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Podcast: Haussitting mit Conny Hepting

Haussitting ist eine super Möglichkeit, kostenlos länger an einem Ort zu wohnen und das Leben anderer Kulturen hautnah kennenzulernen. Wenn du zudem Tiere liebst, ist Haussitting ideal für dich. Line und ich haben letztes Jahr bereits in Kapstadt einen Haussitting-Job angenommen und sind total begeistert von dem Konzept!

Mit ihrem Blog The same sky wendet sich Conny an alle Reise- und Fotografie Begeisterten. Sie hat kürzlich drei Wochen Haussitting in Westaustralien gemacht und erzählt in dieser 40. Off The Path Podcast Folge von ihren Erfahrungen. Außerdem gibt sie super Tipps, wie es auch bei dir mit der Bewerbung für einen Haussitting-Job klappt.

Erfahre in dieser Episode über Housesitting:

  • Wie du dich am besten auf einen Haussitting-Gig bewirbst
  • Wie Haussitting abläuft und was alles inklusive ist
  • Was du beim Haussitting beachten musst
  • Welche Probleme auftreten können
  • Warum Haussitting nicht für jeden etwas ist

Shownotes über Haussitting:

Die komplette Folge zum Nachlesen:
Sebastian: Herzlich willkommen zu einer neuen Off The Path Podcast Folge! Heute sprechen wir über ein ziemlich cooles Thema, was Line und ich letztes Jahr schon mehrmals ausprobiert haben. Dieses Jahr hat es zeitlich nicht geklappt, aber wir würden es gerne in Zukunft noch mal machen, und zwar geht’s um’s Thema Housesitting. Ich habe heute Conny als Gast. Hallo Conny!

Conny: Grüß’ dich, Sebastian! Danke für die Einladung.

Sebastian: Du sitzt gerade im sonnigen Bali.

Conny: Genau.

Sebastian: Und hast vor kurzem dein Housesitting Debüt gegeben oder hast du das schon öfters gemacht?

Conny: Nee, genau, das war quasi mein Debüt.

Sebastian: Cooll! Und das hast du nicht auf Bali gemacht, sondern in dem super coolen Australien. Erzähl, wie war dein erster Housesitting-Job?

Conny: Super! Es war richtig, richtig toll. Ich habe an der Westküste in Australien gehousesittet und zwar ungefähr ein bis eineinhalb Stunden nördlich, also schon ziemlich in der Pampa.

Sebastian: In der Nähe von Cervantes?

Conny: Ja genau, noch ein bisschen südlicher, genau dazwischen ungefähr.

Sebastian: Das ist ja schon ziemlich weit weg von jeglichem Metropolen-Leben, Großstadt. Das ist schon sehr auf dem Land.

Conny: Genau, da war auch keine Zugverbindung oder irgendwas. Man ist mit dem Auto ungefähr eine knappe Stunde bis zur nächsten Bahnstation gefahren.

Sebastian: Krass! Und wie war das so? Was musstest du alles machen, um diesen Housesitting-Gig zu bekommen?

