Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer!

Der Wild Atlantic Way: Einmal Irland rauf und runter

Im April 2008 brach ich zu einem Abenteuer nach Irland auf, das laut Plan nicht länger als ein paar Monate dauern sollte. Ich hatte keine Ahnung, dass sich in dem Moment, in dem ich dem Boarding-Aufruf folgte und mit meinem Rucksack auf dem Rücken und meinem Gitarrenkoffer in der Hand zum Gate lief, mein gesamtes weiteres Leben veränderte. Damals war der Weg mein Ziel, Deutschland hatte ich so was von über – ich brauchte etwas anderes, und zwar nicht nur für ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich für ein paar Monate. Dass ich mich letztendlich für Irland entschieden habe, war purer Zufall. Es hätte genauso gut ein anderes Land treffen können, ich wollte einfach weg, mir eine Auszeit nehmen, ein Abenteuer erleben und dabei vielleicht auch ein bisschen zu mir selbst finden.

Die kleine Insel im Atlantik empfing mich mit dem typischen Regen. Als ich den Flughafen verließ war es nass, windig und kalt und ich war hundemüde. In dem Moment war ich davon überzeugt, dass ich es hier nicht so lange aushalten würde, wie ich es geplant hatte. In meinem Kopf machte ich bereits Pläne für eine Alternativreise nach Afrika oder Nepal. An diesem Abend brachte mich ein irischer Bekannter zu einem Ort, der diese ganz neuen Pläne komplett über den Haufen warf: Inchydoney Beach! Die Klippe an dem weißen Sandstrand im Südwesten Irlands ist nicht besonders hoch, aber als ich zum ersten Mal den Blick über den Horizont, zurück auf den Strand und die grünen Hügel richtete passierte etwas in mir: Ich fühlte mich auf einmal zu Hause, so als wäre ich nach einer langen und anstrengend Reise endlich angekommen.

Seitdem habe ich mich mit jedem Ort, den ich auf der grünen Insel entdeckt habe ein kleines bisschen mehr in Irland verliebt. Insbesondere die raue und unberührte Natur der Westküste ist wunderschön und wie für einen richtig langen Roadtrip gemacht.

In diesem Beitrag verrate ich dir, was dich bei einem solchen Roadtrip entlang des Wild Atlantic Ways erwartet, wo es sich ganz besonders lohnt, das Auto stehen zu lassen, und was du bei der Vorbereitung auf dein Irland-Abenteuer beachten solltest!

Ab auf die Insel!
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Foto UTBP

Der Wild Atlantic Way: Alles, was du über den ultimativen Irland Roadtrip wissen musst!

Bevor es losgeht

Bevor du dich in dein Straßenabenteuer auf der grünen Insel stürzt, habe ich noch ein paar Infos und allgemeine Tipps für dich gesammelt, die nicht nur bei der Reiseplanung, sondern auch unterwegs praktisch sind.

Der Wild Atlantic Way

Wild Atlantic Way KarteBeim Wild Atlantic Way handelt es sich um eine der längsten ausgewiesenen Küstenstraßen der Welt. Auf über 2.500 Kilometern geht es dabei einmal komplett an der gesamten Westküste Irlands entlang. Deinen Startpunkt kannst du entweder nach Kinsale im Süden oder hoch in den Norden auf die Halbinsel Inishowen legen. Für die gesamte Strecke solltest du mindestens 10 Tage einplanen. Das ist allerdings recht knapp bemessen – je mehr Zeit du dir nehmen kannst, um die Westküste zu entdecken, desto besser! Natürlich kannst du auch einfach nur einen Teil der Route abfahren und deine Etappen deiner Reisedauer anpassen.

Anreise

Da Irland eine Insel ist, reist du am besten mit dem Flugzeug an. Es gibt Direktflüge von vielen deutschen Flughäfen nach Dublin, Cork, Kerry und Shannon – alle Verbindungen findest du ganz einfach mit Momondo. Für den Wild Atlantic Way empfiehlt es sich, gleich in den Westen zu fliegen. Vor allem Cork am südlichen Ende der Küstenstraße ist der perfekte Ankunftsflughafen. Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst und Lust hast, neben der Westküste auch die Hauptstadt der Insel zu erkunden, lohnt sich das vor allem am Ende. Nach deinem Roadtrip und vor deinem Heimflug kannst du in Dublin noch ein wenig chillen.

Als Alternative zum Flugzeug hast du die Möglichkeit mit deinem eigenen Auto anzureisen, allerdings musst du dafür mindestens zwei Tage extra einplanen. Direkte Fährverbindungen gibt es zum Beispiel bei irishferries.com von Frankreich an die irische Südküste. Egal, ob du auf den irischen Straßen mit deinem eigenen Auto oder einem Mietwagen unterwegs bist, hier gilt Linksverkehr und das ist vor allem am Anfang echt gewöhnungsbedürftig.

Tipp: Um im Linksverkehr den Überblick zu behalten, orientiere dich an anderen Autofahrern. Wenn du alleine auf der Straße unterwegs bist, dann achte darauf, dass du als Fahrer (wie in Deutschland auch) immer an der Mitte der Fahrbahn sitzt, das hilft vor allem beim Abbiegen!

Ideale Reisezeit

Ganz ehrlich: Irland ist immer eine Reise wert! Das Klima auf der Insel ist das ganze Jahr über relativ gleichbleibend, was bedeutet, dass dich der Sommer hier mit angenehmen Temperaturen von knapp unter 30° Grad erwartet, während es im Winter nur selten richtig kalt wird.

Generell regnet es zwischen Frühling und Sommer am wenigsten. Ein Patentrezept, um dem irischen Regen aus dem Weg zu gehen, gibt es allerdings nicht. Du kannst Glück haben und in zwei Wochen Irland keinen einzigen Regentropfen abbekommen oder eben auch Pech und es regnet ununterbrochen. Was du deshalb auf jeden Fall dabei haben solltest, ist gute Regenkleidung, und zwar Jacke, Hose, Gummistiefel und am besten auch noch eine kleine Drybag, die du auf Wanderungen mitnehmen kannst. So bleibst du auf jeden Fall trocken und wirst ganz schnell merken, dass die grüne Insel auch im Dauerregen ein geniales Reiseziel ist.

Sprache

Irland ist offiziell ein zweisprachiges Land. Da es also zwei Nationalsprachen – Englisch und Irisch – gibt, sind nicht nur die Straßenschilder, sondern auch alle offiziellen Dokumente und teilweise sogar das Fernsehprogramm auf beiden Sprachen erhältlich. Für dich als Reisender bedeutet das vor allem, dass du unter dem englischen Text auf Schildern auch immer das unaussprechliche irische Wort dafür findest.

