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Podcast: Backpacking in Chile mit Daniel Tischer

Chile ist ein unglaublich spannendes Land! Von der Wüste im Norden über spannende Metropolen wie Santiago oder die traumhafte Insel Chiloé bis hin zum arktischen Patagonien findest du hier eigentlich alles, was du für dein nächstes Abenteuer brauchst. Hinzu kommt, dass die Menschen sehr angenehm und eher zurückhaltend sind und die Infrastruktur gut ausgebaut ist. Ideal zum Backpacken!

Daniel ist großer Lateinamerika Fan und teilt seine Leidenschaft und Erfahrungen mit dir auf seinem Blog Southtraveler.de. In dieser 26. Off The Path Podcast Folge erfährst du alles Wissenwerte über Backpacking in Chile – von Kosten über Route, wie viel Zeit du brauchst und wie es mit dem Thema Sicherheit in Chile aussieht.

Erfahre in dieser Episode über Backpacking in Chile:

  • Warum Chile ideal zum Backpacken ist
  • Welche Abenteuer du nicht verpassen darfst
  • Was es mit dem W-Treck auf sich hat
  • Welche Route du am besten wählen solltest
  • Wie viel Zeit du für Chile einrechnen solltest
  • Wie viel eine Reise nach Chile kostet
  • Wie du in Chile von A nach B reist
  • Welche Unterkünfte es gibt
  • Wie es mit dem Thema Sicherheit in Chile aussieht
  • Ob Chile für eine alleinreisende Frau geeigent ist
  • Was es leckeres in Chile zu Essen gibt und wie viel es kostet
  • Auf welchen Webseiten du dich über Chile informieren kannst

 Shownotes über Backpacking in Chile:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich Willkommen zu einer neuen Off The Path Podcast Folge! Heute sprechen wir wieder über ein sehr exotisches Land, ein bisschen weiter weg. Da muss man schon ein bisschen länger hin reisen und sollte viel Zeit mitbringen. Und zwar sprechen wir über Chile. Ein sehr langes langes und schmales Land, mit einer Vielfalt von Abenteuern. Ich freue mich sehr, dass ich den Daniel von southtraveler.de heute dabei  habe, der Antworten geben wird zu dem Thema Chile. Daniel, schön dass du Zeit gefunden hast.

Daniel: Ja, vielen Dank! Ich freue mich auch sehr, heute über Chile berichten zu dürfen!

Sebastian: Nenne mir und unseren Zuhörern doch gleich mal drei Gründe, warum Chile so toll und ideal zum Backpacken ist.

Daniel: Vorab: Die Leute denken immer, Chile ist so weit weg und relativ teuer. Dem kann ich aber entgegen halten, dass das Land einfach unglaublich vielfältig ist. Du hast vier verschiedene Klimazonen. Du hast Wüste; es gibt ein tolles Zentralgebiet, wo man auch toll wandern kann mit einer tollen Metropole – Santiago. Die Hafenstadt Valparaiso, die sehr bekannt ist für Street Art. Du hast die Insel Chiloé, die von National Geographic zu den drei schönsten Inseln der Welt gewählt wurde und du hast natürlich Patagonien mit dem Torres del Paine Nationalpark mit dem Cerro Torre. Dieses ganze Patagonische Gebiet ist schon fast antarktisch und eignet sich enorm toll zum Trekking und zum Backpacken.

Sebastian: Sehr cool.

Daniel: Dann kommt dazu, dass Chile eine unheimlich gute Infrastruktur hat und relativ leicht zu bereisen ist. Das ist vielleicht auch für alleinreisende Mädels interessant. Sie brauchen nicht, wie in anderen südamerikanischen Ländern, die teilweise politisch noch etwas unsicher sind, Angst haben, dass ihnen da irgendetwas passiert. Das ist einer der großen Vorteile von Chile.

