Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Die schönsten und abgelegensten Nationalparks der Welt – und welche Abenteuer dich dort erwarten.

Egal, wann und wo, ein Besuch in einem Nationalpark bedeutet fast immer: Abenteuer pur! Die meisten dieser Parks haben wegen wachsender Besucherzahlen mittlerweile eine gute Infrastruktur und sind trotz der unberührten Landschaften eher modern und zivilisiert. Es gibt allerdings ein paar wenige Naturschutzgebiete auf der Welt, die du tagelang entdecken kannst, ohne dabei einem einzigen Menschen zu begegnen. Dafür triffst du auf wilde und teilweise echt seltene Tiere und erlebst, was es wirklich bedeutet die Welt, so wie du sie kennst, hinter dir zu lassen. Wenn du dich fragst, wo du dich in so ein ganz besonderes Off The Path Abenteuer stürzen kannst, habe ich hier die sieben schönsten und abgelegensten Nationalparks der Welt für dich!

Abenteuer Wildnis!

Die schönsten und abgelegensten Nationalparks der Welt – und welche Abenteuer dich dort erwarten!

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Foto von prudek

1. Qomolangma Naturreservat, Tibet

Das tibetanische Naturreservat Qomolangma ist nicht nur das am höchsten gelegene Naturschutzgebiet der Welt, sondern auch eines der schönsten. Qomolangma oder auch Chomolungma (tibetisch für Mount Everest) erwartet dich mit einem der ultimativsten Abenteuern überhaupt: Die Besteigung des Everest. Der höchste Gipfel der Welt wird mittlerweile zwar von recht vielen Abenteurern bezwungen, bleibt aber trotzdem eine unglaublich krasse Herausforderung. Ein Aufstieg von der tibetischen Seite des Berges garantiert dir, dass du nicht jeden Tag auf mehrere Gruppen von Bergsteigern triffst, denn die meisten Gruppen machen sich vom Süden auf in Richtung Gipfel.

Kobler & Partner ist einer der wenigen deutschsprachigen Anbieter, die mit kleinen Gruppen den Mount Everest innerhalb von 55 Tagen besteigen. Zu diesem gewaltigen Abenteuer gehört nicht nur Mut und Ausdauer, sondern auch das richtige Maß an körperlicher Fitness und Kondition. Es muss aber nicht immer sofort auf den Gipfel gehen. Schon allein der Chomolungma-Trek, der dich vier Tage lang durch die Abgeschiedenheit der tibetischen Berge bis zum auf 5200 Metern gelegene Basislager des Everest führt, hat es in sich. Hier lohnt es sich schon früh aus dem Zelt zu krabbeln, um dir den Sonnenaufgang über dem mächtigsten und beeindruckendsten Gipfel der Welt anzusehen – absolute Gänsehautgarantie!

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Foto von LuaAr

2. Darién Nationalpark, Panama

Der Darién Nationalpark in Panama unterbricht mit rund 580.000 Hektar dichtem Dschungel die berühmte Panamericana und wird daher auch oft als Darién Gap bezeichnet. Der Park befindet sich an der Grenze zu Kolumbien und besteht zum Großteil aus verschiedenen tropischen Regenwäldern, die in ihre saftigen Grüntönen fast nahtlos ineinander übergehen. Dazwischen erwarten dich allerdings auch Sümpfe, menschenleere Sandstrände, Lagunen, Flüsse und Mangrovenwälder. Bei so viel Artenvielfalt hast du auf einem Trek durch den Park gute Chancen, einige der seltensten Tiere der Erde in freier Wildbahn zu beobachten. Im Urwald leben zum Beispiel Krokodile, Jaguare, Tigerkatzen und gefühlte tausend Affenarten! An der Küste hast du außerdem die Chance, 20 verschiedene Walarten, Haie und Meeresschildkröten zu Gesicht zu bekommen.

Tiere sind aber nicht die einzigen Lebewesen im größten Nationalpark Mittelamerikas, denn hier leben auch noch indianische Urvölker. Da es wegen der fehlenden Straßen schon eine echte Herausforderung ist, überhaupt in den Nationalpark zu kommen, ist er nur sehr spärlich besucht und somit der perfekte Ort für dein nächstes Abenteuer. Es ist allerdings nicht zu empfehlen, hier auf eigene Faust loszuziehen, denn gerade wegen dieser Abgeschiedenheit ist die Drogenmafia in einigen Gebieten des Urwalds vertreten. Mit einem erfahrenen Guide an deiner Seite, der genau weiß, welche Gegenden zu welchen Zeiten sicher sind, kann dir aber nichts passieren. Zudem solltest du vor Beginn deiner Reise unbedingt die Impfempfehlungen des Tropeninstituts beachten.

