Wie Off The Path mein Leben komplett umkrempelte!

Als ich im Juni 2011 nicht wirklich schlafen konnte, mich in meinem kleinen Studentenzimmer an meinem Schreibtisch setzte und um 1 Uhr nachts die Domain off-the-path.com registrierte, hatte ich keine Ahnung, keinen blassen Schimmer, wohin mich diese Entscheidung bringen würde.Ich wusste nur, dass ich ein paar Jahre später nach meinem Studium auf Weltreise gehen wollen würde und spann mit der Idee herum, dass mir der Reiseblog diese Reise vielleicht ein wenig finanzieren könnte. Ich träumte von wilden Abenteuern, von viel Natur, purer Freiheit und dem engen Kontakt mit fremden Menschen und Kulturen.Mit diesen Bildern und einem wunderbaren Glücksgefühl ging ich dann um kurz nach zwei ins Bett. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte sich nicht wirklich etwas verändert. Meine Euphorie der letzten Nacht hielt sich in Grenzen, denn die Welt um mich herum sah genau gleich aus, mein Mini stand wie immer vor der Tür, ich fuhr meinen gewohnten Weg zur Uni und traf die selben Leute wie jeden Tag. Alles gleich also – dachte ich.Denn in Wirklichkeit war das der Morgen, der mein neues Leben einleitete. Ein Leben, das ich mir nie hätte träumen können. An diesem Morgen, an diesem Tag eröffnete sich mir eine ganz neue Welt.Doch das sollte ich erst später herausfinden. Viel, viel später.

Wie Off The Path mein Leben komplett umkrempelte: Meine letzten 4 Jahre als Reiseblogger

Das war ich 2009 - kaum zu glauben!
Das war ich 2009 – kaum zu glauben!
Was zwischen dieser einen Nacht, diesem ganz besonderen Morgen, diesem Tag und heute passierte, kann ich eigentlich nur als ein einziges, fast unwirkliches Abenteuer beschreiben.

Ich zog nach Bulgarien und schrieb die ersten Beiträge

Kurz nachdem ich die Domain registrierte, zog ich für ein Auslandssemester nach Bulgarien, reiste während dieser Zeit durch Osteuropa und fing an, meine ersten Beiträge für den Blog zu schreiben. Diese Beiträge erschienen nur auf Englisch, weil ich mich als Halbspanier einfach nicht wohl fühlte, auf Deutsch zu schreiben. Da ich auf Mallorca aufwuchs, hatte ich Deutsch nie richtig in der Schule gelernt, hatte deshalb keine Ahnung von der richtigen Kommasetzung, und wusste zum Beispiel auch nicht, wann welches Wort groß geschrieben wird und wann nicht.Was ich dafür wusste, war, das Facebook eine immer wichtigere Rolle spielte, und so setze ich für Off The Path auch eine Facebook-Seite auf. Natürlich folgten mir anfangs nur meine Freunde, ein paar Mitstudenten, und die Leute, die ich auf Reisen kennenlernte.All das sollte sich im Laufe der Zeit ändern. Aber auch das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Ich bildete mich weiter

Ich war mir auch nicht sicher, ob das, was ich da tat, wirklich Sinn machte. Denn eigentlich hatte ich vom Bloggen und von Social Media, geschweige denn von Online Marketing, keine Ahnung. Ich machte es einfach, und fing an, mir Dinge selbst beizubringen. Ich las andere Blogs, folgte erfolgreichen Bloggern und online Unternehmen aus den USA, nahm an Onlinekursen teil und lud mir diverse eBooks zu den Themen runter.Ich wollte mehr und mehr erfahren, wollte alles können. Ich wollte nicht einfach resignieren und sagen: “Ich kann das gar nicht, ich mach das nicht.” Im Gegenteil: Wenn ich etwas nicht wusste, brachte ich es mir einfach bei, ohne lange zu zögern. Ich war auf einmal richtig wissbegierig – ein Gefühl, das ich aus dem Studium und aus meiner Schulzeit nicht wirklich kannte.

