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Podcast: Surfen auf Bali mit Melissa Schumacher

Melissa war schon einmal Gast in meinem Podcast zum Thema Backpacking in Indonesien.  Neben dem Reisen haben wir noch eine weitere gemeinsame Leidenschaft: das Surfen. In Canggu auf Bali habe ich es geschafft meine Surfkenntnisse zu verbessern und war auch schon zum Surfen auf  Sri Lanka und Marokko.

Melissa hat in ihrer zweiten Heimat Bali das Surfen gelernt und plant seitdem auch ihre Reisen nach den Wellen. Weil Sie die Surfspots rund um Bali perfekt kennt, crowdfunded sie gerade an einen Surf Guide in dem sie ihre besten Tipps rund ums surfen und leben in Bali gesammelt hat. Heute verrät sie uns schon einiges in der heutigen Podcast Folge.

Erfahre in dieser Episode über Surfen auf Bali:

  • Was Bali als Surfspot so besonders macht
  • Mit welchem balinesischen Essen du dich nach dem Surfen stärken kannst
  • Wie du den berühmten Bali-Belly vermeiden kannst
  • Wo du die längste, linke Welle auf Bali findest
  • Welcher der beste Spot für Anfänger ist
  • Wie du einen guten Surf-Guide erkennst

Shownotes über Surfen auf Bali:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich willkommen zu einer neuen Off The Path Podcast Folge, ihr Lieben. Heute haben wir ein ziemlich cooles Thema und zwar eins meiner Lieblingssportarten und ein Gast, der schon mal Gast war. Das ist die Melissa vom Reiseblog Indojunkie. Hallo!

Melissa: Hallo Sebastian, schön, dass ich nochmal bei dir sein kann!

Sebastian: Ja, du warst schon mal Gast. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut. Das war Folge 13 – Backpacking in Indonesien. Am 5. April ist das erschienen, es ist ein Weilchen her und in der Zwischenzeit hat sich natürlich viel getan. Du warst ein paar Mal öfters wieder in Indonesien und hast einiges zu erzählen.

Melissa: Genau. Ich war nach der letzten Podcast Folge nochmal einen Monat in Sumatra und einen Monat auf Bali und jetzt im Dezember geht es dann nochmal nach Bali.

Sebastian: Sehr geil! Und über Bali sprechen wir heute und zwar möchte ich mit dir ein bisschen über das Surfen auf Bali sprechen. Das ist einer der Orte, wo ich mein Surfen etwas verbessert habe. Hast du auf Bali surfen gelernt oder woher hast du diese enge Verbindung nach Bali und dem Surfen?

Melissa: Genau, ich habe erst letztes Jahr mit dem Surfen auf Bali angefangen und zwar, weil meine Blogger-Kollegin Barbara dieses Projekt initiiert hat, einen Surfblog über Bali zu schreiben. Dann dachte ich, wenn ich da schon mit recherchiere, dann muss ich es auf jeden Fall auch lernen. Deswegen habe ich mich dann letztes Jahr auf’s Brett gewagt und seitdem lässt es mich auch nicht mehr los.

Sebastian: Und seitdem planst du nicht nur deine Reisen nach Bali wegen dem Surfen, sondern auch so deine Reisen rund um’s Surfen. Du bist jetzt gerade in deinem Camper Franky unterwegs in Portugal?

Melissa: Korrekt! Ich bin gerade hier im Franky und wir sind die komplette Küste von Schweden bis Portugal mit Franky runter gefahren und sind jetzt fast in Sagres. In einer Woche geht es dann wieder den ganzen Marathon zurück hoch nach Schweden. Aber es war eine super schöne Reise.

Sebastian: Krass! Da seid ihr von Schweden mit dem Camper runter nach Portugal und jetzt wieder zurück?

Melissa: Genau, das waren knapp 5.000 km und der Fokus lag auf Surfen und dann kann es im Dezember wieder nach Bali gehen mit ordentlich Paddelpower.

Sebastian: Würdest du Bali eigentlich schon dein zweites Zuhause nennen?

Melissa: Bali ist auf jeden Fall mittlerweile mein zweites Zuhause, weil ich glaube ich fast über 10 Mal dort war, wenn nicht sogar noch mehr und fast 2 Jahre am Stück. Ich kenne mich dort aus, ich habe meine Leute dort, ich habe meine Lieblingsspots, meine Lieblingsrestaurants, meine Lieblingswellen und es ist auf jeden Fall wie nach Hause kommen. Wenn ich die Gerüche rieche, wenn ich die Sprache höre, wenn ich da am Flughafen ankomme, dann bin ich wieder ganz da.

