, um mal eben ein Foto zu machen und diesen Ort von ihrer Reiseliste streichen zu können? Dafür, dass einst unberührte Natur zu Müllhalden werden, weil Touristen zu faul sind, ihre leeren Verpackungen, ihre Dosen und ihre Wasserflaschen wieder mitzunehmen? Dafür, dass Touristen auf den Ruinen Angkor Wats rumkrakseln und mit jedem Tritt mehr und mehr zerstören als dass sie durch das Geld für ihre Eintrittskarte jemals bewahren könnten? Mal ganz abgesehen von dem fehlenden Respekt, der dadurch ganz klar zum Ausdruck kommt…

Ich weiß nicht, aber ich finde es oftmals schlimm mit anzusehen, was der Tourismus der Natur, den Menschen und der ganzen Welt teilweise antut. Das ist auch der Grund, warum ich Touristen-Hochburgen und Mainstream-Orte vermeide, warum ich lieber in der Nebensaison reise und mich nicht auf TripAdvisor informiere, warum ich meine Reisen selbst organisiere und keine Pauschal-Angebote buche oder gar in “5-Sterne all inclusive Resorts” absteige. Ich reise auch nicht mit Koffer und 30 Kilo Gepäck, sondern lieber ganz minimalistisch mit meinem Handgepäcks-Rucksack und 12 Kilo, inklusive meinem Laptop, mehreren Kameras und sonstiger Elektronik.

Die Philosophie von Off The Path

Aber viel mehr ist es der Grund, warum Off The Path heißt, wie es heißt, und warum ich eben nicht darüber schreibe, welche Top-10-Sehenswürdigkeiten du in Paris unbedingt gesehen haben solltest. Denn zum einen findest du diese Infos in jedem Reiseführer und auf auf jeder x-beliebigen Seite, und zum anderen bin ich der Meinung, dass das Abklappern solcher Attraktionen eben nichts mit wahrem Reisen zu tun hat.

Ich meine, was bringt es dir, zwei Stunden Schlange zu stehen, um einmal ein Original-Bild von van Gogh live in Amsterdam gesehen zu haben? Was hast du dann wirklich von der Stadt gesehen, und was von dem Land, den Menschen und der Kultur erfahren? Klar, wenn du ein absoluter Kunst- und van Gogh-Fan bist, ist das eine andere Geschichte, aber das Museum zu besuchen, nur weil es zu den Top-Attraktionen gehört? Ich weiß nicht…

Statt auf der ganzen Welt irgendwelche Top-XY-Listen abzuhaken, lasse ich mich auf Reisen lieber treiben, spaziere ohne Plan durch Städte und entdecke so zum Beispiel richtig schöne Plätze, leckere Restaurants, in denen authentisch lokale Küche serviert wird und wo auch Einheimische um dich herumsitzen, oder gemütliche Cafés, die wirklich guten Kaffee zubereiten und nicht die überteuerte Milchplörre von Starbucks.

Außerdem bin ich ein Abenteuerjunkie und liebe den Nervenkitzel. Mir irgendwelche Kunstwerke in riesen Hallen ohne Tageslicht anzuschauen, befriedigt mich nicht so sehr, wie echte Erfahrungen und tatsächliche Erlebnisse, wie zum Beispiel mit wilden Delfinen in Kaikoura schwimmen zu gehen, eine Walking Safari in Südafrika zu machen, in Südtirol Mountainbike zu fahren oder in Kiel Kitesurfen zu lernen.

Und genau darum geht es auch auf Off The Path. Ich will dich nicht zum nächsten Museum oder zur nächsten Top-Attraktion schicken, ich will dir Orte zeigen, die noch unbekannt sind, die echt sind, und an denen du nicht in den Massen von Touristen untergehst. Ich will, dass du Abenteuer erlebst, über dich selbst hinauswächst und wirklich reist, ein Land, seine Menschen und ihre Kulturen wirklich kennen lernst.

Krux des Reisebloggens

Das große Dilemma

Doch ich stecke fest. In einem Dilemma.

