Botswana

8 Tage voller Abenteuer bei einer Pferdesafari in Südafrika und Botswana

Frau auf Reitsafari in Südafrika

Diese unvergesslichen Momente haben wir auf unserer Pferdesafari erlebt!

Wir galoppieren dem Sonnenuntergang entgegen, neben uns rennt eine kleine Herde Zebras, Staub wirbelt auf und sorgt für eine ganz besondere Stimmung, und auf einmal entdecken wir zwei Giraffen am Horizont – ich kann mein Glück kaum fassen.

Es ist der letzte Abend unserer African Explorer Reitsafari und auch diesmal sind wir alle sprachlos und sitzen mit einem breiten Grinsen auf unseren galoppierenden Pferden. Auch wenn uns allen bewusst ist, dass wir jederzeit einem riesigen Elefantenbullen gegenüberstehen oder einem Löwenrudel begegnen könnten, ahnen wir in diesem Moment nicht, wie brenzlich dieser Ausritt noch wenig später werden würde.

Was wir während dieser 8-tägigen Pferdesafari in Südafrika und Botswana erlebt haben, wie dieses Abenteuer genau abläuft und jede Menge Tipps verraten wir dir in diesem spannenden Bericht!

Off The Path: Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein - Sebastian Canaves
Line Dubois
30. November 2020
Als absolute Pferdenärrin war es schon immer Lines Traum eine Reitsafari in Afrika zu erleben – und endlich wurde dieser wahr!
In Südafrika geht es durch unendlich grüne Graslandschaften
Auf unseren Ritten begegnen wir zahlreichen Giraffen
Jeden Abend wartet ein wunderbarer Sundowner
In Botswana bobachten wir immer wieder Elefanten
Auch Raubkatzen entdecken wir in Botswana

Pferdesafari Tag 1: Anreise und Proberitt

Wir folgen den Schildern Richtung Polokwane, die Hauptstadt der Provinz Limpopo in Südafrika. Gestern Nacht haben wir vor Aufregung beide kaum ein Auge zubekommen, von Müdigkeit ist dennoch keine Spur. Der Asphalt schimmert von der Hitze, draußen sind es über 30 Grad und wir froh, dass unser Jeep eine gute Klimaanlage besitzt.

Kurz hinter Bela-Bela verlassen wir die N1 und fahren auf der R33 weiter Richtung Vaalwater. Vom Ortszentrum führt eine Schotterpiste bis zu den Stallung und der Hauptlodge von Horizon Horseback Safari, und schon begrüßen uns die ersten Pferdeäppel auf dem Weg. Als wir gerade auf den Parkplatz abbiegen, kommen uns zudem zwei Reiter entgegen. Mein Herz schlägt höher: Endlich wird mein Traum wahr!

Kirsty und Laura begrüßen uns und während wir auf die anderen Teilnehmer warten, schaue ich mir die Stallungen und Pferde an. Über 100 Boerperde, Vollblüter und Anglo-Araber dürfen sich hier frei auf dem Gelände von Horizon Horseback Safaris in Südafrika bewegen, und alle machen einen sehr guten Eindruck. Auch die Sättel und das Zaumzeug sind in einem guten Zustand.

Am späten Mittag reist der Rest der Truppe an, und Sebastian muss grinsen: Mit mir sind es vier weitere blonde Mädels. Gemeinsam fahren wir in einem kleinen Van zu unserem Camp. Anders als die anderen Gäste von Horizon sind wir im Camp Davidson außerhalb des Haupthauses untergebracht.

mann steht am geländer im camp david bei reitsafari

Wir beziehen unser Camp und unternehmen den allerersten Ausritt

Nachdem wir unsere Zelte bezogen haben, warten Nudeln mit Salat zum Mittagessen auf uns und unser Guide Owen erklärt uns den Ablauf des restlichen Tages: Gegen 16 Uhr treffen wir uns wieder zur Tea Time und dann steht auch schon der erste Ritt an: der Proberitt.

Bei diesem soll einerseits geschaut werden, wie gut wir tatsächlich reiten können, und andererseits, ob wir mit dem Pferd, das uns für die restlichen vier Tage in Südafrika zugeteilt wurde, klarkommen.

In Reitklamotten treffen wir uns wenig später wieder im Hauptzelt. Vor Aufregung und immer noch satt vom Mittagessen, bekomme ich jedoch weder Tee noch die Kekse runter. Immerhin hat es gerade gewittert, sodass es nicht mehr allzu heiß draußen ist.

Wir stiefeln zum Paddock, wo alle Pferde bereits gesattelt und gezäumt auf uns warten. Mein Pferd für die nächsten Tage heißt Pops: Der hübsche Rappschimmel ist etwas kleiner als die anderen Pferde, dafür aber auch kompakter. Ein wenig erinnert er mich an ein spanisches Pferd.

Ich steige auf und merke direkt, dass ich ein kleines Sensibelchen unter mir habe. Pops reagiert fein, und ist mindestens genauso aufgeregt wie ich. Sebastians Pferd nennt sich Hollywood: ein etwas größeres, schlankes, braunes Pferd.

Nachdem alle auf ihr Pferd gestiegen sind, reiten wir los. Bereits nach wenigen Metern steht der erste Galopp an, denn getrabt wird bei einer Pferdesafari so gut wie nie, wie wir in den nächsten Tagen lernen werden.

Unser erster Ritt in den afrikanischen Busch

Ich reite etwas zu nah an meinen Vordermann heran und werde nach dem Galopp sofort ermahnt: Wir müssen unbedingt ausreichend Abstand halten, mindestens eine Pferdelänge, da manche Pferde gerne nach hinten austreten. “I will keep my distance.”, versichere ich für den nächsten Gallop, der auch schon wenig später ansteht.

Diesmal klappt es wunderbar und ich halte Pops ohne Mühe zurück, auch wenn ich merke, dass er deutlich schneller rennen könnte. Auch bei Sebastian und Hollywood sowie beim Rest klappt alles gut und es scheint, als hätten wir eine Truppe an wirklich guten Reitern dabei – und auch das soll sich innerhalb der nächsten Tage noch mehrfach bestätigen.

Wir galoppieren auf eine offene Fläche, rechts von uns springen Zebras und Impalas davon, weiter vorne schaut uns eine Herde Elenantilopen neugierig an. Owen lässt uns zum Schritt durchparieren und reitet mit uns ins Dickicht, um eine Gruppe Impala-Jungen aufzuspüren. Wir reiten bis auf wenige Meter an sie heran – so dicht waren wir noch nie an dieser hübschen Antilopenart und erst Recht nicht an so kleinen!

Es geht zurück auf die offene Ebene und Owen bittet uns ganz leise zu sein und nach einem markanten Klickgeräusch zu lauschen, das wir dann auch tatsächlich hören. Es kommt von dem imposanten Eland-Männchen, das seine Knie klicken lässt, um so seine Größe und Stärke gegenüber Rivalen demonstrieren zu können.

Ein spontaner Sundowner bei schönstem Licht

Owen gibt erneut das Zeichen für einen Galopp und schon galoppieren wir von der Eland-Herde weg übers offene Grasland. Wir reiten aufs Gebüsch zu und nun erkenne ich das Ziel: Vor uns stehen zwei Bänke und ein paar Kühlboxen. Owen hält und ruft “Surprise! It’s time for a sundowner!”.

Wir steigen von unseren Pferden ab und neben eiskaltem Savanna gibt es auch erfrischenden Gin & Tonic, dazu ein paar Nüsse, Chips und Billtong, südafrikanisches Trockenfleisch. Die untergehende Sonne sorgt für ein wunderschönes Licht und jedem von uns steht dieses ganz bestimmte Grinsen von Glückseelichkeit im Gesicht. In der Ferne grasen Zebras, Elands und Impalas friedlich – ein magischer Moment.

Anschließend reiten wir wieder zurück zum Camp, wo wir unsere Pferde absatteln und aufs Paddock lassen. Insgesamt zwei Stunden dauerte der Proberitt, und jeder ist mehr als zufrieden. Bei der Buchung der Reitsafari mussten wir alle angeben, welchen Charakter wir uns bei unserem Pferd wünschen, und wirklich bei jedem von uns wurde das passende Pferd ausgewählt.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, bespricht Owen mit uns beim Abendessen den nächsten Tag. Wir sind alle gespannt auf das, was uns erwartet. Doch lange bleiben wir am ersten Abend nicht auf, denn wir sind alle ziemlich erschöpft von der Anreise, der Aufregung und Anspannung.

Über die M1 fahren wir Richtung Polokwane
Die Hauptstallungen vor Horizon Horseback in Südafrika
Direkt an der Hauptlodge befindet sich ein Wasserloch
Wir warten auf die anderen Teilnehmer der Pferdesafari
und werfen einen Blick in die Sattelkammer
Das Zaumzeug macht einen guten Eindruck
Und das Putzzeug auch
Unser Zelt im Camp Davidson
Unser Bett für die nächsten Nächte
Wir lernen unsere Pferde für die nächsten Tage kennen

Pferdesafari Tag 2: Wir treffen auf unsere ersten Giraffen

Am ersten Morgen im Camp werden wir um halb 7 mit heißem Tee und Kaffee geweckt. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als nach dem Aufwachen mit einem heißen Getränk in der Hand raus in die Natur zu schauen und zuzuhören, wie alles langsam zum Leben erwacht.