In manchen Gegenden an der Westküste wird noch weitestgehend Irisch gesprochen. Da diese Teile des Landes mittlerweile als Gaeltacht ausgewiesen sind, wird hier auch auf die englische Übersetzung auf allen Schildern verzichtet. Aber keine Panik: Du musst die gälische Sprache natürlich nicht beherrschen, um dich zurechtzufinden. Die Wegweiser für den Wild Atlantic Way sehen hier genauso aus wie überall sonst: ein blaues rechteckiges Schild mit einer weißen, gezackten Welle. Und die Menschen sprechen natürlich im Notfall trotzdem Englisch. Nur auf öffentlichen Toiletten in diesen Gegenden musst du wissen, was Sache ist, denn „fir“ ist für Männer und „mná“ für Frauen!

Schlafen in Irland

Welche Unterkünfte dir auf deinem Abenteuer an der Westküste Irlands zur Verfügung stehen, hängt davon ab, wie genau deine Route verläuft und wo du übernachten willst. In den Ortschaften und oft sogar mitten im Nirgendwo findest du im Normalfall immer ein Bed & Breakfast, das noch ein Zimmer frei hat – nur in der Hauptsaison zwischen Juni und August und an den Wochenenden kann es hier schon mal eng werden.

Wenn du kein Risiko eingehen willst und deine Route komplett feststeht, buchst du deine Schlafplätze am besten schon vorab. Eine Nacht in einem irischen B&B kann zu einem richtig coolen Erlebnis werden, denn meistens haben die Betreiber ein paar geniale Geschichten und Geheimtipps zu ihrer Heimat auf Lager. Außerdem schmeckt das traditionelle Irish Breakfast in diesen kleinen Pensionen oft besser als in einem 5-Sterne Hotel. Hotels gibt es auch fast überall, die meisten natürlich in den Städten und in eher touristischen Gegenden.

Viel cooler sind da kleine Campingplätze, Pods oder Glamping Anlagen. Erstens findest du diese Art von Unterkünften oft an richtig genialen und abgelegenen Orten, wie zum Beispiel direkt am Strand, auf einer Klippe oder in einem einsamen Tal, und zweitens werden dabei auch deine Nächte zu einem Abenteuer in der unberührten Natur der Insel.

Auf Camping Ireland findest du einige coole Glampingplätze. Für richtig abgelegene und außergewöhnliche Schlafgelegenheit, wie zum Beispiel dieses einsame Cottage am Meer oder diese skurrile, aber echt tolle Hütte, bist du bei AirBnB genau richtig!

Dein Abenteuer auf der grünen Insel kann losgehen

Vom Flughafen in Cork auf den Wild Atlantic Way

Da der Flughafen im südwestlichen Cork fast unmittelbar am Beginn des Wild Atlantic Way liegt, solltest du entweder hierher fliegen oder mit dem Mietwagen von deinem Ankunftsort aus in die zweitgrößte Stadt der Insel fahren. Von hier aus sind es nur 20 Minuten bis nach Kinsale, wo dein Straßenabenteuer an der wilden irischen Westküste offiziell beginnt.

Alternativ kannst du die Küstenstraße natürlich auch andersrum abfahren, dafür fliegst du am besten gleich nach Belfast und fährst mit dem Auto zum nördlichen Ende des Wild Atlantic Way in Inishowen. Denk daran, dass Belfast zu Großbritannien gehört und dort nicht mit Euro, sondern mit Britischen Pfund bezahlt wird. Falls du dir also in Belfast ein Auto mietest oder dir in Nordirland etwas kaufst, dann wird deine Kreditkarte in Pfund belastet, oder du wechselst ein wenig Geld und bezahlst Cash.

Sobald du in Kinsale angekommen bist, wird das blaue Straßenschild mit der weißen gezackten Welle, das deine Route markiert, zu deinem neuen Reisebegleiter. Bevor du den Fischerort verlässt, lohnt sich ein kurzer Abstecher auf die Klippen über dem Yachthafen, wo du die Ruinen des Charles Fort unsicher machen kannst.

Direkt am Meer entlang geht es weiter nach Clonakilty. Dabei kommst du am Old Head of Kinsale vorbei, eine richtig coole Landzunge mit Klippen und Leuchtturm. Leider ist die gesamte Fläche auf der Klippe ein Golfplatz, der nur von Mitgliedern betreten werden darf. Ein kurzer Spaziergang in der Umgebung, bei dem du den Leuchtturm aus der Ferne siehst, lohnt sich aber trotzdem auf jeden Fall.

 

Sandstrände, Wale und das Ende der Insel

Dein nächster Halt heißt Clonakilty, wieder eine ganz typische irische Ortschaft. Nimm dir hier ein bisschen Zeit, um die einzigartige Atmosphäre des Ortes mit den vielen bunten Häusern, von denen fast jedes Dritte ein gemütlicher Pub ist, zu genießen. Der Wild Atlantic Way führt dich hier auch an „meinen“ Strand, Inchydoney Beach, der mit dem weißen Sand und jeder Menge Palmen eher nach Mittelmeer als nach Nordeuropa aussieht.

Der Strand wird von „Virgin Mary’s Bank“, einer kleinen Klippe, in zwei geteilt. Wenn du an den Rand dieser Klippe läufst und die Aussicht genießt, dann stell dich auf Gänsehaut ein! Bevor du wieder ins Auto steigst, kannst du dich noch eine Weile mit deinem Surfbrett in die Wellen stürzen, die hier übrigens perfekt für Anfänger geeignet sind. Im Dunes Pub direkt am Strand warten danach richtig leckere Fish & Chips auf dich!

Auf dem Weg nach Skibbereen kommst du nicht nur an einem weiteren Leuchtturm – an dem du übrigens auch übernachten kannst – vorbei, sondern auch an einem richtig coolen Steinkreis. Ein paar Kilometer westlich von Skibbereen solltest du dir bei Lough Hyne die Wanderung auf den Knockamagh Hill nicht entgehen lassen. Der Weg beginnt am Parkplatz direkt an dem großen Salzwassersee und führt dich durch einen richtig tollen Wald bis auf den höchsten Punkt des Hügels, von wo du den ganzen See und im Hintergrund sogar den Atlantik überblicken kannst.

