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Podcast: 1,5 Jahre Weltreise ohne Plan und mit One Way Ticket nach Bangkok!

Ich liebe ja auch spontane Reisen – aber so verrückt wie mein heutiger Podcast Gast Tom sind nicht viele. Er ist einfach mit einem Oneway-Ticket nach Bangkok gereist und 1,5 Jahre später von seiner Reise zurückgekommen. Zunächst ging es für ihn nach Thailand von dort ist er dann weiter nach Malaysia, Australien und später nach Südamerika.

Dabei hat er sich einfach treiben lassen und spannende Menschen kennengelernt. Zwischendurch hat er seine Reisekasse durch Work & Travel in Neuseeland aufgestockt. Ich habe echt Respekt vor dem Mut einfach so loszuziehen und viel Spaß an dieser Podcast Folge. Wir haben auch über das Wiederankommen in Deutschland gesprochen und was wir beide daran momentan so schätzen.

Erfahre in dieser Episode über Oneway-Ticket nach Bangkok:

  • Warum eine Reise nicht unbedingt durchgeplant werden muss
  • In welchem Nationalpark in Asien du Leoparden sehen kannst
  • Wie du einen Work & Travel Job in Neuseeland findest
  • Was das schöne am Rückkehren vom Reisen ist

Shownotes über Oneway-Ticket nach Bangkok:

Die komplette Folge zum Nachlesen:

Sebastian: Herzlich willkommen zu einer neuen Off The Path Podcast Folge. Heute haben wir wieder ein richtig spannendes Thema und zwar habe ich Tom als Gast. Und Tom hat mir nach meinem Aufruf vor ein paar Wochen eine Mail geschrieben und die fing so an:

“Ich bin im März 2015 mit einem Oneway-Ticket nach Bangkok. Das war alles an Planung was ich hatte, neben einem Hostel für die ersten Nächte. Eineinhalb Jahr später war ich wieder in Berlin”.

Sebastian: Tom, herzlich willkommen! Schön, dass du da bist!

Tom: Dankeschön! Schön, dass ich mit dir darüber reden darf.

Sebastian: Ich fand diesen ersten Satz in deiner E-Mail so unglaublich cool, dass ich gesagt habe “Boah, der Junge, der muss unbedingt hier in den Podcast. Darüber muss er unbedingt etwas erzählen!” Erstens: Wie bist du auf die Idee gekommen, einfach nur mit einem Oneway-Ticket nach Bangkok zu reisen? Also, warum hast du dir die Arbeit nicht gemacht, deine Reise zu planen? Also, du weißt was ich meine: Warum bist du einfach nur so drauf los gereist und hast nicht deine Reise geplant, so wie jeder andere euphorisch ist über das, was er alles sehen möchte?

Tom: Weil ich das genauso mal haben wollte. Die Freiheit. Und ich mich selbst ganz gut kenne und weiß, dass wenn ich dann in der Situation bin, die ich ja vorher gar nicht kannte – ich war noch nie in Bangkok oder in Thailand -, dass ich dann erst sehe, wie es ist, wie es riecht und alles und ich dann erst wissen kann, was ich machen möchte; wo ich hin will; wo es mich hinzieht.

Klar habe ich mir schon Gedanken gemacht, was ich machen könnte, aber nichts konkretes. Ich wollte so frei sein, wie es nur geht und ich wollte diese Freiheit mindestens einmal in meinem Leben komplett spüren können. Und ich dachte mir dann auch – so, wie es dann auch war -, dass man Leute kennenlernt oder Geschichte hört. Dann wollte ich einfach nicht schon diesen festen Plan haben, sondern sagen können “Ja, darauf habe ich auch Bock. Ich komme jetzt mit euch mit” oder “Nee, hier gefällt es mir eigentlich nicht. Ich gehe jetzt woanders hin”.

Ich hatte auch eigentlich gedacht, ich gehe dann Richtung Kambodscha, Laos, Vietnam und den ganzen Circle, den die meisten dort machen. Ich habe aber nach ein paar Tagen schon gemerkt, das ist eigentlich nicht das, wo es mich gerade hinzieht und bin dann relativ schnell Richtung Süden nach Malaysia. Und damit bin ich ganz gut gefahren. Ich habe dann die ersten Monaten, in denen ich in Asien unterwegs war, das weiterhin so gemacht, dass ich gar nicht so viel plane. Ich wusste dann meistens: Als nächstes gehe ich in dieses Land und habe dann versucht, unterwegs Leute zu finden, die da schon mal gewesen sind, habe die nach Tipps gefragt oder was die schon erlebt haben und auch Einheimische getroffen, die da selbst in Asien gereist sind und habe die gefragt, was ich unbedingt tun muss. Wo muss ich hin? So ging das dann immer weiter. Das war eine gute Idee, denke ich.

Sebastian: Ja, also richtig, richtig cool! Und das ist auch genau das, was ich den Leuten auch immer versuche mitzugeben, dass so eine Reise einfach nicht geplant werden muss. Besonders, wenn man alleine unterwegs ist, ergibt sich so unglaublich viel. Du bist erstens nie alleine. Du bist nur alleine, wenn du es wirklich sein möchtest, weil sobald du dich irgendwie in ein Hostel in den Empfangsraum oder an die Bar setzt, dann eröffnet sich quasi die Welt vor einem. Unglaublich viele Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt kommen dann auf einen zu und jeder hat eine andere, eine bessere Idee und dann musst du am Ende nur auswählen: Hm, in welche Richtung möchte ich denn gehen? Was interessiert mich denn?