Sebastian: Cool. Viele Leute wollen ja immer erst nach Argentinien. Das ist einfach etwas bekannter und Chile bekommt immer etwas weniger ab vom Kuchen. Die zwei teilen sich ja auch die Region rund um Patagonien. Torres del Paine, den Nationalpark hast du jetzt auch gerade erwähnt. Was darf man auf einer Reise nach Chile auf keinen Fall verpassen? Gibt es da coole Abenteuer zu erleben?

Daniel: Ja, du hast durch die landschaftliche Vielfalt natürlich eine Vielzahl an Abenteuern. Das fängt ganz im Norden an, die Atacama Wüste, die unheimlich vielfältig ist. Da kann man zum Beispiel zu den welthöchsten Geysiren fahren, das sind die El Tatio Geysire. Die liegen 4.300 m hoch. Da fährt man nachts um 3 Uhr los und ist dann morgens um 6 Uhr bei den Geysiren, weil die Aktivität da am höchsten ist. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn man dann oben auf dem Altiplano, auf dieser Hochebene, steht und meterhoch die Geysire spritzen. Dann gibt es die Hafenstadt Valparaiso. Die ist gerade für jüngere Leute sehr interessant, weil das die bunteste Stadt Südamerikas ist. Da hat es sich seit den 70er Jahren so eingebürgert, dass die Häuser bemalt werden mit Street Art, auch mit politischen Aussagen. Das heißt, man hat zwei Hügel Cerro Alegre und Cerro Concepción, durch die man durchlaufen kann und wirklich jedes Haus ist in irgendeiner Form mit Graffiti wunderschön bemalt. Zwei Stunden von Santiago entfernt gibt es die Küstenstadt Pichilemu und die ist eine der Surferhauptstädte in Südamerika. Vor allen Dingen sehr interessant für Big Waves Surfen. Wenn man anfängt, gibt es einen kleineren Strand, der auch etwas gemäßigtere Wellen hat, aber wenn man wirklich den Big Wave Surfern zugucken möchte, dann fährt man nach Punta de Lobos und kann da von einem Felsen aus den Big Waves Surfern zugucken. Auch relativ nah bei Santiago gibt es die Dünen von Concón. Das ist auch gut, weil man braucht nicht so weit zu fahren. Die sind etwa zwei Stunden entfernt. Da kann man Sandboarden. Man kann zum Sternegucken ins Valle del Elqui, das ist bei La Serena, 1.000 km von Santiago entfernt mit dem Tag-/Nachtbus. Und im eben schon angesprochenen Torres del Paine Nationalpark, wo man in 5 bis 7 Tagen den W-Trek durchwandern kann.

Sebastian: Ja, der W-Trek ist ein sehr beliebter und sehr bekannter und wunderschöner Trek, der auch gar nicht so schwer ist?

Daniel: Nein, er ist nicht allzu schwer. Es braucht ein bisschen Vorbereitung. Man fährt von Puerto Natales, das ist ein kleiner Ort, ca. eine Stunde in den Park, da muss man sich registrieren. Das kostet als Ausländer ein kleines bisschen mehr. Das ist ja oft so in Südamerika, dass die Locals weniger bezahlen als die Ausländer. Und dann geht es in knapp 5 Tagen durch den Park. Man kann natürlich, wenn man ein bisschen ambitionierter ist, auch den O-Trek laufen. Der geht dann nochmal um das W quasi einmal herum. Bei dem muss man auf jeden Fall 7 bis 8 Tage einrechnen. Dann sollte man ein Zelt und regendichte Kleidung nicht vergessen, weil es relativ oft in Patagonien regnet.

Sebastian: Du hast gerade gesagt um das W? Also ich kenne den W-Trek, den Begriff kannte ich, aber was ist denn das W?

Daniel: Das W startet praktisch von zwei verschiedenen Punkten. Man hat die Möglichkeit entweder mit dem Bus an einen Parkeingang zu fahren und dann mit dem Boot über einen kleinen See zu fahren und startet praktisch an einem Eingang und läuft dieses W, was aussieht wie ein W …

Sebastian: …achso. Also dieser Trek, der sieht aus wie ein W.

