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Die besten Tipps für ein Wanderabenteur entlang des Kungsleden in Nordschweden!

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Du suchst nach einer tollen Fernwanderung, willst dafür aber nicht unbedingt in die Ferne? Dann ist der Kungsleden im Norden Schwedens genau die richtige Wanderung für dich! Insbesondere der nördliche Teil ist wunderschön und führt dich durch die Einsamkeit Lapplands, durch weite Täler, über reißende Flüsse und vorbei an dramatisch wirkenden Bergen.

Wo der Wanderweg genau entlangführt, welche Etappen Sinn machen und was du für dein Kungsleden-Abenteuer alles dabei haben solltest, verrate ich dir in diesem Beitrag!

Abenteuer zu Fuß!

Kungsleden wandern: 110 Kilometer durch Schwedisch-Lappland

Wissenswertes über den Kungsleden

Der Kungsleden ist ein toller Fernwanderweg im Norden Schwedens und in zwei Strecken aufgeteilt: dem nördlichen und dem südlichen Kungsleden. Der nördliche führt rund 440 Kilometer von Abisko bis nach Hemavan, während der südliche dich auf etwa 350 Kilometern von Sälen nach Storlien bringt. Zwar ist der nördliche Kungsleden der beliebtere, allerdings ist es auch die beeindruckender von den beiden Strecken. Hier läufst du durch weite Täler, über Flüsse, vorbei an riesigen Seen und Bergen.

Besonders schön ist der Abschnitt zwischen Abisko und Kiruna, der mit 110 Kilometern rund einen Viertel der Strecke ausmacht und der dich auch an Schwedens höchstem Berg, dem 2099 Meter hohen Kebnekaise, vorbeiführt – und um genau diesen Abschnitt geht es in den nächsten Zeilen!

Da sich der Kungsleden sehr hoch im Norden Schwedens befindet, solltest du die Sommermonate zum Wandern ausnutzen. Zum einen wird es hier im Winter zu kalt und zum anderen auch sehr früh dunkel. Das Besondere am Sommer ist hingegen, dass es nachts weiterhin hell ist – im Juli hast du zum Beispiel 24 Stunden Tageslicht – und du dich also nicht stressen musst, rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit dein Zelt aufzubauen. Der einzige Nachteil im Sommer sind allerdings die vielen Mücken, die gerade an windstillen Tagen richtig nerven können. Deshalb gleich vorweg: Nimm unbedingt Insektenrepellent mit!

Der Weg ist gut zu finden und die komplette Strecke über ausgeschildert. Zum Teil läufst du hier über zwei schmale Holzbretter, die über besonders matschige Stellen oder über unwegsames Gelände führen. Über den gesamten Weg verteilt triffst du immer wieder auf Schutzhütten, den sogenannten Fjällstationen, in denen du auch übernachten kannst. Neben einer Toilette bieten einiger dieser Station sogar eine Sauna! Zudem kommst du immer wieder an sauberen Wasserquellen vorbei und kannst dich jederzeit mit frischem Trinkwasser versorgen – wodurch du beim Wandern natürlich viel an Gewicht sparen kannst.

Wenn du nicht gerade nach genau dem Abenteuer des Alleinseins suchst, begib dich am besten mit einem oder gar mehreren Freunden auf diese Wanderung. So kannst du das Tragen des Zeltes, des Kochers und anderem Wanderequipment aufteilen und dir etwas Gewicht sparen. Und sollte doch etwas passieren, bist du im Notfall nicht allein!

 

Anreise – So kommst du am besten zum Start des nördlichen Kungsleden!

Für die nördliche Strecke fliegst du am besten über Stockholm nach Kiruna und startest hier deine Wanderung Richtung Abisko. Sowohl SAS als auch Norwegian Airlines bieten zur Hochsaison mehrmals täglich Flüge auf dieser Strecke an, am besten schaust du einfach bei momondo nach einer für dich passenden Verbindung.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Nachtzug (SJ Nattåg) von Stockholm nach Kiruna zu fahren. Hier startest du in der Regel abends in der schwedischen Hauptstadt und bist am nächsten Morgen in Kiruna, insgesamt sind es etwas über 16 Stunden Fahrt. Der gleiche Zug bringt dich übrigens auch bis nach Abisko. Hier musst du mit nochmals 1,5 Stunden Fahrt rechnen.

