Podcast: Kündigen für Reisen mit Linda Fach

Bist du auch unzufrieden mit deinem Job und träumst davon, einfach alles hinzuschmeißen, zu kündigen und die Welt zu bereisen? Dieses Gefühl der uneingeschränkten Freiheit zu erleben und immer wieder neue Orte und Menschen kennenzulernen? Dann ist diese Folge meines Podcasts genau die richtige für dich, denn darin präsentiere ich dir eine Erfolgsgeschichte, die dich inspirieren wird!

Linda hat es geschafft, sie hatte keine Lust mehr auf Paris und ihren Job dort und hat ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Ziel: Indonesien. In dieser siebten Folge meines Podcasts berichtet sie, wie die Idee entstanden ist, was ihr Umfeld dazu gesagt hat und wie ihre Pläne dank der neu gewonnenen Freiheit aussehen.

Erfahre in dieser Episode übers Kündigen für Reisen:

  • Wie es Linda geschafft hat, zu kündigen und jetzt durch Indonesien zu reisen
  • Was der Auslöser war, alles zurückzulassen
  • Wie ihre Eltern und ihr Umfeld reagiert haben
  • Welche Ängste Linda am Anfang hatte
  • Wie sie sich ihre Reise finanziert
  • Welche Pläne sie dank der neu gewonnenen Freiheit hat
  • Welche Blogs hilfreich sind, wenn auch du planst, fürs Reisen zu kündigen

Shownotes über Kündigen für Reisen:

Sebastian: Linda, Herzlich Willkommen zum Off the Path Podcast! Schön, dass du Zeit gefunden hast. Wie geht es dir?

Linda: Mir geht es gut. Ich bin momentan in Deutschland.

Sebastian: Wo treibst du dich rum?

Linda: Ich bin gerade noch bei meinen Eltern, bis zum 27.01, und am 27.01. geht mein Flug auf meine Langzeitreise. Deswegen bin ich hier noch ein bisschen beschäftigt mit den letzten Vorbereitungen.

Sebastian: Auf die du dich schon sehr freust, wie ich vorher erfahren habe.

Linda: Ja klar, auf jeden Fall.

Sebastian: Erzähl mal! Wir wollen heute ein bisschen über deine Entscheidung sprechen, dass du auf diese Reise gehst. Du hast kein wirkliches Rückflugticket. Ist das richtig?

Linda: Das ist richtig, es gibt kein Rückflugticket nach Deutschland zurück. Bis jetzt stehen nur Tickets nach Kuala Lumpur und von Singapur nach Sumatra und das war’s eigentlich erst mal.

Sebastian: Cool! Und was ist dein Plan? Warum machst du diese Reise? Erzähl mal so ein bisschen über dich, damit die Zuhörer ein bisschen verstehen, warum du das machst und wie diese ganze Idee überhaupt entstanden ist? Ich glaube, dafür müssen wir vielleicht ein paar Jahre zurückgehen, richtig?

