Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Unser Leben als Reiseblogger – oder: Warum unser Herz die verrücktesten Ideen hat!

Auch diesmal kann ich nicht anders beginnen als damit, dass immer alles anders kommt als gedacht. Eins habe ich in den letzten Jahren gelernt: Pläne sind dafür da, um sie über den Haufen zu werfen und neue zu schmieden. Das Leben ist kein roter Faden, sondern eine chaotische Verknüpfung an Zufällen.

3 Jahre ist es nun her, dass ich zuletzt über mein Leben als Reiseblogger geschrieben habe. Während ich meine Zeilen damals in einem meiner Lieblingscafés in die Tasten meines kleines MacBooks haute, sitze ich heute in einem Büro und schaue auf das große Display meines iMacs – und auf Deutschlands höchsten Berg.

Mein Leben hat sich schon wieder um 180° gedreht und manchmal weiß ich selbst gar nicht, wie es dazu gekommen ist. Wenn du mich fragen würdest, könnte ich nur folgende Antwort geben: Ich höre auf mein Herz, und das hat manchmal eben ganz verrückte Ideen.

Von der Welt in die Berge

Unser Leben als Reiseblogger – oder: Warum unser Herz die verrücktesten Ideen hat

Der Traum vom Reisebloggen wird zum Albtraum

Ich kann mich noch ganz genau an diesen Moment erinnern: Wir saßen auf unserer Holzterrasse mitten im Grünen Nicaraguas, nicht weit vom kleinen Surferörtchen San Juan del Sur. In den Bäumen ringsherum trieben Brüllaffen ihr Unwesen, in der Ferne schimmerte der Ozean durch die Blätter.

Im Grunde befunden wir uns nur auf der Durchreise, Nicaragua war nur ein Zwischenstopp: Die Tage zuvor waren wir noch mit einem Jeep in Kanada unterwegs, auf einem Roadtrip durch Alberta. Statt durch Regenwald, fuhren wir durch dichte Tannenwälder, vorbei an riesigen Bergen, den Rocky Mountains. Hier trieben keine Affen, sondern Bären und Wölfe ihr Unwesen.

Als nächstes sollte es für uns über die Grenze nach Costa Rica gehen, wo ein Defender mit Dachzelt auf uns wartete. Doch Nicaragua machte uns einen Strich durch die Rechnung: Bei unserer Einreise nahm man uns am Flughafen in Managua unsere Drohne ab und behandelte uns wie Kriminelle.

Es war unser Fehler: Wir hatten uns schlichtweg nicht informiert, ob Drohnen im Land erlaubt sind, da wir nicht vorhatten sie zu nutzen. Es war den Behörden auch völlig egal, was und ob wir damit überhaupt etwas vorhatten, wir durften mit einer Drohne nicht einreisen. Punkt.

So standen wir da, gaben unsere Drohne ab und reisten ohne sie ins Land ein. Das Problem war nun, dass wir wieder mit dem Flugzeug ausreisen mussten, um sie zurückzubekommen. Für jeden Tag, an dem die Drohne bei den Behörden am Flughafen lagerte, zahlten wir außerdem eine saftige Gebühr – zusätzlich zur Strafe, die wir allein für den Versuch mit Drohne einzureisen zahlen mussten.

Statt ein paar Tage zu entspannen, telefonierten wir mit den Behörden, diskutierten und überlegten hin und her, was wir nun tun sollten. Letztendlich gab es nur eine Möglichkeit: Wir mussten zurück nach Managua, unsere Strafe und die Gebühren vor Ort in bar zahlen, und anschließend mit dem Flugzeug ausreisen.

Unser Plan, einmal vom Norden in den Süden Costa Ricas entlang der Pazifikküste zu fahren, war somit zerschlagen. Stattdessen mussten wir nun nach San José fliegen und unseren Roadtrip vor dort starten. An sich halb so wild, jedoch gab uns das viel weniger Zeit, das Land zu entdecken.

