Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Podcast: Erste Reise mit dem Partner mit Stefan Heinrich

Die erste gemeinsame Reise mit der Freundin oder dem Freund stellt eine Beziehung auf die Probe. Nur, wenn beide Seiten bereit sind, Kompromisse einzugehen und manchmal auch zurückzustecken, kann die Reise harmonisch werden und nicht in der Trennung enden. Auch bei Line und mir gab es anfangs Reibungspunkte, aber wir haben uns schnell angepasst und eine Mitte gefunden, die uns beide glücklich macht!

Stefan ist mit seiner Freundin, die anfangs nur sein Travel Buddy war, 19 Monate durch die Welt gereist. Wie sie es geschafft haben, diese Zeit und auch weitere Reisen ohne viel Streit und Ärger zu verbringen und welche Länder sich besonders für die erste Reise zu zweit eignen, erfährst du in dieser 16. Folge des Off The Path Podcasts. Auf www.travelonboards.de berichtet Stefan übrigens von seinen Surf-Abenteuern auf der ganzen Welt.

Erfahre in dieser Episode über die erste Reise mit dem Partner:

  • Wie sich aus einer Reise mit deinem Travel Buddy eine Beziehung entwickeln kann
  • Welche Reibungspunkte es beim Reisen mit dem Partner gibt
  • Wie du schon vor der Reise Streitpunkte aus dem Weg räumen kannst
  • Welche Länder sich besonders für die erste Reise als Paar eignen

 Shownotes über die erste Reise mit dem Partner:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich Willkommen zu einer neuen Off the Path Podcast-Folge. Heute habe ich den Stefan am Apparat. Er beantwortet uns heute alle Fragen zu diesem spannenden Thema “Reisen mit dem Partner”. Line und ich sind mittlerweile auch seit über drei Jahren unterwegs und ich weiß, dass es nicht immer einfach ist. Deswegen freue ich mich einen entsprechenden Gesprächspartner zu finden, der meine Fragen beantworten wird. Herzlich Willkommen!

Stefan: Hallo Sebastian, schönen guten Tag! Ich hoffe, ich kann deine Fragen beantworten.

Sebastian: Da bin ich mir ziemlich sicher. Du hast schon ein bisschen Erfahrung und bist schon viel rumgereist. Wo erwische ich dich heute?

Stefan: Ich sitze gerade in Hamburg an meinem Schreibtisch, weil grau – Montagswetter. Also nicht ganz so exotisch, aber das muss auch mal sein zwischendurch.

Sebastian: Genau, so wertschätzt man auch die Reisen wieder, wenn man kurz zu Hause gewesen ist.

Stefan: Das stimmt, auf jeden Fall!

Sebastian: Sag mal, wohin hat dich deine erste Reise mit deiner Freundin geführt und wie lange hat sie damals gedauert?

Stefan: Auf der ersten langen Reise, die wir gemacht haben damals, waren wir noch kein Paar. Das passierte dann unterwegs. Da waren wir tatsächlich fast zwei Jahre – also 19 Monate, um genau zu sein – in der Weltgeschichte unterwegs. Alles hat in Zentralamerika angefangen und ging dann runter bis nach Südamerika, bis nach Chile. Von dort nach Neuseeland über eine ziemlich lange Zeit, nach Australien, bis hin nach Indonesien zum Abschluss und dann wieder nach Hause. Dann waren auf einmal gute eineinhalb Jahre vorbei.

Sebastian: Und ihr habt quasi als Freunde diese Weltreise gestartet?

Stefan: Genau, wir kannten uns schon eine Weile davor und waren wirklich immer sehr, sehr gute Freunde, aber jeder hatte so sein eigenes Leben. Dann war uns aber beiden irgendwann klar, dass wir auf jeden Fall los müssen für eine ganze Weile und das traf sich dann zeitlich irgendwie ganz gut. Damals haben wir dann beschlossen, dass wir ganz entspannt einfach mal zusammen losziehen und gucken, wie das läuft. Naja, jetzt im Nachhinein kann ich sagen: Es lief ganz gut so, würde ich behaupten.