Linda: Ja klar. Also ich habe die letzten fünf Jahre in Paris gelebt und gearbeitet und habe mich da einfach nach einer gewissen Zeit nicht mehr so wohl gefühlt. Es ist eine Großstadt, eine Metropole. Damals war es mein Wunsch, nach Paris zu gehen, weil ich deutsch-französisches Management studiert habe und war einfach total frankophil und total parisaffin, wo ich eben auch schon mal vorher gelebt habe, um da ein Praktikum zu machen. Und Paris war halt einfach mein absoluter Wunsch und Frankreich sowieso. Also eigentlich war es mein ursprünglicher Plan, mein Leben komplett in Frankreich zu verbringen. Wie man jetzt mittlerweile sieht: Pläne ändern sich, Wünsche auch. Ich war die letzten dreieinhalb Jahre bei einem der größten französischen Anbieter für Online Flash Sales beschäftigt, im Projektmanagement, und ich habe nach zwei Jahren gemerkt, dass mir der Job nicht mehr so gut gefallen hat, wie am Anfang. Es wurde alles irgendwie Routine. Das Management hat sich geändert, es war alles eher suboptimal. Ich hatte mir eh schon vorgenommen, ich möchte eine Veränderung. Wenn es halt dann nicht privat ist, dann auf jeden Fall beruflich. Und dann in 2014 war es soweit. Das war auch das Jahr, in dem ich 30 geworden bin, und vielleicht auch noch so ein kleiner Push. Ich hatte seit Ewigkeiten im Kopf, dass ich Surfen lernen möchte. Und ich wollte sowieso schon mal ganz lange mal weg, ganz weit weg. Mal in ein komplett anderes Land. Also ich war eigentlich immer in Europa zum Reisen unterwegs, aber noch nicht irgendwo anders. Bali stand dann schon ganz lange auf der Liste ganz oben. Und dann habe ich gedacht: Naja, surfen auf Bali – ist doch genial! Mache ich mal. Und habe dann eben drei Wochen Urlaub gemacht auf Bali, im Oktober 2014. Wie gesagt, ich habe dort Surfen gelernt, ich habe dort Tauchen gelernt, ganz viele neue Dinge ausprobiert und bin wieder zurückgekommen und bin erst mal in ein tiefes Loch gefallen. Einfach, weil ich mich überhaupt nicht mehr richtig am Platz gefühlt habe. Also ich bin mit Paris nicht mehr klargekommen und das war mir einfach alles irgendwie… es hat einfach irgendwie nicht mehr gepasst. Dann kam halt die Überlegung: Naja, wenn es jetzt nicht eine berufliche Veränderung ist, vielleicht sollte ich mir einfach mal eine Auszeit nehmen und vielleicht ist ja so eine Langzeitreise nach Indonesien ganz schön. Ich habe während meiner Reise auf Bali ganz viele Backpacker getroffen und war dann völlig fasziniert als die mir erzählten haben, sie reisen jetzt mal solange wie das Geld reicht oder sie sind jetzt mal nur für drei Monate unterwegs oder auch mal nur für sechs Monate und dann kam halt immer mehr der Gedanke: Naja, warum mache ich das nicht eigentlich auch? Weil es sprechen eigentlich keine Gründe dagegen. Dann habe ich mich durch verschiedene Reiseblogs gelesen, habe mich auch mit dem Thema Leben und Arbeiten in Indonesien auseinandergesetzt. Also Indonesien hat mich total fasziniert. Dann habe ich mir gedacht: Gut, dann mache ich noch ein Jahr meinen Job, bleibe noch ein Jahr in Paris. Aber nach dem einen Jahr breche ich alle Zelte ab und gehe erst mal los auf Reisen. Dann war ich 2015 im Mai nochmal in Indonesien, auch wieder auf Bali und auf Lombok, weil ich dort Freundschaften geschlossen hatte und wieder natürlich nur drei Wochen Urlaub bekommen hatte und nicht mehr. So bin ich eben nochmal dort hin gereist und habe dort auch wieder tolle Sachen erlebt. Ich war auf dem Mount Rinjani, habe mein Open Water Zertifikat gemacht und auch noch den Advance drangehängt. Ich bin jetzt mittlerweile Rescue Diver. Die Reise hat mich eigentlich nur noch mal bestärkt, meinen Plan wahr zumachen. So kam die Entscheidung.

Sebastian: Das war dann letztes Jahr 2015 und dann bist du nach Hause gekommen, zurück nach Paris und hast gesagt: So, das war’s! Ich kann nicht mehr zurück ins Büro. Ich muss irgendetwas verändern?

Linda: So ungefähr. Ich habe natürlich auch schon während der ganzen Zeit angefangen Geld zurückzulegen. Dann am 31.08. habe ich meine Kündigung auf den Tisch gelegt. Da waren einige Leute dann erst mal sehr perplex, die mich natürlich sofort gefragt haben: Ja wie? Hast du jetzt einen neuen Job? Wo gehst du denn hin? Was machst du denn dann? Und ich habe nur gemeint: Nö. Ich gehe einfach mal auf Reisen und ich gucke mal, was passiert und gehe tauchen und ja.