Und das finde ich, ist so genial. Also, Hut ab, dass du den Mut gehabt hast, das auch so zu machen und auf dich zukommen zu lassen!

Tom: Danke!

Sebastian: Was waren denn deine Highlights? Ich meine, du bist ja neben Südostasien, was du jetzt gerade ein bisschen beschrieben hast, immer hin- und hergesprungen, ne? Wenn ich das so richtig interpretiert habe aus deiner E-Mail. Du warst in Thailand, Malaysia, Burma, Singapur, hast du geschrieben. Dann bist du nach Myanmar, Sri Lanka, und dann nach Hongkong und die Philippinen. Also das ist so ein Hin und Her.

Tom: Ja, das ging wirklich sehr schnell und querbeet hin und her, also auf der Landkarte. Das hat sich ergeben. Soll ich mal erzählen, wie das so kam oder erst mal die Highlights?

Sebastian: Ja, sehr gerne. Erzähl doch mal, wie es kam, dass du so hin- und hergereist bist.

Tom: Okay, Malaysia kam dann wie gesagt, weil ich das Gefühl hatte, ich muss eher Richtung Süden nach Malaysia und nicht nach oben nach Kambodscha und haste-nicht-gesehen, weil es geografisch einfach am Nächsten war. Und ich dachte Malaysia klingt auch ganz cool und das war es dann auch. Es gibt ja eine westliche und eine östliche Seite in Malaysia. Ich war dann auch auf der Borneo-Seite. Es klang alles so aufregend und so neu, dass ich das mitnehmen wollte.

Myanmar kam danach, weil ich mir sowieso schon das Visum besorgt hatte. Das hatte ich schon im Hinterkopf und wollte das einfach machen. Das war so ein Ding, da habe ich schon vorher immer gehört, dass das ganz anders ist. Das ist noch nicht so lange offen für Touristen. Wenn man also eine neue Welt sehen möchte, dann geht man nach Myanmar und das habe ich dann auch gemacht.

Dann kam Sri Lanka. Das war schon so ein Kindheitstraum von mir, ohne so richtig zu wissen warum. Aber ich habe schon als Kind immer Atlanten und Landkarten angeschaut  und Sri Lanka hat mich immer fasziniert. Also, war das schon immer auf meiner Agenda, ohne dass ich mich groß damit beschäftigt hätte. Dann habe ich mich voll auf Colombo gefreut, was dann leider eine große Enttäuschung war, aber das Land an sich ist absolut toll. Das kann ich jedem empfehlen, auch für den kleinen Geldbeutel. Man muss ja erstmal hinkommen. Fliegen von hier ist wahrscheinlich nicht so billig, aber wenn man erstmal da ist, kann man sehr viel erleben. Vor allem kann man sehr viel Natur sehen. Für mich waren die größten Highlights eigentlich immer die Tiere in der Wildnis zu sehen.

Sebastian: Warst du dann da auch im Yala Nationalpark?

Tom: Genau. Ja, da habe ich einen Leoparden gesehen. Ich habe Elefanten gesehen, nicht nur im Nationalpark, sondern auch so. Einfach mal neben der Straße. Natürlich auch alle möglichen Affen und Echsen, Riesenechsen – also, über einen Meter lang. Das war echt der Wahnsinn! Vögel… Sri Lanka war echt toll!

Dann war ich auf den Philippinen. Ich bin dann ja über Hongkong, das war so ein Stopover. Den habe ich sowieso öfter gemacht. Wenn ich mir Flüge rausgesucht habe, dass ich, wenn ich umsteigen muss, dass ich dort lange bin, einen Tag oder so. Das ist für Hongkong fast schon perfekt. Dann kann ich einmal rum und dann sehe ich alles und dann ist auch wieder gut. Da wäre ich wahrscheinlich sonst nie gelandet. Wobei ich da gesagt habe, da würde ich vielleicht noch mal hinkommen. Da gibt es so viel Natur drumherum und so viele Hikes, das hätte ich gar nicht gedacht.

Sebastian: Ja, Hongkong wird total unterschätzt. Es ist Kong-Crete Jungle, aber drumherum ist ganz viel Jungle.

Tom: Ja. Und ich hatte auf Borneo schon ein englisches Paar kennengelernt. Die lebten in Hongkong und die konnten mich dann herumführen. Ich habe dann gesagt “Hey, ich komme da vorbei” und die haben mich dann in der Stadt herumgeführt. Das war ziemlich cool.

Auf den Philippinen hatte ich viele Leute getroffen, während der Reise, die mir das empfohlen und gesagt haben “Da kannst du viel Natur sehen. Da kannst du viel unternehmen” und das war dann auch so. Ich bin erstmal in den Norden der Philippinen. Also, erst war ich in Manila und fand es schrecklich und habe zugesehen, dass ich da schnell wieder rauskomme. Ich habe mich da total unwohl gefühlt.

