Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Den Walen ganz nah: eine Kajaktour in Kanada!

Pressereise

Das erste Mal, wenn du dieses Geräusch hörst, kannst du es nicht genau einschätzen, aber du hast eine Vermutung. Eine Vermutung, die dich ganz hibbelig macht, die das Adrenalin durch deinen Körper rasen lässt. Dann, irgendwann, kennst du das Geräusch, hast keine Vermutung mehr, sondern weißt ganz genau, was es ist, was es bedeutet. Eins hat sich aber nicht geändert: deine Aufregung, das Glücksgefühl, das dieses Geräusch mit sich bringt.

Es ist das Gepuste eines Wales, der gerade an deinem Camp vorbeizieht und zum Ausatmen an die Wasseroberfläche gekommen ist. Ein Geräusch, das du nach dieser Reise nie wieder vergessen wirst. Ein Geräusch, das Sinnbild eines unvergesslichen Abenteuers ist: ein mehrtägiger Kajaktrip in Britisch Kolumbien!

Walabenteuer!

Den Walen ganz nah: eine Kajaktour in Kanada

Es war gerade einmal zwei Stunden her, dass unser Flieger in Vancouver landete, und schon stiegen wir ins nächste Flugzeug, diesmal aber in eine ganz kleine Propellermaschine. Weniger als 20 Passagiere, plus Pilot und Co-Pilot fanden in dieser Platz – unser Abenteuer startete bereits jetzt.

Rund zwei Stunden flogen wir in Richtung Nord-Westen hoch nach Port Hardy. Rechts neben uns die Coast Mountains, unter uns Vancouver Island, in uns ein wunderbares Kribbeln.

Vom kleinen Flughafen des Ortes ging es mit dem Taxi nach Port McNeill und schon nach den ersten Kilometern gab’s die erste Überraschung: Ein kleiner Schwarzbär streifte durch den Wald und überquerte kurz hinter uns die Straße.

“Wow!”, wir strahlten uns an, das Kribbeln wurde stärker. Bei unserer letzten Reise durch Kanada in Alberta waren wir leider keinem Bären begegnet. Keinem einzigen. Hier, in Britisch Kolumbien, dauerte es keine 5 Minuten.

Wir checkten ins Black Bear Resort ein, überall warnten uns Schilder, dass man die Bären nicht füttern sollte. Die Wildnis war nur ein paar Schritte entfernt – der Wahnsinn!

Am liebsten wären wir an diesem Abend sofort ins Bett gegangen, so müde waren wir von der Anreise. Stattdessen zogen wir uns aber noch einmal Schuhe und Jacke an und liefen zu einem kleinen Haus direkt hinterm Hotel, in dem das Team von Kingfisher Wilderness Adventures auf uns wartete.

Neben unseren drei Guides für die nächsten Tage, Sarah, Ben und Darren, trafen wir auch das erste Mal auf die anderen Teilnehmer des Camps, eine bunte Mischung aus Jung und Alt, aus Deutschland, Irland, Australien, der Schweiz und Großbritannien.

Dazu gab es noch jede Menge Infos über den Ablauf der nächsten Tage, wo sich unser Camp befinden würde und wo wir überall kajaken würden. Anschließend bekam jeder zwei Dry Bags mit Schlafsäcken und Bettzeug sowie eine wasserdichte Jacke zum Paddeln ausgehändigt. Das Abenteuer konnte also losgehen! Aber erst morgen, denn für uns ging es nun erstmal ins Bett.

Tag 1: Es sind die Momente ohne Worte, die zählen

Um 7 klingelte unser Wecker, wir duschten, packten und nach einem kleinen Frühstück ging es mit dem Van zum Hafen des Ortes. Anders als gestern, schien heute die Sonne. Es war fast schon warm und die Freude war jedem von uns anzusehen. Es ging endlich los – das Abenteuer, auf das wir so lange gewartet hatten!

Ein gelb angestrichenes Boot kam uns entgegen. Das war es, unser Wassertaxi, das uns zu unserem Camp bringen würde. 45 Minuten Fahrt lagen vor uns, es ging entlang der Johnstone-Straße vorbei an vielen Inseln. Und mit jeder Welle, jedem Kilometer, verschwanden die Häuser und die wilde Natur rückte immer näher.

Auch die ersten Wale tauchten in der Ferne auf. Buckelwale und Schweinswale – dazwischen zwei Kajaker. Wieder trafen sich unsere Blicke, diesmal war unser Strahlen noch größer, das Kribbeln in Lines und meinem Bauch noch intensiver.

Wir kamen zu unserer Insel, der Hanson Island. Hinter einer Art Landzunge wartete eine kleine versteckte Bucht auf uns. An Land lagen bereits mehrere Kajaks nebeneinander gereiht. Das Boot hielt an, ein Teil unserer Truppe ging an Land, der Rest verteilte sich an den Seiten des Wassertaxis und hinten. Wir bildeten eine Kette und schafften es so, all die Sachen schnell vom Boot an Land zu bringen und weiter ins Camp hinein. Endziel war die Camp-Küche.

Ein Camp mitten im Regenwald und voller Lieblingsplätze

Das Camp befand sich mitten in dichtem Regenwald, die Sonne schien durch die Tannen und das weiche Licht sorgte für eine wunderbare Stimmung. Es roch frisch, nach Wald, nach Meer, nach Abenteuer.

