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Podcast: Expertentipps für günstige Flüge mit Frank

Günstige Flüge zu finden kann sich manchmal zu einer richtigen Mammut-Aufgabe entwickeln, die sich über Tage oder Wochen zieht. Überall lauert ein auf den ersten Blick super Angebot, wenn dann aber Steuern und Gebühren dazu kommen oder du für deine Daten suchst, wirst du bitter enttäuscht. Günstige Flüge zu finden ist eine Wissenschaft für sich, aber wenn du nur ein paar Tipps befolgst, wirst auch du erfolgreich sein!

Frank arbeitet bei einer Airline und kennt alle Tipps und Tricks, um günstige Flüge zu finden. In dieser zwölften Off The Path Podcast-Folge erfährst du, wie du wirklich an günstige Flüge rankommst, wie du mit Error Fares geniale Schnäppchen abgreifen kannst und welche Buchungsklasse für dich die beste ist. Danach bist auch du Experte – versprochen!

Erfahre in dieser Episode über günstige Flüge:

  • Ob Last-Minute wirklich günstiger ist
  • Wo du deinen Flug buchen solltest: Buchungsportal oder bei der Airline selbst?
  • Warum sich Meilen sammeln richtig lohnt
  • Warum Abflugsteuern Preise in die Höhe treiben und wie du sie umgehst
  • Was Error Fares sind und wo du sie findest
  • Was ein High Intermediate Point ist und wie du ihn nutzen kannst
  • Auf was du in den Ticketbedingungen achten solltest
  • Welche Buchungsklassen es gibt und welche die beste ist
  • Ob das Bezahlen in schwachen Währungen wirklich günstiger ist

 Shownotes über günstige Flüge:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich Willkommen zu einer neuen Off the Path Podcast Folge. Heute habe ich den Frank da, der bei einer deutschen Airline arbeitet und uns alles zum Thema Flugpreise erzählen kann. Da freue ich mich sehr drauf. Ich bin schon sehr viel gereist, ich würde mich aber niemals Flugexperte oder Flugpreisexperte nennen und freue mich, dass ich dazu einen passenden Interviewpartner gefunden habe. Frank, herzlich Willkommen! Schön, dass du Zeit gefunden hast!

Frank: Ja hallo, guten Abend! Grüß’ dich!

Sebastian: Du arbeitest für eine deutsche Airline und erzähl’ mal! Wie findet man – jetzt mal eine sehr offene Frage – den günstigsten Flug? Wie gehst du bei der Suche vor?

Frank: Okay, eine ziemlich platte Antwort gleich vorne weg: Das beste Rezept dafür gibt es eigentlich gar nicht, leider nicht. Man muss natürlich suchen, verschiedene Webseiten, verschiedene Dinge. Wie gesagt, das Patentrezept dafür gibt es leider gar nicht.

Sebastian: Wie dieser Algorithmus mit den Flugsuchmaschinen bzw. bei Airlines funktioniert ist auch selbst sehr komplex. Damit unsere Zuhörer das ein bisschen verstehen und vielleicht auch, damit ich es verstehe: Wie funktioniert das, wie ist das genau aufgebaut? Ich habe mal gehört, dass es in Kategorien aufgebaut ist. Stimmt das?

Frank: Ja, pauschal gesagt kann man auch vorweg noch einmal sagen, dass es nicht unbedingt immer billiger ist, wenn man bei der Airline direkt bucht. Und es ist auch nicht immer billiger, wenn man es über ein Reisebüro oder über eine der großen Booking Engines bucht. Man muss auf jeden Fall immer beides ausprobieren. Es kommt sicherlich auch sehr auf die Destination an, wo man hin möchte. Ist es jetzt eher im Charterbereich, wie zum Beispiel eine griechische Insel oder Ägypten oder Madeira, Kanaren oder ist es ein Ziel, das entweder Geschäftsreise und Reiseziel zusammen ist, wie zum Beispiel New York, Chicago oder in Asien Bangkok, Hongkong. Für viele ist das ein Ausgangspunkt der Reise, für andere ist es eine Geschäftsreise und da kommt es sicherlich immer darauf an. Bei den Pauschalreisezielen ist es so, dass Reiseveranstalter – die großen, wie L’TUR usw. – die Kontingente von den Airlines abnehmen und dann praktisch sogar ihre eigenen Preise machen können. Die nehmen natürlich eine große Anzahl an Sitzplätzen von der Airline ab und verkaufen sie dann weiter, mit dem Ziel natürlich, auch etwas zu verdienen. Aber wenn manchmal, durch irgendwelche Umstände, nicht alle Plätze verkauft werden, kann man da auch günstig etwas abgekommen, wenn man das über einen Veranstalter bucht.

