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Podcast: Kosten einer 2-jährigen Weltreise mit Thomas Bardellini

Viele träumen von einer Weltreise. Du auch? Wenn du dich entschlossen hast, es wirklich zu machen, heißt es erstmal Geld sparen. Viel Geld sparen. Je nachdem, welche Ziele du auf deine Liste setzt, kommst du mit wenig ziemlich weit, wie beispielsweise in Thailand, Vietnam oder Bali. Wenn du allerdings auch Australien, Neuseeland oder die USA besuchen willst, solltest du definitiv mehr beiseite legen. Dein Reisestil wirkt sich natürlich auch noch auf dein Budget aus.

Thomas ist zwei Jahre durch die Welt gereist. Seine Erlebnisse und auch Kosten hat er auf seinem Blog travelguide.ch festgehalten. In dieser 20. Off The Path Podcast Folge spreche ich mit ihm unter anderem darüber, wie viel er in dieser Zeit ausgegeben hat, welche seine Highlights waren und wie eine Relocation in Australien abläuft.

Erfahre in dieser Episode über die Kosten einer 2-jährigen Weltreise:

  • Warum Thomas nach über 600 Tagen auf Weltreise wieder zurück in die Schweiz gekommen ist
  • Wie viel er in zwei Jahren auf Weltreise ausgegeben hat
  • Welches sein Highlight in den 2 Jahren war
  • Wie viel Geld er pro Tag ausgegeben hat
  • Welche die teuersten und welche die günstigsten Reiseländer sind
  • Wie eine Relocation in Australien abläuft
  • Mit welcher Kreditkarte er bezahlt hat
  • Was er in dieser langen Zeit am meisten vermisst hat

 Shownotes über die Kosten einer 2-jährigen Weltreise:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich Willkommen zu einer neuen Off the Path Podcast Folge. Heute sprechen wir über das Thema Kosten einer zweijährigen Weltreise. Viele von euch haben mich gefragt, wie viel eine solche Weltreise auf Dauer kostet, wie viel man einplanen muss und was man da alles bedenken muss. Heute habe ich deshalb einen ganz besonderen Gast, den Thomas von travelguide.ch, einem Schweizer Reiseblog. Thomas und ich, wir kennen uns schon ein bisschen länger, insgesamt schon fast drei Jahre, soweit ich weiß. Wir haben uns sogar auf der Weltreise ein paar Mal getroffen. Er hat damals in unserer Villa, die wir damals gemietet haben auf Bali, gewohnt. Aber dazu kann er uns gleich mehr erzählen. Thomas, herzlich Willkommen! Schön, dass du da bist!

Thomas: Ja, ich freue mich dabei zu sein, vielen Dank!

Sebastian: Deine Weltreise über die wir jetzt sprechen, ist offiziell vorbei. Seit ein paar Tagen bist du zurück in der Schweiz. Wie kommt das? Warum hast du nach 600 oder 700 Tagen entschlossen jetzt ist Ende im Gelände?

Thomas: Ich war jetzt über 600 Tage auf Reisen und ich habe ziemlich viel gesehen, war auf drei oder vier verschiedenen Kontinenten und ich kam an einen Punkt, wo ich einfach genug hatte und wo ich sagen musste: Ich habe jetzt so viel gesehen und fühlte mich einfach danach, wieder mal nach Hause zu gehen und den Rucksack an die Wand zu hängen.

Sebastian: Du brauchtest einfach mal eine Pause?

Thomas: Ja, eine Pause, mal wieder sesshaft sein, und ich bin auch etwas gesättigt vom Reisen. Ich habe so viel gesehen, war an den schönsten Stränden und irgendwann war für mich einfach mal der Zeitpunkt, wo ich ziemlich gesättigt war von dem allen.

Sebastian: Ja, einfach diese unglaublich vielen Eindrücke, die man auf so einer Weltreise in täglicher Regelmäßigkeit so hat. Wie war das? Wir kennen uns jetzt seit drei Jahren, als du bei uns im BlogCamp warst. Da bist du extra nach Berlin geflogen. Und damals hieß es: Eine Reise ohne Plan. Ist diese Reise ohne Plan jetzt länger als geplant gewesen?

