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Unfall Ausland: Was tun, wenn dir etwas auf Reisen passiert?

Du kennst das sicher: Während deiner Reisevorbereitungen ist das Thema Reisekrankenversicherung oft ein nerviger Punkt auf deiner To-do-Liste. Eigentlich willst du viel lieber deine Route planen und die verschiedenen Abenteuer-Angebote vor Ort auschecken, als Versicherungspolicen zu vergleichen. Auch wenn es nicht der angenehmste Teil deiner Planung ist, so ist er für den Ernstfall Gold wert. Denn keiner will unterwegs krank oder verletzt sein und dann damit alleine dastehen.

Was du neben der richtigen Vorbereitung noch tun kannst, damit du im Ernstfall nicht ganz so doof dastehst und nichts Schlimmeres passiert, erfährst du in diesem Beitrag!

Notfallplan für unterwegs

Was tun, wenn dir etwas auf Reisen passiert?

Sobald du die richtige Versicherung gefunden hast, kann es losgehen. Aber was, wenn es unterwegs wirklich knallt, du dich verletzt oder krank wirst? Wo führt dich dein erster Weg hin und wen musst du unbedingt davon in Kenntnis setzen? Gibt es einen Unterschied zwischen krank sein in Europa und krank sein in fernen Ländern? Hier findest du den Notfallplan für dein nächstes Abenteuer!

So bereitest du dich auf Notfälle vor

Wie so oft gilt auch bei Krankheiten und Unfällen auf deiner Reise: Vorbereitung ist das A und O! Noch bevor du dich auf den Weg zum Flughafen machst, kannst du schon einiges dafür tun, damit du unterwegs gut abgesichert bist.

1. Reisekrankenversicherung abschließen

Wie schon erwähnt, ist eine Reisekrankenversicherung ein absolutes Muss. Welche Art von Versicherung für dich infrage kommt, hängt davon ab, wohin deine Reise geht und auch wie lange du unterwegs sein wirst. Egal, wer dich versichert – such dir auf jeden Fall vor Reiseantritt die Notfallnummer raus. Am besten speicherst du diese Nummer nicht nur in deinem Handy, sondern trägst sie für den Notfall auch griffbereit bei dir (zum Beispiel in deinem Geldbeutel).

Innerhalb der EU

Wenn du in Deutschland gesetzlich versichert bist, dann gilt dieser Versicherungsschutz auch im EU-Ausland. Auf der Rückseite deiner Versichertenkarte sind alle notwendigen Daten aufgedruckt, die du brauchst, um während deiner Reise ärztlich behandelt zu werden. Für normale Behandlungen entstehen hier in der Regel keinerlei Kosten für dich – allerdings werden bestimmte Leistungen, wie zum Beispiel ein Rücktransport, grundsätzlich nicht bezahlt.

Um wirklich auf Nummer sicherzugehen, empfiehlt sich ein Anruf bei deiner Krankenkasse vor Reiseantritt. Hier kannst du dich genau erkundigen, welche Leistungen an deinem Zielort mit inbegriffen sind und für welche du im Zweifelsfall selbst in die Tasche greifen musst. Außerdem solltest du beachten, dass dein Versicherungsanspruch im Ausland nur für 6 Wochen im Jahr gilt, danach wird von der gesetzlichen Krankenkasse nichts mehr übernommen. Solltest du dich also für länger in ein anderes EU-Land verabschieden, dann brauchst du eine zusätzliche, private Reisekrankenversicherung.

Außerhalb der EU

Sobald dich dein Abenteuer jenseits der EU-Grenzen führt, musst du dich auch privat absichern, denn hier kommst du mit der gesetzlichen deutschen Krankenkasse nicht weit. Für eine private Versicherung hast du die Wahl zwischen vielen verschiedenen Anbietern.

Du kannst dich entweder nur für die Dauer deiner Reise versichern lassen oder gleich eine Jahresversicherung abschließen, die dich auf all deinen Abenteuern innerhalb des Versicherungsjahres komplett absichert. Starte deinen Vergleich so früh wie möglich, am besten, sobald du deine Flüge gebucht hast. So kannst du sicher sein, dass du wirklich das beste und auch günstigste Angebot für dich findest.

Der Klassiker unter den Reisekrankenversicherungen ist HanseMerkur, nicht nur, weil du sie unkompliziert und online abschließen kannst, sondern auch weil sie dir richtig gute Konditionen zu einem bezahlbaren Preis anbietet. Solltest du in Deutschland privat versichert sein, dann schau mal ins Kleingedruckte oder greif kurz zum Hörer, denn bei den meisten Tarifen ist ein sechsmonatiger Auslandsschutz schon inklusive – oftmals sogar weltweit.

