Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Podcast: Neuseeland Tipps mit Tanja Klose

Neuseeland ist eines der Länder, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat und in das ich unbedingt bald zurück möchte. Hier wartet einfach jeden Tag ein neues Abenteuer auf dich! Neuseeland mit dem Camper zu erleben ist definitiv die schönste Variante, aber es gibt auch einiges zu beachten.

Tanja bloggt auf „takly on tour“ über Reisecamping und Fotografie und ist schon ein echter Campingprofi. In dieser zweiten Folge meines Podcasts spreche ich mit ihr darüber, wie du deine Zeit am besten auf Nord- und Südinsel verteilst, welcher Camper der beste ist und wie viel so ein Trip überhaupt kostet.

Lerne in dieser Episode über Reisen in Neuseeland:

  • was du in 6 Wochen Neuseeland alles sehen kannst
  • wie du 6 Wochen Zeit am besten auf Nord- und Südinsel verteilst
  • welcher Camper der Richtige für deinen Roadtrip ist
  • wie viel ein Camper für 6 Wochen kostet sowie der ganze Roadtrip
  • nützliche Tipps für deinen Roadtrip mit dem Camper
  • wie du Streit vermeidest, wenn du mit deinem Partner wochenlang auf engem Raum reist
  • warum Wildcamping für die schönsten Momente sorgt

 Shownotes über Neuseeland Tipps:

Die komplette Folge zum Nachlesen:
Off the Path Podcast Folge 2 Herzlich Willkommen zur zweiten Folge des Off the Path Podcast. Heute spreche ich mit Tanja von “takly on tour” über ihr sechswöchiges Abenteuer durch Neuseeland. Sie ist nämlich mit einem Campervan sechs Wochen durch das Land gereist, hat drei Wochen die Nordinsel und drei Wochen die Südinsel gemacht. Neuseeland ist eines meiner absoluten Lieblingsländer und ich habe mich deswegen sehr gefreut, mit Tanja über dieses Thema zu sprechen. Wir selbst waren auch letztes Jahr lange Zeit in Neuseeland und haben hierzu ein eBook geschrieben. Viele dieser und weiterer Informationen, wie zum Beispiel zu den genauen Kosten eines solchen Roadtrips, und was euch dort so erwartet, findet ihr in unserem eBook welches ihr ab sofort in unserem Shop unter off-the-path.com finden könnt.

Dann lasst uns mal direkt loslegen, mit Tanja und mit diesem wunderbaren Land.

Sebastian: So, Herzlich Willkommen bei einer neuen Podcast Folge von Off the Path und heute habe ich die Tanja von takly on tour zu Gast. Es freut mich sehr, Tanja.

Tanja: Hallo Sebastian. Danke für die Einladung.

Sebastian: Ja, gerne. Schön, dass du Zeit gefunden hast. Tanja, du bist vor einer Woche aus einem meiner Lieblingsländer zurück gekommen: Neuseeland.

Tanja: Richtig.

Sebastian: Wie war’s?

Tanja: Ja, spannend war’s. Also es ist ein traumhaftes Land, deswegen kann ich gut nachvollziehen, dass es dein Lieblingsland ist. Hat sich auf jeden Fall absolut gelohnt.

Sebastian: Wie lange wart ihr unterwegs? Und was habt ihr so alles gesehen?

Tanja: Also wir waren fast sechs Wochen unterwegs und zwar mit dem Camper. Und ja, ich muss zugeben, wir haben fast alles gesehen. Also wir sind auf der Nordinsel gestartet, sind dann erst in den Norden gefahren und dann runter bis nach Wellington. Sind mit der Fähre übergesetzt. Auf der Südinsel hatten wir ein bisschen mehr Zeit und das waren dann dreieinhalb Wochen. Da haben wir auch so ziemlich alles gesehen, also die Hauptstraßen sind wir auf jeden Fall entlang gefahren.

Sebastian: Also einmal komplett rum um beide Inseln.

