Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

3 Tage voller Abenteuer im Gondwana Tented Eco Camp

Du hörst nur deinen eigenen Herzschlag, vielleicht noch ein wenig den Wind in den Gräsern. Vor dir schleicht ein Löwenrudel durchs Gebüsch, es dämmert bereits. Den ganzen Tag habt ihr damit verbracht, das Rudel zu finden, und endlich konntet ihr es aufspüren.

Du traust deinen Augen kaum, als diese wunderschönen und imposanten Tiere an eurem Wagen vorbeischleichen. Eine Löwin schaut dir dabei sogar direkt in die Augen, dein Herz scheint für wenige Sekunden aufzuhören zu schlagen. Schnell ist klar, du bist nur ein Gast, ein Gast mitten im afrikanischen Busch, dem Zuhause wilder, mächtiger Tiere.

Genau solche Momente machen eine Safari besonders und zu einem Abenteuer, das du nie vergessen wirst. Wir haben drei Tage mit unseren Lesern im Gondwana Tented Eco Camp verbracht und erzählen nicht nur, was wir in dieser Zeit Spannendes erlebt haben, sondern auch, warum eine Safari in Südafrika unbedingt auf deine Bucket Liste gehört!

Mitten im afrikanischen Busch!

Safari Südafrika: 3 Tage voller Abenteuer und Gänsehautmomente im Gondwana Tented Eco Camp

Safari Südafrika Tag 1: Ankunft im Gondwana Eco Camp

Ein paar Stunden waren wir bereits unterwegs, als wir von der Hauptstraße auf eine Schotterpiste abbogen. Ob uns das Navi in die richtige Richtung schickte? Es war jedenfalls weit und breit nichts zu sehen.

Die Tage zuvor waren wir noch in Kapstadt, nun wartete der afrikanischen Busch auf uns – und tatsächlich: Ein paar Kilometer weiter standen wir vom Eingangstor der Gondwana Game Reserve. Schilder warnten uns vor herumlaufenden Löwen.

Wir fuhren hindurch und machten Halt an einem kleinen Häuschen. Ein Mann in Uniform begrüßte uns und bat uns, ihm unsere Namen mitzuteilen und eine Erklärung zu unterschreiben. Langsam fahren, Fenster geschlossen halten, nicht anhalten, Tiere vorbei lassen. OK.

Das Häuschen schien eine Toilette zu haben. Leicht zögerlich fragte einer von uns “Can we get out and use the toilette?”. Der Mann in Uniform lachte und antwortet “Sure, but mind the lions!”. Mindestens genauso zögerlich verließen wir unseren kleinen Van, nicht wissend, ob dies nun ein reiner Scherz sei, oder ob nicht doch ein Funken Wahrheit hinter der Warnung steckte.

Erleichtert, einerseits über die Erleichterung selbst, und andererseits darüber, beim Toilettengang keinem Löwen begegnet zu sein, stiegen wir wieder in den Van und fuhren langsam los.

Nashörner grasen friedlich neben unserem Van

Alle schauten gespannt aus den Fenstern, die selbstverständlich komplett verschlossen waren. Wir folgten der Piste für ein paar Kilometer und prompt sahen wir die ersten Nashörner, direkt neben unserem Van!

Einige von uns waren so perplex, dass noch nicht einmal die Kameras gezückt wurden. Zum Glück würden wir die seltenen Tiere in den nächsten Tagen aber noch öfters zu Gesicht bekommen. Fasziniert von dieser ersten tierischen Begegnung hatte nun jeder ein dickes Grinsen im Gesicht.

Im Camp angekommen, bezogen wir nachdem Check-in in der Hauptlodge erst einmal unsere luxuriösen Zelte des Gondwana Eco Camps: Neben einem bequemen Doppelbett, einer Art offenem Kleiderschrank und einer kleinen privaten Terrasse samt Stühlen zum Chillen, wartetet hier sogar ein Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Toilette auf uns – der Wahnsinn!

