Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Podcast: Gorilla-Trekking in Uganda mit Frank

Gorillas kennen die meisten von uns ja nur aus Filmen wie „Gorillas im Nebel“ oder „King Kong“. Mein Podcast- Gast Frank war von den Gorillas fasziniert und wollte sie mal hautnah erleben – dazu hat er sich auf den Weg nach Uganda gemacht. Die Mühe hat sich gelohnt und er konnte einige Stunden in der Nähe einer Gorilla Familie verbringen. Wenn ihr es ihm nachmacht denkt also auf jeden Fall an eine gute Kamera.

Bisher war ich vor allem in Südafrika unterwegs aber nach dem Gespräch mit Frank kommt das Gorilla-Trekking auf jeden Fall mit auf meine Bucket-List. Uganda gehört sicherlich mit zu den aufregendsten Abenteuer-Zielen und im heutigen Podcast bekommt ihr viele hilfreiche Tipps für euer Gorilla-Abenteuer.

Erfahre in dieser Episode über Gorilla-Trekking in Uganda:

  • Wann die Hauptsaison für Gorilla Trekking ist
  • Welche Genehmigungen und Visa du brauchst um Gorilla-Trekking zu erleben
  • Wie du dich in der Nähe der Gorillas verhalten solltest
  • Was man abgesehen vom Gorilla-Trekking noch in Uganda erleben kann
  • Wie du dir deinen Aufenthalt selbst organisierst und dabei im Vergleich zu Agenturen viel Geld sparen kannst

Shownotes über Gorilla-Trekking in Uganda:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich willkommen zu einem neuen Off The Path Podcast Folge ihr Lieben. Ich bin gespannt, von wo ihr heute zuhört. Viele haben ja schon mal geschrieben, dass sie uns immer auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder in der Bahn hören und heute habe ich deshalb ein ganz spannendes Thema für euch und zwar spreche ich mit Frank.

Der war schon mal zu Gast im Off The Path Podcast. Heute sprechen wir über eines seiner letzten Abenteuer. Frank, herzlich willkommen erst einmal. Schön, dass du da bist!  

Frank: Hallo, grüß’ Dich.

Sebastian: Wir starten direkt rein. Du hast ein richtig geiles Abenteuer hinter dir. Du warst in Uganda unterwegs und hast ein Trekking mit den Gorillas gemacht.  

Frank: Genau. Ich war jetzt im Mai in Uganda. Also ich muss erst einmal ein bisschen anfangen: Wie kommt man auf Uganda?

Ich musste erst einmal auf der Landkarte gucken, wo das genau ist. Ich hatte vor ein paar Jahren mal den Film „Gorillas im Nebel“ mit Sigourney Weaver gesehen und hatte das irgendwann mal auf meine Liste geschrieben, dass ich da unbedingt mal hin muss. Dass ich das mal machen muss. Aber ich hatte gar nicht genau eine wirkliche Ahnung, wo in Afrika die Gorillas sind, aber ich wollte es auf jeden Fall machen. Und dieses Jahr im Mai hab ich mir dann gesagt: Okay, jetzt ist die Zeit gekommen und dann bin ich nach Uganda geflogen.

Sebastian: Sehr cool! Uganda liegt ja zwischen Ruanda, dem Kongo und da ist noch irgendein anderes Land?

Frank: Oben ist noch Südsudan.

Sebastian: Ah ja!

Frank: Und unten ist Tansania, der Victoriasee. Das ist so die Grenze zwischen Tansania und Uganda.  

Sebastian: Krass! Also, Gorillas… das stelle ich mir unglaublich spannend vor. Ein riesengroßes Abenteuer. Ich habe Gorillas auf meinem Radar seit, vielleicht kennst du den Film, der ist auch schon ein bisschen älter, nicht „King Kong“, sondern „Mein großer Freund Joe“?

Frank: Aha, okay. Nie gehört.  

Sebastian: Kennst du den? Also der ist super. Ich habe den damals als Kind gesehen. Der ist von Anfang 2000, Ende der 90er. Für mich ist das damals ein ganz großer Film gewesen. Als ich ihn mir das zweite Mal angeschaut habe, war er nicht so cool. Aber die Gorillas. Also der Gorilla an sich ist einfach ein unglaubliches Tier. Du warst im Mai dort?

Frank: Genau.

Sebastian: Mai? Also ich habe mich vor dem Gespräch ein bisschen mit dem Thema befasst. Die Hauptsaison für Gorilla-Trekking in Uganda ist zwischen Juli und September und Dezember bis Februar. Du warst also Anfang der Hauptsaison, beziehungsweise Ende der Nebensaison dort.  

Frank: Genau.

Sebastian: Trotzdem erfolgreich und empfehlenswert?