Sebastian: Wie haben die denn alle reagiert? Das ist wahrscheinlich eher ein Schock, weil das nicht zu dir passt, oder?

Linda: Ja, das kam sehr überraschend, weil ich eigentlich in Bezug auf Reisen mit 31 wohl eher ein bisschen ein Spätzünder bin, dass mich dieser Travel Bug gepackt hat. Meine Chefin war überrascht, geschockt und als ich ihr das erzählt habe mit meinen Plänen und was ich alles vorhabe, hat sie noch gemeint: „Wow, total tolles Projekt. Mach das auf jeden Fall. Finde ich total klasse.“ Und viele Freundinnen und Kollegen haben gemeint: „Boah, wie krass! Den Mut hätte ich gar nicht das durchzuziehen und das zu machen.“ Und viele haben auch gemeint: „Boah, ich würde das eigentlich auch am liebsten machen, aber ich würde mich das nicht trauen.“ Das waren so im Großen die Reaktionen.

Sebastian: Ja, das sind alles so Gedanken, die du am Anfang auch gehabt hast, ne? Ich habe mir die E-Mail, die du mir geschickt hast, vorhin nochmal durchgelesen und deine allererste Reise, als du nach Bali geflogen bist und auf dem Weg zum Oman zum Umsteigen warst, da hast du ja auch unglaublich Zweifel gehabt à la „Warum mache ich das überhaupt? Wie komme ich klar?“. Einfach solche Ängste, die man vielleicht am Anfang vor so einer langen Reise hat, egal ob es nach Bali, Australien, Neuseeland, Südamerika oder in die USA ist. Man hat einfach solche Ängste, dass vielleicht irgendetwas schief läuft, dass man sich verliert, dass einem vielleicht sogar etwas passiert. Also du hast ein Problem gehabt, das war die Angst, wie hast du es gelöst?

Linda: Ich muss dazu sagen, dass die Angst so richtig eigentlich erst ganz kurz vor Abflug gekommen ist. Das war wirklich am Abend vorher, wo ich dann mal wirklich so Revue passieren habe lassen, was ich jetzt eigentlich alles vorhabe in den drei Wochen. Und es fing dann schon an. Ich bin über Bangkok geflogen, weil ich mir Bangkok eben auch ganz gerne anschauen wollte und dann kamen schon Ängste auf, so: Oh mein Gott, das ist eine Riesen-Stadt, Verkehr, fremde Sprache, Schriftzeichen. Also damit fing das ja schon mal an. Und dann eben auch: Oh mein Gott, was passiert, wenn ich den Flieger verpasse oder was mache ich, wenn mir mein Gepäck abhanden kommt? Und lauter so Dinge, mit denen ich mich vorher eigentlich gar nicht auseinandergesetzt habe. Dann habe ich natürlich an dem Abend davor auch meine Eltern angerufen und war eigentlich total aufgeregt und hab gemeint: Gut, ich kann es jetzt nicht rückgängig machen. Da muss ich jetzt irgendwie durch.

Sebastian: Der Gedanke nicht zu reisen, kam der mal auf? Einfach alles abzubrechen und zu sagen: Weißt du was, das war eine idiotische Idee, ich bleibe mal zu Hause.

Linda: Nein, das kam nie. Da war die Vorfreude viel zu groß. Auch in keinem Moment während der Reise. Und im Nachhinein war es wirklich die beste Zeit, die ich bis jetzt hatte. Diese Erfahrung zu machen, mal alleine zu reisen, ohne jemand anderen, komplett seine Entscheidungen zu treffen, keine Kompromisse einzugehen, sich selber auch alles zu organisieren und sich eben auch auf fremde Kulturen einlassen. Das war im Endeffekt eine unheimliche Bereicherung auf allen Niveaus würde ich sagen.