Sarah zeigte uns das Camp, die einzelnen Zelte, die Dusche, die beiden Toiletten und erklärte, wie alles funktionierte. Anders als die meisten Campingtoiletten, denen man so in der freien Natur begegnet, rochen diese Toiletten richtig gut – besser als die in teuren Luxushotels in Asien. Das Geheimnis: Sägespäne. Nach jedem Geschäft, ob feucht oder fest, sollten wir die Späne drüber streuen und so roch es erstens gut und zweitens sah der nächste nichts.

Nach der kleinen Camp-Führung durften wir unsere Zelte beziehen und mit etwas Glück erwischten Line und ich das “honeymoon tent”, von dem wir direkt aufs Meer schauen konnten. Unser Zuhause für die nächsten Tage und Nächte und einer der schönsten Glampingspots, den wir je bezogen hatten. Das Zelt stand auf einer kleinen Holzplattform, drinnen zwei Einzelbetten an jeder Seite und dazwischen, am Kopfende, ein kleiner Tisch samt einer Lampe. Simpel, aber gerade deshalb umso genialer.

Wir liefen zum Ende der Landzunge, an der wir eben noch mit dem Wassertaxi vorbeigefahren waren, und machten es uns auf einem kleinen Baumstamm gemütlich. Ein paar Minuten vergingen und auf einmal hörten wir dieses Geräusch in der Ferne. Es war ein dumpfes, ruhiges, aber dennoch lautes und langes Gepuste – ein Wal! Auch diesmal war es ein Buckelwal, der an unserem Camp vorbeizog und sich nicht weit von uns befand.

Wir saßen noch etwas länger dort und ziemlich bald wussten wir, ganz unabhängig voneinander, dass dies unser Lieblingsplatz hier im Camp werden würde. Von hier aus hatten wir eine 180 Grad Aussicht aufs Meer, vor uns lag die kleine Insel Weynton Island, in der Ferne links sah man auf der anderen Seite der Johnstone-Straße die Bucht und das gleichnamige Örtchen Telegraph Cove. Es war einfach nur genial. Nur Line und ich, das Meer, die Natur. Kein Empfang, keine Verpflichtungen, nur der Moment.

So saßen wir noch eine Weile auf diesem Baumstamm ohne ein Wort zu sagen, denn es war klar, was jeder von uns dachte, was jeder von uns fühlte. Dieser Ort war einer dieser magischen Orte, der für immer einen ganz besonderen Platz in meinem und Lines Herzen haben würde.

Das erste Mittagessen und die erste Enttäuschung

“Lunch time!” riss uns eine laute Stimme aus dem Glück, um uns wenig später mit einem neuen, ganz anderen Glück zu bescheren. Gegen 12:30 Uhr gab es Mittagessen, unsere erste Mahlzeit im Camp. Bulgursalat, Naanbroot und Humusaufstriche – supergesund und superlecker.

Danach begaben wir uns alle zum Strand der kleinen Bucht, an der wir am Morgen mit dem Wassertaxi gelandet waren. Es gab eine Einführung ins Kajaken und jedem wurde ein Einzel- oder Doppelkajak zugewiesen. Wir entschieden uns jeweils für ein Einzelkajak, zogen unsere Kajaksachen an und wollten gerade die Kajaks ins Wasser schieben, als Sarah etwas besorgt aufs Meer schaute und das Kommando zurückrief.

Es war sehr windig, zu windig, um nun mit dem Kajak rauszupaddeln. Sie erklärte, dass es nicht nur wenig Spaß machen würde, sondern auch richtig gefährlich werden könnte, nun mit den Kajaks zu starten. Der Wind blies superstark in die eine Richtung, während die Strömung das Wasser in die entgegengesetzte Richtung drückte. Also schoben wir unsere Kajaks alle wieder zurück, hievten sie auf die Baumstämme am Waldrand, zogen unsere Kajakklamotten wieder aus und gingen zurück ins Camp.

Die Enttäuschung war nicht nur auf wirklich jedem Gesicht zu sehen, sondern auch deutlich zu spüren. “Na toll, der erste Tag und wir gehen nicht rauf aufs Meer zum Kajaken. So ein sche…! Was, wenn es die nächsten Tage auch so doll winden wird und wir gar nicht kajaken werden?” Wir versuchten diese negativen Gedanken schnell zu verdängen und das Beste daraus zu machen – und das war ziemlich einfach.

Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein

Zum Camp gehörten nämlich auch zwei Hängematten, natürlich mit Blick aufs Meer, in die wir uns sofort mit unseren Decken einkuschelten. Wir hatten beide unser Kindle dabei und so lagen wir fast zwei Stunden in den Matten und lasen, bis die Sonne hinter einer dicken Tanne verschwand und es etwas kälter wurde. Auch der Wind wehte kräftig und so langsam waren wir richtig froh, dass wir nun nicht auf dem Wasser waren.

Wir wechselten auf die andere Seite der Landzunge und setzten uns auf den Boden, angelehnt an einen Felsen. Die Sonne schien hier noch fleißig und es war warm – ein richtig schöner Septembertag eben. Vor uns erstreckte sich die 110 Kilometer lange Johnstone-Straße und immer wieder schauten wir hoch aufs Meer, um nach Walen Ausschau zu halten. Nochmals vergingen zwei Stunden, bis Ben aus der Camp-Küche schrie “Appetizers ready!”.

