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13 Tipps für mehr Spaß und Sicherheit beim Wandern!

Höher, weiter, schneller! Gehörst du auch zu den Abenteurern, die sich am Wochenende gerne in die Natur und am liebsten in die Berge aufmachen? Wandern wird immer beliebter, doch wird hierbei oft vergessen, dass es sich um einen Sport handelt, der nicht ganz ungefährlich ist und stets eine gute Vorbereitung voraussetzt.

Neben der richtigen Ausrüstung und einen Blick auf die Witterungsbedingungen, gibt es noch mehr Punkte mit denen du dich auseinandersetzen solltest, bevor es losgeht. Die Sicherheit beim Wandern sollte dabei ganz oben auf deiner Liste stehen! Damit du sicher und entspannt unterwegs bist, geben wir dir hier zum Wandern Tipps an die Hand!

Unverzichtbare Wandertipps!

Wandern Tipps: 13 praktische Tipps für dein nächstes Wanderabenteuer!

Wandern Tipps: So bereitest du dich auf deine Wanderung vor

Wandern Tipps Nr. 1: Die Auswahl der Wanderroute

Egal, ob es sich um eine gemütliche Wanderung durch Deutschlands Wiesen und Wälder oder ein echtes Trekking-Abenteuer entlang des Annapurna Trek in Nepal handelt, dein Vorhaben beginnt immer mit der Planung der Route: Wie viele Kilometer lege ich zurück und wie sind die Wege beschaffen? Wie lange bin ich insgesamt unterwegs, ein paar Stunden, mehrere Tage oder gar Wochen?

Wichtig ist, dass du dich im Vorfeld deiner Wanderung über Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke informierst. So kannst du deine Verpflegung besser einschätzen. Es gibt einige gute Wander Apps auf dem Markt, die dir die Auswahl deiner Route erleichtern und dir neben Länge und Höhenmetern, auch den Schwierigkeitsgrad anzeigen. Zusätzlich zum Smartphone empfehlen wir dir, immer eine Wanderkarte einzupacken. Schließlich bringt dich im Falle eines leeren Akkus, die App deines Smartphones nicht mehr nach Hause!

Lesetipp: In diesem Beitrag geben wir dir eine Übersicht der besten Wander Apps!

Zudem sollte die Auswahl der Wanderroute an deine konditionellen Fähigkeiten und der deiner Gruppe angepasst sein. Falls es sich zum Beispiel um die erste Tour des Jahres handelt, empfehlen wir, dementsprechend mit keiner hochalpinen Wanderung zu starten.
Hier gilt immer: Orientiere dich an der Kraft, Erfahrung und Ausdauer des schwächsten Glieds in der Gruppe!

Um einen Anhaltspunkt bezüglich der Schwierigkeitsgrade zu bekommen, kannst du dich an der SAC-Wanderskala orientieren. Diese wurde 2002 vom Schweizer Alpen-Club eingeführt und ist in sechs Grade unterteilt. Wobei T1 der leichteste und T6 als der schwierigste Grad eingestuft ist.

SAC-Wanderskala

T1 (leichter Talweg, gelb):

  • breite und einfach zu begehende Wege
  • bei normalem Verhalten herrscht keine Absturzgefahr
  • die Orientierung ist problemlos möglich

T2 (Einfacher Bergweg, blau):

  • Durchgehende Terrasse oder/und teilweise steile Passagen
  • eine Absturzgefahr ist nicht vollkommen ausgeschlossen
  • Trittsicherheit ist notwendig

T3 (mittelschwerer Bergweg, rot):

  • Wege sind teilweise nicht sichtbar
  • ausgesetzte Stellen sind möglich, aber durch Ketten oder Drahtseile gesichert
  • teilweise herrscht Absturzgefahr
  • eine gute Trittsicherheit und Bergschuhe sind erforderlich
T4 (schwerer Bergweg, schwarz):

  • Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind dringend erforderlich
  • eine Wegspur ist nicht immer vorhanden
  • das Gelände ist teilweise exponiert
  • Gletscher-Passagen sind im Hochgebirge möglich
  • eine Alpine Erfahrung ist notwendig

T5 (schwerer Bergweg, schwarz):

  • oft weglos mit einfachen Kletterstellen
  • Gletscher-Passagen im Hochgebirge mit Ausrutschgefahr sind möglich
  • sehr gutes Orientierungsvermögen und alpine Erfahrung werden erwartet
  • der Umgang mit Pickel und Seil sind zwingend erforderlich

T6 (schwerer Bergweg, schwarz):

  • fast immer weglos mit Kletterstellen bis Stufe II
  • Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr sind möglich
  • eine ausgereifte alpine Erfahrung ist notwendig
  • der Umgang mit Pickel und Seil zwingend erforderlich

Auf der offizielle Webseite des Deutschen Alpenvereins kannst du dir die SAC-Wanderskala im Detail ansehen. Hier findest du zudem die Einteilung der Klettersteige.

