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7 (+3) Tipps zur Wahl der passenden Wanderschuhe!

Es ist wie es ist: Wenn die Schuhe nicht passen, macht keine Wanderung Spaß – egal wie schön der Weg ist! Dabei ist die Wahl der richtigen Wanderschuhe bei der riesigen Auswahl an Herstellern und Modellen heutzutage gar nicht einmal so einfach.

Worauf muss ich bei der Wahl meiner Wanderschuhe achten und was macht einen guten Wanderschuh eigentlich aus?

Wir verraten dir unsere besten Tipps, wie du die richtigen Wanderschuhe für dich findest, damit du dich ganz bequem und ohne Blasen in dein nächstes Wanderabenteuer stürzen kannst. Und weil das noch nicht alles ist, gibt’s obendrein auch noch Tipps zur richtigen Pflege deiner Wanderschuhe – los geht’s!

Mehr als nur ein Schuh!

So findest du die passenden Wanderschuhe für deine nächsten Abenteuer zu Fuß!

Warum ein Wanderschuh mehr als nur ein Schuh ist!

Viele Fragen sich, ob sie wirklich Wanderschuhe brauchen oder ob es nicht doch ausreicht normale Turnschuhe beim Wandern zu tragen. Für einen gemütlichen Spaziergang über Feld- und Forstwege mögen Turnschuhe zwar ausreichen, aber selbst in diesem Fall läufst du komfortabler in Wanderschuhen.

Sobald der Wag jedoch etwas anspruchsvoller wird, geht es nicht mehr nur um den Komfort beim Wandern, sondern auch um deine Sicherheit: Wanderschuhe stützen deine Füße, schützen deine Knöchel und sorgen für mehr Halt. Somit minimiert sich die Gefahr, dass du ausrutschst oder umknickst, und das Verletzungsrisiko ist beim Wandern dank Wanderschuhen geringer.

Zudem sind Wanderschuhe aus funktionalen Materialien gefertigt, die einerseits dafür sorgen, dass deine Füße weniger schwitzen und andererseits auch bei Regen oder nassem Untergrund trocken bleiben. Denn bei Wanderschuhen wird auf atmungsaktive, wasserabweisende und zugleich leichte Materialien gesetzt.

Aber auch die Form und Verarbeitung spielen eine wichtige Rolle: Beispielsweise bieten Wanderschuhe eine hochwertige Polsterung oder ein besonders rutschfestes und robustes Profil. Das macht das Laufen in Wanderschuhen auf langen Strecken nicht nur angenehmer, sondern sorgt auch dafür, dass die Schuhe selbst länger halten.

Während die meisten Turnschuhe nur ein paar Wanderungen durchhalten und erst recht keine Bergbesteigung mitmachen, kannst du in deinen Wanderschuhen unzählige Wanderabenteuer erleben. Eine Investition in ein gutes Paar Wanderschuhe zahlt sich also auch nach Jahren noch aus, sofern du deine Wanderschuhe richtig pflegst – dazu am Ende des Beitrags mehr!

So findest du den passenden Wanderschuh für dich!

Nicht jeder Wanderschuh ist gleich Wanderschuh! Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Wanderschuhmodellen und bei der riesigen Auswahl verliert man schnell einmal den Überblick. Bevor du nun wie wild nach dem richtigen Wanderschuh für dich suchst, solltest du dich zunächst an zwei Fragen orientieren:

2 wichtige Fragen bei der Wahl der richtigen Wanderschuhe:

  • Frage 1: Für welche Art von Wanderungen benötige ich meine Wanderschuhe?
  • Frage 2: Aus welchem Material sollen meine Wanderschuhe sein?

Mithilfe dieser beiden Fragen im Kopf kannst du dich auf die Suche nach den passenden Wanderschuhen begeben. Um dir die Auswahl leichter zu machen, haben wir hier unsere besten Tipps zur Wahl der richtigen Wanderschuhe für dich!

 

Tipp 1: Orientiere dich an den Schuhkategorien

Wanderschuhe lassen sich in 6 Kategorien einteilen, die dir dabei helfen, die passenden Wanderschuhe für deine Wanderabenteuer zu finden. Erfunden hat diese Schuhkategorisierung übrigens der Schuhhersteller Meindl, heute wird sie aber standardmäßig von den meisten Herstellern verwendet und sorgt so für mehr Transparenz.