Tanja: Genau.

Sebastian: Und das sind ja ordentliche Kilometer, die Südinsel ist sehr lang.

Tanja: Ja richtig. Also es waren insgesamt 5143 Kilometer, auf den Kilometer genau.

Sebastian: Wow.

Tanja: Und ja, ich sag mal sechs Wochen, das geht sogar noch, aber wir haben tatsächlich kaum einen Tag an demselben Ort oder zwei Nächte an demselben Ort verbracht. Das war schon ein ordentliches Tempo.

Sebastian: Wollte ich gerade sagen, also ordentlich gefahren. 5000 Kilometer auf – das sind 40 Tage ungefähr, oder?

Tanja: Ja genau 40 Tage.

Sebastian: Also da habt ihr ja im Durchschnitt so 100 irgendwas pro Tag runtergebrettert. Das ist ein ordentliches Tempo, was ihr vorgelegt habt. Würdest du das nochmal so machen?

Tanja: Ja, sofort. Wobei ich dazu sagen muss, also von den Kilometern her ja, aber ich fand die Nordinsel tatsächlich ein bisschen uninteressanter, also würde ich da ein bisschen weniger Zeit und vielleicht eine halbe Woche oder Woche länger auf der Südinsel verbringen.

Sebastian: Also zwei Wochen Nordinsel, vier Wochen Südinsel?

Tanja: Genau. So würde ich es empfehlen.

Sebastian: Anfang letzten Jahres haben wir auch zweieinhalb Wochen glaube ich, 18 Tage, die Südinsel gemacht. Wir haben nicht alles gesehen und das war mir schon ein bisschen zu schnell. Deswegen kann ich das auch auf jeden Fall unterschreiben, also so drei bis vier Wochen braucht man auf jeden Fall. Was waren denn eure Highlights?

Tanja: Also ich muss gestehen, auf der Nordinsel haben wir tatsächlich nicht so viele Highlights gehabt. Es war die Coromandel Halbinsel, die uns sehr gut gefallen hat und die Region rund um den Mount Taranaki. Was sehr überraschend war, war ein Stadtpark und zwar war das der Pukekura Park in New Plymouth, der war wirklich richtig schön. Ansonsten haben sich die Highlights wirklich eher auf die Südinsel zentriert, weil die war wesentlich abwechslungsreicher. Und klar, da der Milford Sound ist natürlich beeindruckend oder auch die Region ganz im Süden rund um Catlins. Da gibt es unheimlich viele schöne Sehenswürdigkeiten. Der Arthur’s Pass hat uns sehr gut gefallen, den wir am Ende noch eingeschoben haben. Und ja – gibt schon echt viele Highlights.

Sebastian: Hm, cool. Du hast jetzt den Milford Sound erwähnt, was hattet ihr für einen Camper?

Tanja: Wir hatten ein richtiges Wohnmobil, also ein recht großes.

Sebastian: Wo man oben auf der Kabine quasi schläft?

Tanja: Kann man, aber wir haben hinten im Back geschlafen.

Sebastian: Die sind ja recht groß, ne? Die sind ja so fast dreieinhalb, vier Meter hoch?

Tanja: Ja genau, ich meine drei Meter fünfzig.

Sebastian: Und habt ihr nicht mega Schiss gehabt, durch diesen super engen Tunnel zum Milford Sound runterzufahren? Also ich weiß noch mit unserem Wagen, wir hatten so einen Ford Transit Camper, und ich dachte nur immer “Da passen wir nie im Leben durch, das ist viel zu eng”!

Tanja: Also wir waren froh, dass es das Ampelsystem gab, weil das ist ja tatsächlich eher eine Einbahnstraße. Und entsprechend, ja wir sind jetzt das dritte Jahr im Camper unterwegs, daher war es nicht ganz so schlimm und nach den Kurven auf der Nordinsel war eh nichts mehr schlimm. Aus dem Grund ging es eigentlich, aber ich war tatsächlich froh, nicht fahren zu müssen.