Kurze Zeit später sitzen wir in Reitklamotten am Frühstückstisch und bereits um halb 8 reiten wir los, um der Hitze des südafrikanischen Sommers möglichst zu entgehen.

Heute wollen wir uns auf die Suche nach Nilpferden begeben und brechen zu einem großen See auf. Wir reiten durch eine sumpfähnliche Landschaft am Ufer entlang, doch leider fehlt von den schwimmenden Pferden jede Spur. Stattdessen entdecken wir zwei majestätische Schreiseeadler.

Im Schritt geht es weiter durch felsiges Gelände, später galoppieren wir länger über eine offene Graslandschaft und wieder durchs Gebüsch. Hier entdecken wir ein paar scheue Kudus, die schnell wieder verschwinden.

Am Nachmittag steht der zweite Ausritt an und wir sind nicht lange unterwegs, da entdecke ich auf einmal eine Giraffe im Gebüsch, und dann eine zweite! Owen reitet mit uns näher an die Giraffen heran. Gerade einmal wenige Meter vor uns stehen zwei der höchsten Tiere der Welt und schauen uns neugierig an – ein weiterer Gänsehautmoment.

Auch der zweite Abend im Camp endet mit leckerem Wein und tollen Gesprächen rund ums Lagerfeuer, bis wir alle müde ins Bett fallen.

Morgens werden wir mit frischem Tee und Kaffee geweckt
Wir machen uns auf die Suche nach Nilpferden
Es geht durch eine wild gewachsene Landschaft
Wir entdecken einen majestätischen Schreiseeadler
Und dann sehen wir eine Giraffe im Gebüsch
So nah waren wir noch nie an einer Giraffe!
Auch auf ein paar Zebras treffen wir wenig später
Mittags steht eine Abkühlung im Pool an

Pferdesafari Tag 3: Wir plantschen mit den Pferden, entdecken Löwen und Elefanten

Am zweiten Morgen steht ein Ausritt zum Haupthaus an, denn hier befindet sich ein kleiner See, in dem wir mit den Pferden schwimmen gehen können. An der Lodge angekommen, satteln wir die Pferde ab, schlüpfen in unsere Badesachen und reiten ins Wasser. Einige Pferde plantschen richtig vor Vergnügen, andere haben keine große Lust zu schwimmen, während sich mein Pferd Pops nicht so ganz sicher ist, ob er das kühle Nass nun gut oder schlecht finden soll.

Kurz nach dem Mittagessen verlassen wir Camp Davidson und brechen auf zu einem benachbarten Reservat, das sich rund zwei Stunden entfernt befindet. Hier leben die Big 5: Neben Elefanten, Nashörnern und Büffeln, gehören dazu Löwen und Leoparden – diese Tiere finden sich nicht im Areal von Horizon.

Bereits nach wenigen Straßenkilometern ändert sich die Landschaft, es wird grüner und markante Hügel erstrecken sich in der Ferne. Gegen Nachmittag erreichen wir die Entabeni Safari Conservancy, die nach dem imposanten Hügel Entabeni benannt wurde. Das private Reservat befindet sich im Waterberg in der Provinz Limpopo und ist über 220 km² groß.

Wir steigen um in einen überdachten Geländewagen und fahren zunächst übers Plateau, dem oberen Teil des Reservats. Hier entdecken wir bereits die ersten Zebras und Antilopenarten, in der Ferne erspähe ich wieder eine Giraffe.

Nun geht es durch eine steile Schlucht hinab in den unteren Teil des Reservats, eine weite offene Fläche. Wir halten nach einem Leoparden Ausschau, der hier zuhause ist und oft am Wegesrand entdeckt wird. Heute möchte er sich wohl aber nicht zeigen – schade.

Dafür entdecken wir unten angekommen mehrere Flusspferde in einem kleinen See. Immer wieder tauchen sie mit ihren riesigen breiten Köpfen unter Wasser, um wenig später wieder aufzutauchen. Wir beobachten die grauen Tiere ein wenig und machen uns anschließend auf die Suche nach Geparden, die hier vor Kurzem entdeckt worden sind.

Doch auch bei dieser Raubkatze sind wir erfolglos. Wir fahren weiter in ein Gebiet, in dem unser Guide den König der Tiere vermutet. Dabei wird uns nicht nur die landschaftliche Schönheit dieses Reservats bewusst, sondern wir kommen auch an zwei Nashörnern vorbei.

Außerdem entdecken wir zwei Schakale, ein Indiz, dass die Löwen nicht weit sind. Wir fahren langsam über staubige Wege, sehen eine riesige Echse und als wir den Gedanken, den Löwen zu begegnen, gerade aufgeben wollten, laufen sie in der Ferne plötzlich vor uns: ein junges Männchen und zwei Weibchen.

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kamera icon

Die drei Löwen legen sich hin und versperren uns förmlich den Weg. Während sie sich gegenseitig putzen, ruft das Männchen immer wieder nach dem Rest des Rudels, jedoch ohne eine Antwort zu erhalten. Wir beobachten die drei noch ein wenig, bevor wir uns langsam zu unserem Sundowner Spot aufmachen: Bei einer Flasche Bier genießen wir den Ausblick auf das wunderschöne Reservat.

Der Rückweg hält noch eine Überraschung parat: Wir entdecken eine Elefantenherde, die gemächlich zu einem Wasserloch stapft. Auf einmal heben alle ihren Rüssel in die Luft, um einen Geruch auszumachen – ob sie uns riechen? Leider ist es schon spät und wir müssen schließlich nicht nur zurück zur Lodge des Reservats, sondern noch weiter zurück zu unserem Camp.

Ziemlich müde und hungrig erreichen wir dieses am späten Abend und erfahren beim Essen, dass der nächste Tag etwas früher startet, da wir zu einem anderen Reservat reiten und dort übernachten werden. Gleichzeitig aufgeregt über den morgigen Tag und erschöpft vom heutigen verabschieden wir uns in unsere Zelte.

Auch Pops traut sich ins Wasser
So sieht ein glückliches Pferdemädchen aus
Die Landschaft der Entabeni Game Reserve ist gigantisch
Durch eine Schlucht geht es zur tieferen Ebene des Reservats
Ein Schakal lässt erahnen, dass die Löwen ganz in der Nähe sind
Und tatsächlich: Plötzlich laufen sie vor uns her!
Es ist ein junges Männchen mit seinen Schwestern
Wir entdecken mehrere Elefanten
Und das vor so einer Kulisse!
Die Elefanten scheinen uns zu bemerken
All strecken gleichzeitig ihre Rüssel in den Himmel
Ein paar kommen zum Trinken ans Wasserloch

Pferdesafari Tag 4: Wir reiten in ein anderes Reservat

Bereits um 6 Uhr wecken uns der Duft nach Kaffee und schwarzem Tee, wenig später reiten wir auch schon los zur Hauptlodge, um eine Familie abzuholen, die uns heute begleitet. Fast vier Stunden reiten wir über staubige Wege, vorbei an Bauernhöfen und durch kleine Dörfer bis wir das heutige Ziel erreichen.

Wir öffnen das Tor zum Reservat und vor uns erstreckt sich ein weites offenes Gebiet, in der Ferne sehen wir bereits mehrere Antilopen davonlaufen. Owen erzählt uns, dass hier auch gejagt wird, weshalb die Tiere wesentlich scheuer sind.

Wir reiten weiter bis zur Lodge, in der wir heute übernachten werden. Fünf Bungalows, ein Haupthaus, eine gemütliche große Terrasse samt Pool und mit Blick auf eine riesige offene Fläche begrüßen uns. Wir ziehen uns um und essen wenig später zu Mittag, es gibt leckere Rippchen und dazu einen Salat. Zum Nachtisch gönnen wir uns alle einen Kaffee mit einem Schuß Amarula, schließlich war die letzte Nacht kurz.

Nach ein paar Stunden Entspannung auf der Terrasse und im Pool gibt es leckere Scones zur Tea Time. Anschließend steht der Nachmittagsritt an. Wir holen die Pferde vom Paddock und kaum reiten wir los, steht eine riesige Giraffe vor uns auf dem Weg – gigantisch! Wir reiten näher an sie ran, beobachten sie ein wenig und lassen sie anschließend wieder in Ruhe.

Es geht weiter durchs Reservat, dessen Landschaft ganz anders und wunderschön ist: Überall wächst saftiges Grün, es ist offen und der Blick weit. Wir galoppieren und einige Meter von uns entfernt rennen mehrere Antilopen mit uns. Später erreichen wir ein kleines Wasserloch, und entdecken das hier ansässige Krokodil.

Zum Sonnenuntergang reiten wir zum Haupthaus des Reservats. Es ist Zeit für einen leckeren Gin & Tonic, bevor wir uns zu Pferd zurück zu unserer Lodge begeben. Zum Abendessen erwartet uns an unserem letzten Abend in Südafrika Braai: ein typisch südafrikanisches Barbecue mit Fleisch, Mielie-Pap (Maisbrei), Salat und anderen Beilagen.