Sebastian: Das sind dann quasi die typischen Last Minute Angebote?

Frank: Genau. Da ist ja immer dieser Mythos, den es früher gab, dass man gesagt hat: “Okay, ich fahre jetzt mal zum Flughafen mit meinem gepackten Rucksack und gucke einfach mal, wo ein Platz frei ist und da versuche ich mitzufliegen.” Das gibt es so eigentlich nicht mehr. Das ist einer der Grundsätze, den man noch so mitnehmen kann: Je früher, desto besser. Das heißt, je früher ich mein Ticket buche, desto günstiger ist es für die Ziele New York oder Hongkong, also diese klassischen Geschäftsreiseziele. Da gilt je früher, desto besser. Bei den Feriendestinationen kann man durchaus auch Last Minute noch ein Schnäppchen machen.

Sebastian: Und wie gehst du vor? Wo buchst du? Nutzt du zum Beispiel diese Metasuchmaschinen, wie zum Beispiel Skyscanner oder gehst du zum Beispiel auf die Airline selbst? Also sagen wir mal, du hast jetzt Hongkong erwähnt, Pacific hat da ja den Hub. Wie gehst du da vor? Suchmaschine oder Airline?

Frank: Das allererste, was ich mache, wenn ich irgendwo hinfliegen möchte: Ich gucke erstmal im Internet bei Wikipedia bei dem Flughafen, welche Airlines steuern den Flughafen überhaupt an? So kriege ich schon einmal eine gewisse Übersicht, ob das jetzt die europäischen Großen sind, asiatische, wer von den europäischen usw. Wenn ich eine Idee habe, wer da ungefähr hinfliegt, dann gucke ich immer erstmal bei den Fluggesellschaften selber. Da definiert man auch seine Präferenzen. Einige Leute haben ja auch ein Meilenkonto, dass man sagt: “Okay, ich versuche erstmal mit Lufthansa, weil da kann ich noch Meilen sammeln und wenn die das günstigste Angebot haben, ist es um so besser.” Das ist der erste Schritt. Und wenn ich das weiß, dann nehme ich die Metasuchmaschinen. Skyscanner finde ich persönlich ganz gut, weil die auch die Low Coster dabei haben, also Easyjet, Ryan Air oder zum Teil auch die in Asien, wie Air Asia oder wie sie alle heißen.

Sebastian: Wenn du zum Beispiel Skyscanner nutzt – das ist eine gute Frage, die ich immer gestellt bekomme – buchst du dann über Skyscanner, dann sehr oft bei Opodo oder fluege.de? Die haben oftmals den günstigsten Preis, fügen dann aber ganz viele Gebühren dazu. Buchst du dann über Opodo oder über fluege.de oder buchst du dann schon über Lufthansa oder über die Airline selbst.

Frank: Ich gucke natürlich, was der Endpreis letztendlich ist und wenn der Endpreis bei der Fluggesellschaft besser ist, buche ich auf jeden Fall bei der Fluggesellschaft und nicht bei den Metamaschinen, weil leider bei den großen Metasuchmaschinen oft die Hotlines oder der Kundenservice nicht besonders gut sind. Wenn ich zum Beispiel am Flughafen bin und ganz kurzfristig umbuchen muss oder so und das Ticket ist über ein Reisebüro gebucht, dann verweisen die Fluggesellschaften die Kunden oft an das Reisebüro zum Umbuchen und dann bist du irgendwo in Asien, Zeitverschiebung, du erreichst hier niemanden oder hängst ewig in der Warteschleife. Das kann schon übel ausgehen. Und bei der Fluggesellschaft direkt hat man einen Ansprechpartner vor Ort und kann das umbuchen, wenn was ist.

Sebastian: Ja, ich gehe da zum Beispiel auch so vor. Auch wenn das Ticket zum Beispiel bei Emirates 50 € teurer ist als auf Opodo oder fluege.de, buche ich bei Emirates selbst, genau aus diesem Grund, weil sie sonst zum Beispiel, wenn ich in Bangkok bin auch ein Büro in Thailand haben und ich nicht auf die deutsche Bürozeit zugreifen muss, wenn Last Minute irgendetwas geändert werden muss.

Frank: Ja, und oft ist es so, dass die großen Reisebüros, wie Opodo oder Expedia, die haben auch ihre eigenen Tarife. Die können praktisch, wenn sie die Tickets gekauft haben von uns – da kommt es immer darauf an, was sie kaufen und in welchem Umfang, Kontingente usw. – aber die können auch ihre eigenen Regeln zu Tarifen machen, wo die Fluggesellschaft auch nichts machen kann. Also wenn das Reisebüro zum Beispiel sagt: nicht umbuchbar, use it or loose it und man möchte noch irgendetwas machen, kann die Airline auch nichts mehr tun, weil die Regeln vom Reisebüro vorgegeben werden.