Frank: Auf jeden Fall. Also das Wetter in Uganda ist eigentlich das ganze Jahr über mehr oder weniger gleich. Es regnet immer relativ viel, weil Regenwald da ist und es gibt dann die sogenannten Perioden, wo es weniger regnet aber immer noch häufig. In der Regenzeit hat man dann einen Schauer für eine halbe Stunde, Stunde und dann ist die Sonne auch wieder da. Deswegen habe ich mir gedacht, mache ich das mal im Mai, weil dann auch weniger Touristen da sind.  

Sebastian: Wie hast du das damals gemacht? Hast du es auf eigene Faust gemacht? Also, bist hin geflogen und dann?

Frank: Ja, ich habe es auf eigene Faust gemacht. Ich war schon öfters in Afrika. Das ist auch auf jeden Fall mein Lieblingskontinent und ich war vormals in Südafrika, Namibia, Botswana und da war ich auch alleine unterwegs. Und da dachte ich mir, Uganda kann ich auch machen. Gleich vorweg gesagt: Man kann es ohne Probleme alleine machen, aber es ist schon ein anderes Afrika, als Südafrika oder Namibia. Dessen muss man sich einfach bewusst sein.

Sebastian: Alles ein bisschen rougher, oder?

Ich war noch nie in Uganda, das gilt ja eigentlich schon als Zentralafrika, ist ja gar nicht mehr südliches Afrika. Ich meine, Südafrika ist fast sehr europäisch.  

Frank: Auf jeden Fall.  

Sebastian: Namibia ist dann vielleicht ein bisschen mehr afrikanisch, aber nicht wirklich. Und Uganda stelle ich mir schon sehr afrikanisch vor.  

Frank: Ja. Ich meine, wenn man Kenia und Tansania noch im Vergleich hat, die sind halt auch sehr auf Touristen eingestellt. Es gibt ja sehr viele Touristen-Serengeti, die Nationalparks und die Infrastruktur für Touristen ist da einfach ein bisschen mehr entwickelt und in Uganda gibt es relativ wenig. Es ist ein auch ein kleines Land, zum Teil auch unbekannt – bis auf die Gorillas. Man muss erst mal ein bisschen informieren, was einen da erwartet.

Es ist natürlich um Einiges ärmer, als Südafrika oder Namibia und man ist als Europäer auch eine Attraktion. Also, wenn man in Namibia oder da unten ist, gibt es so viele Touristen, da fällt man nicht unbedingt auf. In Uganda tut man das schon. Es gibt da sehr, sehr wenige Europäer und egal wo man auftritt, ob in Straßen oder Städten oder so, man ist immer eine Attraktion. Die Leute gucken einen an oder wollen mit einem reden. Die sind sehr, sehr freundlich, zum Teil auch zurückhaltend, aber man muss sich ein bisschen daran gewöhnen, dass man sich nicht so unbeobachtet irgendwo auf einem Markt aufhalten oder so ein bisschen durch die Straßen schlendern kann. Das geht nicht so leicht.  

Sebastian: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn du so ein Gorilla-Trekking auf eigene Faust machst, beziehungsweise organisierst? Wenn man jetzt mit einem Tour-Operator aus Deutschland bucht, sagen wir mal im Reisebüro oder auf eigene Faust im Internet, dann wird ja mehr oder weniger alles für einen gemacht. Braucht man überhaupt ein Visum für Uganda?

Frank: Man braucht ein Visum für Uganda.

Gleich vorweg gesagt: Uganda oder Gorilla-Trekking als solches ist kein billiger Spaß. Man muss sich das gut überlegen. Es kostet ziemlich viel Geld und das ist bewusst von der Regierung so gemacht, weil die auch nicht so viele Touristen da sehen wollen und die wollen auch lieber die zahlungskräftigen Touristen haben, als die Backpacker.

Wenn man es mit einem Tour-Operator aus Deutschland macht, kostet es wirklich ein Vermögen. Also, das kostet 2.000 bis 3.000 Euro auf jeden Fall, für eine Woche bis zehn Tage.

Sebastian: Pro Person?

Frank: Ja. Mit allem drum und dran. Weil man braucht, um die Gorillas zu sehen, eine sogenannte Gorilla-Permit. Das ist eine Genehmigung, die vom Staat sehr, sehr limitiert ausgestellt wird, um in diesen Park zu kommen, wo die Gorillas sind.

Ich weiß nicht genau, wieviele es pro Tag gibt.

Es gibt auf jeden Fall vier Gorilla-Familien, die man besuchen kann und es gibt maximal eine Gruppe von sechs bis sieben Personen pro Tag. Das heißt, es ist kein Massenspektakel, sondern es ist sehr limitiert und aufgrund dessen ist es auch ziemlich teuer.