Auf dem Tisch stand eine Käseplatte mit Crackern und frischen Weintrauben. Dazu holten wir unser selbstmitgebrachtes Bier und eine Dose Sprite aus der Kühlbox, mischten uns ein Radler und dann futterten wir uns ein wenig durch die verschiedenen Käsesorten.

Bis zum eigentlichen Abendessen dauerte es noch knapp eine Stunde, was nicht weiter schlimm war. Denn wir entdeckten einen weiteren Lieblingsplatz: Hinter der Camp-Küche gab es ebenfalls eine kleine Bucht mit ganz viel Treibholz. Wir setzten uns auf einen der dicken Baumstämme, genossen das Radler und die wärmenden Strahlen der Abendsonne. Es war genial, einfach nur genial.

Ben schrie erneut aus der Camp-Küche, diesmal “Dinner’s ready!”. Es gab geräucherten Wild-Lachs, Kartoffeln und Salat. Ein Essen, wie in einem richtigen Restaurant, nur eben draußen, mitten in der Natur und deshalb umso besser.

Wir waren an diesem Abend aber nicht allein, denn zwei weitere Kajaker schlossen sich uns an. Sie waren allein in einem Doppelkajak unterwegs gewesen und am späten Nachmittag an unserem Camp vorbei gepaddelt. Sie wollten gerade die Johnstone-Straße überqueren, als Sarah ihnen von Land aus entgegen schrie, dass sie dies lieber nicht tun sollten.

Nach einem lauten Hin und Her, paddelten die beiden endlich zu unserer kleinen Bucht und kamen an Land. Unsere Guides erklärten ihnen, dass die Überfahrt mit dem Kajak zu diesen Konditionen viel zu gefährlich sei und dass sie besser nicht weiter paddeln und stattdessen die Nacht bei uns im Camp verbringen sollten. Schlafplätze und Essen hätten wir noch genügend, sodass die beiden weder frieren noch hungern müssten.

Zum Glück gaben die beiden nach, denn was uns unsere Guides erst am Ende des Kajaktrips beim gemeinsamen letzten Abendessen im Pub von Port McNeil erzählten, war echt erschreckend: Erst letztes Jahr waren zwei Kajaker bei dem Versuch die Johnstone-Straße bei ähnlichen Konditionen zu überqueren gestorben – so ernst war die Lage. Man darf das Meer, die Natur, eben nicht unterschätzen und sollte sich lieber den Profis anschließen, als allein loszupaddeln.

So saßen wir alle gemeinsam am Tisch, aßen den leckeren Lachs, lachten und erzählten Geschichten. Es war der erste Abend von insgesamt vier genialen Abenden mit tollen Menschen. Zum Nachtisch gab es Cheesecake im Glas, die Frau des Gründers von Kingfischer Wilderness Camp war leidenschaftliche Hobbybäckerin und das schmeckte man mit jedem Löffel.

Vollgefuttert und überglücklich verkrochen wir uns in unser Zelt und schliefen ein, voller Vorfreude auf den nächsten Tag, der uns hoffentlich ein paar Stunden im Kajak bescheren würde.

Tag 2: Wo sind denn die ganzen Wale hin?

Wir wachten ganz von allein gegen halb 7 auf, ob es am Jetlag oder der Aufregung lag, kann ich nicht sagen. Eins war aber klar: das Abenteuer lag in der Luft!

Wir zogen uns an, nahmen unsere Decken und Kameras mit und machten uns auf den kurzen Weg zu unserem neuen Lieblingsplatz – dem kleinen Baumstamm am Ende der Landzuge. Nicht nur Line und ich, auch die Wale waren bereits hellwach und schwammen von einem Fischschwarm zum nächsten, um sich ihre riesigen Bäuche voll zu schlagen.

Wir beobachteten das Spektakel für eine Weile – es war der Wahnsinn! Gegen 7 Uhr gab es auch schon der ersten Kaffee in der Camp-Küche und so saßen wir bis zum Frühstück mit unseren heißen Tassen einfach nur da und sahen den Walen beim Fressen zu.

Auf einmal kam eine uns bis dahin noch unbekannte Kreatur nur wenige Meter von uns entfernt an die Wasseroberfläche und verschwand im nächsten Augenblick schon wieder. Es dauerte nicht lange, bis sie wenige Meter weiter wieder an die Wasseroberfläche kam: Es war ein Seelöwe. Ein riesiger Stellersche Seelöwe, die größte Seelöwen-Art der Welt.

Neugierig guckte uns der Seelöwe an, schwamm einmal um das Ende der Landzunge herum, den Blick immer auf uns gerichtet. Plötzlich waren wir diejenigen, die beobachtet wurden. Wir mussten beide lachen. Wir waren eben nur Gast hier, wir waren die Neuen, die Fremden.

Das Frühstück war fertig. Es gab Rührei und dazu gebratene Paprika gemischt mit Kartoffeln, die am Abend zuvor übrig geblieben waren. Ein herzhafter Start in den Tag und genau das Richtige für das, was uns bevorstand. Sarah hatte nämlich ihr OK gegeben, heute würden wir endlich lospaddeln, endlich mit unseren Kajaks rauf aufs Meer.

 

Es geht los: Wir paddeln mit unseren Kajaks aufs Meer hinaus!

Die Sonne schien, der Wind wehte kaum noch und das Wasser war ganz ruhig – die perfekten Bedingungen für den ersten Kajakausflug. Jeder zog seine Kajaksachen an, machte sein Kajak fertig und einer nach dem anderen glitten wir mit unseren Kajaks auf Wasser.