Thomas: Ich habe nicht mal gewusst, wann ich zurückkehre. Vor knapp zwei Jahren habe ich mich in der Schweiz abgemeldet, bin ausgewandert sozusagen und habe lediglich einen One-Way-Flug nach Bangkok gebucht. Und ich wusste nie, wann ich zurück in die Schweiz kehren werde. Ich wusste nur, dass das Geld das Leben zahlen wird. Ich wusste, dass das irgendwo zwischen ein und drei Jahren gehen wird. Aber ich wusste nie wirklich, wann ich nach Hause gehen werde.

Sebastian: Hm, über das Thema Geld sprechen wir ja gleich nochmal ein bisschen detaillierter, aber hat dich dein Geld quasi länger reisen lassen als du gedacht hast oder bist du früher zurückgekommen als du wolltest?

Thomas: Ich hätte noch was übrig gehabt. Es hätte sicher noch für zwei, drei Monate mehr gereicht. Meine Rückkehr war nicht direkt wegen dem Geld, sondern mehr weil ich einfach genug hatte vom Reisen.

Sebastian: Ich erinnere mich als wir damals deinen Blog aufgesetzt haben, dann hast du mal gesagt, das ist eine Reise ohne Plan. “Ich reise einfach und mal schauen, wo sie mich hinführt”. Im Unterbewusstsein führen wir über die Jahre hinweg ja immer so eine Liste mit Dingen, die wir mal gesehen haben wollen, wenn wir unterwegs sind und so eine Weltreise machen. Hast du diese Liste jetzt für dich persönlich gehabt und hast du es geschafft sie abzuhaken? Hast du die Dinge gesehen, erlebt, die du erleben wolltest oder ist da noch etwas offen, weshalb du vielleicht doch noch auf Reisen gehen würdest? Oder sagst du jetzt “Ich habe die Welt gesehen und dieser Spruch “Back zu the Roots” hat irgendwie doch eine tiefere Bedeutung, weshalb ich jetzt zurück bin und jetzt bleibe ich hier in meiner Schweiz”.

Thomas: Ich hatte schon ein paar Ziele, die ich während meiner Weltreise gerne sehen wollte. Das war zum Beispiel in Bolivien Salar de Uyuni oder die Cook Inseln mitten im Nirgendwo. Und an beiden Orten war ich und es war der Traum! Aber selbst jetzt am Ende meiner Reise habe ich schon wieder Länder, die ich gerne besuchen werde. Das kann ich aber auch gut während zwei bis vier Wochen Urlaub von der Schweiz aus machen.

Sebastian: Ja, also du bleibst jetzt erstmal zu Hause?

Thomas: Ich bleibe jetzt mal wieder zu Hause. Ich darf auch mal wieder arbeiten gehen und etwas Geld auf die Seite legen. Ob ich jemals wieder zwei Jahre auf Reisen gehen werde, das steht offen. Das weiß ich nicht. Aber ich bleibe sicher mal wieder länger in der Schweiz und gehe meiner Arbeit nach.

Sebastian: Ja und darauf freust du dich auch?

Thomas: Ja, ich freue mich wirklich drauf. Das habe ich auch mal in einem Artikel bei mir auf dem Blog geschrieben, dass ich mich nach so einer langer Zeit wirklich freue wieder zu arbeiten. Und ich habe es hier auch sehr gut getroffen mit meinem zukünftigen Arbeitgeber, dass ich schon eine Stelle gefunden habe.

Sebastian: Das ist super! Du hast ja gerade auch schon gesagt, du hast einen Beitrag geschrieben und auf deinem Blog hast du deine Reise über die letzten zwei Jahre auch detailliert und ausführlich berichtet. Ich habe es auch immer wieder verfolgt, ich habe alle deine Beiträge gelesen, ich bin dir auf Facebook gefolgt, wo du überall warst. Du hast spontane Roadtrips in Australien gemacht und geschrieben, was du nicht alles gemacht hast. Und darüber hast du jetzt auch ein Ebook geschrieben wegen der ganzen Kosten, ne?

Thomas: Ja, genau. Ich habe alle meine Kosten auseinandergenommen und aufgelistet, wie viel ich am Ende pro Tag ausgegeben habe. Und im Ebook können eigentlich alle angehenden Weltreisenden sehen, was so eine Weltreise kosten kann. Aber ich muss schon sagen: Ich bin nicht ein Budgetreisender. Also ich habe einiges mehr ausgegeben als vielleicht andere machen werden.

