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Podcast: Durch Brooklyn mit Ina Bohse

Ich war zwar schon einmal in New York, allerdings habe ich bei meinem Besuch einen Stadtteil völlig ignoriert: Brooklyn! Wie viele Reisende habe ich mich eher auf Manhattan und Queens konzentriert. Brooklyn hat aber einiges zu bieten: nette Cafés, stylische Geschäfte und coole Restaurants mit leckeren Burgern und Rooftop Bars, von denen du eine geniale Aussicht auf die Skyline von Manhattan genießen kannst. Eines ist sicher: Bei meinem nächsten New York Besuch werde ich auf jeden Fall auch Zeit in Brooklyn verbringen!

Ina hat zusammen mit einer Freundin einen Reiseführer nur über Brooklyn herausgebracht. Grund genug, um in dieser 30. Off The Path Podcast Folge mit ihr darüber zu sprechen, warum Brooklyn viel cooler als Manhattan ist, welche Cafés und Restaurants du nicht verpassen solltest und wo du am besten die Nächte verbringst.

Erfahre in dieser Episode über Brooklyn:

  • Was das Besondere an Brooklyn ist und warum du diesen Stadtteil unbedingt entdecken solltest
  • Aus welchen Stadtteilen Brooklyn besteht
  • Wo es den besten Burger, Cheesecake und Kaffee in Brooklyn gibt
  • Welche Rooftop Bars die beste Aussicht auf Manhattan bieten
  • Wieso Airbnb die beste Übernachtungsoption für Brooklyn ist
  • Welche coolen Hotels es alternativ gibt
  • Wie du vom Flughafen nach Brooklyn kommst
  • Wie es mit der Kriminalität in Brooklyn aussieht
  • Wo du in Williamsburg unbedingt vorbeischauen solltest
  • Wie viel Zeit du dir für Brooklyn nehmen solltest

Shownotes über Brooklyn:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich willkommen zu einer neuen Off The Path Podcast Folge. Heute habe ich meine Freundin Ina Bohse live aus Hamburg hier. Wir sprechen aber nicht über Hamburg, sondern über etwas viel Cooleres und zwar: Brooklyn in New York. Ina, wie geht’s dir?

Ina: Mir geht’s gut! Hallo Sebastian, danke, dass ich dabei sein darf und ja, Hamburg ist auch cool, aber Brooklyn ist tatsächlich noch ein bisschen cooler. Das muss ich echt sagen.

Sebastian: Noch ein bisschen cooler. Du hast einen Guide zu Brooklyn geschrieben. Das heißt, du bist meine Go-To-Ressource, was diesen Stadtteil angeht. Ich war vor langer, langer Zeit mal in New York und auch mal ganz kurz in Brooklyn, habe das aber irgendwie ein bisschen ignoriert. Da habe ich wahrscheinlich einen Fehler gemacht, ne?

Ina: Einen großen Fehler gemacht! Das machen die meisten. Also eigentlich alle, die nach New York kommen, laufen irgendwie einmal über die Brooklyn Bridge, wenn überhaupt. Wobei doch, das machen schon viele und laufen dann aber auch direkt wieder zurück, weil sie denken, da ist nichts. Vielleicht essen sie da noch ein Stück Pizza in einer bekannten Pizzeria. Grimaldi’s heißt die, die auch in jedem Reiseführer erwähnt wird. Aber eigentlich geht es immer recht schnell wieder zurück nach Manhattan und das ist ein großer Fehler, weil in Brooklyn gibt es ganz, ganz viel zu sehen. Es ist viel, viel toller als Manhattan, meiner Meinung nach.

Sebastian: Diese Folge haben wir jetzt diesem ganzen Stadtteil gewidmet. Scheiß auf Manhattan. Scheiß auf Queens. Nur Brooklyn. Was ist denn das Besondere an Brooklyn?