Je nach Ankunftszeit, wanderst du entweder noch am selben Tag in Kiruna los oder du übernachtest noch einmal in diesem kleinen Örtchen und startest erst am nächsten Tag dein Abenteuer. Richtig cool und modern eingerichtet ist das SPiS Hotel & Hostel*, das sich im Zentrum Kirunas befindet und neben Mehrbettzimmern auch Dreibett-, Doppel- und Einzelzimmer bietet.

Das solltest du dabei haben!

Bei einer Fernwanderung sind nicht nur deine Willenskraft und Kondition gefragt, sondern auch dein Talent minimalistisch und leicht zu packen. Denn jedes Gramm, das du zu viel mitnimmst, wirst du irgendwann bereuen. Denk also immer an deine Füße und deinen Rücken. Wenn du es schaffst, bei 15 Kilogramm zu liegen, ist das sehr gut. Versuche aber in jedem Fall unter 20 Kilogramm zu bleiben!

Das richtige Wanderequipment

Superwichtig ist selbstverständlich ein richtig guter Trekkingrucksack, der nicht nur bequem zu tragen ist, sondern auch genügend Platz für all dein Wanderequipment, deine Anziehsachen und dein Essen bietet. Für die fünf-tägige Wanderung entlang des Kungsleden kann ich dir eine Größe von 55 Litern empfehlen. Wirklich tolle Wanderrucksäcke sind hier zum Beispiel der Fjällräven Kajka* oder der Tatonka Yukon*.

Zudem solltest du Wanderstöcke für extra Stabilität mitnehmen und musst natürlich auch ein gutes Zelt eine Isomatte, einen Schlafsack und einen Gaskocher einpacken. Dazu kommen noch praktische Utensilien wie eine Trinkflasche, ein Becher für Tee oder Kaffee und ein Löffel zum Essen. Weiteres Geschirr und Besteck benötigst du übrigens nicht, solltest du ausschließlich Trockenmahlzeiten aus Tüten und Snacks zu dir nehmen. Somit kannst du weiteres Gewicht und Platz in deinem Rucksack sparen. Ebenfalls praktisch, aber kein Muss, sind ein Taschenmesser, eine Stirnlampe und ein kleines Microfaser-Handtuch.

Liste an praktischem Wanderequipment
– 1x Trekkingrucksack mit 55 Litern*
– 1x Zelt (z.B das Fjällräven Abisko Shape 2* oder das Tatonka Kiruna*)
– 1x Schlafsack (z.B von The North Face)*
– 1x Isomatte*
– 1x Paar Wanderstöcke*
– 1x Gaskocher* und Gaskartusche* (z.B. Primus)
– 1x Trinkflasche (z.B die HydroFlask)*
– 1x Becher (z.B. Von Off The Path!)
– 1x langer Löffel*
– 1x Taschenmesser*
– 1x Stirnlampe*
– 1x kleines Microfaser-Handtuch*
– ggf. biologisch abbaubares Waschmittel (für Körper, Anziehsachen, Geschirr und Besteck)

Anziehsachen und Kosmetik

Am wichtigsten bei einer Wanderung sind natürlich gute Wanderschuhe! Am besten trägst du hier deine alten, bereits gut eingelaufenen Schuhe. Solltest du keine Wanderschuhe besitzen, kann ich dir die von HANWAG empfehlen. Ich habe schon zwei Paar Wanderschuhe von dieser Marke gehabt und bisher nur tolle Erfahrungen gemacht! Wichtig ist allerdings, dass du deine neuen Schuhe vor der Wanderung gut einläufst, um Blasen zu vermeiden.