Nicht nur das: Fliegen ist in Zentralamerika nicht gerade günstig und so spontan erst Recht nicht. Rund 1.000 Euro mussten wir für unseren Flug zahlen, der noch nicht einmal ein Direktflug war. Es sollte von Managua über Panama nach Costa Rica gehen – was für eine Zeitverschwendung und, vor allem auch, was für eine Umweltsünde. Doch leider konnten wir uns einen Direktflug noch weniger leisten, dieser lag bei knapp 3.000 Euro.

 

Nun saßen wir also da, auf unserer Holzterrasse mitten im Paradies, und uns war nur zum Heulen zumute.

Wir waren so unglaublich frustriert, fühlten uns hilflos und allein gelassen. Wir wollten nicht mehr. Wollten nicht mehr reisen. Wir sehnten uns nach einem Rückzugsort, nach einem richtigen Zuhause.

Und wir hatten Angst, Angst vor diesem Gefühl, das uns da überkam.

Niemals hätten wir gedacht, dass wir einmal keine Lust mehr haben würden zu reisen. Wir hassten uns für diesen Gedanken, schämten uns regelrecht. Schließlich waren wir privilegiert, privilegiert, so viel reisen zu können, und lebten für viele einen Traum.

Einen Traum, der sich für uns gerade wie ein Albtraum anfühlte.

Und der Albtraum ging weiter: Als wir ein paar Tage später wieder in Managua am Flughafen standen, überfiel uns die nächste schlechte Nachricht: Ein Vulkan war in Costa Rica ausgebrochen, es war unklar, ob eine Einreise ins Land per Flugzeug überhaupt möglich war. Die ersten Flüge waren bereits gecancelt.

Unser Flieger schien jedoch zu fliegen und mit der Drohne im Gepäck – dessen Wiederbeschaffung nochmals für einen Haufen Frustration sorgte und einen ganzen Blogbeitrag füllen könnte – saßen wir endlich im Flugzeug Richtung Panama. Doch erst am Gate in Panama City gab es die Gewissheit, dass wir auch nach Costa Rica kommen würden.

Wir landeten erst am späten Nachmittag in San José und freuten uns umso mehr, als wir endlich einen wunderschönen weißen Land Rover Defender vor uns sahen und einen grinsenden Fabio. Damals zählte Fabio noch eine kleine Flotte an coolen 4×4, heute ist er mit Nomad America* einer der größten Anbieter Zentralamerikas und hat in den letzten Jahren eine ähnliche Reise durchlebt wie wir.

Dank seiner Spontanität und seinen Tipps wurde unser erster Costa Rica Urlaub zu einem unvergesslichen Abenteuer, bei dem wir uns in das Land und die Leute verliebten. Ein Abenteuer, das wir trotz der Strapazen nicht missen möchten.

Nach Costa Rica ging es weiter nach Südamerika für eine abenteuerliche Ecuador Rundreise. Wir befanden uns auf einer Art Mini-Weltreise. Doch wir waren müde, müde vom Reisen. Wir hatten einfach keine Lust mehr, trotz der vielen tollen Momente und Bekanntschaften.

Es war wie eine Depression, ein Loch.

Der Wandel: Wir sehnen uns nach einem Zuhause

Doch warum erzähle ich nun ausgerechnet diese so negative Geschichte?

Weil sie einerseits zeigt, dass sich Pläne binnen Sekunden in Luft auflösen können, und andererseits, weil sie einen unserer Tiefpunkte widerspiegelt und zu einer großen Veränderung in unserem Leben als Reiseblogger führte: Wir suchten uns wieder ein Zuhause.

Wir spielten schon länger mit dem Gedanken, uns irgendwann wieder irgendwo niederzulassen. Doch aus irgendwann wurde jetzt – kein Warten mehr in Sicht. Es wurde Zeit, wieder sesshaft zu werden.

Aber wohin mit uns?

Früher wollte ich immer im Ausland leben, wahrhaftig auswandern. Auch Sebastian war von der Idee nicht abgeneigt, schließlich hat er wie ich schon in vielen Ländern dieser Welt gelebt, ist gebürtiger Spanier und im Norden Mallorcas aufgewachsen.