Sebastian: Ja und wie hast du dich dann quasi vorbereitet auf diese Ängste, also Flug verpassen, wie komme ich in Bangkok am Anfang klar, etc.? Hast du dann irgendetwas Bestimmtes gemacht? Hast du vielleicht irgendwelche besonderen Reiseblogs gelesen, dich noch mal extra informiert oder hast du dann einfach gesagt: So, ich fliege jetzt morgen oder in ein paar Tagen und ich habe zwar irgendwie Bammel, aber jetzt einfach mal reinspringen und mitschwimmen, oder wie hast du das für dich gelöst?

Linda: Ich habe Reiseblogs im Vorfeld gelesen und habe mir irgendwie auch gedacht: Naja, selbst wenn es so schlimm kommt, irgendeine Lösung gibt es immer. Also ich war natürlich an den Flughäfen immer viel, viel zu früh, weil ich so Angst hatte, die Flüge zu verpassen oder dass irgendwie etwas schief geht. Ich habe dann auch eine Nacht komplett in Bangkok am Flughafen verbracht.

Sebastian: Nur um sicher zu sein, dass du den Flug auch erwischt?

Linda: Ja. Und ich habe auch keine Flüge verpasst. Mittlerweile gehe ich das auch alles viel entspannter an.

Sebastian: Genau, das wollte ich fragen: Wie ist das heute? Kommst du heute dann eher Last Minute zum Flughafen oder immer noch so drei Stunden vorher?

Linda: Eher schon ein bisschen später. Also weil die drei Stunden, selbst zwei Stunden sind meistens auch übertrieben. Das hat sich alles schon sehr entspannt, würde ich sagen, ja. Aber das sind einfach glaube ich die Erfahrungen. Wo ich heute stehe – hätte mir das jemand vorher gesagt vor so eineinhalb Jahren: Im Januar 2016 hast du deinen Job geschmissen, du bist Rescue Diver und kannst indonesisch sprechen – also so ein bisschen – und wirst jetzt auch demnächst auf eine Langzeitreise gehen ohne Rückticket, hätte ich ihm wahrscheinlich einen Vogel gezeigt. Das hätte ich mir wahrscheinlich selber nicht denken können.

Sebastian: Ja, das Leben spielt manchmal anders, als man denkt oder plant und das ist ja das Schöne daran. Aber so eine lange Reise, die macht man ja nicht einfach so. Das plant man ja schön durch und das muss man ja auch irgendwie finanziell wuppen. Wie hast du das für dich gemacht? Also du hast dann quasi letztes Jahr entschieden, dass du dieses Jahr aufhörst, also losreist?

Linda: Genau, ja.

Sebastian: Das heißt also, du hast ungefähr mehr oder weniger zwischen 10 und 14 Monate Zeit gehabt, Geld beiseite zu legen. Wie gehst du mit dieser neu gewonnen Freiheit um, aber halt auch mit diesem Druck jetzt kein Geld mehr verdienen zu können? Erst mal. Oder hast du vielleicht sogar schon eine Lösung gefunden, um auf Reisen Geld zu verdienen?

