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Podcast: Reisefotografie mit Jenny Mitscher und Sebastian Ritter

Auch wenn es manchmal nervt, eine große Kamera auf Reisen mitzuschleppen und immer auf der Suche nach dem perfekten Bild zu sein, ist es doch am Ende genial, wenn du die schönsten Momente deiner Reise auf guten Bildern eingefangen hast. Ich habe mein fotografisches Auge in den letzten Jahren richtig geschult und auch schon wirklich super Bilder geschossen. Aber dennoch, es gibt echt viel zu beachten und ich lerne quasi jeden Tag dazu!

Jenny und Sebastian haben ihre beiden Leidenschaften auf ihrem Blog 22places vereint: Reisen und Fotografieren. In dieser sechsten Folge meines Podcasts spreche ich mit ihnen unter anderem darüber, wie sich Fehler beim Fotografieren vermeiden lassen, mit welchen Kameras sie reisen und welche Ausrüstung du für gute Bilder benötigst.

Erfahre in dieser Episode über Reisefotografie:

  • Welche Fehler Anfänger oft machen und wie du sie vermeidest
  • Welche Kameras 22places empfehlen
  • Was der Unterschied zwischen Spiegelreflexkameras und Systemkameras ist
  • Welche Objektive du dir zulegen solltest
  • Was du bei der Fotografie mit dem Handy beachten solltest
  • Welche App zur Bildbearbeitung super ist
  • Welches Equipment sonst noch hilfreich zum Fotografieren auf Reisen ist

 Shownotes über Reisefotografie:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian C.: Herzlich Willkommen, Sebastian und Jenny beim Off the Path Podcast. Schön, dass ihr Zeit gefunden habt. Wo seid ihr gerade?

Sebastian: Wir sind gerade in Chiang Mai. Momentan sind wir gerade auf einer sechsmonatigen Süd-Ost-Asien-Tour und jetzt sind wir gerade für fünf Wochen in Chiang Mai und leben hier ein bisschen und arbeiten vor allem.

Jenny: Und wir freuen uns über gutes Internet und gutes Essen.

Sebastian C.: Sehr schön. Da haben wir uns gerade verpasst. Wir waren ja auch erst vor Kurzem in Chiang Mai, im Norden Thailands. Im Digitalen Nomaden Zentrum.

Jenny: Ja, nicht ganz aber halb Berlin ist hier. Das ist ein bisschen merkwürdig, wenn man vor die Tür geht und ständig bekannten Gesichtern Hallo sagt.

Sebastian: Ja, ich treffe in Chiang Mai mehr Berliner als in Berlin.

Jenny: Ja, wir sind wahrscheinlich alle auf einem Fleck wohl hier.

Sebastian C.: So, ihr zwei seid Fotografie-Profis und Reisende, deshalb seid ihr heute hier beim Podcast. Und ihr betreibt den Blog 22places. Erzählt doch mal ganz kurz, was ihr da macht und worum es da eigentlich geht.

Sebastian: Ja, also auf 22places haben wir eigentlich mit unseren beiden großen Leidenschaften verbunden. Wir reisen super gerne, wir fotografieren super gerne und auf unserem Blog schreiben wir eben über diese beiden Sachen. Wir schreiben über unsere Reiseerlebnisse und das Ganze immer garniert mit speziellen Fototipps für bestimmte Locations, für bestimmte Länder und auch mit Tipps, wie man einfach besser fotografiert auf Reisen, aber auch allgemein.

Sebastian C.: Das ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema, wo ich auch noch sehr viel lernen kann. Ich habe viele Jahre immer die teuersten Kameras als Blogger gehabt, aber dann mit Automatikmodus fotografiert. Das machen bestimmt sehr, sehr viele. Im Laufe der Zeit lernt man halt so ein bisschen mit so einer Kamera umzugehen. Jetzt hoffe ich, dass ihr uns heute mal so ein paar Tipps dazu erzählen könnt. Was liebt ihr denn so am Fotografieren auf Reisen? Was ist das Besondere daran?

Sebastian: Das Besondere ist einfach, dass man Momente festhalten kann. Also ich meine, wenn man reist, dann hat man so viele Eindrücke und so vieles gerät so schnell in Vergessenheit und wenn man sich dann irgendwie später wieder diese Fotos anguckt, die wir auf unseren Blog stellen oder auch einfach auf unserem Rechner haben, dann fühlen wir uns immer wieder zurückversetzt an die Orte, wo wir waren. Und so können wir die halt immer mit nach Hause nehmen.