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Foto von dmitry_ps

3. Kronotsky Naturreservat, Russland

Das Kronotsky Naturreservat ist eines von vielen Naturschutzgebieten auf der Kamtschatka Halbinsel in Russland. Das gesamte Gebiet war zu Sowjetzeiten gesperrt und wurde erst vor 15 Jahren wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Das heißt, hier kannst du noch richtig viele neue und unentdeckte Regionen erkunden, die größtenteils von Vulkanen und dem ewigen Eis geprägt wurden. Einige der Vulkane sind noch aktiv und, wenn du Glück hast, kannst du während deiner Tour durch das Reservat sogar einen Vulkanausbruch aus der Ferne beobachten.

Ganz besonders cool ist das Tal der Geysire, das erst vor rund 60 Jahren entdeckt wurde. In dieser tiefen Schlucht im Gebirge von Kronotsky befindet sich das einzige Geysirfeld Asiens und das zweitgrößte der Welt. Den Dampf der rund 20 aktiven Geysire siehst du schon von Weitem. Im Tal selbst schnellen die Fontänen des kochenden Wassers in Intervallen von nur wenigen Minuten aus der Erde – das ist ein richtig krasses und unwirkliches Bild, das du wohl kaum woanders in der Welt findest.

Neben der genialen Landschaft hast du hier auch die einmalige Gelegenheit, die größte Braunbärenart des Planeten zu beobachten, von denen es hier etwa 600 Exemplare gibt. Im Reservat leben aber auch noch viele andere Tiere, wie zum Beispiel Rentiere, Luchse, Polarfüchse und Riesenseeadler. Das Beste zum Schluss: Da die Halbinsel nur schlecht erreichbar ist, triffst du hier auf fast keine anderen Menschen. Wenn du also deinen zivilisierten Alltag wirklich einmal hinter dir lassen willst, dann ist Kamtschatka und ganz besonders das Kronotsky Reservat der perfekte Ort dafür!

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Foto von Byelikova

4. Central Island Nationalpark, Kenia

Der Nationalpark auf der Insel mitten im Turkanasee in Kenia ist wohl einer der abgelegensten Plätze überhaupt. Nicht nur der Park selbst verspricht dir ein geniales Abenteuer nach dem anderen, sondern schon allein der Weg, den du zurücklegen musst, um dorthin zu gelangen, ist ein echtes Erlebnis: Die gut 900 Kilometer, die du mitten in der Wüste innerhalb von drei Tagen mit einem Jeep zurücklegst, und die anschließende Bootsfahrt durch den größten Wüstensee der Welt sind der Grund, weswegen du hier höchstwahrscheinlich ganz alleine unterwegs bist.

Der Nationalpark auf der Vulkaninsel Central Island begrüßt dich mit einer skurrilen Landschaft, die aus Hunderten von Vulkankratern besteht – drei davon sind sogar immer noch aktiv. Du wirst dir vorkommen, als wärst du gerade in die Steinzeit zurückgereist, denn die Landschaft erinnert stark an die Zeichnungen in Geschichtsbüchern und hat sich in den letzten Jahrtausenden tatsächlich kaum verändert.

Auf der Insel gibt es keine Straßen oder Fahrzeuge. Das heißt, du machst dich zu Fuß auf den Weg, wodurch du deine Zeit an diesem unwirklichen Ort noch viel intensiver wahrnimmst. Du solltest allerdings nie ohne einen Parkranger unterwegs sein, denn die Insel hat den größten Krokodilbestand der Welt. Das bedeutet, dass sich zu bestimmten Zeiten – vor allem im Frühsommer – bis zu 14.000 Nilkrokodile auf der Insel aufhalten. Die Ranger können dir genau sagen, was du tun sollst, wenn du plötzlich einer Krokodilfamilie gegenüberstehst und für den absoluten Notfall haben sie auch immer ein Gewehr bei sich.

Zwischen April und Mai kannst du hier außerdem etwas ganz Besonderes erleben: In dieser Zeit schlüpfen die Krokodilbabys aus ihren Eiern, die tief im Sand vergraben sind. Wenn du Glück hast, kannst du das Quietschen hören, mit dem die Babys ihren Eltern zu verstehen geben, dass sie geschlüpft sind. Neben den Krokodilen gibt es auf der Insel noch viele verschiedene, zum Teil giftige Schlangenarten, Zebras, Gazellen und Fische, die wirklich noch aus der Steinzeit übrig geblieben sind. Falls du mehrere Tage bleiben willst, pack dein Zelt ein – auf der Insel gibt es einen kleinen und einfachen Zeltplatz, auf dem die Übernachtung auch noch einmal zu einem einzigartigen Erlebnis wird!