Sebastian: Ja, cool. Was ist es denn, was Bali für dich so besonders macht?

Melissa: Es ist echt schwer in Worte zu fassen. Ich glaube, es ist das ganze Lebensgefühl, was dort vermittelt wird, wenn man dort Zeit verbringt. Die Leute, die eine extrem entspannte Einstellung zum Leben haben, das wahnsinnig gute Essen, die günstigen Lebensunterhaltskosten, das wahnsinnige Angebot an Dingen, die du machen kannst. Es ist ein sehr einfaches Leben und sehr abwechslungsreich und einfach super spannend. Es bleibt immer spannend. Man erlebt immer wieder etwas Neues und diese Mischung aus dem Westlichen und aus dem Lokalen, was sich mittlerweile ineinander vermischt ist es, was es immer wieder spannend macht. Klar auch das Surfen, das Tauchen, die Natur und der Lifestyle. Das kann man kaum in Worte fassen, was einen da immer wieder zurückzieht.

Sebastian: Ja, jetzt hast du gerade so viele Sachen gesagt. Lass uns die mal einzeln genauer anschauen. Du hast Essen gesagt, indonesisches Essen, balinesisches Essen. Was kann sich jemand, der noch nicht dort gewesen ist, darunter vorstellen?

Melissa: Eigentlich ist ja indonesisches Essen wahnsinnig scharf mit ganz viel Chili und ganz viel Reis und dieses typische Nasi Campur. Das ist wie eine Art Buffet, man geht hin und man sucht sich seine Einzelheiten aus von Chicken über Ei über irgendwelche leckeren Soßen dazu, aber mittlerweile ist es ja so, dass du diesen ganzen Healthy Vegan Soulfood dazu bekommen hast, was ja eher für die Westler ist, aber was du an jeder Ecke bekommst mit deinen gesunden Frühstücks-Hippster-Bowls über deine Superfood-Smoothies. Das ist jetzt noch dazu gekommen, aber das ursprüngliche lokale Essen ist halt… die essen auch schon scharf zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen und da muss man sich erst mal dran gewöhnen, wenn man am Anfang ankommt. Deswegen haben viele am Anfang so einen Bali-Belly, weil sich der westliche Magen erst mal an das scharfe Essen gewöhnen muss.

Sebastian: Ja, also vom Bali-Belly habe ich auch schon viel gehört. Ich habe ihn zum Glück noch nie gehabt. Ich glaube, mein Magen ist durch das viele Reisen schon ein bisschen daran gewöhnt, dass er viele verschiedene Dinge essen muss. Aber ja, der Bali-Belly ist allgemein bekannt. Das ist wenn man ankommt erst mal schön: Bauchschmerzen und was noch alles dazu gehört.

Melissa: Ja, das ist blöd, wenn man nur zwei Wochen im Urlaub ist und dann kommt man an und hat direkt einen Bali-Belly. Das ist natürlich blöd, aber man kann auf ein paar Sachen achten, dass man zum Beispiel keine Getränke mit Eis trinkt, sodass man am Anfang vielleicht eher zu diesen Restaurants geht, die ein bisschen an den westlichen Magen angepasst sind. Es ist trotzdem lokales Essen, aber nicht ganz so krass. Das gibt es vor allen Dingen in den Touristengegenden. Also, dass man sich da so langsam herantastet und immer mutiger wird und dann immer mehr in die lokalen Restaurants geht.

Sebastian: Ja, das sind sehr gute Tipps. Was sind deine Lieblingsspots auf Bali oder die coolsten Dinge, die du auf Bali erlebt hast? Ich meine, du bist ja allwissend was Bali angeht. Du hast auch dieses Buch geschrieben “122 Things to do in Bali”. Das ist ein richtiger Guide?

Melissa: Genau. 122 Things to do in Bali – ein bisschen holprig auszusprechen – ist ein kompletter Guide über ganz Bali mit Aktivitäten, die man den Leuten an die Hand geben kann, was man vor Ort tun kann. Ich habe wirklich fast an jeder Ecke in Bali gelebt, vom Norden in den Westen, Süden, Osten, überall. Und da haben wir unsere Lieblingsorte mit reingepackt. Meine Lieblingsspots zum Leben war Canguu, mittlerweile weiß ich nicht wie es ist, weil es sich krass entwickelt hat, aber Canguu hat alles was man braucht: Coole Wellen, viele Yoga-Angebote, Coworkings Spaces zum Arbeiten, leckere Restaurants und eine entspannte Expert-Community, aber es entwickelt sich gerade schon krass. Mal gucken, wie lange das noch so schön bleibt.