Sebastian: Also ist die Airline quasi machtlos und der Kunde auch.

Frank: Ja, genau. Und viele Kunden wissen das nicht und schieben es dann auch auf die Airline. Das ist leider nicht immer die Schuld der Airline.

Sebastian: Okay, das ist auch ein sehr, sehr guter Tipp, warum man am Ende vielleicht doch bei Airlines direkt buchen sollte. Du hast vorhin das Meilenkonto angesprochen. Das ist auch ein sehr wichtiges Thema bei der Entscheidung eines Flugpreises. Die Lufthansa hat zum Beispiel nicht immer die günstigsten Flüge, aber dafür kann man dort viele Meilen sammeln. Lohnt sich das überhaupt noch? 

Frank: Das lohnt sich auf jeden Fall! Es gibt da Cracks, die sich da so reingefuchst haben in die ganze Materie. Die haben jedes Jahr fast ein Around the World Ticket umsonst. Man kann unheimlich viel damit machen. Die großen europäischen Airlines zum Beispiel, bieten alle Kreditkarten an. Es kommt natürlich darauf an, was man mit der Kreditkarte macht. Wenn man zum Beispiel beruflich viel unterwegs ist und in Hotels wohnt usw. und oft seine Kreditkarte benutzt, lohnt es sich auf jeden Fall eine Kreditkarte zum Beispiel von der Lufthansa oder Air Berlin zu nehmen. Weil man bekommt pro ausgegebenem Euro eine Meile, zum Beispiel. Wenn man das viel benutzt, also man kann die Kreditkarte ja überall benutzen: Im Handel oder sonst wo, dann lohnt sich das auf jeden Fall, auch wenn man in Duty Free Geschäften einkauft. Ruckzuck 100 Euro und das sind 100 Meilen. Und da kann man wirklich viel, viel, viel mit machen.

Sebastian: Ja, das finde ich auch. Ich habe zum Beispiel auch die von Miles & More, das ist Staralliance, also Lufthansa. Ich habe aber auch die Top Bonus von Air Berlin und One World. Ab und zu gibt es auch Sonderangebote, wenn man ein spezielles Partnerhotel bucht. Da gibt es vielleicht ab und zu mal 4 Meilen pro Euro und da akkumuliert sich sehr, sehr viel. Ich lasse zum Beispiel meine ganzen Reiseausgaben über die Kreditkarte laufen und habe jetzt 2015 60.000 Meilen gesammelt auf 12 Monate und das ist dann schon ein hin und zurück Business Class Flug.

Frank: Ja, da kannst du schon was machen, ein Upgrade oder manchmal kann man diese Meilen auch einlösen, um jetzt nicht unbedingt etwas flugbezogenes zu kaufen, sondern man kann auch Mietwagen damit buchen, Hotelübernachtungen und solche Sachen. Und wiederum kann man bei großen Mietwagenfirmen auch immer wieder Meilen sammeln.

Sebastian: Ja, ganz genau. Kennst du dich da aus bei den Kosten der Kreditkarte? Das ist ja auch immer von Kreditkarte zu Kreditkarte unterschiedlich, aber die kosten schon ein bisschen ne? Die haben eine Jahresgebühr?

Frank: Ja, ich glaube die kosten auf jeden Fall unter 100 Euro. Ich glaube bei Lufthansa Miles & More sind es 40 Euro im Jahr. Ich bin mir aber nicht 100% sicher. Es kommt drauf an.

Sebastian: Okay, aber das Thema haben wir jetzt besprochen: Es lohnt sich auf jeden Fall. Wir verlinken das auch in den Shownotes für die, die mehr Informationen zu diesem Meilenprogramm haben wollen. Es lohnt sich aber auch schon ab ein oder zwei Flügen, ne?

Frank: Auf jeden Fall. Und auch ganz wichtig ist, dass die ganzen großen Fluggesellschaften in Allianzen agieren. Das heißt, wenn ich oft Lufthansa fliege, das ist Star Alliance, da kann ich zum Beispiel auch Meilen sammeln mit United oder mit Air New Zealand usw. Wenn ich mit denen unterwegs bin, kann ich durchaus mit meiner Lufthansa Vielfliegerkarte auch Meilen sammeln auf einem Konto. Wenn ich mit anderen Fluggesellschaften fliege, da ist es das gleiche bei Air Berlin. Die sind in der One World Allianz. Da sind zum Beispiel Quantas, Cathay Pacific, British Airways dabei. Und auch wenn man mit denen fliegt, kann man trotzdem beim Air Berlin Konto Meilen sammeln.