Conny: Ich bin ja schon seit Anfang des Jahres unterwegs auf so einer Art Auszeit. Ich habe in Neuseeland gestartet und habe mich von dort aus auch direkt angemeldet auf trustedhousesitters.com. Da habe ich ein Profil von mir erstellt und habe angefangen, die Hauseigentümer anzuschreiben und habe dann ziemlich schnell festgestellt, dass das doch nicht so einfach ist, wie ich mir das vorgestellt hatte, weil die Leute doch sehr viele Anfragen bekommen und sehr viele Nachrichten und da kamen dann anfangs erst mal viele Absagen und Nachrichten “Wir müssen jetzt erst mal alles aussortieren”, und danach kam natürlich die Absage. Das waren gefühlt 50 bis 100 Leute, die ich angeschrieben hatte in Australien. Ich war nicht an den Ort gebunden, ich wusste einfach, ich möchte das irgendwo in Australien machen und hatte mir eigentlich eher die Ostküste ausgesucht, weil ich dort vorher mit meiner Schwester einen Roadtrip gefahren bin und habe mich primär auf die Orte oder auf die Städte beworben. Dann habe ich aber irgendwann gemerkt, nachdem dann die ganzen Absagen kamen, dass das nicht so einfach ist. Dann habe ich mir gedacht, in den Städten ist das ziemlich busy, da will ja jeder quasi kostenlos gerne wohnen. Man bekommt ja von der Website täglich eine Art Newsletter mit den neuen Inseraten per Mail und da viel mir dann eine Anzeige auf, die hat mich irgendwie angesprochen, war aber eben an der Westküste Australiens. Das hat sich aber vom Text her total nett angehört, ich habe aber leider keine Bilder gesehen und habe mir aber gedacht: “Gut, ich bin ja flexibel” und habe da einfach mal hingeschrieben. Danach habe ich relativ schnell eine Antwort bekommen, dass ich von meinem Profil her perfekt für die Eigentümer klinge, wegen dem, was ich so über mich geschrieben hatte und dass sie gerne mit mir telefonieren wollen. Das haben wir dann gemacht. Ich hatte mich gewundert, dass sie nicht skypen möchten, das ist glaube ich eher üblich, weil man sich dadurch auch sehen kann, aber wir haben dann telefoniert und da habe ich dann einen ersten Eindruck bekommen. Das war total nett und der Paul – der Mann von dem Pärchen – hat mir ein bisschen was erzählt und ich habe auch nachgefragt, dass ich gerne Bilder sehen möchte, weil ich auf der Website keine gesehen hatte, ob das möglich wäre, dass sie mir das zuschicken. Er hat dann gleich gemeint, natürlich, er schickt mir Bilder. Er hat mir dann auch erzählt, dass sie das Haus, in dem ich dann wohnen werde, erst gekauft haben und deswegen keine Bilder hatten, die sie zeigen konnten. Er würde mir aber einen Link schicken zu der Immobilienfirma, sodass ich da auch einen Eindruck bekomme und Bilder vom Haus sehe. Und dann meinte er, ich solle mir das überlegen und ich könnte ihm gerne Bescheid geben. Er hatte auch erzählt, dass sie das gut fänden, wenn ich ein, zwei Tage vorher ankomme, damit man sich ein bisschen kennenlernen kann und damit ich auch die Abläufe mit dem Hund kennenlerne, auf den ich dann aufpassen werde. Dass ich einfach vor Ort bin und mit ihm zusammen erfahre, wie ihr Alltag auch mit dem Hund aussieht. Danach habe ich die Bilder bekommen und habe mir die angeschaut. Ich hatte ein absolut gutes Gefühl und habe dann zugesagt. So war das.

Sebastian: Cool! Dann hast du jetzt eigentlich schon richtig viele Infos gegeben. Jetzt werden wir noch versuchen das alles ein bisschen herunterzubrechen, um die ganzen Details herauszupicken. Du hast ja gesagt, du hast dich so unglaublich oft beworben. Housesitting ist in Australien und in UK super beliebt. Da gibt es unglaublich viele Listings und entsprechend viele Leute, die sich darauf bewerben. Du meintest gerade, in der Stadt war es eher nicht so erfolgreich, aber auf dem Land. Warum meinst du, ist das so? Weil sich weniger Leute für das Land bewerben und dadurch fällt man mehr auf, oder hast du dann quasi irgendwas in der Strategie geändert, vielleicht mit Bildern oder den Text? Was meinst du, war der Erfolgsfaktor, warum du diesen Gig jetzt bekommen hast und die anderen nicht? War das vielleicht auch, weil du keine Bewertungen vorher hattest?

Conny: Ich schätze, dass es wirklich der Punkt war, dass ich aus der Stadt heraus gegangen bin, also dass ich, was ich mir eh auch vorstellen konnte, ein bisschen weiter rausgehe und nicht in der Stadt bin, weil ich mir einfach vorstellen kann, dass dort definitiv mehr Bewerber kommen. An meinem Profil hatte ich nichts geändert, auch keine neuen Bilder oder so. Ich denke, dass es einfach in Städten beliebter ist.