Wir waren alle aufgeregt, hatten alle ein Lächeln im Gesicht und jeder die selbe Frage im Kopf “Würden wir beim Kajaken auf Wale treffen? Würden wir heute Orcas sehen?”. Weder Line noch ich hatten zuvor Orcas gesehen und es war einer meiner großen Träume, diese wunderbaren Tieren einmal in der Natur begegnen zu können. Als kleiner Junge konnte ich eines Nachts nicht schlafen und malte einen riesigen Orca an die Wände meines Kinderzimmers, so sehr war ich von diesen Tieren faziniert.

Aber auch Line wollte schon seit sie Kind war Orcas sehen und mit diesem Traum vor Augen paddelten wir beide los, aber ganz wirklich und hellwach. Wir paddelten an der Landzunge vorbei und auf die Johnstone-Straße zu. Der Plan war, heute entlang der Südküste der Hanson Island vom Westende der Insel, wo sich unser Camp befand, zum Ostende und wieder zurück zu paddeln. Das Wetter war perfekt und die ersten Paddelzüge verliefen richtig smooth.

Wir paddelten in eine kleine geschützte Bucht und übten ein paar Paddelmanöver. Sarah, Ben und Darren gaben uns ihre besten Tipps und zeigten, wie wir noch besser paddeln könnten und wie wir weniger Kraft aufwenden müssten. Zwar war ich schon des Öfteren im Kajak unterwegs gewesen und hab sogar mal am weltweit längsten Kanumarathon der Welt in Dalsland teilgenommen, dennoch halfen mir die Tipps und ich hatte gleich ein besseres Feeling fürs Kajak.

Voller Motivation paddelten wir also los auf die Johnstone-Straße, immer der Küste entlang. Die Sonne schien, das Wasser war klar, die Luft frisch, die Stimmung super. An manchen Stellen war das Wasser sehr flach und wir sahen Sehsterne, Seegurken und sogar kleine Fische.

Es war sogar so warm, dass ich am liebsten ins Wasser gesprungen wäre. Kurz die Hand reingehalten, war aber klar, dass das ein ziemlich kaltes Vergnügen werden würde. Sarah erklärte, dass das auch der Grund sei, warum die Wale so gerne hier vorbeikamen. Das Wasser war das ganze Jahr über knackig kalt.

Wir kamen an ein paar weiteren Buchten vorbei, unter anderem an der Big Bay, die nach dem Forscher Mr. Big benannt wurde. Mr. Big erfand die Methode, Orcas anhand ihrer Rückenflosse zu erkennen. Seither werden die Rückenflossen von Orcas auf der ganzen Welt fotografiert, um einzelne Tiere zu identifizieren und die Populationen zu zählen. Seither weiß man aber auch erst, wie wenige Orcas es überhaupt gibt und dass die Tiere vorm Aussterben bedroht sind – traurig!

Wir paddelten immer weiter, bis wir ans andere Ende der Insel kamen. Wir waren bereits mehrere Stunden unterwegs und hatten noch keinen einzigen Wal gesehen, bis ich auf einmal in der Ferne einen Buckelwal entdeckte. Dieser war allerdings zu weit weg und befand sich in einer gefährlichen Strömung, die wir mit unseren Kajaks besser vermeiden sollten.

Keine Orcas weit und breit

So kehrten wir also um und paddelten wieder zurück. Sarah hatte die ganze Zeit ein Walki Talki in der Hand und war im Kontakt mit den Kapitänen der Whale Watching Boote, die in der Gegend unterwegs waren. Die Orcas wurden wohl im Norden der kleinen Inselwelt entdeckt, viel zu weit, um mit unseren Kajaks hinzukommen. Kurz waren wir wieder enttäuscht: Heute würden wir wohl keine Orcas mehr sehen.

Wir kamen wieder an die Big Bay und diesmal gingen wir hier an Land. Es war Zeit fürs heutige Mittagessen: Lachssalat, Avocado, Tomaten, Käse und kleine Fladenbrote ergaben das perfekte Sandwich. Danach noch einen wärmenden Tee und einen Keks mit Schokoladenüberzug, und schon war die Welt wieder in Ordnung.

Auch diesmal entdeckten Line und ich wieder einen Lieblingsplatz: Auf einer Anhöhe an der linken Seite der Bucht wartete eine kleine Bank auf uns. Wir setzten uns in die Sonne, zogen unsere Pullis aus und schauten aufs Meer. Wieder sahen wir einen Seelöwen durchs Wasser schwimmen, diesmal bemerkte dieser uns aber nicht. Rund eine Stunde machten wir Mittagspause, bevor wir uns alle wieder anzogen und zurück ins Camp paddelten.

Die letzten Kilometer waren anstrengend, das Wetter aber weiterhin gut. Am frühen Abend waren wir zurück im Camp, zogen uns um und machten es uns wieder auf dem kleinen Baumstamm am Ende der Landzunge gemütlich. Es dauerte nicht lang, bis es Appetizer und kurz darauf ein leckeres Abendessen gab.

Der zweite Tag ging zu Ende und wir schliefen wieder seelenruhig ein. Allerdings war es eine unruhige Nacht, denn mehrere Buckelwale zogen in der Dunkelheit an unserem Camp vorbei und bei jedem Gepuste kribbelte es in meinem Bauch – ich wollte am liebsten raus.