Ich habe damals bei Google geguckt, wie man es am Besten macht, weil ich eigentlich auch diese vorgefertigten Touren, wo alles so abgesteckt ist, selber auch gar nicht mag. Ich reise lieber individuell, wie ich selber Lust habe. Ich habe aber trotzdem mal geguckt, was die Tour-Operator so anbieten. Welche Route die fahren und so weiter und habe dann versucht, das mir selber so ein bisschen zurecht zu basteln.

Ich bin da immer ein wenig vorsichtig, weil es gibt Hunderte von Anbietern in Uganda, die das anbieten. Ich habe die dann immer per E-Mail angeschrieben, die sich auch immer sofort ganz aktiv gemeldet haben und das alles für mich organisieren wollten, wie gesagt, zu teuren Preisen auch. Aber was mich so ein bisschen abgeschreckt hat: Die wollten alle sofort das Geld haben. Nicht vor Ort bezahlen, das geht gar nicht. Man sollte das dann auch mit Kreditkarte zahlen. Das ging in der Regel aber auch nicht. Man musste das dann immer auf irgendein ominöses, afrikanisches Bankkonto überweisen, wo ich gesagt habe: Nee, das mache ich nicht. Das ist mir zu riskant, weil wenn das Geld überwiesen ist, dann ist es weg und am Ende kriege ich nichts. Mir ist noch nie etwas passiert. Ich bin noch irgendwie übers Ohr gehauen worden, aber trotzdem, eine gewisse Vorsicht sollte man da schon walten lassen.

Ich bin dann letztendlich auf einen Tour-Operator gestoßen, weil in verschiedenen Foren, bei TripAdvisor oder bei Lonely Planet haben die geschrieben, dass man eigentlich ohne einen Mittler in Uganda gar nicht leicht an diese Permits kommt. Man kann versuchen, das vor Ort zu machen; man läuft aber natürlich Gefahr, dass das Kontingent für die Permits schon weg ist oder vielleicht auch auf Tage oder Wochen ausgebucht ist. Das wollte ich natürlich auch nicht. Also, wenn man erst einmal hinfährt, sollte es natürlich dann auch stattfinden.

Das war auch sehr abenteuerlich mit den Leuten, die geschrieben haben: Ja, ich habe das vor Ort versucht und dann wurde ich vertröstet und von A nach B geschickt. Ich weiß nicht, vielleicht gibt es Leute, die es probiert haben, wo es auch geklappt hat. Mir war das zu abenteuerlich. Ich bin dann letztendlich bei einem holländischen Reiseveranstalter, oder eigentlich ist es ein Guesthouse, gelandet. Das ist ein Holländer, der mit einer Uganderin verheiratet. Der hat in Kampala, der Hauptstadt von Uganda, ein Guesthouse und der betreibt zusammen mit dem Guesthouse auch Touren. Er bietet also Touren an, unter anderem: Safaris, Gorilla-Trekking oder Rafting und so weiter. Und das sah mir dann auf der Website gut aus und auch in den verschiedenen Foren wurden die immer lobend erwähnt. Ich hatte die dann angeschrieben, ob sie mir da etwas anbieten können, was das kostet und so weiter und sofort. Ich musste es auch vorab bezahlen, aber ich konnte es auf ein holländisches Bankkonto überweisen und das war mir dann ein bisschen sicherer.

Sebastian: Weißt du noch, wie diese Firma oder dieses Guesthouse hieß? Damit wir dann vielleicht später in die Shownotes verlinken können.  

Frank: Das Guesthouse in Kampala heißt „ICU-Guesthouse“ und der Tour-Operator, der zusammen mit dem Guesthouse ist, die nennen sich „Graassrootz“.

Sebastian: Okay, perfekt. Und da konntest du das buchen. Da hast du eine Email geschrieben und die haben sich dann also um diese Permits gekümmert. Denn das kostet ja, ich habe auch nachgeschaut: 600 Dollar zur Hauptsaison und 450 Dollar in der Nebensaison, oder?  

Frank: Ja. Da muss man schon mal schlucken. Das ist wirklich ein Haufen Geld.  

Sebastian: Genau. Das ist nämlich nur das Permit, dafür, dass man in diesen Nationalpark rein darf, um diese Gorillas zu sehen.  

Frank: Genau. Das war für mich auch ein Grund, das im Mai zu machen, wo das noch ein bisschen günstiger ist. 450 Dollar ist dann immer noch besser als 600 Dollar. Und ich hatte auch überlegt, ob man das in Ruanda machen kann, im Nachbarland. Da ist es noch teurer. Und im Kongo ist die Sicherheitslage nicht so, dass man das unbedingt da machen sollte.  