Sebastian: Hattest du das geahnt, dass es vielleicht so enden könnte oder vielleicht auch sogar geplant?

Stefan: Nee, also geplant auf keinen Fall! Geahnt, da lachen mich immer alle aus, aber nee. Also wirklich nicht. Ich hatte mein ganzes Leben lang immer schon weibliche Freunde und deswegen war das für mich klar, dass das durchaus möglich ist und das hat dann auch tatsächlich noch eine ganze Weile gedauert; nämlich ein gutes Jahr, bis sich das dann alles ein bisschen änderte. Aber weder geplant, noch irgendwie geahnt. Nee, gar nicht.

Sebastian: Cool! Und wie war das so am Anfang? Hast du da nicht ein bisschen Bedenken gehabt oder bist du da unbefangen und voller Freude reingegangen? Das bahnt sich wahrscheinlich eher so langsam an. Wie war das bei euch?

Stefan: Das bahnt sich tatsächlich langsam an und bei mir war es am Anfang sogar eher so, dass das so eine Mischung war. Wir waren natürlich Freude irgendwie, aber es überwog ganz am Anfang eher die Angst davor, einen guten Freund zu verlieren. Wir waren für über ein Jahr Travel-Buddies und waren unsere eigene kleine Familie. Und da überwog bei mir am Anfang das Gefühl “Oh Mann, Mist! Jetzt verliere ich hier tatsächlich einen Freund”. Aber es ist natürlich Quatsch im Nachhinein, weil die Freundschaft, die bleibt ja hoffentlich bestehen und das andere ist dann einfach noch das Sahnehäubchen obendrauf. Man gewinnt dann nur, man verliert nichts.

Sebastian: Ja, um das nochmal zu erklären: Wie lange wart ihr unterwegs bis ihr zusammengekommen seid?

Stefan: Insgesamt waren wir 19 Monate unterwegs und nach 14 Monaten oder sowas hat sich das dann ein bisschen geändert.

Sebastian: Ach doch so spät! Also es hat schon ein bisschen gedauert?

Stefan: Ja, es hat gedauert. Ich sagte ja, wir waren recht lange Zeit wirklich Travel Buddies und sind als Freunde durch die Gegend gereist und ja, das hat eine ganze Weile gedauert, bis sich die Situation dann änderte.

Sebastian: Eins der größten Themen von Paaren oder das größte Problem oder der größte Streitfaktor ist, was ich immer wieder höre, das liebe Geld. Wer zahlt für was? Wie splittet man das auf? Dadurch, dass ihr ja quasi Reisebuddies wart, habt ihr wahrscheinlich eine ganz klare Richtlinie gehabt oder hat sich danach, als ihr dann zusammengekommen seid, verändert? Wie seid ihr mit diesem Thema umgegangen? War das überhaupt ein Thema bei euch?

Stefan: Nee, eigentlich nicht. Wir waren so Low Budget unterwegs, dass das Geld da gar nicht wirklich so eine große Rolle gespielt hat. Ich muss dazu sagen, dass wir uns am Anfang, so in der ersten Zeit, immer wieder getrennt haben und jeder ist so seinen eigenen Weg gegangen. Da fiel das sowieso nicht so ins Gewicht. Als das zum ersten Mal interessant wurde, war in Australien, weil wir uns da ein Auto geteilt haben, in dem wir gewohnt haben. Aber da waren die Ausgaben irgendwie so gering, dass das kein Faktor war. Für die Übernachtung haben wir sowieso nicht bezahlt und für das Essen und was sonst so anfiel, da haben wir das irgendwie geschafft, dass wir uns da einfach immer abgewechselt haben und da kein böses Blut entstand. Also mal bin ich einkaufen gegangen und habe gekocht, mal sie. Und das war kein Problem bei uns. Jetzt in den ganzen Jahren danach, wo wir sozusagen immer als Paar gereist sind, da haben wir so eine Art Haushaltskasse oder Reisekasse, in die einfach einbezahlt wird und aus der man dann unterwegs schöpfen kann. Und da ist es dann ja sowieso egal, weil am Anfang jeder zu gleichen Teilen da eingezahlt hat.