Sebastian: Ja, das habe ich auch schon oft gehört.

Tom: Ich bin dann mit dem Bus in den Norden gefahren und war so überrascht von den Bergen. Dort Wandern… das war eine der besten Wanderrouten, die ich je erlebt habe und das in den Philippinen. Wenn ich an Philippinen denke, dann habe ich an Strände und Inseln gedacht, aber nicht an Berge.

Sebastian: Ja.

Tom: Dann bin ich östlich zu einem Vulkan – Pucón hieß der – und da konnte ich mit Walhaien schwimmen. Das war auch definitiv eins meiner Highlights. Das war total genial! Das sind also die größten Fische der Welt und wir waren an denen sehr nah dran.

Dann bin ich noch in den Süden nach Palawan und habe da natürlich auch die Strände gesehen. Wenn ich schon mal in den Philippinen bin, dann will ich auch schöne Strände sehen.

Von da aus bin ich dann weiter nach Australien. Die Highlights für mich in Asien, um das vielleicht noch kurz abzuschließen, waren auf jeden Fall die Walhaie in den Philippinen und die Tierwelt und Natur in Sri Lanka.

Sebastian: Ja, cool! Wie hast du auf dieser Reise dein nächstes Reiseziel bestimmt? Wie kam es denn zum Beispiel, dass du von den Philippinen dann nach Australien gegangen bist? War das, weil es einen günstigen Flug dorthin gab oder weil du Menschen getroffen hast, die dir davon erzählt haben oder hattest du das vielleicht doch ein bisschen geplant oder wie war das?

Tom: Ich habe nach etwa ein, zwei Monaten gedacht, ich muss ja an irgendeinem Punkt wieder Geld verdienen und da dachte ich: Australien oder Neuseeland – ich bin ja im Endeffekt in Neuseeland gelandet und war da dann sieben Monate. Australien war dann nur auf dem Weg und einer meiner besten Freunde war zu der Zeit in Brisbane und hat ein Auslandssemester gemacht. Also dachte ich “Na, dann treffen wir uns doch da”.

Der Flug von den Philippinen nach Sydney war auch wirklich gar nicht so teuer und da dachte ich “Na klar, das mache ich doch”. Und dann war ich erstmal ein paar Tage in Sydney und bin dann hoch gereist nach Brisbane und habe dann da meinen Kumpel getroffen. Der hatte noch eine Woche Zeit gehabt, bevor er wieder nach Deutschland geflogen ist. Wir haben uns dann ein Auto gemietet und sind einfach ins Outback gefahren zu einem Nationalpark. Das war der absolute Wahnsinn! Ich habe gar nicht so viel von Australien erwartet, was wahrscheinlich auch sehr gut ist so – wenig Erwartung zu haben. Ich war total geflasht und fand es einfach genial.

Ich war etwa drei Wochen in Australien und bin dann nach Neuseeland geflogen, um dort zu arbeiten und wieder Geld zu verdienen, damit die Reise auch weitergehen kann. Ich habe dann in den ersten vier Monaten, die ich in Asien war, eigentlich fast alles auf den Kopf gehauen, was ich vorher gespart habe. Ich habe mir alles gegönnt und bin hin- und hergeflogen wie ich wollte, einfach um das machen zu können, was ich machen wollte.

Sebastian: Sehr geil! So muss es ja auch sein. Ich meine, wenn man ohne Plan herumreist… Ich finde, du hast eigentlich alles richtig gemacht! Dann warst du in Neuseeland und hast dann wahrscheinlich ein Work & Travel Visum beantragt und dort dann auch gearbeitet?

Tom: Genau. Ich weiß noch, wie ich in Myanmar saß und da habe ich am Rechner gesessen und das Work & Travel Visa beantragt. Es hat dann ein bisschen gedauert. Ich kam in der Off-Season an – also, Farmjobs gab’s dann sehr wenige. Das hat leider fast zwei Monate gedauert, bis ich dann einen richtig geilen Job gefunden habe. Die ersten zwei Monate war ich nur auf der Nordinsel und da habe ich Jobs gehabt, aber die waren dann immer im Durchschnitt zwei Tage lang und Knochenjobs. Das war wirklich sehr hart; harte Arbeit. Das muss man wissen, ob man das möchte.

Dann hatten wir spontan entscheiden – wir waren ein paar Leute im Hostel, ich habe die meiste Zeit in einem Hostel gelebt, was eine ziemlich coole Zeit war auch, weil die gleichen Leute da immer gelebt haben. Das war quasi wie eine große WG. Alle gehen arbeiten und dann kommen sie nach Hause und dann gab es auch viel Party, aber irgendwann war mal gut und ich dachte, ich brauche jetzt echt einen Job, weil ich konnte nichts ansparen. Es war immer plus-/minus Null mit den großen Gelegenheitsjobs. Sowieso hat jeder gesagt, dass die Südinsel viel toller ist und dann gab es ein paar, die sich aufmachen wollten auf die Südinsel und ich habe mich da angeschlossen.