Daniel: Genau, der sieht einfach aus wie ein W. Deswegen heißt er so.

Sebastian: Ahhhh okay. Das war mir zum Beispiel gar nicht bewusst. Der Name W-Trek, der ist mir ein Begriff. Den verbinde ich mit Torres del Paine und Patagonien, aber ich wusste nicht, dass das daher kommt. Das ist gut zu wissen. Chile ist ein super langgestrecktes Land und man landet ja eigentlich, wenn man jetzt nicht durch Argentinien über Land kommt, in Santiago de Chile. Und das ist ja mehr oder weniger ein bisschen weiter nördlich, aber schon sehr zentral im Land. Wie reist man da am besten? Was ist die ideale Route? Reist man da erstmal Richtung Norden und dann Richtung Süden? Landet man dort, fliegt hoch in den Norden und dann reist man in den Süden oder anders herum? Wie würdest du es machen oder wie kann man es empfehlen?

Daniel: Das ist natürlich etwas schwierig bei einem Land, das 4.300 km lang ist. Wenn man sich das mal vorstellt und Chile auf Europa legt, dann geht das von nördlichen Punkt Norwegen bis in die Mitte von der Sahara. Also, man hat natürlich da enorme Strecken.

Sebastian: Ja eben, das ist unglaublich, wie lang es ist.

Daniel: Genau. Man fliegt, wenn man nach Chile möchte, nach Santiago. Das ist also immer der Ausgangspunkt. Ich habe auf meinem Blog auch – wenn du drei Wochen durch Chile willst – da mal was zu geschrieben, auch mit Kostenauflistung. Man startet am besten in Santiago und man sollte auf jeden Fall einen Inlandsflug nehmen. Der bleibt nicht aus, wenn man jetzt nur drei oder vier Wochen hat. Die sind aber mittlerweile dank Latam, also Lan und Tam haben jetzt fusioniert und das ist relativ günstig geworden innerhalb des Landes zu fliegen. Das heißt, man sollte auf jeden Fall erstmal in den Norden oder Süden fliegen. Wie man startet ist eigentlich egal. Man sollte sich vorab klar darüber sein, ob man eher der Typ dafür ist, die Wüste zu sehen oder der Typ, der Patagonien sehen möchte. Wenn man zum Beispiel Patagonien sehen möchte, dann sollte man von Santiago nach Punta Arenas fliegen und startet da mit Patagonien, nimmt da dann den Rückflug nach Santiago und kann von dort aus sehr, sehr leicht den Norden mit dem Bus bereisen. Das geht relativ easy in Chile. Du hast sehr gute Nachtbusse. Da würde ich empfehlen, immer die Cama-Version zu nehmen, also die Version, wo man den Sitz als Bett ausklappen kann. Das spart dann natürlich auch Urlaubszeit, wenn man nachts fährt. Man steigt dann abends um 22 Uhr relativ entspannt in den Bus und ist dann morgens um 6 Uhr oder 7 Uhr an dem Bestimmungsort. Das hilft natürlich auch enorm Zeit und Kosten zu sparen, weil in der Nacht brauchst du natürlich auch kein Hostel, ne?

Sebastian: Ja, cool! Zu den Kosten kommen wir gleich nochmal, da habe ich auch noch eine Frage zu. Aber jetzt hast du ja gesagt, wir müssen einen Flug mindestens nehmen. Es gibt unglaublich viel zu sehen, 4.000 km. Es ist ja ein unglaublich langes Land, ich glaube sogar eins der längsten Länder, aber es ist nicht sehr breit. Wie viel Zeit sollte man denn für das Land einrechnen? Das ist natürlich immer schwer, wie viel man sehen möchte, ne? Aber was würdest du so sagen, sollte man mindestens mitbringen, um Chile zu erleben? Nicht einfach zu sehen, sondern wirklich zu erleben.