Sebastian: Ja, okay cool! Wir haben im Januar einen Guide zum Thema Housesitting herausgebracht und da hatten wir reingeschrieben, dass zum Beispiel Videos unheimlich gut ankommen. Hattest du ein Vorstellungsvideo von dir drin?

Conny: Nee, ich hatte kein Video. Das hatte ich mir auch schon überlegt, ich hatte gesehen, dass es die Möglichkeit gibt. Das hätte ich auch gemacht, wenn es dann wieder nicht geklappt hätte. Das wäre der nächste Schritt gewesen, wenn nicht doch noch eine Zusage gekommen wäre.

Sebastian: Bei uns war es nämlich so, als Line und ich uns letztes Jahr beworben haben, wir haben uns auf einen Housesitting-Gig in Kapstadt beworben und sofort – das hatte sich natürlich über zwei, drei Monate hingezogen, weil es dauert halt immer, bis man Antworten bekommt und alles drum und dran – den einen bekommen. Dann hatten wir uns auch in Frankreich beworben und auch das sofort bekommen. Und das Feedback war, dass das Video sie umgehauen hatte.

Conny: Das ist interessant, okay.

Sebastian: Das war ein einfaches Video. Wir saßen einfach auf der Couch und haben ein bisschen über uns erzählt, so zwei Minuten lang und dann erzählten wir, wer wir sind, was wir machen, warum wir es uns überhaupt leisten können, gerade einfach einen Monat in Kapstadt oder in Frankreich zu leben. Das ist für die Leute immer ganz wichtig: Was machen die? Und warum wir gut mit Tieren können, also aus der Vergangenheit, wir sind mit Tieren aufgewachsen, bliblablubb. Und das kam sehr gut an und das haben auch die Besitzer gesagt, dass das Video sie umgehauen hätte, weil alle anderen einfach nur Fotos hatten und eine Beschreibung, aber dieses Video hätte ein bisschen mehr gebracht.

Conny: Das kann ich mir gut vorstellen, weil man dann doch noch mal einen persönlicheren Eindruck bekommt.

Sebastian: Wie wurde dann die Übergabe abgewickelt? Du hast ja gesagt, du bist zwei Tage vorher angekommen, hast dann quasi mit den Besitzern zusammen gelebt und hast zugeschaut und sie haben dir erklärt, wie das mit dem Hund abläuft; wann er zu essen bekommt, wann Gassi gegangen wird und solche Sachen oder wie war das?

Conny: Genau, ich bin dort angekommen und wurde abgeholt von der Bahnstation. Ich habe dann erstmal auf dem Weg zum Haus schon einen Eindruck von der Umgebung bekommen, dass das eben doch sehr weit ab vom Schuss liegt. Ich bin dann aber total positiv überrascht gewesen, als wir dann da angekommen sind. Das war auch eine Art Siedlung. Das gibt es ja in Australien öfters – also kein richtiger Ort, sondern da sind sehr große Grundstücke aneinander. In meinem Fall waren das 12.000 qm. Wir sind reingefahren und ich hatte gleich einen Eindruck von dem Haus, was riesengroß war und eine Art Park außen herum hatte. Ich hatte aber Glück, dass am Anfang die Tochter mit ihrem Freund noch von der Frau von dem Pärchen dort war und wir erst mal eine Art Grillabend hatten, wo wir uns dann alle kennengelernt haben. Den Hund konnte ich auch gleich kennenlernen. Das war eine losgelöste Atmosphäre, das war ganz gut. Dann bin ich ungefähr zwei Nächte mit den Eigentümern zusammen dort gewesen und habe alles kennengelernt. Sie haben mich um das Grundstück herum geführt und haben mir alles gezeigt, auch wie der Hund gefüttert wird, wann und was genau er bekommt. Dann sind wir auch einmal zu dem Supermarkt gefahren, dass ich auch Bescheid weiß, wo der liegt und vor allem, wie man den Hund auch im Auto fest macht. Das war auch relativ wichtig, ich hatte zum Beispiel vorher auch überhaupt keine Erfahrung mit Hunden. Ich hatte eher Erfahrung mit anderen Tieren, aber ich hatte nie einen eigenen Hund. Da hatte ich aber Glück, dass der Hund sehr lieb war und auch schon ein bisschen älter und kein nervöser Hund oder so was war. Der hat es mir relativ einfach gemacht.

