Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Das sind die besten Fotografietipps für Abenteurer!

Es sind die Momente, die du nicht erwartest und auf die du nicht vorbereitet bist, die es gilt richtig mit deiner Kamera einzufangen. Genau das ist die wahre Kunst beim richtigen Fotografieren auf Reisen: Das herzhafte Lachen eines alten Kubaners mit seiner Zigarre im Mund oder das Aufspringen eines Orcas in British Columbia für immer in Bildern festzuhalten.

Doch wie bereitest du dich auf eine solche Situation vor, die so schnell vorbei sein kann, dass du sie manchmal gar nicht erst mitbekommst, geschweige denn schnell genug bist, ein tolles Bild von dieser zu machen?

Das Geheimnis dahinter liegt in der richtigen Einstellung und an der Geschwindigkeit bzw. Reaktion deiner Kamera. Wie auch du die tollsten Bilder auf deinen Reisen machen kannst, erfährst du in diesem Beitrag an Hand vieler meiner eigenen Bildern von unterwegs!

Bist du bereit besser auf deinen zukünftigen Reisen zu fotografieren?

Richtig Fotografieren auf Reisen!

Die besten Fotografietipps für Abenteurer!

Grundregel #1: Kein Automatikmodus!

Einen Tipp, den du mit Sicherheit schon auf Reisen von anderen Menschen gehört hast, ist, dass du unbedingt den Automatik-Modus verlassen solltest – und das stimmt! Der Automatikmodus ist nur etwas für die ganz Faulen, die sich eine gute Kamera kaufen und darauf hoffen, dass diese eigenständig gute Bilder macht ohne darüber nachdenken zu müssen.

Und hier ein kleines Geheimnis: Wenn du weißt, wie du (d)eine Kamera manuell bedienst, dann ist es schon fast egal, ob sie teuer oder günstig ist. Mit den richtigen Einstellungen kannst du auch mit der günstigsten Kompaktkamera richtig gute Bilder machen!

Grundregel #2: Fotografiere in Raw!

Je nachdem, wie gut du dich mit Fotografie auskennst, hast du den Begriff RAW schon einmal gehört genauso wie du mit Sicherheit auch schonmal den Begriff JPG gehört hast. Denn so haben wir alle einmal angefangen zu fotografieren. RAW ist in Wahrheit gar kein Bild, sondern vereint lediglich die Farb- und Helligkeitswerte der einzelnen Pixel (ein Bild besteht aus Millionen von Pixel – oft ein Verkaufsargument für Kameras, Fernseher, Monitore etc.) und weitere Informationen der Kamera, um die Datei richtig am PC wiedergeben zu können.

Der Vorteil von RAW-Aufnahmen ist, dass sie mehr Informationen beinhalten als normale JPG-Bilder und hierdurch später viel besser bearbeitet werden können.

Grundregel #3: Achte auf den Bildaufbau!

Selten ist ein Bild wirklich gut, wenn der Horizont in der Mitte ist. Achte auf die 1/3-Regel, die besagt, dass ein gutes Bild in drei Drittel aufgeteilt werden solltet. Wenn du also ein Landschaftsbild aufnehmen möchtest, dann sollte der Horizont auf der horizontalen 1/3-Linie sein oder auf der 3/3-Linie. Niemals in der Mitte auf der 2/3-Linie.

Das Gleiche gilt für das Fokusmotiv: Dieses sollte am besten auf der ganz linken vertikalen 1/3-Linie sein – Außnahmen bestätigen die Regel!

Grundregel #4: Ein guter Fotograf ist ein besserer Bildbearbeiter!

Ehrlich gesagt, habe ich die Regel erfunden. Keine Ahnung, ob das wirklich so ist, aber sie gilt auf jeden Fall für mich. Ich bearbeite alle meine Bilder und finde, dass selbst meine beste Vorbereitung otftmals nicht reicht, um wirklich 100% von dem rauszuholen, was ich rüber bringen will. Es sind oftmals Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Schatten etwas heller zu machen, die Kontraste zu verstärken oder zu vermindern, die Highlights zu vergrößern oder das gesamte Bild etwas heller oder dunkler zu machen, weil das kleine Display der Kamera mir etwas vorgemogelt hat, was ich auf dem Monitor im Nachhinein nicht mehr vorgefunden habe.