Sebastian: Cool. Du nimmst mir die ganzen Fragen vorweg, die ich schon alle aufgeschrieben habe. Eine Frage war, warum Uganda und nicht Ruanda oder im Kongo. Das hast du schon einmal beantwortet: Sehr gut!

Aber jetzt möchte ich auch noch einmal kurz auf diese Permit-Geschichte zurückkommen. Du hast also diese Permit bekommen für 450 Dollar im Mai. Das heißt aber noch nicht, dass du jetzt einfach in den Nationalpark reinspazieren darfst und dann zu den Gorillas laufen kannst. Du brauchst dann ja noch einen Guide, oder?

Frank: Genau. Das ist dabei. Also, der Guide ist dabei und auch ein Sicherheitsmensch ist dabei und das Trekking als solches ist mit der Permit abgegolten.  

Sebastian: Aaaaahhh, okay.  

Frank: Genau.

Sebastian: Okay. Hast du bei dem Holländer übernachtet und dein ganzes Gepäck dort gelassen und bist dann immer so tageweise in den Park rein?

Frank: Nee, der Park als solches ist auch noch einmal eine ganze Ecke weg. In Uganda  landet man in der Regel in Entebbe, das ist da, wo der Internationale Flughafen ist und man muss dann noch einmal eine Stunde bis Kampala fahren, was die Hauptstadt von Uganda ist. Da befinden sich die meisten Hotels und so weiter. Und man fährt dann von Kampala noch einmal acht oder neun Stunden, bis dahin wo der Park ist. Man kann das also nicht an einem Tag machen.  

Sebastian: Frank, du hattest erzählt, dass du dann Richtung Norden in den Park gefahren bist und dort hast du auch irgendwo übernachtet. Wo hast du dort übernachtet? In einer Lodge, wahrscheinlich?

Frank: Genau. Es hatte den Namen Lodge, aber es hatte eher was von Camping. Es war an einem See – den Namen habe ich vergessen – da waren Hütten an dem See, auch mit Steg, wo man dann rausgehen konnte. Man konnte auch in dem See baden. Das fand ich wunderbar. Das war eine Landschaft, wie in der Schweiz mit Hügeln, Bergen drum herum und dieser See, mit dem ganz klarem Wasser – ich habe mich auch Hundertmal versichert, dass da auch wirklich keine Viecher drin sind – absolut sauber und ohne Tiere. Also, man konnte da schwimmen und es war einfach. In der Hütte gab es keinen Strom, nur Taschenlampen. Es waren Bankbetten drin. Gemeinschaftsbad- und die Dusche war ein bisschen um die Ecke und wenn man duschen wollte, musste man eine Stunde vorher Bescheid sagen und dann hat der Mitarbeiter Feuer und das Wasser heiß gemacht und dann konnte man duschen. Und Essen gab es bei der Familie, der die Lodge gehört hat, im Haupthaus. Die Frau hat dann gekocht und dann gab es für alle Essen. Wir haben alle zusammen am Tisch gesessen – ich fand es klasse.  

Sebastian: Cool. Und dann hast du dort wie lange übernachtet? Bist du dann jeden Tag für das Trekking in den Nationalpark rein, in den Wald rein und hast dir die Gorillas angeschaut und hast dort wieder übernachtet oder hat man dann im Regenwald selbst übernachtet?

Frank: Diese Lodge war in der Nähe von dem Wald. Das war eine halbe Stunde mit dem Auto. Aber man muss auch sagen, diese Permit, die erlaubt dir, ungefähr zwei Stunden bei den Gorillas zu sein. Einmalig. Also, man hat da nicht mehrere Tage. Man kann hin, man kann Zeit mit denen verbringen und dann muss man auch wieder gehen.   

Sebastian: Okay und was passiert, wenn du die jetzt nicht siehst?

Frank: Dann kriegt man das Geld wieder, aber die garantieren, dass man in 90 Prozent der Fälle die auch sieht.

Man fährt, wie gesagt, von Kampala aus so acht, neun Stunden dahin. Wir sind dann abends angekommen, haben eine Nacht in der Lodge geschlafen. Am nächsten Tag war das Gorilla-Trekking selbst. Man ist ganz, ganz früh morgens los, noch im Dunkeln. Es war auch ganz toll, weil man fährt und die Landschaft ist ein bisschen hügelig, gebirgig und da ist natürlich der Regenwald und dann ging die Sonne auf und diese Nebelbänke hingen so in den Tälern. Das sah wirklich genauso aus, wie in dem Film „Gorillas im Nebel“.