Ina: Queens und so sind auch tolle Stadtteile. Ich habe auch nichts gegen Manhattan, aber Brooklyn ist einfach toll: die Menschen und das Leben ist da einfach nicht so hektisch wie in Manhattan. Es ist viel ruhiger, aber es ist trotzdem immer noch Großstadt, es ist auch New York, aber es gibt viele kleine Bars, Restaurants, ganz viele nette, kleine Läden. In Manhattan ist alles immer super schnell und in Brooklyn kannst du einfach mal runterkommen. Da kannst du wirklich leben und wenn du jetzt als Tourist oder als Besucher da bist, dann lebst du da nicht wirklich, aber du kommst einfach so in das Leben der anderen herein. Das finde ich immer ganz spannend, bei Reisen generell, dass man nicht immer nur diese Mainstreamsachen macht, die ganzen Tourispots abhakt, sondern wirklich eintaucht ins Leben der anderen.

Sebastian: Ja, und das kann man in Brooklyn besonders gut. Was sollte man denn vor Ort so machen? Was gibt es da zu sehen, das auf jeden Fall vielleicht nicht in jedem Reiseführer drin steht. Grimaldi’s steht drin. Was steht denn in deinem Reiseführer drin?

Ina: In meinem oder bzw. unserem Reiseführer? Ich mache das zusammen mit einer Freundin, mit der ich auch damals zusammen in New York gearbeitet habe – Anne. Brooklyn ist so unterschiedlich. Du hast Stadtteile, wo du ganz viele Shops hast, also wirklich eine kleine Boutique nach der anderen, die nicht so teuer sind wie in Manhattan. Du hast, wie ich gerade schon gesagt habe, ganz viele kleine Restaurants und Cafés, wo du dich einfach hinsetzen und ein bisschen Leute gucken kannst. Du hast viele Parks, du hast tolle Architektur. Die ganzen Brownstones, die man auch aus Film und Fernsehen kennt. Also einfach durch die Straßen laufen. Es gibt auch noch unterschiedliche Stadtteile in Brooklyn. New York ist geteilt in fünf Boroughs und dann ist Brooklyn nochmal geteilt in ganz, ganz viele kleine Stadteile, wo wir uns auch “nur” elf rausgepickt haben im Guide.  

Sebastian: Elf von wie vielen?

Ina: Elf von… man kann es nicht so wirklich sagen, aber es sind so zwischen 25 und 30. Je nachdem, was du wie zusammen nimmst. Jeder zählt das irgendwie anders und wir haben uns elf rausgepickt. Natürlich ist auch Williamsburg zum Beispiel dabei, was auch in vielen Reiseführern steht, weil das einfach ein toller Stadtteil ist und wo Anne zum Beispiel auch ganz lange gelebt und super Tipps hat. Mein Stadtteil oder einer meiner liebsten Stadtteile ist Red Hook. Der ist ganz unbekannt. Wenn du von der Brooklyn Bridge runtergehst, musst du ganz lange in Richtung Süden laufen, um nach Red Hook zu kommen. Das ist ganz nah beim Wasser. Meine Lieblingsbar ist die “Sunny’s Bar”, das ist eine alte Fischerkneipe, wo es ganz oft Live Musik gibt. Das ist einfach ein ganz, ganz toller Stadtteil, wo man einfach herumschlendert und den für sich entdecken kann.

Sebastian: Okay, lass uns mal ein paar Stadtteile einzeln ansprechen. Wo kriege ich den besten Burger in Brooklyn? Das ist das Wichtigste für mich.

Ina: Ich hab’s gewusst. Ganz ehrlich? Man kann nicht sagen, wo es den besten Burger gibt. Ich kann dir sagen, wo es die beste Pizza gibt. Es gibt echt viele gute Burger. Ich finde es echt schwer zu sagen. Im Fort Defiance in Red Hook, das ist auch so ein kleines Restaurant, da gibt es gute Burger. Ich bin auch ein großer Burgeresser, aber ich könnte dir jetzt nicht sagen, welcher der beste ist.

Sebastian: Ist gut, ich habe auch jeden Abend Burger. Also, du kannst auch drei nennen.