Wandern Tipps Nr. 2: Ungeschriebene Regeln am Berg

Neben den festgelegten Regeln bei einer Wanderung, wie beispielsweise die Zeiten der Hüttenruhe oder die Vorgaben für das Verspeisen von mitgebrachter Verpflegung auf einer Hütte, gibt es noch eine Reihe von Verhaltensregeln, die du bei deiner Wanderung beachten solltest.

Verhaltensregeln beim Wandern:

  • nimm Essensreste und Verpackungsmaterial wieder mit
  • bleibe auf den markierten Wegen
  • breche keine Pflanzen ab oder zerstöre diese gar mutwillig
  • höre keine laute Musik und verhalte dich ruhig
  • lass Wanderer, die absteigen, immer zuerst gehen

Wandern Tipps Nr. 3: Investiere in passende Wanderschuhe

Stolpern, Stürzen oder Ausrutschen: Schnell passiert’s, dass du dich beim Wandern vertrittst oder ausrutschst. Gründe dafür sind oft schlechtes Schuhwerk oder die falsche Einschätzung des Geländes. Mithilfe guter Wanderschuhe wird dein Fuß entlastet und deine Trittsicherheit verbessert.

Wir empfehlen dir bei der Wahl deiner Wanderschuhe unbedingt auf eine gute Passform zu achten. Der Schuh darf weder drücken, noch solltest du dich beim Gehen unwohl fühlen. Zudem verfügt der optimale Wanderschuh über ein geringes Eigengewicht und eine rutschfeste Sohle. Jetzt stellst du dir sicher die Frage: Wie unterscheiden sich die Wanderschuhe voneinander und welches Material passt am besten zu meiner Wanderung? Damit du den passenden Schuh für dich leichter findest, gibt es eine Übersicht der einzelnen Schuhkategorien:

Übersicht der unterschiedlichen Wanderschuhkategorien:

Kategorie A:

  • leichter Wanderschuh
  • flexible Sole und wenig Dämpfung
  • für kurze Wanderungen

Kategorie A/B:

  • hoher Wanderschuh
  • meist feste und steife Sole
  • Tagestouren oder Mehrtagestouren
  • für Wanderungen mit leichten Anstieg und vereinzelt losem Untergrund

Kategorie B:

  • hoher Trekkingschuh
  • Dämpfung durch die dicke Zwischensohle
  • Klassiker für Mehrtagestouren mit schweren Rucksack
  • für Wanderungen in teils unwegsamen Gelände
  • nicht für Wanderungen bei kalten Temperaturen

Kategorie B/C:

  • schwerer hoher Trekkingschuh
  • sehr gutes Schuhprofil, steife Sohle
  • für Wanderungen in unwegsamen und steilen Gelände
  • für Klettersteige und Höhen von bis zu 4000 Metern

Kategorie C:

  • Bergstiefel aus sehr robusten Material
  • sehr gutes Schuhprofil, steife Sohle
  • hohes Eigengewicht
  • der Schaft ist meist zusätzlich isoliert
  • für Wanderungen im sehr steilen Gelände und auf Eis

Kategorie D:

  • Expeditionsstiefel
  • sehr gutes Schuhprofil, steife Sohle
  • extrem robuster Schuh mit herausnehmbaren, isoliertem Innenschuh
  • der Schaft ist meist zusätzlich isoliert
  • für Expeditionen, Gletschertouren sowie Extrembergsteigen

Wir wandern bereits einige Jahre mit Schuhen der Kategorie B und B/C von Hanwag und sind sehr begeistert von der Marke. Neben den Modellen von Hanwag können wir die Wanderschuhe von Tecnica empfehlen. Der Clou bei den Schuhen von Tecnica ist, dass sich diese individuell an deine Füße anpassen lassen!