In unserer Gruppe waren wir zu viert. Dann kommt man zu dem Parkeingang und muss dann noch einmal zu so einer Art „Basecamp“ laufen. Man bekommt auch eine Einweisung von den Wärtern, wie man sich zu verhalten hat, was man mit den Park nehmen darf, was man machen soll, was man nicht machen soll und so weiter. Das dauert dann auch noch einmal eine halbe Stunde. Die erklären dann auch so ein bisschen was über die Gorillas: Wie viele es noch gibt; dass sie natürlich unter Naturschutz stehen und so weiter und sofort. Das ist ganz interessant.  

Sebastian: Cool. Und dein ganzes Gepäck bleibt dann in der Lodge.  

Frank: Genau. Ja, also man nimmt einen Day-Pack mit und das ist auch noch ganz interessant: Ein Guide und ein Sicherheitsmensch mit einem Gewehr ist dabei, das ist in dem Preis inkludiert, aber es gibt auch Porter, die einen dann begleiten und das Gepäck nehmen. Wir sind da angekommen und da standen dann irgendwie 30 Leute aus dem Ort, die praktisch ihre Dienste angeboten haben. Das sollte 15 Dollar kosten und im ersten Moment habe ich gedacht: Nee, ich bin ja jung und stark. Ich brauche niemanden, der mein Gepäck trägt und meinen kleinen Rucksack schon gleich gar nicht. Das kann ich alleine. Aber dann dachte ich mir: Naja okay, 15 Dollar ist nicht so viel und man tut auch was für die lokale Gemeinschaft, weil das ist ja ein Job für die, die das machen. Und im Nachhinein war es das Beste, was ich gemacht habe. Das war wirklich super. Wir haben das auch alle gemacht – also die vier Leute bei uns in der Gruppe. Wir hatten dann auch vier Porter dabei, weil die nicht nur das Gepäck tragen, sondern sich auch auskennen und einem auch helfen, weil das ist Regenwald, wie man es sich vorstellt. Also über Stock und Stein, über Baumstümpfe, durch Flüsse und Bäche durch, bergauf, bergab. Und da ist es schon mal ganz gut, wenn einem jemand die Hand gibt, um ein bisschen Trittsicherheit zu bekommen. Es ist nicht zu unterschätzen. Man muss schon ein bisschen fit sein und es war gut, dass wir diesen Porter dabei hatten, auf jeden Fall.  

Sebastian: Ja, sehr cool. Ich meine, ich stelle mir das auch vor, dass so ein Tagesrucksack schwer ist. Wenn ich jetzt zum Beispiel so ein Gorilla-Trekking machen würde, ich habe mit meinen Kameras und Co. einiges an Gewicht dabei. Das ist ganz schön schwer. Wenn man dann auch noch durch Stein und Geröll muss, dann kann das sehr anstrengend werden.

Frank: Ja. Auf jeden Fall. Und man muss bedenken, es ist luftfeucht, es ist ist heiß und es ist auch kein angenehmes Wanderklima. Und je weniger man selber trägt oder tragen muss, desto besser war es.

Es ist so, dass es Parkranger gibt, die im Park unterwegs sind und sich immer in der Nähe der Gorillas aufhalten und dann mit dem Guide praktisch über Walky Talky  oder manchmal haben die auch durch die Luft gerufen, um Rücksprache zu halten und sagen, wo die Gorillas gerade sind.

Das ist immer ein kleines Glücksspiel, weil die Gorillas sich natürlich frei in dem riesigen Park bewegen und je nachdem, wo die halt sind, da muss man dann hinwandern, -tracken. Manchmal ist es eine halbe Stunde, manchmal dauert es fünf Stunden. Und manchmal denkt man, man ist jetzt gleich in der Nähe – dann wird auch gesagt: Wir sind in der Nähe. Und dann heißt es wieder: Oh nee, sie laufen gerade los und laufen den Berg hoch. Die Gorillas laufen in drei oder fünf Minuten den Berg hoch und unsereiner braucht da mal eine Stunde, um da über Stock und Stein den Berg hoch zu kraxeln. Deswegen war das immer aufregend.

Sebastian: Wie lange wart ihr unterwegs?

Frank: Vier Stunden.  

Sebastian: Wow. Also, ist das vier Stunden One-Way oder ist das hin- und zurück?

Frank: Vier Stunden One-Way.

Sebastian: Wow. Und dann musst du den Berg noch einmal runter.  

Frank: Genau, es war ganz anstrengend. Wie gesagt, der Fluss läuft da durch und so weiter und sofort. Aber, wir wollten ja alle unbedingt die Gorillas sehen und wir hatten alle auch viel Geld bezahlt und das war es uns auf jeden Fall wert und natürlich gibt dann auch keiner auf. Wir sind dann frohen Mutes weiter marschiert.  