Sebastian: Absolut. Ich liebe Canguu, aber ich war das letzte mal dort und wir sprechen ja immer mal wieder ab und zu und da haben wir darüber gesprochen, wie krass sich die Gegend verändert hat. Es ist unglaublich westlich geworden. Ich habe gehört, ein Starbucks soll dahin kommen, was total schrecklich ist! Ich finde diese ganzen Nalu Bowls schon ziemlich cool und toll, aber auch sehr westlich. Das eigentliche Balinesische wird so ein bisschen weggedrängt. Die ganzen Reisfelder kommen weg und jetzt auch noch Starbucks? – bitte nicht!

Melissa: Ja, es ist leider wirklich so. Man merkt das auch in den Gesprächen unter den Leuten, die dort leben. Es geht immer darum “Ach, früher war es alles schöner und es entwickelt sich alles in die falsche Richtung”, aber es ist ein bisschen schwierig, weil wir sind ja alle ein Teil davon. Wir reisen alle dahin und wir nehmen das Angebot wahr, aber man muss halt wissen, wann Schluss ist. Wann ist es genug und wann reicht es für diesen Ort. Und wenn man Feiern will, dann soll man nach Seminyak oder Kuta gehen, aber lasst bitte diesen positiven Vibe, den Canguu einst hatte so bleiben, damit man nicht irgendwann ein zweites Seminyak hat.

Sebastian: Ja, ich fand es auch total krass. Als wir letztes Jahr dort waren hatten wir eine richtig coole Villa, ziemlich günstig und wir waren dort mit zwei Freunden. Es war unglaublich still abends, es war einfach genial. Und wir waren dieses Jahr wieder zurück und dann gab es eine Disko neben unserer Villa… Es war voll laut die ganze Zeit und es waren einfach viel mehr Menschen da, die viel einfach auch kaputt gemacht haben.

Jetzt bist du natürlich auch so unglaublich gut vernetzt, auch in der Gegend rund um Canguu. Weißt du, wie die Einheimischen das sehen? Sagen die auch “Früher war alles besser” oder sagen die “Hey, gar nicht wahr. Heute ist eigentlich alles besser, weil jetzt kommt das Geld”?

Melissa: Es ist schon so, dass viele Locals auch die positiven Effekte sehen. Das heißt, zum Beispiel ist es klar, dass viele Reisbauern ihre Reisfelder verkaufen, weil sie einfach viel mehr Geld mit einer Villa machen, als mit dem Bewirtschaften von Reisfeldern – logischerweise. Aber das ist auch nur kurzfristig. Langfristig gesehen ist es so, dass der ganze Charme weggeht und irgendwann geht der Tourismus auch wieder weg. Das ist ein bisschen das Problem, dass sie nicht so nachhaltig denken und dass man natürlich das schnelle Geld sieht und aktuell profitieren sie natürlich davon, aber nicht jeder. Es gibt auch viele Locals, die sagen, es wird wahnsinnig voll im Line up, das Surfen macht keinen Spaß mehr. Wo sie früher 10 Wellen bekommen haben, bekommen sie jetzt keine mehr, weil sie gegen die ganzen australischen Longboarder ankämpfen müssen und genauso einfach der ganze Traffic. Das kennst du vielleicht, es gibt da einen Shortcut zwischen zwei Stränden in Canguu und der wird momentan komplett ausgebaut und die ganzen Häuser, wo die Locals dort früher gemütlich am Reisfeld leben konnten, sind jetzt auf einmal auf dieser Hauptstraße. Und ständig ist da Traffic und das ist natürlich auch nicht so schön für die Locals.

Man muss auch sagen, dass gerade viele australische Partytouristen immer mehr dazu kommen und die verhalten sich auch nicht immer respektvoll und das ist natürlich nicht immer von Vorteil für die Locals. Das muss man sagen.

Sebastian: Ja, absolut! Das habe ich jetzt auch alles gemerkt, bei unserem letzten Besuch. Dass der Shortcut jetzt auch noch ausgebaut wird wusste ich nicht, das habe ich nicht gesehen, aber das ist auch total krass. Es wird halt einfach immer voller.

Jetzt hast du aber gerade auch zum Beispiel das Line up angesprochen, da kommen wir mal zum Thema Surfen, worum es ja eigentlich auch in dieser Folge geht. Bali ist ein Paradies zum Surfen, oder?