Einen supergenialen Ausblick hast du auch weiter westlich von den Klippen in Baltimore. Wenn du Glück hast, siehst du hier sogar Wale oder Delfine direkt vor der Küste. Von Baltimore aus kannst du mit einer kleinen Fähre einen Umweg über Cape Clear Island, die südlichste bewohnte Insel des Landes, machen. Auf dem Wasserweg geht es von dort weiter nach Schull, wo du dich unbedingt gleich wieder in ein Boot setzen solltest. Diesmal allerdings ohne Auto.

Vom Hafen in Schull fährst du in einem kleinen Boot zu einem der coolsten Orte in Irland: Fastnet Rock. Das ist eine kleine felsige Insel, auf der ein einziger weißer Leuchtturm steht. Es sieht fast so aus, als wäre der Leuchtturm ein Teil des Felsens und wenn von allen Seiten die Wellen gegen die Klippe donnern, dann ist das nicht nur ein unvergleichlich toller Anblick, sondern auch ein purer Gänsehaut-Moment.

Als Nächstes bringt dich der Wild Atlantic Way ans südwestliche Ende der grünen Insel. In Mizen Head geht es über eine Brücke auf das letzte Stück Land in Irland, hier liegt nur noch der Atlantik zwischen dir und Kanada. Nimm dir ruhig wieder etwas mehr Zeit, um die Umgebung zu erkunden und mit ein bisschen Glück Seerobben zu beobachten, die hier oft in Scharen auf den Felsen chillen. Vom Mizen Head Parplatz aus kannst du auf einem kleinen Pfad alle anderen Reisenden hinter dir lassen und dir einen lohnenswerten Geheimtipp ansehen. Den Three Castle Head erreichst du wirklich nur zu Fuß und da der Weg teilweise recht steil ist, verirren sich nicht viele Leute auf die steilen Klippen, auf denen eine Burgruine mit drei Türmen steht, die diesem coolen Ort seinen Namen gibt!

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Foto phb.cz

Von Bantry bis nach Kerry

Es geht weiter in Richtung Bantry. Bevor du dir allerdings die Kleinstadt im irischen Westen anschaust, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Sheep’s Head. Nach einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz aus erreichst du das Ende der Klippe und einen weiteren Leuchtturm. Wenn du Lust auf eine größere Wanderung hast, gibt es auf der Landzunge jede Menge Auswahl zwischen unterschiedlich langen Strecken: von einer Stunde wandern bis hin zu einem mehrtägigen Trekkingabenteuer, ist hier alles dabei!

Falls du genug Zeit mitbringst, kannst du den Wild Atlantic Way kurz nach Ballylikey zwischen Bantry und Glengarriff verlassen, um dir Gougane Barra anzusehen. Das ist ein kleiner See mitten im Nirgendwo, der von Bergen und einem richtig coolen Wald umgeben ist. Das Besondere ist aber die kleine Halbinsel im See, auf der eine der kleinsten Kirchen der Welt inmitten von jeder Menge Ruinen steht. Besonders genial ist es hier, wenn kein Wind geht und die Oberfläche des Sees zu einem riesigen Spiegel wird!

Zurück auf deiner Route heißt dein nächster Halt Glengarriff. Hier triffst du vor allem im Sommer wieder auf relativ viele Leute. Die meisten zieht es auf die kleinen Boote, die nach Garnish Island fahren. Falls du keine Lust auf Trubel hast, bleib im Auto und fahre kurz nachdem du Glengarriff verlassen hast von der Hauptstraße ab und folge der Straße in die Caha Mountains zum Barley Lake. Der Gletschersee, denn du über eine abenteuerliche Straße, auf der du mit Sicherheit einigen umherirrenden Schafen begegnest, erreichst, ist der perfekte Ort, um die irische Wildnis fernab vom Alltag zu entdecken.

Falls du Lust auf mehr Abenteuer in der Einsamkeit hast, dann schlag hier einfach dein Zelt auf und bleib über Nacht – so wie Fräulein Draußen. Wildzelten ist in Irland zwar eigentlich verboten, aber solange du keine Müllberge hinterlässt oder beim Besitzer (den du oft im örtlichen Pub ermitteln kannst) um Erlaubnis fragst, stört sich niemand daran.

Es geht weiter über die Beara Halbinsel, wo du auf halbem Weg auf jeden Fall bei Dursey Island anhalten solltest. Die kleine Insel, auf der dich viele coole Wanderwege und ursprüngliche Landschaften erwarten, erreichst du diesmal nicht mit einem Boot, sondern per Seilbahn! Die Küstenstraße führt dich immer weiter in Richtung Kenmare und damit in die Grafschaft Kerry. Bevor du die County Grenze überquerst, nimm dir Zeit, um die coolen Küstanabschnitte rund um Allihies, Ardacluggin und Kilmakilloge zu erkunden.

Der Ring of Kerry

Von Kenmare aus folgt die Route des Wild Atlantic Way für die nächsten 180 Kilometer weitestgehend dem Ring of Kerry – der bekanntesten Panoramaküstenstraße der Insel. Du teilst dir die Straße auf der Iveragh Halbinsel zwar mit vielen anderen Autos und Bussen, aber gerade der Westen dieser Landzunge ist so richtig wildes Irland inklusive hundert verschiedener Grüntöne auf den Feldern, hohen Klippen und freilaufenden Schafen, die den Verkehr manchmal für eine Weile zum Erliegen bringen.

Kurz hinter Waterville verlässt du den Ring of Kerry kurz, um dir einen besonders einsamen und unberührten Teil der Gegend anzusehen. Besonders cool ist die alte verlassene Siedlung in Kildreelig, die Kerry Cliffs und eine Bootstour von der Ballinskelligs Bay oder Portmagee auf die Insel Skellig Michael.

Bevor du in Cahersiveen wieder zurück auf den Straßenverlauf des Ring of Kerrys kommst, lohnt sich noch ein kleiner Umweg an die Küste zum Cahergal Stone Fort und Ballycarbery Castle. Als Nächstes führt dich der Wild Atlantic Way an Kells Bay, Mountain Stage und Rossbeigh Beach, einem der schönsten Strände der Insel, vorbei.

Wenn du etwas mehr Zeit im Gepäck hast, solltest du in Killorglin noch einen kurzen Umweg nach Killarney machen. Im gleichnamigen Nationalpark endet nicht nur der Ring of Kerry, sondern du hast die Möglichkeit eine unglaublich schöne Ecke der Insel zu erkunden. Hier lohnen sich vor allem die kleinen unbeschilderten Pfade, die oft etwas wild aussehen. Falls du keine Lust auf Laufen hast, kannst du die Landschaft auch vom Wasser aus bei einer Kajaktour entdecken.