Die unterschiedlichen Wanderschuhkategorien in der Übersicht

    • Kategorie A: In diese Kategorie fallen Multifunktionsschuhe (Hikingschuhe) mit einer flexiblen Sohle und wenig Dämpfung. Sie eignen sich für kürzere Wanderungen auf flachen, gut befestigten Wegen und mit leichtem Gepäck.
    • Kategorie A/B: Hierbei handelt es sich um leichte Wanderschuhe mit etwas mehr Höhe (Mid Cuts), aber ohne festen Knöchelschutz, und mit einer verwindbaren, aber relativ steifen und dicken Sohle. Sie eignen sich für längere Tagestouren oder auch Mehrtagestouren mit mittelschwerem Gepäck, bei denen du über weitgehend befestigte Wege in leicht hügeligem Terrain läufst.
    • Kategorie B: Wanderschuhe der Kategorie B sind klassische Wanderstiefel mit einer hohen Schnürung, einem stabilen Schaft und einer festeren Sohle. Sie sind oftmals aus Leder gefertigt und eignen sich für mehrtägige Wanderungen mit großem Rucksack, bei dem du durch bergiges und zum Teil unwegsames Gelände wanderst. Sie lassen sich auch mit Grödeln (Halbsteigeisen/Leichtsteigeisen) verwenden.
    • Kategorie B/C: Hierbei handelt es sich um Trekkingstiefel mit sehr hoher Schnürung, einem gutem Knöchelschutz und einer festen Sohlenkonstruktion mit tiefem Profil. Diese Modelle sind in der Regel aus stabilem Leder gefertigt und eignen sich für Wanderungen in unwegsamen und steilen Gelände, aber auch für kürzere Winterwanderungen. Neben Grödel, kannst du bei diesen Wanderschuhen meistens auch Steigeisen mit doppelter Korbbindung verwenden und Klettersteige meistern.
    • Kategorie C: Unter Kategorie C fallen richtige Bergstiefel mit einem sehr tiefen Profil, einem hohen Gewicht und gefertigt aus sehr robusten Materialien, die du im alpinen Gelände tragen kannst. Sie haben einen sehr hohen Schaft, sind oftmals zusätzlich isoliert und bieten extra Verstärkungen sowie Schutzränder. Zudem kannst du bei diesen Modellen auch halbautomatische Steigeisen verwenden, und längere Trekkingtouren mit schwerem Gepäck, Klettersteigtouren oder Winterwanderungen unternehmen. Jedoch ist die Sohle sehr fest und lässt ein Abrollen kaum noch zu.
    • Kategorie D: Hierbei handelt es sich um Expeditionsstiefel, die äußerst stabil und absolut steigeisenfest sind. Sie sind extrem robust und langlebig und bieten einen festen, knicksicheren Schaft. Solche Expeditionsstiefel sind insbesondere für Hochgebirgstouren und Extrembergsteigen gedacht, bei denen du Gletscher überquerst oder sogar eiskletterst. Die Sohle dieser Wanderschuhe ist so steif, dass keine Abrollbewegung mehr möglich ist.

     

    Wanderschuhe der Kategorie B sind gute Allrounder

    Sofern du nicht nur gemütlich durch Wälder und Wiesen streifen möchtest und andersherum auch kein krasser Bergsteiger bist, bist du in der Regel mit Wanderschuhen der Kategorie B bestens für deine Wanderabenteuer ausgerüstet: Sie bieten eine gute Stabilität, sind dennoch leicht und eignen sich auch für mehrtägige Wanderungen mit schwerem Gepäck!

    Solltest du hingegen mehr und vor allem länger in den Bergen unterwegs sein und beispielsweise einmal ums Annapurna Gebirge oder gar ins Mount Everest Base Camp in Nepal wandern wollen, solltest du dich für die stabileren Wanderschuhe der Kategorie B/C entscheiden. Für alltägliche Wanderungen sind diese allerdings nicht geeignet, da sie zu hart sind.

    Diese 3 Wanderschuhmodelle der Kategorie B und B/C können wir empfehlen

    Wir wandern nun schon mehrere Jahre in den Wanderschuhen von Hanwag und können diese Marke wärmstens empfehlen. Toll ist beispielsweise der echt zwiegenähte (dazu später mehr) Hanwag Tashi, ein Wanderschuh der Kategorie B aus robustem Yak-Leder. Für die Kategorie B/C können wir den Hanwag Tatra II empfehlen, diesen gibt es als Männer- und Frauenmodell (Lady) sowie wahlweise mit Leder oder Gore-Tex (GTX).