Sebastian: Ja und ich glaube, die sind drei Jahre gültig, diese Meilen?

Frank: Ja.

Sebastian: Und dementsprechend, wenn man auch nur einen langen Flug oder einen großen Flug im Jahr macht, kann man nach drei Jahren diese Meilen entsprechend für weitere Flüge nutzen, für Upgrades, für Mietwagen oder aber einfach nur zum Weihnachtsshopping im Online-Store.  

Frank: Genau. Und du kannst zum Beispiel mit deinen Air Berlin Flugmeilen auch Tickets bei British Airways buchen oder bei Cathay Pacific.

Sebastian: Ah cool! Das wusste ich zum Beispiel nicht. Muss ich das dann zum Beispiel auf der Air Berlin Seite machen oder kann ich das dann auch über British Airways direkt machen?

Frank: Nee, du musst immer mit der Fluggesellschaft, wo du die Meilen gesammelt hast oder mit dem Vielfliegerprogramm die Buchung tätigen für die andere Fluggesellschaft.

Sebastian: Okay, also bei der Miles & More muss ich das quasi bei der Lufthansa machen und bei der Top Bonus muss ich meinen British Airways Flug über airberlin.de buchen.

Frank: .com, ja.

Sebastian: .com, okay. Genau, perfekt!

Frank: Beim Meilenthema wollte ich noch kurz sagen: Da gilt auch immer je früher, desto besser. Weil die Plätze im Flugzeug, die für Vielflieger freigegeben werden, die sind sehr, sehr restriktiert und es gibt nur sehr, sehr wenige auf jedem Flieger.

Sebastian: Okay, ich glaube bei der Lufthansa nennt sich das Portal “Meilenschnäppchen.de”, wo man diese ganzen Angebote finden kann. Gibt es bei Top Bonus irgendwas? Gibt es da extra eine Seite für?

Frank: Ja, da gibt es eine Seite. Wenn ich über airberlin.com komme, kommt man glaube ich auch dahin auf die Seite. Und da gibt es auch sowas wie Schnäppchentickets, also wo man für einen bestimmten Zeitraum dann weniger Meilen braucht, um eine Strecke zu fliegen. Oder man bekommt 4-fach Meilen, wenn man eine bestimmte Strecke fliegt. Es gibt glaube ich auch sowas, wenn man zum Beispiel ständig zwischen Berlin und München pendelt, dass man bestimmte Strecken festlegen kann, wo man mehr Meilen bekommt. Das ist meine Strecke. Das gibt es da auch. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit dem Programm auseinanderzusetzen und da kann man viel mit sparen.

Sebastian: Super! Coole Tipps, Frank, vielen, vielen Dank! Du arbeitest ja am Flughafen und so ein Flughafen verlangt von den Airlines entsprechende Gebühren zum Landen, zum Starten, zum Tanken. Da gibt es viele verschiedene Gebühren. Kann man denn da irgendetwas sparen, indem man vielleicht an bestimmten Flughäfen abfliegt oder auch vielleicht das Land ändert?

Frank: Kann man, ja. Manchmal sind das doch zum Teil ganz erhebliche Kosten. Es gibt in Europa gewisse Flughäfen, die sehr hohe Abflugsteuern haben. Gut, in Deutschland haben wir die Luftverkehrssteuer. Darum kommen wir nicht unbedingt herum.

Sebastian: Die ist in drei Klassen aufgeteilt, ne?

Frank: Genau, das ist glaube ich Domestic, Mittelstrecke und Langstrecke. Und Langstrecke ist zum Beispiel 45 Euro. Das ist auf jeden Fall schon viel Geld. Für die Leute, die in Westdeutschland wohnen, für die ist es vielleicht günstiger von Holland aus zu fliegen, wo es diese Steuer nicht gibt. Und dann gibt es traditionell sehr teure Flughäfen in Europa. Die großen, also Paris – Charles-de-Gaulle, London Heathrow, die schon sehr hohe Abflugsteuern haben, zum Teil 30 Euro, 40 Euro, manchmal noch mehr. Und wenn man die wechselt und ein bisschen auf den Preis guckt, kann man schon etwas sparen. Mein Tipp ist immer Istanbul. Das ist sehr, sehr günstig, also mit Turkish Airlines. Was auch sehr günstig ist, ist Qatar, Doha oder Abu Dhabi. Für die anderen natürlich auch Emirates über Dubai. Die werden von Berlin aus nicht angeflogen, deswegen bin ich immer eher bei den anderen unterwegs.