Melissa: Ich finde Bali ist auf jeden Fall ein Paradies zum Surfen. Es hat Vorteile, es hat Nachteile, aber ich finde, man findet immer noch seine schönen Ecken. Die ganzen Vorteile, wie dass du warmes Wasser hast, dass du rund um die Uhr surfen gehen kannst, dass du für jedes Level eine Welle findest. Also, wenn du Anfänger bist, hast du Spots wo du super lernen kannst. Wenn du Pro bist, hast du deine Spots, wo du deine Barrels surfen kannst und wenn du ein fortgeschrittener Surfer bist, dann gibt es genügend Ecken, wo du auch noch nicht so voll im Line up deinen Spaß haben kannst. Es gibt dort eine wahnsinnige Auswahl, eine wahnsinnige Infrastruktur. Du hast an jeder Ecke ein Board Rental, einen Surf Guide, der dir was helfen kann, Roller mit Surfrack frei Haus mitgeliefert. Es ist sozusagen alles vorbereitet, damit du als Surfer deinen Spaß haben kannst. Dann hast du nach dem Surfen dein gesundes Essen vor der Haustür und dann noch eine Runde Yoga, um die müden Paddelmuskeln wieder zu stretchen. Es ist auf jeden Fall ein Paradies für Surfer!

Sebastian: Das hört sich unglaublich geil an und ich kann es eigentlich auch wirklich so unterschreiben, dass es da so ist wie du sagst, weil ich es auch genauso oft miterlebt habe. Das ist schon ziemlich cool. Jetzt hast du aber auch gesagt, es hat seine Vor- und Nachteile. Was sind das denn für Nachteile, die es hat?

Melissa: Nachteile sind vor allen Dingen in der Regenzeit – wenn ich jetzt auch wieder hinfahre im Dezember. Da ist die Regenzeit auf Bali und dann hast du echt viel Müll im Wasser. Das glaubt man halt nicht. Man denkt immer: Bal = Paradies, türkis-blaues Wasser, Korallen. Aber tatsächlich hat ja Bali ein ganz großes Müllproblem und dann kann es schon mal sein, dass du zwischen Mülltüten und alten Nudelverpackungen surfen gehst und auftauchst und hast eine Menge Müll um dich herum. Und das ist ja nicht gerade die Vorstellung, die man hat.

Zum anderen ist es so, dass es an manchen Spots unglaublich voll ist. Bali ist einfach für die Australier, für Europäer, für alle der Spot to be zum Surfen und die Insel ist ja relativ klein. Es ist ja keine riesengroße Insel und da kann es schon mal sein, dass du dir eine Welle mit 50, 60 Leuten teilen musst und dann auch noch gegen solche sehr guten Australier, die dir einfach jede Welle wegschnappen. Das kann oft ziemlich frustrierend sein.

Sebastian: Die dir die Welle wegschnappen und wenn du es irgendwie nicht hinbekommst schnell vom Board abzuspringen, die dich dann ordentlich beschimpfen.

Melissa: Ja, das habe ich auch schon erlebt. Ich bin ja auch noch nicht so mega gut und paddele schon mal Wellen an, die ich dann nicht kriege und dann habe ich auch schon Sprüche gehört, wie “You shouldn’t waste the wave! You wasted the wave! You’re not allowed to waste the wave!” Und du denkst dir nur so “Okay…?” Es sind manchmal nicht die nettesten Umgangsformen da im Wasser.

Sebastian: Aber, das ist eigentlich noch nett. Ich habe schon viel schlimmeres gehört. “See you next tuesday”, wenn du das gehört hast, dann bist du eigentlich unten durch. Kennst du den Spruch “See you next tuesday” von den Australiern?

Melissa: Nee, nee, den kenne ich noch nicht.

Sebastian: “See you next tuesday”, also “C U next tuesday” ist abgekürzt ja CUNT, also Wixer, Arschloch usw.  

Melissa: Ohhh!

Sebastian: Ich weiß noch, also ich wurde noch nie so krass beschimpft, wie von einem Australier im Line up in Canguu beim Batu Bolong. Der hat mich so zerrissen. Der hat mich so gehasst, weil ich eben ihm die Welle weggenommen habe und er abspringen musste. Das war unglaublich.

Melissa: Ja, das ist echt nicht cool, wenn man so was hat. Vor allen Dingen, weil die gar nicht das Recht haben. Die Locals können was sagen, aber nicht andere Reisende, finde ich immer. Es sind immer noch die Wellen von den Locals.