    Zudem können wir den Forge S GTX von Tecnica empfehlen – das Besondere: Dieser Wanderschuh lässt sich individuell an deine Füße anpassen! Dazu nutzt das Unternehmen seine Expertise aus dem Skischuhbereich und wendet auch bei seinen Trekkingschuhen die Tecnica C.A.S. Technologie an. Der Forge S GTX besteht ausschließlich aus synthetischen Materialien, während der Forge GTX Nubukleder verwendet. Diesen Wanderschuh gibt es ebenfalls als Herren- (M) und als Frauenmodell (W) und er ist nicht nur super bequem, sondern sieht auch super schick aus!

     

    Tipp 2: Setze auf das richtige Material bei deinen Wanderschuhen

    Um die richtigen Wanderschuhe für dich zu finden, solltest du dir die unterschiedlichen Materialien näher anschauen. Wichtig sind das Obermaterial und das Innenfutter deiner Wanderschuhe. Hier wird jeweils auf unterschiedliche Materialien gesetzt: Neben Leder, kommen synthetische Materialen und Gore-Tex-Membranen zum Einsatz.

    Wanderschuhe stellen hohe Ansprüche ans Material

    Auch heute noch wird ein Großteil der Wanderschuhe aus Leder gefertigt, dabei werden insbesondere Nubukleder und Rauleder verwendet. Rauleder ist sehr stabil und langlebig, und wird deshalb gerne für alpine Bergstiefel eingesetzt.

    Gleichzeitig sind Wanderschuhe aus Rauleder auch deutlich schwerer, nicht ganz so luftdurchlässig und bieten wenig Flexibilität. Nubukleder ist im Vergleich flexibler, leichter und atmungsaktiver, eignet sich aber auch für anspruchsvolle Wanderungen. Der Vorteil an Wanderschuhen aus reinem Leder ist, dass sie deinen Füßen ein besonders angenehmes Klima bieten.

    Der Nachteil ist allerdings, dass Wanderschuhe aus Leder intensiv gepflegt werden müssen, um auch dauerhaft wasserdicht zu sein. Außerdem trocknen Wanderschuhe aus Leder schlechter und langsamer: Auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung bei nassem Wetter kann das schnell problematisch werden.

    Hingegen sind synthetische Materialien pflegeleichter und günstiger. Hier kommen gerne Nylonfasern wie Mesh oder Cordura zum Einsatz. Der Vorteil dieser Materialien ist, dass sie sehr flexibel, atmungsaktiv, leicht und wasserabweisend sind. Der Nachteil ist jedoch, dass Wanderschuhe aus synthetischen Materialien schneller verschleißen und weniger Stabilität bieten.

    Zudem setzen viele Hersteller auf Gore-Tex Membranen. Diese werden zwischen das Obermaterial und das Innenfutter eingearbeitet und sorgen dafür, dass weder Wind noch Wasser in die Schuhe eindringen können. Gerade bei Wanderungen in nassem Gelände oder im Schnee sind Wanderschuhe mit Gore-Tex natürlich Gold wert! Das Problem an Gore-Tex ist jedoch, dass deine eigene Körperwärme schlechter ausweichen kann und du in deinen Wanderschuhen deshalb mehr schwitzt.

    Setze auf eine Kombination aus verschiedenen Materialien

    Das Obermaterial und das Innenfutter sollten zusammen dafür sorgen, dass deine Wanderschuhe einerseits robust und wasserabweisend sind, und andererseits atmungsaktiv, flexibel und leicht – das sind ganz schön viele Ansprüche auf einmal!

    Für leichtere Wanderungen eignen sich deshalb Wanderschuhe aus Leder und Nylon, für alpine Bergwanderungen solltest du hingegen auf eine Kombination aus Leder und Gore-Tex Membranen setzen.

    Tipp 3: Achte auf die Sohle deiner Wanderschuhe

    Bei Wanderschuhen wird zwischen der Zwischensohle und der Laufsohle unterschieden: Während die Zwischensohle für die Dämpfung des Schuhs zuständig ist und dafür sorgt, dass du es beim Gehen bequemer hast, sorgt die Laufsohle für Halt und Rutschfestigkeit und somit für mehr Sicherheit beim Wandern.