2. Ab zum Arzt

Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, kannst du vor deiner Reise deinen Hausarzt aufsuchen und dich einmal durchchecken sowie beraten lassen. Gerade bei entlegeneren Gebieten oder exotischen Ländern, für die gewisse Impfungen empfohlen werden, macht dies natürlich Sinn. Hier kannst du dich bereits auf der Webseite des Tropeninstituts über empfohlene Impfungen und Vorsorgemaßnahmen informieren.

Was beim Arztbesuch letztendlich auf dem Programm steht, hängt natürlich immer von deinem jeweiligen Reiseland ab. Für deinen Trip in europäische Länder kannst du zum Beispiel dein Fitnesslevel bestimmen lassen und weißt so ganz genau, ob dein Körper auch deine geplanten Abenteuer mitmachen kann oder ob du lieber etwas runterschalten solltest.

3. Deine Reiseapotheke

Mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke kannst du unterwegs schon so einige Verletzungen und Krankheiten erfolgreich selbst behandeln. Neben deinen persönlichen Medikamenten, die du daheim regelmäßig nimmst, gehören noch die folgenden Dinge in deine Reiseapotheke:

Bei Reisen in westliche Ländern oder Länder mit guter Infrastruktur:
– Medikamente gegen Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden (keiner will bei Magen-Darm-Problemen schließlich noch eine Apotheke aufsuchen müssen..)
– Schmerzmittel (besonders gut bei akuten Kopfschmerzen)
– ggf. Sonnencrème (ist in Deutschland meistens günstiger)
– ggf. Insekten-Repellent und Salbe gegen Mückenstiche (ist teilweise im Zielland günstiger und auch wirksamer)

Bei Reisen in abgelegnere Gegenden oder Länder mit schlechter Infrastruktur
– Wund- und Heilsalbe
– Schmerzsalbe
– Desinfektionsmittel
– Antiallergikum
– Fieberthermometer
– Verbandszeug (Pflaster, Wundkompressen, Mullbinden, Schere, Pinzette und kleines Skalpell)

Tipp: Wenn du regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnimmst, dann denke daran, dir einen ausreichenden Vorrat mitzunehmen.

So gehst du vor, wenn es unterwegs ernst wird

1. Bei kleinen Wehwehchen

Egal ob zu Hause oder unterwegs, kleine Unfälle passieren ganz schnell. Ob du dir nun beim Kochen in den Finger schneidest, dir beim Wandern den Knöchel verstauchst oder dir beim Sitzen im runtergeführten Bus eine Erkältung einfängst – diese kleinen Wehwehchen sind vor allem eins: lästig! Damit du deinen Trip trotzdem noch genießen kannst, ist es wichtig, schnell zu handeln. Wie du verschiedene Verletzungen und Krankheiten selbst versorgen kannst, erfährst du hier:

Wichtig: Sollten die Symptome trotz deiner durchgeführten Maßnahmen bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern, heißt es auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten: Kein Risiko eingehen und ab zum Arzt!

Schnittwunden

Kleinere Schnittwunden solltest du gründlich desinfizieren und entweder mit einem Pflaster oder einer Wundkompresse verbinden. Größere oder sehr stark blutende Wunden sollten in jedem Fall von einem Arzt versorgt werden.

Verstauchungen und Prellungen

Hier hilft manchmal nur Bettruhe oder leichtes Programm. Die Schmerzsalbe und -mittel aus deiner Reiseapotheke und ein Cool Pack, das du dir eventuell in deiner Unterkunft ausleihen kannst oder in der Apotheke bekommst, lindern deine Schmerzen.

Magen-Darm-Beschwerden

Ganz wichtig bei Magen-Darm-Beschwerden ist, dass du viel trinkst, entsprechende Medikamente und Ruhe erledigen den Rest. Sollte nach 48 Stunden keine Besserung in Sicht sein, solltest du allerdings einen Arzt aufsuchen.

Kleinere Verbrennungen

Bei kleinen Verbrennungen ist es wichtig, dass du die betroffene Stelle sofort für maximal 20 Minuten kühlst. Die Schmerzen danach bekommst du mit den üblichen Mitteln aus deiner Reiseapotheke in den Griff. Sollten sich Blasen bilden, dann steche diese nicht auf, sondern lasse lieber kurz einen Arzt drüber schauen.

Generell solltest du auch stets dein Allgemeinbefinden im Auge behalten und bei drastischen Veränderungen, wie zum Beispiel hohem Fieber, sofort einen Arzt aufsuchen.