Sebastian: Cool! Wie lange ging dein Job dort?

Conny: Ich war drei Wochen dort und bin dann aber, nachdem die Eigentümer wieder zurückkamen, noch über eine Woche mit denen zusammen dort geblieben.

Sebastian: Ach Quatsch!?

Conny: Ja, weil das alles irgendwie ganz gut gepasst hat; jeder hat sich wohl gefühlt und wir haben uns sehr gut verstanden. Sowohl am Anfang als auch am Schluss, als die Eigentümer zurückgekommen sind. Das war irgendwie sehr familiär. Das hatte von der Chemie her einfach gepasst. Und so meinten sie: “Du, wenn du länger bleiben willst, gar kein Problem. Dann bleibst du noch hier und kannst auch alles weiterhin nutzen”. Ich habe dann weiter auf den Hund aufgepasst, wenn die beiden wieder arbeiten waren.

Sebastian: Das ist ja super, aber das ist bei uns so ähnlich gewesen. Wir haben im Dezember letzten Jahres auf drei Katzen in Kapstadt aufgepasst. Die sind auch verreist und haben auch gesagt “Wenn ihr wollt, könnt ihr hier auch weiterhin wohnen oder ihr lasst einfach ein paar Sachen hier, dann müsst ihr nicht alles rumschleppen”, weil wir kurz für eine Reise nach Österreich mussten. Da wollten wir eigentlich zurück nach Südafrika und dann haben wir die Sachen dort gelassen. In der Zwischenzeit haben sich unsere Reisepläne geändert, dass wir gar nicht mehr zurück nach Südafrika konnten. Und dann haben die am Ende sieben Monate auf unsere Klamotten aufgepasst.

Conny: Wahnsinn, toll!

Sebastian: Das war überhaupt gar kein Problem und dann sind wir vor ein paar Monaten wieder zurück gewesen, dann waren wir wieder grillen. Das war einfach super familiär und man hat irgendwie so eine ganz besondere Bindung mit diesen Housesitting-Besitzern oder unter Housesittern selbst, ne?

Conny: Ich finde auch, das ist wirklich schön, weil es so eine Vertrauenssache von beiden Seiten her ist. Deswegen glaube ich, baut sich da irgendwas Zwischenmenschliches auf.

Sebastian: Ja absolut, es ist auch ein großer Schritt jemanden total fremdes bei sich zuhause wohnen zu lassen, in deinem Fall hast du noch nicht mal geskypt, sondern nur telefoniert. Du hast also nur die Stimme, du weißt nicht, wie sie aussehen. Du könntest natürlich auch ein total zerlauster Weiß-ich-nicht-was sein.  

Conny: Eben, ja, ja! Ich hatte mir anfangs auch gedacht, hmmm, weil ich ja doch alleine unterwegs war und nicht mit noch jemandem zusammen und da habe ich gedacht, die möchten, dass ich da zusammen mit ihnen wohne oder die ersten zwei Nächte. Obwohl ich natürlich wusste, dass sie mich kennenlernen möchten und das ist auch total nachvollziehbar, aber die Alarmglocken als alleinreisende Frau mitten in der Pampa; du weißt ja nicht wer das ist.

Sebastian: _________

Conny: Genau, aber ich bin eher ein sehr neugieriger Mensch und vielleicht auch etwas mutig und habe da einfach gedacht “Das probierst du jetzt aus”.

Sebastian: Sehr cool. Was war denn bei dir alles inklusive? Wir hatten zum Beispiel ein Auto, wir hatten auch das ganze Essen für die Zeit für die Tiere. Da mussten wir gar nichts bezahlen, sondern einfach nur unsere Lebenshaltungskosten mussten wir tragen und das war einfach nur einkaufen zwei Mal die Woche. Wie war das bei dir?