Sebastian: Ja absolut. Jetzt hast du gesagt 50 Leute im Line up kann ganz normal sein, weil es eben so voll ist. Was sind denn Spots, die vielleicht nicht so krass voll sind. Wo man wirklich noch surfen kann?

Melissa: Mein absoluter Lieblingsspot ist Medewi. Das ist sozusagen der nordwestlichste Surfspot von Bali und die Gegend ist nicht wirklich schön. Es ist halt ein Steinstrand und es ist ein bisschen trist immer und du bist relativ nah an so einer Hauptstraße, wo die ganzen Trucks zur Fähre nach Java fahren und dort ist nichts, außer diese lange linke Welle. Das ist die längste linke Welle Balis und du hast drei Homestays und das war’s. Da ist nichts. Da ist weder ein westliches Restaurant oder irgendwas. Es ist wirklich noch sehr bedürftig, was die Infrastruktur angeht, aber es ist einfach. Am Morgen kannst du wirklich noch für dich surfen, wenn du dort schläfst. Viele kommen dann mit den Surfcamps am Nachmittag hin, aber dort ist es wirklich so, dass du auch mal mit nur 5 Leuten im Wasser bist. Ich war an Ramadan da, da dürfen die ganzen Locals nicht ins Wasser, weil man kein Wasser zu sich nehmen darf und da haben wir zum Teil mit 2 oder 3 Leuten gesurft. Das war dann echt das Highlight meines Surftrips letztes und dieses Jahr.

Sebastian: Cool! Ist das zum Beispiel ein Spot, den du eher Fortgeschrittenen oder Profis empfiehlst oder ist es auch etwas, wo Anfänger hingehen könnten?

Melissa: Komplette Anfänger nicht, weil du hast da viele Steine im Wasser. Das heißt, wenn man sich da irgendwie hinlegt, dann kann man sich da an den Steinen aufratschen. Komplette Newbies also wirklich nicht. Aber wenn man schon ein bisschen Paddelpower hat und schon die ein oder andere Welle angepaddelt hat, ein bisschen grüne Wellen surfen kann, dann ist es auf jeden Fall die perfekte Welle zum Lernen- nach links und Turns üben, hoch und runter – da ist das der perfekte Spot zu, weil die Welle super langsam bricht und extrem lang nach links. Das heißt, wenn du gerne linke Wellen hast, dann ist das der perfekte Ort. Wie gesagt, wenn man es langsam mag und schon ein bisschen drin ist.

Sebastian: Sehr cool! Ist der Spot auch so im Detail, wie du ihn gerade beschrieben hast, in deinem neuen Guide drin?

Melissa: Ja, Medewi haben wir auf jeden Fall mit drin, weil wir da auch extrem viel Zeit verbracht haben. Wir haben den auch auf jeden Fall ordentlich beschrieben, mit Tipps, wo man wohnen kann; wo man essen kann; wo man abends vielleicht sogar Surffilme findet, was nicht so ganz bekannt ist und auch, welche Guides man nutzen kann, um vor Ort zu wissen, wann eine gute Zeit ist. Wenn man am Anfang erst mal ein bisschen rein kommen möchte, haben wir auch ein paar Jungs vor Ort, die super, super nett sind und tolle Tipps geben. Das haben wir alles mit drin.

Sebastian: Sehr cool! Ich hatte es gerade schon mal angesprochen: Du hast in den letzten Monaten an diesem super umfangreichen Surf-Guide für Bali gearbeitet und bist jetzt gerade in der Crowdfunding-Stage.

Melissa: Genau. Wir haben letztes Jahr angefangen, den Surf-Guide zu schreiben, zusammen mit Barbara. Das war sozusagen die erste im Boot. Sie hat ein Jahr in Bali gelebt und hat da auch surfen gelernt und sie hat sozusagen das Grundgerüst geliefert und wir sind dann mit diesem Grundgerüst zurück nach Bali und haben noch Interviews geführt, Fotos gemacht und Guides vor Ort gesucht, die wir empfehlen können und Preise erfragt. Das haben wir dann alles dieses Jahr mitgenommen und haben das jetzt ins Design gepackt, haben es ins Lektorat gebracht und sind wir im finalen Schliff und sammeln Geld über Crowdfunding, damit wir den ersten Druck bezahlen können. Weil Drucken ist echt nicht so günstig und als Selbstverlag eine kleine Herausforderung am Anfang. Aber es wird ein echt cooles Buch, weil es gibt genug Surf-Guides, wie Storm Riders und so. Das ist eher für die Pros und für Leute, wie du und ich, die zwar schon ein bisschen Ahnung haben vom Surfen, aber sich nicht als Pro bezeichnen würden, aber auch nicht ganz am Anfang stehen, da ist es einfach ein super Buch, um wieder Lust auf die Insel zu bekommen und mehr Insides geben. Dass wir die Locals sprechen lassen; dass wir Nachhaltigkeitstipps geben und auch ein paar kritische Themen anreißen.