Das Reservat bietet weite grüne Flächen
Aus Fremden sind mittlerweile Freunde geworden!
Unsere Unterkunft im Nachbarreservat
Der Pool bietet die perfekte Abkühlung!
Die Einrichtung im Inneren der Lodge ist gemütlich
Am späten Nachmittag reiten wir nochmals in den Busch
Bereits kurz nachdem wir die Lodge verlassen, entdecken wir eine Giraffe
Es geht über eine offene grüne Graslandschaft
Wir beobachten ein Krokodil im See
Für den Sundowner legen wir eine kleine Pause ein
Das Licht und die Stimmung sind magisch
Der perfekte Spot für einen Gin&Tonic!

Pferdesafari Tag 5: Es geht nach Botswana!

Heute reiten wir wieder früh morgens los, um rechtzeitig zurück am Haupthaus von Horizon zu sein. Denn Tag 5 steht an und somit der Teil der Pferdesafari, der in Botswana stattfindet. Wir sind alle ziemlich aufgeregt, denn Owen hat uns nicht nur erzählt, dass wir bei Ankunft in Botswana einen Reittest absolvieren müssen, sondern auch bis zu 15 Minuten am Stück galoppieren werden – der Rekord in Südafrika lag bei noch nicht einmal zwei Minuten.

Am Vormittag erreichen wir die Lodge und verabschieden uns von unseren Pferden. Ich habe Pops inzwischen richtig ins Herz geschlossen, so einen tollen Charakter hat er. Ein wenig werde ich ihn schon vermissen und bin gleichzeitig gespannt, welches Pferd mich in Botswana erwartet.

Fast vier Stunden fahren wir von den Stallungen in Südafrika zur Grenze in Botswana, was größtenteils an den äußerst schlechten Straßenverhältnissen liegt. Zwar sind die Wege nahezu alle asphaltiert, jedoch erinnern sie mit ihren vielen Löchern eher an einen Schweizer Käse und machen ein schnelles Vorankommen unmöglich.

Endlich erreichen wir den Grenzübergang Pont Drift, wo unser Guide Mpho bereits auf uns wartet. Wir setzen mit einer kleinen Seilbahn über den Fluss Limpopo über, der hier die Grenze zwischen Südafrika und Botswana bildet. Die Einreise ist kein Problem und in wenigen Minuten erhalten wir unser Visum.

Vom kleinen Grenzhäuschen fahren wir mit dem Geländewagen zu den Stallungen und dem Haupthaus von Horizon Horseback Safaris in Botswana. Diese befinden sich in der Mashatu Game Reserve, die wiederum Teil der Northern Tuli Game Reserve ist. Tuli bedeutet Staub, und warum diese Gegend ausgerechnet diesen Namen trägt, werden wir wenig später noch erfahren.

Wir erreichen das Haupthaus und werden von Carmen, der Managerin, begrüßt. Sie erklärt uns den Ablauf der nächsten Tage und teilt uns unsere Pferde zu: Mein Pferd heißt Wilson, Sebastians Pferd Walker Bay. Noch geht es aber nicht zu den Pferden, sondern es gibt Mittagessen.

Später erklärt uns Mpho, unser Lead-Guide für die nächsten Tage, die wichtigsten Regeln und wie wir uns in welcher Situation verhalten müssen, schließlich befinden wir uns nun in Botswana. Anders als in Südafrika, gibt es hier keine Zäune: Die Tiere können sich im gesamten Land komplett frei bewegen und sogar rüber nach Namibia oder sogar noch viel weiter durch andere afrikanische Länder bis nach Kenia wandern. Neben den Big 5 leben hier auch Geparden, Hyänen, Schakale, Füchse und diverse Antilopenarten.

Wir machen alle große Augen, jeder spürt die Aufregung des anderen. Doch gerade ist an Reiten nicht zu denken. Es ist unerträglich heiß, über 40 Grad zeigt das Thermometer an, jede Bewegung bringt uns ins Schwitzen. Viel lieber würden wir uns jetzt im Fluss abkühlen, doch dieser ist voll mit Krokodilen und Nilpferden, und mit beiden möchte man sicherlich nicht im Wasser sein.

Bestehen wir alle den Reittest?

Gegen 16 Uhr treffen wir uns mit Carmen, Mpho und Chicken, unserem Back-up-Guide, im Stall und lernen die Pferde kennen. Im Durchschnitt sind sie alle etwas größer als in Südafrika, und größtenteils handelt es sich um Boerpferde, Südafrikanische Warmblüter und Shire-Vollblut-Kreuzungen. Wilson ist ein schlankes braunes Boerpferd, das an einen Traber erinnert, Walker Bay ein wunderschöner Rappe, ein riesiger Shire-Mix.

Wir steigen auf und reiten zunächst im Schritt hinaus in den Busch. Carmen und die Guides bleiben stehen und erklären uns, dass nun der Reittest ansteht. Sie zeigen auf einen kleinen Pfahl in der Ferne: Wir sollen zuerst antraben, unser Pferd dann im versammelten Galopp bis zum Pfahl reiten, dann nach links abbiegen und an Tempo zulegen, bevor wir wieder in einem versammelten Galopp zurück zur Gruppe reiten.

Mpho trabt sein Pferd an und reitet den Test vor, nach und nach ist jeder von uns dran. Als ich an der Reihe bin, sagt mir Carmen, dass ich Wilson ausschließlich im versammelten Galopp reiten solle, er könne problemlos an Tempo zulegen und sie wolle sehen, dass ich es schaffe ihn ruhig zu galoppieren.

Und tatsächlich: Ich bekomme Wilson gar nicht erst in den Trab, er galoppiert sofort an – “Shit, das fängt nicht gut an.”, denke ich im Stillen. Ich galoppiere zum Pfahl, biege ab und reite wieder zurück zur Gruppe. Der Galopp ist zum Glück kontrolliert, dennoch mache ich mir Sorgen, den Test nicht bestanden zu haben.

Nun ist Sebastian dran: Er trabt Walker Bay an, galoppiert in aller Ruhe, reitet weiter nach links und kommt zurück. Er macht eine fabelhafte Figur und zurück bei der Gruppe strahlt er übers ganze Gesicht. Leise flüstert er mir zu, dass er noch nie ein so bequemes Pferd geritten ist. Seine Begeisterung über Walker Bay ist mehr als offensichtlich und auch ich freue mich tierisch, ihn so glücklich zu sehen.

Dennoch wissen wir alle nicht nicht, ob wir den Test nun gemeistert haben und unsere Reitsafari in Botswana fortsetzen dürfen. Nachdem jeder von uns die Prüfung absolviert hat, ordern Mpho und Carmen uns an, in einer Reihe zu galoppieren.

Wir reiten los, Mpho ganz vorne, danach wir hintereinander und zum Schluss Chicken. Carmen galoppiert parallel zu uns und auf einmal wendet sie sich mit ihrem Pferd ab und wünscht uns ganz viel Spaß. Wir galoppieren weiter, schauen nach hinten und vorne: “Heißt das, wir haben den Reittest alle bestanden?!”

Bei jedem von uns macht sich ein riesiges Grinsen auf dem Gesicht breit, während wir im Dreitakt durch den Busch galoppieren. Mpho pfeift einmal kräftig und schon reiten wir im Schritt weiter. Jetzt, wo die ganze Anspannung der letzten Stunden abgefallen ist, nehmen wir das erste Mal so richtig die Landschaft um uns wahr – und diese ist ganz anders als in Südafrika.

Sie wirkt trockener, es ist mehr braun als grün, mehr staubig als saftig. Wir erreichen den Limpopo, über den wir heute Mittag noch von Südafrika nach Botswana übergesetzt sind. Mphp hält Ausschau nach Nilpferden und Krokodilen, aber es sind keine in Sicht. Dafür hört er ein Geräusch: Ein Leopard scheint in der Nähe zu sein.

Wir alle machen große Augen. Vielleicht, weil uns erst jetzt so richtig bewusst wird, dass wir nun in einem viel wilderen Gebiet reiten. In einem Gebiet, das Löwen, Geparden und Leoparden ihr Zuhause nennen. Ob wir den gefährlichen Raubkatzen auch begegnen werden?

gruppe reitsafari in sandsturm in mashatu reservat

Now you know why this area is called Tuli

Auf einmal wird es stürmisch, in der Ferne ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Zebras streifen an uns vorbei und eine kräftige Böe wirbelt Staub auf, die Stimmung ist mystisch. Mpho, der eher zu den ruhigeren Gefährten zählt, sagt trocken “Now you know why this area is called Tuli. Tuli means dust in local language.”.

Wir reiten weiter zu einem ausgetrockneten Flussbett und durchqueren es. Als die Landschaft wenig später offener wird, pfeift Mpho und wir setzen wieder zu einem Galopp an. Diesmal dürfen wir nebeneinander galoppieren und unsere Pferde werden etwas schneller. Vor uns meine ich bereits ein Konstrukt aus Holz erkennen zu können und tatsächlich pfeift Mpho erneut, damit wir in den Schritt durchparieren.