Conny: Das war bei mir sehr ähnlich. Ich habe auch Glück gehabt und durfte das Auto nutzen. Man muss vielleicht auch dazu sagen, dass das nicht so üblich ist. Ich habe viele Angebote gesehen oder auch mit den Leuten geschrieben, wo das nicht dabei war. Das war aber in meinem Fall, da das ja so weit ab vom Schuss war, doch sehr notwendig. Ohne ein Auto wäre ich nicht mal zum Einkaufen gekommen. Deswegen habe ich mich da sehr drüber gefreut, dass ich das nutzen durfte. Auch Essen für mich selber durfte ich nutzen, was da so noch in der Vorratskammer war und ich hatte das Internet dabei, was in Australien oft ein Problem ist. Das weißt du vielleicht selber.

Sebastian: Das ist scheißeteuer in Australien.

Conny: Genau. Da habe ich mich sehr gefreut, dass ich mal an einem Ort wirklich super Internet bekomme. Die hatten auch Netflix, was ich nutzen durfte und Waschmaschine, Trockner, die Küche an sich. Wenn man so lange wie ich auf Reisen ist, da war das einfach eine Art Luxus. Das Essen für den Hund war auch schon vorbereitet – also sie haben das vorgekocht und haben mir dann auch gezeigt, wie ich es, wenn es dann ausgeht, draußen aus der Tiefkühltruhe hole und Nachschub koche. Da musste ich mich um gar nichts kümmern. Das war wirklich sehr, sehr angenehm.

Sebastian: Das hört sich sehr einfach an.

Conny: Ja, es war tatsächlich sehr einfach, ja.

Sebastian: Wie sahen deine Tage vor Ort aus? Gab es eine feste Zeit, wann du aufstehen musstest, weil der Hund gefüttert werden musste oder konntest du dir das selber einteilen?

Conny: Nee, das konnte ich mir auch selber einteilen. Normalerweise habe ich den Hund gleich morgens – meistens war das gegen 9 oder so – gefüttert und war dann relativ frei und flexibel und ich habe dann meistens zum Beispiel mit meiner Familie und mit Freunden geskypt, wie gesagt das Internet genutzt, an meinen Projekten gearbeitet. Ich bin dann hin und wieder auch raus, weil man doch zu sehr im Haus sitzt. Und so war es dann, dass ich immer wieder einkaufen war und auch den Hund mitgenommen habe. Dort gibt es auch wunderschöne Strände. In 20 Minuten Entfernung war man am Strand und da gab es einige Dog Beaches und da konnte ich schön mit dem Hund spazieren gehen. Da war kein Mensch. Das war wunderschön, um mal die Seele baumeln zu lassen. Dann gab es den Yanchep Nationalpark, wo man Kängurus und Koalas ansehen konnte oder in Lancelin die Sanddünen. Dort bin ich hingefahren und noch so ein paar andere Stellen, die landschaftlich attraktiv sind und wo man auch den Hund gut mitnehmen konnte.

Sebastian: Das hört sich nicht langweilig an.

Conny: Nee, gar nicht. Ich habe es wirklich sehr genossen.

Sebastian: Super! Gab es denn irgendwelche Probleme? Manchmal passiert ja vielleicht irgendwas, worauf man nicht vorbereitet war. Hast du da irgendwas gehabt?

Conny: Hmm, nee. Ich hatte vorher ein bisschen Sorgen, dass ich mit dem Hund nicht klarkomme, da ich keine Erfahrung damit hatte. Aber das hat sich Gott sei Dank nicht so erwiesen. Da war ich recht froh. Ansonsten war es vielleicht ein bisschen die Einsamkeit natürlich. Man muss mit sich alleine auch klarkommen. Wenn man keinen hat, der mitreist und sowas annimmt und so weit draußen auf dem Land ist, muss man sich schon beschäftigen können. Das war anfangs natürlich abends, wenn es dunkel wurde, ein bisschen unheimlich, wenn man nur so in der Ferne das Bellen anderer Hunde hörte, aber das hat sich dann auch gelegt. Da ist man dann schon ein bisschen aus der Komfortzone raus, aber ansonsten sind keine schlimmen Sachen passiert.