    Die Zwischensohle sorgt für Dämpfung

    Bei der Zwischensohle kommt entweder Polyurethan (PU) oder Ethylenvinylacetat (EVA) zum Einsatz. PU sorgt für eine stärkere Dämpfung, ist aufgrund der Nutzung von Weichmachern allerdings nicht ganz so langlebig und wird eher für Wanderschuhe der Kategorie A oder B genutzt. EVA ist hingegen robuster und wird bei Wanderschuhen höherer Kategorien verwendet, dämpft dafür aber auch nicht ganz so stark.

    Die Laufsohle sorgt für Halt und Rutschfestigkeit

    Laufsohlen bestehen meistens aus einer Kautschuk- (Gummi) und Karbonmischung. Umso mehr Gummi in die Sohle eingearbeitet wird, umso rutschfester und griffiger ist die Sohle. Karbon macht die Sohle hingegen robuster und abriebfester, jedoch auch rutschiger. Zudem ist die Temperatur ausschlaggebend: Die Sohlen werden bei Hitze weicher und bei Kälte härter.

    Das richtige Profil für deine Wanderungen

    Nicht nur das Material der Sohle, sondern auch das Profil solltest du dir genauer anschauen. Umso schwieriger das Gelände ist, umso tiefer sollte das Profil in der Regel sein. Andererseits bieten alpine Wanderschuhe oftmals weniger Profil im Zehenbereich, dafür aber spezielle, griffigere Kletterzonen und eine härtete Kantenstabilität.

    Übrigens: Sohlen von Wanderschuhen sind prinzipiell so konzipiert, dass Dreck beim Laufen mithilfe der Fußflexionsbewegung automatisch herausgedrückt wird!

    Tipp 4: Setze auf eine hochwertige Machart

    Neben den Materialien, spielt auch die Verarbeitung eine wichtige Rolle: Wanderschuhe werden entweder in einer genähten oder in einer geklebten Machart gefertigt. Dabei bezeichnet die Machart die Art und Weise, wie die Sohle mit dem Schuhschaft verbunden wird.

    Hier eine Übersicht der Macharten bei Wanderschuhen:

    • Rahmengenähte Machart oder „Goodyear“: Hierbei verbindet eine unsichtbare Einstechnaht den Schaft mit der Brandsohle, während auf der Außenseite gleichzeitig ein Lederstreifen (Rahmen) aufgenäht wird. Dieser Lederrahmen wird anschließend durch eine sichtbare Doppelnaht mit der Zwischensohle verbunden. Der Vorteil an dieser Machart ist, dass die Innensohle nicht durchstochen wird und somit kein Wasser in das Innere deines Wanderschuhs eindringen kann.
    • “Echt“ zwiegenähte Machart: Bei dieser traditionellen und sehr hochwertigen Machart wird neben der ersten, sogenannten Einstechnaht, eine zweite Naht, die sogenannte Doppelnaht gesetzt. Diese verbindet das Oberleder je nach Modell mit dem Rahmen und der Zwischensohle. Das sorgt für besondere Stabilität und Witterungsfestigkeit, was vor allem bei alpinen Bergschuhen von Vorteil ist. Du erkennst diese Machart daran, dass das Oberleder am Sohlenrand sichtbar ist.
    • (“Falsch”) Zwiegenähte Machart: Diese Machart ähnelt der echten zwiegenähten Machart, jedoch werden sämtliche Überstände entfernt und die Doppelnaht nur zwischen den Rahmen und die Zwischensohle gezogen. Das Oberleder wird also kein zweites Mal eingenäht.
    • Trigenähte Machart: Bei sehr schweren Bergschuhen wird zusätzlich eine weitere Naht eingearbeitet und hier spricht man deshalb von der trigenähten Machart, die restlichen Schritte sind identisch mit der der zwiegenähten Machart.
    • Gezwickte Machart: Auch die gezwickte gehört zu den handwerklich hochwertigeren Macharten und ist die anspruchsvollste. Hierbei wird das Oberleder mit kleinen Nägeln (Täcks) oder mit Klebstoff (Klebezwicken) an der Brandsohle befestigt. Großer Vorteil an dieser Machart ist, dass du deine Wanderschuhe neu besohlen lassen kannst. Zudem sind die Schuhe dadurch nicht nur langlebig, sondern bieten auch eine sehr gute Formbeständigkeit. Du erkennst diese Machart an den sichtbaren Nägeln im Innenschuh.
    • Gestrobelte Machart: Bei dieser Machart handelt es sich um einen Mix aus Nähen und Kleben. Dabei wird die Brandsohle zunächst mit der sogenannten Strobelnaht an den Schaft genäht, während die Sohle anschließend angespritzt bzw. angeklebt wird. Da weniger handwerkliches Geschick benötigt wird, ist diese Machart deutlich günstiger. Der Vorteil dieser Machart ist, dass sie für mehr Flexibilität im Schuh sorgt. Dafür ist der Schuh aber auch weniger stabil und solide, weshalb die gestrobelte Machart wenn nur für Leichtwanderschuhe zu empfehlen ist, nicht aber für richtige Wander- oder gar für Trekking- und Bergschuhe. Du erkennst diese Machart, indem du die Innensohle deines Schuhs entfernst und schon zeigt sich die von der Brandsohle zum Schaft umlaufende Strobelnaht.Direct Moulding: Hierbei wird die Sohle direkt an den Schafft angespritzt, es wird weder etwas geklebt oder genäht – das macht den Produktionsprozess äußerst schnell. Allerdings weist dein Wanderschuh so wenig Stabilität und Lebensdauer auf, denn direkt angespritzte Sohlen können weder repariert noch neu besohlt werden. Wanderschuhe, die mit dieser Machart gefertigt wurden, sind deshalb nicht empfehlenswert.