Ina: Ja, was gibt es noch? Es gibt zum Beispiel auch unterschiedliche Rooftop Bars. Einmal das Northern Territory, das ist in Green Point. Das ist über Williamsburg. Da gibt es auch gute Burger. Das sind ja zwei, jetzt fällt mir kein dritter ein. Aber die zwei, da solltest du schon mal hingehen.

Sebastian: Okay, also wir haben Northern Territory.

Ina: Genau, Northern Territory, aber vielleicht noch der Burger bei Polie Gee’s, das ist auch in Greenpoint.

Sebastian: Jetzt kommen sie langsam, ne?

Ina: Genau. Doch, bei Paulie Gee’s der Burger ist schon richtig gut. Der ist vielleicht sogar noch besser als im Fort Defiance. Wenn ich mich auf einen festlegen müsste, dann ist es Paulie Gee’s. 

Sebastian: Okay, wissen wir Bescheid. Paulie Gee’s beim nächsten Brooklyn Besuch auf jeden Fall besuchen. New York ist bekannt für Cheesecakes.

Ina: Ja.

Sebastian: Wo kriege ich den besten Cheesecake in Brooklyn?

Ina: Du fragst mich jetzt Sachen! Es gibt super, super guten Cheesecake – wir bleiben jetzt die ganze Zeit in Greenpoint, aber da gibt es ein kleines Café, das heißt Ovenly. Und da gibt es super Cheesecakes. Das Café ist direkt bei einem Park, dem Transmitter Park, wo du eine ganz tolle Aussicht auf Manhattan hast, was auch ein Vorteil von Brooklyn ist: Du hast einfach die viel schönere Aussicht. Du siehst die Skyline von Manhattan, die ist unschlagbar. So eine schöne Skyline hat Brooklyn jetzt nicht, aber wenn du auf der Brooklyn Seite bist, hast du diese tolle Aussicht und setzt dich da mit deinem Cheesecake vom Ovenly hin und genießt die Aussicht.

Sebastian: Das stimmt.

Ina: Wenn ich das noch kurz sagen darf: Neben Cheesecake gibt es ganz, ganz hervorragenden – um jetzt nochmal auf die ganz andere Seite von Brooklyn zu gehen, nach Red Hook – bei Steve’s Key Lime Pie. Da gibt es den besten Key Lime Pie eben, wie man schon sagt, von den Florida Keys quasi. Und der ist auch super, super toll. Und da nebenan ist auch direkt ein Park. Da hast du dieses Mal einen Blick auf die Freiheitsstatue, also auch nur zu empfehlen.

Sebastian: Okay, sehr gut! Was sollte man auf jeden Fall noch probieren – für mich ist Essen beim Reisen sehr, sehr wichtig. Irgendwie geht das alles bei mir durch den Magen. Aber was ist denn in Brooklyn noch wichtig, was man probiert haben sollte, wo man essen gehen sollte, wo man Drinks haben sollte? Rooftop Bars hast du zum Beispiel eben angesprochen. In welchem Park sollte man sitzen, um Menschen besonders gut beobachten zu können? Wo ist die beste Aussicht über Manhattan? Viele Fragen.

Ina: Viele Fragen. Fangen wir mal von hinten an. Was ich gerade schon gesagt habe, nämlich Northern Territory ist in Greenpoint eine Rooftop Bar und die gleichen Betreiber führen das Berry Park in Williamsburg. Das sind zwei ganz tolle Rooftop Bars mit einer super Aussicht, wo du auch gute Drinks und gutes Essen bekommst, um nochmal auf das Essen zurückzukommen – ganz, ganz toll! Es gibt noch ein Restaurant, das heißt Alma. Das ist an der Grenze zu Carroll Gardens – das ist wieder ein neuer Stadtteil. Da gibt es auch super Essen und gute Drinks und du hast nochmal eine andere Aussicht. Aber, um eine gute Aussicht zu haben, musst du auch gar nicht unbedingt auf Rooftop Bars gehen. Es gibt den Brooklyn Bridge Park, der wurde relativ groß ausgebaut. Der ist quasi genau unter der Brooklyn Bridge und zieht sich dann an der Waterfront entlang. Da hast du auch eine ganz tolle Aussicht auf Manhattan. Das ist ein ganz toller Park. Du hast den Blick auf die Brooklyn Bridge, auf die Manhattan Bridge, kannst da liegen, Leute gucken, ganz, ganz toll. Mein persönlicher Lieblingspark ist ein ganz winzig kleiner, der direkt um die Ecke ist, wo ich damals gewohnt habe. Ich habe in Carroll Gardens – Copple Hill -gewohnt. Das sind zwei Stadtteile, die immer zusammen genannt werden. Und zwar der Copple Hill Park. Das ist ein kleiner, niedlicher Park, der wirklich winzig ist, aber da kannst du dich sehr gut hinsetzen und dir auch vom Café nebenan was mitnehmen und Leute gucken.