Beim fünften Gepuste war es soweit: Wir zogen unsere Schuhe an, setzten unsere Stirnlampen auf und liefen zu den Felsen unweit von unserem Zelt. Es war pechschwarz. Wir konnten nichts sehen. Das Licht unserer Stirnlampen strahlte weder stark noch weit genug. Nur das Gepuste, das war deutlich hörbar. Wir krochen wieder zurück in unsere Schlafsäcke und irgendwann verschwand das Gepuste und genauso verschwanden wir in einen tiefen Schlaf.

 

Tag 3: Träumen wir oder passiert das gerade wirklich?

Wieder halb 7 morgens, wieder ohne Wecker wach und wieder begaben wir uns zu unserem Lieblingsplatz. Wie auch am Morgen zuvor versammelten sich die Wale zum Fressen und wir saßen eine Weile da und beobachteten die Giganten mit einer Tasse heißem Kaffee in der Hand.

Zum Frühstück gab es heute leckere Pancakes mit einer Auswahl an Ahornsyrup, Marmelade, Erdnussbutter oder Würstchen. Oder für die Kanadier und ganz großen Kalorienfans wie mich: Pancakes mit allem zusammen. “Mhmm” – irgendwie eklig und doch megageil!

Wir trafen uns gegen halb 10 am Strand, um uns fertig zu machen, und paddelten etwas später los. Wir hätten auch schon um 8 Uhr lospaddeln können, aber alles war superentspannt und es wurde nicht einmal Stress gemacht. Denn die Strömungen waren morgens noch etwas stärker und es war deshalb sowieso besser, erst am Vormittag los zu paddeln.

Ich kannte das so gar nicht, denn für gewöhnlich, besonders wenn es um Tiere geht, muss man morgens immer ganz früh raus und alles geht zackig voran. Unsere Walking-Safaris in Südafrika starteten immer schon mit Sonnenaufgang und auch unsere Abenteuer in Costa Rica begannen noch bevor die ersten Sonnenstrahlen die Erde erreichten.

Diese Entschleunigung, diese absolute Stressfreiheit tat mir unheimlich gut. Genauso gut wie die ersten Paddelzüge im Kajak auf dem Wasser. Ein neuer Tag stand an, ein neues Abenteuer, eine neue Möglichkeit auf Orcas zu treffen.

So paddelten wir los, diesmal allerdings Richtung Westen entlang der Weyton Island. Und kaum unterwegs, sprangen die ersten Buckelwale ringsherum aus dem Wasser und hauten sich die Bäuche mit Fischen und Krill voll. Überall bildeten sich sogenannte “bait balls”, Fischschwärme, die ganz dicht zusammenkommen, um eine Einheit zu bilden und sich so vor Jägern zu schützen. Über diesen Schwärmen fliegen oftmals Vögel wie Möwen und so kann man erahnen, dass dort bald ein Wal zum Fressen an die Wasseroberfläche kommt.

Wir sahen gleich mehrerer solcher bait balls, einer davon war nicht weit von uns und auf einmal kam ein Buckelwal nur wenige Meter rechts von uns aus dem Wasser, das Maul ganz weit geöffnet – der Wahnsinn! Alles dauerte nur wenige Sekunden, schon war der Wal wieder im unendlichen Blau verschwunden.

Wir paddeln langsam weiter um die kleine Insel herum, immer wieder sahen wir Wale entweder mit weit aufgerissenem Maul zum Fressen oder mit dem Rücken zum Atmen an der Wasseroberfläche. Unsere Guides schätzten, dass sich gerade rund 20 Buckelwale im Gewässer vor Telegraph Cove befanden. 20 – das war mal eine Hausnummer!

Seelöwen: So neugierig wie Giraffen

Vor uns lagen die Plumper Islands und auf einer der Inseln lebte eine riesige Kolonie Seelöwen. Sie grölten, laut wie Löwen, und umso näher wir kamen, umso unerträglicher wurde der Gestank. Sarah erzählte, dass es sich um eine Gruppe von rund 100 männlichen Tieren handelte und dass sich nur die wenigsten Männchen jemals paaren. Die meisten lebten ein endloses Singledasein. “Ob das der Grund ist, warum sie den ganzen Tag so grölen?”. “Traurig”, dachten ich, und wir paddelten weiter, einmal um eine etwas größere der Plumper Islands herum, um wieder bei den Seelöwen zu landen.

Wir beobachteten sie nun von der anderen Seite und jetzt konnten wir noch besser sehen, wie riesig einzelne Tiere waren. Über eine Tonne und bis zu 3 Meter lang können die Bullen werden – echt krass! Wir achteten darauf, den Kolossen nicht zu nahe zu treten, aber allein der fürchterliche Gestank hielt uns schon davon ab, auch nur einen Paddelzug näher zu kommen.

So paddelten wir in Ruhe an ihnen vorbei und dann auf die größte der Plumper Islands, der Spot für unser heutiges Mittagessen. Die Sonne schien, es war wieder richtig warm und zum Mittagessen gab es diesmal Hähnchensalat, Humus, Nüsse, Tomaten, Avocado und natürlich auch wieder die obligatorischen Kekse als kleiner Nachtisch.