Deshalb vertraue ich seit Jahren auf Adobe Lightroom*. Ein tolles Programm, das jeder Hobby- und Profifotograf nutzt, um seine Bilder noch besser zu machen!

Solltest du Interesse an einem eigenen Tutorial zu Adobe Lightroom haben und sehen willst wie ich es nutze, um meine Bilder zu verbessern, hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Grundregel #5: Hab Spaß!

Du kannst diesen Beitrag ausdrucken und mit auf Reisen nehmen, um bessere Fotos zu machen. Du kannst ihn auswendig lernen, oder aber das Fotografieren durch deine eigenen Fehler lernen – so lerne ich und so habe ich auch das Fotografieren gelernt.

Wichtig bei all dem ist es, dass du Spaß hast! Dass du dich über die kleinen Erfolge freust.

Fotografie, genauso wie jede andere Form von Kunst, ist sehr subjektiv – Hauptsache es gefällt dir. Die Bilder, die ich auf meinem Instagram-Profil veröffentliche, mögen dir und anderen nicht gefallen, dafür aber wiederum tausenden anderen. Was wirklich zählt, und das ist mir wichtig, ist, dass sie mir gefallen und ich Spaß bei der Aufnahme hatte. Spaß dabei, wie ich in der Zeit zwischen dem Auslösen und dem Ende der Aufnahme von meiner Kamera zur Höhle hin und her gerannt bin, damit die Sterne im Bild zu sehen sind und die Höhle trotzdem schön erleuchtet ist.

Nun aber zum Thema dieses Beitrags, nämlich wie du richtig fotografierst auf Reisen!

Ich will dir in den nächsten Absätzen verschiedene Szenarien vorstellen, die Line und ich oft auf unseren Reisen erleben, und verrate dir, wie wir uns auf diese vorbereiten und mit welchen Einstellungen wir das entsprechende Bild letztendlich aufgenommen haben. Am Ende gebe ich dir noch ein paar weiterführende Tipps, die du umsetzen kannst, damit das Aufnehmen eines solchen Gänsehautmoments auch für etwas einfacher wird!

Nochmals, bist du bereit? Let’s do this!

Szene #1: Sonnenauf- und untergang!

Die beste Tageszeit, um zu fotografieren, sind die Minuten rund um Sonnenauf- und -untergänge, auch bekannt als die Golden und Blue Hour. Golden, weil sich zum Sonnenaufgang durch die Sonne alles Gelb färbt, und Blue, weil sich in diesem kurzen Moment, an dem sich Sonne und Mond am Himmel abwechseln, alles Blau färbt. Diese zwei Momente sind sehr kurz und erfordern, dass du genau weißt, welche Einstellungen du auf deiner Kamera vornehmen musst, um das richtige Resultat zu bekommen.

Hier ein paar Beispielbilder von unseren Reisen:

Wie fotografierst du Sonnenauf- und Sonnenuntergänge richtig?

Ich würde dir empfehlen, deine Bilder etwas unterzubelichten. Das bedeutet, dass sie etwas Dunkler aussehen. So kannst du später bei der Nachbearbeitung mehr aus deinen Fotos rausholen. Es ist immer besser, ein Bild dunkler zu machen (Unterzubelichtung) als zu hell (Überbelichtung). Denn ein überbelichtetes Bild hat keine Details mehr. Alles was überbelichtet ist, ist nur weiß und kann im Nachhinein nicht mehr vorgehoben werden.

Als Blende kannst du ruhig eine etwas höhere wählen, denn ein Sonnenauf- und untergang ist meistens eine Landschaftsaunahme, bei der der Hintergrund nicht weich bzw. verschwommen sein muss. Hierdurch erhältst du ein klares Bild.

Die ISO, auf die ich jetzt zum ersten Mal eingehe, sollte niedrig sein. 50 sollte reichen. Desto höher die ISO, desto mehr Rauschen hast du im Bild. Die ISO ist für die Lichtempfindlichkeit da. Eine Hohe ISO nutzt du in dunklen Situationen mit wenig Licht, zum Beispiel bei Sternefotografie – dazu später mehr!

Übrigens, wenn du die Sonnenstrahlen über dem Meer, der Stadt oder den Berg direkt einfangen willst, dann solltest du dich beeilen und bereit sein. Denn die Sonne geht sehr schnell auf und ist innerhalb von Minuten weit über dem Horizont!