Ich lehnte mein erstes Jobangebot in Bangkok ab

Nach meinen ersten Schreibversuchen und meinem Auslandssemester in Bulgarien ging es für mich noch weiter weg: Anfang 2012 zog ich für ein Praktikum bei einer Marketing Agentur nach Bangkok.Bangkok, eine verrückte Stadt, die niemals schläft. Und so schlief auch ich kaum. Ich arbeitete wie ein Irrer für meinen Chef und meinen Kunden, machte die Nächte durch und hatte immer weniger Zeit, um mich um meinen Blog, oder auch um mich selbst zu kümmern.Nach ein paar Monaten harter Arbeit sollte ich belohnt werden: Mein Chef bot mir eine Festanstellung an. Das war die erste, richtige Festanstellung, die ich zu der Zeit jemals geboten bekommen hatte. Und ich fühlte mich so richtig geil dabei. Ja, ich fand’s geil, diesen Gedanken, in einer renommierten Agentur mit coolen Kunden, mitten in Bangkok, zu arbeiten und zu leben.Doch irgendetwas in mir rührte sich, da war etwas in mir, das diesen Gedanken nur wenig geil, ja fast abscheulich fand. Und so beschloss ich, runter in den Süden Thailands nach Krabi zu fliegen, um ein paar Tage an meinem damaligen Lieblingsort, dem Tonsai Beach, zu verbringen.Ich musste in mich gehen, diesem komischen Gefühl in mir folgen und einen klaren Kopf bekommen.Wollte ich diesen Job? Was wollte ich wirklich im Leben? Was wollte ich erleben, was erreichen? Diese Fragen plagten mich die ersten Tage und Nächte, bis ich mich eines Abends an eine Bar direkt am Strand setzte, und auf einen thailändischen Fischer traf.Wir versuchten uns irgendwie zu unterhalten, ich mit meinen paar Brocken Thai, er mit seinem nicht wirklich vorhandenen Englisch. Mit viel Geduld und dank Händen und Füßen schafften wir es tatsächlich, uns gegenseitig zu verstehen.
Auf den Weg nach Tonsai - ich wusste nicht, was mich erwartet!
Auf den Weg nach Tonsai – ich wusste nicht, was mich erwartet!
Ich erzählte ihm, was in meinem Leben gerade vorging, und dass ich nicht wirklich weiß, was ich will. Dass ich diesen Job in Bangkok angeboten bekommen hätte, aber eigentlich viel lieber die Welt entdecken und Abenteuer erleben wollen würde. Dass ich einen Blog führen und am liebsten nur noch reisen und bloggen wollen würde. Und dass mein größter Traum wäre, vom Bloggen zu leben.Er schaute mich an, grinste, und sagte in einem auf einmal tatsächlich recht gutem Englisch:“If you are really passionate about something, success will come along.”Ich war sprachlos, und auf einmal hatte ich meine Antwort. Ich flog zurück nach Bangkok, lehnte das Jobangebot ab, und setze mich in den nächsten Flieger nach Deutschland.Ich werde diese Begegnung niemals vergessen und noch heute kommt sie mir vor, als wäre es erst gestern passiert.

Ich machte mich in Deutschland selbstständig

Ich flog also zurück nach Deutschland, ohne wirklich zu wissen, was mich erwartete. Mein Plan war, mich selbstständig zu machen, ohne wirklich einen Plan zu haben. Ich wollte professioneller Reiseblogger werden, wollte vom Bloggen leben, und war bereit, hart dafür zu arbeiten.Ja – ich wusste, dass es nicht einfach werden würde, aber ich wollte meine ganze Energie und meine ganze Zeit lieber in meinen eigenen Traum stecken, als in den Traum anderer, in den Traum zukünftiger Chefs oder größerer Unternehmen.Ich wollte endlich meinen eigenen Traum leben!

Off The Path wuchs und ich verdiente das erste Geld

Im September 2012 stand ich nun also da und war offiziell selbstständig. Ich mietete mir meine erste eigene Wohnung in Berlin Kreuzberg und investierte viel Zeit in Off The Path. Ich traf auf andere Reiseblogger und traute mich endlich, auch auf Deutsch zu schreiben.Und tatsächlich: mein Blog wuchs, es kamen immer mehr neue Leser dazu, und auch meine Fans und Follower auf Facebook und mittlerweile auch auf Instagram und Twitter wurden immer mehr. Es waren nicht mehr nur Freunde, Familie und Bekannte, die meine Beiträge lasen, sondern richtige Leser!Auch die ersten Unternehmen wurden auf mich aufmerksam, luden mich zu Pressereisen ein, oder bezahlten Geld, damit ich über sie berichte. Ich war begeistert! Ich hatte es geschafft! Ich verdiente mit meinem Blog tatsächlich Geld und konnte reisen!Es lief so gut, dass ich mich mit jemanden zusammentat, um anderen, angehenden Bloggern das professionelle Bloggen beizubringen. 2013 gaben wir unsere ersten Workshops während der größten Reisemesse der Welt in Berlin, der ITB, auf der ich sogar einen Vortrag hielt. Alles lief gut und es hätte nicht besser sein können…