Diese Wanderschuhe können wir dir bestens empfehlen:

Nachdem du die passenden Wanderschuhe gefunden hast, solltest du diese vorab auf kleinen Wanderungen einlaufen. Du kannst die Wanderschuhe auch hin und wieder im Alltag tragen. So passen sie sich langsam deiner Fußform an und beugt einer Blasenbildung bei deiner ersten großen Wanderung entgegen.

Wandern Tipps Nr. 4: Die Grundausrüstung für deine Wanderung!

Bei deiner Wanderung im einfachen Gelände ist die Wahl der Kleidung nicht ganz so relevant. Anders verhält es sich bei Wanderungen im steilen Gelände und bei Mehrtagestouren. Hier solltest du unbedingt auf Funktionalität und eine optimale Passform achten. Wir empfehlen dir grundsätzlich möglichst wenig für deine Wanderung einzupacken und bei Kleidung und Ausrüstung auf leichte Materialien zu setzen.

Dennoch kommst du nicht drumherum ein paar Gegenstände in deinen Rucksack zu packen. Die aufgeführte Liste gibt dir eine Übersicht über die Grundausstattung für deine nächste Wanderung. Selbstverständlich gehören bei einer Mehrtagestour andere Gegenstände in deinen Rucksack als bei einer leichten Tagestour.

Lesetipp: Eine ausführliche Packliste für deine nächste Wanderung bekommst du hier!

Grundausstattung beim Wandern:

Wandern Tipps: So wanderst du richtig

Wandern Tipps Nr. 5: Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip

Wie bereits erwähnt, empfehlen wir dir, dich für deine Wanderung mit Funktionskleidung auszustatten. Nach dem Kauf heißt es nur noch die Kleidung auch optimal einzusetzen!

Am besten nutzt du hierfür das sogenannte Zwiebelprinzip: Das Zwiebelprinzip und die richtigen Funktionskleidung sorgen dafür, dass du auf deiner Wanderung trocken und warm bleibst. Wie der Name schon sagt, geht es bei dem Zwiebelprinzip darum, mehrere Bekleidungsschichten miteinander zu kombinieren. Je nach Temperatur und Anstrengung entscheidest du, welche Materialien für dich angenehm sind. Unterteilt wird hierbei in das Drei-Schichten-Prinzip:

Drei-Schichten-Prinzip:

Erste Schicht oder Baselayer

  • liegt direkt auf der Haut auf
  • hält dich warm und trocken
  • meist Unterwäsche, Socken, T-Shirts und Hemden

Zweite Schicht oder Midlayer

  • Zwischenschicht: abhängig von der Aktivität
  • dient der Isolation
  • mehrere Lagen sind möglich

Dritte Schicht oder Outer Shell

  • dient als Schutz vor Regen, Schnee und Wind
  • lässt überflüssige Feuchtigkeit entweichen
  • meist Regenjacken und -hosen sowie Softshelljacken

Wie viele Lagen du bei welcher Temperatur und Wanderung nutzt, können wir dir nicht pauschal sagen. Da sich dein Temperaturempfinden von dem deiner Wanderpartner unterscheidet, kann es gut sein, dass du noch im T-Shirt läufst, während andere bereits eine Fleecejacke überziehen.

Probier am besten selbst aus, was für dich angenehm ist. Grundsätzlich können wir dir noch mitgeben, dass du zu Beginn deiner Tour lieber weniger anziehst und sogar leicht frierst. Wenn dir beim Start schon warm ist, hast du definitiv zu viel an! Und keine Angst, nach wenigen Metern wird dir mit Sicherheit warm!

Wandern Tipps Nr. 6: Nutze Wanderstöcke

Neben Wanderschuhen und -kleidung, gehören gute Wanderstöcke zur Grundausstattung jeder Wanderung! Vor allem im steilen Gelände oder bei Touren mit viel Gepäck, kannst du mithilfe von Wanderstöcken den Druck auf die Gelenke und die Muskulatur reduzieren. Zudem helfen dir die Stöcke in unwegsamen Gelände das Gleichgewicht zu behalten und deine Kräfte zu sparen. Praktisch ist, dass du die Wanderstöcke ganz unkompliziert per Verschlusssystem auf die passende Länge bringen kannst. Bergauf solltest du die Stocklänge je nach Steilheit des Hangs verkürzen. Falls die dir Stöcke im felsigen Gelände im Weg sind, kannst du diese problemlos außen an deinen Rucksack anbringen.