Sebastian: Ja, das ist ein sehr guter Satz. Das wollte ich nämlich auch fragen. Du hast damals bei uns auch auf Bali in dem Haus gewohnt, das nicht das günstigste war. Das heißt, du hast nicht so sehr auf das Geld geachtet. Der Wohlfühlfaktor war dir wichtiger, als dass du mit deinen Schweizer Franken mehr erleben kannst.

Thomas: Genau. Ich habe mir immer gesagt: Ich habe für die Reise sehr lange gespart und habe auch auf Dinge verzichtet zuhause. Und diese Reise, das wird vielleicht einmal im Leben sein, wo ich wirklich tun und lassen kann, was ich will. Und da soll das Geld nicht die Bremse sein. Ich habe wirklich das gemacht, wozu ich Lust gehabt habe.

Sebastian: Und in retrospekt: Es ist nicht wenig gewesen, was du ausgegeben hast, aber es war auch nicht viel, was du ausgegeben hast, wenn man das auf den Tag runterrechnet. Dazu gleich mehr, aber was war denn – du bist jetzt 670 Tage unterwegs gewesen entnehme ich gerade deinem Ebook – dein absolutes Highlight? Welcher Tag war der coolste?

Thomas: Woah, das ist eine gute Frage. Einer meiner schönsten Tage war sicher in Bolivien der Salvar de Uyuni. Da in diesen Weiten zu sein und vor allem – es hatte da noch diesen Spiegeleffekt, da hatte ich auch großes Glück – das war absolut genial.

Sebastian: Meinst du, das ist darauf zurückzuführen, weil es einer dieser Orte war, die du sehen wolltest? Dass es dann als du da warst, genauso war, wie du es dir vorgestellt hast?

Thomas: Ich denke mal, ich hatte sehr viel Glück mit dem Wetter, weil es muss vorher regnen, damit dieser Spiegeleffekt kommt. Aber auch sonst ist es einer der wenigen Orte, der live auch wirklich so aussieht wie auf den Bildern. Weil vielfach sehen ja Bilder, wenn du sie online siehst, viel schöner aus, als es wirklich ist. Aber am Salar de Uyuni war es wirklich traumhaft, dort zu sein.

Sebastian: Okay, cool! Ich werde dieses Jahr auch hinreisen. Ich werde dich dann nochmal drauf ansprechen und dir sagen, wie es dann war. Ich bin so gespannt, aber hört sich cool an. Also Bolivien ist eins deiner absoluten Highlights?

Thomas: Sonst habe ich von Bolivien nicht viel gesehen, aber der Salar de Uyuni, das war eins meiner absoluten Highlights von meinen zwei Jahren Weltreise.

Sebastian: Cool! Und in diesen zwei Jahren hast du 53.851 Schweizer Franken ausgegeben?

Thomas: Genau. Das sind knapp 49.000 Euro.

Sebastian: 49.000 Euro, genau. Also für alle, die zuhören: 1 Schweizer Franken entspricht ungefähr 0,90 Euro. Also fast 50.000 Euro. Das sind, auf den Tag runter gerechnet, 80,38 Schweizer Franken, was für so eine lange Zeit nicht so viel ist, wie ich finde. Empfindest du das als viel Geld oder als wenig Geld, was du auf deiner Reise ausgegeben hast?

Thomas: Ich finde es für mich persönlich gerade richtig. Es würde sicher auch für die Hälfte gehen oder wenn nicht sogar günstiger, aber, wenn du überlegst für 80 Schweizer Franken, da bekommst du hier in der Schweiz nicht viel.

Sebastian: Weißt du, wie viel du in der Schweiz pro Tag ausgibst?

Thomas: Puh, nein, das kann ich dir jetzt nicht sagen, aber es wird wohl mehr sein. Einiges mehr.