Szene #2: Tiere fotografieren

Ich habe zwei Hobbys: Hobby Nummer 1 ist das Fotografieren, Hobby Nummer 2 sind Tiere!

Wenn ich Tiere fotografieren darf, dann kann es vorkommen, dass ich mit nur einem Motiv zwei oder drei Stunden beschäftigt bin. Das hat damit zu tun, dass ich Tiere total faszinierend finde und dass Tiere unberechenbar sind. Nur wenn ich lange Zeit ein Tier beobachtet habe, kann ich ungefähr abschätzen, was es als nächstes machen wird!

Deshalb ist es so wichtig, dass ich immer die richtige Einstellung parat habe. Der Unterschied zu Sonnenauf- und untergängen ist, dass sie im direkten Vergleich zur Tierfotografie sehr langsam vergehen und du genug Zeit hast, um die nächste Einstellung vorzunehmen. Bei Tieren ist das oftmals nicht der Fall, weshalb ich hier oft im S-Modus fotografiere.

“S” für Speed!

Der S-Modus lässt mich die gewünschte Geschwindigkeit der Linse vorgeben, während die Kamera die restlichen Einstellungen wie Blende und ISO vornimmt. Hierdurch kann ich mich nur auf das Tier konzentrieren.

Ich gehe davon aus, dass du Tiere fotografieren willst, die sich schneller als eine Schnecke bewegen, weshalb eine hohe Geschwindigkeit wichtig ist.

Jetzt kommt es natürlich darauf an, was für Tiere du fotografieren willst und wie nah du an diese dran kommst. Daran richtet sich auch das Objektiv, welches ich dir empfehlen würde.

Umgebung #1: Tiere fotografieren auf Safari

Bei Safaris fotografierst du Tiere in der Regel aus der Distanz, weshalb sich ein Teleobjektiv anbietet. Als Einsteiger kannst du ein 200mm Objektiv* nutzen. Wenn du nichts dem Zufall überlassen willst und genug Kilos im Gepäck dazugebucht hast, dann nimm ein 400mm* mit. Ein guter Kompromiss aus den beiden ist das 300mm Objektiv*, das auch ich auf unseren Reisen dabei habe!

Je höher die mm-Zahl, desto näher kannst du an das Objekt zoomen und verliert dennoch nicht an Qualität. Das ist übrigens auch der Unterscheid zum digitalen Zoom, den du von Smartphones und Digitalkameras gewohnt bist. Du zoomst irgendwann nur digital in das Bild rein und dadurch entstehen sehr verpixelte und verschwommene Bilder.

Wenn du scharfe Tiere und weiche Hintergrunde haben willst, dann solltest du im manuellen Modus fotografieren. Achte bei einem Teleobjektiv auf die Blende. Eine f.1.4 Blende lässt den Hintergrund trotz des Zooms verschwimmen, wodurch das Tier schön scharf im Vordergrund steht.

Umgebung #2: Kleine Tiere ganz groß!

Wenn du bei der Tierfotografie gerne aus kleinen Tieren große Stars machst, dann brauchst du ein Macro-Objektiv. Mit einem Macro-Objektiv kannst du ganz nah an ein Tier ran und es scharf ablichten.

Ich würde hierbei auf eine Festbrennweite setzen. Je nachdem, wie scheu die Tiere sind, die du fotografieren willst, kannst du eine 50mm*, 100mm* oder 180mm* Festbrennweite wählen. Der Unterschied bei der Zahl bedeutet, wie nah du an das Objekt ran musst, um es scharf zu kriegen. Desto kleiner die Zahl, desto näher musst du ran!

Rundreise Costa Rica

Umgebung #3: Vögel ganz nah!

Vögel sind eine Kategorie für sich. Wenn du einen Tukan im Dschungel von Costa Rica aus der Entfernung fotografieren willst, dann musst du dich an die Tipps aus #1 richten. Einen Vogel wirst du aber niemals so nah rankriegen, dass du ihn mit einem Macro-Objektiv fotografieren kannst.

Tolle Vogelbilder benötigen sehr viel Geduld. Ein Beispiel ist dieses Bild aus Australien, welches ich auf der Great Ocean Road aufgenommen habe:

Für dieses Bild habe ich das 16-35mm Weitwinkel-Objektiv* von Canon genutzt und es auf 35mm rangezoomt. Die Geschwindigkeit war sehr hoch, damit ich den Kakadu scharf im Flug fotografieren kann. Das eigentliche Bild hat mich trotz der richtigen Einstellung fast zwei Stunden gekostet.