Knapp zwei Stunden sind wir nun unterwegs und haben unser Zuhause für die nächsten 3 Tage erreicht: das Two Mashatu Camp. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt, Kerzen und Windlichter erleuchten das Camp. Wir reiten hinein und werden von den Pferdepflegern, Küchenhelfern und Zimmermädchen begrüßt – eine wunderbare Atmosphäre.

In der Mitte des Camps, unter den beiden großen Bäumen, nach denen das Camp benannt wurde, knistert bereits das Lagerfeuer. Wir steigen von unseren Pferden und werden auch prompt gefragt, was wir trinken wollen: Zeit für einen Gin & Tonic.

Man spürt förmlich, wie aufgeregt und gleichzeitig seelenruhig die Stimmung ist. Alle freuen sich nun endlich in Botswana zu sein. Freuen sich, den Reittest bestanden zu haben und in den nächsten Tagen durch das Land der Giganten zu galoppieren, Elefanten, Giraffen und womöglich Raubkatzen zu begegnen.

Wir sitzen in unseren Stühlen ums Lagerfeuer, schlürfen unsere G&Ts und grinsen so vor uns hin als uns Mpho ermahnt, dass wir nun unsere Zelte beziehen sollten, bevor die Dunkelheit uns ganz einnimmt. Insgesamt vier Zelte warten auf uns, alle samt eigenem Outdoor-Bad. Ein wenig später treffen wir uns wieder am Lagerfeuer, das Abendessen wird bereits aufgetischt.

Wir sind alle ziemlich müde, schließlich sind wir heute morgen noch mehrere Stunden von der einen Lodge zur anderen in Südafrika geritten, anschließend ging es innerhalb von 4 Stunden Fahrt über furchtbar löchrige Straßen nach Botswana, der Reittest hat uns doch alle mehr beschäftigt als wir es zugeben wollen und nun saßen wir nochmals fast zwei Stunden im Sattel – kein Wunder, dass wir nun alle kurz nach dem Essen in unsere Zelte verschwinden.

Mit einer Seilbahn geht es über den Limpopo River
Der Limpopo River ist voll von Krokodilen
Die Überfahrt dauert wenige Minuten
Wir sind unendlich glücklich, den Reittest bestanden zu haben!
Die Stimmung bei unserem ersten Ritt zum Camp ist bereits magisch
Unser Zelt im Two Mashatu Camp
Leider hat der Pool seine besten Jahre hinter sich
Das Camp wird auch gerne von neugierigen Affen heimgesucht

Pferdesafari Tag 6: Ausritt am Morgen und Game Drive am Nachmittag

Wir haben kaum geschlafen, nicht nur die Hitze, auch die vielen Geräusche haben uns wach gehalten. Langsam wird es heller und gleichzeitig auch immer klarer, dass wir gleich geweckt werden. Und schon ruft es “Good morning! Tea and coffee’s ready!”.

Wir ziehen uns unsere Reitklamotten an und stiefeln zum Frühstückstisch. Auch die anderen scheinen nicht viel geschlafen zu haben, aber das macht nichts, denn nun steht der erste richtige Ritt an und das Adrenalin wird uns schon wach bekommen.

Wenig später besteigen wir auch schon unsere Pferde und reiten los. Los in den afrikanischen Busch, in die Wildnis. Überall sind Spuren auf dem Boden, überall finden sich Zeichen von wilden Tieren. Wir sehen die ersten Antilopen, die ersten Zebras und sogar eine Giraffe!

Mpho erklärt uns, dass wir nicht näher zu ihr reiten können, da sie sich auf einem anderen Privatgelände befindet. Wir sehen keine Zäune, aber Mpho kennt dieses Gebiet in- und auswendig und weiß genau, wo sich die Grenzen zwischen den Reservaten befinden – Grenzen, die nicht für Tiere gelten.

Wir reiten weiter durch den Busch Botswanas und auf einmal stehen sie vor uns: Elefanten! Wir können unseren Augen kaum glauben. Mpho signalisiert uns still zu sein und kein Wort mehr miteinander zu reden. Wir reiten näher an die grauen Riesen heran und entdecken ein kleines Elefantenbaby – wir haben Gänsehaut.

Mpho hält seine Ohren spitz und achtet stets auf den Wind. Solange dieser in die richtige Richtung weht, sind wir in Sicherheit, da uns die Elefanten nicht riechen können. Doch dann passiert es: Der Wind dreht sich und wir müssen die kleine Elefantenfamilie verlassen.

Etwas später entdecken wir erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier, dann…immer mehr Giraffen kommen zum Vorschein und wir sind uns uneinig, ob es 12 oder 13 sind. Wir beobachten die neugierigen Tiere – oder beobachten sie uns?

Für eine etwas längere Zeit stehen wir einfach nur so da mit unseren Pferden, bis wir weiter müssen. Wir reiten zu einem riesigen Mashatu-Baum und steigen ab, um eine kleine Pause einzulegen. Bereits zwei Stunden sind wir unterwegs und haben schon so viel erlebt.

Ungefähr eine halbe Stunde später heißt es wieder rauf aufs Pferd und weiter. Wir legen noch ein paar Galoppaden ein und entdecken erneut Elefanten – der Wahnsinn! Auch diesmal beobachten wir die Tiere, wie sie friedlich durch den Busch ziehen.

Gegen Mittag sind wir zurück im Camp und die Hitze hat uns voll im Griff. Nach dem Mittagessen ist nichts anderes als Entspannen angesagt. Schade jedoch, dass der Pool in den letzten Monaten wohl kaum gepflegt wurde und bei der grünen Wasserfarbe nur wenig zum Reinspringen einlädt – immerhin ist es hier nicht verwerflich bereits zur Tea Time ein Savanna oder Radler zu trinken.

Geparden in Botswana

Wir begeben uns auf die Suche nach Raubkatzen

An diesem Nachmittag steht diesmal kein weiterer Ritt an, sondern wir unternehmen eine Pirschfahrt durch die Mashatu Game Reserve. Neben Mpho und Chicken sind noch zwei weitere Guides dabei und der Wunsch unserer Truppe eindeutig: Wir wollen Raubkatzen sehen!

Glücklicherweise wurden diesen Morgen ganz in der Nähe des Camps Löwen entdeckt. Wir fahren nur wenige Minuten und verschwinden mit unserem Geländewagen im Busch. Es geht hin und her, rein und raus aus dem Dickicht. Unsere Guides diskutieren fleißig, sind dabei aber ganz ruhig. Jede Spur wird aufgenommen.

Wir fahren auf die andere Seite des trockenen Flussbettes und verschwinden wieder im Gebüsch. Wieder geht es hin und her, vor und zurück, und wir rechnen kaum noch damit den beeindruckenden Raubkatzen zu begegnen, als plötzlich zwei Löwinnen und ihre Jungen vor uns auftauchen.

Gänsehaut macht sich breit. Nicht nur, weil wir süße Löwenbabys zu Gesicht bekommen, sondern vor allem, weil unsere Guides sie tatsächlich gefunden haben – So ein intensives Tracking haben wir auf unseren Safaris bis dato noch nicht erlebt.

Wir beobachten das kleine Rudel ein wenig, bis wir den Busch wieder ver- und die Raubkatzen in Ruhe lassen. Unser Geländewagen kämpft sich durch das Dickicht bis wir zu einer freien matschigen Stelle kommen und auf einmal liegt er in all seiner Pracht vor uns: der König der Tiere. Allerdings schläft er tief und fest, und wir wollen ihn nicht wecken.

Unsere Guides fragen uns, ob wir weitere Raubkatzen sehen wollen, und alle bekommen strahlende Augen. Schon tritt unser Fahrer etwas mehr aufs Gas und wir fragen uns, welche Tiere wir nun wohl sehen werden: Geparden? Oder gar einen Leopard?

Keine 5 Minuten sind wir unterwegs und schon schleichen sie elegant vor uns her: vier Geparden-Brüder und ihre Mutter, so wunderbar schöne Tiere. Sie scheinen sich auf die Jagd vorzubereiten, denn langsam verschwindet die Mittagshitze und auch die Sonne nähert sich mehr und mehr dem Horizont.

Wir beobachten die Geparden für eine Weile und können unser Glück kaum fassen. Doch unsere Guides wollen weiter, sie scheinen noch eine Überraschung in petto zu haben. Auch diesmal werden unsere Augen größer: Wir werden doch nicht auch noch einen Leoparden zu Gesicht bekommen?

Es geht zurück in den dichten Busch und runter in ein ausgetrocknetes Flussbett. Wir fahren zu einem größeren Baum und tatsächlich: Auf einem der dickeren Äste hat es sich ein Leopard gemütlich gemacht – unglaublich: Dass wir Löwenbabys entdecken war schon besonders, dass wir dann noch mehrere Geparden aufspüren, pures Glück, und dass nun auch noch ein Leopard vor uns liegt, grenzt fast an ein Wunder.

Und schon wieder herrscht diese ganz besondere Stimmung in unserer Truppe, denn wir alle wissen, welch besonderes Glück wir gerade erfahren. Für mich ist es mein erster Leopard, trotz mehrerer Safaris in den vergangenen Jahren, darunter auch im Kruger Nationalpark in Südafrika oder gar im Yala-Nationalpark in Sri Lanka, wo die Chancen diese Tiere zu sehen weltweit am höchsten stehen.