Jenny: Man kann natürlich auch anderen einfach zeigen, was man erlebt hat und wie man sich in dem Moment gefühlt hat oder was jetzt zum Beispiel ein Land, Thailand, für einen Eindruck macht zu Hause. Das kann man halt ohne Bilder einfach schwer rüber bringen.

Sebastian C.: Ja, das Fotografieren auf Reisen, das finde ich nochmal ein bisschen schwerer, als wenn man irgendwie in einem Studio fotografiert, weil es einfach so schnelllebig ist, ne? Man muss halt immer aufmerksam sein, was gerade passiert um einen herum, um diese perfekten Aufnahmen, die man haben möchte, hinzubekommen, richtig?

Sebastian: Ja genau, also wir haben halt mittlerweile auch ein Auge für Motive und wir laufen auch irgendwie, ich glaube, bewusster durch die Straßen als jemand, der nicht so bewusst fotografiert. Also, wir gucken halt immer: Ist hier ein cooles Motiv. Wie könnte man das jetzt auf ein Foto bannen. Also, das haben wir mittlerweile schon so ganz automatisch drin.

Jenny: Aber das muss man halt üben und ich glaube, gerade für Reisefotografie ist es unheimlich wichtig, dass man seine Kamera kennt. Weil man hat eben nicht die Zeit hat, sein Stativ aufzustellen und Ewigkeiten an den Einstellungen zu drehen, weil dann ist das Motiv meistens schon weg.

Sebastian C.: Ja, was sind denn solche Fehler, die man am Anfang macht? Das kennt ihr bestimmt von euren Lesern, da bekommt ihr ja immer irgendwelche Fragen, was die meisten Fehler sind, die reisende Fotografen machen.

Sebastian: Ja, das kennen wir nicht mal nur von unseren Lesern, wir kennen das ja von uns selber. Wir haben ja auch irgendwann mal angefangen und wenn wir jetzt so durch die alten Fotos von vor acht, neun Jahren oder so, wo wir uns das erste Mal eine Kamera gekauft haben, schauen, dann sehen wir auch schon immer selbst, was wir für Fehler gemacht haben. Also, so ein grundsätzlicher Fehler ist einfach, dass man einfach wild drauf los knippst. Man geht irgendwo hin, sieht irgendeine Sehenswürdigkeit und holt die Kamera raus und macht erst mal 20 Fotos ohne Sinn und Verstand. Wir denken halt, seitdem wir uns viel intensiver mit der Fotografie beschäftigen, viel mehr darüber nach, bevor wir ein Foto machen. Das heißt, wir machen nicht einfach 20 Fotos von einem Motiv, sondern machen vielleicht zwei oder drei Fotos, aber wir überlegen uns vorher: Wie soll dieses Foto aussehen? Was wollen wir mit dem Foto rüberbringen? Und wir fotografieren jetzt halt viel bewusster und das ist glaube ich ein Fehler, den viele am Anfang machen. Dass sie vorher nicht nachdenken und einfach nur drauf los knippsen.

Jenny: Da können wir aber glaube ich gerade gleich direkt einen Tipp mit reinschieben, weil was wir immer raten ist, dass man sich das Foto wie eine leere Leinwand vorstellt und sich halt überlegt: Okay, ich gehe mit dem Foto oder mit der Leinwand nachher zu Mutti oder Vati und sage „Hey hier, guck mal, das habe ich erlebt“. Und ich möchte ja, dass die auch tatsächlich genau dieses Gefühl mitbekommen. Was habe ich in dem Moment gefühlt, als ich auf Reisen war und genau so muss das Foto halt auch werden. Das ist deine Leinwand und dein Foto und man kann damit halt wirklich viel machen. Dafür muss man aber darüber nachdenken.

Sebastian C.: Ja, das stimmt, da gebe ich dir absolut recht. Wie ist denn das? Dieses fotografische Auge, gibt es das? Ich meine, ich hätte eigentlich schon ein fotografisches Auge. Ich kann eigentlich ganz gute Bilder schießen. Das gleiche gilt für viele Leute, die ich kenne. Ich kenne aber auch ganz viele Leute, die es einfach überhaupt nicht haben. Und kann man das lernen?

Jenny: Ich glaube, es gibt viele Leute, die haben ein Talent dafür. Denen fällt es einfach viel einfacher und die müssen sich vielleicht nicht irgendwie durch die Regeln der Bildgestaltung arbeiten, um irgendwie ein Auge dafür zu bekommen, aber ich bin mir sicher, dass man das auch mit der Zeit lernen kann. Es ist halt einfach nur anstrengender dann.