2. Bei ernsthaften Verletzungen und Krankheiten

Während du Kleinigkeiten auch unterwegs selbst verarzten und auskurieren kannst, brauchst du natürlich auch einen Notfallplan für den Fall, dass dir etwas Ernsthaftes passiert. Wenn ich sage ernsthaft, dann meine ich Knochenbrüche, tiefe oder entzündliche Schnittwunden, Stürze, Hitzschlag, schwere Erkrankungen mit hohem Fieber und ähnliches.

Falls du dir unschlüssig bist, ob deine Erkrankung ernsthaft ist oder nicht, kann ich dir nur raten: Lieber einmal zu viel zum Arzt, als einmal zu wenig – gerade, wenn du unterwegs bist und dein Körper eventuell durch ein anderes Klima und andere Eigenheiten deines Reiselandes geschwächt ist.

3. Akute Notfälle

Bei akuten Notfällen, sprich, wenn du so schwer verletzt bist, dass wirklich jede Minute zählt, ist das einzig Wichtige, dass du so schnell wie möglich in ein Krankenhaus kommst. In dem Moment sind dann auch Versicherungsbestimmungen und dergleichen erst einmal egal, solche Dinge können auch im Nachhinein noch geregelt werden. Sobald du wieder dazu in der Lage bist, setzt du dich am besten direkt mit deiner Versicherung in Verbindung um die weiteren Schritte, wie beispielsweise deinen Rücktransport, zu besprechen.

Zuerst einmal Telefonieren

Für alle anderen ernsthaften Verletzungen und Krankheiten setzt du dich am besten zuerst mit deiner Reisekrankenversicherung über deren 24/7 Notfallnummer in Verbindung. Hier wirst du entsprechend deines Krankheitsbildes an eine Praxis oder Klinik verwiesen, deren Leistungen von deiner Versicherung abgedeckt werden. Nach dem ersten Anruf kümmern sich auch viele Versicherer darum, deiner Familie Bescheid zu geben und sie regelmäßig über deinen Zustand zu informieren.

Am Telefon wird dir zudem mitgeteilt, wie deine Behandlung anschließend verrechnet wird. Für alltägliche Leistungen, wie einen Hausarztbesuch, wird das in den meisten Fällen über Vorkasse gemacht. Das bedeutet, du musst die Rechnungen vor Ort bezahlen, die Belege aufheben und bekommst die Kosten anschließend zurückerstattet. Das gilt übrigens auch für Medikamente und alle anderen medizinischen Ausgaben. Im Normalfall musst du die gesammelten Belege innerhalb von drei Monaten einreichen, um dein Geld zurückzubekommen.

Wenn es allerdings um Krankenhausaufenthalte, Rücktransporte oder kompliziertere Behandlungen, wie beispielsweise Operationen geht, dann verrechnet das deine Versicherung sehr wahrscheinlich direkt mit dem jeweiligen Krankenhaus. Damit du in diesem Fall vor Ort keine Probleme bekommst, setzt sich deine Auslandskrankenkasse normalerweise gleich mit dem Krankenhaus in Verbindung, um zu versichern, dass die Behandlung anstandslos übernommen wird.

Krankenrücktransport

Deine Versicherung wird auch deinen Krankenrücktransport organisieren und in die Wege leiten, solange dieser medizinisch sinnvoll ist – was er in den meisten Fällen wirklich ist, denn schon allein die Tatsache, dass du in einem vertrauten Umfeld bist, mit Ärzten die deine Muttersprache sprechen, trägt zu deiner Genesung bei.

So ein Rücktransport wird bei schlimmeren Verletzungen fast immer in sogenannten Ambulanzflugzeugen durchgeführt. Das sind kleine Maschinen, die Platz für eine Handvoll Patienten, alle notwendigen medizinischen Geräte und natürlich Fachpersonal in Form von Ärzten und Sanitätern bieten. Anders als auf einem normalen Flug wirst du während eines Rücktransports öfter zwischenlanden, entweder um weitere Patienten einzuladen oder um aufzutanken. Wieder zurück in der Heimat, holt dich ein Krankenwagen direkt auf dem Rollfeld ab, um dich schnellstmöglich in die Klinik deines Vertrauens zur Weiterbehandlung zu bringen.

Vorsorgen für den Notfall ist ein Muss

Auch wenn sich keiner gerne Gedanken darüber macht, was passiert, falls wirklich einmal etwas passiert, ist es gerade bei der Reiseplanung ein echtes Muss. Denn zu wissen, was du im Notfall zu tun hast, an wen du dich wenden musst, was du dabei beachten solltest und was auf dich zukommt, kann dir – wenn es wirklich blöd kommt – dein Leben retten!

Ist dir schon einmal etwas unterwegs passiert? Was waren deine Erfahrungen und welche Tipps kannst du uns für den Ernstfall geben?

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