Sebastian: Hm, also ihr habt dann gesagt: Für die nächste Reise haben wir Budget X, sagen wir mal 2.000 € und dann zahlt jeder 1.000 € ein und davon wird alles bezahlt.

Stefan: Genau, so wie man zu Hause eine Haushaltskasse hat, so haben wir immer eine Reisekasse.

Sebastian: Okay. Wenn das kein Reibungspunkt bei euch war, was war ein Reibungspunkt? Gab es da so etwas?

Stefan: Ja klar, natürlich, auf jeden Fall. Bei uns kommt immer hinzu, bis heute immer noch: Ich gehe auf Reisen sehr gerne Surfen oder Kiten. Das ist so eine Sache, da ist man sowohl örtlich als auch zeitlich oft gebunden, weil die Wellen oder auch der Wind, der richtet sich nunmal nicht nach den Reisenden, sondern der macht sein eigenes Ding. Und deswegen hat man feste Orte und Zeiten, an denen ich immer gerne sein möchte. Meine Freundin selber surft oder kitet nicht, sie hat andere Interessen. Und da war das am Anfang oder auch bis heute immer mal wieder natürlich ein Thema, wie man das organisiert. Ich möchte dann vielleicht lieber länger an einem Ort bleiben, weil irgendwie Wellen angesagt sind. Für sie wird das dann nach einer Zeit, je nachdem, was das für ein Ort ist, natürlich langweilig. Wenn da nichts weiter ist außer eine Welle, dann ist nach zwei Wochen mal irgendwann gut. Das ist auf jeden Fall ein Reibungspunkt, aber da haben wir im Laufe der Jahre unsere Mechanismen und Tipps und Tricks entwickelt, wie man damit ganz gut umgehen kann.

Sebastian: Die wären?

Stefan: Man kann sozusagen im Vorfeld schon gewisse Sachen ausräumen, einfach indem man an Orte fährt, die sich gut eignen für beide. Ein Beispiel, was ich immer wieder erzähle: Es gibt in Indonesien so einen kleinen Ort auf der Insel Lakey Peak. Da ist einfach gar nichts, außer eine Welle, man kann aber auch nicht wirklich am Strand im Bikini rumliegen als Mädchen, weil da die Religion doch noch sehr streng gehandhabt wird von den Leuten. Und da war irgendwann so ein Punkt erreicht, wo es nach einer Woche oder zehn Tagen einfach gut war. Und da würde ich jetzt heutzutage nicht mehr unbedingt direkt hinfahren. Kurzum: Man kann einfach gewisse Orte meiden und man kann sich natürlich gewisse Orte gezielt aussuchen, die für beide Parteien etwas zu bieten haben. Bei uns ist ein Paradebeispiel Tarifa in Spanien. Da hat man Wellen, da hat man Wind, da hat man aber auch drum herum viel, was man erleben kann. Sei es Restaurants, Kultur oder sonstige Sachen. Da ist wirklich für jeden etwas geboten. Da gibt es ein paar andere Orte auf der Welt, die sich dafür eignen.

Sebastian: Also ganz wichtig, wie in jeder Beziehung, egal ob man zu Hause ist oder reist, das sind halt Kompromisse, die man eingehen muss. Und wenn du sagst “Ich möchte gerne Surfen”, dann musst du entsprechend einen Ort finden, wo deine Freundin ihren Hobbies nachgehen kann.