Sebastian: Genau. Es gibt halt auch bestimmte Sachen, worauf man achten kann. Zum Beispiel einzelne Muster und Strukturen. Die nimmt man so gar nicht wahr, wenn man einfach durch die Stadt läuft, aber so was ist unheimlich wichtig. Zum Beispiel, dass man für ein gutes Foto Linien hat oder bestimmte Muster, die irgendwie in diesem Foto drin sind und das Auge des Betrachters auf einen bestimmten Punkt hinlenken oder durch das Foto leiten. Und so was kann man ein Stück weit auch auf jeden Fall lernen, so was zu erkennen.

Sebastian C.: Das sind natürlich auch extrem gute Tipps. Genau solche kann man wahrscheinlich in eurem Onlinekurs auf eurer Seite lernen, richtig?

Sebastian: Genau.

Sebastian C.: Und da erklärt ihr auch solche Tricks und gebt solche Tipps, wie man dieses perfekte Reisefoto erstellen kann?!

Sebastian: Genau, also unser Online Fotokurs ist eigentlich so ein Querschnitt von dem kompletten Wissen, was du eigentlich brauchst, um gute Reisefotos zu machen. Darin enthalten ist so ein bisschen Technik, technische Grundlagen. Das denken immer viele, dass es mega kompliziert ist, aber eigentlich sind es nur so zehn wesentliche Einstellungen, die man kennen muss und aus dem Effeff beherrschen muss. Das reicht vollkommen aus, um wirklich gute Urlaubsfotos zu machen. Ich meine, wir wollen ja alle jetzt nicht unbedingt für National Geografic fotografieren. Da muss man vielleicht schon ein bisschen mehr wissen. Aber so für uns oder für Hobbyfotografen reicht es vollkommen aus. Dann neben den technischen Grundlagen beschäftigen wir uns auch viel mit Bildgestaltung, da das auch wirklich sehr wichtig ist. Gerade dieses Erkennen von bestimmten Bildelementen und wie man sie richtig einsetzt, dass sie auch zur Geltung kommen. Und dann gehen wir auch noch ein bisschen auf Licht ein. Das ist halt auch immer so ein Thema, also natürliche Lichtverhältnisse. Wie fotografiere ich zum Beispiel bei schlechtem Wetter? Was kann ich da machen und trotzdem gute Fotos bekommen? Oder wie fotografiere ich bei bestimmten Lichtverhältnissen? Wie fotografiere ich einen Sonnenuntergang? Und dann befassen wir uns auch noch ein bisschen mit dem Thema Bildbearbeitung und sprechen über die grundlegenden Einstellmöglichkeiten von Light Room.

Sebastian C.: Light Room ist ein sehr, sehr cooles Programm. Das nutze ich auch sehr, sehr gerne. Das macht auch mal so ein, ich würde mal sagen, Okay-Bild richtig gut. Wie schaut es denn bei euch aus? Du hast gerade National Geografic erwähnt. Habt ihr schon mal so ein National Geografic Bild geschossen? Also, wo ihr meint so: Boah, das ist das geilste Bild. Da war ich gerade am richtigen Ort im richtigen Moment, habe alles richtig gemacht. Das was einfach daraus geworden ist. Diese leere Leinwand wurde mit diesem wunderschönen Bild bemalt und das präsentiert auch das, was ich erzählen wollte. Habt ihr so ein Bild oder mehrere wahrscheinlich sogar?

Jenny: Ja. Ich könnte mich jetzt nicht für eins entscheiden. Man ist da sehr kritisch zu sich selbst. Also ich bin das zumindest auch, ja. Und dann ist ja doch irgendwie immer so eine Kleinigkeit, wo man irgendwie denkt: Ach, das hättest du besser machen können. Keinem anderen würde das jemals auffallen, aber doch, das gibt es schon und gerade jetzt, wo wir wieder unterwegs sind, was einfach zum Fotografieren einfach mega ist, weil wir das letzte Jahr so viel gearbeitet haben, dass wir halt auch einfach zu Hause kaum dazu kamen. Unterwegs hast du halt die Chance zu fotografieren und diese Motive finden sich leichter, wenn man entspannt auf Reisen ist, als zu Hause im Stress.

Sebastian C.: Ja, welches Motiv war das dann für dich?