Wir verteilten uns auf der Insel, die wie ein kleiner Hügel aus dem Meer ragte. Um die Insel herum herrschte reges Treiben im Wasser. Gleich mehrere Seelöwen umkreisten uns und schauten neugierig auf uns hinauf – auch diesmal waren wir wieder die Beobachteten, die Gäste. Von hier oben hatte man fast vergessen, wie furchteinflössend die Seelöwen durch ihre Größe eigentlich waren und wie unangenehm sie doch rochen. Von hier oben sahen sie irgendwie knuffig aus, mit ihren großen runden Augen und dem überaus neugierigen Blick.

 

Orca! Orca! Orca!

Sarah war auch heute über ihr Walki Talki im Kontakt mit den Kapitänen der Whale Watching Boote und berichtete, dass auf der anderen Seite, vor der Küste von Swanson Island, eine Gruppe Orcas gesichtet wurde. Ich kramte unsere Fernglas aus der Dry Bag und suchte die Küste nach den Booten ab, in der Hoffnung in der Nähe einen Orca zu spotten.

“Orca!!” Auf einmal war ein Orca vor meiner Linse, mein erster Orca – ein unbeschreibliches Gefühl! Alle waren aufgeregt und wollten sofort weiter. Wir packten zusammen, machten uns fertig und paddelten los. Allerdings nicht in Richtung Swanson Island – die war zu weit weg –, sondern zurück zum anderen Ende der Plumper Islands. Sarah kannte das Verhalten der Orcas und rechnete damit, dass auch sie bald in diese Richtung ziehen würden und wenn es soweit ist, wären wir direkt zur Stelle.

Jeder von uns paddelte deutlich stärker. Jeder von uns strahlte. Jeder von uns war superaufgeregt. Und dann, schon wieder: “Orca!!”. Einer unserer Truppe hatte einen Orca in weiter Ferne direkt vor uns gesehen. Wir schauten alle gespannt nach vorne.

Dann tauchte er wieder auf und wir alle sahen ihn – ein riesen Tier. Sarah erzählte, dass dies einer der Transient Orcas sei, also einer der Orcas, die weite Strecken im Pazifik zurücklegen und nur ab und zu in dieser Region vorbeikamen. Zudem ernähren sich Transient Orcas im Gegensatz zu den Southern Resident Orcas nicht von Fischen, sondern von Säugetieren wie Robben oder auch anderen kleineren Walen wie Buckelwal-Kälbern.

Wir paddelten alle schneller, die Züge wurden kräftiger, mein Kribbeln im Bauch so doll wie noch nie zuvor. Nun tauchten gleich zwei Orcas etwas weiter links vor uns auf. Laut Sarah waren sie wohl gerade dabei, eine Robbe zu jagen. Der dritte Orca gesellte sich zu ihnen und wir schauten aus der Ferne zu. Unsere Guides fassten den Plan, wieder in Richtung Süden zu paddeln, um so die Orcas an anderer Stelle abzufangen. Denn gerade waren sie zu weit weg von uns und wir hatten keine Chance, sie einzuholen.

Immer noch total aufgeregt paddelten wir in unseren Kajaks zur anderen Seite der Insel, wieder dahin, wo die Seelöwen-Kolonie lebte. Dort wartete eine andere Kajaktruppe mit schlechten Neuigkeiten: Die Orcas waren kurz hier gewesen, hatten sich nun aber wieder in die entgegengesetzte Richtung begeben. “Schade”, dachte ich kurz, war gleichzeitig aber immer noch voller Glücksgefühle. Ich hatte sie schließlich gesehen, mein Traum war Wirklichkeit geworden.

Wir begaben uns zurück zum Camp und chillten an unserem Lieblingsplatz als eine Gruppe Orcas an unserem Camp vorbeischwamm. Das Licht der Abendsonne ließ alles noch unwirklicher aussehen und ich war einfach nur happy. Nach dem Abendessen fielen Line und ich überglücklich ins Bett.

 

Tag 4: Jedes Abenteuer hat ein Ende

Der letzte Tag stand an, der letzte Morgen mit einer Tasse Kaffee in der Hand an unserem Lieblingsplatz. Heute gab es Granola zum Frühstück und der Plan war, Richtung Norden der Hanson Island zu paddeln. Zuerst paddelten wir noch entlang der Westküste und entdeckten dabei zwei majestätische Weißkopfseeadler.

Wir wollten eigentlich weiter die Küste entlang, doch schafften es nicht gegen die Strömung anzukämpfen. Eine starke Strömung meisterten wir zwar, aber unser Plan ging heute nicht auf. Stattdessen gelangten wir wieder ans südliche Ende der Plumper Islands, wo wir von einem kleinen Seeotter begrüßt wurden. In der Ferne sahen wir ein paar Buckelwale und beobachteten diese eine Weile.

Umzingelt von Buckelwalen

Dann passierte allerdings etwas, was laut unseren Guides eher selten passiert: Wir waren mehr oder weniger von Buckelwalen umzingelt. Ähnlich wie am Tag zuvor tauchte alle paar Minuten ein weiterer Buckelwal an anderer Stelle auf. Wir zogen unsere Kajaks immer wieder zusammen und bildeten so eine Art großes Raft, das für die Buckelwale leichter zu erkennen war. Denn anders als Orcas zum Beispiel, haben Buckelwale keinen Ultrasound und können Gegenstände im Wasser nur mit ihren Augen wahrnehmen.