Sebastian: Wie cool, dass gerade bei dir im Hintergrund ein Hund bellt!

Conny: Jaaaa, hörst du den?

Sebastian: Ja, das passt gerade.

Conny: Das ist lustig, weil ich gerade im Hubud im Skype-Booth sitze, dass man den Hund hört. Okay.

Sebastian: Aber das ist ja ganz gut, dass es da keine Probleme gab. Wir hatten eigentlich auch keine Probleme. Bei uns war es so, dass eine der Katzen unglaublich alt war und die Besitzer haben uns in jedem zweiten Satz gesagt “Wenn sie jetzt stirbt…”, “Wenn was passiert, dann…” “Wenn sie jetzt sterben sollte, dann ist das so. Sie ist alt, sie ist schon 18” oder irgendwie sowas. Und ich dachte nur so “Boah, hoffentlich stirbt mir die Katze jetzt in den nächsten drei Wochen nicht weg”. Ist auch zum Glück nicht passiert, sie ist jetzt erst vor kurzem gestorben, weil wir noch in Kontakt mit denen sind.

Conny: Oh nein!

Sebastian: Aber ich bin echt froh, dass sie noch sechs Monate durchgehalten hat, nachdem wir dort waren. Wir waren ja vor kurzem noch dort und haben sie auch noch einmal gesehen und jetzt ist sie erst vor kurzem gestorben. Aber das sind solche Sachen, worauf man sich dann einstellen muss. Ich kenne auch andere Housesitter, die mussten auf drei Hunde aufpassen und dann ist einer während des Housesittings gestorben.

Conny: Oh nein!!

Sebastian: Der wurde von irgendwelchen Leuten vergiftet.

Conny: Oh!

Sebastian: Ja, es gibt total verrückte Sachen und das ist schon echt krass.  

Conny: Ich hatte anfangs ein bisschen Angst, als ich noch nicht wusste, wie der Hund so drauf ist, dass der mir wegläuft. Was machste denn dann?

Sebastian: Ja.

Conny: Mir wurde gezeigt, der brauchte keine Leine, überhaupt nicht. Er hat wirklich auch sehr, sehr gut gehört. Der war sofort da, wenn man ihn gerufen hat und ist eh nie weit von einem weggelaufen. Der hat mich auch im Haus eigentlich schon fast verfolgt. Der musste auch immer den Kontakt zu mir haben, wo ich bin. Wenn ich jetzt zum Beispiel den Raum verlassen habe und ins Bad bin oder so, dann ist er mir meistens hinterhergelaufen, um zu sehen “Okay, sie ist noch da”. Das war irgendwie auch echt interessant. Das hatte ich mir auch nicht so vorgestellt, dass ein Hund dann doch so schnell eine Bindung aufbauen kann.

Sebastian: Das ist bei Hunden ganz besonders. Ich finde bei Katzen, die interessieren sich sowieso für nichts. Die sagen “Gib mir essen und gut ist”. Das war echt erstaunlich, als die Besitzer zurückkamen, da haben wir einfach nicht mehr existiert, aber die haben auch nicht wirklich existiert, die Besitzer, die sich schon 18 Jahre um diese Katze kümmern. Das ist bei Katzen was ganz besonderes. Bei Hunden ist allerdings diese Bindung viel, viel krasser.

Conny: Ja. Bei mir war es auch so, der hat mich total oft zum Lachen gebracht. Er war so ein halber Comedian. Das war echt sehr amüsant manchmal. Der hatte zum Beispiel auch, da er schon äter war, Hüftprobleme. Ich musste ihm zum Beispiel öfter auf die Couch helfen oder auch im Auto. Einmal, als ich mit ihm spazieren war, da geht es oft an den Stränden in Australien steil herunter und man muss Treppen runterlaufen – das war gleich ganz am Anfang, ich glaube beim ersten Ausflug – und da musste ich ihn danach fast schon tragen, was unglaublich schwer für mich war, die ganzen Treppen nach oben, weil der einfach keine Kraft hatte von sich aus so viele Treppen wieder nach oben zu kommen. Da habe ich auch kurz gedacht “hmmm, das hatten sie mir nicht gesagt”. Sie hatten mir zwar gezeigt, dass man ihm im Auto ein bisschen helfen muss, aber das hat sich dann im Nachhinein als extremer dargestellt. Das war jetzt kein wirkliches Problem.