Linda: Diese neu gewonnene Freiheit finde ich eigentlich nur schön. Für mich war es schon befreiend aus Paris weg zu kommen und aus meinem alten Job und es ist jetzt natürlich keine Geldquelle mehr aktiv. Ich muss dazu sagen, dass ich, da ich in Frankreich gearbeitet habe, ein bisschen privilegiert bin. In Frankreich gibt es bei Unternehmen, die eine bestimmte Arbeitnehmeranzahl haben, eine sogenannte Umsatzbeteiligung. Und da werden auf einem Konto jedes Jahr, je nach dem, wie der Umsatz ausgefallen ist, für die Mitarbeiter Geld zurückgelegt. Dieses Geld schläft quasi, ist für fünf Jahre blockiert. Wenn man das Unternehmen allerdings verlässt oder eben andere Gründe hat, wie zum Beispiel eine Familie gründet oder ein Haus kauft, dann kann man diesen Betrag steuerfrei deblockieren und das habe ich eben gemacht. Da bin ich ganz glücklich darüber, weil das eben knapp über die Hälfte von meinem Reisebudget ausmacht. Und ansonsten ist es eben Geld, das ich selber zurückgelegt habe während der Monate. Ich habe darüber nachgedacht, unterwegs zu arbeiten und wenn es auch nur so Lösungen sind, wie zum Beispiel Wwoofing oder eben kleine Jobs über Workaway für eine bestimmte Zeit und bin da auch eigentlich sehr interessiert daran, weil ich finde, das ist auch immer eine Möglichkeit mit den Locals besser in Kontakt zu kommen und einfach ein bisschen vom lokalen Leben mitzubekommen, was ich mir eben auch von meiner Reise erhoffe. Eben, dass das ein bisschen unterhalb der Oberfläche ist, dass es wirklich authentische Erlebnisse werden und ich mit Einheimischen in Kontakt komme. Ansonsten habe ich das Work & Travel Visum für Neuseeland, weil ich mir gedacht habe: Naja, irgendwann wird mir das Geld ausgehen. Bevor das wirklich der Fall ist, wie gesagt, habe ich vor nach Neuseeland zu reisen und mir dort kleinere Jobs zu suchen. Mal gucken, wie das so funktionieren wird.

Sebastian: Und langfristig gesehen, hast du quasi vor ein Digitaler Nomade zu werden und von unterwegs zu arbeiten? Oder willst du dich, weil du jetzt so oft in Indonesien warst, in Indonesien niederlassen? Weil du hast auch Bahasa gelernt, hast du gesagt. Willst du dort vielleicht irgendetwas machen? Wie plant man oder plant man auch gar nicht oder sagt man einfach so: Hey, ich bin jetzt frei. Ich habe jetzt mein ganzes Leben lang geplant, ich habe 30 Jahre lang geplant. Jetzt plane ich einfach mal nicht und es wird schon irgendwie gut gehen.

Linda: Genau so ist es. Also das habe ich mir gesagt. Ich habe momentan keinen Plan. Ich habe auch keinen Plan, wie es in einem Jahr aussehen soll oder wie es dann eigentlich weiter geht. Es könnte ja vielleicht auch sein, dass sich irgendetwas in Neuseeland ergibt oder eben in Indonesien oder halt nicht. Und dann muss ich halt mal schauen, aber ansonsten habe ich eigentlich momentan keinen Plan. Ich lasse es auf mich zukommen.

Sebastian: Kein Plan ist auch ein sehr guter Plan. Dann hat man so viele Möglichkeiten offen und du gehst mit viel offeneren Augen durch die Welt und erkennst vielleicht viele Möglichkeiten, die sich dann ergeben und Möglichkeiten ergeben sich beim Reisen halt auch irgendwie immer.

Linda: Das denke ich auch.

Sebastian: Das habe ich über die Jahre hinweg gelernt.

Linda: Man kann auch nicht immer alles planen. Es kommt sowieso immer anders als geplant und von daher, ja, plane ich jetzt erst mal ein bisschen meine Reise durch. Ich habe so ein paar Eckpunkte. Ich bin zum Beispiel auch im März auf einer Hochzeit auf Java eingeladen, wo ich mich sehr drüber freue. Wie gesagt, ich habe vor meinen Dive Master in Indonesien zu machen und dann schaue ich einfach mal. Also ich lasse das alles mal auf mich zukommen.

Sebastian: Wie haben denn deine Eltern reagiert? Wahrscheinlich war das bei der ersten Reise okay. „Schönen Urlaub, wir sehen uns dann in drei Wochen“. Bei der zweiten Reise so: „Wie, schon wieder Bali, was ist denn da los?“ und jetzt?