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Foto UTBP

Über Dingle bis zum Loop Head

Auf der nächsten Halbinsel erwartet dich gleich als Erstes der ewig lange Inch Beach. Hier kannst du entweder durch die Dünen spazieren und etwas entspannen oder mit dem Surfboard  die Wellen unsicher machen. Über Minard Castle und Kinard Strand geht es auf direktem Weg nach Dingle. In dem kleinen Örtchen gibt es ein paar richtig coole alte Pubs, allen voran das Dick Mack’s. Hier gibt’s nicht nur leckere Pints, sondern auch ein beeindruckendes Sammelsurium von Skurrilitäten.

Für die nächsten 50 Kilometer solltest du unbedingt viel Zeit einplanen, da du mit Sicherheit alle paar Meter anhalten und aussteigen willst. Ganz besonders lohnt sich das an den Ruinen von Dunbeg Fort und der Fahangruppe, dem Slea Head und auf den Blasket Islands, die du vom coolsten Pier der Insel in Dunquin aus erreichst.

Weiter an der Nordküste der Dingle Halbinsel entlang kommst du am Gallarus Oratory, einem der ältesten komplett erhaltenen Gebäude der Insel vorbei. Nach einem zweiten kurzen Stopp in Dingle geht es auf die höchste Passstraße Irlands: den Connor Pass. Auf dem höchsten Punkt der Straße stellst du dein Auto auf dem kleinen Schotterparkplatz ab und genießt die Aussicht, die hier nicht nur bei gutem Wetter der Hammer ist! Falls du Zeit hast, lohnt sich auch die Besteigung des Mount Brandon, der mit fast 1.000 Metern einer der höchsten Berge des Landes ist. Zum Abschluss erwartet dich der Strand von Castlegregory mit ein paar genialen Abenteuern. Dazu gehört natürlich wieder Surfen, Windsurfen oder Stand-Up Paddeln und außerdem ein Ritt über den Strand und durch die Dünen – das ist vor allem bei gutem Wetter und am Abend, wenn die Sonne untergeht richtig cool.

Über Tralee geht es für dich weiter Richtung Norden, vorbei an ein paar genialen kleinen Stränden und der coolen Ballyheige Bay bis nach Ballybunion. Hier solltest du das Auto mal wieder für eine Weile stehen lassen und den Bromore Cliffs auf dem gleichnamigen Wanderweg einen Besuch abstatten. Die Aussicht von hier oben ist der absolute Hammer!

Am Carrigfoyle Castle vorbei geht es weiter nach Tarbert, wo du mithilfe einer Fähre die Shannonmündung und gleichzeitig die Grenze zur Grafschaft Clare überquerst. In der nächsten Ortschaft Kilrush geht es dann ohne Auto auf ein Boot, um auf die mittlerweile unbewohnte Insel Scattery Island zu kommen. Hier findest du jede Menge Überbleibsel von Wikingern, Kelten und alten Mönchen. Sobald du wieder festen Boden unter den Füßen hast, nimmst du Kurs auf die nächste Halbinsel mit dem abenteuerlichen Namen Loop Head. Am Ende der Landzunge steht ein Leuchtturm auf den Klippen, den du in den Sommermonaten besichtigen kannst, bevor du wieder Richtung Landesinnere fährst. Auf dem Weg nach Kilkee lohnt sich auf jeden Fall noch ein kurzer Stopp an den Bridges of Ross. Hier standen ursprünglich drei natürliche Felsbögen, die wie Brücken aussahen. Mittlerweile ist nur noch eine davon übrig, aber trotzdem richtig cool!

Die Westküste Irlands ist fast überall total rau und schroff, aber die Cliffs in Kilkee sind meiner Meinung nach die ursprünglichsten Klippen der Insel. Das liegt vor allem daran, dass du hier nicht so vielen Leuten begegnest, sondern den kleinen Pfad, der am Rand des steilen Abgrunds entlang läuft, fast für dich alleine hast. Beim Coasteering kannst du die steilen Cliffs und Felsnadeln im Atlantik nicht nur bestaunen, sondern sie auf einem richtig coolen Abenteuer inklusive einer großen Portion Nervenkitzel erleben!

Vom geilsten Surfspot auf die höchsten Klippen in eine Steinewüste

Direkt an der Küste folgst du den blau-weißen Schildern weiter Richtung Norden in den Ort Lahinch. Als einer der besten Surfspots in Irland findest du hier nicht nur mehrere Surfläden, sondern auch viele Surfschulen, bei denen du dich zu einem Kurs anmelden oder ein Board ausleihen kannst, um dich alleine in die Fluten zu stürzen. Der Lahinch Beach ist perfekt für geübte Anfänger – wenn das Wetter mitspielt, hast du hier die Chance auf ein paar richtig krasse Swells. Da die gesamte Küste in dieser Gegend bei Surfern ein echter Geheimtipp ist, lohnt es sich die coolsten Spots auf einer Surf Safari auszutesten.

Als Nächstes steht ein echtes Highlight an: Die Cliffs of Moher! Zugegeben, die Steilklippen sind kein Geheimtipp mehr und im Sommer kommen hier ganze Reisebusse vorbei, aber es ist einer dieser Orte, an dem es sich lohnt einmal nicht Off The Path unterwegs zu sein. Die Klippen sind bis zu 214 Meter hoch und ganze acht Kilometer lang – bei diesem gigantischen Anblick ist Gänsehaut fast vorprogrammiert. Die beste Tageszeit, um dir die Klippen vom O’Briens Tower und dem Besucherzentrum aus anzusehen, ist gegen Abend. Erstens sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so viele Leute unterwegs, und zweitens leuchten die Klippen so richtig, wenn die Sonne langsam untergeht.

Falls du dich etwas länger an diesem genialen Ort aufhalten willst, aber keine Lust auf Menschenmengen hast, dann halte dich vom Besucherzentrum fern und fahr stattdessen ans südliche Ende der Klippen. Dort gibt es auf einem Bauernhof die Möglichkeit dein Auto abzustellen und den Burren Way bis auf die Klippen hinaufzuwandern.