Sebastian: Cool. Und jetzt lass uns langsam, so nach über 20 Minuten, zu dem Hauptpunkt der Folge kommen: Wie war es?

Frank: Also, die Ranger haben dann gesagt, wir sind jetzt ganz in der Nähe und wir mussten auch die Rucksäcke und so weiter da lassen. Die haben dann da gewartet und zwei sind mit uns gekommen. Man konnte nur die Kamera mitnehmen. Und dann sagten die: Die Gorillas sind da vorne um die Ecke. Und wir dachten: Wo denn? Man sieht ja überhaupt nix. Es war alles nur grüner Busch und man musste dann doch noch mal über so einen Baumstumpf hin und ich weiß noch, ich bin so um die Ecke gegangen und auf einmal saß so drei Meter von mir entfernt, mitten im Gebüsch so ein riesiger Gorilla. Wir haben vorher immer so ein bisschen Witze gemacht, so: “Ha, wie wird das sein? Setzt du dich dann neben ihn und machst ein Foto? nenene” Man hat immer so ein bisschen gewitzelt.

Sebastian: “Kannst ja mal ein Selfi machen”.  

Frank: Ja, genau, mal ein Selfie machen oder so. Aber in dem Moment, wo man dieses Tier da sieht, haben alle die Luft angehalten. Ich fand es krass – Ich kann es nicht anders sagen.

Erst mal hat der einen angeguckt und man guckt dann nicht in die Augen von einer Kuh oder einem Hund, sondern man hat das Gefühl, es ist ein Mensch, der einem gegenübersitzt mit Bart und Haaren. Ich kriege, immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Das Ganze war drei Meter neben mir und es war auch gleich der Silverback, das Oberhaupt der Gorilla-Familie und der kaute gerade an ein paar Blättern oder einem Ast, den er im Mund hatte und wir standen da zu Viert und er guckte uns kurz an, kratzte sich am Kopf und dann hat er weiter gegessen. Und es hat den so gar nicht interessiert, ob wir dabei waren. Er saß da und dann wollte er irgendwie woanders hingehen, ist aufgestanden und so einen Meter neben uns an uns vorbei.  

Sebastian: Woah. So genau stelle ich mir das auch immer vor. Da gibt es ja auch ein paar Videos, die auf Facebook und Co. kursieren, wie nah man eigentlich an die rankommt. Wie nah sie an einen rankommen, nicht eigentlich wir an sie.

Frank: Die Ranger sagen immer, man sollte so drei, vier Meter Sicherheitsabstand halten. Aber wenn sie selber auf einen zukommen, dann soll man sich einfach nur ruhig verhalten und – okay, das brauchte mir keiner zu sagen – ich habe mich keinen Zentimeter getraut, mich zu bewegen. Man hat da immer noch mal so reflexartig die Kamera hochgehalten und ein paar Bilder gemacht, aber es hat die Gorillas gar nicht interessiert, ob wir da waren.

Die Familie war dann noch ein paar Meter weiter. Dann haben wir uns auf den Boden gesetzt, nicht im Kreis, aber ein bisschen versetzt und wir haben denen einfach zugeguckt und das war so bewegend, denen zuzugucken. Es war der Silverback und ein paar normale Gorillas und es waren auch kleine Baby-Gorillas da und die Mütter dazu. Und denen zuzugucken, wie die Mütter mit ihren Kindern spielen oder, wenn die Kinder mit dem Stein spielen, das sieht so menschlich aus. Das sieht wirklich menschlich aus. Oder wenn sie sich kratzen, weil sie Hände und Finger haben. Das ist wirklich unglaublich und du sitzt da mittendrin.

Und dann wollte so ein kleiner Baby-Gorilla irgendwie zu einem anderen laufen und der musste an uns vorbei und dann ist der so den Berg runter, ist ein bisschen ins Stolpern geraten und hat sich dann mit der Hand am Bein von einem anderen festgehalten und um die Ecke geschwungen. Keine Berührungsangst. Die sehen einen so, wie einen von sich selbst.  

Sebastian: Krass. Ich kriege richtig Gänsehaut bei der Erzählung. Das muss ein unglaubliches Gefühl gewesen sein.  

Frank: Ja, also Natur pur. Manchmal haben die auch so geknurrt und man hatte dann Angst gehabt, sodass wir automatisch einen Schritt zurückgegangen sind. Wenn sie mal aus dem Nichts heraus ein bisschen genurrt haben… weil wenn die Knurren, da vibriert die Erde. Aber die Ranger haben immer gesagt: Keine Angst, keine Angst, die tun nichts. Es sind ganz friedliche Tiere. Die würden nie einen von sich aus angreifen, weil sie einen, wie einen von sich sehen.

Sebastian: Wow, genial. Wie lange wart ihr dann dort?  