Erst musste ich das Vertrauen der Tiere gewinnen, damit sie mir aus der Hand fressen, und dann musste ich auch noch das Tier dazu bekommen, dass es von der richtigen Seite aus anfliegt, um die volle Pracht mit dem Bild einfangen zu können.

Je nachdem wie niedrig die Geschwindigkeit deiner Kamera eingestellt ist, wirst du entweder verschwommene Flügel oder einen ganz verschwommenen Kakadu abgelichtet haben.

Szene #3: Landschaft fotografieren

Ich liebe Landschaftsfotografie! Ich finde es toll, wenn gigantische Landschaften in ein kleines Bild eingefangen werden können und ihre Wirkung dennoch nicht verlieren. Damit das geschieht, müssen aber ein paar Dinge beachtet werden.

Zum Beispiel bei der Wahl des Objektives: Eine große und imposante Landschaft sollte mit einem Weitwinkel eingefangen werden. Wenn möglich, solltest du darauf achten, dass du ein lichtstarkes Objektiv nutzt. Unser 16-35mm* von Canon hat eine f.2.8 Blende – besser wäre f.1.4!

Ein Stativ kann bei der Landschaftsfotografie von Vorteil sein, ist aber nicht zwingend notwendig. Da ich Landschaften hauptsächlich tagsüber fotografiere, wenn viel Licht ist, benötige ich kein Stativ , um scharfe und stabile Aufnahmen hinzubekommen. Allerdings kann ein Stativ* auch nicht schaden, besonders, wenn du zur Mittagszeit eine Langzeitaufnahme machen möchtest. Dann ist es wichtig, dass du neben dem entsprechenden Filter (gleich mehr dazu) auch ein Stativ einsetzt.

Achte bei deinen Landschaftsaufnahmen darauf, dass sie gerade sind. Die meisten Kameras haben eine eingebaute Wasserwaage, die du dir im Display anzeigen kannst. Hierdurch sparst du dir einen weiteren Schritt in der späteren Nachbearbeitung mit Adobe Lightroom.

Ich selbst bin bei Landschaftsaufnahmen ein großer Fan davon ein Objekt (z.B. Mensch oder Haus) als Maßstab gegenüber der imposanten Landschaft ins Bild mit einzubauen. Oftmals sind Line und ich über hunderte Meter von einander getrennt und ich klettere weiter hoch oder sie wandert weiter vor, um sich ins Bild zu stellen. Wir entscheiden manchmal schon vorher, wo sie sich hinstellen soll, wenn ich bereits ein tolles Bild im Kopf habe, oder aber wir diskutieren über Walky Talkys*, wo sie sich genau hinstellen und was sie dabei machen soll.

Reise zu mir selbst

Ein weiterer Aspekt, der nicht ignoriert werden sollte, ist der Weißabgleich der Kamera. Licht hat verschiedene Farben und es liegt an dir, deiner Kamera zu sagen bzw. einzustellen, auf welche Farbe diese das Bild abgleichen soll. Oftmals wird dies dem Zufall überlassen, aber selbst die beste Technik macht Fehler. Eine Kamera kann nur etwas messen, weiß aber nicht, wann Weiß wirklich weiß ist.

Ich finde der Weißabgleich ist zwar wichtig, aber für mich selbst eher eine Einstellung, die ich oft auf Automatik lasse. Nur bei extremen Situationen, zum Beispiel wenn eine Umgebung sehr blau oder sehr gelb ist, nutze ich den Weißabgleich, um gegenzusteuern.

Szene #4: Sterne fotografieren!

Wir alle finden Bilder der Milchstraße total imposant. Bilder von weit oben in den Bergen mit dem beleuchteten Tal unten und den vielen Sternen oben – einfach unglaublich, dass das festgehalten werden kann!

Ich unterstelle dir jetzt einfach, dass du denkst, dass du sowas niemals hinbekommen würdest und dass es viel zu schwer ist, sowas zu fotigrafieren. Kannst das sein? Sollte ich hier falsch liegen, dann ist das natürlich super! Wenn ich hingegen richtig liege, dann lass mich dir sagen, dass es gar nicht so schwer ist!