Gleich um die Ecke lohnt sich ein Stopp in Doolin. Das kleine Fischerdorf sieht nicht nur unglaublich cool und typisch irisch aus, sondern du kannst hier vom Pier aus auch auf die Aran Islands fahren. Die Inselgruppe ist zwar offiziell kein Teil des Wild Atlantic Way, aber der kurze Umweg auf einer der drei Inseln lohnt sich auf jeden Fall.

Zurück auf dem Festland geht es in den Burren. Wenn es dir wie mir geht, dann wird dich diese Gegend am meisten überraschen: Ganz einfach, weil eine Wüste aus Kalksteinplatten, die mit Spalten und Ritzen durchzogen ist, so gar nicht zu den grünen Hügeln passt, die du von Irland gewohnt bist. Nimm dir Zeit, um das Gebiet ausgiebig zu erkunden. Ganz besonders cool ist der Poulnabrone Dolmen und die gesamte Küste an der Straße R477 zwischen Lisdoonvarna und Ballyvaughan. Hier reicht der Kalkstein bis ins Meer und mit den riesigen Felsbrocken und teilweise echt tiefen Kratern sieht es hier aus, wie auf dem Mond! Der Burren ist außerdem bekannt für seine vielen Höhlen, die du dir am besten bei einem Caving-Abenteuer anschaust. Über der Erde eignet sich die steinige und hügelige Landschaft perfekt für eine richtig coole Mountainbiketour, bevor es für dich weiter nach Galway geht!

Einmal durch Connemara

In der Stadt Galway lohnt sich ein ausgiebiger Spaziergang, besonders durch das Szeneviertel The Latin Quarters. Hier reihen sich kleine Pubs, Cafés und coole Läden aneinander. In Kombination mit der relaxten Atmosphäre hast du im Sommer fast den Eindruck irgendwo am Mittelmeer unterwegs zu sein. Der Wild Atlantic Way führt dich weiter in den Norden Richtung Connemara Nationalpark.

Auf dem Weg dorthin kommst du an der Küste an vielen coolen Orte vorbei, die es auf jeden Fall Wert sind auszusteigen. Der Coral Beach am Ende einer kleinen Landzunge zwischen Galway und Clifden zum Beispiel ist so ein Ort. Hier kommt das Abenteuergefühl schon von ganz alleine, außerdem kannst du zwischen den Felsen und dem weißem Sand richtig gut chillen und eine Runde im Atlantik schwimmen. Die Gegend rund um Gortmore und Illaunnaginga ist perfekt für eine mehrstündige Wanderung entlang der Seen und Flüsse. Auf dem Wild Atlantic Way geht es weiter nach Clifden und direkt in den Connemara Nationalpark.

Hier solltest du wieder ein paar Tage mehr einplanen und zur Einstimmung auf jeden Fall die Sky Road abfahren. Diese Küstenstraße hat ihren Namen nicht ohne Grund erhalten: Die Aussichten sind einfach der Hammer! Durch den Nationalpark geht es nur zu Fuß und da die coolsten Wege stellenweise echt anspruchsvoll sind, solltest du auf jeden Fall mit guter Ausrüstung anrücken. Der Weg auf den Diamond Hill lohnt sich immer und falls du Lust hast, deinen Roadtrip ein paar Tage lang zu unterbrechen, dann gibt es im Outdoor Magazin eine geniale Wanderroute auf der du die schönsten Ecken Connemaras siehst. Für einen Adrenalin-Kick zwischendurch lohnt sich das Coasteering an der nahe gelegenen Küste.

Über den einzigen Fjord und den heiligsten Berg weiter nach Westport

Nach einem weiteren kurzen Abstecher in die Einsamkeit des Rinvlye Point an der Küste, wo du jede Menge Ruinen erkunden kannst, kommst du an den einzigen Fjord der Insel: Killary Harbour! Schon vom Land aus sieht das blaue Wasser des 16 Kilometer langen Fjords im krassen Kontrast zu den grünen Bergen richtig genial aus, aber vom Wasser aus ist es der absolute Hammer! Mittlerweile kannst du hier verschiedene Bootstouren buchen. Der Fjord wartet allerdings nicht nur mit tollen Landschaften, sondern auch mit jeder Menge Abenteuer auf dich. Immerhin kannst du hier Wakeboarden, die vielen Buchten mit deinem Kajak entdecken oder auf einem selbst gebauten Floß durch die Gegend fahren. In der Ortschaft Leenane am Ende des Fjords lohnt sich ein Spaziergang zum Aasleagh Falls Wasserfall.

Auf dem Weg nach Westport kommst du mitten durch das Doolough Valley. Hier findest du nichts außer unberührte Natur und Schafe – perfekt, um einfach einmal komplett abzuschalten. Danach kannst du entweder weiter an der Küste entlang in den Norden fahren oder bei Kileen Church Richtung Süden abbiegen. Eine kleine Straße führt dich zum White Strand, der von so gut wie allen Besuchern in dieser Gegend übersehen wird. Somit stehen deine Chancen gut, den zwei Kilometer langen weißen Sandstrand und seine Dünen für dich allein zu – das schreit nach Lagerfeuer und Grillen oder nach einer Nacht im Zelt!

Am nächsten Tag geht es über Louisbourg zum Croagh Patrick, dem heiligsten Berg der grünen Insel. Der Berg ist nach dem Schutzpatron des Landes St. Patrick benannt worden, der auf dem Gipfel nicht nur gebetet und gefastet, sondern von dort auch alle Reptilien aus dem Land verbannt haben soll. Eine Besteigung des Croagh Patrick ist eine wichtige Pilgerreise für die Iren, weswegen du hier fast das ganze Jahr über auf kleine Wandergruppen treffen wirst. Egal, es lohnt sich trotzdem, denn der Ausblick von dem fast 800 Meter hohem Berg ist wirklich grandios!

Von Achill Island nach Ballina

Die Bucht nördlich von Westport ist richtig cool, denn sie besteht aus vielen kleinen Inseln, die ein bisschen an die Schären in Schweden erinnern. Achill Island ist die größte Insel Irlands und ganz einfach bei Achill Sounds über eine Brücke erreichbar. Auf der rund 145 Quadratkilometer großen Insel warten jede Menge Abenteuer auf dich: Zum einen findest du hier die verlassensten und einsamsten Ecken des Landes, wie zum Beispiel Annagh. In diesem Tal gibt es keine Straßen und es kann daher nur über eine mehrstündige Wanderung über die Berge oder per Boot erreicht werden. Aus diesem Grund triffst du hier kaum andere Menschen und bist so richtig Off The Path unterwegs. Für ein bisschen mehr Abenteuer solltest du dich auf den Weg zum Keel Beach machen, denn hier herrschen die besten Bedingungen zum Windsurfen!