Frank: Es hieß, wir bleiben so eineinhalb Stunden, aber für ein bisschen Trinkgeld durfte man dann auch zwei Stunden bleiben. Aber die Zeit verging wie im Nix. Ich habe natürlich ein paar Hundert Bilder gemacht, Videos mit dem iPhone geschossen und es einfach auch erlebt.

Und wenn man zwei Stunden hat, irgendwann kann man die Kamera halt auch mal weglegen und kann sagen: Okay, ich gucke jetzt einfach mal und erlebe das mit meinen Sinnen, nicht nur durch eine Kameralinse das zu sehen und zu erleben.  

Sebastian: Cool und die Gorillas waren dann auch die ganze Zeit so um euch herum und sind einfach ihrem Business nachgegangen?

Frank: Genau. Es war so um die Mittagszeit und die haben dann auch Blattwerk gegessen. Manche haben sich auch ausgeruht; manche haben sich in die Sonne gelegt; manche haben auch geschlafen. Das waren so ungefähr zehn Gorillas in dieser Familie, die wir da gesehen haben.  

Sebastian: Unglaublich. Ich stelle mir das so unglaublich cool vor. Auf jeden Fall hast du mich jetzt dazu motiviert, das auf jeden Fall auf unsere Liste zu packen. Unglaublich!

Frank: Ich kann es wirklich nur empfehlen. Und alle Leute die dabei waren, die haben alle gesagt – wie gesagt, es ist teuer – aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist so: Once in a lifetime. Man macht das einmal im Leben und das ist kein verlorenes Geld. Auf keinen Fall.  

Sebastian: Aber ihr wart nur ihr vier Gäste, dann zwei Ranger und die vier Jungs, die euer Gepäck getragen haben.  

Frank: Genau.

Sebastian: Und dann habt ihr in den acht Stunden, die ihr da im Regenwald wart, auch niemanden anderes gesehen. Es ist nicht super touristisch?

Frank: Nee, es gibt, wie gesagt, nur vier Gorilla-Familien, die an Menschen gewöhnt sind. Bei uns waren nicht viele Leute da. Es waren bei uns zwei Gruppen an dem Tag. Wir vier in einer Gruppe und dann war noch eine andere Gruppe mit drei Kanadiern, die da waren, die in der zweiten Gruppe waren. Aber mehr waren nicht da.  

Sebastian: Cool. Dann fühlt es sich auch besonders an, als wenn man da durchkutschiert wird. Wow, genial!

Frank: Ja, dann sind wir wieder zurückgewandert, natürlich dann so voller Adrenalin, dass einem das wie ein Klacks vorkam, noch einmal vier Stunden wieder zurückzulaufen, bergauf, bergab. Und wir haben auch eine Pause gemacht mit Picknick. Die Besitzerin der Lodge hatte uns Lunch mitgegeben, das war ganz schön. Dann haben wir noch einmal kurz Pause gemacht und natürlich Fotos verglichen und Videos. Es waren immer noch alle ganz aufgeregt und hin- und weg von dem Erlebnis. Abends sind wir dann wieder zurück in die Camping-Lodge.  

Sebastian: Cool. Und wie lange bist du dann am Ende in Uganda geblieben?

Frank: Ich war eine Woche in Uganda.  

Sebastian: Okay, also das lohnt sich schon. Einfach eine Woche hinzufliegen. Ich meine, das Trekking, wovon wir jetzt gesprochen haben, waren ja jetzt nur die ersten drei Tage, oder?

Frank: Genau, das waren drei Tage und man kann auch andere Sachen machen. Ich war einen Tag raften auf dem Nil. Das wusste ich auch nicht, dass der Nil da in Uganda entspringt oder da in der Nähe. Ich weiß gar nicht genau wo, aber irgendwo entspringt der da und fließt dann den ganzen Kontinent hoch und man kann da super gut raften.  

Sebastian: Okay, cool. Welche Klasse war das, weißt du das?  

Frank: Das war einer der Höchsten. Ich habe das noch nie gemacht und da dachte mir: Ja, ja, machst du mal, kein Problem.  

Sebastian: Das kann anstrengend sein.

Frank: Also, ich werde das nie wieder machen! Wir sind einmal aus dem Boot rausgeflogen. Ich bin von Natur aus eine Wasserratte, aber da habe ich wirklich Respekt bekommen vor Wasser und vor diesen Strömungen. Es hat Spaß gemacht, auch Adrenalin pur, aber ich glaube, noch einmal brauche ich das nicht.  