Sebastian: Also ich habe mal ausgerechnet in Berlin, als ich dort gelebt habe, da habe ich pro Tag um die 50 bis 60 Euro ausgegeben. Wenn ich also Miete, Versicherung, Essen und meine ganzen täglichen Ausgaben runtergerechnet habe, dann bin ich so bei 50 bis 60 Euro gewesen, bei einem ganz normalen Tag. Wenn ich in Berlin lebe, dann gehe ich aber jetzt nicht jeden Tag zum Fernsehturm oder zum Brandenburger Tor und solche Sachen. Die hast du ja nämlich auch noch gemacht. Und die sind in diesen 80 Franken pro Tag nämlich schon inklusive.

Thomas: Ja, da ist alles drin. Ich würde sagen im Vergleich zu anderen Reisenden bin ich sehr viel geflogen. Meine Flugkosten sind glaube ich bei 10.000 Euro in zwei Jahren. Das möchte ich hier auch erwähnen, weil ohne die Flüge bin ich bei 60 Schweizer Franken. Das sind so 55 Euro pro Tag. Da hätte es auch noch ein großes Sparpotenzial gehabt.

Sebastian: Absolut. Dann hättest du vielleicht ein bisschen mehr den Bus oder den Zug genommen.

Thomas: Genau.

Sebastian: Du hast – weil du gerade Flugzeuge sagst, ich sehe das gerade in deinem Ebook – sieben Tage im Flugzeug verbracht.

Thomas: Das kann gut sein, ja.

Sebastian: Ja, das hast du da rein geschrieben. Also wenn man die ganze Zeit zusammenrechnet…

Thomas: … ah ja, genau. Ich habe sieben Nächte in einem Flugzeug verbracht. Also das ist nicht die reine Flugzeit, aber eine ganze Nacht in einem Flugzeug sind in diesen sieben Nächten hineingerechnet.

Sebastian: Wow, unglaublich! Wie war das denn? Welche waren denn die teuersten und die günstigsten Reiseländer in denen du warst?

Thomas: Jetzt muss ich schnell selber nachschauen, weil ich weiß es auch nicht auswendig. Ich glaube Laos war sehr günstig mit 7 Euro pro Tag, aber ich denke mal, da war es auch günstiger, weil ich einen knappen Monat in einem Hostel arbeiten konnte und da Kost und Logie erhielt. Das ist da auch drin, darum ist es auch so günstig. Und am teuersten waren die USA, soweit ich weiß, aber da war ich auch nur einen Tag oder zwei. Da habe ich ein Hotel gleich neben dem Flughafen gehabt und das kostete auch was. 

Sebastian: Das war dann nur ein Umsteigeflug, wo du einfach nur ausgestiegen bist, übernachtet hast und am nächsten Tag weiter geflogen bist?

Thomas: Genau.

Sebastian: Du hast aber gerade auch dieses Arbeiten im Hostel erwähnt. Hast du während deiner Reise über diese zwei Jahre hinweg vor Ort auch noch gearbeitet? Also hast du Work & Travel vielleicht in Australien gemacht oder hast du während deiner Reise noch Geld dazu verdient?

Thomas: Nein, gar nicht. Das wäre auch rein vom Visum her gar nicht möglich gewesen. Zum Beispiel in Australien kann ich als Schweizer kein Work & Travel Visum beantragen. Aber sonst habe ich nie Geld verdient während meiner Reise. Ich habe etwas über meinen Reiseblog verdient, aber das ist auch nicht viel. Man kann sagen ich habe die letzten zwei Jahre wirklich von meinem Ersparten gelebt.

Sebastian: Okay, cool! Du hast ja auch unglaublich viel erlebt auf diesen Reisen und hast Aktivitäten unternommen. Gerade bei Aktivitäten finde ich, kann man selten wirklich was sparen. Die haben eigentlich überall einen gewissen Preis. Natürlich ist eine Währung mal ein bisschen teuer und mal ein bisschen günstiger. Ich finde es zum Beispiel total bekloppt, in Südafrika kannst du Bungeejumpen für 50 Euro und in Sambia kannst du Bungeejumpen für 300 Dollar. Also total bekloppt, aber welche Touren gibt es denn so, die du fast überall vielleicht gemacht hast oder öfters auf deiner Reise, die besonders günstig sind, die sich jeder irgendwie leisten kann?