Denn so sehr ich mein Leben, meine Arbeit als Reiseblogger liebe, so sehr ich es liebe unbekannte Orte zu entdecken und über diese zu schreiben, Tipps für coole Erlebnisse abseits der Mainstream-Wege zu geben und dich und andere Leser zu inspirieren, so sehr hasse ich auch den Gedanken, dass eben diese Orte durch mich, durch meine Berichte und Tipps, die ich gebe, bald nicht mehr zu den ruhigen und unberührten Oasen gehören, die sie waren…

Und es sind nicht nur meine Berichte, auch die Tipps anderer Reiseblogger führen dazu, dass immer mehr Menschen abseits der gängigen Pfade unterwegs sind und dass diese Pfade bald ebenfalls ziemlich totgetrampelt sind. Und diese Vorstellung macht mir Angst, macht mich krank, macht mich wütend.

Ja, wütend. Wütend auf mich selbst, wütend, dass ich ebenfalls dazu beitrage, dass der Tourismus Orte zerstört. Das, was ich so sehr hasse, unterstütze ich doch durch mein eigenes Tun selbst. Ich gehöre zu denjenigen, die dafür sorgen, dass nun neben Kuta auch Canggu von Touristen überrannt wird. Ich war es unter anderem, der allen erzählt hat, wie toll Tonsai Beach in Krabi ist, um Ende vorletzten Jahres festzustellen, dass die kleine Bungalow-Unterkunft und meine geliebte Strandbar nun abgerissen werden, damit ein großes Luxus-Resort an diesem einst paradiesischen Strand hochgezogen werden kann.

Um ehrlich zu sein, weiß ich einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Natürlich ist es weit hergeholt, dass ich kleiner Blogger dafür sorge, dass einst unentdeckte Orte nun dem Massen-Tourismus verfallen, aber ich trage doch meinen Teil zu dieser Entwicklung bei. Immerhin erreiche ich im Monat 150.000 Leser und es werden immer mehr. Ja, es hat einen Einfluss, wenn ich überall und andauernd erzähle, wie toll dieses Fleckchen Erde namens Canggu auf Bali doch ist.

Denn es hört schließlich nicht bei meinen Erzählungen und meinen eigentlichen Lesern auf. Ich bin mir sicher, dass auch du deinen Freunden von meinen Tipps erzählen würdest, genauso wie es andere Leser tun. Und so erreiche ich durch Word of Mouth noch viel mehr Menschen als die, die sich tatsächlich meine Beiträge auf Off The Path durchlesen. Diese Freunde erzählen es dann wiederum ihren Freunden und Bekannten, und so geht es endlos weiter. So werden aus 10 Leuten, schnell mal 50 Leute, die nun nächstes Jahr nach Canggu fliegen, eben weil sie durch mehrere Ecken von mir und anderen Bloggern von diesem tollen Ort erfahren haben.

Einfach nicht mehr bloggen?

Aber was soll ich tun? Soll ich nun ganz mit dem Reisebloggen aufhören?

Ich habe wirklich schon ein paar Mal mit dem Gedanken gespielt, einfach gar keine Tipps mehr für coole Orte zu geben. Die Orte, die ich entdecke, einfach für mich zu behalten, und mich zu freuen, dass ich sie überhaupt gefunden habe.

Aber irgendwie wäre das auch nicht richtig. Ich meine, schließlich ist es doch das, was mich so erfüllt: andere zum Reisen zu inspirieren, ihnen zu zeigen, dass es auch andere Orte abseits der Massen an Touristen gibt, und dass es nichts Besseres gibt, als sich ins Unbekannte, ins Abenteuer zu stürzen und über sich selbst hinaus zu wachsen. Schließlich gibt es Menschen wie dich und mich, die genauso keinen Bock auf Massentourismus haben und auf von Touris überrante Orte, die mehr und mehr an ihrem eigentlichen Charme verlieren und deren Seele langsam stirbt.

Meine Hoffnung und mein Wunsch als Reiseblogger

Und irgendwie habe ich die Hoffnung, dass ich durch meine Beiträge und Geschichten immer mehr Menschen überzeugen kann, dem Pauschal- und Massentourismus ebenfalls den Rücken zu kehren und endlich anzufangen, richtig zu reisen. Endlich zu verstehen, dass die netten Tanzeinlagen in Vietnam nichts mehr mit tatsächlicher, kultureller Tradition zu tun haben, sondern eine einzige Show sind, dass das billige Essen im einfachen Straßenrestaurant tausend Mal besser schmeckt, als jeder Big Mac, dass es nicht in Ordnung ist, auf Ruinen rumzutrampeln, seinen Müll liegen zu lassen, und sich respektlos zu verhalten.