Daniel: Ja, mindestens vier Wochen. Das ist glaube ich dann auch so, wenn man in einem festen Job ist, dass man sagt, dass da einfach mal der Jahresurlaub für bluten muss. Dann sollte es wirklich so sein, dass man sagt “Ich nehme diese vier Wochen Urlaub, damit ich das Land ausgiebig bereisen kann und auch das sehen kann, was ich sehen will”. Weil alles darunter ist glaube ich Hetzerei und das möchte keiner in seinem Urlaub oder auf einer Reise haben, ne?

Sebastian: Ja, vier Wochen. Da muss man aber natürlich auch die richtige Reisezeit für finden. Weil ich meine, erstens muss man bedenken, dass Chile auf der südlichen Halbkugel ist. Das heißt, unser Sommer ist dort Winter und unser Winter ist dort Sommer.

Daniel: Genau.

Sebastian: Wann ist denn eine gute Reisezeit für Chile? Weil man halt ein bisschen von allem sehen möchte. Man möchte ein bisschen Norden und Wüste und aber auch Patagonien mitmachen. Ich denke mal, dass der Juni, Juli, August wahrscheinlich falsch sind.

Daniel: Ja, da ist Patagonien auf jeden Fall nur was für die ganz Harten. Nein, Patagonien am besten von November bis Anfang/Mitte März. Da hat man die trockensten und schönsten Tage dort und auch im restlichen Land die schönste Reisezeit. In der Zentralregion ist es dann natürlich sehr, sehr heiß. Da halten sich die Leute aber meistens auch nicht so lange auf. Das heißt, Santiago wird dann meistens in drei, vier Tagen abgehandelt mit Valparaiso und dann gehen die meisten in den Norden oder direkt nach Patagonien. Aber ich würde November empfehlen. Vielleicht, wenn man viel Wandern und viel Trekking machen möchte, dann am besten November, Dezember, weil dann ist auch noch nicht ganz so viel los auf dem W-Trek. Weil im Februar sind die Sommerferien in Chile und auch in Argentinien und da sind natürlich sehr viele Leute unterwegs.

Sebastian: Hm, also sollte man den Februar besser vermeiden und schon deutlich vorher kommen?

Daniel: Das sind praktisch die großen Sommerferien in Südamerika, genau. Die Argentinier fahren auch sehr gerne nach Chile rüber und dann ist der Trek natürlich schon sehr, sehr überlaufen.

Sebastian: Und was kostet das Ganze? Also wenn wir jetzt vier Wochen backpacke durch Chile. Ist das günstig, ist das teuer? Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie viel Chile kosten könnte.

Daniel: Chile ist eines der hochpreisigsten Länder in Südamerika. Allerdings ist das Busfahren zum Beispiel immer noch sehr günstig. Das heißt, wenn ich von Santiago nach La Serena fahre, das ist 1.500 km nördlich von Santiago, dann zahle ich mit dem Nachtbus ungefähr 25 € bis 30 €. Hostels sind im Dorm genauso günstig wie überall. Da hat man im Durchschnitt auch 10 € bis 15 € am Tag und ich sage immer, die Leute, die in Chile zu viel essen gehen, die scheinen zu viel Geld zu haben. Also, es gibt wunderschöne Märkte, wo man sich auch super selbst verpflegen kann. Das heißt, man macht dann vielleicht mal einen Kochabend im Hostel oder man kauft sich Obst unterwegs und dann ist die Reise auch nicht wirklich teuer.

Sebastian: Hm. Den Bus hast du jetzt gerade erwähnt, aber was kostet den zum Beispiel das Abendessen in einem Restaurant oder auch mal eine Hotelnacht oder Aktivitäten an sich? Ich weiß zum Beispiel, wenn ich das mal vergleiche: Neuseeland ist natürlich ein ganz anderes Land und eine ganz andere Region, aber dort sind die Essenspreise mehr oder weniger moderat. Unterkunft ist teuer, Aktivitäten sind schweineteuer. Wie ist das denn zum Beispiel mit den Aktivitäten in Chile?