Jenny: Also momentan ist es ein Sonnenuntergangsbild aus Sri Lanka und ein Bild mit Srilankesen. Mit Einheimischen. Also wir hatten in Sri Lanka eine richtig, richtig tolle Zugfahrt. Ich weiß nicht, ihr wart auch in Sri Lanka, oder?

Sebastian C.: Ich war vor vielen Jahren mal dort, ja.

Jenny: Ja, und wir haben da diese typische Zugfahrt von Kandy nach Ella gemacht und da stand eine Temelfamilie am Seitenrand. Ich glaube es waren acht Leute in bunten Farben gekleidet und standen wie aufgereiht neben dem Zug. Und ich habe schnell genug abdrücken können. Ich habe die wirklich im letzten Moment gesehen. Es ist nicht optimal, das ist nämlich das, was ich sage, dann ist man wieder kritisch, wenn man ganz nah ran geht, ist es nicht 100%ig scharf, so wie man es gerne hätte. Aber das ist momentan mein absolutes Lieblingsfoto.

Sebastian C.: Das ist cool. Also ich kann mich auch noch sehr, sehr gut an eine Szene – also mein absolutes National Geografic Bild – erinnern. Das habe ich nicht vor kurzem geschossen, sondern vor fast vier Jahren in Myanmar. Da war ich in Bagan oben auf so einem Tempel. Und da ist gerade so ein kleiner Sandsturm durch dieses Bagan geweht und hat diesen ganzen Sand hochgewirbelt bei Sonnenuntergang. Das ist so mystisch und…. also, das ist ein richtig, richtig cooles Bild und im Hintergrund ist noch ein Ballon, glaube ich, gewesen. Und ich habe es nie wieder hinbekommen in vier Jahren, so ein cooles Bild zu schießen.

Jenny: Das ist bestimmt ein richtig, richtig schönes Bild geworden.

Sebastian C.: Ja, ich war sehr begeistert oder ich bin davon immer noch sehr begeistert. Was habt ihr jetzt zurzeit für eine Kamera?

Sebastian: Wir haben jeder eine eigene Kamera.

Jenny: Ja, Gott sei Dank!

Sebastian: Ich habe eine Nikon D7000, also eine Spiegelreflexkamera und Jenny ist jetzt auf eine Systemkamera umgestiegen, auf eine spiegellose, auf die Sony Alpha 6000.

Sebastian C.: Ah sehr cool! Was ist besser – kann man das sagen?

Sebastian: Das hat beides so seine Vor- und Nachteile. Also die Sony Alpha 6000 ist eigentlich zum Reisen besser, weil sie ist viel kleiner und viel leichter und sie macht wirklich hervorragende Bilder. Also an der Bildqualität gibt es da überhaupt nichts auszusetzen. Sie hat ein paar Nachteile. Du hast halt wesentlich weniger Objektive, die man dazu kaufen kann. Und ich habe auch ein bisschen mit dem Gedanken gespielt, mir eine zu kaufen, aber ich habe dann mit Jennys Kamera so ein bisschen rumprobiert und mir ist es einfach irgendwie zu klein. Ich mag das auch irgendwie, ich habe mich so daran gewöhnt, so eine große, fette Kamera in der Hand zu haben. Ich habe gar keine Lust irgendwie umzustellen.

Jenny: Man muss sich schon umgewöhnen, aber ich bin mittlerweile extrem froh, dass ich nicht die schwere Kamera mit habe, weil es super angenehm ist und man sie immer einfach dabei haben kann, ohne dass man gleich eine Riesentasche mitschleppen muss. Es war am Anfang echt eine Umgewöhnung und bis ich dann irgendwie raushatte schnell so zu fotografieren, wie ich mit meiner alten fotografiert hatte, hat ein bisschen gedauert. Aber jetzt, wenn ich Bastis in der Hand habe, muss ich erst mal … “Äh, wo war das noch gleich?“ Ja, man gewöhnt sich unheimlich schnell um.

Sebastian C.: Ja, zur Qualität kann man noch was sagen. Eine Spiegelreflexkamera liefert einfach bessere Qualität, als so eine Systemkamera. Also ich kann das bei meinen Kameras halt nicht wirklich erkennen, bin jetzt aber auch nicht der Fachmann.

Jenny: Also ich würde eher sagen, dann muss man zwischen Vollformat und … wie heißt das Ding?