Und mal ehrlich: Sollte ein wirklicher Yogi seinen Übungen nicht auch in jedem beliebigen Zimmer nachgehen, seinen Frieden überall finden können und dafür keine riesen Yoga-Tempel brauchen, die wie die Pest überall aus dem Boden stampfen? Und nein, auch in Ubud sind diese Yogazentren nicht Teil der dortigen Kultur, oder gar ein Ort, an dem sich Einheimische zusammenfinden würden.

Nur bewusstes Reisen ist wahres Reisen

Ich wünsche mir einfach, dass das Bewusstsein vieler endlich aufwacht, dass endlich kapiert wird, dass es der lokalen Gemeinde reichlich wenig bringt, wenn du eine Woche in einem 5-Sterne-Resort abtauchst. Denn das Geld, das du bezahlst, sehen nicht unbedingt die Einheimischen, sondern die Manager der großen, internationalen Hotelketten, die oftmals in Amerika oder Europa sitzen. Klar, du unterstützt so die Entstehung von Jobs, aber du würdest viel mehr bewirken, wenn du in kleinen Unterkünften übernachtest, die von Einheimischen geführt werden, und in Restaurants essen gehst, die ebenfalls einheimische Besitzer haben.

Denn so sorgst du dafür, dass nicht noch ein weiteres Resort gebaut wird, dass nicht noch mehr Einheimische ihr Land verpachten oder gar verkaufen, ihr einstiges Leben aufgeben und aus ihrem Heimatort wegziehen müssen, weil sie sich ihr Leben vor Ort so nicht mehr finanzieren können.

Ich bin der Meinung, dass wir kulturelle Schätze und die Natur nur bewahren können, indem wir bewusst und achtsam reisen, langsam reisen, indem wir wirklich reisen. In dem wir “off the path” gehen und nicht irgendwelche Top-Attraktionen abklappern oder in Massen von Touri-Gruppen von einem Ort zum nächsten hetzen.

Warum ich nie mit dem Reisebloggen aufhören werde!

Und aus diesem Grund werde ich nie mit dem Reisebloggen aufhören. Ich werde weiterhin über tolle Orte berichten, die noch kaum ein Reisender entdeckt hat. Ich werde andere Menschen weiterhin inspirieren, ebenfalls zu reisen, Abenteuer zu erleben und zu lernen, worum es im Leben wirklich geht. Ich werde weiterhin betonen, wie schlecht Pauschaltourismus ist, und wie wichtig es ist, bewusst zu reisen, eben ein Reisender und kein Tourist zu sein.

Denn nur so habe ich die Chance, dem Massentourismus den Kampf anzusagen, das Gute am Tourismus zu fördern, mehr Menschen zu echten Reisenden zu machen und die Welt so – das ist jedenfalls mein heimlicher Traum – ein klein wenig besser zu machen.

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12 Kommentare zu „Die Krux des Reisebloggens

  1. Stefan on

    …ehrlich und fair. Viele wahre Worte über das Reisen die Selbsterkenntnis und die Krux zwischen unentdeckt lassen und die Welt die Schönheit und die Freude des Reisens und der schönsten Orte der Welt Nähe zu bringen. Ich hatte selbst schon oft überlegt was ich teile und was nicht und glaube das vieles von dem was ich nicht zeige gut ist unentdeckt zu bleiben und die die es suchen irgendwann auch finden werden irgendwo in der Welt. Die Spuren des Lonelyplanets reichen eh den Meisten. Ich suche nicht umsonst die Einsamkeit und die weniger populären Gegenden auf um genau die andere Seite des Tourismus zu erleben. Moped mieten, Trecking Schuhe an, treiben lassen… loslassen und finden was man im Alltag so schwer finden kann… Euch einen schönen Sonntag Abend

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  2. spencers (@spencersTB) on