Thomas: Das ist eine gute Frage, weil wirklich viele organisierte Touren habe ich nicht gemacht. Was sich jeder leisten sollte, ist wirklich die Tour in Bolivien an den Salzsee. Kostet glaube ich um 200 Dollar, wenn ich es richtig im Kopf habe. Das ist etwas, was sich wirklich jeder leisten sollte. Sonst gibt es in Asien zum Teil Dschungeltouren oder Elefantentouren, aber da sollte man auch wieder vorsichtig sein, was man wählt und nicht gerade den günstigen nehmen. So organisierte Touren habe ich eigentlich versucht zu vermeiden. Dann habe ich zum Beispiel in Laos eine Tour an die Wasserfälle gebucht, wo einfach der Transport organisiert wurde und dann konnte man da frei die Wasserfälle entdecken. Das habe ich meistens so gemacht, dass ich so eine Tour gebucht habe, wo einfach der Transport inbegriffen war.

Sebastian: Also hast du bei den meisten Reisen alles auf eigene Faust gemacht und bist dann, wenn du nicht gerade den Transport mit gebucht hast, einfach selbst hingefahren, auf eigene Faust?

Thomas: Ja, genau, einen Roller gemietet und selber die Gegend erkundet.

Sebastian: Ich erinnere mich noch sehr gut auf Bali, da bist du manchmal ein paar Tage weg gewesen, weil du mit dem Roller über die Insel gecruist bist.

Thomas: Ja genau, das war super! Man ist viel freier, man ist mit viel weniger Leuten unterwegs als wenn man eine Tour bucht. Viele Touren gehen dann immer zum selben Zeitpunkt an den Ort und dann ist es in einer halben Stunde voll mit Leuten und dann kommt nicht richtig Stimmung auf, weil das einfach zu voll ist. Dann gehe ich lieber alleine und zahle vielleicht etwas mehr, aber kann den Ort dann auch viel mehr genießen.

Sebastian: Bist du auf deiner Reise denn dann meistens alleine gereist oder auch mit anderen Leuten?

Thomas: Beides. Manchmal gab es Tage, wo ich alleine unterwegs war, aber vielfach triffst du Leute in den Unterkünften, die etwa das gleiche vorhaben und dann konnte man zusammen etwas organisieren und sich auch die Kosten dafür teilen.

Sebastian: Also dann meistens in den Hostels? Das ist auch eine gute Frage: Hast du dann meistens in Hostels übernachtet oder in Hotels? Wie hast du das organisiert?

Thomas: Es war gemixt. Ich war öfters auch in Hostels, aber ich bevorzuge Einzelzimmer. Aber es gab manchmal Zeiten, wo ich wirklich länger in Hostels war, zum Beispiel in Mexiko. Da war ich mal wieder in einem Mehrbettzimmer, weil es mir so gut gefallen habe. Ich habe etwa um die 100 Nächte in Mehrbettzimmern verbracht und alles andere in Einzelzimmern.

Sebastian: Ich habe gerade dein Ebook hier vor mir liegen. Du hast 331 Nächte im Hotel verbracht und 99 Nächte im Hostel und 212 privat. Also Hotel ist so richtig Hotel?

Thomas: Jein, also in der Spalte Hostel ist alles aufgeführt, wo ich in Mehrbettzimmern war.

Sebastian: Okay, also 100 Nächte hast du in Mehrbettzimmern verbracht.

Thomas: Genau, in Dorms. In der Hotel- und die Privat-Spalte sind Einzelzimmer. Das ist alles, wo ich in Einzelzimmern geschlafen habe inklusive den Einzelzimmern in Hostels. Und Privat ist zum Beispiel Airbnb, auch Einzelzimmer oder zum Beispiel in Australien, da konnte ich privat bei jemandem wohnen und das ist da auch aufgeführt.

Sebastian: Okay, und bei Airbnb – was ja eine unglaublich coole Erfindung ist, wir leben ja auch eigentlich nur noch in Airbnbs – hast du dir dann immer eine eigene Wohnung geholt oder ein Zimmer in einer Wohnung?

Thomas: Es war gemixt. Ich habe meistens ein Einzelzimmer genommen, aber ich habe auch ein oder zwei Mal eine ganze Wohnung gemietet.

Sebastian: Wo hast du dann diese Wohnungen gemietet, in welchen Ländern? Eher in günstigeren wie Thailand?