Dann sind wir innerhalb von ein, zwei Tagen erstmal herumgefahren, haben uns ein paar Gletscher angeguckt und was man sich da halt anschaut und die, die da sowieso runterfahren wollten, die hatten dann auch schon einen Job und ich war da noch mit zwei weiteren – Deutschen auch – und wir hatten nichts. Wir wollten dann eigentlich nach Christchurch trampen, weil wir gehört haben, dass es da noch viel Arbeit gibt, nach dem Erdbeben 2011.

Dann sind wir getrampt und auf dem Weg dahin beim Trampen hat uns eine Frau mitgenommen, die in einem Hotel arbeitet und meinte “In dem Hotel gibt es bestimmt auch Jobs, kommt doch einfach mit. Und wenn nicht, dann seid ihr in einem geilen Nationalpark am Mount Cook, wo ihr vielleicht sowieso mal hin solltet, weil es eins der Highlights in Neuseeland ist”. Dann dachten wir “Na klar, da kommen wir mit!” Im Endeffekt bin ich da dann fast ein halbes Jahr geblieben und habe da in dem Hotel gearbeitet.

Sebastian: Mega geil, ne? Was das Leben so für Geschichten schreibt, wenn man es zulässt.

Tom: Ja, und wenn man nicht diese Planung hat und schon fix sagt “Nee, ich muss jetzt nach Christchurch, weil ich habe die Planung und mein Job geht los”, sondern man hat diese Freiheit, zu sagen “Okay, ich komme mit”. Und in Christchurch bin ich natürlich auch so mal gelandet und …

Sebastian: …du warst dann ganz froh, dass du da nicht sechs Monate gelebt hast.

Tom: Ja! Und ich hätte auch niemals so viel Geld gespart in so kurzer Zeit. Ich war wirklich mitten im Nirgendwo. Warst du mal in Neuseeland?

Sebastian: Ja, ja. Das ist ein traumhaftes Land. Ich würde sofort hin ziehen, wenn es nicht so weit weg wäre.

Tom: Ja, dann erinnerst du dich vielleicht auch an Mount Cook. Das ist ja wirklich schon sehr abgelegen.

Sebastian: Sehr abgelegen, aber ein traumhafte Gegend.

Tom: Ja, und da habe ich halt fast ein halbes Jahr gelebt. Das war einerseits noch mal ein starker Kontrast zu Berlin und meinem Leben bisher.

Sebastian: Klar! Das kann ich mir vorstellen.

Tom: In the middle of nowhere. Da leben 200 Menschen, die da auch alle arbeiten. Ansonsten darfst du da auch gar nicht leben. Und es gibt einen krassen Alltag und du siehst immer die gleichen Menschen. Es war ziemlich extrem, aber eine absolut tolle Erfahrung.

Dadurch dass ich dort gelebt habe und nicht in der Stadt, habe ich sehr geringe Ausgaben gehabt. Ich konnte in dem Hotel essen und wohnen und das war perfekt. Es war sauviel Arbeit. Am Anfang habe ich 50, 60 Stunden die Woche gearbeitet.

Sebastian: Wow!

Tom: Ja. Eigentlich war der Mindestlohn, den man da auch bekommen hat, der ist ja gar nicht so hoch, das waren 14 Dollar oder fast 15 Dollar jetzt, was um die 10 Euro ist und dann zahlt man noch Steuern. Also, bei den Preisen dort ist das eigentlich ein Witz, aber wenn man viel arbeitet und keine Ausgaben hat, dann geht das.

Sebastian: Ja, aber du hast es geschafft in der Zeit genug anzusparen, um dann irgendwann weiter nach Südamerika zu reisen. Du warst also ungefähr ein Jahr unterwegs und bist dann nochmal ein halbes Jahr durch Chile, Brasilien und Kolumbien gereist, ne?

Tom: Ja, richtig.

Sebastian: Wie kam das? War das auch einfach so “Okay, mein Visum läuft aus. Ich muss weiter. Ich gehe jetzt nach Südamerika” oder hast du jemanden kennengelernt und bist mit denen mit oder wie war das?

Tom: Ich bin da auch alleine hin, mein Visum ging auch noch fünf Monate, aber ich hatte das Gefühl, ich will weiter. Ich habe jetzt genug Geld und dieser kleine Ort am Mount Cook – es war super, aber auch extrem für mich, diese Isoliertheit.

Sebastian: Ja, wenn man aus Berlin kommt, wo immer irgendwie, irgendwas los ist, dann ist das verständlich, dass man dann irgendwann vielleicht doch ein bisschen rastlos wird.

Tom: Genau, ja. Ich habe aber auch in Asien schon viele Chilenen kennengelernt und dann in Neuseeland sowieso. Meine besten Freunde da, auch in Mount Cook in dem Dorf, waren eigentlich Chilenen. Das war irgendwie das Logische nach Südamerika zu gehen. Die Chilenen waren mir alle so sympathisch und dann dachte ich, dann ist das das Nächste und es war auch absolut die richtige Entscheidung. Es war total genial in Chile.

Es lag jetzt nicht am Visa oder so, sondern an den Leuten die ich kennengelernt habe, mal wieder, die mich beeindruckt haben und ich wollte einfach sehen, wo die herkommen. Auch wenn der Flug ziemlich teuer war von Neuseeland nach Südamerika.