Lesetipp: Hier erfährst du wie du den optimalen Wanderstock für dich findest!

Wandern Tipps Nr. 7: Lege genügend Pausen ein und laufe zunächst langsam

Die richtige Ausrüstung ist aber kein Garant dafür, dass du beim Wandern nicht umknickst und dich verletzt. Gerade bei zu hohem Tempo oder durch Müdigkeit wird deine Trittsicherheit enorm beeinträchtigt. Achte daher bei deiner Wanderung stets auf regelmäßige Pausen und starte deine Tour grundsätzlich in einem gemäßigtem Tempo. Erst nach etwa 30 Minuten ist deine Muskulatur warm und das Verletzungsrisiko verringert sich!

Lesetipp: Was einen guten Wanderschuh ausmacht und worauf du beim Kauf achten solltest, haben wir in unserem Beitrag zusammengefasst!

Wandern Tipps Nr. 8: Packe deinen Wanderrucksack richtig

Welche Dinge bei deiner Wanderung in den Rucksack gehören ist von der Art deiner Wanderung abhängig. Handelt es sich beispielsweise um eine Tageswanderung, benötigst du weniger Equipment als bei einer Mehrtagestour. Genauso verhält es sich mit Wanderungen im flachen Gelände und hochalpinen Touren.

Grundsätzlich gilt: Ein trainierter Wanderer kann über einen längeren Zeitraum etwa 20 bis 25 Prozent seines Körpergewichts tragen. Verzichte also in jedem Fall auf überflüssiges Gewicht! Als groben Anhaltspunkt kannst du deinen Rucksack einmal Probe wiegen. Für eine Mehrtagestour beispielsweise sollte die Waage nicht mehr als 12 Kilogramm anzeigen.

Lesetipp: Was genau in deinen Wanderrucksack gehört kannst du in unserem detaillierten Beitrag nachlesen!

Faustregeln zum Packen deines Wanderrucksacks:

  • packe schwere Ausrüstungsgegenstände nach unten und körpernah
  • mittelschwere Ausrüstungsgegenstände kommen nach oben und außen
  • leichte Ausrüstungsgegenstände gehören entweder in das Bodenfach oder ganz nach oben
  • verstaue Kleinigkeiten im Deckelfach

Versuche immer so wenig Ausrüstungsgegenstände wie möglich außen am Rucksack zu befestigen – eine Ausnahme ist hierbei natürlich deine Trinkflasche!

Extra-Tipp: Nutze Packwürfel, um Ordnung in deinen Wanderrucksack zu bringen und vor allem zu behalten! Wir sind beispielsweise begeistert von den Mash Bags von Tatonka*!

Wandern Tipps Nr. 9: So stellst du deinen Wanderrucksack ein und trägst ihn richtig

Nachdem du deinen Rucksack für eine Tour gepackt hast, musst du diesen auf dich einstellen. Ganz nach der Regel: Das Gewicht wird auf der Hüfte und nicht auf deinem Rücken getragen, solltest du deinen Rucksack genauer unter die Lupe nehmen. Deine Hüfte wird später ca. 75 % des Gewichts stemmen, die Schultern hingegen die restlichen 25 %. Daher kommt es ganz besonders auf die optimale Einstellung des Rucksacks an!

Öffne zunächst Schulter-, Hüft- und Brustgurt sowie die Lageverstellriemen und beuge dich leicht nach vorne, nun kannst du deinen Wanderrucksack richtig einstellen.

So stellst du deinen vollgepackten Rucksack passgenau ein:
  • platziere den Hüftgurt exakt mittig über deine Hüftknochen
  • schließe die Schnalle und zieh sie angenehm fest
  • ziehe die Schultergurte fest (Schulterpolster sollten sich an Schulter anschmiegen)
  • verstelle die Tragehöhe der Schultergurte bis diese zu dir passt
  • mithilfe der Lageverstellriemen findest du die optimale Positionierung deines Rucksacks
  • schließe den Brustgurt

Extra-Tipp: Am besten holst du dir zum Einstellen deines Wanderrucksackes eine zweite Person zur Hilfe, so klappt es oftmals besser und auch schneller. Wir empfehlen außerdem, während deiner Tour immer wieder die Riemen des Schultergurts zu lockern, um dadurch die Schultern zu entlasten. Dasselbe gilt auch für deinen Hüftgurt! Probier es einfach einmal aus: Deine Muskulatur wird dir danken!