Sebastian: Okay und würde es sich denn auch lohnen, innerhalb von Deutschland den Flughafen zu wechseln? Dass man sagt, jetzt fliege ich vielleicht nicht von Berlin, sondern ich fliege von Hamburg, weil der Flughafen einfach günstiger ist? Kann man das pauschalisieren?

Frank: Innerhalb Deutschlands lohnt sich das nicht. Das sind geringfügige Eurobeträge. Also zwei, drei, vier, fünf Euro höchstens, wo die verschiedenen Airports Unterschiede machen. Generell würde ich, wenn ich zum Beispiel in Hamburg wohne und nach Bangkok möchte, immer versuchen ab Hamburg aus einen Preis zu kriegen, weil selbst die Fluggesellschaften, die nicht nach Hamburg fliegen oder von Hamburg aus, haben ein Abkommen mit deutschen Zubringer-Airlines und das kostet manchmal 10 oder 20 Euro mehr, wenn man den zusätzlichen Flug noch nimmt. Ich finde es immer besser direkt von zuhause aus zu fliegen, als erst noch einmal mit der Bahn oder mit dem Auto irgendwo zum Flughafen zu fahren. Weil dann fällt der Zug aus oder man steht im Stau und dann am Ende verpasst man noch den Flieger. Ich würde immer direkt von zuhause fliegen, wenn möglich.

Sebastian: Okay, also als Beispiel: Sagen wir mal, wir wollen jetzt von Hamburg nach Bangkok und es gibt glaube ich sowieso keinen direkten Flug, aber dann Hamburg – München – Dubai – Bangkok.

Frank: Ja, genau.

Sebastian: Statt mit dem ICE von Hamburg nach München und dann von München nach Dubai oder über Dubai nach Bangkok. Okay. Thema: Error Fares. Wie kommt man an solche Tickets und wenn ich so ein Ticket gebucht habe, inwieweit ist das denn überhaupt gültig? Kann das passieren, dass die Airline mir da einen Strich durch die Rechnung zieht und ich am Flughafen stehe und nicht fliegen kann?

Frank: Sag nochmal: Welche Fares?

Sebastian: Error Fares, also diese falschen Preise, die durch Fehler entstanden sind.

Frank: Ah okay, also im Großen und Ganzen nicht. Wenn sie umsonst waren, also 0.00, dann kann die Airline Einspruch einlegen, aber wenn mindestens 1 Cent auf dem Ticket ist, dann müssen sie dich transportieren. Ein Standardurteil von jemandem, wo die Airline geklagt hat, aber sie ist nicht damit durchgekommen. Sie musste denjenigen transportieren. Da gibt es eine ganz gute Seite im Internet, die nennt sich FlyerTalk und da gibt es auch so Cracks, die da immer unterwegs sind in verschiedenen Foren und das dann sagen, wenn es gerade einen Error Fare gibt oder auf dem Markt ist. Man muss ja sehr schnell sein, weil die Fluggesellschaften merken das natürlich und da geht es natürlich auch um sehr, sehr viel Geld, was da im Spiel ist. Deswegen, das passiert nicht, dass sowas über Tage im System ist. Wenn man es sieht, gleich buchen!

Sebastian: Ja, FlyerTalk hast du gerade erwähnt, ne? Dann gibt es glaube ich noch eine Seite, die nennt sich Flynous und dann halt diese bekannten deutschen. Urlaubspiraten schreiben oft darüber, wenn sie so eine finden, aber die greifen auch auf diese Quellen meistens zurück. Wir erwähnen die auf jeden Fall mal in den Shownotes und verlinken das auch entsprechend. Vielen, vielen Dank für den Tipp! Aber, weißt du denn, wie diese Error Fares zum Beispiel zustandekommen? Das sind meistens Systemfehler ne? Wenn verschiedene Systeme nicht miteinander funktionieren oder wie kommt so etwas zustande?

Frank: In der Regel ist es so: Das System, in dem man die Tarife eingibt ist so aufgebaut, dass man zum Beispiel von jedem Punkt, also von Berlin, Hamburg, München, Frankfurt nach Dubai einen Betrag eingibt. Also sagen wir mal einen Grundbetrag von 90 Euro. Das wird alles händisch gemacht. 90.00 gibst du ein und man sitzt am Computer und tippt das ein. Ich habe das selber schon mal gemacht, furchtbare Arbeit. Und es kann natürlich mal passieren, dass man irgendwo eine Null vergisst, oder eine Kommastelle falsch setzt und das System übernimmt das natürlich. Und so entstehen diese Error Fares.