     

    Hersteller-Tipp: Es gibt nur noch wenige Unternehmen, die auf die hochwertige echt zwiegenähte Machart setzen, darunter die beiden Hersteller Meindl und Hanwag.

    Tipp 5: Achte auf die richtige Größe und Passform

    Es wird nicht umsonst zwischen Damen- und Herrenmodellen unterschieden: Wanderschuhe für Männer sind in der Regel breiter geschnitten, während Frauenmodelle schlanker sind. Als Mann solltest du also nicht aus Versehen einen Wanderschuh für Damen kaufen – und umgekehrt ebenfalls nicht.

    In den meisten Fällen macht es zudem Sinn, Wanderschuhe eine Nummer größer zu kaufen. Hier ein Beispiel: Wenn du normalerweise Größe 39 trägst, probier am besten Größe 40. Viele Hersteller bieten auch halbe Größen an: Statt Größe 39 könnte also Größe 39,5 perfekt passen!

    Tipp 6: Teste deine Wanderschuhe ausgiebig vorm Kauf

    Kaufe Wanderschuhe am besten immer in einem Ladengeschäft und teste deine Wanderschuhe vorm Kauf ausgiebig! Jeder Fuß ist anders und jeder Schuh sitzt anders, probier dich also am besten durch mehrere Schuhmodelle durch.

    Selbst wenn du der Meinung bist, dass der erste Wanderschuh, den du probierst, bereits super passt, solltest du noch weitere Modelle anprobieren, um einen Vergleich zu haben und auch wirklich die richtige Entscheidung zu treffen.

    Zudem solltest du deine Wanderschuhe am besten nachmittags anprobieren. Dann sind deine Füße vom Tag meistens etwas angeschwollen und ähneln mehr ihrer Form beim Wandern.

    Außerdem solltest du bereits zum Anprobieren Wandersocken anziehen, und nicht dünne Strümpfe. Dafür kannst du dir in vielen Outdoor-Läden Probiersocken geben lassen. Die Idee ist schließlich, die Wandersituation beim Anprobieren so gut es geht nachzuahmen.

    Wichtig ist auch, dass du deine Wanderschuhe fest, aber nicht zu fest zuschnürst. Dazu sollte es sich leicht eng anfühlen, jedoch nicht unangenehm oder gar schmerzend. Am besten lässt du dir hier von einem der Verkäufer im Laden helfen.

     

    Laden-Tipp: Globetrotter bietet in seinen Filialen nicht nur tolle Beratung und eine riesige Auswahl an Wanderschuhen, sondern auch kleine Test-Parcours. So kannst du die Wanderschuhe auf unterschiedlichem Gelände Probe laufen – das ist wirklich Gold wert!

    Darauf solltest du beim Anprobieren deiner Wanderschuhe achten

    Achte beim Anprobieren deiner Wanderschuhe darauf, dass sie gut an deinem Fuß liegen und deinen Füßen Halt und Stabilität geben. Dabei sollten sie sich nicht zu steif anfühlen und dir noch die nötige Flexibilität bieten.