Daniel: Beim Essen hast du ja mittags das Almuerzo, also das Mittagessen. Das gibt es in Chile immer in einem Menü. Das ist sehr, sehr günstig. Das heißt, da zahlst du für ein Menü zwischen 3 € und 5 €, wenn du lokal isst. Das heißt, du gehst in ein Lokal, wo auch die Einheimischen essen. Bei den Aktivitäten, jetzt mal als Beispiel: Wenn du nach Pucon fährst im südlichen Seengebiet, das ist so eine Outdoor-Hauptstadt, da war ich zum Beispiel raften und habe bezahlt 23 € für einen Rafting Tag mit Ausrüstung und allem drum und dran. Also Transport, Neoprenanzüge, etc. Das waren umgerechnet 23 €.

Sebastian: Das ist eigentlich recht günstig. Ich finde im Vergleich: 1.500 km für 35 € mit dem Nachtbus?

Daniel: 30 €. Genau, du kannst immer rechnen, wenn du 1.000 km fährst in Chile, dann sind es ungefähr immer so 25 €, je nach Gesellschaft. Man muss sich da ein bisschen informieren. Es gibt zum Beispiel eine Seite, die heißt recorrido.cl, da kann man zum Beispiel sehr gute Busse vergleichen und kann auch die Tickets gleich online kaufen.

Sebastian: Ah, das ist ein sehr, sehr guter Tipp!

Daniel: Das können wir später vielleicht auch noch mal verlinken? Die Jungs machen einen super Job. Das gab es so vorher in Südamerika noch nicht, dass man Bustickets vergleichen und auch dann gleich buchen konnte. Das hilft dem ein oder anderen vielleicht bei der Vorbereitung dann zu sagen “Hey, da habe ich einen sehr günstigen Bus gefunden!”

Sebastian: Nee, das ist super! Aber ich finde halt im Vergleich, 25 € für 1.000 km und 23 € für Rafting zum Beispiel ist ein großer Unterschied. Ich finde das Raften als Aktivität sehr günstig und die Busfahrt dafür sehr teuer. Ist das durchgehend so?  

Daniel: Das bezieht sich jetzt natürlich auf die Luxusvariante, also auf den Cama-Bus. Wenn du jetzt sagst “Okay, ich bin auch ein bisschen weniger Comfort gewöhnt oder mir macht das nichts aus”, da kann man auch die günstigeren Busse nehmen. Die nennen sich Semicama. Dann bezahlst du für 1.000 km nur 15 € bis 20 €, je nach Gesellschaft.

Sebastian: Das heißt, du kannst den Sitz so halbwegs zurücklehnen?

Daniel: Genau. Also wem das nix ausmacht und der sich sagt “die eine Nacht stehe ich irgendwie durch”. Nur, wenn man das drei Wochen am Stück macht, dann ist vielleicht irgendwann auch der Rücken durch.

Sebastian: Ja, ja, das kenne ich. Thema Unterkünfte: Du hast Hostels zum Beispiel schonmal angesprochen. Wie übernachtet man sonst so in Chile. Sind das meistens Hostels oder sind das auch Homestays oder Airbnbs, Hotels? Welche Möglichkeiten der Übernachtung gibt es denn dort?

Daniel: Du hast alle Möglichkeiten, die es auch woanders gibt. Du hast Airbnb, was zum Beispiel in Valparaiso sehr stark vertreten ist. In der Hafenstadt, wo sehr viele junge Leute auch Urlaub machen oder hinreisen und wo die Locals sich mittlerweile drauf eingestellt haben, dass viele Leute über Airbnb gerne eine Wohnung hätten. Da kann man in der Regel mit 15 € bis 30 € pro Apartment rechnen. Es gibt sehr schöne Boutique-Hotels, das ist im Moment so ein Hype, auch gerade in Santiago und Valpariso, dass immer mehr solche Boutique-Hotels aus dem Boden gestampft werden. Da bezahlt man im Doppelzimmer so round about 30 € bis 50 €.