Thomas: Ja, ich habe mal in Thailand was gemietet und soweit ich mich erinnern kann auch in Australien. Da habe ich mir über Airbnb eine Wohnung gemietet.

Sebastian: Okay, also in einem der günstigeren Ländern und einem der teureren Ländern. Australien geht eigentlich schon auch sehr ins Geld.

Thomas: Genau, Australien fällt sehr ins Gewicht, aber ich hatte da großes Glück, dass ich privat unterkommen konnte und ein Zimmer fand. Das war sehr gut. Da konnte ich sehr viel Geld sparen, aber das war in Melbourne – eine andere Geschichte.

Sebastian: Ja, ja, aber ich erinnere mich noch an eine sehr coole Geschichte aus Australien von dir. Und zwar hast du dieses Relocation von einem Campervan mitgemacht. Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: Der Thomas hat einen Camper von einer Location, von einer Stadt, in die andere gefahren und dadurch war das umsonst oder wie hat das funktioniert?

Thomas: Das kommt ganz drauf an. Also eine Relocation ist ein Mietwagen oder anders gesagt, die Mietwagenfirmen suchen Leute, die ihre Fahrzeuge von einem Ort zum anderen fahren, weil sie da die Autos brauchen. Und sie vermieten diese Mietwagen meistens für 1 Dollar pro Tag oder vielleicht maximal 20 Dollar pro Tag und da muss man einfach in einer vorgegebenen Zeit das Auto wieder am Ort abgeben. Dann sind da noch die Spritkosten dabei oder nur ein Teil davon, aber man kann günstig durchs Land reisen. Das einzige Problem hier ist einfach, du bekommst nicht viel Zeit. Das ist der große Minuspunkt.

Sebastian: Ja. Von wo bis wohin musstest du das Fahrzeug fahren?

Thomas: Ich habe eine Relocation gemacht von Cairns nach Melbourne und das ging glaube ich acht Tage.

Sebastian: Ja, das sind 4.000 km ne?

Thomas: Genau, das sind 4.000 km in acht Tagen, da sieht man nicht viel vom Land, aber es war ein Abenteuer.

Sebastian: Das ist echt viel Fahrerei. Bist du alleine gefahren?

Thomas: Nee, da war ein WG-Mitbewohner aus Melbourne, der kam da mit. Den Mietwagen haben wir – das war ein Camper – für 1 Dollar am Tag plus 100 Dollar an Benzinkosten bekommen. Am Ende haben wir 300 oder 400 Dollar an Benzin ausgegeben. Dann noch für den Stop in Cairns und noch was fürs Essen und dann war gut.

Sebastian: Also lohnt sich nicht wirklich, ne?

Thomas: Es kommt drauf an. Also du bekommst einen günstigen Mietwagen, aber du bist zeitlich einfach sehr eingeschränkt. Wenn du gerne viel Auto fährst ist das was, aber du musst es gut vergleichen, weil manche bezahlen gar keine Benzinkosten oder andere verlangen noch extra für die Versicherung. Da muss man die Angebote sehr gut anschauen.

Sebastian: Ja, hast du dazu einen Beitrag geschrieben?

Thomas: Ich habe darüber einen Beitrag geschrieben auf meinem Blog.

Sebastian: Perfekt, dann können wir den nämlich in den Shownotes verlinken, falls es jemanden interessiert. Ich finde, das ist ein total interessantes Thema. Damit kann man, wenn man flexibel ist und nicht extra hinfliegen muss, schon ziemlich viel Geld sparen bzw. auch günstig von einem Ende zum anderen Ende eines Landes zu kommen, weil 4.000 km für 8 Dollar Miete ist schon recht günstig. Dann muss man das Benzin noch dazu rechnen, aber es ist schon ganz günstig.

Thomas: Das gibt es nicht nur in Australien. Ich habe es auch in Chile versucht zu machen. Da gibt es eine Mietwagenfirma, die das anbietet, aber zu meiner Zeit gab es keine Relocation. Das gibt es in Australien, Neuseeland, in den USA und eben Chile.

Sebastian: Da gibt es besondere Webseiten für, also nicht auf der Webseite des Mietwagenanbieters. Wir sind schon bei 25 Minuten, mein Gott! Ich könnte über diese Themen Stunden lang sprechen. Das ist ein bisschen schwer, das zu komprimieren.