Unsere Guides geben uns ausreichend Zeit den Leoparden zu beobachten und freuen sich genauso über diese Sichtung wie wir. Es sind eben echte Ranger: überaus leidenschaftlich, engagiert und gekoppelt mit einer langjährige Erfahrung im Spurenlesen.

Doch irgendwann müssen wir auch dieses majestätische Tier alleine lassen. Dafür haben unsere Guides eine weitere Überraschung für uns geplant: Wir fahren auf einen kleinen Hügel, von dem wir fast die gesamte Tuli Game Reserve überblicken und bis nach Südafrika sehen.

“Time for a sundowner!”, ruft es von vorne. Wir steigen aus und stoßen mit Bier, Wein und Gin & Tonic an. Am Horizont geht die Sonne unter und umso länger wir Ausschau halten, umso mehr Elefantenherden entdecken wir ringsherum in der Ferne. Ein weiterer magischer Moment, und alle haben ein breites Grinsen im Gesicht.

Es wird dunkel und unsere Guides bringen uns zurück ins Camp. Gemeinsam sitzen wir ums Lagerfeuer und später am Esstisch, allesamt überglücklich.

Eine kleine Herde Elefanten befindet sich nur wenige Meter von uns
Still beobachten wir die grauen Riesen
Auf einmal erscheinen immer mehr Giraffen im Gebüsch
Wir genießen eine Pause unter einem riesigen Baum
Wir entdecken zwei Löwinnen mit ihren Jungen
Faul liegt er da...
Etwas später treffen wir noch auf Geparden
Es st eine Mutter mit ihren vier Jungen
Was für wunderschöne Tiere!
Sogar einen Leoparden können wir im Baum beobachten

Pferdesafari Tag 7: Ausritt am Morgen & Adrenalin am Nachmittag

Wieder geht es am nächsten Morgen früh raus, und kaum haben wir das Camp verlassen, stehen wir auch schon vor einer großen Elefantenherde. Mein Pferd Wilson ist leicht nervös. Warum, soll ich heute Abend noch erfahren.

Wir reiten vorsichtig näher an die grauen Riesen heran. Mpho erklärt uns, dass sich die Elefanten immer noch an uns Reiter gewöhnen müssen. Früher wurden Elefanten in dieser Region von reitenden Jägern erlegt und bis diese Erinnerungen vergessen sind und die Elefanten gelernt haben, dass von Reitern keine Gefahr mehr ausgeht, vergehen Jahrzehnte. Schließlich geben Elefanten ihr Wissen über Generationen hinweg weiter.

Nicht nur Wilson, auch Mpho ist nervös, schließlich dreht sich der Wind ständig und ein paar der Elefanten haben uns gewittert. Ein junger Bulle kommt uns immer näher und Mpho gibt uns das Zeichen, das Gebiet langsam zu verlassen. Wieder herrscht absolute Stille und niemand redet.

Im ruhigen Schritt reiten wir weiter, unsere Augen sind dabei immer nach hinten gerichtet, immer auf die Elefanten. Bis diese außer Sicht sind und wir im Galopp weiter durch den Busch reiten können. Wir entdecken noch zahlreiche weitere Tiere, machen wieder eine Pause unter einem größeren Baum direkt neben einem ausgetrockneten Flussbett. Ganz in der Nähe haben wir gestern doch die Löwen und den Leoparden entdeckt?

Wir meistern kleinere Sprünge

Wir reiten weiter durchs Tuligebiet und legen auch ein paar Sprünge zurück. Und auch diesmal sind wir fasziniert, wie sich Mpho merken kann, wo genau sich die größeren herumliegenden Baumstämme, die sich zum Springen eignen, in diesem riesigen Areal befinden. Er kennt diese Gegend eben wie seine Westentasche.

Es geht wieder zurück zum Camp, denn auch heute ist die Hitze zur Mittagszeit unerträglich. Nicht nur wir, auch die Pferde brauchen eine Pause. Nach dem Mittagessen entspannen wir wieder in unseren Zelten, auf den Liegestühlen am Pool und in der kleinen Hütte. Dabei immer griffbereit: ein eiskaltes Getränk.

Wir schlürfen noch unseren Tee und Kaffee, während wir dabei zuschauen wie die Pferdepfleger vergeblich versuchen eines unserer Pferde für den Nachmittagsritt einzufangen und fertig zu machen. Es wird immer später und so langsam zweifeln wir, ob wir heute überhaupt noch aufbrechen. Doch nach einer Dreiviertelstunde haben sie es endlich geschafft und wir sind startklar – dachten wir jedenfalls.

Wie immer reiten wir los, doch ohne zu pfeifen trabt Mpho auf einmal davon. Schnell wird klar, was los ist: Sein Pferd lahmt. Vielleicht ein weiteres Zeichen, dass wir heute Nachmittag einfach nicht raus in den Busch reiten sollten? Immerhin sind wir nun schon knapp eine Stunde verspätet und jetzt auch noch das.

Im Camp befinden sich keine Ersatzpferde, und Mpho beschließt Chickens Pferd zu nehmen, während Chicken im Camp bleiben soll. Ohne Back-up-Guide? Wir schauen uns alles etwas verwundert an. Und dann entscheidet Mpho auch noch sein Gewehr da zu lassen, denn dieses jetzt noch an den anderen Sattel zu befestigen scheint ihm zu aufwendig zu sein und zu viel Zeit zu kosten. Stattdessen nimmt er nur sein Lasso mit und reitet los.

“Ok, dann geht es heute eben eine Stunde verspätet, ohne Back-up-Guide und ohne Gewehr in die Wildnis Afrikas.” – Wir sind alle etwas unsicher, ob wir das nun gut finden sollen, können am Ende aber nur lachend darüber hinwegsehen, dass uns das Universum wohl etwas mitteilen möchte. Und so reiten wir alle brav hinter Mpho raus in den afrikanischen Busch.

Wie bei Der König der Löwen

Und was dann passiert, lässt sich kaum in Worte fassen: Um uns herum befinden sich unzählige Tiere. Zebras, Gnus, Antilopen, Giraffen und sogar Elefanten entdecken wir. Wir kommen uns vor wie in der Anfangsszene von ”Der König der Löwen, wenn sich alle Tiere unterm Fels versammeln, um den kleinen Simba in die Welt zu begrüßen. Es ist magisch.

Dazu wirbeln die Hufe der Herden den Staub auf und die untergehende Sonne lässt alles in einem goldenen Licht erstrahlen. Wir entdecken immer mehr Elefanten und so langsam weiß Mpho schon nicht mehr, wo er mit uns entlang reiten soll, um nicht mitten in eine der grauen Herden hinein zu reiten.

Wir schaffen es, die Elefanten hinter uns zu lassen, aber es wimmelt weiterhin nur so von Tieren. Mpho pfeift und wir setzen alle zu einem Galopp an. Wir reiten in den Sonnenuntergang, parallel neben uns galoppiert eine Herde Zebras und am Horizont erstreckt sich ein kleiner Hügel, auf dem zwei Giraffen im eleganten Schritt daherlaufen. Einfach magisch.

Mpho pfeift erneut, wieder sehen wir eine Herde Elefanten in der Ferne und parieren zum Schritt durch. Wir folgen den Giraffen den Hügel hinauf und reiten in ein anderes Tal, alle immer noch völlig sprachlos über das, was gerade geschieht – träumen wir etwa?

Eine Sichtung der etwas anderen Art holt uns zurück in die Realität: Mpho hat einen Python im Gebüsch entdeckt, einen Südlichen Felsenpython. Mit einer Länger von bis zu über 5 Metern gehört dieser zu den größten Schlangen der Welt. Auch wir haben ein ziemlich großes Exemplar vor uns, was bei manchen für Herzklopfen sorgt.

Adrenalin ohne Ende

Der Python verschwindet unter einem Baumstamm und wir reiten weiter, wieder im Galopp. Mpho ganz vorne, und ich mit meinem Pferd Wilson direkt hinter ihm, während uns der Rest der Truppe mit etwas Abstand folgt.

Auf einmal sehen Mpho und ich drei riesige graue Schatten im Gebüsch neben uns: Elefanten! Mpho pfeift, es halten alle sofort an ohne zu wissen, was los ist. Denn noch haben die anderen die Elefanten nicht entdeckt. Doch Mpho pfeift erneut und weist uns an sofort weiter zu galoppieren “Continue to canter!” brüllt er. Einer der Elefanten ist dabei mit ausgebreiteten Ohren auf uns zuzulaufen – die Situation ist ernst.

“Try to keep your horses calm, don’t overtake!” schreit uns Mpho zu, während unsere Pferde im gestreckten Galopp durch den afrikanischen Busch preschen. Genauso schnell wie unsere Pferde rennen, rast das Adrenalin durch unsere Adern.

Doch es scheint, als hätte der Elefant von uns abgelassen. Zum Glück. Denn wir galoppieren aufs Dickicht zu und müssen anhalten. Wieder ertönt Mphos Gepfeife und unsere Pferde werden wie von selbst langsamer. Er bittet uns zu warten, während er ein Stückchen ins Gebüsch hinein reitet.