Sebastian: Ja, also ich habe das gerade erst vor einer Woche oder vor zwei in Ecuador gemacht – also, wenn die Folge jetzt veröffentlicht wird, dann vor zwei Wochen – und da bin ich auch aus dem Nichts bei einer Welle aus dem Boot gefallen und hing dann unter dem Boot fest und musste mich dann irgendwie hochziehen… also es war nur krass. Und wir haben nur klasse Vier gemacht. Wenn ihr so eine der höchsten Klassen gemacht habt, dann habt ihr wahrscheinlich sechs oder sieben gemacht und das stelle ich mir richtig krass vor.  

Frank: Es war fünf, zum Teil sechs, hat er gesagt, wenn ich mich jetzt erinnere. Es war wirklich zum Teil heftig.  

Sebastian: Geil. Ja, das kann ich mir vorstellen. Und was hast du sonst noch so gemacht?

Frank: Ich war einen Tag in Kampala. Da kann man so ein bisschen rumlaufen, angucken. Uganda als solches ist auch relativ sicher. Gut, man muss immer eine gewisse Vorsicht, einen gesunden Menschenverstand in Afrika haben. Da muss man immer ein bisschen aufpassen, sodass man im Dunkeln auch wieder zu Hause ist und so. Aber man kann sich da schon frei bewegen und man kann auch ein, zwei Tage da verbringen.

Man kann auch Safaris machen. Natürlich nicht so viele, wie in Kenia oder Tansania, aber es gibt auch so ein paar Parks, wo man auch Giraffen, Elefanten sehen kann. Das ist nicht schlecht und der und der Victoriasee ist auch da. Man kann auch Touren auf dem Victoriasee machen.  

Sebastian: Cool.

Frank: Ja.

Sebastian: Sehr schön. Und das hast du auch alles gemacht?

Frank: Ich war also in Kampala unterwegs, habe das Rafting gemacht und das Trekking. Und dann habe ich mich auch ein bisschen ausgeruht, weil das Guesthouse war ganz nett und es waren auch nette Leute da.

In dem Guesthouse war ich auch der einzige Tourist. Alle anderen, die da waren, das waren so Volontiers. In Uganda gehen da ganz viele hin zur Freiwilligenarbeit. Die helfen dann in Kindergärten oder irgendwelchen kirchlichen Vereinen, zum Teil auch Krankenhäuser; Ärzte waren da. Ich fand das einfach super interessant, mich mit denen zu unterhalten und zu erfahren, was die so erlebt und gemacht haben.  

Sebastian: Cool. Gut. Frank, dann lass uns langsam zum Schluss dieser Folge kommen. Wir reden schon ziemlich lange und ich finde es total spannend. Du hast ja alles auf eigene Faust gemacht. Wie viel günstiger war das denn im Vergleich zu einem Fertigpaket? Weißt du das ungefähr?

Frank: Also ich würde sagen, die Hälfte bestimmt. Es kommt natürlich auch immer darauf an: Was für eine Hotelkategorie nimmst du? Die Camping-Lodge war okay für mich. Man kann auch den Transport von Kampala zu dem Park mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen, mit Bussen, mit diesen Matatus, das sind Sammeltaxis. Das geht.

Die Straßen sind relativ gut in Uganda, aber ich habe das alles zusammen – also zusammen mit dem Guesthouse, die haben das für mich organisiert – das war sicherlich auch ein bisschen teurer.  

Sebastian: Also auf jeden Fall deutlich günstiger, als wenn man jetzt von Berlin oder in meinem Fall – ich bin gerade in Hannover – über Internet buchen würde. Da hätte man, wie du schon sagtest, zweieinhalbtausend Euro hingeblättert. Cool, das hat sich auf jeden Fall auch gelohnt, das alles auf eigene Faust zu organisieren?  

Frank: Ja.

Sebastian: Sehr schön! Ich finde es total klasse, was du da gemacht hast. Du hast mich auf jeden Fall inspiriert, das auch mal zu machen. Ich hoffe, dass das auch ganz viele Zuhörer inspiriert hat. Hast du noch irgendwelche Links und Infos, die wir in den Shownotes verlinken können, die sich lohnen, sich einfach mal anzuschauen?

Frank: Auf jeden Fall der Link von dem Guesthouse in Kampala und auch den Link von dem Tour-Operator, die kann ich ruhigen Gewissens empfehlen.

Bücher: Ich reise immer gerne mit dem Lonely Planet, den finde ich am Besten und der hat mir auch gut geholfen. Und ansonsten finde ich auch immer wieder diese einschlägigen Foren von Lonely Planet oder TripAdvisor sehr gut. Manchmal geben die auch ganz gute Ideen und Vorschläge.  

Sebastian: Sehr cool. Dann packen wir die auf jeden Fall alle in die Shownotes.

Bitte hinterlasse eine Rezension des Off The Path Podcasts aus iTunes.
Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.