Das Schwerste bei der Nachtfotografie ist, den Fokus zu finden. Denn eine Kamera benötigt etwas Licht, um beim automatischen Fokus, den richtigen Fokuspunkt zu finden, damit dein Bild scharf wird. Wenn du draußen im Dunkeln unterwegs bist, ist dies sehr schwer bis unmöglich, da es kein Licht gibt, um darauf zu fokussieren und die Sterne zu schwach leuchten, um von der Kamera erkannt zu werden. Aus diesem Grund solltest du bei Nachfotografie immer auf den manuellen Fokus wechseln!

Zudem ist ein gutes Objektiv bei der Sternenfotografie sehr wichtig. Hier empfiehlt sich auch ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv. Wie erwähnt, ist der Autofokus bei Nachtaufnahmen nicht wichtig, er wird dir aber den Alltag in anderen Teilen der Fotografie deutlich erleichtern!

Ein Nice-To-Have ist ein Fernauslöser. Canon hat zum Beispiel einen eigenen sehr teuren Fernauslöser*, es gibt aber gute und günstige Alternativen auf Amazon. Die neuen Kameras von Canon sind allerdings W-LAN-tauglich und lassen sich mit der Canon App verbinden. So kannst du die Kamera quasi mit der App steuern und auslösen. Solltest du das nicht wollen, dann hat die Kamera immer noch einen 2 und einen 10 Sekunden Selbstauslöser, um beim Auslösen nicht unnötig zu wackeln.

Ganz wichtig bei der Sternenfotografie ist ein gutes Stativ, das bei Wind und Wetter fest steht. Ein leichtes Windchen sollte es aushalten können und dabei nicht anfangen zu wackeln.

Der richtige Modus zum Fotografieren ist in dieser Situation manuell oder BULB. Für den BULB-Modus brauchst du aber unbedingt einen Fernauslöser, um die Linse über 30 Minuten offen zu lassen.

Die Blende ist bei der Sternenfotografie so weit offen wie möglich. Achte also darauf, dass du ein f.1.4 oder eine ähnliche Blende hast. Hierdurch kannst du möglichst viel Licht einfangen.

Kommen wir zum schwierigsten Teil: der Fokus!

Wie bereits erwähnt, benötigst du den Autofokus bei der Sternenfotografie nicht bzw. solltest nicht auf diesen vertrauen.

Wie kriegst du dein Bild also scharf? Es gibt zwei Möglichkeiten, die ich gerne anwende: Meine Objektive von Canon haben alle das Unendlich-Zeichen ganz rechts. Ich setze also immer erst auf unendlich, mache dann das Live-View am Display an und zoome dann ins 10-Fache rein. Anschließend wähle ich einen hellen Punkt im Bild aus und passe den Fokus manuell an diesen an.

Wichtig hierbei ist, dass du kurze Probeshots machst, um zu überprüfen, ob dein Bild auch wirklich scharf ist. Nichts ist nerviger als eine 45 Minuten-Aufnahme, die am Ende nicht scharf geworden ist!

Die ISO sollte bei der einfachen Sternenfotografie etwas höher sein (z.B. 3200). Wenn du eine lange Aufnahme machst, kann diese etwas niedriger sein, um das Rauschen so niedrig wie möglich zu halten (z.B. 100).

Good To Know: Auch wenn es für das Auge nicht ersichtlich ist: Die Sterne bewegen sich ganz schön schnell. Wenn du einen scharfen Sternenhimmel haben willst, solltest du die Belichtungszeit recht niedrig halten. Wenn du verschwommene Sterne bzw. Sternspuren haben willst, dann empfliehlt sich eine sehr lange Belichtungszeit von mehreren Minuten bis hin zu einer Stunde! Ziehe dich dafür warm an!

Szene #5: Essen & Menschen Fotografieren

Das Wichtigste vorweg: Bei Essen und Menschen ist das Licht entscheidend!

Bei Essensaufnahmen sollte natürliches Licht das Gericht glänzender und appetitlicher aussehen lassen. Bei Portraits hingegen sollte das natürliche Licht auf der einen Seite weiche Konturen erzeugen, während es auf der anderen tolle Schatten erzeugt. So kannst du dein Gegenüber besonders gut “ins Licht setzen”. Zumindest mag ich es so gern, wir sind schließlich nach wie vor bei einem sehr subjektiven Thema und bei einem persönlichen Blog!