Stefan: Definitiv! Kompromisse sind ein ganz großes Thema, wenn man zusammen reist. Das ist im normalen Leben ja schon eine Sache, auf die man großen Wert legen sollte. Auf Reisen zusammen, was ja so eine Art Brennglas für eine Beziehung ist, muss man das noch viel, viel mehr berücksichtigen. Da muss man sich als Partner viel eher mal vielleicht ein bisschen zurücknehmen und sich in den anderen reinversetzen und gucken, was der so gerade erlebt unterwegs, was für ihn spannend sein könnte. So findet man Kompromisse unterwegs immer wieder, ne? Das ist ein Geben und Nehmen. Vielleicht bleiben wir mal zwei, drei Tage länger irgendwo, weil es gerade Wellen hat. Dafür fahren wir dann aber ein paar Tage einfach komplett weg von der Küste und machen andere Dinge, die uns beiden oder besonders ihr Spaß machen. So finde ich, kann man das auf Reisen ganz gut regeln. Man muss einfach das, was man zu Hause macht oder was zu Hause funktioniert, unterwegs vielleicht noch ein bisschen intensivieren und dann kriegt man das eigentlich meistens ganz gut hin.

Sebastian: Ja. Ein anderes Phänomen, was ich oft sehe, und das beobachte ich regelmäßig ist, dass die meisten Paare so etwas wie eine Feierabend-Beziehung führen bzw. eine Wochenendbeziehung. Was ich damit meine ist, dass sie ihrem 9 to 5 Job nachgehen und so gesehen den ganzen Tag auf der Arbeit sind und sich meistens nur abends sehen, getrennte Wohnungen haben und sich meisten nur am Wochenende sehen. Wenn man unterwegs ist auf Reisen, dann 24 Stunden am Tag, ist das ein großer Unterschied, mit dem man erstmal umgehen muss bzw. wo man sich erstmal dran gewöhnen muss. Hast du da irgendwelche Tipps? Wie ist das bei euch, wie geht ihr damit um, dass ihr dann auf einmal, wenn ihr auf Reisen seid, 24/7 aufeinander hockt?

Stefan: Das ist eine ganz große Herausforderung, die du da ansprichst und das ist auch ein ganz großer Test für Beziehungen. Wenn man mal mehrere Wochen 24 Stunden am Tag, so wie du das sagst, miteinander unterwegs war und das klappt, dann finde ich ist das ein ziemlich gutes Zeichen. Wir machen das wirklich so unterwegs, dass wir eben nicht 24 Stunden aufeinander hängen. Klar, da sind mehrere Tage dabei, wo das so ist und das ist auch in Ordnung. Deswegen wollte man ja auch zusammen losziehen, aber wir haben dann auch kein Problem mit, uns dann mal für ein paar Stunden oder sogar vielleicht für einen Tag oder zwei zu trennen. Das kommt natürlich darauf an: Wenn man nur eine Woche unterwegs ist, dann macht das nicht so viel Sinn. Aber wenn man vielleicht mal länger unterwegs ist, dann kommt das immer wieder vor, dass wir uns für ein paar Tage trennen und meine Freundin macht ihr Ding und ich bleibe dann vielleicht länger an einem Ort, wo es gerade Wellen hat. Dann treffen wir uns wieder und ich reise ihr nach oder so. Ich finde, das ist eine ganz gute Möglichkeit, das ein wenig aufzulockern. Nur weil man jetzt drei Wochen im Urlaub ist, finde ich nicht, dass das mit der Regel einhergeht, dass man 24 Stunden am Tag miteinander rumhängen muss. Ich finde, das kann man auch im Urlaub ganz so gestalten, wie einem das gut tut und wie man das gut findet, definitiv.

Sebastian: Das benötigt natürlich auch eine ordentliche Portion an Vertrauen, ne? Also wenn der eine Partner vorreist und sein eigenes Ding macht – auf einer längeren Reise natürlich – dass man damit d’accord ist.

Stefan: Klar, definitiv. Das braucht eine Menge Vertrauen. Das kann man wahrscheinlich am Anfang einer Beziehung nicht so einfach machen. Wir sind jetzt fast 20 Jahre miteinander unterwegs. Das Vertrauen besteht schon lange, deswegen kann ich das so anführen als eine Möglichkeit, die man machen kann. Klar, ich kann mir gut vorstellen, dass das bei anderen, die noch nicht so lange miteinander zusammen sind oder reisen, vielleicht etwas anderes ist. Aber man kann es ja mal probieren. Man kann sich ja vielleicht einfach mal einen Vormittag trennen und jeder macht das, worauf er Lust hat. Und dann kann man gucken, wie sich das so anfühlt. Das muss man nicht erzwingen, aber man kann es durchaus mal probieren im kleinen Rahmen.