Spanien stand bei uns als Option auch hoch im Kurs, zuerst war es Barcelona, dann waren wir total verliebt in das kleine Örtchen und Kitesurf-Mekka Tarifa. Wir schauten schon nach Wohnungen, kontaktierten Makler und freundeten uns mehr und mehr mit dem Gedanken an, in die spanische Küstenstadt gegenüber von Marokko zu ziehen.

Davor überlegten wir auch, uns in Portugal niederzulassen, doch nachdem uns das Städtchen Porto überhaupt nicht gefiel, wurde dieser Gedanke direkt ad acta gelegt. Zwar statteten wir noch Lissabons Sehenswürdigkeiten einen Besuch ab und fühlten uns generell sehr wohl in der Stadt, aber mit Portugal wurden wir irgendwie nicht warm.

Ein Ort, der dafür immer unser Herz höher schlagen ließ – und es bis heute auch tut – ist Kapstadt. Neben Tarifa, spielten wir mit dem Gedanken in die Mother City zu ziehen, wie die Stadt von den Südafrikanern liebevoll genannt wird.

Im Flieger von Quito zurück nach Frankfurt traf es uns dann aber wie ein Geistesblitz:

Warum nicht einfach ganz zurück nach Deutschland?

Wir grinsten uns an, und damit war die Sache beschlossen.

Es geht wieder zurück nach Deutschland

Wir fingen an, nach Wohnungen zu schauen und wollten zuerst nach Hamburg ziehen. In diesem Punkt waren wir uns schon immer einig: Sollten wir jemals wieder zurück nach Deutschland ziehen, dann nach Hamburg.

Doch die Mietpreise schockierten uns. So sehr, dass wir uns bald von dem Gedanken verabschiedeten, eine schöne Altbauwohnung mit Balkon und viel Licht in der hippen Hansestadt zu beziehen.

Stattdessen bekam nun Kiel unsere Aufmerksamkeit: Nicht allzu weit von Hamburg entfernt, direkt am Meer, Studentenstädtchen und ebenfalls ein Kitesurf-Spot. Klingt perfekt, dachten wir.

Als uns Google Maps dann verriet, wie weit der Flughafen Hamburg tatsächlich entfernt ist, wurde auch Kiel ganz schnell unter den Teppich gekehrt.

Wir zogen unseren Kreis größer und auf einmal sprang uns Hannover ins Gesicht. Wir kannten die Stadt ein wenig, denn Sebastians Eltern leben hier und wir hatten sie schon des Öfteren besucht. Die Mietpreise waren legitim, es gab einen eigenen Flughafen und sogar Deutschlands größtes Co-Working Space sollte in Hannover eröffnen.

Irgendwie fühlte es sich richtig an, und so zogen wir Anfang 2017 Hals über Kopf nach Hannover.

Wir mieten unser erstes eigenes Büro in Hannover

Zuerst zogen wir zur Zwischenmiete in eine kleine möblierte Dachgeschoss-Wohnung nach Hannover-Linden, vergleichbar mit Berlin-Kreuzberg, wo wir zuletzt lebten. Per Zufall wurde im selben Haus eine wunderschöne Wohnung frei, und wenig später übergab uns der Vermieter die Schlüssel.

Wir mussten die Wohnung komplett renovieren, schliffen den Holzboden ab, lackierten ihn, strichen die Wände und richteten uns Stück für Stück ein. Wir fühlten uns wie echte Glückspilze: Wir lebten in einer günstigen, wunderschönen Altbauwohnung mit hohen Decken und einem extra Arbeitszimmer, mitten im hipsten Viertel Hannovers und hatten obendrauf noch die nettesten Nachbarn, die man sich vorstellen kann – nur der Balkon fehlte.

Wir arbeiteten meistens von zuhause aus, ab und zu gingen wir in ein Café oder ins Co-Working Space.

Und dann der nächste Schritt: Wir mieteten unser erstes eigenes Büro in der Hannover Nordstadt. Denn unser Team wuchs und wuchs und neben Sebastian und mir, gehörten auch Nadja und Manuel dazu – und Manuel kam gerade von seiner Weltreise wieder. Er zog für uns, für unseren Reiseblog Off The Path, nach Hannover und so saßen wir kurze Zeit später zu dritt in unserem ersten Büro.