Wir trafen uns alle fürs Mittagessen im Hauptzelt, dass ebenfalls keine Wünsche offen ließ: Eine riesige Couch und ein riesiger Tisch luden hier zum gemeinsamen Essen und Entspannen ein. Außerdem warteten noch mehrere Hängematten* sowie ein kleiner Pool im Camp auf uns. Was will man mehr?

Es gab leckere Burger vom Grill und später noch einen Kaffee und Kekse. Gegen 16:30 Uhr machten wir uns mit einem uralten und deshalb umso cooleren Land Rover Defender auf unsere erste Pirschfahrt. Steve, die Camp-Managerin und gleichzeitig unsere Rangerin und Fahrerin, wollte uns ihren Lieblingsausguck zeigen und sich außerdem mit uns auf die Suche nach Giraffen begeben.

Wir fuhren den gleichen steilen Weg hinauf, den wir ein paar Stunden zuvor auf dem Weg zum Camp hinunter gefahren waren. Kein Problem für den Defender, der nicht nur ordentlich brummte, sondern auch ordentlich qualmte. Dafür spürten wir nichts von den holprigen Wegen unter uns, denn die Federung des Wagens war einfach nur top.

Auf der Suche nach Giraffen

Oben am Hügel angekommen, stiegen wir aus dem Defender und vor uns offenbarte sich ein wunderschönes, längliches Tal. Wir zückten alle unsere Ferngläser und scannten das Tal nach den Giraffen ab.

Doch leider entdeckten wir keine Giraffen, dafür aber eine Herde Kudus, Impalas, Gnus und Zebras. Steve wollte nun runter ins Tal, um noch besser schauen zu können. Während wir hinunter fuhren, ging die Sonne gerade über den weit entfernten Outeniqua und Langeberg Mountains unter – ein magischer Moment.

Unten im Tal angekommen, fehlte auch weiterhin jede Spur von den Giraffen, während es Minute für Minute immer dunkler wurde. Wir fuhren langsam einen Weg entlang, als plötzlich zwei Nashörner direkt vor uns standen und auch diesmal friedlich grasten – Wow.

Es herrschte absolute Stille und jeder einzelne von uns war in den Moment vertieft. Wir beobachteten die Tiere und Steve erzählte uns mehr über sie, die Probleme der Wilderei und was dagegen unternommen wird und werden kann.

Braai im Gondwana Eco Camp

Braai, Lagefeuer und die Milchstraße

Auch diesmal hätten wir noch Ewigkeiten in unserem Landy sitzen und den Nashörnern zugucken können, aber wir mussten zurück ins Camp. Hier wartete schon ein gemütliches Lagerfeuer und ein typisch südafrikanisches Braai auf uns.

Nachdem Essen saßen wir uns ums Feuer und fingen an über das Erlebte, und über Gott und die Welt zu sprechen. Wir beobachteten, wie die Milchstraße über uns immer heller leuchtete und sich langsam drehte, ohne dabei zu merken, wie die Zeit verging. Es war schon Mitternacht, als wir uns als in unsere Zelte verkrochen und voller unvergesslicher Eindrücke einschliefen.

Safari Südafrika Tag 2: Auf der Suche nach Löwen

Der nächste Tag startete früh und auch diesmal mit einer Mission: Wir wollten das Löwenrudel aufspüren. Nicht nur das: Die Ranger der Gondwana Game Reserve vermuteten, dass eines der Weibchen vor ein paar Tagen einen Wurf bekommen haben müsste. Sie war hochschwanger gewesen und nun schon seit ein paar Tagen nicht mehr gesichtet worden – alles Anzeichen dafür, dass sie ihre Junge zur Welt gebracht haben müsste.
Wir machten uns also wieder in unserem Landy auf den Weg, kamen wieder an einer Gruppe Nashörner vorbei, und auf einmal standen sie neben uns: zwei Giraffen, so unglaublich schöne Tiere. Neugierig schauten uns die beiden an. Doch genau diese Neugierde kommt ihnen oftmals zum Verhängnis. Denn viele Giraffen fallen Raubtieren zum Opfer, schlichtweg, weil sie aus Neugierde nicht flüchten, erklärte uns Steve.