Sebastian: Das sind unheimlich viele Informationen.

Ina: Ja, ich könnte auch ewig weiterreden.

Sebastian: Ja, nur zu! Ich finde es auf jeden Fall klasse. Jetzt wissen wir auf jeden Fall Bescheid, wo wir hin müssen. Eine Sache ist für mich noch unglaublich wichtig. Ich bin ein absoluter Kaffeejunkie.

Ina: Ja.

Sebastian: Kriege ich einen Flat White in Brooklyn und wenn ja, wo kriege ich den besten oder wo kriege ich allgemein den besten Kaffee her?

Ina: Da kann ich dir auch gleich Antworten zu geben, was ich zumindest gehört habe, wo es guten Kaffee gibt. Ich trinke überhaupt keinen Kaffee, warum auch immer. Auch hier in Hamburg gibt es super Kaffee, aber ich mag ihn einfach nicht und trinke immer Tee. Und Tee gibt es fast überall guten. Richtig guten Kaffee gibt es unter anderem bei der Brooklyn Roasting Company. Das ist in Brooklyn Heights, auch nahe der Brooklyn Bridge. Man muss also gar nicht so tief nach Brooklyn rein. Da gibt es richtig guten Kaffee. Von dem, was ich so gehört habe, gibt es dort mit den besten Kaffee. Und Flat White: Keine Ahnung. Ich kenne das nur von euch, wenn ich mir mal ein Video von Line und dir angeguckt habe, dass ihr immer Flat Whites trinkt. Ansonsten sagt mir das nichts.

Sebastian: Wir sind auch Flat White Junkies. Okay, das hätten wir jetzt alles. Wir wissen jetzt also ungefähr, was wir uns alles anschauen sollen. Wo schlafe ich denn in Brooklyn am Besten?

Ina: Ich bin ganz großer Airbnb Fan. Das empfehlen wir auch im Buch und ich würde es jedem empfehlen, sich bei Airbnb einzumieten. Du lernst super Leute kennen. Entweder nimmst du dir ein Zimmer oder du nimmst dir eine komplette Wohnung, was relativ teuer ist. New York und auch Brooklyn ist relativ teuer, aber du findest trotzdem gute Angebote bei Airbnb, wenn du in die äußeren Stadtteile gehst und nicht in die ganz hippen. Williamsburg ist wahnsinnig teuer, Brooklyn Heights und Cobble Hill und Carroll Gardens sind auch recht teuer, aber zum Beispiel Bed-Stuy – also Bedfort-Stuyvesant heißt es eigentlich und abgekürzt Bed-Stuy – ist ein wenig die verruchte Gegend sagt man, aber die wird immer besser. Man muss auch keine Angst haben. Vielleicht musste man früher mal Angst haben, jetzt auf jeden Fall nicht mehr. Da kann man gut wohnen. Als ich das letzte Mal da war, habe ich da auch über Airbnb gewohnt und habe ganz tolle Leute kennengelernt. Ich war in unterschiedlichen Wohnungen, auch um ein paar unterschiedliche Ecken kennenzulernen. Wer nicht für Airbnb ist – das soll es ja auch noch geben, was ich nicht verstehe, aber wer das nicht so mag, der kann zum Beispiel ins NU Hotel. Das ist auch relativ nah bei der Brooklyn Bridge. Das gibt es auch in Carroll Gardens Cobble Hill, wo es ganz viele Cafés, Restaurants und Shops gibt – das hatte ich ja eben schon gesagt. Das ist eine super Location und von da aus kannst du überall hinfahren, weil die Verkehrsanbindung echt gut ist. Das ist ein nettes Hotel mit etwa 60 Zimmern und ist wirklich schön. Dann gibt es noch das Urban Cowboy B&B in Williamsburg, was ein bisschen außergewöhnlicher ist, aber relativ teuer. Da fängt die Nacht bei etwa 250 Dollar an.