Wenig später kam noch Lina hinzu, die uns bei allen Themen rund um Design unterstütze. Gemeinsam entwickelten wir unsere ersten Produkte, darunter unseren Jahresplaner, der binnen kürzester Zeit ausverkauft war. Die Ideen sprudelten nur so aus uns heraus und wir waren voller Motivation.

Natürlich erlebten wir weiterhin Abenteuer und verreisten, unter anderem ging es ins supercoole Melbourne und auf die Great Ocean Road nach Australien, später nach Tokio und für eine Rundreise durch Japan, mit Freunden in den Urlaub nach Slowenien, für eine coole Hausboot-Tour auf die Mecklenburgische Seenplatte, für eine Hüttenwanderung zur wunderschönen Seiser Alm nach Südtirol, für einen Kurztrip an die Ostsee, für einen Roadtrip auf Neuseelands Nordinsel, nach Schottland für eine Rundreise mit dem Auto und erneut für eine Rundreise nach Costa Rica.

Ich stürzte mich außerdem ganz ohne Sebastian in ein Abenteuer und wanderte 110 Kilometer entlang des Kungsleden in Nordschweden im Rahmen des Fjällräven Classic. Zudem gab es eine Reise, bei der Sebastian nicht nur seinen Kindheitstraum erfüllte und beim Kajaken endlich auf Orcas traf, sondern die uns alles nochmals überdenken ließ: unsere British Columbia Rundreise.

 

Moment mal: Was will unser Herz uns da gerade sagen?!

Und auch diesmal erinnere ich mich ganz genau an diesen Moment. Wir waren kaum eine Stunde von Vancouver entfernt, vor uns streckten sich die ersten Berge in die Höhe, als Sebastian plötzlich folgenden Gedanken laut aussprach:

„Ich glaube, wir sollten in die Berge ziehen.“

Mein Herz pochte, ich bekam kaum Luft, war wie gelähmt. Ich war glücklich in Hannover, fühlte mich wohl in dieser wunderbar bodenständigen Stadt mit viel Grün drumherum, sah mich irgendwann einmal in einem Haus mit typisch nordischer Architektur und wenn, dann wollte ich eher Richtung Meer als Richtung Berge ziehen.

Ich sagte nichts, war buchstäblich sprachlos. Sebastian führte seinen Gedanken fort: „Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse, dann hatten wir doch am meisten Spaß in den Bergen. Beim Wandern, beim Rafting, beim Canyoning – all das kann man in den Bergen machen.

Meine Kehle schnürte sich zu. Ich sah das schöne Bauernhäuschen mit Reetdach langsam dahin verpuffen, das Rauschen der Wellen wurde leiser. Stattdessen beugten sich bedrohlich hohe Berge über mich und alles wurde dunkel. Mir war schlecht.

„Line? Hast du dazu denn gar nichts zu sagen?“

Nein, hatte ich nicht. Ich stand schlichtweg unter Schock.

„Ich weiß, wir wollten wenn immer ans Meer ziehen, aber mal ehrlich, so ganz rational betrachtet: Was machen wir denn da? Wir gehen nicht wirklich schwimmen, wir surfen zwar gerne, aber in der Nordsee? Kitesurfen an der Ostsee, wo es am Himmel nur so von Kites wimmelt? Wandern? Den Strand immer auf und ab laufen? Ok, du kannst am Strand reiten – aber sonst?

„Puh. Du hast wohl Recht.“

Es brauchte bestimmt eine halbe Stunde bis ich diesen Satz rausbrachte, nachdem Sebastian seinen Gedanken das erste Mal aussprach.

Ich wollte erstmal nicht mehr weiter darüber reden und so setzten wir unseren Roadtrip weiter fort, bis wir ein paar Tage später im kleinen Städtchen Whistler landeten.

Wir waren beide so begeistert, so angetan von diesem coolen Ort mitten in den Bergen, dass auf einmal auch unser Herz etwas zu sagen hatte: „Gebt den Bergen eine Chance“, flüsterte es.