Auch wenn sie etwas mehr kosten als gewöhnliche Socken, machen Wandersocken wirklich einen Unterschied! Sie stützen deine Füße zusätzlich, sorgen für besseren Halt und sind an möglichen Druckstellen dicker, sodass auch Blasen vermieden werden können. Zudem trocknen die richtig guten Modelle wie zum Beispiel die Wandersocken von Falke superschnell, sodass du keine nassen Socken tragen musst, selbst wenn du auf deinem Wanderabenteuer viel schwitzt!

Nimm für deine Wanderung auf jeden Fall Funktionskleidung mit. Diese ist in der Regel nicht nur leichter und atmungsaktiv, sondern trocknet oftmals wesentlich schneller wieder, solltest du schwitzen oder vom Regen überrascht werden. Zudem findest du meistens durchdachte Extras wie kleine Taschen an praktischen Stellen. Super wichtig ist auch, dass du eine Regenjacke und eine -hose einpackst sowie Anziehsachen für deine Pausen oder abends, wenn du nicht auf deinen Füßen unterwegs bist. Dazu gehören nicht nur ein gemütliches Fleece und eine extra Daunenjacke, sondern auch ein paar bequeme Schuhe sowie warme Wollsocken.

Achte zudem darauf, dass deine Anziehsachen entweder aus synthetischen Textilien oder aus Baum- oder Merinowolle hergestellt wurden. Auf keinen Fall mitnehmen solltest du Anziehsachen aus richtiger Schafwolle, denn diese trocknet nicht nur superlangsam, sondern wird – einmal nass – auch richtig schwer! Einzige Ausnahme: deine Wollsocken für die Pausen und abends.

Liste an Anziehsachen für 5 Tage:
– 1x Paar gute und bereits eingelaufene Wanderschuhe*
– 1x Paar bequeme offene Schuhe wieTEVA-Sandalen*, Crocs* oder Birkenstocks*
– 1x Regenjacke* und -hose*
– 1x leichte Daunenjacke*
– 1x Fleece als Jacke oder Hoodie*
– 3x T-Shirts* (zwei zum Wandern, eins zum Umziehen für abends)
– 1x Wanderhose mit Zip-Off Funktion* (so hast du gleichzeitig eine lange und eine kurze Hose dabei!)
– 1x Leggings* (zum Umziehen für abends)
– 3x Paar Wandersocken*
– 1x Paar Alpaka-Wollsocken*
– 1x Mütze* und 1x Paar Handschuhe*
– 1x Buff Multifunktionstuch*
– 5x Unterwäsche (und Sport-BH)

Hinweis: Die meisten Krankheiten bei Fernwanderungen entstehen durch mangelnde Hygiene, weshalb es wichtig ist, dass du täglich zumindest eine kleine Katzenwäsche an den wichtigsten Stellen wie deinen Füßen und deinem Intimbereich durchführst und entsprechend auch frische Unterwäsche anziehst sowie die Socken wechselst.

Liste an Kosmetiksachen (nimm hier die Reisegrößen mit!):
– 1x Zahnbürste und -pasta
– 1x kleine Packung feuchte Tücher (für die Katzenwäsche und als Erfrischung)
– 1x Babypuder oder Trockenshampoo (gegen fettige Haare)
– 1x Insektenrepellent (gegen die vielen Mücken)

Tipp für Abenteurerinnen: Solltest du damit rechnen, auf der Wanderung deine Tage zu bekommen, kann ich dir empfehlen, statt Tampons oder Binden auf eine Menstruationstasse zu wechseln. Diese sind nicht nur umweltfreundlicher und verträglicher, sondern du sparst dir bei deiner Wanderung Gewicht und auf Dauer sogar einiges an Geld. Ich habe zum Beispiel sehr gute Erfahrungen mit Me Luna gemacht: Das Material ist angenehm und es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Größen – auf der Webseite findest du auch eine richtig tolle Größenberatung.