Sebastian: Also müsste man auf total übermüdete Airline-Angestellte hoffen, damit ganz viele Error Fares entstehen.

Frank: Sozusagen, ja.

Sebastian: Sehr gut.

Frank: Wenn man das selber eingibt oder bearbeitet, macht man so einen Fehler nur einmal.

Sebastian: Da gibt’s Ärger.  

Frank: Genau, da gibt’s Ärger.

Sebastian: Wir haben uns vor dieser Folge ein bisschen unterhalten und da habe ich das Wort Schwanzflüge erwähnt und da hast du ganz laut gelacht, weil das bei euch im Fachjargong Add on genannt wird. Das sind quasi die Flüge – sagen wir nochmal das Beispiel: Ich möchte von Berlin nach Bangkok fliegen und dann kostet der Flug 300 Euro und wenn ich jetzt zum Beispiel Berlin – Bangkok und Phuket hinten dranhänge, also dieser Add on Flug, dann kostet der Flug vielleicht nur noch 150 Euro. Das habe ich schon ein paar Mal getestet und das hat auch ein paar Mal sehr gut funktioniert. Wie kommt sowas zustande? Wie kann das sein? Weil, das ist ja nicht normal.

Frank: Das ist auch ganz klar Angebot und Nachfrage. Entschuldigung, wir haben uns unterhalten. Jetzt habe ich erst verstanden, was du wirklich meinst. Es nennt sich nicht ein Add on. Ein Add on ist der Zubringer zum Beispiel von Berlin nach Frankfurt, das ist ein Add on. Das, was du meinst nennt sich High Intermediate Point. Das heißt, zum Beispiel wir nehmen ganz klassisch, von Berlin nach San Juan in Costa Rica. Da muss ich über Miami fliegen. Dass der Tarif von Berlin nach Miami teurer ist, als der Durchgang von Berlin nach San Juan ist das gleiche, wie du gesagt hast. Das hängt ganz klar damit zusammen: Angebot und Nachfrage und auch wie die Kosten vor Ort sind. Aber Angebot und Nachfrage ist eigentlich das Wichtigste dabei.

Sebastian: Okay cool. Jetzt habe ich aber eine Frage an dich und zwar weil ich gerade im Beitrag genau über dieses Thema geschrieben habe. Wenn ich jetzt diese Berlin – San Juan Strecke buche, aber eigentlich nur nach Miami möchte und in Berlin mein Gepäck einchecke, kriege ich das in Miami, wenn ich dort aussteige?

Frank: Nein.

Sebastian: Das wird quasi direkt durchgecheckt?

Frank: Genau.

Sebastian: Okay, also müsste ich mit Handgepäck reisen, wenn ich das in Anspruch nehmen möchte.

Frank: Richtig, aber dann wirst du nochmal ein Problem bekommen, wenn du zurück fliegen möchtest und dann in Miami stehst oder in San Juan, weil bei solchen Tarifen sagt die Fluggesellschaft, dass die Flugcoupons auf ein Ticket in der Reihenfolge abgeflogen werden müssen. Das heißt, wenn du irgendwo mal einen Flug nicht nimmst oder nicht antrittst, kann es passieren, dass die dir den Rückflug verweigern.

Sebastian: Ja, das ist mir auch schon mal passiert. Dementsprechend sollte man, wenn man das macht, One-Way-Flüge buchen.

Frank: Richtig.

Sebastian: Okay, sehr guter Tipp. Dadurch kann man ja auch sehr viel Geld sparen ab und zu mal.

Frank: Ja, aber One-Ways, das kommt auch immer darauf an, welche Fluggesellschaften und welche Destinationen. Mittlerweile haben die meisten Fluggesellschaften auch One-Way-Fares, aber im Regelfall ist es so bei den großen, dass doch Roundtrip Fares, also Hin- und Rückflüge, oft billiger sind als nur Hinflüge. Wenn ich sage, ich will nach Mexiko, ich weiß noch nicht wann ich zurück fliege, wird es auf jeden Fall teurer sein One-Way zu buchen, als einen Roundtrip und dann irgendwann den Rückflug umzubuchen.

Sebastian: Okay, das ist ein sehr, sehr guter Tipp, vielen, vielen Dank! Das bedeutet also, dass wenn ich nach Mexiko reisen möchte, dass ich einfach irgendein Datum in der Zukunft buchen sollte und dann später besser dran bin, diesen umzubuchen.