Sebastian: Absolut, das sehe ich genauso und ich würde das auch so empfehlen. Einfach mal kleine Schritte darauf hin machen. Gut, ihr seid 20 Jahre zusammen, das sind die meisten wahrscheinlich noch nicht. Was hast du noch so für Tipps? Besonders im Vorfeld einer Reise, wie man vielleicht den ganzen Stress vermeiden kann. Gibt es da irgendwas, was ihr am Anfang besonders versucht habt?

Stefan: Naja, also die eine Sache nannte ich ja schon, dass man sich die geeigneten Orte aussucht. Dann unterwegs, dass man vielleicht nicht ganz so streng an seinem Plan festhält; dass jeder vielleicht auch im Vorfeld schonmal sagt “Ey pass’ auf, da ist was, das will ich auf jeden Fall machen”. Wenn man darüber im Vorfeld spricht und nicht erst irgendwie einen Tag vorher damit anfängt, dann glaube ich, dass das auch hilft. Weil der andere dann nicht so überrascht ist oder er sich vielleicht schon irgendwelche Pläne gemacht hat, die dann irgendwie “durchkreuzt” werden. Ich bin zwar kein Fan von Reisen, so wahnsinnig planen kann man ja sowieso nicht, wenn man mehrere Wochen unterwegs ist, aber gewisse Eckpunkte finde ich, kann man durchaus auch schon im Vorfeld ansprechen und sich überlegen, wie man das dann vor Ort handhabt. Dann natürlich eine Sache: Kompromisse eingehen. Du hast es auch schon angesprochen, das ist ganz wichtig. Ich habe vielleicht in meinem Fall auch schon auf eine Menge Wellen verzichtet, was aber im Nachhinein zum Teil okay war, weil ich dann einfach andere Sachen erlebt habe, die ich verpasst hätte. Und so ist das unterwegs ein Geben und ein Nehmen und auch immer situationsbedingt, wie man das handhabt. Ich glaube, dann geht das ganz gut unterwegs zusammen.

Sebastian: Ja, ich glaube auch, dass es ganz wichtig ist am Anfang, besonders die ersten zwei, drei Reisen, so etwas wie eine Liste zu erstellen mit Dingen, die man vor Ort sehen möchte. Aber dann nicht zu besessen drauf sein und ein bisschen Flexibilität mitbringen, dass wenn das eine nicht klappt, dass eine andere Sache auf deiner eigenen Liste stattfinden wird. Und wenn beide Partner die Liste abgleichen und sagen: Wenn ich von meinen fünf Dingen, die ich sehen wollte, zwei oder drei erledigt bekomme, dann bin ich zufrieden.

Stefan: Genau, so sehe ich das auch. Ich finde es gibt auch nichts Schrecklicheres, als unterwegs eine Liste abzuhaken, die man sich überlegt hat. Das wird nicht funktionieren. Also für sich selber wird das nicht funktionieren, aber als Paar wird das sowieso nicht funktionieren. Da bin ich fest von überzeugt.

Sebastian: Ja, das sehe ich auch so. Ich glaube aber auch, dass wenn man die erste Reise mit dem Partner macht, ist es immer ein bisschen unvorbereitet. Das ist genauso, wie wenn Backpacker zum ersten Mal auf Weltreise gehen. Dann packen sie immer viel zu viel. Und beim zweiten Mal lassen sie die Hälfte weg. Wenn man mit dem Partner zum allerersten Mal verreist, dann möchte man, dass alles perfekt ist. Man plant viel zu viel vor und ist dann am Ende vielleicht ein bisschen enttäuscht, weil man nicht das gesehen hat und der Partner hat zu viel gesehen. Man fühlt sich vielleicht ein bisschen benachteiligt. Und ich glaube, diese gesunde Mischung, wenn man das hinbekommt, mit mehr Entspanntheit, mit mehr Flexibilität ranzugehen und trotzdem das Ganze ein bisschen zu planen, dass es dann besser läuft.