Fasziniert von diesen Tieren begaben wir uns weiter ins Dickicht hinein, um die Löwen zu finden. Dabei fuhren wir auch zu einem kleinen Wasserloch hinunter, das zwei Nilpferde zu diesem Zeitpunkt ihr Zuhause nannten.

Anders als viele meinen, sind tatsächlich Nilpferde für die meisten Tode verantwortlich. Diese so träge wirkenden Geschöpfe können nämlich bis zu 40 km/h schnell rennen und wie aus dem Nichts auf dich zurasen. Außerdem mögen sie zwar wie ziemlich entspannte Zeitgenossen wirken, sind allerdings sehr aggressiv.

Wer beobachtet hier wen?

Ausgerechnet als wir die Nilpferde wieder verlassen wollten, viel Felix, einer unserer Leser, das Handy aus der Hand und neben dem Landy auf den Boden – der denkbar ungünstigste Moment bei einer Safari überhaupt.

Nun hieß es erstmal warten. Warten, bis beide Nilpferde abtauchen würden und Felix somit ein paar Sekunden Zeit hätte, um blitzschnell aus dem Auto zu springen, sich das Handy zu krallen und wieder reinzuspringen.

Doch als ob sie es wüssten, tauchten sie fortan immer abwechselnd ab. Wir warteten rund 10 Minuten, bis Steve entschloss, dass Felix es riskieren könnte. Es dauerte keine zwei Sekunden und Felix saß mit seinem Handy in der Hand wieder im Auto.

Nach diesem kurzen Adrenalinschub fuhren wir zurück ins Camp und aßen wieder lecker zu Mittag. Wir waren alle ganz schön k.o. von den vielen Eindrücken und außerdem brennte die Mittagssonne auf uns nieder. Wir verteilten uns in den Hängematten, plantschten ein wenig im Pool und legten uns sogar für ein kurzes Nickerchen ins schattige Zelt.

Gegen 16:00 Uhr gab es wieder frischen Kaffee und Kekse, und anschließend stand unsere dritte Pirschfahrt an. Wir wollten weiterhin die Löwen finden und so begaben wir uns im südwestlichen Teil des Reservats auf die Suche nach ihnen – doch leider ohne Erfolg.

Es wird brenzlich: Eine Herde Elefanten läuft direkt auf uns zu

Stattdessen bekam Steve die Nachricht, dass die Elefanten gesichtet worden sein. Wir fuhren schnurschtracks in die Richtung der Elefanten und schon sahen wir sie von Weitem, wie sie langsam, aber sicher einen Hügel hinunter marschierten.

Wir fuhren weiter in ihre Richtung und Steve wollte unser Autor so positionieren, dass die Herde direkt an uns vorbei laufen würde. Doch oftmals kommen Dinge anders, als man sie plant, vor allem, wenn’s um Tiere geht.

Die Herde wurde von einem riesigen Tier angeführt und anders als zuerst vermutet, war es nicht der Elefantenbulle, sondern eine ältere Elefantenkuh. Sie schien nicht gerade gut gelaunt zu sein, wackelte heftig mit den Ohren und lief in einem schnellen Schritt vorwärts – direkt auf uns zu.

Statt nach hinten auszuweichen, fuhr Steve nun nach vorne. Es schien, als würden wir direkt in die Elefantenherde hinein fahren. Doch Steve wusste genau, was sie tat: Sie beschleunigte den Wagen und wir düsten davon. Wären wir nach hinten gefahren, hätten wir den Elefanten nicht genug und auch nicht schnell genug Platz machen können. So konnten wir ihnen nun ganz aus dem Weg gehen.

Steve erklärte uns, dass Elefanten alles umrennen, was ihnen in die Quere kommt, und das in solchen Situationen nicht zu spaßen ist. Sie hatte die Elefantenkuh selten so schlecht gelaunt gesehen und fragte sich, was der Grund sei. Vielleicht war es der Bulle, der ihr auf die Nerven ging und ihr seit Tagen folgte.