Frank: Genau und dabei auch ganz, ganz wichtig: Bei jedem Ticket, was ich kaufe immer die Fare Notes, also die Bedingungen des Tarifs lesen. Manchmal hat man das Gefühl, man muss ein Studium abgeschlossen haben, das alles zu verstehen, was sie schreiben, aber es gibt so ein paar Dinge, wo man auf jeden Fall immer drauf achten muss. Und das ist als allererstes: Ist der Tarif umbuchbar oder nicht? Es gibt umbuchbare Tarife, es gibt aber auch Tarife, die sagen nicht umbuchbar. Das heißt, du kannst wirklich nur so fliegen, wie es auf dem Ticket steht. Deshalb, nur buchen, wenn ich auf jeden Fall 100% sicher bin, dass ich so auch fliegen kann.

Sebastian: Das sind meistens die günstigsten Tarife.

Frank: Ja, natürlich. Das sind die restriktivsten Tarife, die sind am günstigsten. Als nächstes kommt natürlich die Umbuchungsgebühr. Wie hoch ist die? Es gibt günstige Tarife, die kann man für 50 Euro umbuchen. Es gibt manche, die kann man sogar kostenlos umbuchen und es gibt manche, da kostet eine Umbuchung 300 Euro. Das sollte man sich auch anschauen. Und auch immer ganz wichtig ist die maximale Gültigkeit des Tickets. Es gibt Tickets, die sagen: Maximalaufenthalt vor Ort 20 Tage, Maximalaufenthalt 40 Tage. Und in der Regel ist es so, je länger ich bleibe, desto teurer wird’s. Also wenn ich sage ich möchte ein Jahr unterwegs sein: Auf jeden Fall darauf achten, dass der Rückflug innerhalb der Gültigkeit ist und dass das Ticket auch einen Maximalaufenthalt von einem Jahr hat.

Sebastian: Und das sehe ich dann immer in diesen Ticketbedingungen?

Frank: Ja, die sollte man sich auf jeden Fall gut durchlesen.

Sebastian: Gibt es da einen Unterschied von Airline zu Airline?

Frank: Die großen sind eigentlich alle relativ gleich. Bei den Low Cost Airlines, da gibt es schon Unterschiede. Wenn man einen Ryanair Flug gebucht hat und will den umbuchen, das ist ein Alptraum. Das ist entweder gar nicht möglich oder es kostet verdammt viel Geld. Da ist es im Endeffekt billiger, sich ein neues Ticket zu kaufen. Aber bei den großen Fluggesellschaften gibt’s keine großen Unterschiede. Bei Air Berlin zumindest weiß ich, dass die sehr viel One-Way-Tarife verkaufen. Da kann es wiederum auch billiger sein, wenn man nur einen einfachen Flug hat, aber sonst geben die sich nicht viel.

Sebastian: Okay perfekt. Wenn man also nicht weiß, wann man zurückfliegen sollte, dann kann man pauschal schon fast sagen, dass man den teureren Tarif buchen sollte, um ein bisschen mehr Flexibilität zu haben.

Frank: Genau. Noch eine kleine Sache: Ein Flugzeug ist aufgeteilt in sogenannte Buchungsklassen und sagen wir mal, es gibt zehn Buchungsklassen auf einem Flug von Berlin nach New York. Für jede Buchungsklasse gibt es eine bestimmte Anzahl an Sitzplätzen, die die Fluggesellschaft rausgibt. Das heißt, die Buchungsklasse mit dem niedrigsten Preis hat zehn Plätze. Wenn die ausgebucht ist oder wenn die alle verkauft sind, geht’s automatisch in die nächst höhere Buchungsklasse und in den nächst höheren Preis. Dann ist es natürlich auch so, dass je höher die Buchungsklasse, desto höher der Preis, aber in der Regel auch, desto mehr Flexibilität. Je mehr man für ein Ticket bezahlt, desto flexibler ist es. Man muss immer abschätzen, was ich mit dem Ticket machen will. Gehe ich davon aus, dass ich zwei, drei Mal umbuche? Dann würde ich einen Tarif nehmen, der eine niedrigere Umbuchungsgebühr hat. Und wenn er in einer teureren Buchungsklasse gebucht ist, bedeutet das auch, dass die Verfügbarkeit eher da ist auf einem Alternativflug, als wenn ich die allerbilligste, niedrigste Buchungsklasse habe, die auf jedem Flug sofort ausgebucht ist.

Sebastian: Ja, das ist meistens die Buchungsklasse Y oder?

Frank: Y ist die teuerste, das ist die flexibelste. Also wenn man Y bucht – Y steht auch für Economy, J oder C steht für Business Klasse, aber Y ist bei allen Fluggesellschaften die teuerste.

Sebastian: Dann habe ich was falsch gemacht, die habe ich nämlich meistens.