Linda: Ja, ich habe meinen Eltern von meinem Reiseplan erzählt, da war ich gerade mal einen Monat wieder aus Bali zurück. Also das stand eigentlich schon ziemlich früh für mich fest. Meine Eltern sind im ersten Moment aus allen Wolken gefallen. Die haben gedacht, ich schmeiße direkt alles hin und ziehe direkt dann los. Und dann habe ich gemeint: Nee nee, ich bereite mich auf die Reise vor. Ich bleibe noch ein Jahr in Paris und ich ziehe noch meinen Job durch, aber dann möchte ich einfach nach Indonesien. Vor allem, weil es so ein faszinierendes Land ist, was es mir halt wirklich angetan hat. Sie waren dann eher nicht so begeistert, konnten aber – nachdem ich ihnen meine schönen Reisefotos gezeigt habe –meine Begeisterung ein bisschen verstehen. Ich glaube, sie haben insgeheim vielleicht gehofft, dass ich die Idee doch noch verwerfe und dass es sich dann irgendwie so verläuft. Hat es aber nicht. Mittlerweile ist es eben so, dass sie sagen: „Na gut, wenn du meinst, du musst es machen und du wirst damit glücklich, dann mach’s.“ Meine Mutter ist eigentlich jemand, der mich – egal was ich gemacht habe – immer unterstützt hat. Also vor allem sie, und sie hat gemeint: „Weißt du was? Es ist genau der richtige Zeitpunkt das zu machen. Du bist noch so jung. Du hast noch dein ganzes Leben vor dir und wenn du meinst, du musst das jetzt machen, dann mach’s. Das wird eine tolle Erfahrung.“ Und sie hat sich jetzt auch sehr intensiv mit Indonesien auseinandergesetzt. Sie war in Frankfurt auf der Buchmesse letztes Jahr, wo Indonesien Gastland ist. Und sie hat definitiv vor, im Mai nach Indonesien zu reisen und dass wir uns dort eben treffen, was ich ganz schön finde. Und ich glaube meinen Vater wird sie auch noch überreden, dass er dann eben auch noch mitzieht.

Sebastian: Das ist sehr toll. Also aus der anfänglichen Skepsis wurde dann doch Unterstützung und dass sie dich jetzt auch besuchen kommen wollen, egal wo du bist, ist total klasse.

Linda: Das ist sehr viel wert, auf jeden Fall! Klar, man sagt immer: Ja, es ist mein eigenes Leben und da hat mir niemand reinzureden, aber ich glaube man hat schon immer ein besseres Gefühl, wenn die Eltern dann doch irgendwie hinter einem stehen und nicht absolut dagegen sind, sondern sich mit dem Plan anfreunden können und sagen: Na gut, mach, was dich glücklich macht. Und ich denke, das ist meistens eigentlich auch das Anliegen der Eltern, dass das Kind glücklich ist.

Sebastian: Absolut, also mach was dich glücklich macht. Ich habe ja auch einen Talk darüber gehalten über die Wichtigkeit, Träume zu verwirklichen, du bist ein Paradebeispiel dafür und hast ja auch in der E-Mail vorhin geschrieben und dieser Satz, der ist hängen geblieben: „Whenever you find yourself in the wrong story – leave!“ Und du hast auch geschrieben, dass du erst jetzt so wirklich unglaublich happy bist, dass du Paris verlassen hast, dein altes Leben quasi hinter dir gelassen hast und so offen für das Neue bist. Das hört sich verdammt gut an.

Linda: Ja, und ich meine, den Spruch, den du eben zitiert hast, ich denke, er trifft in allen Lebenslagen zu. Auch wenn man Ängste hat und Zweifel. Aber wenn man sich eben selbst nicht wohlfühlt in einer aktuellen Situation – bei mir war es der Fall. Ich habe mich in Paris nicht mehr wohl gefühlt, in meinem Job auch nicht. Es gab quasi nur einen Ausweg, das war was zu ändern. Und die Veränderung, die müssen wir selbst herbeiführen. Also von außen kommt ganz sicherlich nichts. Da muss man sich mal zusammen reißen und den Mut nehmen und sagen: Hier, das geht so nicht weiter, ich muss was anderes machen.