Stefan: Genau. Ich glaube auch, dass es so ein Mix ist. Man sollte die Erwartungen auch nicht zu hoch schrauben, wenn man zusammen unterwegs ist. Ich habe bei mir auf dem Blog mal irgendwann eine Umfrage gemacht. Da habe ich andere Surfer gefragt, wie sie das so handhaben mit ihren Partnern und da war das Ergebnis ähnlich. Dass der Mix die Rechnung ausmacht und dass jeder für sich selber manchmal zurückstehen muss, um dann am Ende zu erreichen, dass beide einen schönen Urlaub. Ich glaube auch, der gesunde Mix macht es.

Sebastian: Ja, ich kenne auch viele, die dann den Partner in die Ecke drängen wollen und ihn quasi überreden wollen, dass er doch auch mal das andere Hobby ausprobiert. Hast du mal versucht deiner Freunden das Surfen näher zu bringen und sie überredet mal mit dir ins Wasser zu gehen?

Stefan: Nee, also will ich nicht und muss ich nicht. Sie hat da auch überhaupt keine Lust drauf. Und das ist total in Ordnung. Klar ist es schön, wenn man Hobbies miteinander teilt, aber bei uns ist das so völlig in Ordnung, dass wir das so handhaben. Wir haben trotzdem immer wahnsinnig schöne Reisen und haben da viel Spaß miteinander. Die zwei Stunden, die ich dann da im Wasser bin pro Tag oder manchmal auch drei, sind völlig in Ordnung. Das ist mein Ding, das erlebe ich da. Sie macht ihr Ding und den Rest der Zeit haben wir dann wieder zusammen. Das ist völlig okay. Ich habe schon viele Pärchen erlebt, wo die Ursache eines üblen Streits einfach der ist, dass er versucht hat sie zum Surfen zu überreden. Das funktioniert definitiv nicht.

Sebastian: Das sehe ich auch so. Das müsste von dem Partner freiwillig kommen, dass er es auch ausprobieren möchte. Aber das gibt es und das hast du ja gerade auch gesagt, dass es dann meistens in einem üblen Streit endet. Lass uns ganz langsam zum Schluss dieser Folge kommen. Das ist unglaublich, wir sprechen schon seid fast 20 Minuten. Das ist sehr schnell gegangen. Aber für die erste Reise finde ich, egal ob beim Backpacken oder mit dem Partner, vielleicht nicht ein zu exotisches Land, ein nicht zu krasses Land zu wählen. Manche Länder sind besser für die erste Reise, manche sind schlechter für die erste Reise. Hast du das auch so beobachtet oder sagst du lieber: Lass einfach direkt mit dem Partner in das schlimmste Land mit wenig Infrastruktur, weil so funktioniert es dann einfach in Zukunft besser?

Stefan: Nee auf gar keinen Fall. So hatten wir angefangen und es gibt definitiv Länder, die sich da um einiges besser eignen für eine erste Reise als andere. Ich finde da sollte ein gewisses Maß an Infrastruktur sein. Da sollte auch ein gewisses Maß an Sicherheit sein und ein gewisses Maß an Dingen, die man so machen kann. Vielleicht auch nicht zu weit weg und zu exotisch. Ich nenne mal Tarifa als Ort. Das ist so ein guter Mix aus allem in einem anderen Land. Es ist schön warm, man hat Strand, man hat aber auch Kultur und Cafés und Restaurants und europäische Lebensweise und so. Ich finde, das ist sehr wichtig, dass man sich das vorher aussucht und da wird auch demnächst auf meinem Blog noch einiges passieren diesbezüglich. Wir schreiben dort über viele Sachen, die damit zu tun haben. Der ist gerade auf und so, das ist alles noch nicht spruchreif, aber wir sitzen da dran. Und ich hoffe, dass da in Zukunft vielleicht auch noch ein paar Tipps für die Pärchen oder angehenden Pärchen da draußen dabei sein werden.