Höhen und Tiefen

…dachte ich. Denn kurz darauf drehte sich das Blatt um 180 Grad und im Mai 2013 war ich pleite. Ja, ich war pleite. Nicht nur das: Ich war im fetten Minus. Auf meinem Konto stand eine fette, rote Zahl. Ich war am Boden zerstört und wusste nicht, was ich machen sollte.Ich gab mir noch eine Woche, ansonsten würde ich zu meiner Mutter nach Hannover fahren und sie um Hilfe bitten müssen. Ich sah mich schon an ihrer Tür klopfen. Ich sah mich schon als Versager.Doch es kam anders: zwei Tage später erhielt ich eine E-Mail, die mein Leben erneut komplett auf den Kopf stellen sollte. Ich bekam den ersten Beratungsauftrag als Selbstständiger und sollte eine Reisemesse in Finnland im Bereich Blogger Relations unterstützen und ein neues Konzept erstellen. Die Messeveranstalterin hatte mich nämlich zuvor während meines Vortrages auf der ITB gesehen, fand mich toll, und wollte deshalb unbedingt mit mir arbeiten.Und diese E-Mail, dieser eine Auftrag zog meinen Kontostand vom fetten Minus ins fette Plus. Ich war glücklich und unheimlich dankbar. Ich wusste, ich würde niemals aufgeben. Ich würde alles tun, um meinen Traum leben zu können!

Ich traf die Liebe meines Lebens in Berlin

Dieser Auftrag war aber nicht das Einzige, das mein Leben komplett auf den Kopf stellen sollte. Und auch diesmal hatte es etwas mit der ITB zu tun. Denn dort traf ich sie das erste Mal – die Liebe meines Lebens. Sie war PR Managerin und in ihrer Agentur auch für Social Media und Blogger Relations zuständig. So war es kein Wunder, dass sie mir auf einmal in einer kleinen, verrauchten Bar, am letzten Abend der ITB gegenüber saß.Ich weiß nicht mehr genau wie, aber wir kamen ins Gespräch. Und dieses Gespräch sollte mehrere Stunden dauern und die beste, erste Unterhaltung meines Lebens werden. An diesem Abend lernte ich Line kennen.Es sollte aber noch ein halbes Jahr dauern, bis wir uns wieder sahen, denn zu dieser Zeit lebte Line noch in Frankfurt. Da sie den Bereich Social Media abdeckte, und ich nunmal Blogger war, hatten wir in dieser Zeit immer wieder Berührungspunkte, bis wir im August 2013 gemeinsam mit Conni das Bembel Blog Camp in Frankfurt organisierten, an dem auch Tim von Earth City, Carina von Pink Compass und Um 180 Grad, Feli von Travelicia und Carina von Travel Run Play dabei waren.Und da war es dann auch endgültig um uns geschehen. Von da an begann unser gemeinsames Abenteuer, und gleichzeitig mein allergrößtes Abenteuer überhaupt.Sie zog zum Studium nach Schottland und wir pendelten beide immer zwischen Berlin und Schottland hin und her. Anfang 2014 zog sie dann fürs zweite und dritte Semester nach Schweden, wo wir uns sogar eine gemeinsame Wohnung mieteten, während ich meine Wohnung in Berlin untervermietete.
Line und ich in Schottland
Line und ich in Schottland
Und im November 2014 ging es dann das erste Mal für uns beide auf große Reise: wir flogen zusammen nach Thailand, Hong Kong und Singapur, und zogen im Januar 2015 sogar für ein paar Monate zusammen nach Bali. Von da aus ging es über Australien weiter bis nach Neuseeland, und im Sommer diesen Jahres zurück nach Berlin.

Ich veröffentlichte mein erstes, eigenes Buch

Wow, mein eigenes Buch. Davon habe ich immer geträumt aber nie dran geglaubt!
Wow, mein eigenes Buch. Davon habe ich immer geträumt aber nie dran geglaubt!
Und auf dieser Reise passierte etwas für mich Unglaubliches: Ich schrieb mein erstes eigenes Buch auf Deutsch! Während der Zeit unterwegs packte ich mein ganzes Wissen und all meine Tipps für den Ullstein Verlag zusammen. Wieder zurück in Berlin, kam dann im August mein Buch “Off The Path – Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein” raus.Vor 4 Jahren hätte ich mir nie träumen können, dass ich einmal ein eigenes Buch für einen renommierten Verlag schreiben würde, und das auch noch auf Deutsch! Ich, der Halbspanier, der vor ein paar Jahren noch gar nicht wusste, wo ein Komma hingehört, und wo nicht.Jetzt kann ich mich nicht nur Blogger, sondern sogar einen Buchautor nennen. Immer noch absolut unglaublich für mich.