Thomas: Da machen wir eine zweite Folge.

Sebastian: Genau, wir machen einfach eine zweite Folge. Aber du hast ja auch viel Geld ausgegeben. Wie hast du das alles bezahlt? Hast du eine besondere Kreditkarte geholt, wie zum Beispiel die DKB? Ich weiß nicht, ob ihr sie in der Schweiz bekommt, wo du auf der ganzen Welt kostenlos Geld abheben kannst.

Thomas: Ich habe Geld abgehoben mit der DKB. Das können auch die Schweizer beantragen, aber die DKB nimmt nicht jeden Schweizer auf. Ich bekomme da dank meinem Blog immer wieder Rückmeldung drüber und aus unerklärlichen Gründen bekommen die Schweizer nicht immer die DKB. Aber da gibt es auch noch die ComDirekt. Die werde ich bald auch noch beantragen, um die auch zu testen. Und sonst habe ich noch ein paar andere Kreditkarten mitgehabt, aber nur, um dafür zu bezahlen, zum Geld Abheben nur mit der DKB.

Sebastian: Ja, super mit der DKB. Viele werden sich vielleicht fragen, seit dem 1. Mai gibt es neue Regelungen, dass die Fremdkosten für das Geld Abheben zum Beispiel in Thailand nicht mehr erstattet werden. Das stimmt, aber es ist nach wie vor noch kostenlos, das Geld abzuheben. Dafür wird nach wie vor weltweit nichts berechnet. Entsprechend ist die DKB noch eine sehr gute Kreditkarte fürs Reisen. Für die, die jetzt zuhören und sich diese Frage stellen. Aber jetzt nochmal um auf das Bezahlen zurückzukommen. Du hast gesagt, du hast eine besondere Kreditkarte dafür dabeigehabt. So eine Weltreise lohnt sich ja auch, um alle Kosten, besonders Flüge und Hotels, über eine Meilenkreditkarte zum Beispiel laufen zu lassen, um dann vielleicht noch extra Meilen zu sammeln, um kostenlose Flüge und Upgrades zu bekommen. Hast du das gemacht?

Thomas: Ja, ich habe mich in den letzten zwei Jahren sehr in das Thema eingelesen. Alles über Meilen, Hotelpunkte und alles. Das ist ein Riesenthema. Man muss es richtig machen, dass man richtig profitieren kann. Ich bin da ziemlich weit gekommen. Ich habe einen Stop in Dubai gemacht und mir einen Flug gekauft von Dubai zurück in die Schweiz und wieder zurück nach Dubai. Das ging gut mit den Meilen.

Sebastian: Welches Meilenprogramm hast du gehabt? Ich bin persönlich bei der Lufthansa, bei der Star Alliance, bei Miles & More.

Thomas: Genau, da bin ich auch.

Sebastian: Okay, ich habe mir auch in den letzten zwei Jahren zum Beispiel einen Business Class Flug dazu verdient, indem ich einfach die ganzen Reiseausgaben immer über diese Kreditkarte laufen lasse und das Geld Abheben immer über die DKB mache. Und so funktioniert das ganz gut.

Thomas: Ja, es geht ganz gut. Ich würde es immer vergleichen. Ich weiß nicht, wie die Angebote in Deutschland sind, aber in der Schweiz, da ist die Umrechnungsgebühr, wenn du in einer Fremdwährung etwas bezahlt, mit 2,5% sehr viel höher. Ich habe die Miles & More Kreditkarte dabei mit 2,5% und dann habe ich noch eine andere mit nur 0,9%. Und wenn du das hochrechnest auf 20.000 Euro pro Jahr, das kann ja jeder für sich selber ausrechnen, dann muss man sich fragen, ob man das wirklich machen will. Aber für mich war es das wert.

Sebastian: Bei mir auch, also ich habe diese Rechnung vorher auch gemacht und wenn ich den Wert des Fluges nehme, den ich dafür bekomme, dann hat es sich am Ende schon gelohnt. Lass uns langsam zum Ende kommen, lieber Thomas. Was hast du auf deiner Reise am meisten vermisst?