    Vielen Dank für den tollen Beitrag! Ich habe mir auch schon oft über dieses Thema Gedanken gemacht. Ich denke, dass es 1. wichtig ist Gegenden auf der Welt zu covern, die sich nachhaltig touristisch entwickeln wollen und Unterstützung brauchen. Da man sich als Reiseblogger aber auch gerne in typischen Reiseländern aufhält, sollte man 2. zusätzlich seine Leser auch für die kritischen Aspekte des Tourismus sensibilisieren. Ich habe dafür einen Responsible Travel Guide auf meinem Blog auf den ich auch immer wieder verweise. LG aus New York, Caro

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  3. Serge on

    Auch wenn es eigentlich zu erwarten war, bin ich doch froh, dass der Artikel zum Schluß die positive Wendung genommen hat und Du das bloggen nicht aufgibst.

    Denn ein Optimist und Realist wie Du einer zu sein scheinst, der seine Träume lebt und Ziele verwirklicht, würde wohl nie auf halber Strecke alles hinschmeißen.

    In deinem Blog lebst Du persönlich vor, die tollen Orte und Menschen dieser wunderbaren Welt wirklich kennen zu lernen und sie dabei mit Respekt zu behandeln. So ermutigst du mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Andere da draußen, ihre Reisen ähnlich an zugehen. Ich bin sicher, das fördert großen postitiven Spirit, der in die Welt hinaus getragen wird. Da kannst du stolz drauf sein. Also bitte unbedingt weiter machen. Good Job!

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  4. Florian on

    Der neue Ton Sai hat uns auch ziemlich getroffen. Wir wollten den ehemaligen Traumstrand einigen Freunden zeigen und hatten nach dem ersten Schock erstmal Tränen in den Augen. Wo früher eine Strandbar leckeren Som Tam mit genialer Aussicht servierte, stand nun ein kaputter Hocker mitten im Müll und nebenan entstand ein Beton-Monument für den Kapitalismus.

    Das war im Nov 2014, kurz nach der vollständigen Zerstörung und seitdem war ich nicht mehr dort. Ton Sai hat sich auch nicht mehr davon erholt, hab ich mir sagen lassen, oder?

    Ob die wachsenden Zahlen an Backpackern, Hippies und Kletterern, die Ton Sai so liebten etwas mit der Zerstörung zu tun haben, wage ich in dem Fall aber zu bezweifeln. Der Touristenstrand Railay wurde wahrscheinlich einfach zu klein.

    Die Rechtslage der Strandbars war sicher so „einwandfrei“, wie die der Strassenstände und Märkte in Bangkok, aber was wäre Bangkok ohne Strassenstände und Märkte…

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  5. faccimarco on

    Sehr schöner Artikel. In vielem gebe ich dir recht, je mehr über unentdeckte Juwelen geschrieben wird umso eher werden auch diese von Touristen besucht. Doch wie du selbst schreibst, sollte es wohl nicht nur um das bekanntmachen von Unbekanntem gehen, sondern man muss auch das Bewusstsein weitergeben, solche Schätze für weitere Generationen zu bewahren.

    Ich bin hin und wieder selber zerrissen wenn ich in meinem Blog über Motorrad- Routen berichte die noch abseits der Massen liegen. Als Beispiel, jeder Bewohner (und viele Motorradfahrer) wissen wie überrannt der Schwarzwald an einem schönen Wochenende ist. Und doch gibt es in diesem Wald Strassen/Strecken die nahezu unberührt sind und einfach nur herrlich zu fahren sind.
    Hin und wieder gibt es Schätze die sollten denen bleiben die sie kennen….

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  6. Alex on

    Sehr gut erkannt Sebastian. Du sitzt praktisch zwischen den Stühlen.

    Allerdings hast du auch die Chance und die Macht etwas zu verändern.
    Du schreibst ja selbst, dass dir die Leser folgen. Vielleicht solltest du sie ab und an mal zu den Orten „lenken“, die sie sonst nicht finden würden aber vielleicht mal besuchen sollten.