Sebastian: Hm, cool! Und wie sieht das in Chile mit dem Thema Sicherheit aus? Großstädte, Santiago de Chile kennt man aus Südamerika und Zentralamerika weltweit. Da ist die Kriminalität immer ein bisschen höher. Wie hast du das dort erlebt. Hast du dort Erfahrungen gemacht mit Überfällen oder sonstigen Verbrechen?

Daniel: Nein. Ich war jetzt vor kurzem wieder dort, weil meine Freundin Chilenin ist. Das war jetzt mein 11. Mal in Chile und mir ist noch nie irgendetwas passiert. Klar muss man, wie überall zum Beispiel an Busbahnhöfen immer ein Auge walten lassen und gucken, wer schleicht da so rum oder auf sein Gepäck aufpassen. Aber gerade in Santiago, wenn du in der Innenstadt unterwegs bist und nicht an die Randgebiete fährst irgendwo in die ärmeren Viertel, dann brauchst du dir auch keine Gedanken zu machen, was die Sicherheit angeht. Chile ist wirklich das sicherste Reiseland in ganz Südamerika. Wir nennen die Chilenen ja so ein bisschen die Schweizer von Südamerika. Die sind auch wirklich, was die Ehrlichkeit und die Korruption angeht, nicht so drauf, wie ihre Nachbarn.

Sebastian: Wie zum Beispiel Argentinien oder welche anderen Nachbarn?

Daniel: Genau Argentinien, Buenos Aires, wenn man da abends durch La Boca läuft, dann sollte man als Tourist nichts dabei haben. Oder auch Peru und Bolivien, wo die Bevölkerung ein Stück weit ärmer ist als in Chile, weil Chile eine hohe Mittelschicht hat. Da muss man natürlich ein bisschen mehr Vorsicht walten lassen als in Chile.

Sebastian: Das ist auf jeden Fall gut zu wissen. Es ist natürlich auch für alleinreisende Frauen ein sehr wichtiges Kriterium, dass das Land, in das man reist, auch entsprechend sicher ist. Würdest du auch sagen, dass Chile ein sicheres Land für alleinreisende Frauen oder Alleinreisende allgemein sicher ist.

Daniel: Ja, es ist super für Mädels, weil durch die Infrastruktur gut ist und die Chilenen haben nicht so dieses Machotum wie die Argentinier, ne? Ich habe die Erfahrung gemacht, weil ich schon mit ein paar Mädels unterwegs war. Da wird einem nicht, wie in Argentinien, aus dem Auto nachgepfiffen oder man kriegt irgendwelche Sprüche gedrückt. Da sind die Chilenen wesentlich zurückhaltender. Das hat auch ein bisschen was mit der Geschichte zu tun. Die waren ja lange Zeit in einer Diktatur unter Pinochet und da ist das Verhalten einfach zurückhaltender und nicht so offensiv, wie in anderen südamerikanischen Ländern. Frauen haben da auch eine sehr starke Machtposition. Die Präsidentin Bachelet ist eine Frau und die Frau hat einfach eine höhere Rolle in Chile als teilweise in anderen lateinamerikanischen Ländern.

Sebastian: Sehr gut zu wissen. Es ist unglaublich, dass wir schon über 20 Minuten reden. Mein Gott! Wo ist die Zeit geblieben? Lass uns langsam zum Schluss kommen. Eine wichtige Frage für mich immer ist, das Essen. Südamerika ist sehr fleischlastig, was ich eigentlich persönlich sehr mag. Wie ist das Essen in Chile?

Daniel: Das Essen in Chile ist mittlerweile super. Das erste Mal als ich da war, habe ich noch ein bisschen gestutzt und es gibt viel, viel Fast Food. Wenn man sich aber ein bisschen auf den Märkten umschaut…

Sebastian: Fast Food im Sinne von McDonald’s, Burger King & Co. oder Fast Food einfach irgendwie schnelle Bocadillos, also Brote oder was?