    Natürlich sollten deine Wanderschuhe bequem sein und beim Laufen weder hinten an der Ferse, noch vorne oder an den Seiten scheuern. Beim Bergab-Gehen solltest du mit deinen Zehen nicht vorne gegen den Schuh kommen, und beim Bergauf-Gehen sollte dein Fuß einen festen Halt an der Ferse haben, und nicht etwa bei jedem Schritt hoch und runter rutschen.

    Tipp 7: Laufe deine Wanderschuhe ein!

    Bevor du dich mit deinen neuen Wanderschuhen auf ein größeres Wanderabenteuer begibst, solltest du sie zunächst einlaufen. Trage sie viel im Alltag und unternimm zudem eine kleinere erste Wanderung mit ihnen.

    Auf keinen Fall solltest du deine neuen Wanderschuhe aber ungetragen auf einer mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Wanderung anziehen. Egal, wie toll sie beim Anprobieren gepasst haben oder ob es sich um speziell angepasste Wanderschuhe handelt, in der Regel muss jeder Wanderschuh erst einmal eingelaufen werden!

    Tipp 8: Investiere in nahtfreie Wandersocken

    Ja: Nicht nur die richtigen Wanderschuhe, sondern auch die Socken machen einen großen Unterschied beim Wandern – investiere deshalb immer in ein oder besser in mehrere Paar gute Wandersocken*!

    Im Vergleich zu gewöhnlichen Socken sind Wandersocken extra gepolstert und gleichen Wärme, Kälte und Feuchtigkeit besonders gut aus. Sie stützen deine Füße zusätzlich und dämpfen den Auftritt deines Fußes ab.

    Zudem verhindern Wandersocken Reibungen und vermeiden so Hautirritationen oder gar Blasen an deinen Füßen. Die meisten Wandersocken werden deshalb auch nahtfrei verarbeitet. Achte beim Kauf deiner Wandersocken* darauf, dass sie faltenfrei an deinen Füßen sitzen.

    Entweder bestehen Wandersocken aus Schurwolle (Merinowolle) oder aus Kunstfasern , oder aus einer Kombination beider Materialien. Während Elasthan für den perfekten Sitz und mehr Formstabilität sorgt. Manche Wandersocken sind zudem speziell behandelt, wie beispielsweise mit Polygienen, um Schweißgeruch zu vermeiden.

    Es gibt dünnere Wandersocken für Wanderungen im Frühling oder Sommer, sowie dickere für Herbst- oder Winterwanderungen. Ein gutes Paar Wandersocken kostet um die 20 Euro, ist aber jeden Cent Wert und macht dank der guten Verarbeitung auch unzählige Wanderabenteuer mit!

    Hersteller-Tipp: Richtig gute Wandersocken bekommst du beispielsweise von Falke* oder von Icebreaker*.

    Tipp 9: Besorg dir ein gutes Paar Wanderstöcke!

    Neben Wandersocken, können auch Wanderstöcke deine Füße enorm entlasten. Investiere deshalb auch unbedingt in eine gutes Paar Wanderstöcke! Sie entlasten deine Gelenke und Muskeln, sorgen für eine aufrechte Körperhaltung beim Gehen sowie für mehr Stabilität und Sicherheit beim Wandern. Mit Wanderstöcken gehst du wesentlich entspannter und deine Füße werden dir dafür sehr dankbar sein!

    Hersteller-Tipp: Wir können dir die Wanderstöcke von Black Diamond* wärmstens empfehlen.

    Lesetipp: Wie du die richtigen Wanderstöcke für dich findest und worauf du beim Kauf sowie bei der Nutzung von Wanderstöcken achten musst, verraten wir dir hier!

     

    Tipp 10: Pflege deine (Leder-)Wanderschuhe regelmäßig!

    Richtig gute und hochwertig verarbeitete Wanderschuhe haben eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren – sofern du sie auch gut pflegst! Gerade Wanderschuhe aus Leder müssen regelmäßig gepflegt werden, und dass auch, damit sie wasserdicht bleiben.

    Am besten verpasst du deinen Wanderschuhen nach jeder Wanderung ein kleines Pflegeprogramm, spätestens aber nach einer längeren Hütten- oder Trekkingtour, und allerspätestens am Ende der Wandersaison.