Sebastian: Das hört sich gut an! Welche Länder würdest du zum Beispiel beim ersten Urlaub als Paar empfehlen? Tarifa hast du jetzt schon angesprochen. Das finde ich auch, da wollen wir demnächst auch noch hin.

Stefan: Ja, wenn man vielleicht noch ein kleines bisschen weiter reist: Marokko finde ich jetzt ganz gut. Das ist auf jeden Fall auch etwas ganz anderes. Es hat ein gewisses Maß an Infrastruktur und auch Sicherheit. Wenn man nicht ganz soweit will, natürlich sind die Kanaren immer ein gutes Reiseziel, wo man alles hat. Und dann vielleicht, wenn man mal so einen Mini-Test machen möchte, dann kann man natürlich ein verlängertes Wochenende irgendwo machen. In einer Stadt wie Barcelona zum Beispiel. Da hat man nun wirklich alles aufgetischt, von Kultur über Strand bis Tausende von Restaurants und Cafés und so. Wenn man wirklich ganz am Anfang steht, dann würde ich tatsächlich mal ein verlängertes Wochenende in irgendeine europäische Metropole fliegen und gucken, wie das da so läuft und dann kann man von dort den Radius ganz langsam erweitern.

Sebastian: Genau, ich finde das ist ein super Tipp! Und damit beenden wir diese Folge. Stefan, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um deine ganzen Tipps mit uns zu teilen. Das fand ich total spannend, ich glaube, da hat man sehr viel mitnehmen können. Und dann wünsche ich dir erstmal einen wunderschönen Tag in Hamburg!

Stefan: Vielen Dank, Sebastian und danke für die Einladung! Tschüß!

Sebastian: Danke dir, bis bald, tschüß!

Bitte hinterlasse eine Rezension des Off The Path Podcasts aus iTunes.

Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

5 Kommentare zu „Podcast: Erste Reise mit dem Partner mit Stefan Heinrich

  1. Markus on

    Hey Sebastian und Stefan,
    finde das Thema auch immer wieder spannend. Ich selbst reise nun auch schon etwa zehn Jahre mit meiner Partnerin individuell durch die Welt. Mal länger, mal kürzer.

    Es kommen immer wieder Situationen auf, in denen man sich in die Haare kriegen könnte. Wenn man aber gut aufeinander abgestimmt ist, lassen sich solche Situationen sehr gut meistern. Vor allem ist es wichtig, mit dem Partner über seine Vorstellungen zu sprechen.

    Hab mir den Podcast gleich mal runter geladen.

    Danke und schöne Grüße,
    Markus

    Antworten
    • Sebastian Canaves on

      Danke für deinen Kommentar Markus. Am Ende ist es doch das Beste mit dem eigenen Partner zu reisen, trotz der unterschiedlichen Meinungen. Über die Zeit ist man ein eingespieltes Team und besonders in brenzlichen Situationen, ist es gut jemanden zu haben, auf den man sich 100% verlassen kann 🙂

      Antworten
  2. Cornelia on

    Ich reise auch seit über zehn Jahren zusammen mit meinem Freund bzw. mittlerweile Ehemann. Das klappt bei uns zum Glück ganz wunderbar und wir gehen uns kaum auf die Nerven ;-). Allerdings lassen wir uns auch immer genügend Raum, so dass jeder auch sein Ding machen kann. So fahren wir auch immer mal wieder alleine weg. Schließlich hat jeder doch auch mal andere Reisewünsche oder auch mal mehr Zeit zur Verfügung. So habe ich bei einem Jobwechsel die Gelegenheit genutzt und bin nochmal für drei Monate alleine auf Reisen gegangen und habe meinen arbeitenden Freund zu Hause gelassen. Das ist für mich die perfekte Kombination: Als Paar auf Reisen zu harmonieren, sich aber trotzdem noch genug Raum für eigene Sachen lassen.

    Liebe Grüße
    Cornelia

    Antworten