Zurück auf dem Festland führt dich der Wild Atlantic Way weiter bis nach Bangor Erris. Kurz nachdem du das kleine Dorf wieder verlässt, kommst du an Claggan Island vorbei. Auf der Insel, die du über eine schmale Dammstraße erreichst, leben gerade einmal acht Leute – perfekt für ein Abenteuer an der wilden irischen Atlantikküste. Dafür buchst du dich am besten in einen dieser coolen Pods direkt an der Küste ein. Ganz besonders lohnt sich eine Tour zu den vielen Sandstränden der Insel, die ideal zum Kitesurfen und Wellenreiten sind.

Weiter im Norden auf der Mullet Halbinsel lohnt sich ein Abstecher an den südlichsten Punkt der Landzunge nach Fallmore. Auf einem Hügel über dem Dorf befindet sich der sogenannte Deirble’s Twist, ein Steinkreis, der auf die Legende des Schutzheiligen der Region aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht. Es ist einfach nur beeindruckend, wie diese riesigen Steine hier aufrecht stehen und dem krassen Wetter der Atlantikküste trotzen!

Im Norden der Peninsula solltest du dir die raue Küste bei Annagh Head und Doonamo Point nicht entgehen lassen. Der Erris Head Loop Walk führt dich innerhalb von zwei Stunden einmal komplett an den Klippen des Erris Head entlang. Da diese Ecke eher abgelegen ist, stehen die Chancen gut, dass du den Weg weitestgehend für dich alleine hast! Bevor es für dich weiter bis nach Ballycastle geht, steht noch eine weitere coole Wanderungen bei Benwee Head auf dem Programm. Von den Klippen hier hast du eine richtig geile Aussicht auf die raue und felsige Küste!

Mindestens genauso spektakulär geht es in der Nähe von Ballycastle bei Muingelly weiter, wo die Klippen nicht nur senkrecht aus dem Wasser ragen. Die Gewalt des Wassers hat hier einige Felstore geschaffen, die einfach nur genial aussehen! Gleich um die Ecke liegt Downpatrick Head, hier fallen die leuchtend grünen Felder senkrecht in den Atlantik ab. Auch die gigantische Felsnadel direkt vor der Küste sorgt für einen total abenteuerlichen Anblick. Auf deinem weiteren Weg nach Ballina kommst du unter anderem an Lacken Strand vorbei, wo es sich lohnt, das Auto zu parken und eine Weile in der Bucht zu chillen.

Surfer’s Paradise: Von Ballina nach Donegal

Der gesamte Küstenabschnitt zwischen Ballina und Donegal Town ist ganz besonders bei Surfern beliebt. Hier macht der Wild Atlantic Way seinem Namen mit teilweise richtig krassen Wellen alle Ehre!

Los geht’s am drei Kilometer langen Sandstrand von Enniscrone, wo du bei der North West Surf School eine zweistündige Surf-Session buchen kannst, in der du alle Basics, die der Surfsport mit sich bringt, lernst. Falls du bereits weißt, wie du am besten in eine Welle paddelst, um auf ihr zu reiten, kannst du dir hier dein Board inklusive Neoprenanzug auch einfach nur ausliehen und alleine loslegen. Für ein bisschen Abwechslung sorgt ein Spaziergang durch die Dünen zum Valley of Diamonds, einer riesigen Sanddüne, die wie ein Vulkan aussieht.

Bei deinem nächsten Stopp am Aughris Head lässt du dein Auto mal wieder für eine Weile stehen und machst dich zu Fuß auf den Weg über die Klippen. Vom Parkplatz der Beach Bar aus folgst du dazu dem Pfad in Richtung Osten bis zum Dunmoran Strand. Der lange Sandstrand ist der perfekte Ort zum Seele baumeln lassen und Kräfte tanken, bevor es über die Klippen wieder zurück zu deinem Auto geht.

Am Fuß der Knocknarea Mountains wartet ein richtig cooler Ort auf dich, der zu Abwechslung absolut gar nichts mit Strand und Meer zu tun hat: Versteckt hinter einem überwucherten Tor liegt The Glen oder auch Fairy Glen genannt. Diese Bergschlucht ist einer der unwirklichsten und gleichzeitig genialsten Orte der Insel. Keiner weiß genau, wie die Schlucht entstanden ist und weil es hier aussieht wie in einem Märchen, schieben die Einheimischen den Feen und Kobolden die Schuld in die Schuhe. Egal, was für die Entstehung dieser mit Grün überwucherten und absolut coolen Schlucht verantwortliche ist, sie ist ein Ort, der auf deiner Wild Atlantic Way Tour auf keinen Fall fehlen sollte!

Nach einem Zwischenstopp in Sligo, wo du dir einen Burger im Hargadon Bros. nicht entgehen lassen solltest, geht es weiter Richtung Ben Bulben. Der 527 Meter hohe Tafelberg liegt etwas Abseits vom Wild Atlantic Way, aber der kurze Umweg lohnt sich auf jeden Fall. Von der Südseite führt ein gut begehbarer Weg direkt auf den Gipfel. Für ein bisschen mehr Abenteuer, machst du dich vom Norden aus auf, um den Ben Bulben zu besteigen. Dabei kann es dank des schnell wechselnden Wetters der Insel ganz schön zur Sache gehen, deshalb ist es wichtig, die richtige Ausrüstung dabei zu haben und die Wettervorhersage zu checken, bevor du dich auf den Weg machst. Sobald du das Plateau allerdings erreicht hast, wirst du mit einer total genialen Aussicht belohnt: Auf der einen Seite kannst du bis weit aufs Meer schauen, während sich auf der anderen Seite die grünen Hügel wie ein Teppich vor dir ausbreiten – einfach nur Hammer!

Wieder an der Küste geht es zu einem der krassesten Surfspots der Insel: Mullaghmore Head. Wenn das Wetter und vor allem die Windverhältnisse passen, kannst du dich hier auf richtig große Wellen und krasse Tubes freuen. Das nötige Surf-Equipment kannst du dir im nächsten Ort ausleihen. Hier kannst du auch Surfunterricht nehmen, falls du auf dem Board noch nicht so sicher unterwegs bist. Über Bundoran geht es schließlich weiter bis nach Donegal Town. Einen Stopp solltest du dir aber auf dieser Strecke nicht entgehen lassen: Den Creevy Coastal Walk, der dich an den Ruinen des Kilbarron Castle auf einer schmalen Landzunge vorbeiführt!