    Wanderschuhe richtig pflegen Schritt 1: die Reinigung

    Am besten entfernst du die Schnürsenkel von deinen Schuhen, das macht die Reinigung und Pflege deiner Wanderschuhe wesentlich einfacher. Nun kannst du deine Wanderschuhe mit einer Wurzelbürste reinigen und den groben Dreck außen sowie im Profil wegbürsten. Anschließend kannst du Staub oder gar Salzrückstände von Küstenwanderungen mit einem feuchten Lappen abwischen.

    Wanderschuhe richtig pflegen Schritt 2: trocknen lassen

    Nun musst du deine Wanderschuhe trocknen lassen und stellst sie dafür am besten ein paar Tage in eine Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer. Wichtig ist, dass du sie nicht in die Nähe oder gar auf die Heizung stellst – Leder reagiert sehr empfindlich auf Hitze und trocknet so aus! Es wird spröde und brüchig, sodass du nicht lange etwas von deinen Wanderschuhen hast.

    Wanderschuhe richtig pflegen Schritt 3: imprägnieren (& pflegen)

    In den meisten Fällen müssen deine Wanderschuhe komplett trocken sein, um sie imprägnieren zu können. Hierzu verwendest du spezielles Wachs, das du mit einem Tuch in deine Lederschuhe einreibst. Die meisten solcher Wachsmittel enthalten auch Pflegemittelanteile, sodass du deinen Wanderschuhen gleichzeitig etwas Gutes tust.

    Tipp: Auch bei längeren Hütten- oder Trekkingtouren solltest du deine Wanderschuhe zwischendurch immer wieder imprägnieren und pflegen!

    Neben Wachs, kannst du auch auf Imprägniersprays zurückgreifen – das gilt insbesondere auch für Wanderschuhe aus synthetischen Materialien. Diese dringen allerdings nicht ganz so tief in das Leder ein, sorgen dafür aber für mehr Atmungsaktivität.

    Zudem gibt es Pflegemittel auf Wasserbasis: Diese dringen noch schneller ein, wenn die Oberfläche deiner Wanderschuhe feucht ist, und sind außerdem umweltfreundlicher. Gerade auf längeren Touren sind Pflegemittel auf Wasserbasis natürlich sehr praktisch!

    Hinweis: Oftmals liest man davon, dass man seine Wanderschuhe zur Pflege einfetten sollte. Während die Imprägnierung das Leder wasserdicht macht, sollen Pflegemittel es weich machen. Das Problem an Fett ist jedoch, dass es deine Leder-Wanderschuhe schwammig macht und die Stabilität dadurch einbüßt – verzichte deshalb lieber aufs Einfetten!

    Wanderschuhe richtig pflegen Schritt 4: die Lagerung

    Sobald du deine Wanderschuhe versorgt hast, gilt es sie bis zur nächsten Wanderung oder über den Winter hinweg richtig zu lagern. Am besten nutzt du dazu einen Schuhspanner aus Zedernholz, damit deine Wanderschuhe formstabil bleiben. Der Lagerort sollte trocken und luftig sein, denn bei Luftfeuchtigkeit fangen deine Wanderschuhe schnell an zu schimmeln!

    Mit den richtigen Wanderschuhen ist jede Wanderung ein Highlight!

    Wandern ist eine der schönsten Arten unsere Erde zu entdecken, und zu Fuß gelangst du an Orte, die du anders gar nicht erreichen würdest. Damit deine Wanderungen wegen der vielen Gänsehautmomente und nicht etwa wegen schmerzender Füße und Blasen in Erinnerung bleiben, solltest du in ein gutes Paar Wanderschuhe investieren.

    Bei der Wahl der passenden Wanderschuhe ist vor allem ausschlaggebend, was für Wanderabenteuer du planst: Wenn du am liebsten in den Bergen unterwegs bist und gerne länger wanderst, sind Wanderschuhe der Kategorie B und B/C genau richtig für dich. Besorg dir zudem noch gute Wandersocken und -stöcke, und deine Füße tragen dich überall hin!

Line
Line ist zwar ein Großstadtkind, fühlt sich in der Natur aber mittlerweile weitaus mehr zuhause als im trüb-grauem Häuserdschungel. Wenn sie sich nicht gerade mit Sebastian ins Abenteuer stürzt, findest du sie entweder im Reitstall, in einer finnischen Sauna oder in einem süßen Café am Laptop mit einem Flat White und einem leckeren Cheese Cake vor der Nase.
Line

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