Wandern Tipps Nr. 10: So verpflegst du dich auf deiner Wanderung

Ausreichend Essen und Trinken ist essentiell, um deine Konzentration und Leistungsfähigkeit beim Wandern zu wahren. Erkundige dich im Vorfeld, ob entlang deiner geplanten Tour Hütten und Wasserquellen zu finden sind. Hierfür raten wir dir, nicht nur auf einer Karte, sondern zusätzlich online zu recherchieren, denn nicht alle Hütten sind ganzjährig geöffnet.

Falls keine Einkehrmöglichkeiten auf deiner Strecke vorhanden sind, solltest du dementsprechend mehr Gewicht für Essen und Trinken einplanen. Als Faustregel kannst du mit 2-3 Litern Wasser pro Person und Tag rechnen. Falls du auf deiner Route Wasserquellen kreuzt, kannst du weniger Wasser einpacken. Neben genügend Flüssigkeit gehören Nüsse, Trockenobst und Müsliriegel immer in deinen Rucksack. Schließlich weißt du nie, ob du spontan deine Route änderst oder die ausgewählte Hütte unerwartet geschlossen hat.

Extra-Tipp: Wir haben auf unseren Wanderungen in abgelegenen Regionen auch immer einen Wasserfilter* dabei!

Wandern Tipps Nr. 11: Habe immer das Wetter im Blick

Bei jeder Wanderung solltest du das Wetter ständig im Auge behalten. Schaue dir im Vorfeld die Witterungsbedingungen für den entsprechenden Zeitraum an.

Zudem ist es wichtig, auch während deiner Wanderung immer mal wieder die Wetter-App und den Himmel zu beobachten. Insbesondere in den Bergen kommt es schnell zu einem Wetterumschwung! Während im einen Moment noch Sonnenschein herrscht, kann sich innerhalb von wenigen Minuten eine Regenfront vor dir aufbauen. Je nachdem, inwieweit der Wetterumschwung dein sicheres Vorwärtskommen beeinträchtigt, ist abzuwägen, ob du deine Tour unterbrechen oder vielleicht sogar ganz abbrechen solltest. Hier gilt immer: Ein Umkehren am Berg gilt auf keinen Fall als Niederlage!

Neben Regen, Nebel und Sonnenschein solltest du auch die vorherrschenden Bedingungen am Berg berücksichtigen. Einige Gipfel sind nicht zu jeder Jahreszeit frei zugänglich. Es kann gut vorkommen, dass der ein oder andere Gipfel bis in den Mai hinein von Schnee bedeckt ist. Falls du also Wanderungen und Übernachtungen für den Frühling planst, solltest du dich kurz bevor es losgeht nochmals über die Bedingungen vor Ort informieren.

Solltest du dennoch ein Notlager über Nacht aufschlagen müssen, gilt es immer einen Biwaksack im Rucksack mitzunehmen. Dieser ähnelt im Grunde einem üblichen Schlafsack und ist zusätzlich mit einigen Extras ausgestattet. Der Sinn eines Biwaksacks ist es, dir in Notsituationen Schutz vor Wind und Regen zu geben. Zudem sorgt der Sack dafür, dass es im Inneren nicht klamm wird.

Bestens empfehlen können wir den Interstellar Bivy Biwaksack von Outdoor Research. Der Sack ist super komfortabel und lässt sich in wenigen Minuten aufbauen. Aber nicht nur in Bergnot, sondern auch falls du dein Bett gegen eine Nacht im Freien tauschen möchtest, ist der Bivy ein hervorragender Begleiter!

Lesetipp: Hier erfährst du alles zum Thema Biwakieren: Was du beim biwakieren beachten musst und was für unterschiede es gibt!