Sebastian: Du, ich bin gerade auf der Seite. Das wollte ich nämlich gerade fragen. Ich kenne das Urban Cowboy, weil ich eine Cooperation mit dem Maderas Village in Nicaragua habe, wo ich schon ein paar Mal übernachtet habe und die Bilder von diesem Laden…

Ina: …Hammer!

Sebastian: Hammer! Also, dieser Instagram Account ist einfach so unglaublich empfehlenswert. Ich wollte dich nicht unterbrechen, schieß los: Urban Cowboy.

Ina: Ja, wir waren nur zwei Nächte da, weil es teuer ist. Also was heißt teuer? Für das, was du bekommst, ist es echt super. Die Zimmer sind toll und stylisch und du kannst draußen Barbecue machen, hast draußen noch einen kleinen Whirlpool. Es waren tolle Leute da, da sind bestimmt auch immer tolle Leute und einfach interessante Leute, mit denen man sich gerne unterhält. Leute, die viel gereist sind, die schon viel erlebt haben. Auch die Besitzer sind ganz toll und auch die Gegend ist super. Es ist nicht mittendrin in Williamsburg, ein kleines bisschen außerhalb. Trotzdem: Richtig gute Läden, die wir auch im Buch vorstellen. Auf jeden Fall hingehen! Wenn es einem nicht zu teuer ist, 250 Dollar dafür auszugeben, dann auf jeden Fall hin.

Sebastian: Ich werde auf jeden Fall irgendwann auch dort übernachten, weil ich folge diesem Instagram Account seit ungelogen zwei Jahren und wer da nicht Sehnsucht nach diesem Urban Cowboy bekommt, dann weiß ich auch nicht. Wie kommt man am besten nach Brooklyn vom Flughafen? JFK ist gleich nebenan habe ich gesehen auf Google Maps, also ist eigentlich nicht weit?

Ina: Genau, JFK ist gleich nebenan und viele Flüge kommen da an, aber auch von anderen Flughäfen kommst du wirklich gut nach Brooklyn. Am allerbesten aber wirklich vom JFK. Da kannst du die blaue Linie nehmen, den A Train und der bringt dich direkt ins Geschehen. Er hält an ganz vielen Stopps in Bed-Stuy, aber eben auch Bedford Green, was auch wieder ein neuer Stadtteil ist. Und von da aus kannst du auch noch andere Bahnen in unterschiedliche Richtungen nehmen, was aber ganz super easy ist. Ich glaube, man kommt nirgends besser hin, als nach Brooklyn vom JFK. Das ist die günstigste Variante. Man kann sich auch ins Taxi setzen, aber ich mag es immer ganz gerne, wenn man irgendwo ankommt und die lokalen Transportmittel nimmt und direkt auch wieder eintaucht ins Leben. Man sieht dann ein bisschen komisch aus, und der Großteil in der Bahn ist schwarz, was aber nicht schlimm ist. So ein paar Weiße mit Koffer sind auch immer drin, aber man ist wirklich einfach direkt im Geschehen.

Sebastian: Also direkt mit der Bahn. Uber ist ganz groß in den USA. Ich habe es gerade für mich entdeckt, als ich in Südafrika unterwegs war, weil das einfach die sichere Variante war, um von A nach B zu kommen. Das spielt wahrscheinlich auch eine große Rolle in Brooklyn?