Sebastian: Das finde ich super geil. Ich habe das Buch auch unterstützt. Ich habe auch dazu gezahlt, weil ich es eben so klasse finde und deswegen dachte ich, da musst du jetzt mal drüber sprechen hier im Podcast, weil es genau so etwas ist, was ich brauche. Ich persönlich bin zurzeit etwas kritisch gegenüber Bali nach meiner letzten Erfahrung, weil es eben so krass in diese zu kommerzielle, zu touristische Ecke geht, aber ich weiß, dass Bali noch viel mehr zu bieten hat. Deshalb finde ich deinen Guide so klasse und ich hoffe, dass er erfolgreich und finanziert wird und dass ihr die Idee auch umsetzen könnt, weil ich möchte dieses Buch unbedingt in der Hand halten.

Melissa: Das ist super süß! Ja, wir haben das gesehen und wir glauben auch daran, dass sowas Bali viel mehr braucht, als diese typischen Touri-Führer, sodass man auch wirklich mal den Local reden lassen kann. Dass man sagen kann, warum sollte jeder mal einen Beach Cleanup machen, wenn er vor Ort ist und nicht einfach nur eine Welle nach der anderen surfen, sondern man muss auch etwas zurückgeben. Wir geben den Leuten wirklich ein paar Inspiration, wie man dort möglichst grün reisen kann und wie man auch unglaublich viel Spaß haben kann und das mit etwas gutem verbinden kann. Das ist glaube ich so ein Konzept, das haben nicht viele Reisebücher.

Sebastian: Ja, sehr gut. Also ist euer Surf-Guide das Non-Plus-Ultra für Bali, was man braucht. Wenn man das hat, dann braucht man eigentlich nichts anderes?

Melissa: Also, tatsächlich ist es mehr als nur ein Surfbuch. Wir haben auch super viele Tipps für flache Tage. Eigentlich ist es eine Mischung aus Reisebuch und Surf-Guide, weil wir glauben, Leute, die zum Surfen nach Bali kommen, die wollen ja auch nicht nur surfen, die wollen ja auch ein bisschen mehr über die Kultur erfahren und wissen, was man sonst noch machen kann, außer zu surfen. Man surft vielleicht vier Stunden am Tag und dann hat der Tag aber noch mehr Stunden. Und wir haben auch viele Yoga Tipps oder so. Wenn du zum Beispiel mit deiner Freundin reist, die nicht surfen geht oder mit deinem Freund, der ein bisschen Yoga machen kann oder alle anderen Aktivitäten und Angebote da wahrnehmen kann. Deswegen wird es eine wirkliche Surfbibel.

Sebastian: Sehr cool! Da sind jetzt wahrscheinlich auch viele Anfänger unter den Zuhörern dabei, die jetzt sagen “Hm, ich möchte jetzt auf jeden Fall nach Bali, ich habe vielleicht sogar schon Flüge gebucht oder ich möchte surfen lernen.” Wo kann ich das am besten machen, deiner Meinung nach?

Melissa: Für Leute, die noch nie auf dem Brett gestanden haben, ist und bleibt Kuta Beach der beste Anfänger Spot, weil es einfach ein Beachbreak ist. Das heißt, man kann hinfahren, man kann sich nicht verletzten. Canggu und Medewi sind zwar super cool, aber erstmal ist es super voll da, das ist schon mal etwas beängstigend für viele, die komplett neu sind. Dass man da ständig jemanden reinfährt oder von irgendwem ein Board abkriegt und es hat auch viele Steine. Und auch dieser Shorebreak, das heißt, die Welle am Anfang direkt am Strand, die hat auch ordentlich Wucht an manchen Tagen. Deshalb würde ich empfehlen – auch wenn Kuta und Seminyak mittlerweile echt hässlich sind, aber zum Surfen für die ersten Tag ist es perfekt. Einen Guide mitnehmen, ein Formy Board ausleihen und dann einfach ein bisschen herumpaddeln im Weißwasser und dann als nächstes nach Canggu. Canggu ist der beste Ort, um grüne Wellen surfen zu lernen, weil dort hast du zum Teil Weißwasserwellen, die wieder zu Grünwellen werden. Und das ist super geil, weil du kannst den Schwung von der Weißwasserwelle mitnehmen und dann wird sie aber zur grünen Welle und du kannst lernen links und rechts zu fahren. Das ist der perfekte Spot für das nächste Level, was auch schon nach einer Woche oder 4 Tagen sein kann. Manche sind ja schon schnell. Dann kann man nach Medewi weiter. Das ist so meine Empfehlung. Und dann irgendwann mal auf die Bukit nach Uluwato und so. Das kann dann ein bisschen dauern.