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Foto von SURZet

5. Kanha Nationalpark, Indien

Wenn dich dein nächstes Abenteuer nach Indien führt, dann gehört der Kanha Nationalpark in jeden Fall auf deine Liste. Nachdem du im Park angekommen bist, wird es nicht lange dauern, bis du verstehen kannst, warum Kipling von genau diesem Flecken Erde dazu inspiriert wurde, das Dschungelbuch zu schreiben. Hier ist richtig Urwald angesagt, mit allem was dazu gehört.

In dem 90 Quadratkilometer großen Park warten exotische Pflanzen, ungewohnte Geräusche und unglaublich viele wilde Tiere auf dich, die es anderswo kaum noch in freier Wildbahn gibt. Dazu gehören zum Beispiel Hochlandbarasingas, eine Hirschart, die überall sonst auf der Welt als ausgestorben gilt, aber auch Leoparden, Bären, Wölfe, Schakale, Hyänen, Lippenbären und noch so viele mehr.

Das Coolste am Kahna Parka ist allerdings der große Tigerbestand, der sich von Jahr zu Jahr erhöht. Aus diesem Grund hast du hier auch eine richtig gute Chance, gleich mehrere Tiger in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und ihnen dabei ganz nah zu kommen. Je länger du dich im Khana Nationalpark aufhältst, desto mehr wirst du selbst Teil des Dschungels, der dich komplett in seinen Bann ziehen wird.

Da der Park so groß ist, kannst du hier gleich mehrere Tage einplanen, um wirklich jeden Winkel zu erkunden. Rundum Khana gibt es jede Menge coole Unterkünfte, die teilweise noch richtig im Dschungel liegen wie zum Beispiel die Kanha EarthLodge. Oder du buchst eine mehrtägige Tour direkt beim Nationalpark. Egal, ob du nur ein paar Stunden oder gleich ein paar Tage Zeit hast, um diesen einzigartigen Ort zu erkunden, jede Minute davon wirst du ein Leben lang in Erinnerung behalten!

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Foto von SURZet

6. Gates of the Arctic Nationalpark, Alaska

Mit einer Fläche von rund 34.300 Quadratkilometern ist der Gates of the Arctic Nationalpark der zweitgrößte Nationalpark in den USA und mit großer Wahrscheinlichkeit einer der abgelegensten der Welt. In der Abgeschiedenheit nördlich des Polarkreises gibt es keine Straßen, Pfade, Zeltplätze oder Besucherzentren, dafür jede Menge Berge, Wälder, Tundren und Flüsse. Für dich bedeutet das vor allem eins: Abenteuer pur!

Es geht schon bei der Anreise los. Den Park erreichst du ausschließlich mit dem Luftaxi, aber auch das kann dich oft nur bis wenige Kilometer vor die Parkgrenze bringen. Den Rest musst du zu Fuß zurücklegen. Wenn du Glück hast, bringt dich ein kleines Flugzeug bis nach Anaktuvuk Pass, die einzige Siedlung des Parks. Hier sind knapp über 300 Eskimos des Nunamiut Stammes zuhause, die hier weitab der Zivilisation ein Leben führen, wie du es dir wahrscheinlich nicht einmal vorstellen kannst. In der Ortschaft gibt es zwar einen kleinen Laden, eine Kirche, eine Post und sogar ein Eskimo-Museum, aber trotzdem leben die Leute hier weitestgehend von dem, was das Land hergibt.

Als Besucher bist du hier auf jeden Fall willkommen. Bevor du allerdings in direkter Umgebung der Siedlung dein Nachtlager aufschlägst, solltest du im Ort um Erlaubnis fragen. Vielleicht kannst du dir bei dieser Gelegenheit auch gleich noch den ein oder anderen Überlebenstipp von den Einheimischen holen, den du in der Wildnis des Parks sicherlich gut gebrauchen kannst. Neben den Eskimos wirst du hier aller Wahrscheinlichkeit nach auf keine anderen Menschen treffen, denn jedes Jahr verirren sich nur knapp 10.000 Besucher in den Park.