Wir versuchten, uns von den riesigen Tieren fern zu halten, denn laut Richtlinien darf man sich den Walen in Britisch Kolumbien auf maximal 100 Meter nähern. Aber das war gar nicht so einfach, denn die Wale waren wirklich überall. Auf einmal kam einer sogar direkt hinter uns an die Wasseroberfläche, höchsten 10 Meter von uns entfernt, und tauchte dann unter unseren Kajaks her. Wir schauten uns alle gespannt an – diesen Moment wird wohl keiner von uns jemals vergessen!

Es half aber nichts. Wir waren bereits ein paar Stunden auf dem Wasser und mussten so langsam zurück ins Camp. Denn heute war unser letzter Tag und gegen 16 Uhr sollte uns das Wassertaxi abholen. Bis dahin stand noch unser letztes Mittagessen an und wir mussten natürlich noch alle unsere Sachen packen und das Camp leer räumen.

Sarah entschloss, dass wir nun alle dicht bei einander weiter paddeln würden, zurück in Richtung Hanson Island, zurück in Richtung Camp. So paddelten wir los und nur ein paar Minuten unterwegs tauchte direkt neben Sarah wieder ein Buckelwal auf. Wir mussten alle lachen – die Wale waren wirklich überall!

Wir kamen nochmals an einer kleinen Kolonie Robben vorbei und schafften es dann doch noch rechtzeitig zum Mittagessen zurück im Camp zu sein. Nach dem Essen packte jeder seine Sachen und mit jedem bisschen, dass unser Zelt leerer wurde, kam ein wenig Wehmut auf. Keiner von uns wollte hier weg, keiner wollte wirklich, dass dieses Abenteuer zu Ende ist.

Das war es auch noch nicht, jedenfalls nicht ganz. Denn auf einmal hörte man wieder jemanden “Orca!!” schreien und alle liefen aufgeregt zum Ende der Landzunge, zu unserem Lieblingsplatz. Gleich zwei Gruppen Orcas zogen an unserem Camp vorbei und schwammen die Johnstone-Straße in Richtung Süden hinunter.

Es war ein atemberaubender Anblick: Neben einem wirklich großen männlichen Orca, schwammen auch mindestens zwei Kälber mit. Alle paar Meter kamen sie hoch, atmeten eine riesige Fontäne aus Luft und Wasser aus und tauchten dann wieder ab. Alle paar Meter war es wieder da, dieses ganz besondere Geräusch, das uns allen nun mehr als bekannt war, aber noch immer für Aufregung sorgte.

Ein Traum wurde wahr!

Wir beobachteten, wie die Tiere vorbeizogen und in der Ferne immer kleiner wurden. Danach brachten wir alle Sachen zum Strand, wo wir aufs Wassertaxi warteten. Kaum jemand redete, wir waren wohl alle dabei zu verarbeiten, was wir in den letzten Tagen und gerade erst in den letzten Stunden erlebt hatten. Ein unglaubliches Geschenk, ein wahrgewordener Traum.

Dann, gegen kurz nach 16 Uhr, holte uns das Wassertaxi ab. Wir packten all unsere Sachen aufs Boot und schon fuhren wir los. Diesmal rückten wir mit jedem Kilometer, mit jeder Welle ein Stückchen näher in die Zivilisation zurück. Jedes neue Haus bedeutete, dass wir der Natur mehr und mehr den Rücken kehrten.

An diesem Abend ging ich zwar unendlich dankbar ins Bett, aber gleichzeitig auch unendlich traurig, wissend, dass wir unseren Kaffee am nächsten Morgen nicht an unserem Lieblingsplatz trinken würden, dass wir am nächsten Morgen nicht den tollsten Film der Welt noch vorm Frühstück gespielt bekommen würden.

Einen Film voller tierischer Hauptdarsteller, ohne Drehbuch, ohne Script, bei dem die Natur das Studio ist. Einen Film, vor dem wir uns gerne hinter Laptops und Smartphones verstecken. Einen Film, den wir im Alltag gerne übersehen, dabei sorgt er mit jedem Moment für Gänsehaut – das Leben.

 

Tipps und Infos!

So kannst du dieses Kajakabenteuer auch erleben!

Unser Kajak Camp wurde von Kingfisher Wilderness Adventures organisiert und wird jedes Jahr in den Sommermonaten zwischen Juni und September angeboten. In den ersten Wochen, zwischen Anfang Juni und Mitte Juli, sind zwar weniger Besucher in der Gegend unterwegs, dafür werden Orcas in dieser Zeit nur selten gesichtet. Während du Ende Juli und August natürlich bessere Chancen auf gutes Wetter hast, musst du dir das Wasser in dieser Zeit mit vielen anderen teilen. Der beste Monate für dieses Kajakabenteuer ist deshalb der September: Die Temperaturen sind immer noch angenehm warm, es sind wenig Besucher vor Ort und dafür umso mehr Wale unterwegs – auch Orcas!

Die vier Tage und drei Nächte im Camp samt allen Mahlzeiten (insgesamt 3x Frühstück, 4x Mittagessen und 3x Abendessen) und Snacks in Hülle und Fülle, Trinkflasche und frischem Trinkwasser, Kaffee, Tee und Kakao, dem Kajak-Equipment, dem Bettzeug und Schlafsack und den Guides mit all ihren vielen tollen Tipps und dem unendlichen Wissen über Wale kosten 1.395 CAD pro Person, das sind umgerechnet etwas weniger als 950 Euro – ein wirklich fairer Preis für ein eigentlich unbezahlbares Abenteuer!