Und für den Notall:
– 1x Packung Blasenpflafster (z.B. von Compete)
– 1x kleine Tube Betaisodona-Salbe (zur Desinfektion)
– 1x kleine Tube Bepanthen-Wundsalbe (bei trockenen Wunden oder Mückenstichen)
– 1x Packung Schmerzmittel (am besten gleich Ibuprofen 800)
– Tape (zum Abkleben und zur Unterstützung der Gelenke)

Lesetipp: Wenn du wissen willst, wie du dich richtig auf ein solches Abenteuer vorbereitest, lies dir diesen Beitrag durch! Tolle Tipps für deine erste Fernwanderung mit Zelt gibt’s hier und in diesem Beitrag haben wir die besten Survival-Tipps für dich!

 

Essen und Snacks

Neben deinem Wanderequipment, deinen Anziehsachen und der Kosmetik musst du auch all dein Essen für die fünf Tage mitnehmen – und das geht schnell ins Gewicht! Am besten ist es, wenn du dir jeweils für morgens, mittags und abends eine richtige Mahlzeit einpackst. Zudem solltest du noch mindestens ein Extra-Gericht mitnehmen, falls du die Strecke nicht in der angedachten Zeit schaffst.

Ich kann dir hier die Trockengerichte von Real Turmat empfehlen. Diese wurden nicht nur so erstellt, dass sie dich mit besonders vielen und wichtigen Nährstoffen für dein Abenteuer versorgen, sondern sie sind auch leicht zuzubereiten und schmecken superlecker. Besonders gut: das Frühstücksmüsli, die Spaghetti Bolognese und das Chilli Con Carne!

Neben den richtigen Mahlzeiten solltest du auch genügend Snacks mitnehmen, die dich zwischendurch mit ausreichend Energie versorgen. Hier sind Müsli- oder Schokoriegel, Nüsse oder Trockenfrüchte besonders praktisch.

Übersicht an Essen:
– 4x Frühstück, 5x Mittagessen, 4x Abendessen
– plus 1x Extragericht für den Notfall
– mind. 5x Snacks (Nüsse, Müsli- und Schokoriegel, Trockenfrüchte)

Nicht vergessen: Pack eine gute Kamera ein!

Jedes Abenteuer sorgt am Ende für tolle Geschichten und am besten ist es, wenn du diese auch in Bildern festhältst. Ich hatte auf der Wanderung entlang des Kungsleden die neue Canon 200D dabei, die für eine DSLR-Kamera nicht nur superleicht und klein, sondern auch einfach zu bedienen ist. Dank der Möglichkeit, Blende, Belichtungszeit und ISO zu verstellen, kannst du Situationen unterwegs oder besondere Lichtverhältnisse viel besser festhalten. Zudem lässt sich auch das Display ausklappen und drehen, was super für Videoaufnahmen ist und wodurch du aus besonderen Perspektiven wie vom Boden aus fotografieren kannst.

Das Coole: Die Kamera gibt’s gleich in drei verschiedenen Designs* und außerdem kannst du neben dem Standard-Objektiv auch andere Objektive am Body befestigen wie zum Beispiel ein Weitwinkelobjektiv – das ist gerade für Landschaftsaufnahmen wie beim Wandern super!

Die Etappen

Kungsleden wandern: 110 Kilometer in 5 Tagen

Der nördlichste Teil des Kungsleden gehört zu den schönsten Streckenabschnitten des gesamten Wanderweges. Du startest nicht direkt in Kiruna, sondern in der Nähe der Stadt bei Nikkaluokta. In fünf Tagen wanderst du insgesamt 110 Kilometer und überschreitest auch die höchste Stelle des Fernwanderweges: den 1.140 Meter hohen Tjäktja Pass. Wie genau die Etappen aussehen, verrate ich dir jetzt!

 

Tag 1: Von Nikkaluokta zur Kebnekaise Fjällstation

Am ersten Tag legst du insgesamt 22 Kilometer zurück, Startpunkt ist Nikkaluokta. Zunächst wanderst du durch eine Art Buschlandschaft, rechts und links neben dir wachsen kleine Birkenbäume. Der Weg an sich ist einfach zu gehen, an manchen Stellen liegen Holzbretter, damit du nicht durch Matsche oder die teilweise sumpfartige Landschaft laufen musst. Nachdem du einen größeren Fluss überquert hast, kommst du an den Ladtjojaure, ein wirklich schöner See, dessen Wasser an sonnigen Tagen türkisblau erstrahlt.