Sebastian: Ja, also pauschal kann man das nicht sagen, dass eine Spiegelreflexkamera bessere Qualität liefert. Also die Sony Alpha 6000 macht mindestens genau so gute Bilder, wie eine günstige oder mittelteure Spiegelreflexkamera. Ich denke wirklich im Profibereich gibt es da schon noch Unterschiede, aber das ist wirklich für professionelle Fotografen, die ihr Geld damit verdienen. Ich glaube wirklich für den normalen Reisenden ist das vollkommen egal, ob er eine Spiegelreflex oder eine Systemkamera hat.

Sebastian C.: Aber eine Systemkamera sollte es schon sein und keine Kompaktkamera?

Jenny: So kann man das auch nicht sagen.

Sebastian: Es gibt auch wirklich Leute, die reisen mit einer Kompaktkamera, das geht sicherlich. Also wir haben es selbst noch nicht probiert, aber eine richtig gute Kompaktkamera kostet natürlich dann auch entsprechend Geld. Also so ein 100,00 €, 200,00 € Teil, das bringt’s glaube ich nicht. Dann musst du wirklich auch schon irgendwie 600,00 € bis 800,00 € hinlegen, für eine wirklich gute Kompaktkamera.

Sebastian C.: Ja, ich bin jetzt gerade auch dabei. Ich filme und fotografiere ja mit der Sony RX 100 IV. Die ist teuer, aber klein, leicht und fotografiert eigentlich ganz gut. Ich habe nach wie vor noch eine große Samsung NX 1 dabei. Das ist eine Systemkamera, weil die Qualität von so einem richtig großen Objekt natürlich nicht vergleichbar ist. Aber für so eine kleine Kamera macht die schon sehr, sehr gute Bilder.

Sebastian: Das wäre auch noch mal grundsätzlich ein Tipp, wenn man sich jetzt überlegt eine neue Kamera zu kaufen: Lieber ein bisschen mehr Geld in das Objektiv stecken, als mehr Geld in diesen Kamerabody zu stecken, weil das Objektiv ist eigentlich letztendlich vor allem das, was den Unterschied macht.

Sebastian C.: Ja, das stimmt. Ich hatte lange Zeit immer einen sehr teuren Body und habe dann immer beim Objektiv gespart. Das ist ein sehr, sehr guter Tipp, würde ich heute auch jedem raten, es anders zu machen. Lieber eine Nikon D90 für ein paar hundert Euro holen und dann ein gutes Objektiv.

Sebastian: Genau, ich habe jetzt zwei Objektive dabei. Ich habe ein Reiseobjektiv von Tamron, das hat eine sehr weite Brennweite, also die geht von 16mm bis 300mm. Das ist halt zum Reisen auch echt ideal, weil du hast dieses eine Objektiv drauf und bist für alle Situationen gewappnet. Du kannst halt wirklich weitwinklige Landschaftsaufnahmen machen und kannst aber auch mal ein wildes Tier richtig nah ranholen.

Sebastian C.: Wenn ihr in Sri Lanka im Yala Nationalpark gewesen seid – wart ihr dort?

Jenny: Nee, leider nicht. Es hat ständig geregnet.

Sebastian C.: Aber da ist es perfekt, wenn man so eine Safari mit Leoparden macht und dann so ein 300 mm Objektiv hat, da kannst du ordentlich ranzoomen.

Sebastian: Genau.

Jenny: Man muss sich halt auch nicht ärgern, dass man gerade das Objektiv nicht dabei hat mit der Brennweite, die man gebraucht hätte, um irgendein tolles Tier zu fotografieren oder irgendein Motiv zu erhaschen, was man mit einer Festbrennweite zum Beispiel irgendwie nicht hinbekommen hätte. Das ist echt ganz praktisch, das Objektiv.

Sebastian C.: Nee, das stimmt. Was habt ihr noch für Objektive dabei? Also ein 16mm/300mm?

Sebastian: Also, ich habe noch eine Festbrennweite auch von Tamron. Das ist gerade ganz neu erschienen, eine 35mm Festbrennweite. Also ohne jeglichen Zoom. Aber das hat natürlich eine richtig großartige Qualität. Also das nehme ich sehr gerne, wenn ich durch Städte laufe, zum Beispiel. Wenn wir jetzt hier durch Chiang Mai laufen und Fotos machen, dann habe ich das immer drauf. Das ist auch unheimlich lichtstark. Du kannst also bei sehr schlechten Lichtverhältnissen noch sehr gut aus der Hand fotografieren. Jetzt war ja vor kurzem auch das Loy Krathong, das Lichterfest, da hatte ich das zum Beispiel auch drauf.