So schnell wie die Elefanten auf uns zu rannten, so schnell waren sie auch wieder verschwunden. Auf einmal gab es keine Spur mehr von ihnen. Mich fasziniert es immer wieder, wie so riesige Tiere – die größten Landlebewesen unserer Erde – sich so gut verstecken können. Es sollte das erste und letzte Mal sein, dass wir die Elefanten im Gondwana Game Reserve sahen.

Endlich: Der König der Tiere streift an uns vorbei

Nach diesem kurzen, aber intensiven Zusammentreffen machten wir uns wieder zurück ins Dickicht, wo wir kurz zuvor die Löwen suchten. Wir fuhren immer tiefer hinein, als auf einmal drei Löwinnen um die Ecke bogen und direkt auf uns zuliefen.

Unser Auto schien sie nicht aus der Ruhe zu bringen, und sie schlichen schnell und elegant zugleich an uns vorbei. Keine zwei Meter lagen zwischen unserem Auto und den Löwen, die uns zum Teil direkt in die Augen schauten.

Und dann schlich auch er an uns vorbei, mit seiner prächtigen Mähne: der König der Tiere. Wir versuchten dem kleinen Rudel noch ein wenig zu folgen, doch wie die Elefanten waren auch die Löwen auf einmal spurlos verschwunden.

Die Dämmerung setzte ein und es wurde ziemlich schnell ziemlich dunkel. Wir fuhren zurück ins Camp, wo wieder ein leckeres Abendessen und ein paar gemütliche Stunden rund ums Lagerfeuer auf uns warteten.

Safari Südafrika Tag 3: Wir treffen auf das schnellste Landtier der Welt

Am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen und noch in der Dunkelheit machten wir uns auf den Weg. Denn heute stand eine ganz besondere Begegnung auf dem Programm, die man nur als Gast des Eco Camps erlebt: Wir besuchten das Geparden-Gehege.

Doch auf dem Weg dorthin begegneten wir erstmal ganz anderen Raubkatzen: Wie aus dem Nichts tauchte auf einmal das Löwenrudel im Nebel der Morgendämmerung vor uns auf. Gemächlich und ohne an Stolz zu verlieren liefen sie an unserem Wagen vorbei – und da war er wieder, einer dieser ganz besonderen Momente, die man nie wieder vergessen wird.

Wir trafen Jolande, die für das Gebarden-Auswilderungs-Projekt bei Gondwana zuständig ist und mit einer Leidenschaft arbeitet, die ansteckend ist. Für die nächsten Stunden würde sie uns fahren und setzte sich auch prompt hinters Lenkrad.

Wir fuhren ins östliche Ende des Reservats, wo sich ein 500 Hektar großes Gehege befeindet, das extra für die Geparden angelegt wurde. Hier wurden zwei Geparden auf ihr neues Leben in der freien Natur vorbereitet und gleichzeitig ihr Verhalten erforscht.

Leider werden immer noch eine große Anzahl an wilden Tieren und darunter auch Raubkatzen wie Geparden oder Löwen in Südafrika in Gefangenschaft und sogar als Haustiere gehalten. Diese Tiere werden zum Teil von Reservaten wie Gondwana aufgekauft, um sie dann mit großem Aufwand wieder auszuwildern.

Nicht alle der Tiere können wieder in die freie Wildbahn entlassen werden, so sehr haben sie sich an den Menschen gewöhnt und verlernt zu jagen oder sich vor Feinden in Acht zu nehmen.

Die Geparden haben deshalb ein eigenes, vom Rest des Reservats durch einen Zaun abgetrenntes Gehege, weil sie ansonsten schnell zur Beute der Löwen werden. Löwen und Geparden sind Erzfeinde, da sie beide um die Gleiche Beute und das gleiche Territorium kämpfen.