Hier erlebst du deinen ersten Wow-Moment, denn der See mit den dahinterliegende Bergen ist wirklich beeindruckend! Mach hier auf jeden Fall ein paar Bilder und leg deine erste längere Pause ein. Aber täusch dich nicht: Du hast noch ein ordentliches Stückchen vor dir! Ein paar Kilometer hinter dem See ändert sich die Landschaft so langsam, die Birken verschwinden mehr und mehr und vor dir öffnet sich ein weites Tal, in der Ferne ragen die Berge empor. Es ist genau das Bild, das man vom Kungelnden im Kopf hat, und spätestens hier freust du dich auf all das, was noch vor dir liegt!

Am späten Nachmittag erreichst du dann das Ziel der heutigen Etappe: die Kebnekaise Fjällstation. Hier gibt es neben Toiletten auch richtige Schlafplätze. Am besten läufst du den Weg aber noch ein wenig weiter auf die Berge zu und suchst dir in dieser Gegend ein geschütztes Plätzchen für dich und dein Zelt. Die Landschaft ist hier wirklich beeindruckend und lässt Vorfreude auf die nächsten Tage aufkommen! Ich habe für die letzten Kilometer an diesem Tag zum Beispiel deutlich länger gebraucht, weil ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen bin und alle paar Meter stehen geblieben bin, um Fotos zu machen.

Tag 2: Kebnekaise – Singi – Sälka

Am nächsten Morgen startest du am besten früh, denn es liegen insgesamt 24 Kilometer vor dir. Zunächst läufst du in ein schmales, langgezogenes Tal hinein, links und rechts neben dir schaust du auf Berge, darunter auch auf den Kebnekaise, mit 2099 Metern der höchste Berg Schwedens.

Der Weg wird nun etwas schwieriger, es geht über große Steine und kleinere Felsbrocken bergauf und bergab. Du musst gut darauf achten, wo du hintrittst, um nicht falsch aufzukommen oder gar umzuknicken. Nach ein paar Kilometern siehst du links von dir einen Wasserfall und auch der Blick zurück lohnt sich: Die Landschaft wirkt je nach Wetter richtig dramatisch! Denk dran, deine Kamera immer griffbereit zu haben, denn auch die heutige Etappe bietet wieder richtig viele tolle Fotomotive.

Später musst du über einen weiteren Hügel, überquerst ein paar Bäche und kommst auch an den ersten Schneefeldern vorbei. Dann öffnet sich plötzlich ein neues weites Tal vor dir, in der Ferne siehst du schneebedeckte Gipfel und mehrere Seen. Nun läufst du leicht bergab und erreichst in der Mitte des Tals die kleine Station Singt – spätestens jetzt erlebst du deinen zweiten Wow-Moment!

An der Station kannst du eine längere Mittagspause einlegen und läufst anschließend weiter in die rechte Ecke des Tals, die dich in ein neues schmales Tal führt. Es geht weiterhin über Steine und teils matschige Wege, aber die großen Felsbrocken sind nun verschwunden. Auch ein paar Holzbretter und Brücken warten wieder auf dich. An einer Stelle siehst du links von dir einen kleinen Gletscher und wenig später musst du tatsächlich über Eis laufen.

Kurz danach entdeckst du in der Ferne das heutige Ziel deiner Wanderung: Sälka. Diese Fjällstation ist ebenfalls etwas größer und bietet sogar eine Sauna! Nutze diese tolle Gelegenheit, zieh dich aus und entspanne deine Muskeln in der Wärme – das hat sich dein Körper verdient!