Ina: Das spielt auch eine große Rolle, allerdings gibt es auch nach wie vor die ganzen normalen Cabs – die sind in Brooklyn grün, in Manhattan gelb…

Sebastian: … Ah okay, das wusste ich nicht.

Ina: Das war früher ganz oft so, dass von Manhattan aus die Taxen nicht nach Brooklyn gefahren sind. Wenn du gesagt hast, du willst nach Brooklyn, dann haben sie das nicht gemacht, weil es sich einfach nicht lohnt für die und deswegen wurden irgendwann diese grünen Taxen angeschafft und da weiß man, die fahren auf jeden Fall hin. Aber mittlerweile ist es auch so, dass eigentlich so gut wie 90% aller anderen Taxen auch nach Brooklyn fahren.

Sebastian: Die grünen Taxen fahren auch nach Manhattan, wenn man da rüber möchte?

Ina: Ja, die fahren überall hin.

Sebastian: Okay, sehr gut. Hat das damals damit zu tun gehabt, dass es sich nicht gelohnt hat, oder weil Brooklyn vielleicht zu kriminell war?

Ina: Wir haben für das Buch mit ganz vielen Brooklynites – so heißen die Leute, die in Brooklyn wohnen – gesprochen und die auch schon ganz lange da wohnen, die haben gesagt, dass es früher wirklich ein übles Pflaster war. Da sind die Taxen bestimmt deswegen nicht hingefahren. Als ich dort gearbeitet habe, das ist auch schon eine Weile her, ich bin nämlich 2011 wieder zurück nach Deutschland, da war es so, dass es sich für sie nicht gelohnt hat und dass die wenigsten aus Brooklyn wieder zurück nach Manhattan wollten und sie dann eben eine Leerfahrt hatten. Das war so der Hauptgrund.

Sebastian: Aber die Kriminalität ist noch präsent oder würdest du sagen nicht der Rede Wert? Gibt es da vielleicht noch den ein oder anderen Stadtteil in Brooklyn selbst, den man nachts vielleicht meiden sollte?

Ina: Ich würde nicht sagen, dass man irgendeinen Stadtteil meiden sollte. Es ist immer gut, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Damit bin ich immer gut gefahren. Wenn mir eine Ecke nicht so ganz geheuer vorkam, dann bin ich gleich wieder zurückgelaufen und habe eine andere Straße genommen oder dann doch ein Taxi. Aber ich habe mich in Brooklyn nie unwohl gefühlt. Als ich dann nach Hamburg zurückkam und das erste Mal in Hamburg mit der U-Bahn nachts gefahren bin, hatte ich mehr Angst als in Brooklyn. Also nicht Angst, Angst habe ich jetzt auch nicht. Aber ich habe mich unwohler gefühlt als in Brooklyn. Und natürlich, wenn du die Nachrichten liest oder ich habe irgendwie 1.000 Newsletter von allen möglichen Stadtteilen in Brooklyn abonniert, da hörst du auch immer wieder, dass eine Schießerei irgendwo war, aber das ist auch wie hier oder wie in ganz vielen Städten. Es gibt Ecken, die sind nicht so geil. Die stellen wir auch dementsprechend nicht vor, wie die ganz im Süden von Brooklyn. Klar herrscht da noch ein bisschen Gewalt. Also, ich will Bushwick jetzt nicht schlecht machen und ich mag Bushwick auch sehr, das ist auch ein Stadtteil von Manhattan, wo es ganz viel Streetart gibt, auch sehr zu empfehlen und auch sehr zum Wohnen zu empfehlen, weil es relativ günstig ist. Aber da saß ich irgendwann auch an so einer Salatbar und da hat mir einer erzählt “Gestern Abend, hier im Park gegenüber, wurden drei erschossen! Hast du das mitgekriegt?” Und dann denkst du auch “Oh!” und schluckst kurz, aber dann denkst du auch “Ja, aber die erschießen jetzt keine Touristen”. Das sind halt Leute untereinander, die irgendeinen Krach miteinander haben und sich dann eben erschießen. Also generell ist es nicht zu empfehlen nachts in den Park zu gehen. Aber das ist auch irgendwie klar.