Sebastian: Ah ok, ist die Nordinsel also noch kurviger als die Südinsel. Ich war nämlich noch gar nicht auf der Nordinsel.

Tanja: Auf jeden Fall!

Sebastian: Sehr gut zu wissen.

Tanja: Also da ist es auch tatsächlich mit so einem Riesen-Wohnmobil gar nicht so praktisch. Also, wenn wir es nochmal machen würden, würden wir einen kleineren Camper nehmen.

Sebastian: Ihr wart zu zweit unterwegs, ne?

Tanja: Ja, richtig.

Sebastian: Wir waren auch zu zweit unterwegs und ich muss sagen, dass dieser Ford Transit von Britz total klasse war. Der hatte viel Platz, also wir hatten auch ne Dusche und Toilette und alles mögliche drum und dran drin. Der war aber eben nicht so ganz krass hoch.

Tanja: Also, ja so einen würden wir dann tatsächlich auch bevorzugen, wenn wir es jetzt nochmal machen würden.

Sebastian: Mit welchem Unternehmen seid ihr gefahren? Welcher Camper?

Tanja: Apollo.

Sebastian: Apollo, ja die sind auch ganz gut. Und was kostet so ein Camper für diese Zeit? Sechs Wochen auf zwei Inseln, das heißt also One Way. Man muss also auch diese Einweg-Gebühr wahrscheinlich noch zahlen.

Tanja: Ja, die war glaube ich tatsächlich mit drin, weil wir haben ja zwei Wochen Australien anschließend noch gemacht und dementsprechend hatten wir natürlich die höchsten Rabatte, weil das eine Langzeitreise in dem Sinne war. Also für Neuseeland alleine waren es 4360 Euro.

Sebastian: 4360 Euro, für sechs Wochen das geht ja eigentlich.

Tanja: Ja, das ist ok.

Sebastian: Ich weiß nicht, wie viel Euro das sind, auf die Woche gesehen, aber ihr habt ja auch darin geschlafen, also habt ihr keine weiteren Unterkünfte gehabt. Habt ihr wild gecampt?

Tanja: Ja, also das geht in Neuseeland tatsächlich wunderbar, das ist auch etwas, was mir am besten gefallen hat, weil es einfach super schöne Campingplätze gibt, die ganz kostenlos sind. Also es stehen schon Schilder in der Regel da, aber es ist dann tatsächlich kostenlos. Gerade auf der Südinsel gibt es in jeder Region irgendwo eine Stelle, die tatsächlich landschaftlich sehr schön gelegen und kostenlos ist. Wichtig dafür ist allerdings, dass man eine Toilette an Bord hat, denn sonst gilt das nicht und dann wird es richtig teuer, wenn man es dann trotzdem macht.

Sebastian: Ja, man braucht wie nennt sich das, eine “self toilet”. Da gibt es aber auch ein paar Tipps, wie man die findet, oder?

Tanja: Ja, wir sind mit der App Raincast gefahren, die war sehr hilfreich. Ich hatte auch vorher schon einiges rausgesucht. Ich meine es gibt ja dann auch sogenannte Dock Campingplätze, die relativ günstig oder sogar kostenlos sind. Die Prospekte oder Broschüren gibt es in jedem Visitor Center.

Sebastian: Wie hieß die App jetzt, das habe ich leider nicht verstanden.

Tanja. Raincast.

Sebastian: Raincast, aha. Ich hatte damals auch sehr gute Erfahrungen gemacht mit Campermaid.

Tanja: Ja, die ging nicht ohne WLAN. Da wir so selten WLAN hatten, hätte die uns nichts gebracht. Die hatte ich auch erst drauf, aber die brachte uns nichts.

Sebastian: Ah ok, das ist auch sehr gut zu wissen, dass die eine eben nur online geht und die andere auch offline. Lass uns doch mal ein bisschen über die Kosten einer solchen Reise sprechen. Und zwar sechs Wochen Camper kosten 4000 Euro. Was sind denn so weitere Kosten? Was müssen wir uns da so vorstellen?