 

Tag 3: Sälka – Tjäktja Pass – Alesjaure

Heute steht die längste Strecke an: Insgesamt 28 Kilometer musst du heute zurücklegen und außerdem den höchsten Punkt der Wanderung überqueren: den 1.140 Meter hohen Tjäktja Pass. Zunächst läufst du wieder über teils steinige Wege und viel über Holzbretter. Nach der ersten Stunde zu Fuß gelangst du an einen kleinen See und von hier biegst du in ein neues Tal ab, vor dir siehst du bereits den Tjäktja Pass.

Am besten machst du am Fuße des Passes noch einmal Pause, bevor du dich nach oben begibst. Der Aufstieg ist zwar steil, aber nicht sehr schwer. Es kann allerdings vorkommen, dass du hier auf Eis und Schnee triffst und auch der Wind kann ordentlich pfeifen! Oben angekommen wartet eine ganz kleine Hütte auf dich und dahinter erstreckt sich eine komplette neue Landschaft. Hol auf jeden Fall deine Kamera raus, mach ein paar Bilder und eine kleine Pause!

Das Tal, in das du nun hinabläufst, sieht aus wie von einem anderen Planeten. Es ist felsig, kaum grün und der Weg nicht mehr eindeutig zu sehen. Laufe einfach geradeaus und achte gut auf deine Tritte. Teilweise kannst du auch hier wieder über Holzbretter gehen, die über die vielen Steine und Felsbrocken führen.

Irgendwann geht es wieder leicht bergab und die Steinlandschaft weicht Grün. Vergiss nicht, eine längere Mittagspause einzulegen, denn du hast noch einen weiten Weg vor dir. Dieser ist dafür wunderschön, führt dich immer entlang eines Flusses, vorbei an Seen, über Hügel und immer weiter, bis du endlich am Anfang eines neuen Sees und somit am heutigen gleichnamigen Ziel angekommen bist: Alesjaure. Hier gibt es neben Toiletten ebenfalls Betten sowie einen genialen Ausblick auf den See.

Auch wenn die dritte Etappe die längste und schwierigste ist, belohnt sie dich mit unendlich vielen tollen Aussichten und Gänsehautmomenten. Wenn du diesen Tag geschafft hast, hast du nicht nur platte Füße, sondern auch ganz viel zu erzählen!

 

Tag 4: Alesjaure – Abiskojaure

Am vierten Tag musst du nur knapp 18 Kilometer zurücklegen, aber die haben es in sich. Nach dem letzten Tag sind deine Füße und Beine erschöpft und der Weg ist zunächst wenig abwechslungsreich. Die ersten Kilometer geht es immer geradeaus am Ufer des Alesjaure entlang und einen Großteil der Strecke läufst du über Holzbretter. Bei gutem Wetter erstrahlt der See in Türkisblau und gibt ein tolles Bild ab!

Später gelangst du wieder in ein weites Tal und musst durch einen Zaun hindurch. Du läufst nämlich auf den Sommerweiden der ansässigen Sami-Siedlung und begegnest mit ein bisschen Glück Rentieren. Du biegst links in ein sehr schmales Tal ab und läufst nun größtenteils bergab über einen sehr felsigen Weg.

Schlagartig ändert sich die Landschaft: Aus dem kargen Braun-Grau-Grün wird mehr und mehr Grün, denn die ersten Tannen kommen zum Vorschein. Ein paar Kilometer weiter befindest du dich wieder in einer Art Gebüsch aus kleinen Birken und gelangst an eine kleine Lichtung. Von hier oben kannst du bereits den Abiskojaure-See sehen und hast es fast geschafft!

Es geht noch einmal ganz kurz steil bergab, dann über eine Brücke und wenig später kommst du an der Station Abiskojaure an. Entweder schlägst du schon etwas früher dein Zelt auf oder direkt bei der Station – allerdings wimmelt es hier an windstillen Tagen nur so von Mücken!

 

Tag 5: Abiskojaure – Abisko

Die letzte Etappe und damit der letzte Tag deines Wanderabenteuers steht an. Der Weg verläuft nun immer entlang des Abiskojaure, teilweise wieder über Bretter und größtenteils über einen einfachen Weg. Insgesamt sind es 19 Kilometer bis zum Ziel nach Abisko.