Sebastian: Uluwato, das ist die Steilküste von Bali und das ist ja der absolute Pro Teil.

Melissa: Ja, die ganze Bukit ist eher etwas für die absoluten Pros, aber ich habe auch an kleineren Tagen zum Beispiel in Dreamland gesurft. Da gibt es auch schöne Tage, wenn man einen Guide dabei hat, der weiß, wo man relativ entspannte Wellen kriegt, dann kann man auch mal auf der Bukit seinen Spaß haben. Es gibt da diese kleine Baby Padang Welle, die ist neben der krassen Padang Padang Welle und dort kann man auch als fortgeschrittener Anfänger hin. Der Flair da unten ist schon um einiges entspannter, als zum Beispiel in Canggu. Deswegen kann man da ruhig mal für ein paar Tage runter, auch wenn man noch am Anfang steht.

Sebastian: Jetzt hast sprichst du die ganze Zeit davon, dass man sich einen Guide nehmen kann und dahin gehen. Diese Guides finde ich wie oder woran erkenne ich denn auf Bali, dass ein Guide wirklich gut ist? Ich habe zum Beispiel auch verschiedene Guides gehabt und auch ein paar richtig gute, aber ein paar auch richtig schlechte. Und meistens bin ich einfach nur an den Strand gegangen und habe gesagt “Hey, ich würde gerne mal eine Stunde surfen. Könnt ihr mir ein bisschen helfen, ich bin in dem und dem Level”, aber ich habe 50:50 Glück und Pech gehabt. Woran erkenne ich eine gute Surfschule oder einen guten Surf Guide auf Bali.

Melissa: Das ist wirklich eine sehr trickige Frage, weil es ist tatsächlich so, dass es Guides wie Sand am Meer gibt und es gibt Guides, die haben eine richtige Ausbildung gemacht und es gibt Guides, die bezeichnen sich einfach als Guides.

Sebastian: Genau! Ich habe gemerkt, dass einige von denen zum Beispiel nur surfen können, weil sie halt von klein auf gelernt haben zu surfen. Aber sie haben nie gelernt, es jemanden beizubringen, was ein ganz großer Unterschied ist.

Melissa: Ja, und auf jeden Fall auch so Kleinigkeiten, dass man bevor man ins Wasser geht, erst mal am Strand zeigt, wie der Spot funktioniert. Wo sind Gefahren? An welchen Punkten sollte man sich orientieren, dass man nicht weg getrieben wird? Also solche Kleinigkeiten, dass man erst mal 10 Minuten am Strand den Spot erklärt bekommt. Daran erkennt man schon mal, ob der Guide wirklich was drauf hat. Er sollte gut englisch können und was auch in Bali die Sache ist: Er sollte nicht flirten. Viele sehen das Guiding als Flirt-Plattform an, um sich einen Touri zu angeln und das sollte man auch möglichst vermeiden, wenn man surfen lernt. Man sucht da ja nicht den nächsten Boyfriend und das verstehen auch manche Guides falsch. Aber wir haben über die fast 5 Monate, die wir zum Surfen da waren, gefunden. Die haben mir auch einen Guide empfohlen, weil wir die auch supporten wollen, weil wir überzeugt von denen waren. Die haben mir auch ein Buch empfohlen, die werde ich auch nochmal im Blog separat empfehlen, damit die auch ihre Leute kriegen. Aber vor Ort ist es nicht einfach. Ihr solltet wirklich gucken, darauf bestehen, dass man die ganze Umgebung erklärt bekommt, bevor man ins Wasser geht und dann auch möglichst nicht mehr als 2 Leute mitnehmen. Das ist auch so eine Sache. Viele nehmen dann 4 oder 5 Leute mit, was totaler Schwachsinn ist. Wenn man einen Guide will, macht man 1:1 oder maximal 2. Das sind so ein paar Kleinigkeiten.