Tanja: Na Tanken ist natürlich ein großer Faktor. Also in den sechs Wochen haben wir etwas über 800 Euro allein für Tanken ausgegeben. Weil das ist natürlich schon eine große Strecke oder eine lange Strecke, dementsprechend muss man auch viel tanken.

Die Preise sind relativ unterschiedlich, deswegen mein Tipp: sobald man eine günstige Tankstelle sieht, egal wie voll der Tank ist, auf jeden Fall volltanken. Das ist auf jeden Fall ein riesiger Spartipp. Ansonsten Kosten, dadurch dass wir im Wohnmobil übernachtet haben, haben wir natürlich auch selbst gekocht zum größten Teil. Dementsprechend das Einkaufen, ja ich würde sagen vergleichbar mit Deutschland von den Kosten her.

Sebastian: Ja, das ist mir damals auch so gegangen.

Tanja: Um die 400 Euro haben wir da ausgegeben. Das ging auch. Übernachten ist dann natürlich noch ein Faktor. Dadurch, dass es gerade auf der Südinsel natürlich so viele kostenlose Möglichkeiten gibt oder auch sehr günstige, haben wir tatsächlich nur insgesamt 180 Euro für Übernachtungen ausgegeben. Das ist also tatsächlich noch nie so gewesen. Amerika ist da wesentlich teurer.

Sebastian: Ja, das ist echt günstig. Und diese 180 Euro, die sind dann entstanden, weil ihr halt doch irgendwie in Städten auf Campingplätzen übernachten musstet oder was war da?

Tanja: Ja, genau. Auf der Nordinsel gibt es nicht so viele kostenlose oder günstige, das hat die Kosten nochmal hochgerissen. Und ja, zwischendurch muss man mal einen Tag, Wlan ist immer schwierig in Neuseeland und dementsprechend haben wir zwischendurch zweimal einen privaten Campingplatz genommen. Und Strom ist natürlich auch ein Riesenthema. Wobei wir da auch unsere Tricks hatten. Also mit dem Zigarettenanzünder fast alles geladen, bis auf die Kamera Akkus. Und dementsprechend brauchten wir dann nicht so häufig private Campingplätze.

Sebastian: Ah ja, das ist super. Und euer Camper, der hat sich quasi durchs Fahren immer wieder selbst aufgeladen.

Tanja: Ja, richtig.

Sebastian: Ah das ist super, weil das war bei uns nämlich nicht so. Wir mussten alle drei oder vier Tage an einen Campingplatz und den quasi wieder anstecken, damit eben die zweite Batterie, die nicht in diesem Motorzyklus läuft, eben aufgeladen wird. Als tägliche YouTuber mussten wir sowieso fast jeden Tag an einen Campingplatz und Videos hochladen, aber das ist ne andere Geschichte. Und du würdest aber sagen, die Preise sind allgemein in Neuseeland vergleichbar mit Deutschland? Also wenn man dort verreist.

Tanja: Außer die Übernachtungskosten, ja. Also in Deutschland gibt es kaum kostenlose. Dementsprechend wird es teurer. Aber ansonsten ist es preislich vergleichbar. Auf jeden Fall.

Sebastian: Cool, das ist auf jeden Fall eine sehr gute Info.

Tanja: Der Sprit ist günstiger als in Deutschland.

Sebastian: Ah ja, das ist ja auch schon mal ein Vorteil. Auch wenn man einen so großen Wagen hat. Habt ihr viel verbraucht, meint ihr, mit eurem Camper?

Tanja: Schwierig zu sagen.

Sebastian: Also ich finde halt durch diese bergigen Straßen verbraucht man schon ein bisschen mehr als normal. Aber es gleicht sich am Ende schon ein bisschen aus. Welcher Ort hat euch denn auf der Südinsel am besten gefallen?