Löwen fressen Geparden nicht, sondern töten sie nur, während ein aus Gefangenschaft kommender Gepard gegen wilde Löwen kaum Chancen hat. Das liegt daran, dass viele Geparden in Käfigen neben Löwen gehalten werden und so ihre natürlich Angst vor dem König der Tiere verlieren, erklärte uns Jolande.

Wie kann ein Tier so wunderschön sein?

Nach knapp einer Stunde erreichten wir das Gehege endlich und nun hieß es Augen offen halten! Wir entdeckten Impalas und einen Strauß, aber leider keinen der beiden Geparden. Wie auch bei den Löwen gab es die Vermutung, dass das Geparden-Weibchen gerade ihre Junge zur Welt gebracht hatte. Wie cool wäre das denn, kleine flauschige Gepardenbabys zu sehen?

Wir fuhren ins Tal des Geheges und Jolande hielt immer wieder ihre Antenne in die Luft, um das Weibchen zu tracken. Ab und zu wurde das Signal stärker, doch es reichte nicht, um das Weibchen aufzuspüren. Jolande entschloss, stattdessen nun nach dem Männchen Ausschau zu halten und auf dem Rückweg nochmals unser Glück im Tal zu versuchen.

Wir machten uns also auf den Weg zum anderen Ende des Geheges, wo Jolande das Männchen vermutetet – und sie sollte Recht behalten. Der Gepard streifte hier den Zaun hoch und runter, auf der anderen Seite standen wertvolle Wildtiere eines Züchters, die das Männchen am liebsten gefressen hätte – irgendwie auch gemein, wenn man den ganzen Tag ein saftiges Steak vor die Nase gehalten bekommt, es aber nicht essen kann.

Wir beobachteten dieses überaus schöne Tier, während Jolande uns nicht nur mehr zu seiner Geschichte und seinem Verhalten erzählte, sondern auch seinen generellen Gesundheitsstand überprüfte. Bestimmt eine Stunde saßen wir einfach nur da und schauten diesem eleganten Wesen zu. So langsam mussten wir allerdings wieder zurück in Richtung Camp und schließlich wollten wir nochmals nach dem Weibchen schauen.

Wir machten uns also auf den Weg zurück zum Eingang des Geheges, hielten noch einmal unten im Tal und versuchten das Weibchen mithilfe des Signals zu finden. Leider konnten wir es weder orten noch sehen – schade! Aber immerhin hatten wir das Männchen beobachten können und das war bereits ein echter Glücksmoment.

Es ist an der Zeit, etwas Gutes zu tun

Jolande übergab uns wieder in die Hände unserer Rangerin Steve. Ziemlich kaputt, aber schon wieder total beflügelt von diesem besonderen Erlebnis, kamen wir in unserem Camp an, aßen zu Mittag, entspannten ein wenig und tranken Kaffee, bevor wir uns wieder auf die nächste Fahrt begaben.

Diesmal ging es weniger darum, Tiere aufzufinden, sondern vielmehr darum, ihren Lebensraum, das Reservat, zu schützen und in Stand zu halten. Zunächst fuhr Steve mit uns allerdings zu zwei Stellen, an denen Kameras versteckt wurden.

Mithilfe dieser können die Bewegungen der Tiere innerhalb des Reservats festgehalten und analysiert werden. Und tatsächlich: Auf der ersten Kamera waren gleich mehrere Tiere zu sehen, darunter Zebras, Impalas, Kudus und sogar Affen. Mit der zweiten Kamera wurde hingegen kein einziges Tier aufgenommen, dabei wurde auch sie an einem Ort aufgestellt, wo in der Regel viele Tiere vorbeistreiften, insbesondere die Elefanten.

Wir ließen die Kameras hinter uns, denn nun hieß es richtig anpacken. Die ersten Siedler aus den Niederlanden und Großbritannien brachten verschiedenen Pflanzarten von ihren Reisen mit, unter anderem auch die Australische Silberakazie. Sie pflanzten diesen Baum, um Brenn- und Bauholz zu haben, denn die einheimischen Pflanzen waren keine Alternative.