Frank: Y heißt aber manchmal auch die Kabine. Also wenn du auf deiner Boardkarte Y siehst, bedeutet das du fliegst Economy.

Sebastian: Ah, das passt dann wieder zu mir.

Frank: Ja, so ist das mit den Buchungsklassen auf jeden Fall.

Sebastian: Perfekt. So, lass uns langsam zum Ende kommen, wobei ich könnte eigentlich stundenlang über das Thema sprechen, weil es so spannend ist. Vielleicht können wir irgendwann mal eine zweite Podcast Folge machen, wenn es die Hörer interessiert. Aber ich habe mal gehört, ich habe es selber nicht wirklich getestet ist, dass man mit anderen Währungen und anderen Standorten Geld sparen kann. Also wenn man zum Beispiel einen VPN nutzt, dass man quasi den sehr schwachen kanadischen Dollar ausnutzen kann, wenn man, sagen wir mal ich möchte von Frankfurt nach Halifax fliegen – ich glaube Condor bietet das an – wenn ich dann den kanadischen Dollar als Währung nutze, dass ich dann damit Geld sparen kann. Mythos oder wahr?

Frank: Ich würde sagen Mythos. Es gibt eine Sache, wo man ein bisschen Geld sparen kann. Das ist bei Around-the-World-Tickets vom Ursprungsland, weil diese Preise werden immer entsprechend der Kaufkraft des jeweiligen Landes gemacht. Und vor 100 Jahren war das immer so, dass zum Beispiel ein Around-the-World-Ticket mit vier Kontinenten in Deutschland beginnend bei 3.000 Euro gekostet hat, aber das gleiche in Ägypten beginnend nur 1.800 Euro gekostet hat. Und dann war es oft billiger, wenn man irgendwie mit einem Ferienflug nach Ägypten geflogen ist und das Ticket da begonnen hat. Aber das haben die Fluggesellschaften auch herausbekommen und dann musste man irgendwann nachweisen, dass man in Ägypten einen Wohnsitz hat. Also, da muss man sehen, wie weit man damit kommt.

Sebastian: Okay, ich habe letztens einen Podcast aufgenommen mit der Stefanie zum Thema Weltreise planen und die konnte auch, ich glaube fast 1.000 Euro sparen, indem sie von London abgeflogen ist, statt von Hamburg aus.

Frank: Das kann gut sein. London ist ein Flughafen, der von ganz, ganz vielen Fluggesellschaften angeflogen wird und da ist einfach viel mehr Angebot da.

Sebastian: Ja, super. Frank, vielen, vielen Dank für diese wirklich super tollen Tipps. Das hat mir auch wirklich selbst viel weiter geholfen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele unserer Zuhörer sich jetzt auch freuen und sofort auf die Suche machen, nach neuen Flügen, nach neuen Destinationen. Also vielen, vielen Dank für deine Zeit!

Frank: Gerne!

Sebastian: Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und bis bald!

Frank: Bis dann, ciao!

Sebastian: Tschüss!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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2 Kommentare zu „Podcast: Expertentipps für günstige Flüge mit Frank

  1. Florian on

    Wunderbar, wusste gar nicht, dass Du nen Podcast hast.

    Ein Fehler ist mir aufgefallen bei dem Hidden City Flug von Europa nach Zentralamerika über Miami. Da es in den USA grundsätzlich keine Transfers gibt, wird auch kein Gepäck durchgestellt. Im Fall von Miami und jeder anderen US-Stadt als Hidden City kann man also Aufgabegepäck mitnehmenl. Das muss man in Miami sowieso nochmal neu aufgeben oder im Fall von Hidden City eben nicht.

    Soll keine Kritik sein, muss man halt wissen. War ein ungünstiges Beispiel, da Ausnahme. Günstige Flüge suchen ist ziemlich kompliziert und es gibt eigentlich zu jeder Regel Ausnahmen.

    Apropos wissen, ich bin langsam der Meinung mehr zu wissen bringt gar nicht viel, weil das Verhältnis Nutzen zu Aufwand einfach zu gering ist. Musste deshalb lachen, als Frank empfohlen hat die Airlines zu einem Zielflughafen nacheinander durchzuchecken. Das mag effizient sein, aber steht in keinem Kosten-Nutzenverhältnis.

    Ebenso später im Podcast, als es um Fare Rules geht. Die sieht man ja sowieso nur in der Matrix oder in einem GDS. Der normale Nutzer kann damit überhaupt nix anfangen und müsste sich erstmal stundenlang mit der Materie befassen. Genau das gleiche gilt für Meilen.

    Wie man’s dem normalen Nutzer einfacher macht? Weiss ich leider auch nicht…

    Antworten