Du wirst allerdings ziemlich sicher einigen beeindruckenden Tieren, wie beispielsweise Grizzlybären, Elchen, Wölfen und jeder Menge Karibus begegnen. Logischerweise sind die Winter nördlich des Polarkreises sehr lang und mit einer Durchschnittstemperatur von -26°C sehr kalt. Dein ultimatives Abenteuer im Gates of the Arctic Nationalpark solltest du also unbedingt für die Sommermonate planen, in denen es mit durchschnittlichen 11°C auch nicht wirklich warm, aber wenigstens erträglich ist.

7. Pulu Keeling Nationalpark, Australien

Der Pulu Keeling Nationalpark in Australien ist wieder einer dieser Orte, die du nur sehr umständlich erreichst. Zunächst geht es mit dem Flugzeug von Perth aus auf die Kokosinseln, – auch bekannt als Keelinginseln – die etwa 1.900 Kilometer vor der australischen Küste liegen. Von hier aus geht es in eineinhalb Stunden mit dem Boot bis kurz vor die Küste der unbewohnten Pulu Keeling Insel. Boote dürfen aufgrund des geschützten Korallenriffs nicht direkt ans Ufer fahren, das bedeutet, die letzten Meter musst du schwimmen!

Der Nationalpark zählt aber nicht nur wegen der abgelegenen Lage nur relativ wenige Besucher, sondern vor allem, weil die Besucherzahlen der Natur zuliebe stark reguliert werden. Das bedeutet, bevor du dich überhaupt auf den Weg machst, musst du dich um ein Permit kümmern oder dich einer offiziellen Tour von Parks Australia anschließen. Da die kleine Insel so weit im Indischen Ozean liegt und auch nie mit dem Festland verbunden war, gibt es hier keine Säugetiere. Dafür bekommst du viele andere Tiere zu Gesicht, die teilweise unter Artenschutz stehen. Vor allem Seevögel, Reptilien und einige ziemlich skurril aussehende Insekten haben sich im Park niedergelassen.

Neben einer Tour durch den Urwald der Insel solltest du auch unbedingt deine Chance ergreifen und durch das geniale Korallenriff vor der Insel schnorcheln. Die wunderschöne Unterwasserwelt, die sich aus kunterbunten Korallen, Pflanzen und verschiedenen Fischschwärmen zusammensetzt, ist eine richtige Abenteuerlandschaft. Oft siehst du dabei auch Meeresschildkröten und hast mit ein bisschen Glück sogar die Möglichkeit, mit Delfinen zu schwimmen und das ist etwas, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest!

Einmalige Abenteuer in der Wildnis

Vielleicht geht es dir manchmal wie mir und die ganze Welt kommt dir auf einmal so voll vor. Damit meine ich nicht nur die vielen Menschen, die sich in den immer größer werdenden Städten in immer kleineren Wohnungen ein Leben aufbauen, sondern auch alles andere. Ob das nun der Verkehr ist, die endlosen Termine, die dir im Nacken sitzen, oder das Konsumangebot, das dich von überallher anstrahlt.

Manchmal ist die Welt und das Leben einfach zu viel, zu schnell, zu voll und genau in diesen Momenten ist es beruhigend zu wissen, dass es noch Orte auf der Welt gibt, die ganz weit weg von unserem zivilisierten Leben sind. Dein Trip in einen der abgelegensten und schönsten Nationalparks der Welt ist also nicht nur eine Herausforderung, die voller Abenteuer und Nervenkitzel steckt, sondern auch eine Verschnaufpause, die du dir verdient hast!

Warst du schon mal in einem dieser Nationalparks, oder kennst du einen anderen Ort auf der Welt, der noch total unberührt ist?

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Ein Kommentar zu „Die schönsten und abgelegensten Nationalparks der Welt – und welche Abenteuer dich dort erwarten.

  1. Kathrin on

    Toller Artikel! Da ruft gleich wieder das Fernweh! Besonders Kamtschatka steht schon lange ganz weit oben auf meiner Bucket list.
    Total unberührt ist auch der Nordost-Grönland-Nationalpark. Er ist der größte Nationalpark der Welt und außer den 14 Angehörigen der dänischen Sirius Hundeschlitten-Patrouille, die im Park nach dem Rechten gucken, gibt es dort weit und breit keine Menschenseele. Wir waren im Rahmen einer Expeditionskreuzfahrt an der Küste und haben Eisbären und Moschusochsen gesehen. Total genial!!! Mit kleinen Booten geht es an Land und dann wandert man durch die unberührte Natur. Traumhaft schön 🙂

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