Sebastian: Ja, die Flüge sind glaube ich die Teuersten der Welt. Das ist echt krass, weil wenige Airlines diese Strecken anbieten. Wie war das dann vor Ort in Südamerika? Wie bist du dann dort weiter? Auch wieder wie vorher, ohne Plan und “mal schauen, das wird sich schon ergeben”?

Tom: Ja, schon. Ich wusste, ich werde irgendwann noch nach Brasilien gehen, weil auch ein anderer sehr guter Freund von mir ist sehr oft in Sao Paulo aus privaten Gründen ist und da haben wir vorher schon abgesprochen: Wenn ich schon in Südamerika bin, dann müssen wir uns da mal treffen. Aber wir haben vorher nicht groß abgemacht, wann oder wie.

Ich habe vorher auch fast nichts geplant. Ich bin angekommen und dachte, ich sehe dann was passiert und das war dann auch so. Dann bin ich erstmal ein kleines Weilchen – ich glaube fünf Wochen – in Santiago geblieben. Das ging dann immer Stück für Stück “Ach, ich bleibe doch noch eine Woche”, weil es mir einfach so gut gefallen hat und ich glaube das lag auch daran, weil ich in Neuseeland so isoliert war und dann wieder in der Stadt. Man hat alles, man kann Leute kennenlernen. Santiago hat mich sowieso auch viel an Berlin erinnert, architektonisch gesehen und es war total angenehm.

Ich habe dann ein super Hostel gefunden, tolle Leute kennengelernt, die teilweise auch die gleiche Zeit da waren und dann bin ich da erstmal geblieben. Sowieso habe ich in Südamerika vieles anders gemacht als in Asien, ganz am Anfang meiner Reise, wo ich ja wirklich alle paar Tage weiter, weiter, weiter, weiter bin.

In Südamerika hatte ich einerseits gar nicht die Kraft dazu und andererseits wollte ich das auch nicht, weil mir war es wichtiger Leute und Orte kennenzulernen und da ein bisschen länger zu bleiben, als viel zu sehen.

Sebastian: Das ist aber auch so ein Phänomen des Reisenden an sich, der wenn er vielleicht am Anfang noch nicht so viel unterwegs war: Schnell, schnell, schnell – so viel wie möglich sehen und so viel, weil man ist vielleicht nur einmal im Leben dort und nach einer Weile merkt er dann: Hey, reisen ist ganz schön anstrengend und kostet voll viel Energie und die habe ich gar nicht mehr. Lieber mal langsam und mehr von dem eigentlichen Ort aufnehmen, als immer nur viel sehen. Weil dieses Aufnehmen und was sehen sind ja zweierlei paar Schuhe. Nur weil du etwas gesehen hast, heißt es noch lange nicht, dass du wirklich dort gewesen bist und das erlebt hast.

Tom: Genau.

Sebastian: Das was du gerade so erzählst, ist ein ganz krasses Phänomen, was ich seit Jahren beobachte und viele, die immer am Schluss ihrer Reise sagen “Boah, ich bin froh, wenn ich wieder zuhause bin. Ich bin froh, wenn ich einen geregelten Alltag sein. Dieses ganze Reisen ist so anstrengend und ich möchte auch nur noch an einem Ort bleiben”. Und wenn du sagst, du warst fünf Wochen in Santiago und hast immer wieder verlängert, dann passt das wieder in dieses Bild rein, des Reisenden, der sagt “Ich habe die Energie nicht, ständig den Ort zu wechseln; ständig zu waschen; ständig den Rucksack zu packen; ständig diese neuen Eindrücke zu sammeln, wo am Ende des Tages alles schon alles sehr anstrengend ist”.

Tom: Ja und vor allem Leute kennenlernen und nach ein, zwei Tagen wieder verabschieden – immer wieder Tschüss sagen und neu anfangen, bei null anfangen. Erstmal die gleichen Gespräche: Wo kommst du her? Was hast du schon gesehen? Wie ist deine Route? Wo geht’s als Nächstes hin? Was hast du in Deutschland gemacht? Ähhh. Das nervt irgendwann auch so krass, wenn man dieses Gespräch schon 1.000 Mal hatte.

Da fand ich es einfach angenehm, schon Leute zu haben. Nach ein paar Wochen, wenn du an einem Ort bist, dann hast du schon einen kleinen sozialen Kreis, auf den du dich berufen kannst und musst nicht immer wieder bei null anfangen. Stattdessen geht es tiefer und es sind jetzt Freunde. Da weiß ich, ich kann da immer wieder hin und kenne die auch viel besser, als wenn ich alle paar Tage neue Menschen kennenlerne.

Sebastian: Ja, würdest du sagen, dass diese Reise dich verändert hat? Und hat jedes Land und jede neue Begegnung und Erfahrung dich in irgendeiner Weise beeinflusst?

Tom: Klar, ich habe mich ja davon beeinflussen lassen, ganz gezielt. Ich habe extra Leute gefragt: Wo soll ich hin? Wo wart ihr, was könnte ihr empfehlen? Und habe darauf meine Reise basiert. Es hat also schon viel beeinflusst, welche Leute ich getroffen oder was ich erlebt habe.