Wir schauen uns alle mit noch aufgerissenen Augen und pumpender Brust an, als Mpho urplötzlich umdreht. Er wirkt versteinert, als hätte er einen Geist gesehen. “Turn around. Walk away. Don’t trott! Don’t talk!” teilt er uns mit ruhiger Stimme, aber doch sehr bestimmtem Ton mit.

Wir wissen nicht, was er gesehen hat. Wir wissen nur, es ist ernst. Seiner Reaktion zu urteilen nach sogar ernster als unsere Elefantenbegegnung, die noch gar nicht lange her ist. Wir folgen seiner Anweisung und reiten im Schritt davon, mucksmäuschenstill. Ich merke, wie ich sogar meinen Atem anhalte.

Auch Mpho sagt nichts. Mit seinen Händen gibt er uns die Richtung an, in die wir reiten. Als wir uns schon etwas von der Stelle entfernt haben, bricht er endlich das Schweigen: “There’s a lion in the bush.” Wir kriegen große Augen. “I know his pride, and he’s not the problem”, führt er fort. “If he’s lying there all by himself, that means the others are out hunting in the bush now – and that’s a problem.”

Ich merke, wie sich mein Hals leicht zuschnürt und auch bei den anderen macht sich eine leichte Panik bemerkbar. “It’s getting dark and we need to get back to the camp now.” erklärt Mpho weiter. “I need someone of you taking the position of the back-up guide”, sagt er und dreht sich um. Sebastian hält an und reitet mit Walker Bay ganz hinten weiter.

Wir befinden uns nun mitten im Dickicht und jetzt sehen wir auch, was Mpho so versteinern ließ: Ein abgemagerter Löwe liegt nur wenige Meter vor uns im Gebüsch, sein Gesicht wirkt verformt. Mpho erzählt uns, dass der Löwe seit Geburt geschwächt ist und von seinem Rudel durchgefüttert wird. Er wundert sich, warum dieser Löwe überhaupt noch lebt und nicht schon längst von den anderen getötet wurde.

“From now on, single file only.”, weist Mpho an, “Keep your eyes and ears open!” ruft er hinterher, und wir lassen den geschwächten Löwen allein. Die Dämmerung ist bereits in vollem Gange und es wird immer dunkler.

Wieder befinde ich mich direkt hinter Mpho. Wir reiten in ein trockenes Flussbett hinab, als wir plötzlich mehrere Elefanten nur wenige Meter rechts von uns entdecken. In der selben Sekunde schreit es von hinten “Lions! Cheetahs! There are lions on the other side!”. “Lions or Cheetahs?!” erwidert Mpho von vorne.

Während Mpho und ich bereits im Flussbett sind und nicht sehen, was auf der anderen Flussseite passiert, befindet sich die restliche Truppe noch oben. Doch diese sehen die Elefanten im Flussbett wiederum nicht. “Lions or Cheetahs?!” schreit Mpho erneut, und von hinten tönt es “Cheetahs! I don’t know, I think Cheetahs!”.

“Ok, great.”, antwortet Mpho und weist uns an zügig durchs Flussbett auf die andere Seite zu reiten. Erst jetzt sehen die anderen die Elefanten und verstehen, in was für einer brenzlichen Situation wir uns – erneut – befinden. Zum Glück scheinen sich die Elefanten nicht für uns zu interessieren, und zum Glück sind es tatsächlich Geparden und nicht das Rudel Löwen, das hier irgendwo auf Jagd umherstreift.

Dass sich eines der Pferde nicht einfingen ließ und dass Mphos Pferd dann auch noch lahmte, das waren wohl doch zwei deutliche, schlechte Omen. Wir sehen immer weniger und jeder etwas größere Busch scheint sich in einen grauen Elefanten zu verwandeln. Wir müssen dringend zurück ins Camp und Mpho fragt, ob wir es uns zutrauen, durch die Dunkelheit zu galoppieren.

Wir wollen alle so schnell wie möglich zurück ins Camp und geben unser OK. Er pfeift und schon reiten wir im Dreitakt durch die Nacht. Laute, undefinierbare Geräusche, Geschnaube, fast schon wie bei einem Wal, der zum Atmen an die Wasseroberfläche schwimmt, ertönen links und rechts von uns aus dem Gebüsch.

Impalas. So warnen die Schwarzfersenantilopen ihre Artgenossen und gleichzeitig auch andere Tiere im afrikanischen Busch. Auch Gnus und Zebras können wir in der Dunkelheit erkennen, galoppieren wir doch nur wenige Meter an ihnen vorbei.

Elefanten erwarten uns im Camp

Endlich erkennen wir ein Licht in der Ferne: unser Camp! Wir haben es geschafft! Auch Mpho ist sichtlich erleichtert, als wir alle heil zurück ins Zeltlager reiten, während wir schon freudig erwartet werden. Nicht nur von den Mitarbeitern der Pferdesafari, sondern auch von Elefanten.

Eine kleine Herde streift wohl seit einiger Zeit durchs Camp, und gerade belagert einer der grauen Riesen eines unserer Zelte. Das Lagerfeuer brennt bereits und wir machen es uns mit verschwitzten Hintern und noch voller Adrenalin im Blut rundherum gemütlich. Es dauert nicht lang, da hält jeder von uns ein Glas Gin & Tonic in der Hand.

So ganz haben wir alle noch nicht realisiert, was uns heute Nachmittag auf dem Ritt passiert ist: Erst diese surreale Szene aus ”Der König der Löwen”, bei der wir mit Zebras in den Sonnenuntergang galoppiert sind, vor uns Giraffen am Horizont, dann dieser riesige Python, dann der Elefant, der uns hinterherjagen wollte, dann der Löwe im Gebüsch und dann die brenzlige Situation im Flussbett – und all das ohne Back-up-Guide und ohne Gewehr.

Es dauert nicht lang, da hält jeder von uns das zweite Glas Gin & Tonic in der Hand, und auch Mpho macht eine Ausnahme und stößt mit uns an. Mittlerweile haben wir uns um den Esstisch versammelt und erzählen uns lauthals gegenseitig, was wir heute erlebt haben. Vielleicht, weil es sich so realer und weniger wie ein Traum anfühlt?

Mpho erzählt uns, dass dieser Nachmittag auch für ihn ein ganz besonderer war und das viele seiner Entscheidungen bei einer anderen Gruppe anders ausgefallen wären. So ist er mit uns nur ohne Back-up-Guide und ohne Gewehr losgeritten, weil er wusste, wie gut wir reiten können und wie gut wir als Gruppe funktionieren: Keiner von uns hatte sich daneben benommen, hatte versucht andere zu überholen. Wir gingen sehr respektvoll miteinander um – das hatte er in den letzten zwei Tagen beobachtet.

Zudem beichtete er uns, dass die Situation mit dem Elefanten, der mit ausgebreiteten Ohren auf uns zulief, äußerst gefährlich war. Normalerweise versucht der Lead-Guide in einer solchen Situation den Elefanten abzulenken, während der Back-up-Guide die Gruppe aus der Gefahrensituation bringt. Doch Chicken fehlte schließlich an diesem Nachmittag.

Da wir bereits im Galopp an den Elefanten vorbei ritten, entschied sich Mpho auch genau deshalb sofort weiter zu galoppieren. Denn die Elefanten hatten uns bereits als eine galoppierende Herde wahrgenommen, auf einmal im Schritt weiter zu reiten, hätte sie nur noch nervöser gemacht.

Und dass er sich überhaupt traute im Galopp vor Elefanten davon zu reiten, lag auch nur an uns: Er wusste, dass wir sehr erfahrene Reiter sind, nicht in Panik geraten würden und unsere Pferde jederzeit unter Kontrolle haben. Als er das erzählt, macht sich Stolz in mir breit, und auch die anderen strahlen in diesem Moment.

Anders als an den letzten zwei Abenden scheint Mpho heute in Redelaune zu sein und so löchern wir ihn mit Fragen: “What was the most dangerous situation you’ve encountered so far?” ist eine davon. Und tatsächlich holt er aus, um zu antworten und berichtet uns, was das gefährlichste Erlebnis seit seiner Karriere als Reitsafari-Guide ist.

Und tatsächlich ist mein Pferd Wilson involviert. Denn Wilson hat tierische Angst vor Elefanten. Was ich mir in den letzten Tagen schon gedacht hatte, bekomme ich nun von Mpho bestätigt. Er fängt an zu lachen und sagt, dass das auch der Grund sei, warum er sich seine Geschichten immer bis zum letzten Abend aufbewahrt – er wolle uns schließlich nicht verunsichern.

Und so erzählt er eine spannende und lustige Geschichte nach der anderen, erzählt von seiner Ausbildung als Ranger, von seinen Dressurturnieren mit Sebastians Pferd Walker Bay, seinem Unterricht bei Ingrid Klimke und seiner Zeit bei einem Top-Reiter in Portugal.

Wir verbringen einen wundervollen Abend mitten im afrikanischen Busch, ums Camp schleichen immer noch die Elefanten herum, das Lagerfeuer knistert und der Sternenhimmel ist klar. Und umso später die Stunde wird, umso mehr wird uns allen bewusst, was wir da heute Nachmittag erlebt haben – ein unvergessliches Erlebnis.