Dazu kommen noch 5% Goods and Services Tax und das Trinkgeld für die Guides. Um sicher zu gehen, dass du einen Platz im Camp bekommst, solltest du dieses Abenteuer so früh wie möglich buchen.

Das Camp startet übrigens immer montags mit dem ersten Meeting um 20 Uhr abends und endet freitagabends gegen 17 Uhr. Am besten buchst du dich deshalb für die erste Nacht von Montagabend auf Dienstagmorgen sowie für die letzte Nacht von Freitagabend auf Samstagmorgen in ein Hotel ein. Wir waren alle im Black Bear Resort untergebracht, was sich praktischerweise direkt neben dem kleinen Büro von Kingfischer Wilderness Adventures befindet.

Tipp: Kingfischer Wildnerness Adventures bietet auch mehrtägige Kajak-Expeditionen an, bei denen du mit all deinen Sachen lospaddelst und dein Zelt immer wieder an einer anderen Stelle aufschlägst. Dafür solltest du allerdings schon Kajakerfahrung haben, denn jeden Tag müssen mehrere Kilometer zurückgelegt werden, um die gesamte Strecke auch innerhalb der geplanten Zeit zu schaffen – ein mindestens genauso unvergessliches Abenteuer, das bereits auf unserer Bucket-List steht!

So kommst du am besten nach Port McNeil

Zum Startpunkt des Trips in Port McNeil kommst du am schnellsten, indem du von Vancouver nach Port Hardy fliegst und dann in ein Taxi steigst. Der Flug wird unter anderem von Pacific Costal Airlines durchgeführt und kostet ab 99 Euro pro Person und Strecke.

Alternativ – und gerade wenn du mit jemand anderem oder gar einer Gruppe an Freunden unterwegs bist – kannst du mit dem Auto fahren und dieses Kajakabenteuer mit einer coolen Rundreise durch Britisch Kolumbien verbinden.

Dafür musst du von Vancouver aus die Fähre nach Nanaimo auf Vancouver Island nehmen. Von hier sind es weitere 350 Kilometer bis nach Port McNeil, die du in knapp vier Stunden zurücklegen kannst. Die Fähre ist im Vergleich günstiger als der Flug und du musst bei 2 Personen im Auto mit 110 CAD für Hin- und Rückfahrt rechnen, das sind umgerechnet rund 75 Euro (plus das Geld für die zusätzlichen Tage für den Mietwagen). Den Fahrplan und Tickets gibt’s online!

Das solltest du für dein Abenteuer alles dabei haben

An Essen musst du im Grunde nichts einpacken, außer du hast eine Lieblingsschokolade, ohne die du vier Tage nicht aushältst. Was du aber mitnehmen solltest, sind ein paar Flaschen Bier oder Wein oder eben das, was du am Abend nach einem ganzen Tag auf dem Wasser mit Walen gerne trinken möchtest.

Im Ort von Port McNeil gibt es einen großen Supermarkt, in dem du Softdrinks kaufen kannst, sowie zwei kleine Liquor Stores, in denen du Alkohol bekommst. Der größere und besser sortierte Laden befindet sich direkt neben dem Supermarkt an der Hauptstraße des Ortes, macht allerdings schon um 18 Uhr zu.

Liste an praktischen Sachen für deinen Kajaktrip

Kleine Dry Bag:* Zwar kannst du die Dry Bags nutzen, die du von Kingfischer Wilderness Adventures am ersten Abend bekommst, aber eine extra Dry Bag kann nie schaden!
Stirnlampe:* Für den frühen Morgen oder deine nächtlichen Streifzüge durchs Camp, ob auf dem Weg zur Toilette oder zum Ufer, um nach Walen Ausschau zu halten.
mittelgroßes Microfaser-Handtuch:* Damit du dich im Camp abtrocknen kannst und immer ein trockenes Handtuch hast.
Kindle* oder dickes Buch: Für ganz viel Lesestoff zwischen den Kajakausflügen.
gutes Fernglas:* So kannst du die vielen wilden Tiere rund ums Camp oder vom Kajak aus noch besser erkennen.
– DSLR Kamera & 300mm Objektiv: Mit einem guten Teleobjektiv wie dem Canon EF 300mm f/4L IS USM bekommst du die Wale ganz scharf aufs Bild!
HUAWEI Mate10 Pro: So hast du nicht nur ein wasserfestes Smartphone, sondern auch immer eine Leica Dual-Kamera dabei, die sogar in die Brusttasche deiner Kajakjacke passt und dank des Bokeh-Effekts richtig tolle Bilder macht, damit du wirklich jeden Moment festhalten kannst!
Regenhose:* Damit deine Beine und dein Po beim Kajaken trocken bleiben oder falls es regnen sollte.
– Gemütliche Anziehsachen: Für die Zeit in der Hängematte oder auf einem der vielen anderen Lieblingsplätze im Camp.
Sandalen* oder wasserdichte Sneakers* wie z.B. von TEVA oder Sperry: So kannst du nicht nur problemlos durchs Wasser laufen, sondern hast auch Halt, wenn es auf der Kajaktour fürs Mittagessen an Land geht.
– deine Kosmetiksachen: Verzichte am besten auf parfürmierte Cremes, damit Bären und andere wilde Tiere nicht angelockt werden – Shampoo zum Duschen bekommst du übrigens von den Guides im Camp.

*Disclaimer: Vielen Dank an Destination BC für die Unterstützung dieser Reise – ein Abenteuer, das wir wohl nie vergessen werden!

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