Sebastian: Es kommt immer etwas anders. Für sie ist es ja Alltag und sie vergessen manchmal auch irgendwas zu erzählen und dann steht man vor so einer Herausforderung. Und dann möchte man auch nicht ständig die Besitzer anrufen und sagen “Hey Leute, wie ist euer Urlaub? Übrigens: Die Frage”. Wie war das bei dir? Waren die im Urlaub, oder was haben die gemacht, dass sie einen Housesitter brauchten?

Conny: Genau, das war ein britisches Pärchen, die nach Australien ausgewandert sind und ich glaube seit ungefähr sechs Jahren dort leben und die sind nach Hause nach England gefahren, auf eine Hochzeit, und haben deswegen jemanden für drei Wochen gebraucht, der auf Haus und Hund aufgepasst hat.

Sebastian: Ja, da ist Housesitting dann einfach ideal für solche Geschichten.

Conny: Genau, sie haben auch gemeint, sie möchten den Hund nicht in irgendein Pflegeeinrichtung bringen oder so. Sie möchten, dass er hier bleibt.

Sebastian: Ja, der Vorteil von Housesitting ist ja auch – und dazu kommen wir gleich auch noch mal – für Besitzer, die sparen sich unglaublich viel Geld, weil sie so einen Hund nicht in ein Tierheim bringen müssen für drei Wochen oder sonst wo. Das kostet ja.

Conny: Ja, das ist eine Win-Win-Situation finde ich. Das ist sowohl für die Eigentümer gut, weil sie die Kosten nicht haben und losfahren können und sich in Sicherheit wiegen können, dass daheim alles in Ordnung ist. Für den Sitter an sich ist es auch gut, weil er sich das Geld für die Unterkunft spart.

Sebastian: Ja, super. Dann lass uns langsam zum Schluss kommen: Welche Vor- und Nachteile siehst du beim Housesitten?

Conny: Vorteile sehe ich auf jeden Fall in dem Punkt, dass man sich die Kosten für die Unterkunft spart. Für mich zum Beispiel, wenn man eben länger unterwegs ist war das ideal. Ich habe einfach mal einen Ort gebraucht, um wieder wo länger zu bleiben, also, um wieder Ruhe zu bekommen, bis man danach wieder weiter reisen möchte.

Sebastian: Weil reisen auch ziemlich anstrengend sein kann.

Conny: Ja! Ja, definitiv.

Sebastian: Darüber reden sehr wenige, vielleicht sollte ich darüber mal einen Podcast machen, wie anstrengend reisen eigentlich ist.

Conny: Ja, ich bin jetzt seit zwei Monaten hier. Irgendwann, wenn du permanent unterwegs bist, dich permanent bewegst, irgendwann möchtest du einfach wieder irgendwo länger bleiben. Ich denke, das ist auch ziemlich normal. Für mich war es auch einfach schön, Tiere um mich zu haben mal wieder. Ich denke, das ist auch ein großer Vorteil, weil den hast du auf Reisen ja nicht. Wenn du zum Beispiel daheim auch ein Tier hast, ich denke, dass das Leute auf jeden Fall auch vermissen werden. Gerade wenn man länger unterwegs ist. Klar hat es sonst auch den Vorteil, dass man diese ganzen Dinge wieder nutzen kann wie Internet, Wäsche, usw. Wenn du dich dann doch immer wieder fortbewegst, dann ist das einfach stressig und da hast du erst mal alles wieder an einem Ort und das sehe ich auch als großen Vorteil. Große Nachteile sehe ich am Housesitten eigentlich überhaupt nicht. Außer, du bindest dich für eine gewisse Zeit. Du sagst auch einen gewissen Zeitraum zu und in dem Zeitraum musst du auch dort sein. Das heißt, wenn du eine Person bist, die absolut flexibel sein möchte und wirklich sagt “So, morgen möchte ich wieder dahin oder ich möchte diese Freiheit haben”, dann ist sowas nicht das Richtige.