Wir reiten in den Sonnenuntergang, am Horizont Giraffen.
Die Sonne hüllt alles in goldenes Licht.
Wir entdecken einen riesigen Südlichen Felsenpython.
Mpho beobachtet die Elefanten genau.

Pferdesafari Tag 8: Ausritt am Morgen & Abreise

Man merkt, dass neben Aufregung gleichzeitig Traurigkeit in der Luft liegt. Heute ist unser letzter Tag, nicht nur in Botswana, sondern im Allgemeinen. Ein letztes Mal brechen wir zu einem Ritt in den afrikanischen Busch auf, auch diesmal ohne unseren Back-up-Guide Chicken und nur mit einem Lasso bewaffnet.

Da auch wir gestern Abend sehr in Redelaune waren und Mpho davon erzählten, dass Owen in Südafrika immer von ewig langen Galoppaden in Botswana sprach, fragt uns Mpho, ob wir denn Lust auf einen etwas längeren Galopp hätten. Das Funkeln in unseren Augen scheint zu genügen, und schon pfeift Mpho und wir galoppieren und galoppieren und galoppieren. Ganze 12 Minuten geht es über den staubigen Boden der Tuli Reserve – ganze 12 Minuten pures Glück.

Wir entdecken einen scheuen Kapfuchs, der mit seinem silbergrauen Fell perfekt getarnt in der Landschaft zu verschwinden scheint. Auch Geparden laufen uns nochmals über den Weg, während wir kurz vorm Hauptcamp ein weiteres Tier aufspüren, das wir bis dato noch nicht gesehen hatten: Hyänen!

Etwas mulmig wird uns dann schon dabei, so nah an diesen kräftigen und angsteinflößenden Raubtieren vorbei zu reiten. Wir werden genauestens beobachtet, und ich spüre wie das Adrenalin erneut durch meinen Körper schießt. Gleichzeitig denke ich mir, was für ein Glück wir doch haben, so kurz vorm Ende noch einer weiteren Tierart zu begegnen. 

hyäne bei reitsafari

Wir sind fast zurück an den Hauptstallungen, da reitet Mpho ein Stück vor, holt sein Lasso raus und kündigt mit trockener Stimme an “Let’s see how this horse actually reacts to the lasso.“ Mit einem Grinsen schaut er zu uns zurück, um wenige Sekunden später mit enormen Schwung auszuholen. Es knallt fürchterlich, doch sein Pferd bleibt ruhig.

Für die letzten Meter hat er sich für uns noch ein kleines Geständnis aufbewahrt: “To be honest, I’ve never ridden this horse before, I just hoped it would stay calm if I was to use the lasso.”. Wir schauen uns alle etwas geschockt an, können aber nicht anders, als genau wie Mpho anzufangen zu lachen. Manchmal ist es eben doch besser, manche Dinge erst ganz zum Schluss zu erfahren. 

Highlight

Statt im Sattel, kannst du den afrikanischen Busch auch in deinen Wanderstiefeln entdecken. Wir haben vier spannenden Tage auf dem Pioneer Trail in der Gondwana Game Reserve verbracht und erzählen in unserem Blogbeitrag von unserer einmaligen Walking Safari in Südafrika!

Blogbeitrag
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Pioneer Trail in der Gondwana Game Reserve – 4 Tage Walking Safari in Südafrika!

Diese Sachen gehören für deine Pferdesafari ins Gepäck

Bei diesem unvergesslichen Abenteuer sitzt du mehrere Stunden am Tag im Sattel und entsprechend gehört vor allem eins in dein Gepäck: Reitklamotten!

Neben einem Reithelm empfehlen wir dir auf Stiefeletten mit Chaps zu setzen, und deine guten Reitstiefel für die Pferdesafari zuhause zu lassen. Außerdem solltest du bequeme Reithosen und dünne Reithandschuhe einpacken. Für oben nimmst du am besten lange dünne Hemden mit – Hier sind die Safarihemden der NosiLife-Kollektion von Craghoppers perfekt: Sie sind sehr leicht, tragen sich angenehm, trocknen schnell und verfügen über einen integrierten Sonnen- und Insektenschutz.

Zudem solltest du neben Reitsachen auch ein paar bequeme Klamotten für die Zeit in den Camps und die Safaris im Geländewagen mitnehmen. Auch hier eignet sich luftig lange Kleidung am besten, da es sehr warm ist und die Sonne knallt. Für abends und kühlere Tage gehört zudem auch ein Fleece in dein Gepäck. Und natürlich dürfen deine Badesachen fürs Schwimmen mit den Pferden und für eine Abkühlung in den Pools nicht fehlen, genauso wenig wie eine Sonnenbrille und Capy!

Achte bei der Wahl deiner Anziehsachen darauf, dass du insbesondere fürs Reiten und die Safaris neutrale Farben einpackst, wie Beige, Braun, Khaki oder Schwarz. Grelle Farben wie Pink, Gelb oder Rot, aber auch Weiß sind in der Natur Signalfarben und haben auf Safari nichts zu suchen.

Auch wenn du mehrere Stunden am Tag reitest und das über 8 Tage hinweg, musst du nicht unendlich viele Reitsachen einpacken: Zwei Reithosen und drei Oberteile zum Reiten reichen aus, denn du hast die Möglichkeit deine Klamotten kostenlos in den Camps waschen zu lassen. Wenn du sie nach dem Mittagessen abgegeben hast, sind sie entweder schon am selben Abend oder spätestens am nächsten Morgen wieder sauber und trocken.

Übrigens hatte eine Teilnehmerin unserer Gruppe auch ein Fell für den Sattel dabei, sodass sie bequemer sitz – und wir anderen waren schon alle ein wenig neidisch darauf. Allerdings benötigst du dieses nur in Südafrika, denn die Sättel in Botswana sind alle mit einem Fell bezogen.

Neben Anziehsachen empfehlen wir dir außerdem eine Powerbank einzupacken, da es insbesondere im Camp in Botswana kaum Strom gibt. Ebenfalls praktisch ist eine Stirnlampe, wenn du abends in der Dunkelheit vom Hauptzelt in dein Zelt läufst.

Und wenn du dein Reitabenteuer auch auf Bildern festhalten möchtest, besorg dir eine kleine Digitalkamera mit einem guten Zoom. Oder du investierst in eine GoPro: Mit dieser Actioncam kannst du deine Pferdesafari nicht nur fotografieren, sondern auch filmen, während sich die Kamera dank verschiedener Befestigungsmöglichkeiten z.B. auch an deinen Reithelm befestigen lässt. Für die Safaris im Geländewagen kannst du hingegen eine richtige Kamera samt einem Zoom-Objektiv einpacken.

Reithelm

Der exxential II Reithelm von uvex eignet sich sowohl für Frauen als auch für Männer und ist nicht nur in der klassischen Reithelmfarbe Schwarz erhältlich, sondern auch in den schicken Farben Mocca Mat, Sand Mat oder Anthracite Mat. Zudem wiegt er gerade einmal 400 Gramm und bietet dank verschiedenen Ventilationsöffnungen eine optimale Luftzirkulation, was unter der Sonne Afrikas besonders wichtig ist.

Pikeur Reithose

Reithose

Mit der Lucinda Grip von Pikeur hast du eine atmungsaktive und strapazierfähige Vollbesatz-Reithose, die dank der perfekten Passform bequem sitzt und viel Bewegungsfreiheit ermöglicht. Außerdem ist die Reithose in verschiedenen Farben erhältlich, darunter auch in den Farben Bronze, Trüffel und Safari – perfekt für deine Pferdesafari in Afrika!

Reithandschuhe

Der Roeck Grip von Roeckl ist wohl der Klassiker unter der Reithandschuhen und das ist auch kein Wunder: Er sitzt perfekt wie eine zweite Haut, ist elastisch, überaus atmungsaktiv und von hoher Verarbeitungsqualität. Dabei ermöglicht er eine feinfühlige Zügelführung und ist extrem griffig. Der Roeck Grip ist in allen Größen sowie in 10 Farben erhältlich, sodass auch du mit Sicherheit deinen neuen Lieblingsreithandschuh findest!

Safarihemden

Mit den Adventure L/S Shirts der NosiLife-Kollektion von Craghoppers hast du robuste und gleichzeitig schicke Safarihemden, die nicht nur gut aussehen, sondern noch dazu einen integrierten Insektenschutz sowie einen Sonnenschutzfaktor von 40+ besitzen. Außerdem wiegen die Hemden gerade einmal 185 Gramm, sind geruchshemmend und trocknen ultraschnell!

Sonnencreme

Während deiner Reitsafari solltest du dich besonders gut vor der Sonne schützen, insbesondere dein Nacken bekommt die Sonneneinstrahlung auf den mehrstündigen Ritten zu spüren. Die mawaii SunCare SPF 30 Sonnencreme wurde speziell für den Outdoorsport entwickelt, ist wasser- und schweißfest und zieht schnell ein. Dabei schützt die Sonnencreme nicht nur vor UVA- & UVB-Strahlung, sondern pflegt deine Haut auch dank Aloe Vera, Provitamin B5 und Vitamin E intensiv. Auf schädigende Stoffe wurde verzichtet, sodass du sie auch ohne Bedenken fürs Schwimmen im Meer, See oder Fluss verwenden kannst.