Jenny: Das ist Gold wert. Da hatte ich mein Objektiv, 18mm bis 55mm, dabei, sodass ich auch eigentlich ein ganz gutes Spektrum damit abdecken konnte, aber das ist natürlich nicht so lichtstark oder kann niemals so lichtstark sein, wie ein Festbrennweitenobjektiv. Und da konnte ich meine Kamera schon eigentlich einpacken. Wenn es dunkel ist, kommst du nur noch mit so einer Festbrennweite wirklich klar oder du musst halt auf ein Stativ zurückgreifen.

Sebastian C.: Wie schaut es bei euch mit Handy-Fotografie aus? Nutzt ihr überhaupt euer Handy noch? Und wenn ja: welches?

Sebastian: Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Wirklich nur mal so für so einen Schnappschuss. Also wir haben auch halt fast immer unsere Kameras dabei, muss man mal sagen. Deswegen greifen wir auch selten auf das Handy zurück. Aber wir haben auch ein Nexus 4 Handy, das macht auch jetzt nicht die allerbesten Fotos. Das nehmen wir nur im Notfall.

Sebastian C.: Habt ihr denn irgendwelche Tipps, wenn Reisende jetzt keine große Kamera dabei haben, wie ihr, sondern eher etwas Kleines oder sogar einfach mit dem Handy reisen? Da kenne ich hier nämlich auch ganz, ganz viele, die einfach nur mit dem iPhone oder Samsung Galaxy rumreisen. Irgendwelche besonderen Apps, irgendwelche besonderen Tricks, die man da beachten kann?

Jenny: Also, wenn man wirklich nur mit Handy fotografiert, würde ich mich stark auf Bildgestaltung konzentrieren und würde mich damit auseinandersetzen: Was kann ich alles Cooles damit machen? Goldener Schnitt, Linien, Muster und so weiter und so fort.

Sebastian: Wir selber machen fast nie Fotos mit dem Smartphone. Das liegt vor allem einfach auch daran, dass wir fast immer unsere Kameras dabei haben. Aber was wir auf jeden Fall empfehlen würden, wenn man nur mit dem Handy fotografiert ist, dass man sich trotzdem einfach mal Gedanken macht, bevor man das Foto macht. Also nicht nur, weil es jetzt ein Handy ist, einfach nur drauf los knipsen, sondern auch da überlegen: Wie kann ich das Bild aufbauen? Was sind coole Elemente der Bildgestaltung, die ich nutzen kann? Also Stichwort: Goldener Schnitt, Linien, Strukturen und einfach die Bilder komponieren und dann kannst du auch natürlich mit dem Smartphone gute Fotos machen.

Sebastian C.: Also ich finde zum Beispiel eine sehr, sehr gute App, die ich benutze – ich weiß nicht, ob ihr sie kennt – ist VSCO. Kennt ihr die?

Sebastian: Nee.

Sebastian C.: Eine sehr gute App, um Bilder von unterwegs oder auch vom Smartphone zu bearbeiten. Weil wenn man die auf Instagram zum Beispiel lädt, da gibt es ja natürlich auch entsprechende Felder, aber die sind mehr oder weniger langweilig finde ich. Auf VSCO kann man sich solche Filter auch zulegen und extrem gut bearbeiten. Das ist quasi das Light Room für’s Smartphone.

Sebastian: Okay cool, müssen wir uns mal anschauen. Also wir fotografieren halt so selten mit dem Smartphone, deswegen haben wir uns jetzt noch nicht so tiefergehend damit beschäftigt.

Sebastian C.: Ja, wir kommen langsam mal zum Schluss dieser Podcast-Folge. Wenn man so unterwegs ist, dann braucht man natürlich auch eine gute Ausrüstung, um wirklich geniale Bilder zu machen. Und wenn jetzt jemand sagt: Okay, ich möchte wirklich das Geld investieren, neben einer Kamera und dem Objektiv, braucht man natürlich noch ein paar andere Sachen. Was wäre das denn zum Beispiel? Also ich denke jetzt mal eher an so Stative und so.

Jenny: Genau, auf jeden Fall ein kleines Reisestativ, sollte immer mit dabei sein, damit man sich nicht ärgert, dass man im Dunkeln keine Fotos machen kann. Wir haben noch zusätzlich einen ND Filter dabei, einen Graufilter.

Sebastian C.: Warum ist das wichtig?

Sebastian: Den kann man auf’s Objektiv schrauben und dann Langzeitbelichtung bei Tag machen.

Jenny: Genau.