An einer Stelle läufst du etwas bergauf auf einen Hügel. Dreh dich hier auf jeden Fall einmal um und hol deine Kamera raus: Hinter dir befindet sich eine beeindruckende Berglandschaft – hier bist du die letzten Tage durchgewandert!

Wenig später gelangst du zu einem kleinen Canyon. Mach hier ein allerletztes Mal Pause bevor deine Füße ein paar Hundert Meter später über Schotter und dann wieder über Asphalt laufen – du hast es geschafft! Dieses unglaubliche Abenteuer ist zu Ende und du dafür um eine wunderbare Erfahrung und eine spannende Geschichte reicher – diese fünft Tage auf dem Kungelnden wirst du für immer in Erinnerung behalten!

In der Regel kommst du gegen Mittag in Abisko an und kannst hier entweder den Bus zurück nach Kiruna nehmen und hier in den Flieger oder nochmals in das gemütliche SPiS Hotel & Hostel* steigen, oder du setzt dich gleich in den Zug zurück nach Stockholm.

Hier noch meine 7 besten Wandertipps:
– kleide dich nach dem Zwiebelprinzip
– nutze dein Buff Multifunktiontuch als Schal, Stirnband oder Schlafmaske
– auch wenn du zunächst frierst, zieh dich nicht zu warm beim Wandern an – sonst schwitzt du und verschwendest unnötig Energie
– laufe in einem eiligen Tempo – auch wenn das paradox klingen mag, sparst du dir so auf Dauer Energie
– baue dein Tunnelzelt immer so auf, dass der Tunnel in Windrichtung steht
– vergiss nicht, genügend zu trinken – Dehydration kann zu Schlappheit führen und Kopfschmerzen verursachen
– zieh bei jeder längeren Pause deine Wanderschuhe aus – deine Füße werden dir unendlich dankbar sein!

Der Kungsleden ist eine geniale Fernwanderung – auch für Anfänger

Der nördliche Kungsleden und besonders der Abschnitt zwischen Kiruna und Abisko ist wirklich wunderschön! Die Einsamkeit und die dramatischen Landschaften lassen jedes Abenteurerherz höher schlagen und selbst wenn du noch keine Erfahrung im Fernwandern hast, kannst du diese Strecke problemlos meistern. Das Tolle ist, dass du hier immer wieder an Schutzhütten vorbeikommst, die dir bei richtig ungemütlichem Wetter nicht nur ein Bett bieten, sondern auch eine wohltuende Sauna!

Diese 110 Kilometer, die du in fünf Tagen zurücklegst, sind ein unvergessliches Abenteuer, ein Abenteuer, das dich im Anschluss zum Geschichtenerzähler werden lässt und das du so schnell nicht vergessen wirst!

Tipp: Wenn du Teil eines wirklich tollen Abenteuers sein möchtest und gerne mit mehreren Menschen unterwegs bist, kannst du dich auch dem Fjällräven Classic anschließen, der jedes Jahr stattfindet. Meinen Erfahrungsbericht dazu kannst du hier lesen, während du in diesem Podcast ebenfalls mehr über den Kungsleden und das Wandern in Schweden erfährst!

Steht der Kungsleden ebenfalls auf deiner Bucket-List? Hast du auch noch Tipps für coole Wanderwege oder zum Fernwandern allgemein? Dann her damit!

*Disclaimer: Vielen Dank an Canon für die Möglichkeit, die 200D auf dieser Wanderung zu testen!

Line
Line ist zwar ein Großstadtkind, fühlt sich in der Natur aber mittlerweile weitaus mehr zuhause als im trüb-grauem Häuserdschungel. Wenn sie sich nicht gerade mit Sebastian ins Abenteuer stürzt, findest du sie entweder im Reitstall, in einer finnischen Sauna oder in einem süßen Café am Laptop mit einem Flat White und einem leckeren Cheese Cake vor der Nase.
Line

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