Leider fühlt sich die Australische Silberakazie nicht nur pudelwohl in Südafrika, sondern vermehrt sich auch sehr schnell und zieht den anderen, heimischen Pflanzen Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Sie ist regelrecht invasiv.

Auch im Gondwana Game Reserve wachsen die Akazien wie wild und unsere Aufgabe war es nun, ihre Verbreitung zu stoppen und sie auf Dauer auszurotten. Statt aber einfach alle Bäume zu fällen, und somit gegebenenfalls den Lebensraum der Tiere wie zum Beispiel verschiedener Vogelarten ohne Vorwarnung zu zerstören, machten wir uns an der Rinde der Bäume zu schaffen.

Dazu setzten wir relativ weit unten am Baumstamm an und zogen, je nach Größe der Akazie, eine 10 bis 20 Zentimeter breite Schicht der Rinde ab, im Englischen ring-barking oder auch girdling genannt, auf Deutsch Ringelung.

Das führt dazu, dass der Baum langsam abstirbt, da eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen nicht mehr gewährleistet werden kann.

Wir fuhren einige Kilometer ab und während wir bei den größeren Exemplaren die Ringelung einsetzen, zogen wir jüngere Sprösslinge einfach aus dem Boden oder sägten sie ab und kippten anschließend ein Mittel über die im Boden verbliebende Wurzel, der auch diese abtötete.

Etwa zwei Stunden klapperten wir Baum für Baum ab, jedoch wurde schnell klar: Das ist eine Mammutaufgabe. Die Australische Silberakazie hatte sich schon sehr weit ausgebreitet und bei genauerem Hinsehen entdeckte man alle paar Meter neue Sprösslinge.

Vom Regen überrascht

Auf dem Weg zurück ins Camp fing es an zu regnen, aber das machte nichts, denn wir hatten trotzdem eine Menge Spaß. Gleichzeitig wurde uns auch bewusst, was für ein riesiges Glück wir in den letzten Tagen mit dem Wetter hatten.

Es sollte noch die ganze Nacht durchregnen, sodass wir unsere letzte Nacht im Camp leider nicht am Lagerfeuer verbringen konnten. Dafür machten wir es uns aber im großen Hauptzelt gemütlich.

Safari Südafrika Tag 4: Eine Überraschung zur Abreise

Am nächsten Morgen packten wir unsere Rucksäcke und machten uns nach dem Frühstück auf unsere letzte Pirschfahrt. Wir entdeckten nochmals zwei Giraffen, die ganz gemütlich fraßen und später neben uns herliefen. Auch die Nashörner kreuzten nochmals unseren Weg, genauso wie Kudus, Impalas, Gnus und sogar ein paar scheue Hirschantilopen.

Doch auf einmal hörten wir laute, kreischende Schreie. Paviane, schloss Steve gleich, und schon sahen wir in der Ferne zwei große Pavianmännchen in schnellem Tempo hintereinander her laufen.

Steve lenkte den Landy in die Richtung der Affen und dann offenbarte sich uns ein wunderbares Bild: Vor uns befanden sich über 100 Tiere – eine riesige Gruppe an Pavianen marschierte über die Wiesen, sprang von Baum zu Baum, von Ast zu Ast, kreischend, spielend und manchmal auch streitend.

Darunter befanden sich auch einige junge Babys, die auf dem Rücken oder in den Armen ihrer Mütter getragen wurden – ein grandioses Bild!

Mit diesem letzten, unvergesslichen Erlebnis im Kopf verließen wir das Gondwana Game Reserve nach dem Check-Out in unserem kleinem Van.

Safari Südafrika: Wissenswertes über das Gondwana Tented Echo Camp

Lage und Anreise

Die Gondwana Game Reserve befindet sich knapp 30 Kilometer nord-westlich von Mossel Bay und lässt sich perfekt an einen Roadtrip entlang der Garden Route oder als Verlängerung zu einem Aufenthalt auf der Kap-Halbinsel einbauen. Von Kapstadt brauchst du ca. 4,5 Stunden bis in das Reservat.