Tanja: Welcher Ort, hm.

Sebastian: Oder gibt es irgendwas, ihr seid viel gewandert hattest du mir vor dem Gespräch erzählt.

Tanja: Ja, wobei eher Kurzwanderungen. Weil da gibt es ja tatsächlich einige, Neuseeland ist ja das Wanderparadies schlecht hin. Da kann man ja wirklich von tagelangen Wanderungen bis zu 15 Minuten alles haben. Von 15 Minuten bis zu zwei Stunden war so unsers. Wenn ich jetzt nen Ort sagen würde, dann würde ich tatsächlich Queenstown nennen. Auch wenn es mit dem Parken schwierig war. Ich fand die Landschaft drumherum allerdings, also es geht nicht um die Stadt, sondern da gab es an dem See unheimlich viele tolle Plätze. Und auch die Aussichten waren da einfach traumhaft und wir hatten Glück mit dem Wetter, das passte einfach alles zusammen.

Sebastian: Ja, das ist auch eine ganz ganz tolle Region da unten. Seid ihr denn auch runter nach Glenorchy gefahren?

Tanja: Ja, sind wir auch.

Sebastian: Ja, also diese Strecke da direkt am See ist einfach traumhaft.

Tanja: Richtig. Da gibt es ganz tolle Aussichtspunkte. Und der Vorteil ist, da an dem See entlang, gibt es auch drei kostenlose Campingplätze und die sind alle wirklich traumhaft toll. Dementsprechend kann ich das nur empfehlen, die Strecke, selbst wenn man das eigentlich nicht auf dem Plan hat, trotzdem zu nehmen.

Sebastian: Also ich würde auch sagen, es lohnt sich auf jeden Fall ein bisschen mehr Geld für einen größeren Camper mit Toilette und Dusche zu investieren. Oder Dusche braucht man nicht, aber Toilette braucht man, um halt eben diese kostenlosen Campingplätze auf der Südhalbinsel in Anspruch zu nehmen. Das spart nämlich sehr viel Geld.
Lass uns nochmal über die Schattenseiten Neuseelands sprechen. Also, was hat euch denn vielleicht nicht so gut gefallen?

Tanja: Da gibt es tatsächlich doch einiges. Man hört ja immer Traum Neuseeland, aber man hört tatsächlich selten davon, dass es überall so kurvig und steil ist aber das ist natürlich gerade für große Camper manchmal schon eine Herausforderung. Auf der anderen Seite ist es so, dass wir häufig in den Städten oder sagen wir mal Orten Probleme mit Parkplätzen hatten. Also das haben wir in keinem Land bisher erlebt. Dass es tatsächlich keine Camper Parkplätze gibt, sondern man muss dann suchen und viele Örtchen hatten nur Parkbuchten, und da wir ja relativ lang waren mit über sechs Metern, war das ein bisschen schwierig. Das fand ich als Nachteil auf jeden Fall.

Sebastian: Das wirkt sich nicht so positiv auf die Beziehung aus, ne? Also ich weiß, bei uns war das immer anstrengend, wenn der Fahrer dann supernervös einparkt.

Tanja: Auf jeden Fall (lacht). Das stimmt. Dann sind irgendwann beide gereizt.

Sebastian: Ganz genau.

Tanja: Ansonsten waren es ich sag mal Vor- und Nachteile, wie in jedem anderen Land auch. Das waren so zwei Punkte, die hat man kaum irgendwo gelesen vorher, bei der Vorbereitung und deswegen waren wir da schon sehr überrascht. Das Wetter ist vielleicht nicht unerwähnt zu lassen, was sehr schnell umschlagen kann. Dementsprechend, gerade wenn man längere Wanderungen vor hat, immer Regensachen mitnehmen, auch wenn strahlend blauer Himmel ist vorher.

Sebastian: Ihr habt das ja gemacht als Frühling gewesen ist, oder?