“Ich hab da mal etwas von Garmisch-Partenkirchen gehört“…

Wir saßen in einem kleinen Café in Whistler, tranken einen Flat White und grinsten uns beide an. Schon wieder war es eine beschlossene Sache, ohne dass es ein weiteres Wort bedurfte.

Ich hab da mal etwas von Garmisch-Partenkirchen gehört“, erzählte Sebastian und schon recherchierten wir mehr über diesen Ort ganz im Süden Deutschlands, nicht weit zur Grenze Österreichs: München ist unter eine Stunde entfernt, es gibt ein tolles Café und sogar einen Burgerladen, und ringsherum eine Menge wunderschöner Natur.

Schwups, war ein AirBnB-Apartment gemietet und wir befanden uns knapp einen Monat später in Bayern. Insgesamt zwei Wochen verbrachten wir in Garmisch-Partenkirchen, erkundeten die Gegend, gingen hier und da ein wenig spazieren, und stürzten uns sogar mit einem Gleitschirm von der Alpspitze. Wir hatten 25 Grad und Sonne, graues Wetter mit Regen und sogar Schnee – all das innerhalb dieser zwei Wochen.

Die letzten Tage nutzen wir, um Wohnungen zu besichtigen, doch keine gefiel uns so wirklich. Am Tag der Abreise schauten wir uns früh morgens spontan noch eine Wohnung an, die Wohnung, in der wir heute leben.

Das Herz hat immer Recht

Ich muss selbst ein wenig schmunzeln beim Schreiben dieser Zeilen. Aber ja: Wir leben nun in Garmisch-Partenkirchen in Bayern, mitten in den Bergen.

Gerade schaue ich raus auf diese wahnsinnig schöne Bergkulisse, umhüllt von einem zarten weißen Kleid und angestrahlt von den orange-roten Tönen der Abendsonne. Draußen ist es knackig kalt, vor mit steht ein kleiner Cortado (ich hatte heute schon einen großen Flat White), um mich herum lauter Kisten, und gleich gehen wir mit Freunden zum Rodeln auf die Tannenhütte.

Neben unserem Reiseblog Off The Path und Kultreiter ist ein ganz neues Projekt dazu gekommen: Draußgänger. Unser Büro, in dem wir nun seit knapp einem Jahr arbeiten, platzt aus allen Nähten und wir suchen bereits nach einem größeren.

Während Nadja weiterhin auf Irland lebt und ihr Leben als dreifache Mutter genießt, reist Manuel wieder durch die Weltgeschichte und Lina steht kurz vor ihrem Bachelorabschluss. Ich bin unheimlich dankbar, dass die drei unsere verrückten Ideen immer mitgemacht haben und uns immer so wunderbar unterstützt haben – ohne sie, wären wir jetzt nicht da, wo wir sind.

Zu unserem Team zählen nun auch Flori und Franzi, und unsere Ideen werden nicht langweiliger. Für dieses Jahr sind wieder ein paar neue spannende Projekte geplant und wir freuen uns riesig auf die kommenden Abenteuer, die nun anstehen.

Und ich?

Ich hätte zwar nie gedacht, dass ich das einmal von mir geben würde, aber ich liebe die Berge, liebe mein neues Zuhause. Die Möglichkeit, jederzeit raus in die Natur gehen zu können und das Abenteuer quasi vor der Haustüre zu haben, ist ein unbezahlbares Geschenk.

Auch wenn ich mich früher immer in Großstädten gesehen habe, genieße ich nun mein Leben in der Kleinstadt. Im Gegenteil: Wenn ich heute eine Großstadt betrete, fühle ich mich direkt gestresst, eingeengt.

Witzigerweise war es genau das Gefühl der Einengung, vor dem ich Angst hatte und warum ich nie in die Berge ziehen wollte. Heute ist es die Stadt, die mir dieses Gefühl gibt, und es sind die Berge, die mich aufatmen lassen.

 

Heute bin ich 30 und schon wieder hat sich so unglaublich viel verändert: Vom Großstadtkind bin ich zum Kleinstadtfan geworden, vom Meermädchen zur Bergfrau.