Verändert – ein paar Gewohnheiten sind jetzt anders geworden, aber auch mit Rücksprache mit meinen Freunden hier in Berlin oder meiner Familie glaube ich nicht, dass ich mich sehr verändert habe. Aber ich war vorher auch schon ziemlich gefestigt in meiner Person. Das ist aber witzig, dass du das fragst, weil es gibt auch Freunde, die meinten, sie hatten Angst, dass ich mich groß verändere, weil sie Menschen kennen, die lange weg waren und dann als ganz andere Personen wiederkommen. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was da hätte passieren müssen, dass ich mich so sehr verändere.

Sebastian: Ja, manche Menschen hinterfragen dann auf einmal irgendwie alles. Ist das, was ich vorher getan habe, auch noch das, was ich danach tun möchte. Weil sie vielleicht auch mit ganz anderen Menschen in Kontakt gekommen sind, als ihre sozialen Kontakte zuhause.

Meinst du nicht, dass du vielleicht auch weltoffener geworden bist durch deine Reisen und einfach andere Menschen dafür akzeptierst, was sie sind und dass das vielleicht vorher anders war?

Tom: Ja klar, ich glaube, das geht ein Leben lang irgendwie so. Aber ich komme aus Berlin, hier ist es so international und ich hätte mich vorher auch schon als weltoffen bezeichnet. Ich aber zum Beispiel noch dankbarer für meinen deutschen Pass. Es ist ein absoluter Luxus, den zu haben. Oder zu wissen, wo ich herkomme oder überhaupt, was ich hier habe. Das ist mir unterwegs oft noch mal neu bewusst geworden, dass ich ein riesen, riesen Glück habe, aus Deutschland zu kommen. Mit dem Ausweis kann ich in fast alle Länder einfach einreisen und kriege sofort mein Visum. Ich habe hier eine super Organisation, eine super Ausbildung, ich kann eigentlich machen was ich will auf der ganzen Welt.

Sebastian: Das finde ich auch. Durch die ganzen Reisen der letzten zehn Jahre – die letzten fünf Jahre dann schon sehr intensiv – war ich vor ein paar Jahren an einem Punkt, wo ich dachte “Deutschland ist es vielleicht doch nicht”, aber mittlerweile bin ich wieder soweit, wo ich sage “Hey, Deutschland ist doch eigentlich ziemlich geil”. Wir haben geile Supermärkte, wir haben einen geilen Pass, wir haben unglaublich viele Freiheiten und ja, wir haben vielleicht viel Bürokratie und es ist alles anstrengend, aber Dank der Bürokratie haben wir keine Korruption. Also, solche Sachen.

Tom: Ja, absolut. Ich bin auf jeden Fall viel dankbarer und auch jetzt, wo ich wieder hier bin, ist es mir gelungen, vieles noch mal zu sehen, als würde ich es zum ersten Mal sehen und das so aufzunehmen, als wäre ich selber neu hier, das ist schon zu den meisten Teilen der Welt ein großer Unterschied. Die Dankbarkeit ist auf jeden Fall noch mal gewachsen und das Bewusstsein dafür.

Sebastian: Das ist bei uns durch die ganzen Reisen auch so. Ich verstehe das sehr, sehr gut und ich finde das sehr gut, dass du das sagst, weil das ist auch so ein Grund, warum ich sage “Leute, ihr müsst mal raus”. Also, diese ganzen Nörgler, die immer sagen “Deutschland, ne? Hier ist alles voll scheiße und anstrengend und das ist alles doof”, aber geh mal raus und sieh dir an, wie andere leben. Die leben auch alle sehr zufrieden, so wie sie sind, aber sie kennen es auch nicht anders. Es könnte einfach auch ganz anders sein und das finde ich wichtig, dass man da diesen Unterschied einfach auch mal sieht und dann sieht, wie gut es uns eigentlich geht. Und das dieses ganze Rumgemeckere, was ja auch sehr Deutsch geworden ist, oft auch total fehl am Platz ist.

Tom: Ja, das stimmt absolut.

Sebastian: Welches Land oder Erlebnis war am einprägsamsten für dich, wo du sagst “Boah, das war richtig krass geil”?

Tom: In Asien war es auf jeden Fall Sri Lanka und in Südamerika war mein Highlight Kolumbien. In Kolumbien war ich auch ganz überrascht von der Vielfalt der Natur und den Menschen. Also, wer noch nicht da war, der sollte unbedingt mal nach Kolumbien. Das ist der absolute Wahnsinn. Da hat mich auch meine Mutter für zwei Wochen besucht. Das fand ich auch sehr cool von ihr. Sie hat sich da sehr viel getraut und ist da auch mit dem Rucksack hingereist und wir haben dann zusammen das Backpacker-Leben geführt für zwei Wochen.

Sebastian: Ja, sehr cool! Ich finde das auch immer total klasse. Ich merke das auch bei meinen Eltern, wie die irgendwie abenteuerlicher werden, dadurch dass wir uns ein bisschen mehr trauen. Dann kommen sie immer mit dazu, reisen mit uns und dann geht für die auch noch mal eine ganz andere Welt auf. Das ist schon ziemlich cool und auch cool von deiner Mutter.