Tanja: Ja genau, wir waren im Frühling da und jetzt fängt dann so langsam der Sommer an.

Sebastian: Das stimmt schon, also das Wetter ist sehr wechselhaft und springt sehr schnell um.

Tanja: Gerade an der Westküste ist das extrem.

Sebastian: Ja, die ist auch sehr rough.

Tanja: Ja.

Sebastian: So mit Stränden und kristallklarem Wasser ist das nicht so.

Tanja: Ne, das ist eher auf der anderen Seite.

Sebastian: Ja, das hat mich damals auch sehr überrascht. Jetzt seid ihr natürlich auch Profi Camper, also deine Tagline ist “Reisecamping und Fotografie”, deswegen habt ihr schon etwas Erfahrung. Aber für alle, die nach Neuseeland auf so einen Campingtrip gehen und jetzt vielleicht nicht so die große Erfahrung haben, was sind denn die Sachen, auf die man achten sollte? Also besonders, wenn man auf ganz kleinem Raum mit seinem Partner zusammenlebt, vielleicht zum allerersten Mal – hast du da vielleicht ein paar Tipps für uns?

Tanja: Ja, also ich finde da gibt es weniger Reibereien als zuhause, denn man hat so seine geregelten Abläufe. Also das ist vielleicht ein Tipp, dass man seine geregelten Abläufe einpendeln lässt. Also wenn der eine fährt, räumt der andere vielleicht auf. Wenn der eine kocht, spült der andere. Das ist zuhause ja nicht immer so konsequent durchsetzbar. Aber im Camper ist natürlich wichtig und das wirst du wissen, man muss vorher alles spülen, bevor man weiterfährt, sonst geht nichts.

Sebastian: Ja genau, sonst hast du in der nächsten Kurve nichts mehr.

Tanja: Genau. Und dementsprechend muss halt alles aufgeräumt werden und auch ordnungsgemäß wieder weggepackt oder verschlossen werden. Wenn der eine halt morgens Frühstück macht, dann macht der andere vielleicht Gas aus und Leiter wieder rein und sonst irgendwas. Also, dass man seinen Tagesablauf ein bisschen einpendeln lässt, dass der eine dafür zuständig ist und der andere dafür, sorgt schon für wesentlich weniger Reibereien. Und ansonsten, naja gut, auf den ich weiss nicht wie viele Quadratmeter das waren, sechs oder so, ist es natürlich immer etwas schwierig, sich aus dem Weg zu gehen, aber im Großen und Ganzen hat es eigentlich sehr gut funktioniert. Tipps ist da ein bisschen schwierig. Ich denke, das pendelt sich tatsächlich ein.

Sebastian: Also einen Tipp hab ich für alle, die zuhören, ist also tatsächlich das, was du gerade sagtest, diese Aufgabenverteilung und dass man die auch konsequent durchzieht und nicht immer darauf vertraut, dass der andere das macht. Zum Beispiel halt, wenn man auf einem bezahlten Campingplatz steht und den Strom angeschlossen hat, dass man wenn man dafür zuständig ist, den Strom anzuschliessen, auch gleichzeitig dafür zuständig ist, den Strom abzuschliessen. Und als Fahrer nicht einfach losfährt.

Tanja: Richtig, ganz genau. Sonst hat man ein Problem.

Sebastian: Das ist mir nämlich passiert (lacht). Aber zum Glück hat dieses System reagiert und ist dann trotzdem abgegangen, sonst hätte ich nämlich diese ganze Strombox von diesem Campingplatz mitgerissen. Also ja, das ist so einer meiner Tipps.

Tanja: Also dann noch ein kleiner Tipp. Was wir häufig oder oft immer schon am ersten Tag machen, wir nehmen uns so einen kleinen Zettel und schreiben da die wichtigsten Sachen auf: Strom abmachen, Gas abmachen und Treppe rein. Und den kleben wir vorne an das Armaturenbrett.

Sebastian: Das ist ein sehr sehr guter Tipp. Denn Treppe hoch ist mir nämlich auch schon passiert.