Sebastian: Ja, absolut, das sehe ich genauso. Lass uns zum Schluss kommen. Welche Blogs oder welche Tools oder Seiten, Zeitschriften, egal was – was hat dir geholfen, diesen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen? Also, gibt es irgendwelche Ressourcen, die die Zuhörer unbedingt wissen sollten und wo man sich über solche Sachen informieren kann?

Linda: Ein Blog, der mir persönlich sehr am Herzen liegt, das ist Indojunkie. Also wenn jemand Informationen über Indonesien sucht, dort findet er alles. Das ist ein ganz, ganz toller Blog von ein paar Mädels geschrieben, wo wirklich alles rund um und über Indonesien steht. Von Visavorbereitungen über Auswandern, das Backpacken auf Indonesien, man findet wirklich alles. Ansonsten, welchen Blogs ich regelmäßig folge, das sind quasi so mit die bekanntesten in Deutschland. Das ist Planet Backpack von Conni, den ich sehr, sehr gut finde und ich folge auch Off the Path. Also eurem Travelblog. Da habe ich mich grad letztens wieder umgeschaut bezüglich Auslandskrankenversicherung. Sehr, sehr informativ. Den Neuseelandartikel fand ich ganz klasse.

Sebastian: Sehr gut, weil davon kommt demnächst auch ein Ebook raus. Das schicke ich dir dann. Das ist sehr informativ und sehr ausführlich geworden.

Linda: Ah super! Und mein absoluter Lieblingsblog muss ich sagen, weil er sich auch an solo reisende Frauen wendet, das ist Pink Compass. Da muss ich sagen, ich folge Carina auf Facebook und auf Instagram und habe auch eines ihrer Bücher gelesen, insbesondere an alle Frauen da draußen: Reist alleine! Sie macht einem wirklich Mut, schreibt ganz authentisch und das ist wirklich ein Blog, den ich regelmäßig konsultiere und der mir auch bei allem sehr viel weiter hilft mit tollen Tipps und Ratschlägen.

Sebastian: Ja stimmt. Vier tolle Blogs. Welches Buch von Carina hast du gelesen? Das „Frauen reisen solo“ oder …

Linda: Ja genau „Frauen reisen solo“.

Sebastian: Ja, okay, sehr cool! Das verlinken wir alles in die Shownotes in dem Podcast selbst auf Off the Path. Ich kann dir nur danken. Vielen Dank für deine Zeit, Linda! Es hat mich wirklich wahnsinnig gefreut! Ich sehe, du machst alles richtig. Ich wünsche dir eine unglaublich tolle Reise! Und eine Frage noch: Hast du surfen gelernt?

Linda: Ja, ich habe surfen gelernt, natürlich!

Sebastian: Sehr gut und wie läuft’s?

Linda: Ich habe auf Bali 2014 surfen gelernt, da war ich eine Woche im Surfcamp und war auch 2015 wieder Surfen und habe meine Skills ein bisschen verbessert. Eventuell werde ich mir in Indonesien auch ein eigenes Surfboard zulegen, weil ich auf jeden Fall vorhabe, wieder surfen zu gehen. Ganz klar, weil es wirklich klasse ist. Und wenn man eine Welle das erste Mal gecatched hat, ist das einfach unbeschreiblich schön.

Sebastian: Sehr cool! Dann sehen wir uns das nächste Mal irgendwo in den Wellen von Bali hoffentlich. Und dann wünsche ich dir jetzt erst mal alles Gute und eine tolle Reise. Danke, dass du Zeit gehabt hast.

Linda: Vielen Dank an dich!

Sebastian: Bis bald, tschüss!

Linda: Bis bald, tschüss!

[/su_spoiler][/su_accordion]

Bitte hinterlasse eine Rezension des Off The Path Podcasts aus iTunes.

Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

Sebastian Canaves
Sebastian Canaves - Reise
Dir gefällt unser Beitrag?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.