Ich bin nicht mehr auf der Suche nach dem Glück, sondern habe es gefunden, hier in den Bergen, bin angekommen. Statt wie eine Nomadin durch die Welt zu ziehen, habe ich nun ein festes Zuhause von dem ich immer wieder losreise.

Zwar reisen wir jetzt nicht mehr mit Handgepäck, aber das Reisen hat für uns seine Leichtigkeit zurückgewonnen. Dass der Münchner Flughafen über eine Stunde entfernt ist, macht uns nichts aus, war es doch vor nicht allzu langer Zeit noch ein K.o.-Kriterium in unserem Leben als Reiseblogger.

Und wer weiß: Vielleicht ist das Leben doch keine chaotische Verknüpfung an Zufällen, sondern vielmehr Schicksal. Denn mit der Zeit sieht man den roten Faden immer öfters aufblitzen.

Eins ist jedenfalls sicher: Das Herz hat immer Recht, egal wie verrückt es ist.

***

Lesetipp: Wenn dich interessiert, was genau ich vor drei Jahren geschrieben habe, kannst du hier nachlesen wie sich mein Leben veränderte als ich mich in Sebastian verliebte!

Line
Line ist zwar ein Großstadtkind, fühlt sich in der Natur aber mittlerweile weitaus mehr zuhause als im trüb-grauem Häuserdschungel. Wenn sie sich nicht gerade mit Sebastian ins Abenteuer stürzt, findest du sie entweder im Reitstall, in einer finnischen Sauna oder in einem süßen Café am Laptop mit einem Flat White und einem leckeren Cheese Cake vor der Nase.
Line

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15 Kommentare zu „Unser Leben als Reiseblogger – oder: Warum unser Herz die verrücktesten Ideen hat!

  1. Sophia on

    Einen wunderschönen Text hast du da geschrieben, Line, der mich irgendwie total rührt.
    Vielleicht weil mir das Reisen momentan so fehlt, vielleicht weil mich meine Arbeit nicht erfüllt, vielleicht weil der Text so schön ehrlich ist, vielleicht weil ich mich in einigen Punkten wiederfinden kann – oder vielleicht auch alles zusammen. Ich freue mich, dass ihr so glücklich seid 🙂

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    • Line on

      Hi Sophia,
      danke für deine lieben Worte! Es gibt Phasen im Leben, da sehnt man sich nach etwas ohne ganz zu wissen, nach was genau. Und manchmal, da ist es dann auf einmal da und man kann sein Glück kaum fassen – so wie bei Mala. ;*
      Alles Liebe,
      Line

      Antworten
  2. Karolin on

    Liebe Line, danke für diese wunderbare Geschichte. Ich habe am Ende sogar ein Tränchen verdrückt. Freue mich sehr für dich, dass du dein Glück nun gefunden hast, in den Bergen. Ich bin sehr gespannt auf alles was noch kommt bei euch. Noch eine Frage am Rande, hast du mal überlegt ein Buch zu schreiben? Mag deinen Schreibstil sehr, hätte noch ewig weiterlesen können 😉 Alles Liebe Karo

    Antworten
    • Line on

      Liebe Karo,
      Ich freue mich immer wieder von dir zu lesen! ☺️ Danke für deinen Kommentar und die Worte! Üher ein Buch denke ich tatsächlich schon länger nach, als Kind wollte ich schließlich auch Buchautorin werden. 🙈
      Alles Liebe,
      Line

      Antworten
  3. Brigitte Ferschl on

    Hey Line ….
    Sehr schön geschrieben und ich kann dir nur zustimmen, das ihr beide in einer der schönsten Plätze in Deutschland lebt . Ihr beide seid toll und ich liebe eure Beiträge .
    Macht weiter so !👍

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    • Line on

      Liebe Brigitte,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! ❤️ Es ist wirklich eine Traumgegend und wir sind überaus dankbar, diese unser Zuhause nennen zu können. ☺️
      Alles Liebe,
      Line