Thomas: Puh, was habe ich am meisten vermisst? Ein gutes Stück Brot, aber das bekommt man eigentlich immer wieder. In Australien zum Beispiel gibt es öfters vor allem in großen Städten, deutsche, schweizer oder französische Bäckereien und da bekommst du etwas gutes. Aus der Schweiz natürlich den Käse. Aber sicher auch die Freunde und die Familie, weil sie natürlich in der Schweiz sind. Das gehört auch dazu.

Sebastian: Ja, und du bist ja in den zwei Jahren nicht zurückgeflogen, ne?

Thomas: Doch, ich war ungefähr nach 14 Monaten für zwei Wochen zuhause. Das war bevor ich nach Südamerika ging. Da habe ich einen Überraschungsbesuch zuhause gemacht.

Sebastian: Ah, sehr schön! Dann hast du quasi Energie getankt, indem du mit Freunden und Familie Zeit verbracht hast.

Thomas: Zwei Wochen Ferien vom Reisen sozusagen.

Sebastian: Du hast jetzt schon wieder ein anderes Thema bei mir angesprochen. Ich weiß in Deutschland, wenn man sich abmeldet und du hast dich in der Schweiz abgemeldet, dann bist du hier in Deutschland nicht versichert und alles drum und dran. Dann hast du eine Auslandsreisekrankenversicherung. Da hast du je nach Versicherung bei der Signal Iduna von STA Travel und bei der Hanse Merkur, Heimaturlaub mit drin von zwei Wochen. Ist das bei dir auch so gewesen?

Thomas: Genau, das war bei mir auch so. Ich habe da zwei Wochen Heimurlaub drin, aber ich habe es gar nicht mehr beachtet. Ich glaube, ich hatte einen Versicherungsschutz genommen ohne die USA, aber ich glaube, wenn du dich über ein Jahr versicherst, dann hast du auch ein paar Tage in den USA inklusive.

Sebastian: Ja, das stimmt. Ich hatte letztens eine andere Podcast Folge mit der Cornelia von STA Travel. Sie hat erzählt, wenn man über sieben Monate eine Versicherung abschließt, dann bekommt man auch 14 Tage Urlaub versichert in den USA.

Thomas: Ja, das kann schon praktisch sein, weil die USA ist ein guter Start, um nach Amerika oder Südamerika zu gehen. Und warum nicht noch einen Stopover einbauen in den USA und dann weiterziehen.

Sebastian: Ja, absolut. Und nun die letzte Frage: Jetzt bist du ja Zuhause und deine Weltreise ohne Plan ist offiziell vorbei. Was ist der Plan jetzt?

Thomas: Der Plan ist mal wieder etwas Geld auf die Seite zu legen, mal wieder arbeiten zu gehen. Ich fange nächste Woche meine neue Stelle an und das ist mal die Idee. Was danach kommt, das lasse ich noch offen.

Sebastian: Sehr schön, hört sich gut an. Ich hoffe, dass dein Blog weiter am Leben bleibt, damit viele Leute noch an deiner Weltreise teilnehmen können. Ich meine, du hast ja auch nach wie vor bei fast 700 Tagen noch ganz, ganz viele Stories, die du erzählen kannst.

Thomas: Ja, der Blog bleibt sicher online. Es werden noch ein paar Artikel kommen und auch wenn nachher nichts mehr kommt, der wird nicht so schnell abgeschaltet. Er soll auch anderen helfen.

Sebastian: Sehr schön, perfekt. Thomas, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um mit uns hier alles zu teilen. Dann wünsche ich dir jetzt erstmal alles Gute für deine Zeit in der Schweiz zuhause.

Thomas: Vielen Dank, Sebastian! War toll dabei zu sein!

Sebastian: Bis bald! Wir hören und sehen uns!

Thomas: Super, ja. Bis bald!

Sebastian: Bis dann, tschüss!

Thomas: Ciao!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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Ein Kommentar zu „Podcast: Kosten einer 2-jährigen Weltreise mit Thomas Bardellini

  1. Matthias on

    Hier scheint die Wahl des Interviewpartners nicht perfekt zu sein…
    Leider ist das Gespräch eher langweilig und plätschert vor sich her.

    Der Inhalt ist eigentlich echt nice, aber die Antworten leider trocken wie Brot.

    Antworten