Tom: Ja, auf jeden Fall. Man darf nicht vergessen, sie kommt aus der ehemaligen DDR und für sie war das ein riesen Ding. Hut ab, dass sie das gemacht hat, sich alleine ins Flugzeug zu setzen und so weit zu fliegen. Kolumbien hat viele Vorurteile, keine Frage, immer noch. Die hatte ich auch, aber wenn man einmal da war, dann sieht man, dass sich schon viel verändert hat.  

Sebastian: Ja und jetzt bist du wieder zuhause. Wir telefonieren gerade. Du bist in Berlin. Wie ist das? Wenn man erstmal für eineinhalb Jahre ohne großartige Verpflichtungen unterwegs war – wie ist es dann wieder zurück zu sein und mehr oder weniger einen geregelten Alltag zu haben? Und wie fühlt sich das so allgemein für dich an, zurück zu sein?

Tom: Also, der geregelte Alltag hat eigentlich jetzt erst vor ein paar Tagen begonnen, weil ich jetzt erst meinen neuen Job angefangen habe. Ich bin jetzt ziemlich genau drei Monate hier und den ersten Monat hatte ich noch High Life, wie auf der Reise. Ich bin auf Festivals gegangen, ich habe meine Schwester besucht. Die wohnt in Stuttgart, da war ich eine Woche; bin hier hin, da hin, habe einen Freund in Wien besucht. Also ich war immer nur kurz hier und dann wieder weg. Ich konnte gar nicht richtig ankommen.

Als der Sommer so langsam zu Ende ging und ich zur Ruhe kam, da ging das Ankommen eigentlich erst so richtig los. Es war nicht so einfach muss ich sagen. Ich bin glaube ich auch immer noch damit beschäftigt. Ich habe wie gesagt auch jetzt erst meinen Job angefangen. Ich habe mir Zeit gelassen bei der Jobsuche, dass ich einen Job finde, der mich nicht zu sehr einengt und ich mich auch wohlfühle und nicht, dass ich hier einen Koller kriege oder die After Travel Depression oder irgendwas. Worin ich manchmal verfallen bin, aber das waren eigentlich eher die ruhigen Moment, wo ich nicht wusste, wohin mit mir. Und dann gab es immer sofort Gedanken “Man könnte auch mal für Kanada ein Visum beantragen. Oder ich könnte auch nach Skandinavien und da einfach arbeiten”, aber wenn ich mich dann in die Lage versetzt habe: Angenommen ich würde morgen wieder abhauen, dann hat mir das eigentlich nie wirklich gefallen, dieser Gedanke. Ich weiß, es wird wieder kommen, aber jetzt möchte ich erstmal hier sein. Das hat mir sehr geholfen bei der Entscheidung, mich in die Lage hineinzuversetzen, wie es wäre wieder abzuhauen.

Ich finde es eigentlich toll, gerade wieder hier zu sein, meine Freunde wieder zu haben, mein Zimmer in der WG und überhaupt in Berlin zu sein. Ich mag auch das Klima total, mal wieder durchatmen zu können. In den meisten Ländern hast du ja schon eine ganz andere Luft, so schwül.

Sebastian: Ja, dieses Durchatmen ist geil, oder?

Tom: Ja, absolut. Ich bin auch happy gerade.

Sebastian: Ja, wir waren jetzt gerade in Südamerika, wie du auch. In Ecuador und in Costa Rica und das ist einfach nochmal eine ganz andere Luft. Und hier ist es saubere Luft. Man spürt die Luft einfach. Das ist ein großer, großer Unterschied, den man auch wirklich erst merkt, wenn man wirklich gereist ist.

Tom: Genau, ja. Und ich genieße es immer noch und ich genieße das Essen total. Ich habe den Käse vermisst, ich habe das Brot vermisst.

Sebastian: Hast du auch Edeka und Rewe vermisst.

Tom: Ja! Auf jeden Fall. Also Edeka nicht, das habe ich hier nicht um die Ecke, aber Rewe habe ich hier um die Ecke und den habe ich vermisst, ja.

Sebastian: Das ist einfach krass, wie gut befüllt Deutsche Supermärkte sind und dass man wirklich alles bekommt, jederzeit frisch. Wir leben einfach in einer Konsumgesellschaft und einer On-demand Gesellschaft. Es ist dann aber auch schon cool. Ich erinnere mich an Costa Rica, wenn wir da mit dem Auto rumgefahren sind, da hast du dir 10 Mal überlegt, ob du das Fleisch aus der Theke jetzt so nimmst. Meistens hast du es nicht gemacht. Hier musst du keine Bedenken haben und du kriegst einfach so unglaublich viel.

Tom: Ja, das ist absoluter Luxus hier. Ich mag Käse sehr und in Kolumbien zum Beispiel, da gibt es kaum Käse. Oder in Asien habe ich fast nie Käse gegessen. Und in Neuseeland war der absolut teuer, sodass ich auch nur wenig Käse essen konnte. Brot sowieso, das wissen bestimmt viele, dass das in Deutschland einfach anders ist, als auf allen Teilen der Erde. Ich glaube in Österreich gibt es Brot auch so wie hier, aber sonst findest du ja fast kein Schwarzbrot. So ein schönes Brot mit Körnern ohne Zucker.