      Antworten
  4. Tabea on

    Hallo Line,

    ich lese normalerweise wenig Blog-Artikel aber dieser hier hat mich sehr berührt.
    Sehr schöne und passende Worte zum Thema „Ankommen im Leben“.
    Viel Glück bei eurer weiteren Lebensreise! 🙂

    Tabea

    Antworten
    • Line on

      Hallo liebe Tabea,
      das freut mich natürlich riesig! Ja, das Leben selbst ist wie eine Reise, bei der man sich immer wieder an neue Orte begibt, sowohl in einem selbst, als auch draußen in der Welt. 🙂
      Alles Liebe!
      Line

      Antworten
  5. Joline on

    Liebe Line, ich finds wunderschön wie ehrlich du geschrieben hast. Und ja, das Herz hat immer recht und die Dinge ergeben erst hinterher einen Sinn. Ich bin gespannt was bei euch ansteht dieses Jahr. Liebste Grüße, Joline

    Antworten
    • Line on

      Hallo Joline,
      danke für deinen lieben Kommentar, freut mich, dass dir meine offenen Worte gefallen und dass du es genauso siehst. 🙂
      Ich bin auch gespannt, wohin uns unsere Reise noch führen wird und freue mich auf dieses großes Abenteuer, das sich Leben nennt. 🙂
      Alles Liebe,
      Line

      Antworten
  6. Jon Weilert on

    Hi line,

    took great pleasure in reading your Story. Love the pictures in Garmisch, my favorite Mountainbike place..

    Greetings from Regensburg

    Jon

    Antworten
  7. Sindy on

    Das Herz hat immer Recht. Ohja Line, das stimmt. Meins führt mich nach über 9 Jahren weg aus Berlin, weg aus einem Job, der mich nicht erfüllt und dieses Jahr werde ich neue Wege gehen und sehen, wo mich Das Herz hintreibt und zum ersten Mal habe ich keine wirkliche Angst vor dem Ungewissen, irgendwie fühlt sich der Schritt richtig an. Nicht umsonst heißt es „home is, where the heart is“. Du hast es wunderbar geschrieben, wie wir uns immer Pläne im Kopf zurecht machen und dann diese aber über Bord werfen, weil das Leben dazwischen kommt. Ich bin gespannt, wo ich in einem oder gar drei Jahren bin, wo ich lebe, wie ich mein Geld verdiene und was ich bis dahin alles erlebt habe und noch erleben werde. Das Leben ist doch letztlich dazu da, um es zu leben und nicht zu verschwenden mit Gedanken an „was wäre wenn“. Ich bin gespannt, wo es euch noch so hinzieht. Bis dahin weiterhin viel Spaß in den Bergen!

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    • Line on

      Hi Sindy,
      ohja – und wie es Recht hat! Das Leben muss gelebt werden, sich ständig Gedanken zu machen, macht wie du schreibst auch meiner Meinung nach wenig Sinn. Oder wie der Kölner es sagen würde: „Et kütt, wie et kütt!“ 😉
      Alles Liebe und ganz viel Spaß auf deiner Reise ins Glück,
      Line

      Antworten
  8. Peter Schneider on

    Hallo Line,
    ich bin beeindruckt von deiner Offenheit deine Lebenserkenntnisse zu teilen. Ich kann es voll und ganz verstehen, wie sich deine /eure Sicht im Laufe der Zeit geändert hat. Ich bin auch mittlerweile im Kleinstadtleben angekommen, wohne aber mit ca. 15km definitiv noch zu nah an München. Ich freue mich immer wieder von Leuten zu lesen, die viel im und über das Leben gelernt haben. Daher: Bis zum nächsten augenöffnenden Beitrag 🙂

    Antworten
    • Line on

      Hi Peter,
      nur wer offen ist, wird sein Glück auch finden. 🙂 Schön, dass es dir da ähnlich geht und du das Kleinstadtleben genauso genießt. Man ändert sich eben mit der Zeit und jeder Lebensabschnitt hat einen anderen Fokus. Diesen Fokus zu erkennen und auch zuzulassen, das bedeutet auf sein Herz zu hören und sein Glück zu finden. 🙂
      Alles Liebe,
      Line

      Antworten