Die geniale Slieve League Küste zwischen Donegal und Bunbeg

Sobald du Donegal Town hinter dir gelassen hast, geht es an einer der spektakulärsten Küsten Europas entlang weiter Richtung Norden! Erste Station ist St. John’s Point am Ende der gleichnamigen Halbinsel. Auf einer superengen und abenteuerlichen kleinen Straße geht es mitten durch Kuhweiden zu einem kleinen Leuchtturm auf den Klippen. Von hier aus hast du einen richtig coolen Ausblick auf die schroffen Felswände der gesamten Slieve League Küste! Als Nächstes geht es an den Muckross Head, der mit seinen einzigartigen und teilweise überhängenden Felswänden ideal für einen Adrenalinkick beim Free-Climbing ist.

Schon nach der nächsten Bucht warten die Slieve League Klippen als eines der absoluten Highlights des Wild Atlantic Ways auf dich! Mit einer Höhe von fast 610 Metern bekommst du hier die höchsten Seeklippen Europas zu Gesicht. Für dein ultimatives Klippenabenteuer steuerst du am besten den kleinen Ort Teelin an, von wo aus du auf einem relativ befestigten Weg bis zur Aussichtsplattform Bunglass Point gelangst. Der Blick von hier ist wirklich gigantisch! Um den Besuchermengen, die hier natürlich nicht ausbleiben, aus dem Weg zu gehen, lohnt sich der One Man’s Path. Dieser schmale Pfad führt dich auf dem Grad der Klippen vom Bunglass Point bis nach Malinbeg und ist dabei stellenweise gerade einmal 50 Zentimeter breit – links und rechts der Abgrund! Das ist natürlich nicht ungefährlich – mach dich also am besten in Begleitung von anderen Wanderern auf den Weg und halte dich dabei unbedingt an die einzige Regel: Niemals nebeneinander laufen! Du kannst dir die Klippen aber natürlich auch bei einer Bootstour vom Wasser aus ansehen. Dabei stehen die Chancen gut, neben den riesigen Felswänden auch Delfine, Wale, Robben und manchmal sogar Riesenhaie zu sehen.

Die Gegend rundum Malin Beg ist wie gemacht für einen ausgedehnten Spaziergang über die grünen Felder. Außerdem lohnt sich noch ein kurzer Abstecher an die Glen Bay, bevor dich die Straße wieder etwas weiter von der Küste weg und in die Berge führt. Genauer gesagt geht es zwischen Glencolumbkille und Ardara auf den Glengesh Pass, von wo aus du eine total geniale Aussicht über die Küste und das gesamte Tal hast! In Ardara angekommen geht es für dich weiter nordwärts, vorbei am Kilclooney Dolmen bis nach Dunglow. Nimm dir hier etwas Zeit, um an die Küste bis zum Crohy Head zu fahren. Dort erwartet dich eine richtig coole Küstenlandschaft mit jeder Menge skurriler Felsformationen. Die sehen allerdings nicht nur toll aus, sondern sind wie gemacht für ein richtig krasses Abenteuer: Mit den Leuten von Unique Ascent kannst du eine der schroffen Felsnadeln, die hier aus dem Altantik ragen, erklettern und das ist wirklich einfach nur der Hammer!

Nördlich von Dungloe lohnt es sich den Wild Atlantic Way bei Burtonport kurz zu verlassen, um auf die Insel Arranmore zu fahren. Auf diese kleine Insel vor der Küste Donegals verirren sich nicht viele Leute, dabei warten hier ein paar coole Abenteuer auf dich! Neben Klettern und Wandern kannst du die vielen kleinen Buchten und teilweise krassen Klippen auch mit einem Kajak entdecken. Kurz vor deinem Etappenziel in Bunbeg solltest du dir einen kurzen Stopp an der kleine Bucht Illannamarve in der Nähe des Flughafen’s in Donegal gönnen. Miete dir hier ein Kajak und erkunde die schärenähnliche Küste.

Von Bunbeg nach Derry: Der Wild Atlantic Way geht zu Ende

Kurz nachdem du Bunbeg verlassen hast kommst du am Maheracloger Beach vorbei, wo du das Wrack des in den 70er Jahren gestrandeten Schiffes Cara Na Mara bestaunen kannst. Besonders bei stürmischem Wetter oder am Abend sieht es hier richtig gespenstisch und mysteriös aus. Weiter an der Küste entlang kommst du ins sogenannte Bloody Foreland. Wenn du wissen willst, warum die Gegend hier so einen blutrünstigen Namen hat, dann warte, bis die Sonne untergeht und sich die Landschaft komplett rot und orange färbt – unglaublich schön!

Was hier auf jeden Fall auf dein Programm gehört, ist eine Überfahrt von Magheroarty nach Tory Island. Die kleine Insel ist nicht nur der nordwestlichste bewohnte Punkt Europas, sondern auch eine ganz besondere Ecke Irlands. Die 142 Einwohner sind ein Volk für sich, denn sie sprechen nicht nur einen ganz eigenen Dialekt der Irischen Sprache und leben noch nach richtig alten Traditionen, sondern haben sogar ihren eigenen König gewählt. Egal, ob du Tory Island nur einen Tag lang besuchst oder dich in das kleine Hotel Tory einmietest, die Zeit auf der ursprünglichen Atlantikinsel wird auf jeden Fall ein ganz besonderes Abenteuer!

Auf der nächsten Halbinsel wartet der Horn Head mit den Ruinen einer alten Kapelle auf dich. Am besten erkundest du die Gegend und die bis zu 180 Meter hohen Klippen zu Fuß auf dem Horn Head Loop Walk. Vorbei am Marble Hill Beach und Doe Castle folgst du den weiß-blauen Schildern des Wild Atlantic Way weiter bis zur Rosguill Halbinsel. Hier warten mit der Doagh Bay, Tranarossan Bay und Boyeeghter Bay ein paar richtig coole Buchten und Strände auf dich, wo du nicht nur ausgiebig chillen, sondern auch die Dünen und sogar ein paar kleine Höhlen erkunden kannst. Die benachbarte Fanad Halbinsel erreichst du am einfachsten über eine Brücke in der Nähe von Mulroy. Neben dem endlosen Sandstrand Ballyhiernan Bay und dem See Kinny Lough solltest du dir hier Fanad Head mit einem der coolsten Leuchttürme der Insel auf keinen Fall entgehen lassen. Aber ganz besonders genial ist der Great Pollet Arch, ein spektakulärer Felsbogen in einer Bucht südlich des Fanad Head. Wenn du hier siehst, wie die Wellen gegen den Felsen donnern, wird dir die Gewalt des Atlantiks erst so richtig bewusst!