    Das könnten soziale Projekte vor Ort sein, die sich den Problemen vor Ort annehmen und viel Unterstützung brauchen.
    Viele Reisende berichten immer wieder über die Müllzustände auf Bali. Aber niemand präsentiert eine Lösung oder unterstützt vor Ort Menschen die sich diesem Problem annehmen. Die Leser und Reisenden sehen das Problem und dann endet es. Es wird nicht nach einer Lösung gesucht. Vielleicht gibt es aber bereits Menschen, die sichdarum kümmern und mehr Unterstützung bräuchten. Wenn du mir in dieser Hinsicht etwas vorstellen würdest, wäre ich der Erste, der im April dorthin geht! Versprochen.

    Verstehst du was ich meine?

    Ihr seid doch immer lange vor Ort, geht doch mal zu den Menschen und unterstützt sie mit eurer Reichweite.
    Ich habe im letzten Jahr durch Packforapurpose dringend benötigte Dinge, direkt nach Botswana mitnehmen lassen. 2,5 Kilo von Sachen, die dort dringend gebraucht wurden und ohne Abzug von Kosten durch Spendenorganisationen direkt dort gelandet sind.
    http://www.reich-mit-plan.de/2015/12/spenden-mit-packforapurpose-macht-richtig-spass-und-hilft-zu-100-direkt-vor-ort/

    Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr durch eure Reisen uns nicht nur die schönen Orte zeigt, sondern auch eine Möglichkeit findet, wie wir vor Ort unterstützen können- und das nicht nur durch bloßes überweisen von Betrag X zu Organisation Y.

    Dann gibts bestimmt auch mal ne Headline ala: Reiseblogger Sebastian schaffte, dass in XYZ, durch seine Leser ABC erreicht wurde.

    Gruß
    Alex

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  7. dc on

    Dilemma trifft es sehr gut. Jede Avantgarde verantwortet letztlich die Massen, die sie anführt. Zwei, drei Anmerkungen von mir, da mich dieses Thema auch sehr umtreibt. Einige sinnvolle Leitlinien für Traveller gibt das Indie Travel Manifesto. Es empfiehlt sich sehr, da mal reinzulesen. Ansonsten ist natürlich jede Destination selbst dafür verantwortlich, den Tourimus im besten Sinne für Land und Leute zu lenken. Massentourismus ist immer die schlechteste Option: Zu grosser negativer Impact auf Kultur und Natur, und es bleibt kaum lokal kaum Geld über. Der kleine, feine und teure Tourismus ist da immer die bessere Wahl und vorzuziehen. Letztlich muss man sich dann auch als Reiseblogger entscheiden: Masse oder Klasse als Zielgruppe. Und das hat dann auch einen sehr direkten Einfluss auf dein Einkommen.

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  8. Anja on

    Danke für deine ehrlichen Worte Sebastian!
    Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen, zu oft habe ich schon ähnlich darüber nachgedacht.
    Gleichzeitig sind wir alle auf der Suche nach versteckten Oasen und absoluten Geheimtipps und leisten wohl jeder unseren kleinen Beitrag, auch wenn wir bewusst reisen und den Massentourismus meiden. Wichtig ist es dabei wohl, dass wir uns unseren Einfluss vor Augen halten, und dass wir auch andere für das Thema sensibilisieren. Deinen Weg dem Pauschaltourismus den Kampf anzusagen und das Gute am Tourismus zu fördern gehe ich zu 100% mit und wünsche dir, dass dein heimlicher Traum zu einem großen Anteil wahr wird!

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  9. Laura on

    Richtig toller Bericht!

    Genau diese Fragen beschäftigen mich auch oft seit ich meinen Blog gelauncht habe.
    Auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe, das bloggen bisher als Hobby sehe und weniger über das „wo und was“ (weder überrannte Orte, noch abgelegene) schreibe, sondern mehr über Tipps zum „wie“, mache ich mir oft die von dir beschriebenen Gedanken – nicht zuletzt, weil ich auch ein Naturfreund bin und meist lieber Outdoor-Abenteuer mache als Ausstellungsbesuche.
    Daher überlege ich gerade noch, wie ich den Nachhaltigkeits-Aspekt dauerhaft bzw immer wieder in den Blog einbinden kann.

    Finde jedenfalls echt gut, dass du über diese schreibst. Deine Position als Blogger zu nutzen, um für Bewusstsein und Respekt gegenüber Natur, Mensch und Tier aufzurufen, ist einfach lobenswert 🙂

    Liebe Grüße
    Laura

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