Sebastian: Also du kannst dann zum Beispiel bei Tag ein Bild machen, was 20 Sekunden belichtet. Das ist natürlich bei normalen Lichtverhältnissen nicht möglich. Der Graufilter dunkelt das eben ab, dass das möglich ist. Dadurch kannst du halt zum Beispiel Wasser super cool fotografieren, diese Bewegung eines Wasserfalls fließend darstellen oder auch den Wind oder so festhalten im Bild. Das ist eigentlich so ein ganz cooles Ding. Das muss man jetzt nicht haben, aber wir fotografieren damit ab und zu mal ganz gerne.

Sebastian C.: Das finde ich, ist ein super geiler Tipp. Denn ich habe mich immer gefragt, wie machen die das? Und jetzt weiß ich das. Das ist mir noch nie in den Sinn gekommen, da einen extra Filter für zu nutzen. Sehr cool, Danke! Was noch?

Sebastian: Ansonsten braucht man eigentlich nicht wirklich Equipment für bessere Fotos. Also Kamera und Objektiv reicht eigentlich und ein Stativ. Was haben wir noch dabei? Jenny hat noch so ein cooles Einschlagtuch. Also, das ist so ein…

Jenny: Ja, das ist hervorragend!

Sebastian: Zum Teil, das kann man halt um die Kamera drum herum wickeln und dann kann man die Kamera einfach so in den Rucksack reinschmeißen und sie ist halt trotzdem sicher.

Jenny: Ich habe halt am liebsten immer nur so einen Turnbeutel auf dem Rücken, wenn es warm ist. Und einfach da die Kamera reinschmeißen ist halt blöd. Das ist das genialste, was je erfunden wurde. Das simpelste und genialste. Einfach so ein Einwickeltuch, das gepolstert ist. Da wird die Kamera in der Mitte reingelegt, du hast vier Klettverschlüsse an der Seite, klappst es zu und alles ist geschützt. Das ist wirklich so ein Tipp für Leute, die viel reisen, der einfach ist, aber Gold wert.

Sebastian C.: Das ist auch auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Tipp. Weißt du von welcher Marke das ist?

Jenny: Da fragst du mich was. X Wrap glaube ich.

Sebastian C.: Okay, wir können das ja mal raussuchen und einfach in die Shownotes mit eingeben, weil ich glaube, das ist ein sehr, sehr guter Tipp. Denn meine Kameras haben alle Dellen, weil ich sie halt eben nur reinschmeiße. Kratzer auf dem Display, Kratzer auf dem Body, alles drum und dran, weil ich sie halt immer nur irgendwie reinschmeiße und zu faul dafür bin. Werde ich mir wahrscheinlich auch holen. Sehr cool! Bei dem Thema Stativ, nochmal eine kurze Frage: Großes Stativ oder reicht da eigentlich auch so was wie so ein Gorillapod?

Sebastian: Wir haben auch nur ein kleines dabei, weil wir ja auch nur mit Handgepäck reisen. Also so ein Gorillapod ist gut. Wir haben ein kleines Cullmann, von Cullmann ist das. Das kostet irgendwie nur 15,00 €, wiegt 100 g und das ist okay. Also es ist relativ stabil und halt eine Notfall-Lösung. Wenn man nicht auf Handgepäck angewiesen ist, dann würde ich schon eher ein großes Stativ mitnehmen.

Sebastian C.: Also eins, was man auch irgendwie auf 1,5 m, auf Augenhöhe,   aufstellen kann.

Jenny: Ja und was vielleicht auch einen Drehgriff hat, mit dem man die Kamera besser ausrichten kann. Wenn man daran mal gewöhnt ist, dann ist so ein kleines Reisestativ schon etwas anderes. Aber wie Basti schon gesagt hat, das geht. Das ist für’s Reisen total in Ordnung.

Sebastian C.: Okay, sehr cool! Vielen, vielen Dank ihr Lieben, dass ihr euch die Zeit genommen habt! Ich habe noch eine ganz letzte Frage an euch: Was ist eure Einstellung zu Selfiesticks? Go oder No go?

Jenny: Ich sage: wir haben keinen. Ich sage: Go. Basti sagt: No go.

Sebastian: Da streiten wir uns schon die ganze Reise drüber. Weil Jenny will einen haben und ich bin ganz strikt dagegen.

Sebastian C.: Sehr cool, super! Herzlichen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Ich wünsche euch noch eine ganz tolle Zeit in Chiang Mai und wir sehen uns irgendwo auf Reisen!

Sebastian: Bestimmt!

Jenny: Ganz bestimmt. Schön, dass wir dabei sein durften!

Sebastian C.: Danke euch!