Über Letterkenny machst du dich auf den Weg Richtung Buncrana. Auf etwa halber Strecke kommst du bei Burt am Greenan Mountain vorbei. Auf diesem Berg stand die größte und mächtigste Festung der gesamten Insel. Durch die Nachbildung eines Ringforts der inneren Festungsanlage erhältst du einen genialen Einblick in die Zeit der Hochkönige und bei dem faszinierenden Ausblick ist es auch nicht schwer nachzuvollziehen, warum sich die Könige von damals gerade an dieser Stelle niederließen.

Weiter geht es Richtung Endspurt auf die Inishowen Halbinsel. Nördlich von Buncrana solltest du dein Auto bei Dunree Head unbedingt kurz parken und den Blick von den Klippen hier genießen, bevor es auf direktem Weg zu Malin Head, dem nördlichsten Punkt Irlands geht. Die zerfallene Küstenlandschaft rund um das Nordkapp erkundest du am besten zu Fuß, dabei ist die Strecke zwischen Banba’s Crown (dem wirklich nördlichsten Landzipfel der Insel) nach Malin Head besonders empfehlenswert! Bevor du in Derry das Ende des Wild Atlantic Way erreichst, solltest du auf dem Aussichtspunkt Magilligan Point View noch ein letztes Mal deinen Blick über den Atlantik, die Küste und die grünen Felder schweifen lassen, um deinem Roadtrip Abenteuer durch den irischen Westen „Good Bye“ zu sagen!

Die Westküste Irlands – ein Roadtrip der besonderen Art

Der Wild Atlantic Way hat in Sachen Natur und genialen Landschaften wirklich jede Menge zu bieten. Von den höchsten Seeklippen Europas am Slieve League über den Tafelberg Ben Bulben, einer Wüste aus Kalkstein, mehreren einsamen Inseln, von denen eine sogar ihren eigenen König hat, bis hin zu richtig genialen Sandstränden gibt es entlang der Westküste Irlands wirklich jede Menge Orte, die dich komplett umhauen werden.

Dazu kommen noch die unheimlich vielen coolen Abenteuer, die du beim Coasteering in Connemara, beim Klettern zur Spitze einer Felsnadel im Atlantik oder beim Caving im Burren erlebst und die dafür sorgen, dass du noch lange Gänsehaut hast, wenn du dich an deinen Roadtrip durch Irland zurückerinnerst.

Aber das wirklich Besondere der grünen Insel sind die Menschen, denen du in den vielen kleinen Ortschaften begegnest und die dir nur allzu gerne ein paar richtig coole Geschichten zu ihrer Ecke von Irland erzählen, die du nirgendwo nachlesen kannst. Diese Menschen sorgen nicht nur dafür, dass jede Etappe des Wild Atlantic Way zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, sondern auch, dass du dich hier vom ersten Moment an wie zuhause fühlst!

Genau dieses Gefühl, das sich vor so vielen Jahren auf den Klippen des Inchydoney Beach in mir ausgebreitet hat, ist dafür verantwortlich, dass mein persönliches Irlandabenteuer nicht wie geplant nach ein paar Monaten zu Ende gegangen ist, sondern mich immer noch jeden Tag aufs Neue begeistert. Heute lebe ich fünf Kilometer von „meinem“ Strand entfernt, der zu meinem absoluten Lieblingsort in Irland geworden ist – der irische Bekannte, der mich an meinem ersten Tag auf der Insel hierher brachte, ist der Vater meiner Kinder und eine Rückkehr nach Deutschland kann ich mir nicht mehr vorstellen! Die Alternativreisepläne nach Nepal spuken allerdings nach wie vor in meinem Kopf herum 🙂

Steht Irland bei dir dieses Jahr auf dem Programm? Welche Route hast du für dein Inselabenteuer geplant?

Nadja

Nadja

Nadjas Lieblingsland ist Irland und auf dieser wunderbar-rauen Insel lebt sie nun auch seit ein paar Jahren. Ihr größtes Abenteuer sind momentan ihre zwei Kinder, aber schon länger träumt sie von einer Reise nach Tibet oder Nepal – und dass am besten so frei nach Schnauze wie möglich. Blöderweise muss sie dafür noch ihre Phobie vor Flugzeugtoiletten überwinden…

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7 Kommentare zu „Der Wild Atlantic Way: Einmal Irland rauf und runter

  1. Sebastian Röth on

    Inspirierender Artikel! Da ich ab 15.05.2017 endlich loslegen kann, Richtung Irland, hab ich hier eine gute Routenergänzung gefunden. Danke dafür 🙂

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  2. Tobias on

    Super Bericht, bin auch ab dem 15.05 für 10 Tage in Irland. Letztes Jahr war ich im sw also Dublin, Galway, Dingel, Ring of Kerry. Dieses Jahr möchte ich in den Norden-Westen auch den Wellen Weg entlang. Das ganze verbinde ich mit einem Fotoprojekt. Ich suche noch ausgefallen „Persönlichkeiten, Handwerks-Berufe und Läden“ die auf dem Weg zwischen Galway und dem Norden liegen, hast du mir noch ein paar Tipps? Liebe Grüße Tobias

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  3. Christine Gerresheim on

    Das sind aber tolle Berichte und Fotos von Irland. Die gründe Insel lockt mich schon lange, hatte aber bisher immer etwas Hemmungen, da ich so wenig wußte. Jetzt steht einer Reise wohl nichts mehr im Wege, denn die Tipps sind wirklich genial. Toller Beitrag!

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  4. Paleica on

    wunderschön! wir wollten ja zu neujahr 2016 ein stück den wild atlantic way fahren, ein sturm und überschwemmungen haben uns aber leider einen strich durch die rechnung gemacht. da wir daher alles umplanen mussten und letztendlich nur dublin und nordirland gesehen haben, werden wir sicher eines tages wiederkommen und die irische westküste kennenlernen.

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  5. Marco on

    Da kommen Erinnerungen hoch. Bin vor einigen Jahren die ähnliche Route gefahren. Einfach nur geil, Irland mit dem Auto zu erkunden.
    Wir sind komplett ohne Plan los gefahren, ein Bett haben wir immer gefunden, man muss einfach im örtlichen Pub nach einer Unterkunft fragen.

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