Sebastian: Das sind wirklich unglaublich gute Tipps, die du da geteilt hast, weil das sind Sachen, die ich auch jetzt erst weiß. Surflehrer auf Bali sind gar nicht so günstig. So eine Surfstunde kostet locker mal… ich habe meistens 25-30 Euro bezahlt. Wenn du das dann eine ganze Woche machst, aber einen blöden Lehrer hast, das ist oftmals verschenktes Geld. Deshalb sollte man auf solche Sachen auf jeden Fall achten.

Melissa: Genau. Der Schnitt war so 500.000 für eine Surfstunde, wenn man einen guten Guide möchte. Einen kleinen Tipp würde ich noch geben: Wenn man mal so eine Woche Surfguiding gehabt hat, was auch mein Fehler war und ich nicht gemacht habe, dass man sich immer weiter in die Welle stupsen lässt. Und irgendwann sollte man den Punkt wirklich wahrnehmen und sagen “Ich möchte nicht mehr in die Welle gestupst werden, ich möchte die jetzt selber nehmen”. Weil das täuscht am Anfang, dass man immer in die Wellen gestupst wird und dann denkst du “Woha, ich kann voll geil surfen! Das läuft ja mega gut!” Und auf einmal bist du alleine da und du kriegst keine Welle mehr, weil du gar nicht selber diese Paddelkraft hast, weil du immer von den Guides in die Welle gestupst wirst. Das ist ein bisschen irritierend. Das machen die Balinesen alle und wenn man dann auf einmal in Portugal surft, wie ich jetzt, dann lachen sie dich halt aus, dass du in die Welle gestupst wurdest.

Sebastian: Ja, ich weiß absolut was du meinst. Line hat auch ganz viele Surfstunden auf Bali genommen und die wurde auch immer angestupst und dann haben wir irgendwann mal woanders gesurft – ich weiß gar nicht wo – und dann musste ich sie quasi immer reinschupsen, damit es irgendwie funktioniert, weil diese Kraft für’s Paddeln nicht da war. Ach, auf Sri Lanka war das!

Sehr cool! Alle die, die jetzt sofort interessiert sind und die nach Bali zum Surfen wollen, was man eigentlich nur empfehlen kann und euren Surf-Guide haben wollen: Wie kommen sie daran? Was müssen sie tun?

Melissa: Alle die jetzt richtig Bock bekommen haben, können einfach bei uns auf die Startnext Kampagne gehen https://www.startnext.com/surf-bali und da kann man verschiedene Goodies auswählen. Wir haben sogar so lustige Goodies, wie einen Beach Cleanup, wo man zum Beispiel uns kaufen kann, dass wir für euch eine Tüte Müll sammeln an den Stränden von Bali oder ein Karma Paket, wo man das Bali Buch bekommt und noch etwas Gutes dabei tut. Und wenn wir dann die 5.000 Euro haben, die wir uns vorgenommen haben, dann können wir in den Druck gehen und dann hoffentlich vor Weihnachten die Bücher ausliefern. Sodass man dann ab nächstes Jahr mit dem Buch zusammen nach Bali zum Surfen gehen kann und alles hat, was man braucht, damit man da eine schöne Zeit haben kann.

Sebastian: Super, das ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, was ihr da habt. Das Karma-Paket für den Ozean habe ich damals auch ausgewählt und zum Abschluss kann ich nur sagen: Ich hoffe wirklich, dass alle die jetzt zuhören, auf eure Startnext Kampagne gehen und dieses Projekt unterstützen, damit auch ich mein Buch bekomme und damit auch ihr dieses Projekt finanziert bekommt und damit ganz viele Menschen richtig nach Bali reisen; glücklich auf Bali sind und gut dort surfen können.

Melissa: Das hoffe ich auch und vielen Dank für deine Unterstützung! Vielleicht schaffen wir es ja auch mal, zusammen in Bali zu sein. Wir verpassen uns ja mittlerweile immer.

Sebastian: Ja, das wär’s. Supi, Melissa, herzlichen Dank für deine Zeit! Viel Spaß noch in deinem Camper in Portugal. Eine tolle Rückreise nach Schweden wünsche ich dir und dann hören wir uns bald und vielleicht sehen wir uns ja irgendwann irgendwo im Line up auf dieser Welt – vielleicht auf Bali.

Melissa: Das wäre super cool, Sebastian. Danke dir!

Sebastian: Bis bald, tschüss!

Melissa: Bis denn, ciao!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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