Tanja: Mir auch einmal.

Sebastian. Danach, wenn du dann die Rampe vom Campingplatz runterfährst und dann macht es auf einmal so ein Geräusch.

Tanja: (lacht) Das passiert jedem einmal.

Sebastian: Und Gas natürlich, das ist sehr gefährlich, aber passiert auch ab und zu mal, dass du dann irgendwo am nächsten Campingplatz anhältst und den Gashahn anmachen willst und der geht gar nicht an, weil er schon an ist.

Tanja: Ja, richtig.

Sebastian: Ja, aber der Post ist super, da sollten wir beim nächsten Mal auch auf jeden Fall dran denken.

Tanja: Ja, das ist sehr hilfreich.

Sebastian: Ja, sehr cool. Dann lass uns so langsam mal zum Ende kommen. Ich habe noch eine Frage an dich: Was macht für dich Neuseeland so einzigartig?

Tanja: Definitiv die Landschaft und definitiv die Übernachtungsplätze. Also in anderen Ländern, gerade Nordamerika, sind wir jetzt viel rumgereist, ist es so, dass man landschaftlich ebenso schön steht, aber kostenlos diese Möglichkeiten nutzen zu können, das ist der Wahnsinn. Gerade in der Vorsaison oder eben auch Nachsaison haben wir an vielen Plätzen landschaftlich so unglaublich schön gestanden und es kostete nichts und es war auch weit und breit kein anderer Camper da. Das war schon tatsächlich echt ein Highlight.

Sebastian: Ja, das ist natürlich auch echt toll, wenn man morgens aufwacht mit so einer unglaublich tollen Aussicht.

Tanja: Ja, richtig. Egal ob direkt am Meer oder auf dem Berg, wo man dann runterschaut, also das war echt fantastisch.

Sebastian: Ja, also für mich war das auch eines der Highlights, wenn man eben in so einem Camper irgendwo an der Straße oder an einem See stand und sich morgens seinen Tee oder seinen Kaffee gemacht hat, sich an die Treppe gesetzt hat und rausgeschaut hat, und das war einfach das Gefühl dieser absoluten Freiheit.

Tanja: Richtig, ganz genau das unterschreibe ich.

Sebastian: Ja, also Neuseeland ist gleich Freiheit.

Tanja: Richtig, so sieht es aus.

Sebastian: Sehr cool, Tanja. Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und das alles mit uns geteilt hast. Sehr viele tolle Informationen, besonders die Preise haben mich sehr überrascht. Also eben vor allem auch, dass es eben doch so günstig oder teuer wie in Deutschland ist. Vielen Dank!

Tanja: Ja, danke dir.

Sebastian: Dann wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag.
Tanja: Danke dir auch.

Sebastian: Bis bald, tschüss.

So, das war es mit der zweiten Off the Path Podcast Folge – wieder ein sehr spannendes Gespräch mit Tanja von “takly on tour”. Auf jeden Fall mal auf ihren Blog gehen. Wie ihr seht, ist es absolut möglich, viel von Neuseeland in relativ kurzer Zeit zu sehen. Neuseeland ist eines meiner absoluten Lieblingsländer und ich habe mich daher sehr gefreut, mit Tanja über dieses Thema zu sprechen. Wir selbst waren letztes Jahr auch lange Zeit in Neuseeland und haben hierzu ein eBook geschrieben. Viele dieser und viele weitere Informationen wie zum Beispiel zu den genauen Kosten eines solchen Roadtrips und was euch dort alles so erwartet, findet ihr in unserem eBook, welches ihr ab sofort in unserem Shop auf off-the-path.com findet könnt. Ja, und das war es auch für heute, und nächste Woche Dienstag sprechen wir mit Lisa von Helle Flecken über ihren Beruf als Flugbegleiterin. Bis dahin wünsche ich euch alles Gute und bis bald!

Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die Beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird 🙂

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