Jenny: Tschüss!

Sebastian: Ciao!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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5 Kommentare zu „Podcast: Reisefotografie mit Jenny Mitscher und Sebastian Ritter

  1. David on

    Generell ist es ein netter Podcast, der vom Titel her sofort meine Aufmerksamkeit hatte. Einige der Tipps sind tatsächlich sinnvoll (Konzentration auf die Bildgestaltung, weniger ist mehr), jedoch sind die Aussagen teilweise inkonsistent: Lieber Geld in gute Objektive investieren und im Anschluss von einem Tamron 16-300mm F/3,5-6,3 sprechen? ND-Filter verwenden für Langzeitbelichtungen am Tag aber kein stabiles Stativ empfehlen?

    Am Ende war ich nach meinen hohen Erwartungen an die Podcast-Folge leider enttäuscht – gerade weil Jenny und Sebastian sogar selbst einen Fotokurs online verkaufen.

    Dennoch: Einige der Tipps werden sicherlich für Anfänger hilfreich sein, leider hat es nur meinen Erwartungen bei einem Podcast mit Profis nicht entsprochen.

    Liebe Grüße
    David

    Antworten
  2. Sebastian on

    Hallo David,

    vielen Dank für deinen Kommentar zu unserem Podcast mit Sebastian.

    Ein „Podcast mit Profis“ heißt ja nicht automatisch, dass die Inhalte sich auch an Profis richten. Der Podcast richtet sich an Hobbyfotografen und genau an diese Zielgruppe sind auch unsere Empfehlungen gerichtet.

    Das Tamron-Reisezoom können wir guten Gewissens empfehlen. Wir hatten auch lange Vorbehalte gegen Objektive mit einem so großen Brennweitenbereich, bis wir es dann irgendwann mal selbst ausprobiert haben. Die Bildqualität ist sehr gut und viele unserer Fotos sind mit diesem Objektiv entstanden. Natürlich muss man bei einem Reisezoom in gewissen Bereichen Abstriche machen. Für Hobbyfotografen ist dieses Objektiv auf jeden Fall eine sehr gute Wahl und Hobbyfotografen sind ja schließlich auch unsere Zielgruppe.

    Neben dem Tamron-Reisezoom haben wir außerdem noch die 35 mm, f/1.8 VC Festbrennweite von Tamron dabei. Dieses Objektiv ist natürlich nochmal einer ganz anderen Liga und erfüllt auch professionellste Ansprüche. Mit der Kombination dieser beiden Objektive fahren wir auf jeden Fall sehr gut.

    Ein stabiles Stativ empfehlen wir grundsätzlich immer. Da wir ausschließlich mit Handgepäck reisen, mussten wir auf unserer aktuellen Reise hier leider Abstriche machen und haben nur das kleine Cullmann-Reisestativ dabei. Zu Hause wartet auf uns aber schon das neue Carbon-Reisestativ Compact Traveler von Rollei, dass ein sehr gutes Verhältnis zwischen Stabilität und Gewicht/Größe bietet.

    Grundsätzlich kann man natürlich immer noch bessere und noch teurere Ausrüstung empfehlen, allerdings ist das unserer Meinung nach nicht zielführend. Teures Equipment garantiert keine guten Bilder.

    Habt noch eine schöne Reise!

    Liebe Grüße aus Bangkok
    Sebastian (22places)

    Antworten
  3. David on

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke mit dem Hinweis, dass der Podcast gezielt Anfängern helfen soll, kann ich umgehen. Wie ich schon vorher sagte ist für diese Zielgruppe sicherlich etwas mitzunehmen.

    Bei dem Tamron 16 – 300 macht mir vor allem die Lichtstärke (f/6.5) sorgen. Damit ist dieser Brennweitenbereich in vielen Situationen schlichtweg nicht nutzbar oder nur mit starken Abstrichen. Daher würde ich auch in diesem Preissegment ein anderes Reisezoom empfehlen.

    Dabei meine ich ebenfalls nicht – und da stimme ich Dir vollkommen zu -, dass nur große Investitionen gute Fotos herbeizaubern können. Die beste Ausrüstung nützt ohne die richtige Bedienung nichts. Dennoch gibt es gerade in Punkto schneller Autofokus (Ultrasonic) und Lichtstärke bei Objektiven und bei der Kamera Messfelder, Rauschen und Sensorik deutliche Unterschiede.

    Schöne Bilder habt ihr jedenfalls auf Eurer Seite!

    Viele Grüße,
    David

    Antworten