Sebastian: Das solltest du aber auch in Berlin nicht unbedingt machen.

Ina: Genau. Brooklyn ist nicht gefährlicher als Berlin, Hamburg oder was auch immer.

Sebastian: Okay, sehr gut. Dann lass uns langsam zum Ende kommen und diese Folge abrunden. Wieviele Tage, meinst du, braucht man für New York bzw. für Brooklyn?

Ina: So viele es geht. Man muss sich immer entscheiden. Klar, wenn du das erste Mal nach New York fährst, dann steht Manhattan oft an erster Stelle, was ich auch verstehen kann. Naja, im Nachhinein kann ich es nicht mehr verstehen, aber als ich Brooklyn noch nicht kannte, habe ich es absolut verstanden. Man reißt die Sehenswürdigkeiten ab und macht Brooklyn nur ein oder zwei Tage. Das ist immer schade, aber ein oder zwei Tage sind besser als gar nicht rüberzufahren. Wenn du eine oder zwei Wochen Zeit hast für Brooklyn, dann ist das schon super.

Sebastian: Doch so lange?

Ina: Ja, dir wird auf jeden Fall nicht langweilig. Du kannst ganz, ganz tolle Sachen machen. Gerade im Sommer gibt es super viele Events, auch Sachen umsonst, wie Filme oder Konzerte. Klar, du kannst auch drei Wochen bleiben, aber eine Woche Brooklyn passt schon. Das kannst du schon gut machen. Oder auch zwei. Oder drei. Also echt, solange du willst.

Sebastian: Und euer Buch gibt es jetzt seit März. Das habt ihr erfolgreich über Kickstarter damals finanziert und wo kriegt man das? Bei euch auf der Webseite? Im Buchhandel? Wenn ich sage, ich möchte jetzt unbedingt nach Brooklyn, dann ist das natürlich das Buch, was sich nur um Brooklyn dreht. Wo können die Leute das kaufen?

Ina: Das einzige deutschsprachige auf jeden Fall. Sonst gibt es da nix. Deswegen haben wir das auch gemacht. Man kann es bei uns auf der Website kaufen. Man kann es bei Amazon kaufen und in ausgewählten kleineren Buchhandlungen. Wir haben es im Selbstverlag gemacht. Es steht also kein großer Verlag drum herum, weil uns das Design auch wichtig war und wir da keinen gefunden haben, der das so machen wollte, wie wir das wollten. Deswegen gibt es das in den kleineren Buchläden. Aber wenn man im großen Buchhandel nachfragt, gibt es das auch. Die können das auch bestellen.

Sebastian: Okay, sehr, sehr cool. Ich werde es mir auf jeden Fall holen. Wir fliegen demnächst in die USA. Mal schauen, ob ich es auch nach New York schaffe. Dann ist ein Besuch in Brooklyn und beim Urban Cowboy auf jeden Fall mit drin. Vielen Dank, dass du Zeit gehabt hast, Ina!

Ina: Ja, sehr gerne.

Sebastian: Dann wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag in Hamburg.

Ina: Ich dir auch, prima. Bis denn!

Sebastian: Bis bald!

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Bewertungen auf iTunes sind super hilfreich für das Ranking der Show und sind für uns die beste Bezahlung für die ganze Arbeit, die in die Show investiert wird. 🙂

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7 Kommentare zu „Podcast: Durch Brooklyn mit Ina Bohse

  1. Paula on

    Eine einzige Reise reicht auch gar nicht aus um New York zu erkunden. Die Stadt bietet so einiges. Ihr Artikel ist wirklich spannend. Vielen Dank dafür.
    Gruß,
    Paula

    Antworten
  2. Ingo on

    Warum höre ich hier die Folge zu Thüringen, wenn es doch um Brooklyn gehen soll? Könnt ihr das bitte fixen? Über iTunes dasselbe Problem, also wohl ein falsche Upload.

    Danke!

    Antworten