Am einfachsten ist die Anreise mit dem Mietwagen, du kannst dich aber auch vom Flughafen in George abholen lassen. Dieser befindet sich 50 Minuten vom Reservat entfernt, eine Abholung kostet 1.500 ZAR, also umgerechnet rund 90 Euro.

Größe und Tiere

Die Gondwana Game Reserve hat eine Größe von 11.000 Hektar und beherbergt die sogenannten Big 5: Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden. Dabei zählen diese gar nicht einmal zu den fünf größten Tieren Südafrikas, sondern sind die fünf Tiere, die sich nur schwer und nicht ohne Gefahr jagen und töten lassen.

Neben diesen Tieren leben auch eine Menge andere Arten im Reservat, darunter Geparden, Nilpferde, Strauße, Zebras, Impalas, Springböcke, Kudus, Hirsche und Paviane sowie diverse Vögel- und Insektenarten.

Unterbringung und Kosten

Das Besondere an der Gondwana Game Reserve ist, dass du hier einerseits in kleineren Chalets und größeren Busch-Villen, aber eben auch in luxuriösen Zelten übernachten kannst. Dabei ist das Gondwana Tented Eco Camp nicht umzäunt und die Tiere des Reservats können hier frei herumlaufen – auch Elefanten und Giraffen sollen im Camp schon gesichtet worden sein!

Das Gondwana Tented Eco Camp

Du kannst entweder, 3, 5 oder sogar 12 Nächte im Camp verbringen. Start ist immer donnerstags, während der Check-in ab 13 Uhr mittags möglich ist und das Programm am ersten Tag gegen 16 Uhr mit der allerersten Pirschfahrt (Game Drive) beginnt. Der Check-Out ist dann am letzten Tag zwischen 10 und 11 Uhr morgens, davor findet aber auch nochmals eine Pirschfahrt statt. Wenn du drei Nächte bleibst, erlebst du also insgesamt sechs Pirschfahrten,

Das Besondere ist aber nicht nur, dass du ganz im Glamping-Stil mitten im afrikanischen Busch übernachtest, sondern dich auch am Conservation Programme des Reservats beteiligst: Dazu zählen das Erfassen von Daten, Reparieren von Zäunen oder wie bei uns das Entfernen unerwünschter Pflanzen. So hast du bei deiner Safari also auch gleichzeitig die Möglichkeit, für die Tiere und den Artenschutz einzusetzen und etwas Gutes zu tun.

3 Nächte im Gondwana Tented Eco Camp kosten 10.280 ZAR, das sind umgerechnet 640 Euro, inklusive allen Pirschfahrten und Mahlzeiten (alkoholische Getränke sind nicht inklusive).

Packliste: Das solltest du für deine Safari in Südafrika mitnehmen

– 1x lange leichte Hose (für Pirschfhahrten)
– 2x langärmelige leichte Shirts oder Hemden (für Pirschfahrten)
– leichte Wanderstiefel, die über den Knöchel gehen (für Pirschfahrten)
– kurze Hose, Rock oder Kleid (fürs Camp)
– 2x T-Shirts oder kurzärmelige Hemden (fürs Camp)
– 1x Fleece oder Pullover
– 1x leichte Daunenjacke
– 1x leichte Regenjacke
– 1x Cappy oder Sonnenhut
– ggf. Mütze und Schal (oder Buff)
– Kamera und Zoomobjektiv
– Fernglas
Trinkflasche
– Sonnenbrille
– Sonnencreme & Mückenspray

Pro-Tipp: Achte darauf, neutrale Farben wie Beige, Khaki, Grau oder Schwarz für deine Safari-Outfits einzupacken. Hellere Farben sind am besten, da sie im Vergleich zu dunklen Farben einen kühlenden Effekt haben. Bunte, knallige Farben sollten auf Safaris und in der Tierwelt eher gemieden werden, da sie der Natur als Signalfarben dienen.

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