Wandern Tipps: So verhältst du dich in Notsituationen

Wandern Tipps Nr. 12: Verhaltensregeln bei einem Gewitter am Berg

Wie bereits erwähnt, kommt es in den Bergen oft schnell und unerwartet zu einem plötzlichen Wetterwechsel. Falls für den Tag deiner Wanderung bereits ein Gewitter angesagt ist, solltest du dir gut überlegen, ob du die Tour tatsächlich antreten willst. In so einem Fall empfehlen wir die Wanderung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Falls du dich bereits in den Bergen befindest und du unerwartet von einem Unwetter überrascht wirst, solltest du ein paar Regeln beachten. Bestenfalls befindest du dich in unmittelbarer Nähe einer (Schutz-)Hütte. Leider kann es gut sein, dass du dich weit ab von einem Unterschlupf befindest. Für diesen Fall geben wir dir ein paar Tipps, wie du dich im Ernstfall bei einem Gewitter in den Bergen verhältst.

So verhältst du dich bei einem Gewitter in den Bergen richtig:
  • verlasse exponierte Stellen
  • suche nur dann Zuflucht in Höhlen, wenn zum Eingang und zur Decke eine halbe Körperlänge Abstand gegeben ist
  • meide freistehende Bäume
  • suche Schutz in Mulden oder wenig exponierten Geländeformen
  • nimm eine hockende, zusammengekauerte Haltung auf einer isolierenden Unterlage ein (z.B. Rucksack) und halte beide Füße nebeneinander
  • entferne Metallgegenstände wie Brillen, Messer etc. von deinem Körper
  • den besten Schutz bieten Hütten oder zur Not ein Biwak

Versuch dich zudem ruhig zu verhalten und nicht die Nerven zu verlieren. Verharre anschließend in deinem Unterschlupf bis das Gewitter vorübergezogen ist.

Lesetipp: Damit du nicht erst in Unwetter gerätst, verraten wir dir in unserem Beitrag, welche Apps du am besten zur Wettervorhersage beim Wandern nutzt!

Wandern Tipps Nr. 13: So verhältst du dich bei Bergnot

Wir hoffen nicht, dass du in Bergnot gerätst, aber falls es doch zum Ernstfall kommen sollte sind einige Tipps extrem hilfreich. Grundsätzlich unterscheidet sich eine Notsituation am Berg nicht vom Vorgehen im Tal: Im ersten Schritt solltest du immer erste Hilfe leisten! Wenn du dies bewerkstelligt hast, solltest du im zweiten Schritt den Notruf unter der 112 alarmieren.

Diese Informationen sind für die Retter wichtig:

  • Wo genau ist der Unfall passiert?
  • Was ist geschehen?
  • Wie und wann ist der Unfall passiert?
  • Welche Art von Verletzung und um wie viele Verletze handelt es sich?
  • Wer meldet den Unfall und welche Rückrufmöglichkeit gibt es?
  • Wie zugänglich ist mein Standort (Landemöglichkeiten für Hubschrauber)?

Auch wenn du dich in einer Ausnahmesituation befindest ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst und die verletzte Person bis zum Eintreffen der Helfer auf keinen Fall alleine lässt. Bestenfalls sprichst du der Person gut zu.

Tipp: Hier findest du hier eine Telefonnummern-Übersicht für die Rettung in den Alpen.

Falls du kein Handy zur Hand hast, ist es wichtig das alpine Notsignal zu kennen:

Das alpine Notsignal:

  • 6x pro Minute hör- oder sichtbare Zeichen (ein Signal alle 10 Sekunden)
  • eine Minute Pause
  • Signal nach einer Minute wiederholen

Antwort der Retter:

  • 3x pro Minute hör- oder sichtbare Zeichen (ein Signal alle 20 Sekunden)
  • eine Minute Pause
  • Signal wird nach einer Minute wiederholt

Lesetipp: In unserem Beitrag bezüglich Wander Apps empfehlen wir dir auch Apps für die Sicherheit am Berg!

Wandern ist kein Spaziergang, dafür aber die beste Art, die Welt zu entdecken!

Jede Wanderung birgt auch ein paar Gefahren mit sich, doch mit der richtigen Vorbereitung und unseren Wander Tipps kannst du das Risiko minimieren. Achte bei der Wahl der Wanderstrecke darauf, dass sie auch wirklich zu dir und deinen Wanderpartnern passt und investier unbedingt in gute Ausrüstung!

Neben festen Wanderschuhen und guten -stöcken, ist auch ein passender und richtig gepackter Wanderrucksack wichtig. Halte dich zudem an die Regeln und informier dich immer über die aktuelle Wetterlage, schon steht deinem Wanderglück nichts mehr im Wege!

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