Sebastian: Ja, absolut. Das können wir.

Tom: Das können wir sehr gut und ich habe das mein Leben lang zu Abend gegessen, das typische Abendbrot.

Sebastian: Ja und man nimmt es irgendwann einfach so für selbstverständlich hin und wenn man es dann eineinhalb Jahre nicht mehr hat oder auch einen Premiumpreis zahlt für schlechte Qualität im Vergleich zu deutschem Brot, dann schätzt man es schon sehr, einfach in den Supermarkt zu gehen oder an die Wursttheke und einfach eine Wurst auf die Hand zu bekommen. Das ist auch das Allererste was ich gemacht habe nach der langen Reise. Ich bin hier in den Edeka und dann habe ich gesagt “Darf ich bitte eine Wurst auf die Hand?” Und dann einfach so rein und das ist einfach so geil. Ja, einfach genial!

So, wie geht es denn jetzt für dich weiter? Jetzt, wo du zurück bist.

Tom: Ich habe wie gesagt einen neuen Job angefangen, jetzt am Dienstag und fühle mich damit erstmal ganz gut, aber ich handhabe das auch weiterhin so, dass ich gar nicht so viel plane. Ich habe Ideen, was kommen kann. Es kann sein, dass ich nächstes Jahr noch ein Studium anfange oder wenn das Fernweh doch wieder groß wird, dann bin ich auch absolut offen dafür, wieder abzuhauen. Wobei ich nicht denke, dass ich das noch mal so machen würde, sondern eher, dass ich – zum Beispiel habe ich eben Kanada erwähnt – mir da ein Visum besorge und dann da lebe an einem Ort und richtig ankomme.

Dieses Hin und Her, so wie ich das in Asien gemacht habe die ersten vier Monate, war super. Das wird in kleinerer Form bestimmt auch nochmal passieren, aber so heftig glaube ich nicht mehr. Es war gut so, aber mal gucken – eher nicht.

Sebastian: Ja, sehr cool. Dann lass uns diese Folge beenden. Ich finde es total klasse, was du alles gemacht hast und wie du es gemacht hast. Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass man mit einem Oneway-Ticket nach Bangkok dann irgendwie es doch schafft eineinhalb Jahr herumzureisen. Eine letzte Frage hätte ich vielleicht doch noch: Kannst du uns ungefähr sagen, wieviel dich diese eineinhalb Jahre gekostet haben?

Tom: Insgesamt mit Flügen und pipapo würde ich sagen 15.000 Euro.

Sebastian: Das ist eine gute Summe.

Tom: Ja, ich habe auch fast die ganze Zeit auch auf mein Geld geachtet. Ich habe mir dann eine App runtergeladen, in der ich alle Ausgaben eingebe. Was sehr hilft, das kann ich auch nur empfehlen, dass man nicht einfach ausgibt und den Überblick verliert. Sondern dass man sieht, wofür man sein Geld ausgibt und wieviel am Tag. Das hilft sehr in der Planung.

Ich habe natürlich in großen Schlafsälen geschlafen. Ich habe in der Regel die billigsten Unterkünfte gesucht. Ich war selten in Restaurants essen oder so. Mir war es dann wichtiger, dass ich länger Geld habe und länger unterwegs sein kann, als Luxus zu haben. In Kolumbien kam es einmal vor, dass ich mir ein super teures – nein, gar nicht super teures, aber ich glaube 40 Euro die Nacht – Hotel gegönnt habe, mit einem Kumpel, den ich da kennengelernt habe, aber wir waren im Dschungel und da gab es ein Hotel mitten im Dschungel mit Terrasse und du hast einen Blick über die Bäume gehabt und das wollten wir machen und haben uns das gegönnt. Und 40 Euro geht ja auch noch.

Sebastian: Ja, ja absolut. Also 15.000 Euro für eineinhalb Jahre… Das sind unter 1.000 Euro im Monat und du hast aber trotzdem dir die komplette Flexibilität beibehalten und hast einfach dein Ding gemacht und das ist bemerkenswert und total klasse.

Tom: Ja und teuer waren halt die Flüge.

Sebastian: Ja, die nächste Reise dann mit dem Fahrrad, dann zahlst du nur noch 5 bis 10 Euro am Tag.

Tom: Ja, das kann gut sein. Ich habe auch schon ein paar Fahrradtouren hinter mir. Einmal eine Woche und einmal zwei Wochen, aber ich habe ein passendes Fahrrad dafür und das kann auch gut sein, dass ich sowas mal länger mache. Das würde auch noch reichen, ja.

Sebastian: Ja, sehr cool. Das hört sich spannend an. Tom, vielen, vielen Dank für deine Zeit und für deine ganzen Infos über deine Reise. Wie gesagt, ich kann mich nicht oft genug wiederholen: Ich finde es cool, wenn man sich das traut und wenn man es dann einfach macht. Ich hoffe, du hast viele Leute inspiriert. Ich lade dich gleich auch mal in unsere Facebook-Gruppe ein, wo dann Hörer, dir dann auch ein paar Fragen stellen können zu deiner Reise. Dann wünsche ich dir jetzt erstmal noch einen wunderschönen Tag! Bis bald, tschüss!

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