Grundsätzlich ist natürliches Licht, also Licht von draußen, bei weitem besser als künstliches Licht von drinnen. Versuche dein Objekt, egal ob ein Gericht oder einen Menschen, nah an eine natürliche Lichtquelle zu positionieren. Dabei sollte das Licht dein Objekt allerdings nicht direkt bestrahlen, um starke Kontraste zu vermeiden.

Ein weiterer, wichtiger Tipp: Versuche beim Fotografieren so gut es geht auf den Blitz zu verzichten! Ich nutze den Blitz übrigens nie – bei meiner Canon 5D ist der Blitz bei über 10.000 Bildern noch nie zum Einsatz gekommen!

Um noch bessere Bilder zu machen, kannst du bei Essen und Menschen auch einen Reflektor nutzen, um das Licht auszugleichen und Schatten zu vermindern ohne dabei auf künstliches (gelbes oder blaues) Licht setzen zu müssen.

Spiele bei diesem Szenario auch mit der Tiefenschärfe: Eine niedrige Blendenzahl (also offene Blende) lässt den Hintergrund etwas verschwimmen und macht den Vordergrund schärfer – egal ob bei Essen oder bei einem Portrait.

Besonders bei Essen muss der Hintergrund stimmen. Achte darauf, dass dieser nicht zu unruhig ist!

Bei dieser Art der Fotografie eignet sich ein Weitwinkelobjektiv eher weniger. Ich würde stattdessen auf eine Festbrennweite setzen. Es bietet sich aber auch ein leichtes Zoom-Objektiv wie zum Beispiel das 24-70mm* an.

Welche Abenteuer fotografierst du am liebsten?

Das waren nun meine besten Tipps für gängige Situationen auf Reisen. Mich würde ja interessieren, welche dieser Szenarien bei dir am meisten vorkommen. Sind es eher die Sonnenauf- und -untergänge, die wilden Tiere oder beeindruckende Landschaften? Oder sind es doch eher leckere Gerichte oder faszinierende Menschen, die dich dazu bewegen, deine Kamera zu zücken? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Vielleicht hast du dir beim Lesen die Frage gestellt, welches das richtige Objektiv für dich ist. Schließlich willst du nicht immer nur das selbe fotografieren. Ich selbst habe auf meinen Reisen immer ein 300mm*, das 16-35mm* und das 24-70mm* dabei. Ab und zu nehme ich auch eine Festbrennweite mit, diese hat aber keinen Dauerplatz in meinem Fotorucksack.

Ich kann und will hier keine Empfehlung für das beste Reiseobjektiv aussprechen, da du schon merkst, dass es ganz stark von deinen eigenen Interessen abhängig ist. Wenn du, und jetzt lege ich mich doch irgendwie au ein Objektiv fest, auf Tierbilder in der Ferne verzichten kannst und es nicht unbedingt ein Weitwinkel sein muss, dann würde ich das 24-70mm* empfehlen, da es auch ein Macro-Modus mit bis zu 0,7-fach Vergrößerung hat, du etwas ranzoomen und dennoch weit rauszoomen kannst, um eine Landschaft aufzunehmen. Zudem ist es mit einem f.1.4 auch sehr lichtempfindlich.

Was du beim Fotografieren auf Reisen noch alles beachten solltest!

Das ist natürlich noch nicht alles gewesen: Um wirklich immer und richtig vorbereitet zu sein, gibt es noch ein paar Extras, die du beachten und dabei haben solltest!

Extra 1: In der Mittagssonne richtig fotografieren

Ich liebe es zum Sonnenauf- und -untergang zu fotografieren. Für den Sonnenaufgang bin ich oftmals zu faul, weshalb ich den Winter so gerne habe, da die Sonne dann viel später aufgeht und ich länger schlafen kann. Das Gute an diesen zwei Tageszeiten ist, dass das Licht sehr sanft ist. Wenn ich allerdings zur Mittagszeit an einem tollen Ort bin und keine Option habe am nächsten Morgen oder abends wieder zurückzukommen und noch unbedingt ein tolles Bild machen möchte, setze ich auf Graufilter.