Ich schmiss mein Studium in den Niederlanden

Diesen Sommer geschahen aber noch ein paar mehr Dinge: Ich entschied mich, mein Studium endgültig zu schmeissen. Ja, ich war in den letzten Jahren noch weiterhin als Student eingeschrieben, und musste nur noch meine Abschlussarbeit einreichen. Da ich mich aber ganz auf Off The Path konzentrierte, habe ich das einfach nicht geschafft, und ich werde es auch in Zukunft nicht mehr schaffen, oder besser, will es gar nicht mehr schaffen.Denn Off The Path ist mittlerweile zu einem richtigen Unternehmen gewachsen, das mir ein regelmäßiges, gutes Einkommen beschert, und das heutzutage so groß ist, dass sogar Line jetzt mit mir bei Off The Path arbeitet.

Line und ich gründeten eine Firma in Hong Kong

Und nicht nur das: Line und ich haben uns dazu entschieden, gemeinsam eine Firma zu gründen, unter der wir nicht nur Off The Path, sondern auch ihren Blog, und ein paar andere Projekte, die ich in den letzten Jahren neben Off The Path gestartet habe, führen.Und auch das hätte ich niemals gedacht: dass ich einmal mit meiner Freundin zusammen unsere eigene Firma gründen und führen würde.Und der Grund, warum wir uns für Hong Kong entschieden haben, ist ganz einfach:

Wir haben uns aus Deutschland abgemeldet und leben nun minimalistisch!

Ganz genau. Wir sind nicht mehr in Deutschland gemeldet. In den letzten Jahren waren wir so wenig in Deutschland, und auch in Zukunft haben wir nicht unbedingt vor, mehr als ein paar Wochen im Jahr nach Deutschland zu kommen, dass wir uns nun für die Abmeldung aus Deutschland entschieden haben.Wir haben in den nächsten Jahren einfach noch so viel vor, wollen so viel sehen, so viel reisen und so viele Abenteuer erleben, dass uns der Wohnsitz in Deutschland nur aufhalten würde.Deshalb haben wir über den Sommer alle unsere Sachen verkauft, unsere Mietwohnung zu Ende September gekündigt, und sind am 7. Oktober von Hamburg über Dubai nach Bangkok, und ein paar Tage später weiter nach Bali geflogen.Unser ganzes Hab und Gut beschränkt sich nun auf zwei Umzugskartons, die wir in einer Lagerbox in Berlin einquartiert haben, und unser Handgepäck, mit dem wir ab sofort unterwegs sind.Ein krasser Unterschied zu damals, als ich noch einen Mini besaß, unendlich viele Klamotten und sonstigen Kram, der sich über die Jahre angehäuft hatte. Es gibt wirklich nichts Befreienderes, als sich von seinem ganzen Besitz zu trennen und nur noch das zu behalten, das man auch wirklich braucht.

Und Heute?

Heute bin ich einfach nur glücklich. Mein Traum hat sich erfüllt und nicht nur das: Mein Leben ist jetzt noch viel schöner, als ich es mir je hätte erträumen können. Ich sitze gerade in einem Café in Chiang Mai und schreibe diesen Beitrag, nachdem ich Off The Path eben ein neues, schickes Design verpasst habe. Denn das war ich dem Blog nach der ganzen letzten Zeit und nachdem, was er mir alles ermöglicht hat, und erst Recht meinen Lesern, also auch dir, endlich schuldig.
Line und ich vor ein paar Wochen beim Surfen in Marokko mit unseren Off The Path Klamotten :)
Line und ich vor ein paar Wochen beim Surfen in Marokko mit unseren Off The Path Klamotten 🙂
In 2 Wochen geht es für Line und mich weiter nach Südafrika, wo wir bis Anfang März 2016 bleiben werden.Es liegen so viele Abenteuer vor uns, und damals, in dieser einen Nacht im Juni 2011, in der ich die Domain off-the-path.com registrierte, hätte ich mir niemals denken können, dass mein Leben sich so entwickelt. Dass ich mich selbstständig machen und mein Studium schmeissen würde, dass ich einmal ein Buch schreiben würde, von meinem Blog leben könnte, und gemeinsam mit der Liebe meines Lebens die Welt erkunden würde.Die Ironie ist, dass mich Off The Path tatsächlich von meinem eigentlichen Pfad abgebracht hat, aber nur, um mich letztendlich auf den richtigen Weg zu bringen. Nicht nur mein Leben, mein Weg, hat sich dank Off The Path komplett verändert, auch Lines.Und auch dein Leben kann sich ändern, auch du kannst deinen Traum leben, wenn du nur an ihn und an dich glaubst. Wenn du wirklich leidenschaftlich an die Sache rangehst. Wie sagte der thailändischen Fischer einst zu mir:“If you are really passionate about something, success will come along.”Und er hatte Recht.
Sebastian Canaves
Sebastian Canaves - Reise
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