Care Plus ANTI-INSECT - DEET SPRAY 40%

Anti-Insekten-Spray

Besonders am Abend, wenn du es dir im Camp oder rund ums Lagerfeuer gemütlich machst, kommen die kleinen Plagegeister. Um dich vor Insektenstichen und damit auch vor der Übertragung von Krankheitserregern wie Malaria zu schützen, solltest du dich immer mit Anti-Insekten-Spray einsprühen, wie mit dem Anti-Insect Deet von Care Plus, das eine 40% Wirkungsdauer von bis zu 8 Stunden besitzt.

Powerbank

Strom findet sich nur wenig im afrikanischen Busch und insbesondere im Camp in Botswana kannst du deine elektronischen Geräte kaum aufladen. Aus diesem Grund solltest du eine Powerbank mit auf deine Reitsafari nehmen, wie beispielsweise die OUTXE 10000mAh Mini Power Bank, die nicht nur besonders klein, sondern auch besonders robust ist.

Stirnlampe

Um abends im Camp nicht völlig im Dunkeln zu stehen, packst du am besten noch eine Stirnlampe ein, wie die robuste und vielseitig einsetzbare Swift RL von PETZL. Sie wiegt gerade einmal 100 Gramm und verfügt über eine maximale Leuchtkraft von 900 Lumen sowie über ein reflektierendes Kopfband. Der Akku lässt sich mit einem USB-Kabel aufladen, während der Lampenkopf schwenkbar und in der Höhe verstellbar ist.

Passende Bücher und Reiseführer für deine Pferdesafari

Um dich bereits vor deiner Pferdesafari auf deine Zeit in Südafrika und Botswana vorzubereiten und vielleicht ein paar Tipps für weitere Abenteuer in den beiden Ländern zu sammeln, lohnt sich der Blick in einen Reiseführer. Und auch für deine Zeit im Camp können wir dir ein paar passende Bücher empfehlen!

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Highlight

Du willst noch mehr von Südafrika? Hier findest du drei tolle Routen-Empfehlungen!

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Diese 3 Rundreisen durch Südafrika sind das pure Abenteuer!

Mit diesen Infos bist du bestens auf deine Pferdesafari vorbereitet

Einreise & Impfung

Für die Einreise nach Südafrika und Botswana benötigst du einen gültigen Reisepass und bekommst vor Ort ein Visum ausgestellt, mit dem du maximal 90 Tage bleiben darfst. Für keines der Länder sind Pflichtimpfungen notwendig, solange du dich vorher nicht in einem Gelbfiebergebiet aufgehalten hast. Bedenke allerdings, dass zwischen Oktober und Mai ein mittleres bis hohes Malariarisiko in der südafrikanischen Limpopo-Provinz besteht, weshalb für diesen Zeitraum eine Malariaprophylaxe empfohlen wird.

Lage & Tiere

Der erste Teil der Pferdesafari findet im Norden Südafrikas statt, um genauer zu sein in der Provinz Limpopo. Auf dem Areal von Horizon leben aufgrund der kleinen Fläche nur wenige Tiere, darunter auch keines der Big 5. Dafür hast du hier Chancen auf Giraffen oder Nilpferde zu stoßen. Das Camp in Botswana befindet sich hingegen in der Mashatu Game Reserve, die nicht umzäunt ist. So können hier jederzeit allen möglichen Tiere durchstreifen, darunter auch Löwen, Geparden, Leoparden, Füchse und Hyänen. Zudem ist das Gebiet bekannt als “The Land of Giants” und du begegnest hier auf deiner Reitsafari zahlreichen Elefanten und Giraffen, aber auch Zebras, Gnus und diversen Antilopen.

Reisezeit & Daten

Die African Explorer Reitsafari wird das ganze Jahr über zu festen Terminen angeboten, die Hauptsaison liegt zwischen dem 1. Juni und 3 Januar. Während es im Sommer insbesondere in Botswana sehr heiß wird, sind die Temperaturen im Winter tagsüber bei rund 25 Grad sehr angenehm, dafür wird es nachts kalt. Toll ist, dass du das gesamte Jahr über gute Chancen hast Tiere zu beobachten – im Frühling kannst du dich zudem auf Jungtiere freuen!

Anreise & Transport

Da die Reitsafari im Norden Südafrikas beginnt, fliegst du am besten zum Flughafen O. R. Tambo in Johannesburg. Von hier organisiert das Team von Horizon Horseback gegen Aufpreis einen Shuttleservice, der dich innerhalb von rund 3 Stunden zu den Hauptstallungen in der Nähe von Vaalwater bringt. Der Transport nach Botswana und wieder zurück zum Flughafen wird ebenfalls über Horizon organisiert.

Unterbringung & Verpflegung

Während der Pferdesafari bist du in einfachen Safarizelten mit Außenbad untergebracht sowie in den Hütten der Lodges des benachbarten Reservates in Südafrika. Beide Camps und die Lodge verfügen über ein Gemeinschaftszelt bzw. -Hütten und einen Pool. Das Camp Two Mashatus Botswana ist jedoch ziemlich in die Jahre gekommen und im Vergleich weniger komfortabel als das Camp Davidson in Südafrika. Es gibt reichlich selbstgekochtes Essen, sowohl zum Frühstück als auch zum Mittag- und Abendessen. Außerdem kannst du dich am Nachmittag auf eine Tea Time freuen. Es werden jederzeit neben Wasser, Kaffee und Tee auch Softdrinks und alkoholische Getränke angeboten.

Pferde & Ausrüstung

In Südafrika warten überwiegend Anglo-Araber, Vollblüter, Boerperde und Kreuzungen dieser mit einer Größe von 145-165 cm auf dich, in Botswana sind es größtenteils Boerperde, Südafrikanische Warmblüter und Shire-Vollblut-Kreuzungen mit einem Stockmaß zwischen 150 und 170 cm. Bei der Buchung musst du Angaben zu deinem Können machen und welchen Pferdecharakter du dir wünschst, und bekommst ein zu dir passendes Pferd zugeteilt. Dabei sind alle Pferde brav, fleißig und rittig. Während du in Südafrika in McClellan Trail-Sätteln sitzt, werden in Botswana hauptsächlich bequeme Englischsättel und einige australische Arbeitssättel verwendet.

Unsere Guides

Bei Horizon Horseback arbeiten ausschließlich Ranger mit langjähriger Erfahrung im Busch und im Sattel. Unser Guide Owen in Südafrika ist gebürtig aus Zimbabwe und wurde auch dort ausgebildet – Zimbabwe soll diesbezüglich die höchsten Standards haben und entsprechend hat Owen eine super Ranger-Ausbildung genossen. Auch unser Lead-Guide Mpho in Botswana ist sehr erfahren und hat uns zudem spannende Infos zur Tier- und Pflanzenwelt vermittelt.

Kosten

Für die insgesamt 8-tägige Reitsafari African Explorer mit 4 Nächten in Südafrika und 3 Nächten in Botswana zahlst du in der Nebensaison £1.714 (ca. 1.900€) und in der Hauptsaison £2.065 (ca. 2.300€) pro Person im Doppelzimmer. Alle Ausritte, Mahlzeiten und Getränke sowie die beiden Safaris im Geländewagen sind im Preis inkludiert. Die Transfers von und zum Flughafen sowie nach Botswana kosten £100 pro Person extra, das sind ca. 110€. Du solltest dennoch ausreichend Bargeld (Südafrikanischen Rand) mitnehmen, um den Guides und Mitarbeitern Trinkgeld da lassen zu können.
zebras bei reitsafari

Häufige Fragen zu Reitsafaris

Eine Reitsafari kannst du vielerorts in Afrika erleben, darunter insbesondere in Südafrika, Botswana, Kenia und Namibia.

Eine Reitsafari ist nicht gefährlicher als andere Arten von Safaris, da sowohl die Guides als auch die Pferde in der Regel sehr gut ausgebildet sind. Es kann aber immer wieder zu gefährlichen Situationen kommen, weshalb du ein sehr erfahrener (Gelände-)Reiter sein musst.

Für eine Reitsafari musst du sehr gut reiten können und über mehrere Jahre Reiterfahrung mitbringen, insbesondere auch im Gelände. Zudem ist es von Vorteil, wenn du kleinere Sprünge meistern kannst.

Bei einer Reitsafari kommt man sehr nah an die Tiere heran, da man von diesen nicht als Bedrohung, sondern wie ein anderes Tier wahrgenommen wird. Jedoch wurden insbesondere Elefanten in Botswana früher von Reitern gejagt, weshalb an diese nicht sehr nah heran geritten wird.

Horizon Horseback in Südafrika bietet auch Reitsafaris für Anfänger, weil sich auf dem Areal keine gefährlichen Teil befinden – sattelfest solltet du aber dennoch sein.

Line Dubois
Als absolute Pferdenärrin war es schon immer Lines Traum eine Reitsafari in Afrika zu erleben – und endlich wurde dieser wahr!
Off The Path: Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein - Sebastian Canaves
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