Daniel: Nein, die Chilenen sind absolute Mall Freaks. Also die rennen Sonntags in die Malls, statt in ihre schöne Natur zu fahren. Und da gibt es so eine richtige Food Mall. Das ist teilweise wirklich wie McDonald’s, genau und schaufeln sich haufenweise Fast Food rein.

Sebastian: Das hätte ich überhaupt nicht gedacht.

Daniel: Ja, doch.

Sebastian: Das ist ja fast so wie in den USA.

Daniel: Nein, es gibt wunderbare Empanaderias. Die Empanadas sind diese Teigtaschen in Halbmondform. Das hat vielleicht der ein oder andere schon gehört. Die werden gefüllt mit Fleisch,  Meeresfrüchten oder mit Oliven. Die kann man wunderbar auf die Hand nehmen und kosten 500 bis 1.000 Pesos, also nicht wirklich viel. Das sind umgerechnet knapp 1,20 €, schmecken super. Wenn man nach Santiago fährt, dann gibt es dort diesen Lavega Markt. Da gibt es unten ganz normal Gemüse und Obst und wenn man einen Stock höher geht, dann sind dort diese ganzen Local Food Geschichten. Es gibt viel Ceviche. Ich weiß nicht, wer von euch das kennt. Das ist ein Fischgericht, was ursprünglich aus Peru kommt, wird mariniert mit der sogenannten Tigermilch, Zitrone, Chili und mit Koreander, wird kalt angerichtet und schmeckt super gut. Also jeder, der nach Südamerika fährt sollte das mal probieren. Ansonsten gibt es noch spezielle Speisen, wie zum Beispiel Curanto in Südchile. Da werden Kartoffeln und Fleisch in einem Erdloch vergraben und dort den ganzen Tag ziehen lassen. Dann wird das geöffnet und dann hat man praktisch diesen ganzen Geschmack im Fleisch und den Kartoffeln. Das ist auf jeden Fall ein Tipp. Jeder, der nach Südchile reist, sollte das auf jeden Fall essen.

Sebastian: Hört sich cool an, das muss ich alles probieren. Wir reisen dieses Jahr noch nach Südamerika. Mal schauen, ob wir es nach Chile schaffen, aber dann werde ich das auf jeden Fall probieren und sage dir dann Bescheid. Aber lass uns jetzt mal diese Folge abrunden. Du hast vorhin eine Webseite erwähnt für die Busse. Wo man die finden und buchen kann. Was gibt es noch so für Webseiten? Wo kann man sich auf Chile vorbereiten – Seiten die man kennen sollte?

Daniel: Was zum Beispiel super zum Vorbereiten für Wanderungen und Trekkings ist trekkingchile.com. Das sind zwei Deutsche, die machen einen super Job in Chile. Die haben auch schon eigene Wanderstrecken erwandert und auf diese Seite gestellt. Dann gibt es, wie schon gesagt, diese Busseite. Es gibt Free Walking Tours Valparaiso. Das sollte sich keiner entgehen lassen, wer in Valparaiso ist und die Stadt mal gerne mit Locals erkunden möchte. Die Jungs machen einen super Job und erklären ganz viel zur Geschichte von Valparaiso. Ansonsten gibt es noch eine Seite, die heißt chile.info. Das ist mehr oder weniger die offizielle Seite vom chilenischen Tourismusverband, aber die haben auch super Videos und super Bilder auf ihrer Seite und auch einige Informationen auf Englisch, die man sich vorab reinziehen kann.

Sebastian: Okay, cool! Und auf deiner Seite findet man natürlich auch ganz viele Infos zu Chile, ne?

Daniel: Genau.

Sebastian: Sehr gut. Die haben wir natürlich auch in den Shownotes verlinkt Southtraveler.de. Dann danke ich dir vielmals für diese ganzen tollen Infos und diesem Input zu Backpacken in Chile. Vielen Dank für deine Zeit!

Daniel: Gerne.

Sebastian: Alles, alles Gute, bis bald!

Daniel: Bis bald, vielen Dank! Tschüss!

Sebastian: Tschüss!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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