Graufilter* verdunkeln ein Bild und du kannst durch langsamere Auslösung weichere Aufnahmen erzeugen und sogar tagsüber Langzeitaufnahmen machen. So schaffst du es zum Beispiel tagsüber einen Wasserfall mit laufenden Wasser aufzunehmen oder ein weiches Meer, obwohl die Sonne im Zenit auf dich knallt!

wasser tagsüber richtig fotografieren

Extra 2: Der richtige Kamerarucksack

Über die letzten 6 Jahre als Reiseblogger hat sich bei mir natürlich einiges an Kameraequipment angesammelt. Das meiste habe ich mir selbst gekauft aber mir wurde auch die eine oder andere Kamera und Objektive zum Testen zur Verfügung gestellt. Allerdings musst du selbst nicht mit so vielen Dingen rumreisen wie ich es tue. Bei mir ist es schließlich irgendwie auch mein Job – und ständig bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen rausgezogen zu werden, ist auf Dauer ziemlich nervig!

Aber wenn du einen tollen Kamerarucksack nutzen möchtest, wo deine Objektive und Kameras sicher verstaut sind und dennoch etwas Platz für andere Gegensände bleibt, kann ich dir den Lowepro AW 450* empfehlen. Die Fächer kannst du selbst konfigurieren und egal ob du noch ein Packingcube* mit Klamotten oder eine Drohne mit reinpacken willst, lässt sich dieser perfekt auf deine Bedürfnisse anpassen. Außerdem sitzt er auch gut auf dem Rücken und hat verschiedene Schnellzugänge, damit du deine Kameras immer griffbreit hast!

Extra 3: Genug Akkus und Speicherkarten

Egal welche Kamera du dabei hast und egal wie viel du fotografierst, nimm immer mehr als zwei Akkus und mehr als drei Speicherkarten mit. Es kann immer passieren, dass du an einen Ort kommst, wo du deine Kamera mal nicht aufladen kannst und froh drum bist, noch ein oder zwei Ersatzakkus dabei zu haben. Außerdem kann ich nicht empfehlen, größere Speicherkarten als 64 GB dabei zu haben. Bei mir passt auf eine Karte ein Tag. Ich bin eine Zeitlang mit 128 GB Karten gereist und hatte oftmals Material von 3 bis 4 Tagen auf einer Karte drauf. Bis in Japan eine der Karten von jetzt auf gleich nicht mehr von meinen Kameras und Computern erkannt wurde. Es war schon sehr ärgerlich, so viel Material zu verlieren!

Ich habe zudem noch ein kleines Case* dabei, in dem ich meine Speicherkarten vor Staub und Wasser geschützt überall hin mitnehmen kann und dennoch immer schnell Zugang habe!

Es gibt keine Pauschalantwort auf die Frage, wie du richtig fotografierst!

Wenn es eine Antwort au diesen Beitrag gibt, dann ist es der, dass es keine richtige gibt. Fotografieren ist etwas sehr individuelles und es kommt auf dich, deine Art und deine Interessen, wie du richtig fotografierst. Ich hoffe dennoch, dass ich dir mit diesem Beitrag zeigen konnte, wie du verschiedene Szenarien in Zukunft besser festhalten kannst, auch die, die du nicht erwartest und auf die du nicht vorbereitet bist. Denn schließlich ist es genau das, was das Leben zu einem Abenteuer macht, und es sind genau die unerwarteten Momente, die uns für immer in Erinnerung bleiben!

Ich freue mich auf deinen Kommentar zu diesem Beitrag und wünsche dir nun viel Spaß beim Rumspielen und Ausprobieren mit deiner Kamera!

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4 Kommentare zu „Das sind die besten Fotografietipps für Abenteurer!

  1. Daniel on

    Großartig was aus Deinem Blog mittlerweile geworden ist, lieber Sebastian. Und danke für solch grandiose Tipps, da hab ich wieder einiges umzusetzen… ich scheu mich immer noch vor dem manuellen Fotografieren. :-/

    Antworten
  2. Jo Elchkuss on

    Vielen Dank für deine ausführlichen und tollen Tipps, die ich alle so absolut unterschreiben kann (insbesondere manueller Modus und RAW)!
    Kurz hast du das Thema Stativ angerissen. Wie machst du es, wenn du länger unterwegs bist. Schleppst du eines mit oder lässt du es lieber zu Hause? Ein gutes Stativ ist ja weder leicht noch platzsparend…
    Beste Grüße, Jo

    Antworten