Sebastian: Ja, das sehe ich ganz genau so. Bei uns war das auch so: Wir mussten jede Nacht in unserem Haus schlafen. Da gab es kein “Oh, es ist gerade nett hier. Komm, wir nehmen uns mal vielleicht ein kleines Airbnb oder ein Hotel oder wir schlafen bei Freunden, weil es gerade so nett ist oder wir zu viel getrunken haben”. Du musst zusehen, dass du wieder zurück nach Hause kommst, die Katzen fütterst oder einfach da bist.

Conny: Genau, das war bei mir auch so. Mir hat man gesagt “du kannst untertags weg. Du kannst Ausflüge machen, du kannst den Hund auch im Haus lassen”, das fand ich auch super “aber du musst am Abend wieder da sein, der muss sein Futter kriegen”. Und das bindet dich. Das muss einem schon klar sein. Okay, ich muss morgens/abends auf jeden Fall dort sein und die Nacht auch.

Sebastian: Ja, ich sehe sonst auch nicht sehr viele Nachteile. Eigentlich auch gar keine. Sehr schön. Ich hatte gerade eben schon gesagt, lass uns zum Schluss kommen, aber jetzt habe ich doch noch eine Frage: Für wen meinst du ist Housesitting ideal? Für dich als alleinreisende Frau, sagst du, das ist das Idealste oder ist es so “da muss man schon für gemacht sein als Frau”? Oder ist das eher was für Pärchen?

Conny: Ich finde, es ist für alle etwas. Egal ob Pärchen oder alleine, das muss jeder für sich entscheiden. Es ist hauptsächlich für diejenigen was, die länger an einem Ort bleiben möchten; die vielleicht auch länger unterwegs sind. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass jemand, der einen 9 to 5 Job daheim hat und seine – wenn überhaupt – 30 Tage Urlaub hat, dass der dann davon eine Woche abknappst und sagt “da gehe ich an einen Ort und passe auf ein Tier auf”. Das kann ich mir irgendwie nicht so gut vorstellen. Deswegen würde ich eher sagen, ist es was für Freelancer, Digitale Nomaden, die von woanders arbeiten können. Für die ist das super. Du hast Internet, du kannst an einem Ort bleiben, kannst eine Art Alltag leben.

Sebastian: Sehr cool, ja super! Dann danke ich dir, vielen Dank für deine Zeit, für deinen tollen Input, deine ganzen Antworten, vielen Informationen! Ich glaube, da haben viele etwas mitnehmen können und dann wünsche ich dir erst mal noch eine ganz tolle Zeit in Ubud und auf deinen Reisen!

Conny: Dankeschön und danke für die Einladung!

Sebastian: Planst du denn jetzt demnächst ein weiteres Housesitting irgendwo zu machen?

Conny: Ja, eventuell schon. Ich überlege mir das noch mal, weil hier in Asien sind ja nicht so viele Angebote, aber vielleicht ergibt sich das noch mal. Ich muss mal schauen, wo es mich jetzt hintreibt, da ich so flexibel bin. Aber wie gesagt, in Asien hatte ich geguckt, da ist nicht ganz so viel und bisher nichts, wo ich gesagt hätte auch für länger oder so, sondern nur ein paar Tage. Das war mir dann auch zu kurz.

Sebastian: Ja, aber die kurzen Gigs sind immer ganz gut, um Bewertungen aufzubauen, also eine Reputation bei trustedhousesitters.com.

Conny: Genau, ja. Das stimmt, ja.

Sebastian: Okay super, dann vielen, vielen Dank und bis bald!

Conny: Alles klar, bis bald!

Sebastian: Tschö!

Conny: Ciao!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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